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12 Oeffnungen. Außerdem hat er 12 radienförmige, ebenfalls 1“ hohe Rippen r,r, an welche die Zwischenwände z, z . . des großen Gefäßes angenietet werden und so die 12 Abtheilungen des Gefäßes bilden. Zwischen je 2 solcher Rippen sind 6 senkrechte Verbindungswände p,p (siehe Fig. 8) abwechselnd angegossen, wodurch 6 senkrechte Canäle k,k gebildet werden, durch welche die Flüssigkeiten von einer Abtheilung in die andere gelangen. Der große conische gußeiserne Hahn R ist durch 6 senkrechte, radienartige Platten in 6 gleiche Kammern getheilt, von welchen jede 2 Oeffnungen enthält. Die erste Kammer, in welche das reine Lösungsmittel eintritt, hat eine Oeffnung o in der oberen Wand, die zweite an der Peripherie; die 4 folgenden Kammern haben je 2 Oeffnungen an der Peripherie, um die Verbindung der einzelnen Abtheilungen zu bewerkstelligen; die sechste Kammer dient zum Ablassen der gesättigten Lösung, hat eine Oeffnung an der Peripherie und die andere am Boden des Hahnes und stellt die Verbindung mit dem

Ausgangsrohre TT her, welches unter dem Gehäuse des Hahnes

angeschraubt ist. Das reine Lösungsmittel (Wasser) tritt in der Richtung der Pfeile innerhalb des mittelsten Cylinders aus dem Zuführungsrohre t durch die Oeffnung o von oben in den Hahn. Aus der ersten Kammer des Hahnes geht es durch die an seiner Peripherie angebrachte Oeffnung e in den entsprechenden senkrechten Canal k und aus diesem durch die am oberen Theile der Verbindungswand p angebrachten Oeffnungen h in die erste Abtheilung, welche die am meisten erschöpfte Masse enthält. Die Flüssigkeit strömt von oben nach unten, vom Mittelpunkte sich entfernend, und tritt unterhalb des Siebbodens F in das an der Außenwand angebrachte senkrechte Rohr y, welches sie oben in den Kasten 1' führt, welchen sie ebenfalls von oben nach unten durchfließt, aber in der Richtung nach der Mitte hin. Hier tritt sie in den inneren Cylinder und in die zweite Kammer des Hahnes, aus welcher sie mittelst der dicht daneben liegenden Oeffnung in den nächstfolgenden Canal k gelangt, in demselben hochsteigt und so fort in derselben Weise durch die übrigen Abtheilungen bis nach Abtheilung 5 und 5 kommt, welche mit frischer Masse gefüllt sind. Von hier gelangt die vollständig gesättigte Flüssigkeit in die sechste Kammer des Hahnes, welche am Boden offen ist und so das Weitersteigen der Flüssigkeit in die folgenden abgesperrten Abtheilungen 6 und 6 (welche während dieser Zeit entleert und gefüllt werden) verhindert. Durch das Rohr TT wird die starke Lösung fortgeleitet. Wenn die Gefäße 6 und 6' aufs Neue gefüllt sind, wird der Hahn um # des Kreises gedreht, so daß die Kammer 6, welche das Abflußrohr enthält, mit ihrer Seitenöffnung der Oeffnung des Gefäßes 6' gegenüber steht. Hierdurch werden gleichzeitig die Gefäße 1 und 1' abgesperrt und zur Entleerung bereit; die in ihnen vorhandene Flüssigkeit wird nach den Abtheilungen 2 und 2' geschafft, und darauf frisches reines Lösungsmittel in dieselben geleitet. a) Eine einfache Drehung des Hahnes bringt demnach immer hintereinander reines Lösungsmittel von oben in die Gefäße 1, 2, 3 c., je nachdem sie eine fast erschöpfte Masse enthalten, b) aus dem unteren Theile der Gefäße 1, 2, 3' c. jedesmal die schon angereicherte Flüssigkeit wieder zurück in den Hahn, c) diese Flüssigkeit immer auf die Oberfläche des reicheren Materiales, welches sich in dem folgenden Kasten befindet, sperrt d) nacheinander eine Doppelabtheilung behufs ihrer Entleerung ab und entleert e) jede mit dem frischen Materiale angefüllte Abtheilung durch das Rohr TT, welches die ganz gesättigte Lösung aufnimmt. «Dieser Hahn leistet also Alles, was 36 Hähne bis jetzt geleistet haben – wenn seine Ausführung in der Praxis sich bewähren sollte. Nach unserer Quelle haben die HHrn. Jaspar & Rose in Lüttich einen derartigen Apparat in der angegebenen Größe ausgeführt, welcher mit Erfolg den Wollschweiß aus roher Wolle mittelst Wasser auszieht. In der Sodafabrication wird zum Auslaugen der Rohsoda dieser Apparat manche Vortheile bieten: Ersparung an Eisenblech, leichtere Handhabung, größere Zusammenhaltung der Wärme,

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erlangen könne, da sie von einem großen Theile der Waldbesitzer nach einer irrationellen Methode betrieben werde, indem sie nur Theer, Kohle und Kienöl, ja oft nicht einmal das Letztere gewinnen, ohne an eine weitere Verarbeitung der Rohproducte zu denfen. Es soll keinesweges den Waldbesitzern zugemuthet werden, zu diesem Behufe chemische Fabriken anzulegen; Jeder aber, welcher die trockene Destillation des Holzes betreibt, sollte wenigstens nicht die Holzsäure verfliegen oder fortgießen lassen, sondern diese zu der so leicht ausführbaren Darstellung von essigsaurem Kalk verwenden, damit nicht länger, wie gegenwärtig, allein in den waldreichen Gebirgen Deutschlands alljährig Millionen von Eimern Holzsäure verloren gehen, ohne anderer Länder zu gedenken, wo die Verkohlung auf ganz rohe Art geschieht. Mit allem diesen müssen wir uns einverstanden erklären, nur nicht damit, daß man nach Rußland und Polen reisen müsse, um die Verkohlung auf ganz rohe Weise ausführen zu sehen. Wir sehen ja nicht nur in den von der Industrie noch kaum berührten Gebirgen Deutschlands selbst, sondern auch in den Waldgebieten, welche inmitten der industriellsten Gegenden liegen, in der Regel die Holzverkohlung noch in den altherkömmlichen Meilern vornehmen, ohne daß dabei an die Gewinnung der Destillationsproducte gedacht wird. Um so mehr aber halten wir die Absicht des Verfassers für geeignet, durch das vorliegende Buch dem gedachten Fabricationszweige noch mehr Boden zu gewinnen, sei es auch nur, um einer nationalökonomischen Unterlassungssünde entgegen zu arbeiten. Der Verf. fühlt sich hierzu berufen, da ihm „durch die Beschäftigung als Chemiker und Dirigent auf einer in holzreicher Gegend des westlichen Rußlands befindlichen Fabrik trockener Destillation des Holzes alsbald das Bedürfniß nach einem solchen Werke klar wurde.“ Er will Denjenigen, deren Interesse erheischt, die Destillation des Holzes in rationeller Weise auszuführen, eine Uebersicht von Demjenigen geben, dessen Kenntniß zu diesem Zwecke nöthig ist. Er verwahrt sich ausdrücklich dagegen, daß seine Arbeit eine Compilation sei: „ Kein einziges Verfahren bei der Fabrication irgend eines Productes ist hier empfohlen, welches ich nicht selbst erprobt und als praktisch anerkannt hätte; viele Darstellungsmethoden sind meine eigenen.“ Aus diesem Grunde sei es denn auch der Beachtung unserer Leser empfohlen, welche nicht zu fürchten brauchen, ein ähnliches compilatorisches Machwerk zu finden, wie sie in einer bekannten Bücherfabrik alljährig auf den Markt gebracht werden. Im ersten Abschnitte (S. 5 bis 40) werden die einzelnen bei der Destillation des Holzes auftretenden flüssigen und festen Stoffe ausführlich besprochen, und die Fragen, auf welche derselben man sein Augenmerk richten, und auf welche Weise sie ausgeführt werden solle, beantwortet. Wir wollen hier nur hervorheben, daß unter den Retorten den horizontalen schmiedeeisernen, im Allgemeinen aber den Reichenbach'schen Oefen der Vorzug gegeben wird; doch läßt Hr. Aßmuß diese nicht offen und giebt ihnen erst nach dem Anfüllen mit Holz eine Decke von Rasen, sondern schließt sie oben mit einem soliden Gewölbe aus Steinen. Die Manipulationen bei der Destillation werden genau beschrieben. Am Ende dieses Abschnittes ist das Verfahren der Destillation von Birkenrinde im Speciellen beschrieben, wobei zu bemerken ist, daß „die Darstellung des Beleuchtungsstoffes aus der Birkenrinde, welcher dem amerikanischen Petroleum, dem Photogen und Solaröl nichts nachgiebt und welcher vielleicht berufen ist, in den Gegenden, wo die Birke viel vorkommt, und es an Steinkohlen und geeignetem Torfe mangelt, die mineralischen Brennöle zu ersetzen, der eigenen Idee des Verfassers entsprungen ist.“ Der zweite Abschnitt (S. 41 bis 99) behandelt die Verarbeitung der Holzsäure auf Essigsäure und essigsaure Salze und die Darstellung des Holzgeistes. Beiläufig wird hierbei die Bereitung einiger hierzu erforderlichen Präparate angegeben, welche man sich vortheilhaft selbst bereitet, z. B. des zur Darstellung des Bleizuckers dienenden Bleiweißes, des schwefelsauren Manganoryduls, Zinnchlorürs, Chlorcalciums c. W Im dritten Abschnitte (S. 100 bis 128) finden wir die Verarbeitung des Theers zu Terpentinöl, zu Beleuchtungsöl und verschiedenen Sorten von Wagenschmiere, die Darstellung des Kreosots und die Gewinnung des Kienrußes. Der vierte Abschnitt (S. 129 bis 138) enthält eine Uebersicht über die Ausbeute an verschiedenen Producten, zum Theile nach eigenen Erfahrungen des Verfassers, und Bemerkungen über Krankheiten, welche bei der vorliegenden Fabrication entstehen. In den „Schlußbemerkungen“ (S. 139 bis 144) wird die Disposition der Baulichkeiten einer vollständigen Fabrik angegeben, auf die Feuergefährlichkeit der Fabrication aufmerksam gemacht, die Behandlung der Kiefern gelehrt, um durch Abschälen der Rinde den Harzgehalt zu vermehren, und mitgetheilt, wie in Birkenwäldern zur Theergewinnung nur die Rinde der Bäume benutzt werden soll, da „die Birkenbäume bei rationeller Behandlung wahre Milchkühe abgeben, indem man die Bäume oftmals von der Rinde entblößen kann, da diese sich oftmals wieder erneuert.“ (Man schält im Mai oder Juni die obere weiße Rinde, so hoch man reichen kann, ab. Die zu wählenden Bäume müssen mindestens 25 Jahre alt sein.) Auch finden wir hier die bis dahin vermißten Angaben, wie Waldbesitzer, welche keine eigentliche Fabrik anlegen wollen, die Meilerverkohlung auf einfache Weise mit der Gewinnung von Theer und Holzsäure verbinden können. Der Meiler wird mit einem Mantel umgeben, welcher aus einzelnen Theilen besteht, die aus Latten und Weidenruthen zusammengeflochten sind, und mit Rasen bedeckt wird; oben befindet sich außerdem noch ein aus Dielen gezimmerter Deckel, in welchem 3 Löcher angebracht sind, von welchen zwei nur den anfänglich sich bildenden Wasserdampf entweichen lassen sollen, während in das dritte die Röhre eingefügt wird, welche die Destillationsproducte in die als Vorlage dienenden Fässer leitet. Aus dem letzten der Fässer entweichen die Gase durch eine enge aufrechtstehende zickzackförmige Röhre aus Weißblech. Man gewinnt durch diese Einrichtung gegen 20 pCt. Holzsäure (in Retorten oder Oefen 40 bis 48 pCt.), welche leicht in rohen essigsauren Kalk verwandelt werden kann. Wir theilen dieses Verfahren, welches durch eine Zeichnung anschaulich gemacht ist, auszüglich mit, weil wir hoffen, hierdurch dazu beitragen zu können, daß durch eine allgemeinere Einführung wenigstens dieses einfachen Verfahrens die bisherige mit Recht als unrationell getadelte Methode der Holzverkohlung immer mehr beseitigt werde. L8.

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Fortificatorische Eisenconstructionen. Casematten - Panzer. Kuppel- und Cylindergeschützstände. Eiserne Thüren. Fahrende Panzerbatterien. Eiserne Grabencaponieren und Blockhäuser. Hindernißmittel von Eisen. Provisorische Eisenbahnen. Von O. Giese, Hauptmann im Königl. preuß. Ingenieurcorps und Compagniecommandeur. 283 S. 8. Hierzu ein Atlas von 52 Tafeln mit 650 Figuren. Der Ertrag ist der Kronprinzenstiftung, besonders den Invaliden und den Hinterbliebenen der preußischen Pioniere gewidmet. (Preis 3# Thlr.) Leipzig, 1866. Verlag von Arthur Felir. –

Es ist bekannt, daß vor Jahrhunderten Versuche gemacht wurden, um gezogene Geschütze dem Kriegsgebrauche zu übergeben, und daß dabei vielfach die Hinterladung angewendet ist. In den Zeughäusern finden sich in erheblicher Zahl Kanonen dieser Art,

welche für den praktischen Gebrauch nicht anwendbar, wohl aber

als Schaustücke über die Entwickelung der Geschütztechnik erwünschte Auskunft geben. Es handelt sich nicht um einzelne Fälle; bis in die neuesten Zeiten haben sich Männer gefunden, welche, in Verfolgung des gleichen Gedankens, Versuche gewagt, und vielleicht Gutes zu Tage gefördert hätten, wären sie in ihren Bestrebungen unterstützt worden. Nun plötzlich haben sich die neuen Formen entwickelt; was man vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten hat, steht als Thatsache vor uns; die Artillerie besitzt fast ausschließlich gezogene Geschütze, und kein Staat darf sich der Neuerung Ä" will er nicht an Kriegstüchtigkeit anderen weitaus nachehen. Im Feldkriege verlangt man von der Artillerie Beweglichkeit, Treffsicherheit und Percussionskraft auf möglichst große Distanzen. Diesen Bedingungen wird unter den veränderten Verhältnissen in erhöhtem Maße entsprochen. Man mußte darauf bedacht sein, das Gewicht der Geschütze eher zu vermindern, als zu vermehren, und konnte das thun, weil die veränderte Geschoßform, bei kleinerem Caliber, größeres Gewicht giebt, als die früher angewendete Kugel. Obwohl die Hinterladung auch ihre Vortheile bietet, so fällt sie doch hier weniger in Betracht; einzelne Staaten verzichten sogar darauf um entgegenstehender Nachtheile willen. Unbestritten dagegen sind für den Seekrieg, ferner für Vertheidigung und Angriff der Festungen die Hinterladungsgeschütze den anderen vorzuziehen. Auf Schiffen und in Festungen braucht man sich in der Größe der Caliber nicht zu beschränken, wie im Felde. Ob die Anwendung von Monstergeschützen, wie sie in neuester Zeit öfters erstellt werden, dem Zwecke entspreche, muß die Zukunft lehren; jedenfalls wird man genöthigt sein, die Größe der Belagerungsgeschütze des Transportes wegen einzuschränken. Welches nun aber auch die Resultate sein mögen, das System steht fest, es handelt sich nur noch um ein Mehr oder Weniger; doch die Kraft, welche die Artillerie in diesen Verhältnissen zu entwickeln im Stande ist, überschreitet weitaus das Maß des früher Dagewesenen. Es ist klar, daß dieser plötzliche Umschwung auch auf andere Gebiete zurückwirken muß. Daß die Deckungen nicht mehr ausreichen werden, war vorauszusehen, und lange schon, ehe im Kampfe des Merrimac und Monitor der Welt kundgethan worden ist, daß die alten hölzernen Schiffe für den Seekrieg der Neuzeit zu schwach sind, haben Sachverständige daran gedacht, das Eisen zur Vertheidigung nutzbar zu machen. %. Zur Deckung auf dem Lande hat man bis jetzt Stein, Holz und Erde angewendet; Eisen diente nur zu untergeordneten Constructionen; die Erfolge dieses Materiales auf dem Wasser mußten natürlicherweise auch hierher zurückwirken und den Gedanken über fortificatorische Eisenconstructionen neue Geltung verschaffen. Daß hierbei Brauchbares und Unbrauchbares zu Tage gefördert wurden, liegt in der Natur der Sache, und daß der Verfasser im vorliegenden Werke es unternommen hat, die zerstreut liegenden Daten, so weit sie der Berücksichtigung werth sind, zu sammeln und mit seinen eigenen Gedanken verbunden zu ordnen, entspricht einem wahren Bedürfnisse. Das Werk bildet ein Ganzes nach dem jetzigen Stande der behandelten Frage. Daß dieselbe als abgeschlossen zu betrachten sei, kann nicht behauptet werden. Im Gegentheile, die Angelegenheit ist in der Entwickelung begriffen, und es ist deshalb ganz am Platze, daß sich der Verf. nicht allein auf Beschreibung von Constructionen beschränkt und seine Meinung über deren muthmaßlichen Werth abgiebt, sondern daß er auch Näheres über die angestellten Schießversuche mittheilt und nachweist, wo weitere Proben wünschbar wären. Ueber zulässige Eisenverbindungen und Formen, ferner mit Bezug auf vortheilhafte Anwendung des Gußstahles liegt noch Manches im Unklaren. In technischen Fragen bildet nicht selten der allzugroße Eifer Einzelner, welche, dem guten Neuen zu Liebe, das Altbewährte über Bord werfen möchten, dem Fortschritte ein Hinderniß, weil dadurch zu einem Kampfe zwischen Altem und Neuem gerufen wird, welcher in den meisten Fällen ganz ungerechtfertigt ist. Wenn es dazu kommt, das Eisen in vermehrtem Maße für fortificatorische Zwecke anzuwenden, so wird es gewiß nicht an Leuten fehlen, welche gleich Alles panzern wollen. Es ist nun Hrn. Giese als wirkliches Verdienst anzurechnen, daß er dieser Ausschreitung zuvorkommt und nachweist, wie namentlich Stein und Erde immer noch zweckmäßige Anwendung finden werden. Die Holzconstructionen dagegen, hat man Aussicht, fast durchgängig durch Eisen ersetzen zu können, gestützt auf die Erfahrungen, welche jetzt schon im Brückenbaue gemacht worden sind. Der Ersatz des vergänglichen Materiales durch ein vollkommen dauerhaftes bedarf wohl keiner Rechtfertigung, sobald die Constructionen ebenso widerstandsfähig, und die Kosten erträglich sind. Die Versuche, Mauerwerk durch Eisen zu verstärken, haben nirgends günstigen Erfolg gehabt. Im Gegentheile: es werden die Erschütterungen, welche die Geschosse verursachen, durch die Eisendeckungen mehr ausgebreitet, und so die Zerstörung befördert. Wo das Eisen sich als zweckmäßig erweist, muß es für sich allein zur Deckung genügen. Unter verschiedenen Verhältnissen kann das Eisen zum Ersatze des Mauerwerkes angewendet werden, einerseits um seiner größeren Widerstandsfähigkeit willen, andererseits der Raumersparniß wegen. In beiden Beziehungen sind die vom Verf. vorgeschlagenen Cylinderconstructionen sehr der Berücksichtigung werth. . Die Formen, unter welchen das Eisen für Deckungen anzuwenden ist, sind sehr verschieden; doch kann man hauptsächlich folgende in Betracht ziehen: Panzerschilde, Kuppelgeschützstände und Thürme, drehbar und feststehend, Cylinderconstructionen und den Holzbauten ähnliche rechtwinklige Constructionen. Es werden in dem vorliegenden Werke alle diese Formen besprochen, sowohl mit Bezug auf ihre Ausführung, als auch mit Bezug auf ihre verschiedenartige Anwendung, nicht nur für Neubauten allein, sondern auch zur Verstärkung bestehender Festungswerke, s Neben dem Hauptzwecke der Schrift, welcher sich speciell auf die Deckungen bezieht, wird auch noch der Nebenconstructionen gedacht, so weit sie in Eisen auszuführen sind, und, unter Berücksichtigung dieses Materiales, der anderweitigen Hülfsmittel beim Angriffe und der Vertheidigung von festen Plätzen. Dazu gehören: Eisengitter, Pallisaden, Schanzböcke, Dampfabzüge, Hülfsbahnen, Brücken e. Die beigefügten zahlreichen Zeichnungen sind autographirt, so deutlich, daß sie dem Zwecke vollkommen entsprechen. Ueberhaupt wird. Jeder, welcher sich für diesen Zweig der Technik interessirt, das Werk mit Freuden begrüßen, da es, in sorgfältig gewählter Uebersicht, dasjenige giebt, was bisher geleistet wurde, und für weitere Untersuchungen in diesem Fache auf dankenswerthe Art anregt. K. P

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Praktische Anleitung zum Traciren der Eisenbahnen. Von Jos. Stummer Ritter v. Traunfels, Ingenieur der KaiserFerdinands-Nordbahn, Mitglied des österr. Ingenieur- und Architektenvereines. Mit 4 Tafeln, enthaltend 34 Abbildungen. 170 S. in gr. 8. Weimar, 1867. B. F. Voigt. –

Der Verfasser beabsichtigt in der vorliegenden Schrift, dem praktischen Ingenieur ein für das Traciren von Eisenbahnen brauchbares Nachschlage- und Hülfsbuch mit aufs Feld zu geben. Gleichzeitig will er die Anfänger mit Bezug auf den Gang der betreffenden Arbeiten belehren. Diesen Zwecken entsprechend, hat er theoretische Abhandlungen möglichst vermieden, so weit es irgend anging, sich auf das praktisch Verwendbare beschränkt und mit Recht Alles weggelassen, was den Umfang des Buches unnöthiger Weise vergrößert hätte. Um so sorgfältiger sind alle diejenigen Daten zusammengestellt, welche dem Ingenieur, der eine sachbezügliche Aufgabe zu lösen hat, von Nutzen sind. Auf Berücksichtigung der Terrainverhältnisse wird hierbei großes Gewicht gelegt und darauf aufmerksam gemacht, daß nicht selten, durch Vernachlässigung in diesem Punkte, bei Eisenbahnbauten die Anlagekosten in bedenklichem Maße größer werden, als den Localverhältnissen ent

sprechend ist. Die Schrift enthält 4 Abtheilungen nebst einem Anhange. «- Die I. Abtheilung

enthält die Regeln, welche beim Baue der Eisenbahnen im Allgemeinen zu berücksichtigen sind: Krümmungs- und Steigungsverhältnisse, daherige Bewegungshindernisse u. s. f. Daran knüpft sich die Anleitung zur Bestimmung der Marimalgefälle und der Minimalgröße für die Radien im einzelnen Falle. Ferner sind hier die Regeln besprochen, nach welchen die Frage zu entscheiden ist, ob die Bahn ein- oder zweispurig anzulegen sei, und endlich die Höhenlage im Allgemeinen, je nach der Bodenbeschaffenheit. Da es sich hierbei um Fragen handelt, welche weitaus leichter im einzelnen Falle gelöst, als allgemein behandelt werden können, so war es dem Verf. möglich, diese Abtheilung kurz zu halten,

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die Mittel zur Untersuchung des Terrains, um in den Stand gesetzt zu sein, den früher gestellten Bedingungen möglichst gut zu entsprechen. In dieser Abtheilung ist die Behandlung ausführlicher, weil in ihr der Hauptzweck der Schrift erreicht wird. Der Verf. hat dabei die Bedürfnisse, wie sie sich in Oesterreich zeigen, im Auge; allein der Gegenstand selbst ist an sich so allgemein, daß die gegebenen Mittheilungen auch für andere Länder ebenso brauchbar sind. Es wird von der Voraussetzung. ausgegangen, daß noch gar keine Materialien vorhanden, somit vorläufige Terrainrecognoseirungen mit Ausmittelung einzelner Höhen, wozu die Anwendung des Barometers empfohlen wird, nothwendig seien. Nachdem man auf diese Art eines oder mehrere zur Vergleichung näher zu untersuchende Tracés im Allgemeinen festgestellt, so wird die Lage der Linie mit Hülfe des Nivellirinstrumentes so gut als möglich ausgemittelt und mit Pflöcken auf dem Terrain bezeichnet. Dieses Vornivellement, verbunden mit der Aufnahme von Querprofilen, giebt in den meisten Fällen genügende Kenntniß von der Bodenoberfläche, insbesondere wenn man die ausgemittelten Daten benutzt, um, in einen aufzunehmenden Situationsplan, die Höhencurven einzuzeichnen. Unter Benutzung der so gewonnenen Materialien läßt sich das Terrain genau studiren, und das Bahntracé so auswählen, daß es allen Bedingungen möglichst zweckmäßig entspricht. Erst nach Anwendung dieser Hülfsmittel wird zur definitiven Aussteckung der Bahn geschritten und darauf gestützt, in bekannter Weise Längenprofil, Querprofile aufgenommen, die Anlage von Stationen, Kunstbauten 2c. näher bestimmt. Es liegt in der Natur der Sache, daß der Verfasser nicht Gelegenheit hatte, Neues vorzubringen, da es sich um Anwendung von Hülfsmitteln der praktischen Geometrie handelt, welche bekannt sind. Dagegen sind seine Mahnungen zur Anwendung dieser Hülfsmittel in zweckmäßiger Reihenfolge und seine diesfälligen Belehrungen entschiedenes Verdienst. Daß er die Anwendung vorhandener Kartenwerke weniger berücksichtigt, hat wohl seinen Grund darin, daß die österreichische Generalstabskarte zu derartigen Arbeiten nicht geeignet ist. Wo solche mit genauer Terrainzeichnung und zahlreichen Höhenangaben vorhanden sind, bilden sie, auch für technische Zwecke, werthvolle Hülfsmittel, indem sie ganz außerordentlich die Recognoscirungen für Straßen- und Eisenbahnanlagen erleichtern. In der Schweiz, wo die Terrainschwierigkeiten größer sind, als an vielen anderen Orten, ist man schon längst bemüht, die Mittel zur Ueberwindung derselben auszubilden, und namentlich mit Rücksicht hierauf hat man den größten Theil der Aufnahmen, welche der Generalstabskarte zu Grunde liegen, so ausgeführt, daß sie für das Traciren von Straßen und Eisen

- bahnen werthvoll sind.

In der
IV. Abtheilung

der Schrift findet sich die Zusammenstellung derjenigen Vorarbeiten, welche für die Kostenberechnung nothwendig sind, möglichst kurz und übersichtlich zusammengefaßt. Alle Details für Preisentwickelung und dergleichen finden sich im Anhange. Diese Anordnung ist sehr zweckmäßig und eignet sich vorzüglich zum praktischen Gebrauche. Denn man hat dasjenige, was unter allen Umständen angewendet wird, übersichtlich beisammen, getrennt von den Notizen, deren man nur ausnahmsweise bedarf, so daß auch diese an ihrem Orte leichter herausgefunden werden.

Der Anhang

enthält eine ganze Reihe von Daten, welche bei Ausführung der vorher beschriebenen Arbeiten von Nutzen sind; theilweise als Gedächtnißunterstützung, theilweise zur Vereinfachung der vorzunehmenden Operationen. So finden sich z. B. Angaben über Verification der Instrumente, Hülfstabellen für Berechnung der Projectquoten im Längenprofile und für Abstecken von Curven, Preisentwickelung für die verschiedenen vorkommenden Bauten, Tabellen für Erdvertheilung, endlich verschiedene Angaben über ausgeführte Eisenbahnen und über die Locomotiven. Im Allgemeinen ist zu bemerken, daß die vorliegende Schrift ihrem Zwecke sehr gut entspricht. Sie dient wirklich dem Anfänger zur Belehrung und gleichzeitig dem praktischen Ingenieur, beim Traciren von Eisenbahnen, als nützliches Hülfsbuch. Der Umstand, daß dieses Buch hauptsächlich für österreichische Verhältnisse berechnet ist, hindert seine Anwendung in anderen Ländern nicht. Der größte Theil der Notizen ist allgemein verwendbar, und wo das nicht der Fall ist, da lassen sich die nothwendigen Modificationen leicht treffen. K. P.

Telegraphenwesen.

Das atlantische Kabel, seine Fabrication, seine Legung und seine Sprechweise. Gemeinfaßlich dargestellt von Dr. H. Schellen. Mit 69 erläuternden Illustrationen. 8. Braunschweig, 1867. Druck und Verlag von Georg Westermann. – Obwohl eine Besprechung von Büchern, welche den Zweck einer Popularisirung technisch-wissenschaftlicher Fragen verfolgen, streng genommen nicht in diese Zeitschrift gehört, so erscheint es nichtsdestoweniger angemessen, hin und wieder eine Ausnahme zu machen, dann nämlich, wenn das bezügliche Werk ein gelungenes und verdienstvolles ist. Und dies darf in unserem Falle nicht bezweifelt werden. In nahen und fernen Kreisen ist der Name des Verfassers, als der eines tüchtigen Fachmannes für das Telegraphenwesen bekannt, und wenn, wie es hier vorkommt, ein Sachverständiger aus den besten Quellen schöpfte, den Gegenstand zu wiederholten Malen in einer Reihe von öffentlichen Vorträgen besprach, diese Vorträge dann in einer belletristisch-wissenschaftlichen Zeitschrift erscheinen ließ und zuletzt, aufs Neue überarbeitet, dem Publicum in besonderer Schrift übergiebt, so läßt sich auch wohl Vortreffliches erwarten. Als ein Solches heißen wir es willkommen und empfehlen es Allen, Fachleute nicht ausgenommen. Das endliche Gelingen des großen Unternehmens, Europa und Amerika durch ein Kabel zu verbinden, gegenüber den außerordentlichsten Schwierigkeiten, dem wiederholten Mißglücken, wodurch Millionen als absolut verloren geopfert werden mußten, wird für alle Zeiten eine der großartigsten Thaten des menschlichen Geschlechtes bezeichnen. Nun ruht, in schwer ergründlicher Tiefe, so Gott will wohlgeborgen, die todte, mit nichtleitender Materie unusponnene Metallmasse. In ihr aber regt sich das räthselhafte Walten des elektrischen Stromes, gedankenschnell die Botschaft durch Hunderte von Meilen von Continent zu Continent tragend, die Nothwendigkeit „Zeit“ für den Begriff „ Entfernung“ aufhebend. An der Hand des Verfassers folgen wir der Geschichte des Unternehmens von dem Momente an, da die Idee in dem Kopfe des unermüdlichen Amerikaners Cyrus W. Field auftauchte und der einstigen Ausführung entgegenreifte, bis zu dem lorreichen Augenblicke, wo der leitende Ingenieur der Gesellschaft, Ä, mit wohlverdienter Genugthuung und freudiger Erregung sein „well done“ aussprechen konnte. Und welche Begebenheiten liegen in der Frist vom December 1854 an, da Cyrus Field seine erste Reise nach Europa antrat, bis zum 4. August 1866, dem Tage der Eröffnung der transatlantischen Telegraphenlinie Die erste Legung des Kabels im Jahre 1857 und ihr Mißlingen. Die zweite Legung im Juni 1858, neues Mißlingen. Die dritte Legung in demselben Jahre, gekrönt durch Erfolg, aber leider nur auf kurze Zeit. Wenige Worte ließen sich als Lebenszeichen des Kabels von New-Foundland nach England telegraphiren; dann trat, am 28. October 1858, der Tod ein. Wohl waren Zeit und Geld verloren, nicht aber der Muth. Eine reiche Sammlung von Erfahrungen stand den Ingenieuren zur Seite. Nach einem Zeitraume von 7 Jahren, am 23. Juli 1865, dampft das Riesenschiff „ Great-Eastern“ in den Ocean hinaus, beladen mit dem neuen Kabel, an welchem sich Menschenwitz und Kunst in jeder Art versucht. Alles geht gut; Jedermann an Bord giebt sich den frohesten Hoffnungen hin – bis am 2. August das

Reißen erfolgt, und auch diese Erpedition scheitert. Am 15. Juni 1866 war wieder ein neues Kabel fertig, 2730 Seemeilen lang, pro Meile 31 Ctr. (pro Kilometer 17 Zollctr.) wiegend; am 7. Juli zog „Great-Eastern“ damit aufs Neue gen Westen, und jetzt erst belohnte ein Gelingen das Werk. Die erste Depesche trägt das Datum des 27. Juli; in ihr meldet der Director der „Telegraph Construction and Maintenance Company“, Daniel Gooch, in Gegenwart des Capitäns des „Great-Eastern“, Anderson, von Cyrus Field, Capitän Hamilton und des ersten Elektrikers der Gesellschaft, Willoughby Smith, dem Chef des Hauses Glaß & Elliot in East-Greenwich die glückliche Ankunft auf amerikanischer Erde. An demselben Tage noch beglückwünschte die Königin von England den Präsidenten der Union, und am 31. Juli beantwortete dieser das erhaltene, ihm von New-Foundland mittelst Dampfer zugekommene Telegramm. Nicht zufrieden mit dem erreichten Erfolge, stellte sich die Compagnie noch die schwierige Aufgabe, das im Jahre 1865 verlorene Kabel wieder aufzufinden und, wenn irgend möglich, für eine zweite Linie zu verwenden. Die Kabelflotte, „Great-Eastern“ voran, zog auf die Jagd und war abermals glücklich. Am 2. September Morgens 3 Uhr war, nach vielen vergeblichen Versuchen, das alte Kabel gefaßt, und sein Ende auf das Schiff gebracht; gut befunden, wurde es mit dem am Bord des „Great-Eastern“ befindlichen Ergänzungsstücke zusammengespließt, und schon um 7 Uhr 10 Minuten dampfte das Geschwader der nordamerikanischen Küste wieder zu. Am Abend des 8. September war die Legung des zweiten Kabels beendet, und Amerika mit Europa durch doppelte Bande zum Frieden vereinigt. Geldopfer waren reichlich geflossen; zuerst für die Expeditionen von 1857 und 1858 350,000 Ls., dann für die Kabel von 1865 und 1866 je 600,000 Ls., im Ganzen sonach 1,550,000 Es.. oder annähernd 10 Millionen Thaler. Wir entnehmen diesem Verlaufe auf's Neue die alte Er

fahrung, daß zähe Ausdauer zuletzt alle Hindernisse besiegt, daß

die Verbindung der Praxis mit der Wissenschaft immer die ersehnte Frucht bringt, daß sich zur Beantwortung einer richtig gestellten Frage zur rechten Zeit die geeigneten Männer finden; gleichzeitig aber auch eine andere, nicht minder beachtungswerthe Thatsache. Ein Unternehmen gewinnt Anhänger und tritt an die Ausführung, ohne daß ein klarer Ueberblick der Schwierigkeiten vorliegt. Das Gelingen scheint von vornherein unausbleiblich, der wahrscheinliche Gewinn außer Verhältniß zum Aufwande. Wie sich auch nach und nach unerwartete Hindernisse entgegenstellen, sie werden beseitigt; wie die Kosten den Voranschlag übersteigen, die Zubuße wird geleistet; wie sich die Lage der Sache schlimmer gestaltet, Alles wird besiegt, und ein Gelingen krönt endlich das hartnäckige Vorgehen. So bei allen großen Fragen der Technik, welche Epoche machen und mächtige Umgestaltungen bewirken. Der Leser des Buches, welches Veranlassung zu diesen Zeilen bot, wird die Wahrheit des Ausgesprochenen in jedem Capitel finden, und auch um deswillen möchte die Lectüre dem Techniker anzurathen sein. . B.

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Graphisches Nivelliren, oder Beschreibung und Anwendung eines neuen Perspectiv-Diopters zur graphischen Höhenmessung. Von Franz Müller, suppl. Professor am Königl. böhmischen Polytechnicum. Mit 2 Tafeln Steindruck. 32 S. 8. Prag, 1866. J. G. Calve. –

In dieser Schrift ist die Beschreibung eines Instrumentes enthalten, welches bei Benutzung des Meßtisches die Höhendifferenzen unmittelbar durch Zeichnung geben muß. Der Zweck wird durch Modification des Diopters erreicht, indem das Fernrohr, außer der gebräuchlichen horizontalen, noch eine verticale Drehare erhält. Beide können nach Belieben selbstständig bewegt, oder durch conische Frictionsrollen mit einander in Verbindung gebracht werden. Letztere haben genau gleichen Durchmesser, so daß, im Falle der Berührung, die Höhenwinkel sich auf die Horizontale übertragen, indem das Fernrohr, durch die Rollen getrieben, im gleichen Maße um die verticale Are gedreht wird. Hat man nun, in horizontaler Stellung, eine Bleistiftlinie längs der Linealkante gezogen, so ist leicht einzusehen, wie, nach der Drehung, die zweite Linie auf das Meßtischblatt zu bringen ist, welche mit der ersten den Höhenwinkel giebt.

Es muß anerkannt werden, daß der Verf. die Aufgabe, welche

er sich gestellt, mit vielem Geschick gelöst hat. Anzubringende Verbesserungen würden sich schwerlich auf das Constructionsprincip im Allgemeinen beziehen, sondern lediglich auf Aenderungen einzelner Details beruhen. So wäre es, trotz aller Vorsicht, fast unmöglich, das Gleiten der Frictionsrollen zu vermeiden. Allein man könnte dieselben ohne Schwierigkeit durch Zahnräder ersetzen, denen ein sicherer Gang, durch schiefe Stellung der Zähne, ähnlich wie es Professor Amsler mit so großem Erfolge bei seinem Momentenplanimeter gethan hat, gewährleistet werden könnte. Trennung und Verbindung der beiden Aren müßte hierbei ebenfalls eine Aenderung erleiden, weil es nicht zweckmäßig wäre, die gemeinsame Drehung durch Auseinanderschieben der beiden Zahnräder zu unterbrechen. Der gewünschte Zweck könnte ganz leicht durch eine passende Klemmvorrichtung erreicht werden. Die Anwendung einer Libelle, welche aus einer gegen die Mitte nach allen Seiten gleichmäßig erweiterten Röhre besteht, wie sie Hr. Müller für sein Instrument vorschlägt, ist auch bei gewöhnlichen Nivellirinstrumenten wiederholt in Anwendung gekommen und hat vollkommen befriedigt. Es finden sich in der Schrift genaue Angaben über Verification und Gebrauch des Instrumentes. Beides macht sich ganz einfach, so daß die Anwendbarkeit keinem Zweifel unterliegt, Eine andere Frage ist es: ob die Herstellung eines Instrumentes für graphisches Nivelliren wirklich Bedürfniß sei? Dieselbe ist entschieden zu verneinen. Nicht nur gegenüber directen Nivellements, wie sie durch Horizontalstellen des Fernrohres, bei geringen Höhendifferenzen, in Verbindung mit dem Meßtisch, möglich sind, auch dann, wenn bei größeren Erhebungen oder Vertiefungen der am Diopter befindliche Gradbogen zu Hülfe zu nehmen ist, muß die graphische Methode, sowohl mit Bezug auf rasche Ausführung der Operationen, als auch mit Bezug auf Genauigkeit weitaus zurückstehen. Insbesondere wenn die kleinen Rechnungen, welche damit verbunden sind, durch Anwendung von logarithmischen Stäben umgangen werden. P K. W.

Des Ingenieurs Taschenbuch. Herausgegeben von dem Vereine „Hütte“. Siebente umgearbeitete und vermehrte Auflage. Mit 349 in den Tert eingedruckten Holzschnitten. 880 S. in 8. Berlin, 1867. Verlag von Ernst & Korn. –

Dieses in seinen Erfolgen so ausgezeichnete Werkchen haben wir, seinen verschiedenen Auflagen folgend, wiederholt hier erwähnt*). Die vorliegende neue Auflage hat wiederum mannigfache Zusätze**) erfahren. Hoffentlich bringt uns eine bald zu erwartende achte Auflage auch die Einführung des Metermaßes, allerdings neben dem noch immer meist gebräuchlichen preußischen Fußmaße, wodurch der Absatzkreis des nützlichen Büchelchens sich

*) Bd. III, S. 60 und 346; Bd. VI, S. 245; Bd. VII, S. 501 und Bd. X, S. 95 d. Z. **) Unter diesen Zusätzen erwähnen wir hier nur die Tabelle über Kraftnietungen (Seite 331), welche, nach einer theoretischen Formel berechnet, nicht immer mögliche Werthe angiebt und deshalb für eine spätere Auflage wohl der Berichtigung bedarf. Beispielsweise wird in dieser Tabelle bei gleicher Niet- und Blechdicke der Abstand eines Nietmittels vom Blechrande der Fuge kleiner als die halbe Nieten dicke angegeben.

gewiß noch bedeutend erweitern dürfte, und auch der so allgemein erstrebten allmäligen Einführung des Metermaßes in Deutschland recht wirksam vorgearbeitet werden möchte.

L.

Ingenieurkalender für Maschinen- und Hüttentechniker. 1867. Eine gedrängte Sammlung der wichtigsten Tabellen, Formeln und Resultate aus dem Gebiete der gesammten Technik, nebst Notizbuch. Unter gefälliger Mitwirkung des westphälischen Bezirksvereines deutscher Ingenieure bearbeitet von P. Stühlen, Ingenieur in Essen. 94 S. in kl. 8. (Preis 25 Sgr.) Zweiter Jahrgang. Essen, Druck und Verlag von G. D. Bädecker. –

Den zweiten Jahrgang dieses für den praktischen Techniker höchst nützlichen Kalenders, dessen erstes Erscheinen wir im Interesse der Praxis mit Freude begrüßten*), wollen wir hier, wenn auch spät, doch nicht unerwähnt lassen, da er mannigfache Verbesserungen, Berücksichtigung des Metermaßes c. erfahren hat.

L.

Illustrirter deutscher Gewerbskalender für 1867. Herausgegeben von Max Wirth, unter Mitwirkung von Friedrich Knapp, Karl Karmarsch, Karl Müller, Heinr. Meidinger, P. Bolley, Val. Schwarzenbach, G. L. Kriegk, Heinr. Hirzel, H. Grothe, Pet. Barthel, Ad. Meusching, Rud. Gyßer, F. L. Schirlitz, Friedr. Gerstäcker, Rob. Weber, Aug. Feierabend, A. v. Wagner u. A. – 143 S. in 8. Mit Illustrationen von Ferdinand Unger, Adolph Neumann u. A. Holzschnitte von Klitzsch und Rochlitzer in Leipzig. Weimar bei Bernh. Friedr. Voigt. – .

Dieser bereits im zweiten Jahrgange erscheinende Kalender enthält als Gewerbskalender eine Reihe recht vorzüglicher und sachgemäßer für das technische Leben berechneter Aufsätze, darunter eine markige Erzählung von Gerstäcker, Biographieen hervorragender deutscher Industriellen, gewerblich-technische Abhandlungen, Maß- und Gewichtstabellen c., so daß der auch äußerlich sehr ansprechend ausgestattete Kalender gewiß sein Publicum in immer größerer Ausdehnung erwerben wird.

L.

Polytechnische Bibliothek. Verzeichniß der in Deutschland und dem Auslande neu erschienenen Werke aus den Fächern der Mathematik und Astronomie, der Physik und Chemie, der Mechanik und des Maschinenbaues, der Baukunst und Ingenieurwissenschaft, des Berg- und Hüttenwesens. Mit Inhaltsangabe der wichtigsten Fachzeitschriften. 202 S. in 8. (Preis halbjährlich 10 Sgr.) Äosos 1866. Leipzig, 1866. Verlag von Quandt &

ändel. –

Dieses bereits Bd. X, S. 160 angekündigte, in monatlichen Lieferungen erscheinende Werkchen entspricht im Allgemeinen den dort ausgesprochenen Erwartungen und bietet eine willkommene Uebersicht der betreffenden Literatur. Den bereits früher ausgesprochenen Wunsch, das Inhaltsverzeichniß der Fachzeitschriften künftighin vermehrt zu sehen, wiederholen wir auch hier wieder.

Berichtigungen zu Heft 11 bis 13.

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Zu Seite 706 unten bei der Anmerkung nach den Worten „fortgeschraubt werden“ ist hinzuzufügen: Die rasche Abnutzung der zweitheiligen Mutterhülse hat indessen in letzter Zeit wiederum auf eine, der soeben erwähnten ähnliche, Vorrichtung zurückgeführt, bei welcher jedoch die Mutterhülse den ganzen Raum zwischen den durchlochten Ansätzen des Cylinders einnimmt.

Seite 768, Zeile 14 von unten lies:

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*) Bd. X, S. 159 d. Z.

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- 887, 11 - - lies:

P, – P2

2 6, 12

statt: "Fr. H D . statt: 612.

A. W. Schade 's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin, Stallschreiberstr. 47.

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