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Wathen ), Föubert, Peller und Bell empfahlen das Einlegen eines Röhrchens in den Thränengang. Dieses Verfahren wurde in neuern Zeiten durch Dupuytren *) und Ansiaux”) wieder in Gebrauch gezogen. Dupuytren bedient sich folgender Werkzeuge: 1. einer silbernen oder goldenen Röhre, welche 20 bis 25 Millimeter in der Länge hat, von conischer Gestalt, oben weiter als unten, am oberen Ende mit einem aufgeworfenen Rande versehen, in ihrenh Verlaufe etwas weniges gebogen, und unten schief abgeschnitten ist; 2. aus einem eisernen Griffel, auf welchen die Röhre aufgesteckt werden kann. Der Thrä– nensack wird mit einem Bistouri auf einen Zug geöffnet, nnd auf dem Rücken des Messers das - / 2 Verfahren. Walther bedient sich, wie Girault , des Röhrchens und der Spiralfeder, um die Fadenschlinge einzuziehen. Er stellt als Grundsatz fest, dass die erweiternden Gerätle nur auf den Nasengang, nicht auf den Thränensack wirken sollen; die Fadenschlinge dient als Leiter für eine aus mehreren, zuweilen sechs Fäden bestehende Schlinge, die immer an das aus der Nase hervorhängende Fadeuende befestiget , und von unten nach oben in den Nasengang eingezogen wird. (Defistulae sacci lacrymalis operatione. D. i. m.auct. Zwier

lein. Landishuti, 1818 De fistula et Polyp. sacc. lacr. auct. Neß. Bonnae, 1822.).

4) HVathen (new and casy meth. of Curing the fist. lacr. Lóndon, 1772 und Meth of appl. a tube for the Cure of fist, lacro Londen, 1784 ) öffnet durch einen Schnitt den Thränensack, führt eine stumpfe Sonde in den Nasengang und alsdann ein silbernes Röhrchen in denselben ein. Das Röhrchen wird mittelst eines Fadens in seiner Richtung erhalten; mittelst der Injectionen sieht man, ob das Röhrchen seine gehörige Richtung hat. Nach der ersten Woche wird die Wunde des Thränensackes geheilt. Arnemann giebt an, mit Erfolg diese Operation verübt zu haben. 2) De la Medicine operatoire par Sabatier. Nouvelle Edition par Samson et Begin. T. II. pag. 252.

*) Clinique chirurgicale. Liege, 1846. pag: 96.

auf den Griftel aufgesteckte Röhrchen in den Nasengang eingeleitet, und von da bis in die Nase fortgeschoben. Der Griffel wird entfernt, das Röhrchen bleibt liegen. Der Schmerz, welchen der Patient erleidet, ist sehr gering; ist der Giffel in der Nase angekommen, so fliessen einige Tropfen Blut aus derselben aus. Die gute Lage der Röhre lässt sich dadurch erkennen, dass Luft mit Blut gemischt aus der Wunde hervorgetrieben wird, wenn der Patient Mund und Nase schliesst, und dabei stark ausathmet. Die Wunde des Thränensackes wird durch einen Streifen englischen Pflasters geschlossen. Dupuytren will hierdurch eine permanente Ausdehnung jede Verengerung des Nasenganges, und demnach jeden Rückfall der Krankheit verhüten. Nach einer von Dupuytren aufgestellten Berechnung wurden von zwanzig auf diese Weise behandelten Individuen sechszehn vollkommen geheilt. Bei zwei oder vier andern fällt die Röhre in die Nase oder steigt nach oben, so dass sie entfernt werden muss. Allein, da dieser Zufall immer lange Zeit nach Vornahme der Operation sich einstellt, so ist der Erfolg gewöhnlich günstig. Endlich zwei Individuen von zwanzigerleiden Zufälle der heftigsten Entzündung, welche, wenn sie dem antiphlogistischen Verfahren nicht weicht, die Entfernung der Röhre verlangt. Das Resultat ist nicht so günstig als jenes, welches man durch das oben Äe Verfahren erhält, wo alle Individuen, wenn nach Vorschrift gehandelt wird, in der Regel geheilt werden. . Die Herstellung des Nasenganges ist der Bil– dung eines künstlichen Weges vorzuziehen; es giebt jedoch Fälle, in welchen letzteres Verfahren allein ausführbar ist. Wenn der Nasengang in seiner ganzen Länge durch unmittelbare Verbindung seiner Wandungen undurchgängig, wenn der knö– cherne Theil desselben in der Formalienirt, wenn endlich das Thränenbein cariös ist"), dann ist es ) Schmidt (im a. W. S. 3o5) bemerkt mit Recht, dass angezeigt, durch Anborung des Nagelbeins einen künstlichen Weg für die Thränen zu bilden *). Zu diesem Zwecke wird der Thränensack, wie oben angegeben wurde, eröffnet. Ohne die hintere Wand vorläufig einzuschneiden, wird die Spitze des Pott'schen Troikarts zunächst der länglichten Leiste auf den untern Theil des Thränenbeins gesetzt. Man macht mit zunehmender Gewalt eine rotatorische Bewegung, indem man die Spitze nach abwärts richtet, bis man durchgekommen ist. Die Gewalt muss sehr gemässigt seyn, damit man nicht zu tief mit dem Troikart eindringe, und Theile der Nasenknochen unnöthigerweise verletze. Die rotatorische Bewegung dient dazu, dass man die dünnen Knochen durchbore, nicht aber durch– drücke, in welchem Falle sie leicht splittern, und dadurch grössere traumatische Reaction veranlasst wird. - Aus eben dieser Ursache ist es auch nicht rathsam, den Troikart sammt der Röhre einzuboren, weil die Röhre, so genau sie auch an– liegen mag, doch immer das Thränenbein etwas zersplittert; darum ist es dienlich, auf eine gute Spitze des Troikarts zu halten *). Schmidt legt in die gebildete Oeffnung ein Bourdonet ein, und

sich die Caries selten auf den Thränenknochen beschr?nke, sondern insgemein andere nahe liegende Knochen zugleich angegriffen sind, besonders wenn sie von Dyscrasien abhängt. Dieser von Richter und Scarpa als die Operation indicirend angegebene Umstand kann nur mit grosser Beschränkung als solcher angesehen werden.

1) Dieses Verfahren hat immer den Nachtheil, dass die künstliche Oeffnung sich leicht schliesst, und gewöhnlich so hoch liegt, -dass die Thränen nicht leicht durcbgehen. Die vorzüglichsten Wundärzte haben aber für gewisse Fälle den Werth desselben anerkannt. Beer (ima. W. 2. B. S 182 ) verwirft mit Unrecht dieses Verfahren, eben so Diener (de operationis fist. lacr. ratione. Landishut, 182 1. pag. 15.

2) Schmidt , im a. W. S. 344, Monro bringt die Röhre mit dem Stilet ein.

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fährt damit so lange fort, bis die Oeffnung recht callös ist, wozu drei bis vier Monate erfordert werden. Zang ) räth fünf bis sechs Wochen hindurch ein Bourdonet einzuführen; während dieser Zeit sellen die Ränder der Oeffnung zuweilen mit einem zugespitzten Stückchen Höllenstein bedupft werden. Nach dieser Zeit lege man durch vier Wochen eine Seitenbougie ein, welche durch einen an ihrem äussern Ende umgeschlungenen Faden auf der Stirne mittelst eines Klebpflasters befestiget wird, damit sie nicht zur Unzeit die Oeffnung verlässt. Diese Bougie schneide man zunächst am Rande der äussern Oeffnung ab, so dass sie mit diesem gleich hoch steht. Nach diesen vier Wochen führt man nun eine Bougie von elastischem Harze, welche mit dem Durchmesser der Oeffnung im Verhältnisse stehet, ein, und lässt sie noch sechs bis acht Wochen, kurz so lange tragen, bis man sicher ist, dass die Ränder der Oeffnung vollkommen schwielig sind. Die Befestigung dieser Bougie ist gleich der der Saitenbougie. Das Ende der Cur fällt in den vierten oder fünften Monat, wo die Schliessung der Thränensacköffnung veranlasst werden muss ?).

4) Im a. W. 2. B. S. 156. 2) Die Durchborung des Thränenbeins ist das älteste Verfahren. Die Alten hatten keine anatomische Kenntnisse von der erkrankten Parthie. Sie setzten das Wesen der Krankheit in einen Zustand der Ulceration und des Callus des Thränensackes, der Caries des Thränenknochens und in krankhafte Entartung der Thränenkarunkel. Das Handwirken nach Celsus (de medicina Libr. VII. Cap. VII. de Aegilope) und Galenus (d. compos. med. Lib. V. C.II.) besteht in Erweiterung der Fistelöffnung, in Anwendung des glühenden Eisens, der Aetzmittel, und in Durchborung des Thränenbeins. Nach der Laune des Wundarztes oder der Furcht des Patienten wurden bald Cauteria actualia, bald potentialia in Anwendung gezogen. Durch den Druck und die Hitze des Glüheisens wurde das Thränenbein immer zerstört, nnd ein

Gang in die Nase gebildet. Woolhouse (Diss. de fist.

Richter ) hält dafür, dass durch das Durchstopfen des Os unguis mit einem glühenden Eisen der gute Erfolg der Operation gesichert werde; im Falle die Anborung mit dem Pott'schen Troikart gemacht würde, sollte ein glühendes Eisen oder ein anderes Aetzmittel eingebracht werden, dauuit die Membrana pituitaria durch einen wahren Substanzverlust geöffnet werde. Scarpa *) ist derselben Ansicht, und empfiehlt das folgende Ver– fahren: Der Thränensack wird in seinem gröss– ten Durchmesser gespalten, und dann mit Char– pie angefüllt. Am folgenden Tage wird diese wieder entfernt; auf das entblösste Thränenbein eine Röhre schief von oben nach unten gerichtet aufgesetzt. Durch die Röhre wird nun das Glüheisen auf das Thränenbein gebracht, und damit ein gelinder Druck, so, dass nicht nur das Thrä– nenbein, sondern auch die Membrana pituitaria geöffnet wird, angewandt. Sollte man glauben, das Glüheisen habe nicht tief genug eingewirkt, so wird ein zweites, das in Bereitschaft gehalten wird, in die Canäle eingebracht. Der Thränensack wird mit Charpie, welcher eine milde Salbe aufgestrichen wurde, ausgefüllt, und, wenn eine starke Anschwellung der Theile sich zeigt, ein Cataplasma aufgelegt. Nach Verlauf einiger Tage lösst sich der Schorf ab, die einzelnen Splitter des Thränenknochens werden mit dem Eiter ausgestossen, worauf dann in die gebildete Oeffnung eine Bougie eingelegt wird. Da durch das Ablösen des Schorfes die Oeffnung immer mehr und mehr sich erweitert, so muss der Umfang der

lacr. Lips, 1724) bedient sich zur Durchborung des Ä. der schneidenden Hohlsonde, Lamorier (Heisters Chirurgie S. 533, Taf. 16) einer zugespitzten krummen Zange.

*) Medicinische u. chirurgische Bemerkungen. 4. BS. 155. 2) Im a. W. 1. B, S. 45.

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