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denen Formen der Augenentzündung verdienen auch auf diese Weise beobachtet zu werden.

Häutige und parenchymatöse Gebilde bilden das

Auge und die ihm angehörenden Apparate. Die Grundform ist in beiden eine und dieselbe. Das Zellgewebe, mehr oder weniger in Hinsicht seiner wechselseitigen Bindung und der dadurch entstehenden Conformation modificirt, liegt beiden zu Grunde. Der Unterschied beider ist vorzüglich dadurch begründet, dass in den parenchymatösen Gebilden die sich durchflechtenden Gefässe, Nerven und Saugadern das Vorwaltendste sowohl an Grösse als Ausbildung sind, wo hingegen, relativ zur Menge des in die Construction tretenden Zell

gewebes die Gefässe, Nerven und Saugadern in

geringerer Quantität vorhanden zu seyn scheinen in den membranösen Organen. Ein anderer Un– terschied scheint darin zu liegen, dass die paren– chymatösen Gebilde nach allen Dimensionen sich ausbreiten, wo hingegen die membranösen nur die Dimension der Breite erfüllen. Dass der Ursprung der parenchymatösen Gebilde der Evolution der Häute zuzuschreiben sey, eine Ansicht, welche mit glänzendem Scharfsinn aufgestellt und beschützt wurde, lässt sich nicht ganz vertheidigen, hat aber vieles für sich"). Ehe Bichat”) die Analogie der verschiedenen im Organismus verbreiteten Häute dargethan hatte, ehe er dieselben nach ihren natürlichen Beziehungen sich genähert und unter einander verbunden hatte, betrachtete man die Häute nur insofern sie beitrugen, die verschiedenen Organe zu umkleiden, und verband deren Beschreibung mit jener der von ihnen umhüllten Organe, vollkommen vergessend, dass diese Häute in harmo1 ) Willbrand über das Hautsystem, Giessen 1814. 2 ) Traité des membranes. Paris 1816.

nischer Beziehung und Wechselwirkung gegen einander stehen, und dass ihre analoge Construction durch isolirtes Zergliedern dargethan werden kann. Die Verschiedenheit in ihrer Structur, in ihren vitalen Eigenheiten und Verrichtungen liess auf die Verschiedenheit ihrer innern Organisation schliessen, und man stellte unter den verschiedenen Häuten Begränzungen auf, die ihrer eigenthümlichen Organisation entsprechen. Die Erfahrung bewährte diese Verschiedenheiten besonders dadurch, dass sie zeigte, wie sehr der Krankheitsprocess, je nachdem er in diesem oder jenem Hautgebilde seinen Sitz hat, sich modificirt. Das Auge wiederholt alle Hautsysteme in sich, woraus sich zum Theil die vielfältigen Beziehungen des Auges erklären. Wir haben daher Entzündungen der mucösen, der fibrösen, der serösen Häute, und der parenchymatösen Gebilde. Folgende Tabelle zeigt die Haupteintheilung der Augenentzündungen. -

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- ) Entzündung der häutigen Gebilde.
a) der mucösen,
b) der fibrösen,
c) der serösen Häute.
2 ) Entzündung der parenchymatösen Gebilde.

„# Entzündung der mucösen Parthien des Auges.

Die Schleimhaut, welche die Augenlieder und den Augapfel umkleidet, beginnt als Fortsetzung der allgemeinen Bedeckungen an dem Rande der Augenlieder, lauft über die innere Fläche dersel– ben fort, und zieht sich über die vordere Fläche des Augapfels hin. Sie dringt durch die Thrä– nenkanälchen in den Thränensack, und verliert sich in der Schleimhaut der Nase. Diese einzelnen Theile der schleimhäutigen Ausbreitung sind unter sich in ihrer Structur etwas verschieden,

obgleich sie dem Charakter der Schleimhäute

sämmtlich entsprechen. Obgleich die sorgfältig– sten anatomischen Untersuchungen noch keine

Cryptae mucosae in dieser schleimhäutigen Parthie “

auffand, so zeigt uns doch, wie Janin *) schon bemerkt, der Erkrankungsprocess und die dadurch gesteigerte Secretion, dass auch hier die schleimsccernirenden Organe nicht mangeln. Walther?) hält die Adnata für eine Haut von eigenthümlicher Bildung, welche an der Natur der Schleimhäute, der äussern Bedeckungshaut und der serösen Häute gleichen Antheil habe. Die Krankheit soll die einseitige Entwicklung eines Elementes mit gleich– zeitiger Unterdrückung der übrigen bewirken. Die Frscheinungen, welche die Bindehaut der Sclerotica im Zustande des Erkrankens darbietet, stim– men mit jenen der Bindehaut der Augenlieder so überein, dass gegen den schleimhäutigen Charak– ter derselben keine haltbaren Gründe aufgestellt werden können. Allein jene Fortsetzung der Conjunctiva, welche die Hornhaut überzieht, und Bindehautblättchen genannt wird, entspricht nicht dem Charakter der Schleimhäute. Es scheint die Mitte zwischen seröser und mucöser Natur zu halten, indem es von beiden participirt, jener die Durchsichtigkeit, dieser das Nichtverwachsen mit benachbarten Flächen zu danken hat. Der Krank– heitsprocess spricht auch das Eigenthümliche dieser Haut aus. So wie sich hier der Uebergang von der muoösen zur serösen Hautform vorbereitet, ebenso zeigt sich der allmählige Uebergang

1) Memoires et observations sur l'oeil. 1772. p. 58. . . a) Abhandlungen aus dem Gebiete der praktischen Medi

cin. S. 419.

von der Bedeckungshaut zur mücösen Haut. Die die äussere Fläche der Augenlieder umkleidende Haut ist feiner und gerötheter, das Rete vasculo– sum ist entwickelter, als in der übrigen Bedeckungshaut. Sie steht in solchem Consenz zu den Schleimgebilden des Auges, dass sie sich wechselseitig in die in ihnen verlaufenden Krankheitsprocesse hineinziehen, wo sonst eine antagonistische Thätigkeit zwischen Schleim – und Bedeckungshaut beobachtet wird. Dieses mag entschuldigen, dass die Entzündung der das Augenlied bedeckenden Haut unter der Familie der schleimhäutigen Entzündungen einen Platz erhalten hat. Die Entzündung äussert sich vorzüglich durch vermehrte und veränderte Secretion, durch Eiterung ohne Ulceration. Oft trägt sich diese Entzündung auf die ganze schleimhäutige Ausbreitung über. Wir haben daher in dieser Familie zu berücksichtigen: 1) Die Blepharophtalmitis, 2) die Conjunctivitis und 3) die Dacryocystitis.

Z, Yon der Blepharophthalmitis.

Die Entzündung der äussern Bedeckungen des Augenliedes Ä sich gewöhnlich als Phlegmone aus; es modificirt sich jedoch bisweilen der Entzündungszustand so, dass er den erysipelatösen Charakter behauptet, oder sich auf einzelne Stel– len beschränkt. - v, Die phlegmonöse Blepharophthalmitis spricht sich Ä folgende Erscheinungen aus: von dem Rande des einen, meistens des obern Augenliedes, selten beider zugleich, erhebt sich eine rothe schmerzhafte Geschwulst, welche über das ganze Augenlied hinziehend, an dem Augengrubenrande merklich sich begränzt. Die Berührung schmerzt; auch wird beim gesteigerten Standpuncte der Entzündung vom Kranken und dem zufühlenden Fin– ger ein Klopfen in der Geschwulst bemerkt. Der Augapfel ist trocken, indem die ausführenden Mündungen der Thränendrüse und der Meibomschen Drüschen geschlossen, und die Secretionen unterdrückt sind. Aus diesem Grunde sind die Bewegungen des Auges träge und schmerzhaft. Es entsteht öfteres Niesen, und der Kranke hat einen Schmerz und einen unangenehmen Geruch von Staub in der Nase. Im Auge finden Lichtentwicklungen Statt.

Hat die Entzündung den Wendepunct erreicht,

und zertheilt sie sich, so schwinden, Schmerzen, Röthe und Geschwulst allmählig; es finden Localkrisen. Statt, nämlich die unterdrückten Secretio

nen stellen sich wieder her. Oder es findet die

gewöhnliche Ausgleichung dieser phlegmonösen Entzündung durch Eiterung Statt. Indem die

Schmerzen zunehmen, die Röthe sich vermehrt,

so dass sie in das Blaurothe sticht, die Geschwulst über das Ä Augenlied sich verbreitend an einer oder der andern Stelle, gewöhnlich gegen die

Mitte hin sich zuspitzt, bemerkt man Erweichung

der Geschwulst, und vermehrte Thätigkeit der secernirenden Organe, so dass in diesem Zeitpuncte Nachts die Augen verkleben. Der Schmerz wird drückend, die Farbe der Geschwulst wird blässer, es bildet sich ein Eiterpunct und deut

lich lässt die Fluctuation sich unterscheiden. Diese

günstigen Ausgänge der Entzündung finden nicht immer Statt. Wird die Entzündung vollkommen

vernachlässigt, dauern die bedingenden Schädlichkeiten fort, so erreicht sie, indem sich

ein bisweilen heftiges Fieber beigesellt, eine

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durch dann ein Theil der Bedeckungen des Augenliedes verloren geht, und nach dem Umfange des Verlustes ein Ectropium oder gar ein Lagophthalmos entsteht, oder die heftige Entzün

e

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