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suche waren ohne günstigen Erfolg, da dadurch die aufgelockerte, verdickte Schleimhaut nicht in normalen Zustand versetzt, und eine coagulirte, verstopfende Masse der winklichten Einmündung der Thränenkanälchen um deren Dünne wegen nicht fortgestossen werden könnte "). Die Operation zur Gangbarmachung des Nasenganges ist nur dann angezeigt, wenn die Thränenpünktchen durchgängig sind. Man erkennt dieses an dem Ausfliessen der Thränen aus der fistulösen Oeffnung; ist die Thränensackgeschwulst ohne Fistel, so zeigt sich die Durchgängigkeit der genannten Theile durch die Möglichkeit, das im Thränensacke Enthaltene durch die Thränenpünktchen hervorzutreiben. Ist der Inhalt zu consistent, als dass letzteres möglich wäre, so verschafft man sich die Kenntniss des Zustandes durch das Sondiren der Thränenpünktchen. Man setzt zu die

*) Anel (Method. de guerir les fist. lacr. Turin, 1713. Suite de la nouvelle method. 714. Sur la decouv. Paris, 1816) empfiehlt Injectionen durch den untern Thränenpunkt zu machen. In schwereren Fällen wurde eine besondere, sehr feine Sonde durch den obern Thränenpunkt eingeführt, in den Thränensack, von da in den Nasengang bis in die Nase geleitet, um die verstopfte Stelle mit der Sonde durchzustossen. Da die Durchgängigkeit nur durch eine anhaltende Dilatation erwirkt werden kann, so wurde von Mejan (Mem. de l'Academie de Chirurgie T. II. p. 193) mittelst einer geöhrten Sonde, die durch den obern Thränenpunkt in den Thränensack, und von da durch den Nasengang bis in die Nase geleitet, mittelst einer Sondenplatte dort gefasst und hervorgezogen wurde, ein Faden eingelegt. Nach 24 Stunden wurde an das untere Ende eine Mesche - gebunden, und mittelst des zum Thränenpunkt heraushängenden Fadenendes von unten nach oben in den Nasengang eingezogen. Richter hat die Nachtheile der Anelschen und Majan'schen Methode auseinandergesetzt, welche vorzüglich in Durchschneidung, Excoriation und Desorgamisatio der Thränenpünktchen und Röhrchen bestehen (Anf. d. Wundarzn. 2. B, S. 398).

sem Zwecke die Anel'sche Sonde senkrecht in den Thränenpunkt ein, schiebt sie, während man die senkrechte Richtung, am untern Augenliede mit einer horizontalen, am obern mit einer schräg von oben nach unten und innen laufenden ver– tauscht, bis in den Thränensack fort, wobei das Thränenkanälchen durch einen mässigen Zug der Haut der Länge nach straff ausgestreckt werden muss, damit die Sonde kein unnöthiges Hindermiss findet. Trifft man auf dem Wege zum Thrä– nensacke ein unüberwindliches Hinderniss an, so zeigt dieses eine Verwachsung der Kanälchen. Ver– schliessung oder Mangel der Thränenpünktchen lässt sich leicht erkennen. - Um die Geräthe zur Gangbarmachung des Nasenganges einführen zu können, muss der Thrä– nensack geöffnet werden. Die Eröffnung geschieht am besten mit einem im Hefte befestigten lancettförmigen Messer, dessen Spitze man in den höchsten Punkt der gespannten Geschwulst so tief einstösst, bis man keinen Widerstand mehr fühlt, indem man dann nach aufwärts bis zur Sehne des Orbicularis und nach abwärts, dem längsten Durchmesser des Thränensackes folgend, die Stichwunde erweitert. Ist eine fistulöse Oeffnung vorhanden, so werde sie durch Einschneiden erweitert ). Haben sich Fistelgänge vom Thränensacke aus zur Wange oder zu anderen Theilen hingezogen, so ist das Spalten derselben, um sie in offene Wunden zu verwandeln, kein nothwendiges Bedingmiss zur Heilung, sondern das Spalten des Thränensackes genügt gewöhnlich, um die Fisteln zur Heilung zu führen. Der Herd der Fistel ist im Thränensacke, der Schleim und die Thränen versetzten die mit dem Thränensacke in Verbindung stehenden Fistelgänge in callösen Zu

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stand. Fliesst nun der Schleim frei nach aussen, oder nimmt die Absonderung desselben ab, so werden die Fistelgänge allmählig sich schliessen *). Um der den Thränensack bedeckenden Haut beim Eröffnen den gehörigen Grad von Spannung zu

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den Kopf fixirt, die Augenlieder nach aussen ziehen, während der Operateur mit dem Zeige- und Mittelfinger der freien Hand die Haut des Thränensackes ausstreckt, wobei er trachtet, mit der Spitze eines Fingers die Thränenkanälchen zusammen zu drücken, damit die enthaltene Flüssigkeit durch die Thränenpunkte sich nicht entleere. Man

vermeide bei diesem Momente der Operation sorg–

fältig die Verletzung der hinterm Wand des Sackes, da äÄ Exulceration desselben, in deren Folge das Nagelbein angegriffen werden könnte, verursachen würde. Ist der Sack gefüllt, so ist die Verletzung nicht zu befürchten; ist er leer, so schneidet man mit dem kleinen Scalpell in wiederholten Zügen die vordere Wand des Thränensackes vorsichtig durch *). -

4) Petit (Memoires de l'Acad. des Sciences de Paris 1734) war der erste, welcher vorschlug, auf künstlichem Wege die eröffnenden Geräthe einzuführen (Schreger's Grundriss der chirurg. Operat. Fürth, 18o6. S. 46). Bordenave beschreibt dessen Methode (Memoires de l'Acad. de Chirurgie. T. II. pag. 17o). Er verrichtet die Eröffnung des Thränensackes mittelst eines auf einer Fläche gefurchten Bistouri. Monro (Sämmtl. Werke S. 212) empfiehlt, um die hintere Wand nicht zu verletzen, die vordere

mittelst einer durch den untern Thränenpunkt eingeführten

Sonde in die Höhe zu heben. Pouteau (Oeuvry posthumus T. III.) hält es für zweckmässiger, den Thränensack zwischen der Thränenkarunkel und dem untern Augenlied, woselbst er eine Lancette durch die dünne Haut des Augenliedes in denselben stösst, zu öffnen. 2) Richter (Anf. d. Wundarzn. 2. B. § 513 ) empfiehlt die gemachte Oeffnung auf einer Sonde oder mittelst der Schere zu erweitern. Das Einstossen des Bistouri in den nicht angefüllten Thräneusack, wie es die Franzosen zu

Ist der Thränensack geöffnet, so wird die Sonde in den Nasengang eingeführt"), und zwar so, dass man sie horizontal bis an die innere Wand des Thränensackes leitet, und dann in senkrechte Richtung bringt, um sie in dem Nasengange fortzuschieben *). Zeigt sich ein der Sonde entgegenstehendes Hinderniss, so drücke man diese stärker auf, und suche sie durch rotirende Bewegung, und verschiedenartige Richtungsveränderung in dem Nasengang fortzuschieben. Bei Ver– engerungen könnmt man auf diese Weise in die Nase; dass man dort angekommen ist, zeigt das Gesühl des Patienten, ein Kitzeln in derselben, thun pflegen, ist weniger zweckmässig als das angegebene Verfahren. - 1) Nach Richter (im a. W. 2. B. §. 516) soll der geöffnete Thräuensack mit Charpie ausgefüllt, und die Sonde erst nach einigen Tagen in den Nasengang eingeführt werden. 2) Ich gebe einem mässig dünnen, allenthalben gleich dicken, an den Enden abgerundeten silbernen Stifte den Vorzug. Die Mejan'sche Sonde ist zu dünn, sie verwickelt sich leicht in den Falten des aufgewulsteten Nasenganges, und ein beträchtliches Hinderniss, da sie nicht Festigkeit genug besitzt, kann durch sie nicht überwunden werden. - Das Einleiten der Fischbeinsonde, welche Beer (im a. W. 2. B. S. 165) empfiehlt, ist schwieriger. Auch ist ein solcher Stift zweckmässiger als eine Stricknadel, wovon Richter (im a. W. 2. B. § 57 ) Gebrauch macht. Petit führte auf der Rinne des Bistouri, mit welchem der Thränensack geöffnet wurde, eine gefürchte Sonde ein, worauf er das Bistouri zurückzog, und in der Furche der Sonde ein konischcs Bougie einleitete. Lecat beobachtete dasselbe Verfahren. Richter (chirurg. Bibl. 5. B. S. 4o1) hat die Zweckwidrigkeit dieses Verfahrens dargetan. Die Sonde ist beim Einbringen der Bougie mehr hinderlich als förderlich, und so gut die Sonde den Weg durch den Nasengang findet, eben so gut kann auch der Wachsstock ohne die Sonde eingeleitet werden. Zudem ist der Umfang einer solchen Sonde zu gross, als dass die Theile nicht heftig gequetscht werden müssten.

und die Länge des eingeschobenen Stückes an. Sind aber theilweise Verwachsungen oder eine gänzliche Ausfüllung des Nasenganges durch geronncne Lymphe vorhanden, so kömmt man mit der Sonde auf ein elastisches Hinderniss. Wenn man die Sonde vorwärts zu stossen bemüht ist, so dringt sie einige Linien tief ein, wird aber,

nach ausgehobenem Druck, von der elastischen

Unterlage etwas in die Höhe gehoben. In diesem Falle gelingt die Gangbarmachung mit der stumpsen Sonde gewöhnlich nicht. Es wird desshalb eine zugespitzte Sonde bis an die verschlossene Stelle geführt, und mittelst dieser das Hinderniss durchgestossen, wobei man die die Sonde führende Hand auf die Stirne, legt, mit der andern freien Hand aber das Kinn des Patienten unterstützt, und die Sondenspitze in der Richtung des Nasenganges fortbewegt. Müssen theilweise Verwachsungen durchbrochen werden, so könmmt man, wenn die erste verschliessende Stelle überwunden ist, auf eine zweite, zuweilen auf eine dritte etc. Bei diesem Verfahren fliessen immer einige Tropfen Blut aus dem Nasenloche hervor, sobald die Sonde in die Nase gelangt ist. Man steht nun für diesen Tag vom ferneren Operiren ab, indem man das freie Ende der Sonde an die Stirne befestiget, und die Thränensackwunde durch ein eingeschobenes Bourdonnet offen hält. Im Falle man mit der spitzigen Sonde handelte, so muss man, ehe die Sonde an die Stirne befestiget wird, dieselbe um einige Linien zürückziehen. Den folgenden Tag zieht man die Sonde, nachdem man dem Patienten etwas Milch in die Nase hat hinaufziehen lassen, um die am untern Ende der Sonde ansitzenden Krusten zu entfernen, nach oben aus, um eine E Saite einzuführen. Durch die Saite sucht man die Erweiterung des eröffneten Nasenganges zu erhalten. Die Saite wird, wie die Sonde, zuerst horizontal, dann senkrecht in den Thrä

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