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$ verdient bemerkt zu werden, daß bei der sehr aus: gedehnten Versuchsreihe mit preußischen Steinkohlen, welche Brig angestellt hat, die Kohlen von Eschweiler den höchsten Þeigeffect geliefert haben, und daß selbst nach englischen Vers suchen von den englischen Steinfohlen nur diejenigen aus dem Beden von Süd-Wales fid, dem Effecte der Eschweiler Kohlen nähern, ohne denselben zu erreichen, noch weniger zu übertreffen.)

Von den Steinkohlen der Gruben Maria und Anna sind noch feine chemischen Analysen vorhanden); indessen genügen die Angaben der specifischen Gewichte und des in Cofe darstellbaren Koblengehaltes, um fte mit den Eschweiler und Wormkohlen im Allgemeinen zu vergleichen.

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Das specifische Gewicht der Kohlen von beiden Gruben fällt zwischen die beiden Mittelangaben der Eschweiler Koble 1,305 und 1,321. Der darstellbare Cofsgehalt bleibt gegen den der Ejdyweiler Kohlen um einige Procente zurück und läßt bei der übrigens badenden Eigenschaft auf einen etwas geringeren Gehalt an Kohlenstoff schließen, wodurch diese Rohlen von denen der unteren Flöße des eigentlichen Wormrevieres sich noch mehr unterscheiden würden, als die Kohlen aus der benachbarten Edweiler Mulde.

Es ist bekannt, daß die Steinfohlenformation in der Ges gend von Aachen im Allgemeinen denselben Charakter trägt, wie diejenige auf der rechten Seite des Rheines, welche sich von Duisburg und Ruhrort aus weit gegen Ost bis Unna erstredt und an der Nordrande von der Kreideformation übers lagert wird. Bei Ratingen, bei Lintorf und Großenbaum tritt unter dieser rechts-rheinischen Steinkohlenablagerung der Kohlenfall hervor, ebenso wie derselbe das Liegende der Kohlenmulde von Eschweiler und derjenigen an der Worm bildet. Südlich von Ratingen bilden die verschiedenen Abtheilungen des Des von den rechten Saum des Rheinthales, aber freilich in einer fehr verschiedenen Ausbildung im Vergleiche zu dem Verhalten, welches dieselben Formationen auf der linken Seite des Rheines wahrnehmen lassen. In der Nähe von Ruhrort erstreckt sich die Kohlenformation zusammenhängend auf die linke Rheinseite, wo sie unter einer mächtigen Bededung von Tertiärschichten mit tiefen Bohrlöchern bei Rheinhausen, Werthhausen, Afterlagen, Homberg, Moers und Vluyn erreicht worden ist.

Nach diesen Aufschlüssen ist wohl die Frage aufgeworfen worden, ob bei der Identität der Kohlenformation auf beiden Seiten des Rheines ein unmittelbarer räumlicher Zusammenhang, eine Verbindung der beiderseitigen Ablagerungen von Moers und Vluyn aus, als den westlichsten Punkten des öftlichen Bedens, mit der Eschweiler und Wormmulde stattfinde. Diese Frage hängt mit der Betrachtung des weiteren nordösts lichen Verlaufes der beiden zulegt genannten Mulden zufams men, ebenso aber auch mit dem Verhalten der Ablagerung an der Ruhr. Diese ist durch viele kleinere und größere Sättel in Mulden getheilt, welche fich von dem Südrande an sämmtlich gegen West hin ausleben und hier eben nach Ost hin die älteren Schichten des Kohlenfalfes und des Devon her: vortreten lassen, so weit diese Verhältnisse wegen der Bededung

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7) Niac ben Versuchen von de la Bedhe & Playfair (vergl. Bb. III, S. 65 und 123 d. 3.), übereinstimmend mit der Berechnung aus der organischen Analyse (a. a. O., BD. III, S. 130), werden doch die Eschweiler Kohlen von einigen Sorten von Süd-Wales (Merthyr-coals von Ebbw Vale 26., Efkohlen e nach westphälischer Bezeichnung) im Seizeffect übertroffen, weil dieselben neben einem hohen Rohlenstoffgehalt einen sehr bes trächtlichen, über 5 pet. hinausgehenden Gehalt an Wasserstoff haben, während die Indekohlen nur 4. bis 4į pct. von legterem, in hohem Grabe für den Seizeffect günstigen Bestandtheil enthalten.

8) Derartige Analysen würden sehr wünschenswerth fein, um die Qualität, die geognoftische Lagerung ac. ber Roblen dieser sehr interessanten Gruben noch mehr aufzuflären. Nach der Höhe des Eofsausbringend zu schließen, gehören die Kohlen von den Gruben Anna und Maria zu den Fettfohlen (Typus d), etwas mehr zu c neigend, als die der Eidsweiler Sruben, wonach im liegenden derselben nod tohlenstoffreichere badende Sorten, denen des Inderevieres entsprechend, bann Efkohlen (e) und foließlich als unterstes Glied Anthracittohlen (f), wie die Des Wormrepieres, zu erwarten wären, andererseits im þangenden flammreichere Sorten c und vielleicht b, wenn dort die betreffenden Flöße ausgebildet find, und wenn sich, wie sonst überal, auch hier das Geseg in Betreff des Zusammenhanges der geognostischen Lagerung mit der Typenreihe der Koblen bestätigt. Dagegen ist es auf Grund jenes Geleges höcft uns wahrscheinlich, daß im Liegenden der Anthracitfohlen des Wormrevieres noch irgend welche andere Kohlensorten angetroffen werden können. Mit dem Typus f schließt die Kohlenreihe nach unten volftändig ab, und folgt dann im Liegenden ber floßleere Sandstein, der „fare - well rock“ der englischen Bergreute.

R. P.

R. P.

durch Kreide oder Tertiärschichten bekannt sind. Hiernach fann nur für wahrscheinlich gehalten werden, daß auch die Mulden, in denen die Flöße von Asterlagen, Fomberg, Moers und Vluyn abgelagert, ich gegen West oder genauer gegen Südwest ausheben. In welcher Entfernung von diesen Orten dieser Rand der Kohlenablagerung eintritt, das ist allerdings gänzlich unbekannt und wird auch bei der großen Tiefe, in welcher die Oberfläche des Steinfohlengebirges bedeckt von Tertiärschichten liegt, nicht leicht untersucht werden. Immerhin wird aber nad dem Verhalten dieser Ablagerung an den bekannten Punften angenommen werden müssen, daß eine von Asterlagen aus in dem Hauptstreichen gezogene Linie die südöftliche Grenze der Fortseßung dieser Koblenablagerung nach Süd-West bildet. Diese Linie geht nordwärts von Crefeld zwischen Süchteln und Dülfen hindurch. Südlich von dieser Linie treten also mit großer Wahrscheinlichkeit der Kohlenfalk und das Devon unter der Bedeđung der Tertiärschichten auf, und zwar zunächst als Fortseßung derjenigen Schichten, welche den Rand des Rheinthales auf der rechten Seite aufwärts von Duisburg über Ratingen, Erkrath und Leichlingen bilden.

Die norftöstliche Fortseßung der Kohlenmuiden an der Worm, welche bis Alsdorf und Höngen befannt ist, entbehrt einer bestimmten Begrenzung an ihrem nordwestlichen Rande. Darüber, daß diese Mulde, ebenso auch die Eschweiler, gegen Nordost noch weiter fortseße, nur unter einer mächtigen Dede von Tertiärschichten, als sie bisher bekannt ist, darüber fann wohl faum ein Zweifel bestehen. Es müßten mindestens sehr unwahrscheinliche Annahmen gemacht werden, um das plößliche Aufhören dieser Mulde in der Richtung ihrer þauptstreichungslinie gegen Nordojt in der Nähe von Böngen zu erflären. Aber es fommt hier darauf an, den muthmaßlichen nordwestlichen Rand dieser Ablagerung unter der Auflagerung der Tertiärschichten zu bestimmen. Es bleibt hierzu nur übrig, die Verhältnisse zu berüdsichtigen, welche an dem nordwestlichen Rande der Kohlenmulde von Lüttidy, an der Maas bei Visé sich darstellen, denn hier zuerst tritt das Liegende des Kohlengebirges, der Kohlenfalfstein, hervor. Allerdings liegt Visé vier Meilen von Herzogenrath entfernt, und die Schlüsse, welche sich daher hieraus ziehen lassen, werden immer eine gewisse Unsicherheit besigen. Die Uebereinstimmung der Streidungslinien in diesem Kohlengebirge und in dem darunter liegenden Devon ist dody aber, ungeachtet aller localen Abs weichungen, so groß, daß ein Anhalten hieraus gewonnen werden fann, in diesem Falle aber um so mehr, als von Bisé aus gegen West der Rohlenfalt als nördlicher Rand der Kohlengebirgsmulde nicht allein durch ganz Belgien hindurch, fondern selbst noch weit in Nord-Franfreid) hinein verfolgt wer den fann. Die Wahrscheinlichkeit, daß derselbe von Visé aus auch in östlicher Richtung fortseße, wird dadurch verstärft. Die Fortseßung dieser Linie geht aber in der Richtung des

Hauptstreichens über Geilenkirchen, Erfelenz, Rheydt nach Kaiserswerth am Rhein. Auf der Nordwestseite dieser Linie ist es also wahrscheinlich, unter der Bedeckung der Tertiärschichten das Liegende des Kohlengebirges, Kohlenfalt und deponische Schichten zu finden, während auf ihrer Südostseite die Fortsegung des Kohlengebirges an der Worm, wenigstens auf einer gewissen Erstreckung von Alsdorf und föngen aus, wenn auch in großer Tiefe, auftritt.

Hieraus folgt mithin, daß in dem von Tertiärschichten bedeckten Raume zwischen Geilenkirchen und Trefeld das Lies gende des Kohlengebirges, hauptsächlich devonische Schichten, als Trennung der westlichen und östlichen Steinfohlenablagerungen wahrscheinlich vorhanden sind, und daß mithin die Ablagerung der Ruhr (von Duisburg, Ruhrort, Moers und Vluyn) mit derjenigen der Worm in feiner unmittelbaren Ber: bindung steht.

Die tiefste Specialmutde in der Kohlenablagerung an der Worm liegt dem Südrande derselben viel näher, als dem nördlichen. Die Fortsegung ihrer Muldenlinie gegen Nordost geht zwischen Jülich und Linnich über Grevenbroich und erreicht den Rhein bei Grimlinghausen. Es ist ganz gewiß, daß diese tiefste Specialmulde, sowie überhaupt die Kohlen: ablagerung der Worm in dieser nordöstlichen Richtung, und wahrscheinlich lange bevor fte den Rhein erreicht, ihr Ende finden muß, da in ihrer Verlängerung auf der rechten Seite des Nheines zwischen Ratingen und Erkrath Devonschichten in weiter Verbreitung auftreten. Wo aber dieses Ende statts findet, darüber fehlt es an jedem Anhalten; nur nimmt die Wahrscheinlichkeit, diese Ablagerung noch zu finden, in dem Maße ab, als die Entfernung von den legten westlichen Punkten, wo sie befannt ist, größer wird. Die Linie der tiefsten Mulde ist indessen wahrscheinlich diejenige, in welcher sich die Ablagerung am weitesten gegen Nordost erhält.

Die Muldenlinie von Eidyweiler geht von Weißweiler, wo sie am weitesten gegen Ost befannt ist, in ihrer weiteren Verlängerung in dieser Richtung über Selgersdorf, Bedburg und erreicht den Rhein bei Benrath. In dieser Linie wird die Fortseßung der Eschweiler Mulde wahrscheinlich am weitesten gegen Nordost unter der Bedeckung der Tertiärschichten anzutreffen sein. Da dieselbe aber eine geringere Breite und Tiefe besikt, als die Kohlenablagerung an der Worm, so ist wahrscheinlich, daß sie nicht so weit gegen Nordost aushält, als diese legtere, und sich schon früher von Stohlenfalf und devonischen Schichten umgeben aushebt. Die Oberfläche des Kohlengebirges finft, wie auch die Erfolge der Bohrversuche zeigen, von Ost und von West her gegen die Mitte des mit Tertiärschichten erfüllten Bedens ein, und die Aufsuchung der darunter verborgenen Kohlenflöße wird daber wohl einer sehr späten Folgezeit überlassen bleiben, während sich gegenwärtig faum ein praktisches Interesse daran knüpft.

Dampfkesselerplosionen und deren Gegenmittel.

(Fortfegung und Schluß von Seite 635.)

Die meisten Dampfkesselexplosionen ereignen sich entweder nach einer Arbeitsrube, also nach verfochtem Wasser und nach

Wiederbeginn der Arbeit resp. Einpumpen frischen Wassers und damit gebundener Luft, oder nach der Nachtruhe bei Verlust des Wassers durch Sesselfehler und Beginn der Arbeit. Hierdurch wird die Behauptung, daß die Kesselerplosionen in der Entzündung des gebildeten Wasserstoffes allein begründet sind, ganz bedeutend unterstüßt.

Diese Behauptung ist nicht neu, wird aber nicht von allen Ingenieuren als die einzige Ursache der Kesselerplosionen anerkannt. Die angeführte Ursache der Explosionen schließt fich jedoch so ungezwungen und natürlich den befannten chemischen und physikalischen Eigenschaften des Wassers und Dampfes an, daß es auffallend ist, wenn hierneben ganz unbekannte und unnatürliche Eigenschaften der Körper als Ursache dieser Explosionen aufgestellt und zu begründen gesucht werden.

Von den aufgestellten Hypothesen über andere Ursachen der Explosionen find es hauptsächlich zwei Anschanungen, welche Vertreter und Anhänger gefunden haben.

Die eine Ursache foll darin bestehen, daß die Dampfentwidelung in einem gespannten Kefsel bis zu noch unbekannter Größe vor fich gehen fann und wahrgenommen sein soll, wenn duro Deffnen der Ventile oder in anderer Weise die Spannung des Dampfes in einem Momente start verringert wird.

Die andere Ursache foll sein, daß das Wasser im Dampffessel unter gewissen Bedingungen seine allgemein bekannte Eigenschaft, durch Wärme fich zu verflüchtigen und in Dampf zu verwandeln, dessen Spannung dem Wärmegrade entspricht, verliert, oder daß das im Ressel erhißte und gespannte Wasser weiter erhißt werden kann, ohne neuen Dampf zu geben, welche neue Eigenschaft der Siedeverzug genannt wird.

Bei der ersten Wahrnehmung hat man sich durch nicht weiter untersuchte, aber ganz natürliche Eigenschaften täuschen laffen und denselben Wirkungen zugeschrieben, die nicht vors banden sind.

Es muß bier, wie sich wohl von selbst versteht, vorausgelegt werden, daß der Dampf im Kessel noch mit Waffer in Berührung steht, also gesättigt ist, wie es in der Wirklichkeit ja immer beim Dampffefsel der Fall ist. Diese Vorausseßung ist nothwendig, weil vom Wasser abgeschlossener Dampf andere Eigenschaften hat und andere Erscheinungen giebt, wie mit Wasser in Verbindung stehender Dampf.

Könnte man den Hißegrad eines Kessels auf irgend eine Weise beliebig firiren, so würde die weitere Dampfentwidelung in dem Momente aufhören, wo die Spannung des schon entwidelten Dampfes dem figirten şißegrade entsprechend wäre. Diese Spannung ist für jeden şißegrad constant, und werden Wasser und Dampf fich in dem Falle im Gleichgewichte und in vollständiger Ruhe befinden. Bei demselben Fişegrade ift eine künstliche Vermehrung der Spannung durd, Drud oder Volumenveränderung nicht möglich, indem der Dampf dabei so lange condenstrt wird, bis die dem Hißegrade entsprechende Spannung wieder erreicht ist. Die einzig dabei vorkommende Aenderung entsteht dadurch), daß durch das Zusammendrüden und Condensiren des Dampfes ein Theil Wärme frei wird, durch welche der figirte şißegrad, also auch die Spannung um einen Theil erhöht wird.

In gleicher Weise bat auch bei einem figirt bleibenden Hißegrade eines Ressels die Volumenvermehrung des Dampfs raumes die Wirkung, daß sich sofort und so lange neuer Dampf bildet, bis die dem Hisegrade entsprechende Spannung vorhanden ist. Es hängt die Dampfbildung resp. der Siedes

punkt einzig und allein von dem auf dem Wasser lastenden Drude resp. Dampfspannung im Keffel ab (Harder, Moles culargefeß, S. 69). Die Vermehrung der Spannung kann nur durch die Vermehrung des Hißegrades geschehen; aber es fönnen nicht zwei verschiedene Spannungen bei demselben Hißegrade bestehen.

Ohne Kraft giebt es feine Wirkung, und wo eine Wirkung ist, muß auch eine Kraft sein. Die Art und Weise des Cons denstrens durch Volumenverminderung und der Dampfbildung durch Volumenvermehrung bei dem figirten Şißegrade ift je nach der Beschaffenheit des dazu verwendeten Wassers und des dasselbe enthaltenden Gefäßes, sowie der Art und Weise der Erbigung verschieden, und ist es aber dieser Verschiedenheit allein zuzuschreiben, daß die verschiedenen Erscheinungen bei dem Reffelproceffe als von der Natur des Wassers abweichende Eigenschaften beurtheilt worden sind. Die bekannten Naturgeseße des Wassers und Dampfes gelten nur für chemisch reines und Inftleeres Wasser. Da aber chemisch reines und luftleeres Wasser nicht zur Anwendung kommt, auch bei unserer Kesselheizung das Wasser nicht gleichmäßig erwärmt, dabei der Resfel und Dampfraum nicht in gleicher Wärme erhalten werden, so treten auch die Naturgeseke hier nicht rein auf, und sind die Erscheinungen davon abweichend.

Das in der Praxis vorkommende Wasser ist nicht nur starf mit Luftarten geschwängert, sondern enthält auch eine Menge Stoffe chemisch gebunden oder mechanisch aufgelöst, welche alle einen großen Einfluß auf die Wärmeleitungsfähigfeit und auf den Siedepunft des Wassers haben. Seewasser focht erst bei 104° C.; andere in der Natur vorkommende Auflösungen verzögern das Sieden noch weit mehr, und kommt es vor, daß daffelbe erst bei 110 und mehr Graden eintritt.

Die Erwärmung des Wassers in einem Refsel geht in der Weise vor fich, daß das auf dem Feuerberührten Theile des Kessels aufliegende Wasser sich zuerst erwärmt und diese Wärme vermöge der Wärmeleitungsfähigkeit oder dadurch dem darüber stehenden Wasser mittheilt, daß das speciftich leichtere warme Waffer aufsteigt und durch Vermisdung erwärmt, oder, und in der Hauptsache dadurdy, daß das auf der feuerberührten Fläche aufliegende Wasser sich in Dampf von der im Kessel vorhandenen Spannung init dem dieser entsprechenden Hipegrade verwandelt, welcher Dampf wegen seines geringeren specifischen Gewichytes rasch aufsteigt und dabei das übrige Wasser durch streicht und dasselbe erwärmt, wobei dieser Dampf natürlich sich abfühlt und nur durch Volumenverminderung seine Spannfraft behalten kann. In ähnlicher Weise begünstigt die im Wasser enthaltene Luft die gleichmäßige Erwärmung

des Wassers, indem sie, in gleicher Weise durch die Wärme auss geschieden, das übrige Wasser durchströmt und erwärmt, dabei aber selbst erfaltet und ebenfalls die Spannfraft nur durch Raumverminderung erhalten fann.

Durch die Dampfkesselfeuerungsanlagen und durch die Form und Construction der Kessel ist nur ein geringer Theil der Waffermaffe in unmittelbarer Berührung mit der feuerberührten Fläche. Da an dieser allein aber der Siedeproces vor fidy geht, und das übrige Wasser nur durch die angeführte Leitung und Vermisdung erwärmt wird, so fann und wird in der Wassermasse eines Reffels ein Temperaturunterschied an den verschiedenen Stellen stattfinden, trofdem die Spannung im Ressel, nach dem Flüssigkeitsgeseke von dem allseitig gleichen Drude, an allen Punkten des Kessels gleich groß ist und sich immer ausgleicht. Bei den Dampfkesseln, wo der Ersaß des verdampften Wassers durch die Pumpen zugeführt wird, wird dieser Temperaturunterschied um so größer sein, je lebhafter der Verbrauch des Wassers ist.

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Dahingegen wird das Wasser bei längerem Stande des Kessels in einem gleichmäßigen Feuer ohne Dampfabzug, also beim Stillstande der Maschine, fehr bald in allen Theilen einen gleichmäßigen Hißegrad annehmen, und wenn man das Feuer immer gleich intensiv halten könnte, würde zwischen der Feuerwirkung und Flächenabkühlung ein vollständiges Gleichgewicht im Reifel entstehen können; fobald aber durch Volumenvermehrung oder sonstigen Abfluß des Dampfes eine Verringerung der Spannung entsteht, wird auch die Dampfentwidelung vor fich geben, bis die Spannung dem figegrade wieder entsprechend ist. Diese Dampfentwickelung wird dann, weil die Entlastung der Spannung sich der ganzen Maffe im Kessel sofort mittheilt und wegen des gleichen Hißegrades der ganzen Wassermasse auch in der ganzen Masse gleichmäßig und gleichzeitig vor fich geben. Diese gleichzeitige und gleichmäßige Dampfbildung in der ganzen Wassermasse des Kessels zeichnet fich durch eine besondere Unruhe und vermehrtes Geräusch aus. In der Praxis, wo die gleiche Intensität des Feuers nicht wohl vorkommt, wird aud) ein folches Gleichgewicht der Wärme sich nicht genau darstellen, und werden die angeführten Verhältnisse nur annähernd eintreten.

Die bei Störung eines folchen Gleichgewichtes in der ganzen Wassermasse gleichzeitig vorgehende Dampfentwickelung und das damit verbundene größere Geräusch haben die Beob achter getäuscht und zu falschen Annahmen veranlaßt, wozu auch die gehört, daß fich, in dem Momente der gleichzeitigen Dampfbildung in der ganzen Masse, eine Dampfmasse von einer viel größeren Spannung bilden fönnte, als vor der Entlastung Spånnung vorhanden war, und haben hierin eine Erplostonsursache gesucht. Bedenft man jedoch, daß das frühere Gleichgewicht nur allein durch die Dampfentlastung aufgehoben, aber auch sofort wieder hergestellt wurde, sobald durch Neuentwickelung von Dampf die frühere Spannung wieder erreicht wurde, und daß die Dampfentwickelungskraft nur allein das Feuer ist, welche Kraft vor der Entlastung ebenso vorhanden war und zur Wirkung hätte kommen müssen, wenn sie größer gewesen wäre, wie die Entlastung betragen hat, so ist es ganz unmöglich anzunehmen, daß über das Gleichgewicht hinaus nod; eine Dampfentwicelung stattfinden, also eine größere Zunahme der Spannung eintreten könne. Hierzu fehlt jede Kraft, und wo feine Kraft ist, kann nud) feine Wirkung fein. Möglich aber ist es, daß bei dieser raschen Dampfentwickelung einzelne Wassertropfen rasch mit hinaufgeschleudert werden, indem das Arbeitsmoment fich bei Verringerung der Masse durch Vergrößerung der Geschwindigfeit äußert, wie dieses in anderen Fällen auch vorfommt und beim Deffnen eines gespannten Wasserhahnes immer wahrs genommeu wird; aber es fann hierdurch im Reffel gar nichts weiter vorgeben, da die Summe der Momente zwischen engen und für das Reffelblech unschädlichen Grenzen liegt.

Daß bei einem solchen Versuche der dazu verwendete Glaskesfel gesprungen ist, hat seinen Grund in ganz natür:

lichen Eigenschaften des Glases, aber nicht in einer unnatürlichen Eigenschaft des Wassers oder des Dampfes. Das hoch erhigte Innere des Glasfefsels war schon in einer starten Spannung mit der der Abkühlung ausgeseßten Außenfläche; dazu fam noch der Druck des Glases durch den Dampfdruc von Innen nach Außen, welcher die Spannung der Glasmaffe positiv verstärkte, welche Spannungen jedoch nach und nach, also mit entsprechender langsamer Verschiebung der Molecüle, ohne Zerstörung eingetreten war. Durch das Deffnen des Ventiles wurde aber nicht nur der Druck des Dampfes auf die Innenseite plößlich verringert, sondern es wurde auch die Innenseite durch die Abnahme der Dampfspannung abgefühlt. Beiden Einwirkungen, welche gleichzeitig und inomentan geschaben, konnte das Glas, als sehr spröde Masse, nicht widerstehen, und mußte dasselbe, wie die bekannten bolländisden Glastropfen, zerspringen. Daß dieser Vorgang mit einer Erplosion Aehnlichkeit hatte, hat seinen Grund in der Sprödiga feit des Glases, aber nicht in der Entwicelung des Dampfes. Das Resultat dieses Versuches ist feinesweges dazu angethan, die befannten Naturgeseße des Wassers und des Dampfes anzuzweifeln.

Was den Dufour'schen Siedeverzug *) betrifft, so find die bisherigen Experimente nicht geeignet, diese Eigenschaft als vorhanden anzunehmen. Der Siedepunkt des Wassers ist, wie schon angeführt, je nach der Beschaffenheit des Wassers, ob mehr oder weniger fremde Körper darin aufgelöst sind oder Luft darin enthalten ist, verschieden. Unter Siedepunkt wird hier der verschiedene Temperaturgrad verstanden, bei welchem das Wasser bei den verschiedenen Spannungen im Kessel auf's Neue zur Dampfentwickelung übergeht. Der Siedepunft ist bei demisch reinem und luftleerem Wasser nur allein von der Spannung desselben abhängig. Aber es fann auch bei reinem und bei unreinem Wasser je nach der Form des Gefäßes und der Feuerberührten Fläche, sowie der Construction der Feuerungsanlage eine Temperaturdifferenz in der Wassermasse bestehen, welche, wie früher schon angegeben, daher rührt, daß dabei nur die mit der feuerberührten Fläche in Verbindung stehenden Wassertheile bis zum Siedepunkte erhißt find, dagegen die übrigen Theile, welde erst durch Mittheilung diese Sige er: halten, noch im Rüdstande find und unter Umständen eine wesentlich geringere Temperatur haben fönnen, so daß sie, weil sie unter demselben Drude stehen, wie die in der Siedbiße befindlichen Theile, gar nicht fieden können. Diese Temperaturdifferenz fann um so größer sein, je mehr die Intensität des Feuers dem ftatthabenden Siedepunfte entspricht, also ein Gleichgewicht zwischen Feuerung und Abkühlung besteht, und die ganze Maffe fich in der Ruhe oder im Gleichgewichte befindet.

Die: Temperaturdifferenz wird bei unreinem und Luft enthaltendem Wasser, wegen der Erwärmung durch die aufsteigende Luft, nicht so leicht eintreten und wird nie die Größe haben, wie bei reinem und luftfreiem Wasser, wie dieses durch die Experimente der Anhänger des Siedeverzuges sich auch ergeben hat, indem der Siedeverzug bei ausgekochtem, idon öfters zum Zwecke gebrauchtem, also wahrscheinlich schon sehr luftleeren Wasser bemerkbarer auftritt, wie bei frischem Wasser.

Der Siedeverzug ist also nicht eine unbekannte

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*) Siebe Bd. X, S. 340 0.3.

D. Reb. (18.)

Eigenschaft des Wassers, sondern stimmt mit der Natur des Wassers ganz überein; er beruht auf richtiger Wahrnehmung, aber auf unrichtiger Auslegung. Ueberhaupt aber sind die Resultate der Experimente mit Vorsicht aufzunehmen, indem dies selben von der Individualität des Experimentators, von der Bes schaffenheit der verwendeten Instrumente und von der Art und Weise ihrer Anwendung zu viel abhängen. Es ist eine eigene Wahrnehmung, daß man beim Experimentiren das findet, was man finden will. Bei Resultaten, welche mit den Naturfräften nicht übereinstimmen, darf man vorausseßen, daß dieselben auf Täuschung beruhen oder Ergebnisse ungenauer Beobachtungen sind.

Ein und dasselbe Wasser hat für jede Spannung nur einen Siedepunft, und wenn die Temperatur desselben erreicht oder über dritten wird, so siedet es ohne Verzug.

Der hier nachgewiesene mögliche Siedeverzug, welcher die Größe des von den Anhängern des principiellen Siedeverzuges angegebenen Maßes hat, fann ebenso wenig, wie der nach Deffnung der Ventile momentan entwickelte Dainpf, einen Nachtheil für den Kessel haben und fann gar feine Ursache einer Explofion sein.

Aus den ganzen Erscheinungen bei Dampfkesselerplosionen ist man zu dem Schlusse gezwungen, daß solche Wirkungen, wie sie bei Explosionen gewahrt werden, nicht aus der Ueberspannung der Dämpfe entstehen können.

Eine bloße Ueberspannung der Dämpfe, wie sie durch das Kesselfeuer bei gänzlicher Bededung der Feuerberührten Flächen mit Wasser erzeugt wird, fann im ungünstigsten Falle feine andere Wirkung haben, als den Kessel an der schwächsten Stelle zu zerreißen, womit dann der ganze Proceß beendet ift. Die langsam zunehinende Spannung des Dampfes wird das elastische Resselbled, immer mehr ausdehnen, bis es endlich an der schwächsten Stelle zerreißt. Je elastischer das Materiat ist, je geringer ist damit Gefahr verbunden; je spröder das

Material ist, je mehr wird der Vorgang einer Explosion ähn·lich sehen, aber fann nie eine Explosion sein. Es ist daher

eine große Gefahr beim Zerreißen eines Eisenblechfeffels durch Dampfüberspannung nicht zu befürchten.

Nach den früheren in Preußen geltenden Bestimmungen für die Stärfen des Kesselblechyes hatte dasselbe ungefähr die zehnfache Stärfe, also den zehnfachen Widerstand, wie die conceffionirte Dampfspannung, welche Stärke bei den Revis sionen schon öfters bis auf die Hälfte verzehrt gefunden worden ist. Bei den Revisionen in England find Keffelbleche von Zoll (16) auf 1 Zoll (3mm) verzehrt gefunden worden. Wenn die Dampfspannung durch Siedeverzug und Entwickelung beim Deffnen der Ventile so groß wäre, fo hätten die Refsel längst plagen müssen, ele die Bleche bis dahin abgefressen waren, da diese Ueberspannungen der erklärten Natur nach sehr oft eintreten müssen.

Die gleic große Zerstörung bei allen Kesselerplostonen ist sehr wichtig und spricht dafür, daß entweder nur eine Urfache oder verschiedene Ursachen von gleicher Wirfung vorhanden sind. Die Knallgasexplosion fann bei den Kesselexplofionen gar nicht ausgeschlossen werden, und da die Wirkung einer Erplosion durch Dampfüberspannung gar nicht mit der einer Knallgaserplofion verglidhen werden fann, die Wirkungen bei allen Kesselerplosionen aber gleich groß sind, so muß die

Dampfüberspannung dabei ausgeschlossen werden, und fann es feine andere Ursache sein, wie Anallgas.

Ein anderer Unterschied in den Erscheimingen bei Kesselexplosionen würde, wenn es verschiedene Ursachen dazu gäbe, der sein, daß nach der obigen Herleitung die Ventile bei den Knallgasexplosionen längere Zeit vor der Explosion start abblasen müssen, bei den Siedeverzugexplosionen aber vorher gar nicht abblasen, und bei der momentanen Dampfbildung die Syplosion nach Deffnen der Ventile sofort erfolgen müßte. Dieser Unterschied in dem Abblasen der Ventile ist ganz ges eignet, die Ursache einer Explosion jedesmal mit Sicherheit zu bestimmen, wenn es nur gelingt, über das Verhalten der Ventile vor der Explosion bestimmte Nachricht zu erhalten, und möchte hierauf bei den Untersuchungen vorgekommener Erplosionen ein besonderer Werth zu legen sein, zumal das Spiel der Ventile weithin gehört und von entfernt stebenden Personen bezeugt werden kann.

Es ist bei allen mir bekannt gewordenen Explosionen ein vorhergegangenes längeres und stärkeres Abblafen der Ventile nachgewiesen worden, und sind dieselben alle nady einer Arbeitsruhe beim Zupumpen frischen Wassers vorges kommen, so daß diese nichts anderes sein konnten, als Knallgasexplosionen.

So lange die Ingenieure über die Ursache der Resselerplustonen nicht einig sind, so lange können auch die wirkenden Sicherheitsmaßregeln nicht getroffen, und die diese bezwedenden Schußmaßregeln und Polizeiverordnungen nicht beantragt und erlassen werden. Sobald aber die Knallgass bildung als einzige Ursache der Erplosionen anerfannt wird, fo werden sich auch die Mittel angeben lassen, diese Bildung zu verhindern, und werden die Kesselwärter die darnach zu gebenden Vorschriften un so ängstlicher beobachten, als durch eine Explosion ihre Strafbarkeit ohne Weiteres ausges sprodhen ist.

Wo fein glühendes Eisen ist, kann auch keine Zersebung des Dampfes im Kessel vorkommen, und fann demnach auch fein Sinallgas und keine Explosion entstehen. Zur Vermeidung des Eisenglühens im Kessel giebt es nur das eine aber sichere Mittel und das ist das Bedecken des feuerberührten Eisens mit hinreichenden Wasser". In dem Wasserstande des Kessels ist das einzige Mittel zu suđen, um Explosionen zu vermeiden.

Es sollen daber die Vorrichtungen und Zustände, welche den Wasserstand im Refsel unnöthig verringern und beeinträchtigen, möglichst beseitigt und unwirksam gemacht werden, und die, welche denselben erhalten und ergänzen, doppelt und dreifach sicher sein. Daher muß auch auf die Vorrichtungen, welche den Wasserstand im Kessel anzeigen, ein besonderer Werthy gelegt werden.

Ein Hauptverlust an Wasser entsteht im Kessel durch Undichtigfeit, und sollte daher bei Revision der Ressel hierauf besonders gerüdsichtigt, und alle Kessel ausgeschlossen werden, welche über ein gewisses Maß der Undichtigkeit hinausgehen. Ebenso sollten die Resselbefißer beim Undichtwerden der Ressel geseblich zur Außerbetriebfeßung des Kessels verpflichtet sein, wenn der Wasserstand dadurch über Nacht oder in einer ges wiffen Rubezeit mehr, wie ein bestimmtes Maß, verliert. Hier: durch würden Constructionsfehler, welche ein rascheres Undichts

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