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zwischen dieser und der Kapsel ein geschlossener, mit Eiter gefüllter Abscess, und dadurch der Staar mit dem Eiterbeutel (C. bursata, C. cum

bursa ichorem continente). Die Farbe der Verdunklung verhält sich verschieden; öfters ist sie blaulichtweiss, oder grau, zuweilen kreidenweiss, zuweilen schmutziggelb, ins grüne spielend, andere Male dunkelgrau, selbst schwärzlicht (Conigra),”). Die Trübung ist nicht immer gleichmässig über die ganze Linse verbreitet, zuweilen wolkicht, auch gestreift (C. striata), wie in verschiedene Segmente sich theilends gegen die Peripherie ist die Trübung gewöhnlich saturirt. Ist nur das Centrum der Linse cataractös, während die Peripherie derselben durchsichtig ist, so besteht der Centralstaar ( ntralis). Die ausgezogene Linse hat selten die Farbe, welche sie, so lange sie im Augapfel ist, zu haben scheint *). Die Verdunklung der Kapsel (Cataraga gapsularis, membranacea), welche in der Folge Entmischung der Linse "bedingt, ist nicht gleichmäs– sig gesättigt, sondern bildet einzelne, mehr oder weniger auffallende weisse Streifen *). Zuweilen bleibt eine Hälfte der Kapsel durchsichtig, während die andere sich trübt, wodurch dann der Halbstaar (Q.dimidiata) sich bildet, der die eine

1) Wenzel (Traité de la Cataracte) führt ein paar merkwürdige Exempel von der schwarzen Cataracte auf Die Pupille war dabei ganz unbeweglich, der ausgezogene Staar schwarz, hart und gipsartig. Die Patienten erhielten das Gesicht durch die Operation vollkommen wieder Lusardi (Journal für Chirurgie und Augenheilkunde. 4. B. 2 Hft, p. 357.) hat besonders darauf aufmerksam gemacht.

2) Wardrop i. a. W. 2. B. S. 84. 3) Der Grund, auf welchem diese weissen Streifen aufgetragen sind, hat gewöhnlich eine milchweisse, oft glänzend weisse Farbe, „*

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* oder die andere Seite, den obern oder den un– tern Theil der Kapsel zum Sitze wählen kann. Wenn ein einzelner weisser Streif in Form eines Balkens in perpendiculärer oder horizontaler Richtung über die vordere getrübte Kapselwand verläuft, und sich auf einer oder beiden Seiten mit der Uvea verbindet, so nennt man ihn Balkenstaar (C. trabecularis cum Zona). Zuweilen laufen die TTFTer vordern Kapselwand sichtbaren Streifen concentrisch gegen die Mitte der Pupille zusammen, oder sie durchkreuzen sich in verschiedenen Richtungen, wodurch im ersten Falle der Sternstaar (C. stellata) im letztern der gefensterte Staar MC. femestrata) sich bildet. Sind einzelne wuchernde, weisse Puncte über die vordere Kapselwand hingeworfen, so heisst man, wenn die Puncte klein sind, den Staar punctirt (C. unctata), sind aber die Puncte grösser, mar-T morirt (C. marmoracea ). Ein bäumchenförmiger Staar (C. arborescens) wird jener genannt, wo die wuchernden Flecken auf der Kapsel astförmig sich verzweigen. Hat sich die Verdunklung in Form eines weissen Fleckes auf den Mittelpunct beschränkt, so entsteht der Centralstaar der Kapsel (C_capsularis centralis); drängt sich diese Verdunklung wucherndTVör, so bildet sich der pyramidenförmige Staar (C. pyramidata). In den meisten dieser Fälle ist nur die VGFdere Wand der Linsenkapsel verdunkelt, demnach der Staar der vordern Kapselwand (C. capsularis anterior) vorhanden; seltener besteht einc IsoTirte Verdunklung der hintern Kapselwand, wodurch sich der hintere Kapselstaar (C_capsularis-posterior) bildet“). Vollkommen ist der Staar (C. perfecta),

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*) BWardrop (i. a. W.) glaubt, dass sowohl die vordere,

als die hintere Kapselwand aus zwei Lamellen seröshäutiger Natur bestehen, deren jede isolirt sich zu verdun* keln vermöge. Die vordere Kapselwand soll durch die

wenn die ganze Kapsel verdunkelt ist. Alle diese Staare beginnen in der Kapsel, und bewirken allmählig eine Entmischung der Linse ); letztere bleibt selten fest, sondern wird gewöhnlich ver– flüssiget, in eine eiter – oder milchförmige trübe Flüssigkeit umgewandelt. Bei dem hülsenförmigen Staar (C. arida siliquata) liegt ein atrophischer Kern, da der grösste Theil der Linse verflüssiget und aufgesogen wurde, in der hülsenförmig verschrumpften Kapsel. - Die Verbindungen der Kapsel mit den umliegenden Theilen können aufgehoben, oder zu fest, oder sie kann mit Gebilden verwachsen seyn, mit welchen sie im normalen Zustande e Ä niget ist. Beim Balgstaar (C. cistica) hat sich Ä Kapsel gänzlich Ä zum Teile von ihren Ä gelösst, die Linse ist verflüssiget, die Cataracte macht zitternde Bewegungen von vorn nach rückwärts; man nennt ihn in diesem Falle Zitterstaar, (C. tremula). Ist der Glaskörper aufgelösst, so sindTdie Bewegungen der Cataracte freier, und man nennt sie schwimmend (C. natatilis). Ist die Beweglichkeit der Cataracte so gross, dass sie durch die Pupille hervor und wieder zurück geht, so wird sie Q-luxato genannt. Die Kapsel kann mit der Linse oder mit der Uvea in ab– normer Verbindung stehen (Q.concreta). Die hintere Kapselwand, welche mit deëjnj. förmigen Grube auf eine leichtlösliche Weise im normalen Zustande zusammenhängt, kann hier fest angewachsen seyn. Die Verbindung der vordern Kapselwand mit dem Pupillarrande beschränkt

Haut der wässerichten Feuchtigkeit, die hintere durch

die Glashaut einen Ueberzug erhalten. ') Es ist mir nicht unbekannt, dass man in seltenen Fällen

die Linse durchsichtig findet, während die Kapsel trübe

ist; allein hat sich die Verdunklung der Kapsel gebildet,

So folgt doch früher oder später die Entmischung der

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sich nur auf wenige Stellen, oder geht über den ganzen Umfang desselben, wodurch die Synechia posterior-Partialis oder totalis sich bildet, - Die Textur der verdunkelten Kapsel verhält sich verschieden, zuweilen ist sie weich, andere Male spröde und leicht zerreissbar, öfters zähe und dehnbar. Nicht selten ist sie verdickt. Verknö– cherungen wurden häufiger in der Kapsel, als in der Linse beobachtet *). 4 Die Erkenntniss des Staares, wenn er seine Ausbildung erlangt hat, ist leicht; er bildet eine trübe, durchsichtige Masse, welche der Pupille die Schwärze raubt und eine graue Färbung mittheilt. Der Patient vermag gewöhnlich Helle und Dunkel, zuweilen grelle Farben und grössere Gegenstände zu unterscheiden; der Verlust des Sehvermögens steht im Verhältniss mit der Dichtigkeit der Trübung der Krystallinse oder der Kapsel. Die Iris hat ihre gehörige Beweglichkeit, nur zuweilen beobachtet man, dass ihre Bewegungen träger sind; die Farbe derselben ist nicht geändert. Am Rande der Pupille wird der schwarze

B
Saum deutlich bemerkbar *). Schwieriger ist es

1) Die Verknöcherungen der Kapsel wurden zuweilen, wie Wardrop (im a W.“ S. 116) bemerkt, für Verknöcherungen der Linse gehalten. Der von Morgagni (Epist. XIII Art. 1 o.) beschriebene Fall gehört hieher. Jung ( Methode, den grauen Staar auszuziehen und zu heilen, S. 29) fand bei der Extraction einen Capselstaar, welcher zum Theil ossificirt war. Gibson (practical observationspag. 121 ) beobachtete eine parcielle Verknöcherung der Kapsel. Auch ich habe bei einem adhärirenden Staare parcielle Verknöcherung desselben angetroffen. 2) Der schwärzlichte Ring, welcher an dem Rande der Pupille beobachtet wird, ist nichts als der dunkelgefärbte Saum des Pupillarrandes der Iris selbst, welcher bei reiner Pupille seiner Schwärze wegen nicht gesehen werden kann, jetzt aber, da er eine graulichte Unterlage hat, deutlich zum Vorschein kommt. Beer (im a. W. 2: B.S. 284) nimmt an, dass dieser schwärzlichte Ring zuweilen der Schlagschatten ist, welchen die vom

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einen Staar, ehe er eine gewisse Ausbildung erreicht hat, zu erkennen, besonders, da die Er-scheinungen, welche die beginnende Amaurose characterisirén, in vielen mit den Vorläufern des Staares zusammentreffen. Wichtig ist es für den Arzt diese Zustände in ihrem Beginnen von einander zu unterscheiden, da die Behandlung verschieden sich verhält. - - - - - - Die Individuen, bei welchen die Cataracte sich entwickelt, haben immer einen graulichten Dunstkreis vor den Augen, sehen die Gegenstände mit einem dichten Flor oder Nebel umzogen. Der Nebel ist im Anfange dünn, verdichtet sich mit dem Fortschreiten des Uebels immer mehr ;derselbe ist besonders stark, wenn der Patient sehr helle glänzende Gegenstände, geringer, wenn er dunkle Körper betrachtet, stärker ist er bei starker, als bei mässiger Beleuchtung, daber der Patient Abends, oder vom Fenster abgewendet, besser sieht. Dieses rührt daher, weil die Verdunklung gewöhnlich in dem Mittelpunkte der Linse beginnt, während die Ränder derselben noch durchsichtig sind; die Lichtstrahlen können bei etwas erweiterter Pupille, wie sie bei einer mässigen Beleuchtung ist, in die Tiefe des Auges Ä Gewölbte Brillen verbessern palliativdas Gesicht. Bei Zunahme des Uebels zeigt sich Crupsie, der Patient gewahrt die Gegenstände anders gefärbt, als sie sind, die Flamme des Kerzenlichtes mit einem farbigen Dunstkreise umgeben. In dem Verhältniss, als das Gesicht abnimmt, bildet sich die Verdunklung der Krystall- reinen Linsenstaar etwas entfernte Iris auf diesen zurückwirft. Früher glaubte man, es würde dieser schwarze Ring durch ein Durchschimmern des schwarzen Pigments durch die weniger verdunkelten Ränder der Linse hervorgebracht. Dieser schwarze Ring ändert bei jeder

Bewegung der Iris seine Stelle, und sein Umfang ver

– hält sich nach der Weite der Pupille.

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