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- Von der Verengerung und Verschliessung der Pupille ).

Wenn die Sehlochshaut, welche gegen die Mitte des achten Monats beim Fötus zu verschwin– den pflegt, zurückbleibt, so, dass das Kind ohne Sehloch geboren wird, so besteht dadurch Blindheit *). Die Pupille kann in Folge innerer Ent– zündungen, durch Iritis, Capsulitis, Chorioideitis, wenn Exsudation plastischer, sich organisirender Lymphe entsteht, geschlossen werden. Diese Entzündungen können durch innere oder äussere Ur– sachen gesetzt werden. Es kann durch voraus– gegangene Operation die Linse aus dem Auge entfernt seyn. Die Linse und Kapsel, wenn sie vorhanden sind, können durch dieselbe Ursache, welche die Pupillensperre bedingt, getrübt werden; nur selten findet man sie ungetrübt. Die vorausgegangene Entzündung kann die Retina, Chorioidea und Hyaloidea in ihrer Bildung ge– ändert haben; oder aber diese Theile sind in un

gestörtem Zustand. Durch Verwundungen und Vorfälle der Iris, ebenso durch einen beträcht– lichen Verlust der Glasfeuchtigkeit kann Verschliessung der Pupille gebildet werden *).

1) Syn. , Synicesis, Obturatio, Imperforatio, Phthisis pupillae, Atresia iridis. Die Benennung Pbthisis pupillae ist verwerflich, da das Schloch etwas negatives ist. ( Lindner, Diss inaug, de pupillae art. conform. method. Vratislaviae, 1821. § 4.).

2) Die Membrana pupillaris scheint durch die Fortsetzung der descemetischen Membran gebildet zu werden, welche im Fötusauge einen geschlossenen Sack bildet. Es ist wahrscheinlich, dass in der hintern Augenkammer ein ähnlicher seröser Sack besteht, da nach den Untersuchungen von Cloquet die Membrana pupillaris aus zwei Blättern gebildet wird. Zuweilen verschwindet das Pupillarhäutchen in wenigen Wochen nach der Geburt von selbst, ohne ärztliches Einwirken.

3) Die Synicesis wird in die ächte und unächte abgeheilt. Das einzige Mittel; welches hier angewandt werden kann, ist die Bildung eines Sehloches, durch welches die Lichtsrahlen zur Retina gelangen können ). Die Prognose ist günstig, wenn der Grund der Blindheit nur in der Verschliessung der Pupille liegt, wenn die durch den inflammatorischen Zustand erzeugte Metamorphose weder das Corpus ciliare, noch die Corona ciliaris, weder die Glashaut noch die Retina in einem beträchtlichen Grade alienirt hat. Wenn diese Theile gelitten haben, was sich daraus ergiebt, dass nicht nur der kleinere, sondern auch der grössere Ring der Iris in Hinsicht der Farbe und Structur permanent alienirt ist, indem zwischen die Irisfasern wulstige Bündel eingedrängt erschei– nen, dass der Augapsel weder in Hinsicht des Umfanges noch der Resistenz normal ist, derselbe varicös, und die Lichtempfindung undeutlich oder gänzlich vernichtet ist; dann kann die Operation keinen günstigen Erfolg gewähren *). Wenn Hy– Unter ersterer versteht man die durch das Pupillarhäutchen gebildete Pupillarverschliessung; urter letzterer bcgreift nan die durch Lymphe, Eiter, coagulirtes Blut, verdunkelte Kapsel und Linse gesetzten Sperrungen der Pupille (Lindner, im a. W. S. 8). Diese verschiedenen Zustände werden als Cataractae spuriae purulentae, grumosae, lymphaticae aufgeführt. - ", drophthalmus, Cirsophthalmie, Totalstaphylom, Cornea phthisica, Glaucoma, Synchisis und Amau– rose vorhanden sind, wenn die Lichtempfindung gänzlich erloschen ist, dann ist die Operation zu meiden. Besteht ein Leiden der Constitution, in dessen Gefolge die Pupillensperre sich bildete, so ist bis zur gänzlichen Entfernung desselben die Operation zu unterlassen. Wenn unter - solchen Umständen operirt wird, so folgt heftige Entzün– dung, welche die gebildete Pupille verschliesst, Eiterung, Atrophie und Phthisis des Auges. Der gesunde Zustand des andern Auges untersagt, da die künstliche Pupille zum Schielen Anlass geben würde ), diese Operation. Bei Kindern kann dieselbe wegen der zu grossen Unruhe des Auges nicht mit Sicherheit vollführt werden. - Die Mitte der Iris ist immer die zweckmäs– sigste Stelle zur Anlegung der künstlichen Pupille. Bei der Centralpupille braucht der Operirte, um die Gegenstände zu sehen, das Auge nicht, auf die Seite zu stellen, und da die Retina im Centrum am meisten receptibel ist, die Empfind– ichkeit derselben allmählig gegen die Peripherie hin abnimmt, so kann man sich erklären, warum der Patient mit der Centralpupille vollkommener, als mit der Lateralpupille sehen wird *). Lässt

1) Nicht nur in den angegebenen Fällen, sondern auch dann, wenn die normale Pupille noch offen ist, allein die Lichtstrahlen, wegen einer unheilbaren Verdunklung der Hornhaut nicht durchdringen können, ist die Pupillenbildung angezeigt.

2) Pönitz (Untersuchungen über die künstl. Pup. von P. Assalini. Dresden, 1813. S. 23.) Jüngken (de, pupillae artif. per Coreoncion Graefianum conformatione pag. 17), JYeller (über künstliche Pupillen) fertigten beim Mangel aller Lichtempfindung und unter ungünstigen Verhältnissen mit Erfolg künstliche Pupillen. Schmidt (Oph. Bibl. 2. B. 1. St.) und Beer (Ansicht der staPbylomatösen Metamorphosei und der künstlichen Pupil

lenbildung S. 96) sehen diese Umstände als die Operation - gänzlich untersagend an. 1) Schultze , de Pupillae artif conformatione D. inaug. Berolini, 182o, pag. 13. Dieser Umstand wird nicht allgemein als contraindicirendaogegeben; es muss dem Wundarzt die Prüfung der Verhältnisse, ob durch die Operation für das Gesicht gewonnen wird oder nicht, überlassen bleiben. Wenn eine Centralpupille gebildet werden kann, dann haben wir das Schielen, welches der Lateralpupille in diesem Falle folgen würde, nicht zu fürchten. 2) Jüngken, das Coréoncion, ein Beitrag zur künstlichen Pupillenbildung. Berlin und Leipzig, 1817. S. 1oo. Scarpa (im a, W. 2. B. S. 177 ) räth im Centrum der sich die Pupille am Centrum der Iris nicht anlegen, so wählt man den innern Rand derselben. Weniger dienlich ist der äussere, der obere, der untere Rand, welche zuweilen gewählt werden müssen, wenn unheilbare Verdunklungen der Hornhaut der zur Pupillenbildung geeigneteren Stelle gegenüber liegen *). Immer muss man trachten die Pupille an einer gesunden Stelle der Iris anzulegen, dann wird dieselbe an einer durch vorausgegangene Entzündung in krankhaften Process gezogene Stelle gebildet, so wird der Operation Entzündung und Exsudation plastischer Lymphe folgen, welche das gebildete Sehloch schliesst *). Vorbereitungen zur Operation, wenn das Hndividuum gesund ist, sind unnöthig. Man zerstreue die Angst des Patienten, dieser hüte sich vor Diätfehlern, der Arzt erforsche, ob die Ausleerungen in Ordnung sind. Zeigt sich noch krankhafte Stimmung im Auge oder im ganzen Organismus, so muss die Operation bis zur Entfernung dieser Uebel verschoben werden. Die Lagerung des Kranken ist wie bei der Staaroperation, ebenso die Stellung des Operateurs und Gehülfen *). Das Auge, welches nicht operirt wird, sollte, selbst dann, wenn es erblindet wäre, verbunden werden, da– mit es weniger sich bewege, und das zu operirende Auge ruhiger stehe.

* Iris die Pupille zu bilden, damit der Ciliarkörper dem Einfallen der Lichtstrahlen, kein Hinderniss entgegen zu setzen vermöge. Adams (Practical Observations etc. pag. 52 ) bemerkt, dass die Convexität der Horuhaut die Lichtstrahlen so breche, dass sie auf das Centrum der Iris fallen. 1) Beer (Lehre v. d. Augenk. 2 B. S. 199) bemerkt, dass der Arzt oft zufrieden seyn müsse, irgendwo einen zur Anlegung der Pupille zureichenden Raum zu finden.

2) Weller, die Krankh. d. m, Auges, S. 22 o. – 3) Scarpa (im a. W. 2. B. S. 18o) empfiehlt die hori

zontale Lage.

Man hat vorzüglich drei Methoden, durch welche die Bildung der künstlichen Pupille er– zielt wird, nämlich: 1. die Coretomia, Coretotomia, besser Iridotomia, wo man durch das Zer– schneiden der Fasern der Iris ein Sehloch zu bilden trachtet; 2. die Corectomia, Coretonec– tomia, besser Iridectomia, wodurch das Ausschnei– den eines Segmentes der Iris die Pupille geformt wird; 3. die Coredialysis, Coretodialysis, besser Iridodialysis, bei welcher durch Aufhebung der Verbindung zwischen Iris und Ciliarband die Pu– pille entsteht. Zuweilen werden zwei Methoden verbunden, um sicherer das vorgesteckte Ziel zu erreichen; so verbindet Assalini die Coredialysis mit der Corectomie, ein Verfahren, welches er Corectodialysis, Himlr Corentomedialysis, Wagner ) Iridectomedialysis nennt, Donegana vereiniget die Coredialysis mit der Coretomie, ein Verfahren, welches Himlr Coretomedialysis, Wagner Iridotomedialysis nennt. Die Vorgänge zur Ausführung der verschiedenen Methoden sind sehr vervielfältiget. Es mag die Operation auf eine oder die andere Weise vollführt werden, so kann sie nur Erfolg haben, wenn die Lichtstrahlen durch die künstliche Pupille zur Retina gelangen können; es muss demnach die Linse und Kapsel durchsichtig seyn, oder es müssen diese Theile, wenn sie undurchsichtig sind, aus der Pupille entfernt, oder der hinter dem gebildeten Sehloch liegende Theil des Ciliarkörpers muss weggenommen werden. - -

Die Vorzüglichkeit der Operationsmethoden

") Wagner (Commentatio de Coremorphosi. Göttingae, 1848) belegt die Pupillenbildung im Allgemeinen mit dem Namen opy Moppogg (Coremorphosis) und da nicht die Pupille, sondern immer die Iris eingeschnitten, ausgeschnitton oder losgetrennt wird, so hat er die zweckmässigeren Benennungen Iridotomia, Iridectomia, Iridodialysis etc. vorgeschlagen.

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