Abbildungen der Seite
PDF

Die Blätter werden in langen Oefen erhitzt und darauf mit der Schnittkante in die Härtemischung getaucht, welche in langen Trögen enthalten ist. Von diesen Trögen stehen mehrere neben einander, welche der Reihe nach gebraucht werden, wodurch die Härtemischung Zeit erhält, sich wieder abzukühlen. Ist das Blatt in dem Troge gehörig erkaltet, so wird es oberflächlich mit Leder abgewischt und auf ein Coksfeuer gelegt; der fettige Ueberzug entzündet sich und verbrennt mit heller Flamme. Diese Operation (das Abbrennen) vertritt das Anlaufenlassen beim gewöhnlichen Härteprocesse und soll dem Blatte Sprödigkeit nehmen und Elasticität geben. Für dünne Blätter eignet sich als Härtemasse eine aus 4,5 Liter Fischthran, 2 Pfd. Talg und 0,25 Pfd. Wachs zusammengekochte Mischung; fügt man ihr noch 1 Pfd. Fichtenharz hinzu, so wird sie zum Härten dickerer Blätter geeignet, in anderes Recept ist: 90 Liter Spermacetiöl, 20 Pfd. ofo Rind stalgs, 4,5 Liter Klauenfettöl, 1 Pfd. Pech und 3 Pfd. Fichtenharz. Die beiden letzten Stoffe werden zusammengeschmolzen und der Mischung der drei ersten zugefügt. Durch Erhitzen in einem eisernen Topfe vertreibt man die Feuchtigkeit, zündet darauf die erhitzte Masse an und löscht die Flamme sogleich wieder durch einen gutschließenden Deckel. Nach Verlauf einiger Monate wird die Masse untauglich und muß beseitigt werden. Die Tröge sind vor dem Füllen wieder sorgfältig zu reinigen, Die gehärteten Blätter scheinen ihre Elasticität zum Theile zu verlieren, wenn sie nach dem Härten geschliffen und polirt

werden. Auch soll sich die Elasticität durch Hämmern der Blätter .

und Erhitzen über Coksfeuer bis zur strohgelben Anlauffarbe wieder herstellen lassen. Durch stark verdünnte Salzsäure und Nachspülen mit reinem Wasser wird die Anlauffarbe wieder entfernt. Sollen die Blätter besonders hart werden, so läßt man nur einen Theil der anhaftenden Härtemasse abbrennen, größere Weiche entsteht durch längeres Abbrennen; jedenfalls jedoch ist bei diesem, wie bei allen ähnlichen Processen, Erfahrung die Hauptsache. Alb. Lse.

[ocr errors]

Versuche über die Druckfestigkeit von Mauerwerk. – Die in neuerer Zeit immer mehr üblich gewordene Reduction des Mauerwerkes in den Erdgeschossen der Häuser behufs der Herstellung möglichst großer Schaufenster, ließen es wünschenswerth erscheinen, Versuche darüber anzustellen, wie weit gute Ziegel, mit einem ebenfalls guten Mörtel verbunden, den bei derartigen Constructionen auf das Drei- bis Vierfache gegen die früheren Verhältnisse sich steigernden Drucke Widerstand zu leisten im Stande seien. Bisher sind über die Zerdrückungsfestigkeit der Baumaterialien zwar schon mannigfache Versuche angestellt worden; dieselben erstreckten sich aber größtentheils auf natürliche Bausteine, oder waren mit einzelnen Ziegeln oder gar nur Stücken davon vorgenommen worden, während es von größerer Wichtigkeit ist, den Widerstand gegen Zerdrücken von größeren Mauerwerken kennen zu lernen. Wie die „Wochenschrift des Architektenvereines zu Berlin“ (Jahrgang 1867, Nr. 1 ff.) berichtet, sind von den Baumeistern Böckmann und Ende dahin abzielende Versuche angestellt worden, bei denen hauptsächlich die Ziegel aus der Ziegelei von Stange & Saur bei Bitterfeld, aber auch andere in Berlin gebräuchliche Ziegelsorten untersucht wurden. Wir geben im Folgenden auszüglich die Beschreibung dieser Versuche wieder. Bei denselben wurde von vorn herein von dem Grundsatze ausgegangen, nicht ein einzelnes Steinstück, sondern ein Stück Mauerwerk der Prüfung zu unterwerfen. Zu diesem Zwecke wurden würfelförmige Körper aus je sechs Ziegeln hergestellt, je zwei in einer Schicht mit wechselnden Fugen. Als Mörtel wurde Portlandeement mit zwei Theilen Sandzusatz verwendet, und die beiden Druckflächen erhielten einen Mörtelüberzug von demselben Materiale, wobei ganz genau parallele und glatte Flächen hergestellt wurden. Der Charakter des Mauerwerkes scheint bei solcher Zusammensetzung hauptsächlich dadurch gewahrt, daß der gedrückte Körper nicht nur Lagerfugen, sondern auch Stoßfugen enthält. Diese Würfel von ca. 250" Seite und 235“ Höhe setzte man nunmehr einem Drucke bis zur völligen Zerstörung des

inneren Zusammenhanges aus. Es wurde dazu eine hydraulische Presse benutzt, deren horizontal liegender Druckkolben 183“ im Durchmesser hatte und in eine starke Eisenplatte von 392“ im Quadrate - endete, welche gegen eine gleich große Fläche drückte. Diese Einrichtung zeigte sich für den vorliegenden Zweck, Klötze von etwa 250“ im Quadrat zu pressen, ganz geeignet. Die Stärke des Druckes wurde durch ein Federmanometer angegeben, an welchem man freilich den Druck nicht genauer, als von 1000 zu 1000 Pfd. (73 Kilogrm. pro Quadratcentimeter) ablesen konnte. Bei einer Druckfläche von ca. 680 Odrtentmtr. konnte sonach der Druck pro Quadratcentimeter nur von 0,73 zu 0,73 Kilogrm. bestimmt werden, und etwa ebenso groß wird man den Fehler rechnen müssen, der hiernach den Beobachtungen anhaftet. Ein weiterer Uebelstand könnte darin gefunden werden, daß die an der Presse beschäftigten Arbeiter häufig zu schnell drückten und dadurch eine zu starke, plötzliche Pressung veranlaßten; wogegen der Umstand, daß der Druck kein völlig constanter blieb, sondern nach jedem Kolbenhube bei dem allmäligen Nachgeben des gedrückten Körpers sich mäßigte, eine Wirkung hervorbrachte, nicht unähnlich den in den Bauwerken zu berücksichtigenden höchsten, ungewöhnlichen Belastungen, welche einen meist dem Stoße ähnlichen Effect ausüben. . Um einen möglichst gleichmäßigen Druck zu erzielen, wurde zunächst der zu drückende Körper genau in die Are des Druckcylinders eingestellt. Sodann ergaben einige mißglückte Versuche, daß die glatt geriebenen Mörtelflächen nicht ausreichten, um eine vollkommen gleichmäßige Vertheilung des Druckes zu bewirken, und gelangte man erst nach Proben mit verschiedenen Zwischenmitteln, wie Blei- und Gummiplatten, frischem Mörtel zu einem günstigen Resultate durch Anwendung von Platten aus 52“ Eichen- oder Lindenbohlen, beiderseits glatt gehobelt und durchaus astfrei, und von gleicher Größe, wie die gedrückte Steinfläche, um ein tiefes Einpressen der Letzteren in das Holz und damit ein Zerreißen der Holzfasern zu vermeiden; die Holzplatten drücken sich nämlich bei sehr starken Pressungen beinahe auf die Hälfte ihrer Dicke zusammen. -) Die hiernach erzielte gleichmäßige Uebertragung des Druckes ergab sich daraus, daß fast bei allen Versuchen der erste feine Riß an allen drei der Beobachtung zugänglichen Seiten ziemlich genau durch die Mitte der Seitenfläche ging, und erst bei fortgesetztem Drucke andere Risse nach außen hin sich zeigten. Diese Risse wurden ganz ebenso, wie es Brix angiebt, stets in der Richtung des Druckes beobachtet. Der Zeitpunkt völliger Zerstörung wurde angenommen, wenn trotz fortgesetzten Arbeitens das Manometer keine Steigerung mehr zeigte, der Widerstand sonach nachzulassen begann. In dem zerdrückten Mauerklotze zeigten sich die Ziegel wie zerspalten; es blieben zwar noch größere zusammenhängende Stücke zurück, aber auch diese waren in ihrer Consistenz erschüttert, wie Versuche einer Bearbeitung mit dem Mauerhammer darthaten. Der Fugenmörtel war bröckelig und stellenweise ganz zermalmt. Um Mittelwerthe zu gewinnen, wurden mit den wichtigeren Materialien mehrere Proben angestellt, und es darf wohl als ein günstiges Zeichen für die Richtigkeit der angewendeten Methode und die Zuverlässigkeit der angestellten Versuche angesehen werden, daß die Zerdrückung derselben Materialien vielfach sehr nahe übereinstimmende Resultate ergeben hat. Aus den Versuchen geht hervor, daß dieselben Steinsorten meistens nahe übereinstimmende Resultate ergeben, wenigstens was die völlige Zerstörung anbetrifft, daß hingegen das Erscheinen des ersten Risses viel größere Differenzen zeigt. Letzteres mag vorzugsweise darin seinen Grund haben, daß mehrfach der erste feine Riß, eben seiner Feinheit wegen, nicht bemerkt worden ist. Die Entstehung der Risse war zwar stets von einem mehr oder weniger hörbaren Knistern begleitet; indessen war es oft nicht zu unterscheiden, ob das Knistern in den Holzplatten oder in den Steinen stattfand. Die Versuche bestätigten in überzeugender Weise die a priori festgehaltene Ansicht, nicht der Ziegel, sondern das Mauerwerk aus demselben müsse geprüft werden. So wurde Thonstein von Stange & Saur im Cementmauerwerke bei 108 bis 113 Kilogrm. zerdrückt; der einzelne Stein dagegen zeigte erst bei 209 bis 212 Kilogramm Druck völlige Zerstörung, hielt somit nahezu den doppelten Druck aus. Poröse Steine von derselben Ziegelei wurden bei 33 bis 34 Kilogrm. Druck pro Quadratcentimeter zerstört, während ein einzelner Stein erst einem Drucke von 46 Kilogrm. erlag, somit etwa 4 mehr aushielt. Die Ziegel aus der Ziegelei des Frhrn. v. Patow bei Berlinchen wurden in Cementmörtel bei 82 bis 91 Kilogrm. pro Quadratcentimeter zerdrückt, während ein einzelner Dreiquartier bei 203 Kilogrm. Druck noch nicht völlig zerstört war. Von den zuletzt genannten Steinen wurden auch einige Mauerklötze geprüft, welche erst vor wenigen Stunden in Kalkmörtel aufgemauert waren, und es zeigte sich hierbei, daß dieselben Steine in dem frischen, noch nicht gehörig bindenden Mörtel eine auffallend geringe Widerstandsfähigkeit hatten, indem sie bereits bei einem Drucke von 58 bis 60 Kilogrm. pro Quadrateentimeter zerspalteten. Die Erklärung der aufgeführten Thatsachen ist wohl darin zu suchen, daß in jedem Mauerwerke, weil es eine Verbindung von Theilen verschiedener Festigkeit ist, eine ungleichmäßige Druckvertheilung stattfindet. Ist der Mörtel fester als der Stein, so sind hauptsächlich die Stoßfugen die Zerstörer, indem auf ihnen der darüber liegende Stein nicht zerdrückt wird, sondern zerbricht. Ist aber der Mörtel weniger fest, so wird, namentlich an den Stellen, wo der Mörtel in etwas größerer Menge vorhanden ist, wie etwa in den Stoßfugen, derselbe bereits unter geringerem Drucke zerstört werden; der Gesammtdruck concentrirt sich alsdann auf eine geringere Fläche, so daß nun auch die härteren Steine schneller bersten müssen. Es stellt sich hiernach wohl als unzweifelhaft fest, daß man aus der Festigkeit eines einzelnen Steines noch nicht mit Sicherheit auf die Tragfähigkeit des daraus hergestellten Mauerwerkes schließen darf, Letztere vielmehr wesentlich geringer annehmen muß. Ferner scheint es gewiß, daß durch Verwendung guten Mörtels die Widerstandsfähigkeit des Mauerwerkes erhöht wird – in welchem Maße und bis zu welcher Grenze, würde freilich durch weitere Versuche erst festzustellen sein. Schließlich sei erwähnt, daß in der Anwendung wohl die nachstehenden Resultate gelten können, welchen eine zehnfache Sicherheit zu Grunde gelegt ist: Es können gute, gewöhnliche Mauersteine, wie die von Berlinchen, mit 7,3 bis 8,4 Kilogrm., gut gebrannte Thonsteine von Stange & Saur mit etwa 11 Kilogrm., Rathenower gute Steine mit etwa 14,6 Kilogrm., Klinker mit 23,4 bis 29,2 Kilogrm., endlich hart gebrannte poröse Steine von Stange & Saur mit etwa 7,3 Kilogrm., leicht gebrannte poröse Steine von denselben mit etwa 3,3 Kilogrm. pro Quadrateentimeter belastet werden. R.

[ocr errors][merged small]
[ocr errors]

röhren, um dieselbe Sicherheit, wie die übrige Kesselwand, zu gewähren, eine wesentlich größere Blechdicke erfordern, als man ihnen bisher zu geben pflegte, es sei denn, daß sie, was vorzuziehen ist, mit einigen starken Ringen (aus Winkeleisen) umnietet und dadurch gewissermaßen in mehrere Röhren von geringerer Länge abgetheilt werden. Ueber einen Fall, wobei durch den Mangel dieser Vorsicht wahrscheinlich die erste Veranlassung zur Erplosion eines Cornischen Kessels geboten wurde, berichtet „The Artizan“ (August, 1865): Die innere Röhre hatte 32 Fuß (9“,75) Länge, 4 Fuß (1",22) Durchmesser, 1 Zoll (11“,5) Blechdicke, und sie wurde vollständig zusammengedrückt gefunden, während vor der Explosion der äußere Ueberdruck wahrscheinlich nicht viel über 50 Pfd. pro Quadratzoll engl. (3,5 Kilogrm. pro Quadratcentimeter) betrug. Wenn man unter der Voraussetzung, daß diese Zusammendrückung schon vor der eigentlichen, mit plötzlich massenhafter Dampfentwickelung verbundenen Erplosion erfolgte, den dazu nöthigen Ueberdruck bei noch vollständig gesundem Zustande der Röhre nach der Fairbairn'schen Formel:

[ocr errors][ocr errors][ocr errors]
[merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small]

Als praktische Formel zur Berechnung der nöthigen Blechdicke einer solchen Heizröhre wird in dem angeführten Artikel des „Artizan“ empfohlen: Ö = pld 161 200 ( - öÄ Mine) wenn p der Ueberdruck in Pfund pro Quadratzoll engl. (Kilogrm. pro Quadrateentimeter), l die Länge in engl. Fußen (Meter), d der Durchmesser in engl. Zollen (Meter) ist. Danach hätte für p = 50 (3“,5), 1 = 32 (9“,75), d = 48 (1“,22) gemacht werden müssen: 3 = + Zoll (15“,9), oder für ö = 7 Zoll (11“,5) wäre der mit Sicherheit zulässige Druck nur p = 20 Pfd. pro Quadratzoll (1,4 Kilogrm.) gewesen; derselbe wäre aber auf p = 64 Pfd. pro Quadratzoll (4,5 Kilogrm.) gesteigert worden, wenn durch 2 Versteifungsringe von je 1 Fuß (0“,305) Breite die Röhre in 3 Stücke à 10 Fuß (3“) Länge abgetheilt worden wäre. G

Zoll engl.

Arbeitsmaschinen.

Verschiedene neuere Kreissägenconstructionen. (Hierzu Figur 1 bis 12 und 14 bis 16, Tafel XX.) –

Kreissägen von F. Arbey & Co. in Paris. („Publication industr.“, Bd. 16, S. 125 u. f.) Kreissäge mit Wagen, Fig. 1 bis 5. Der Bau dieser Maschine setzt sich aus zwei verticalen Ständern A, A zusammen, welche gerippt und durchbrochen sind. Auf einem soliden Fundamente verschraubt, werden sie durch vier Stehbolzen a in paralleler Lage gehalten, während oben angegossene Winkel die Befestigung einer Tischplatte B gestatten. In der Mitte dieses Gestelles ist die Kreissägenwelle C gelagert; eines ihrer Enden trägt die Säge S; das andere Ende ist mit einer festen und einer losen Scheibe P, P' vorgerichtet. Um die Schwankungen des Sägenblattes, welche bei einem Durchmesser von 0“,20 bis 0“,30 auftreten, zu begrenzen, hat man etwas über dem horizontalen Durchmesser (Fig. 5) einen schmiedeeisernen Bügel EE angebracht (Fig. 4), in welchem auf # des Radius Schrauben e’ beweglich sind, welche im Gestelle entsprechend angebrachten Schrauben e gegenüberstehen. Diese Schrauben sind zur Aufnahme kleiner Plättchen von Ochsensehnen hergerichtet, welche, indem sie an dem Blatte schleifen, die Schwankungen aufheben. Der Tisch B trägt die bei f verstellbaren Winkel F. Gegen sie stützt sich beim Schneiden dünner Platten das Arbeitsstück und wird der Säge durch die Hand zugeführt. Um größere und schwerere Hölzer zu schneiden, bedient man sich des Wagens. Dieser wird durch eine gußeiserne Platte G von hinreichender Länge gebildet, welche mit Prismen auf passend gedrehten Rollen g, g läuft. Die Führungs- und Tragrollen sind in den gegossenen Böcken H, H . . gelagert, von denen zwei mit dem Gestelle der Maschine verschraubt sind, während die übrigen auf gehörigen Fundamenten stehen. Die Tischplatte führt unterhalb eine Zahnstange i, mit welcher die beiden Getriebe p und p' im Eingriffe stehen. Das eine davon p' dient zur rückläufigen Bewegung des Wagens und wird durch Menschenhand mittelst des Handrades V betrieben. Zum selbstthätigen Vorschube des Wagens dient das Getriebe p; dasselbe wird von der Welle I aus mittelst der Zwischenräder j, K, k, l bewegt, während die Welle I ihre Drehung durch die Stufenscheibe J von dem Motor erhält. Eine durch den Hebel L lösbare Kuppelung l' hebt die selbstthätige Verschiebung des Wagens auf. Die Dicke der Kreissägenblätter wächst im Verhältnisse zum Blattdurchmesser in der Weise, daß für 0“,20 bis 0“,50 Durchmesser 1 bis 2“ und für 0",50 bis 1" Durchmesser 2 bis 3“ als Stärke angenommen werden. Diese Kreissägen erhalten 20 bis 25“ Umfangsgeschwindigkeit pro Secunde je nach der Härte des zu schneidenden Holzes; für ganz weiche Holzarten geht man sogar bis auf 15“ zurück. Der Vorschub beträgt Fzg der Umfangsgeschwindigkeit. Arbey & Co. liefern Kreissägen der angegebenen Construction mit gußeisernem Wagen von 6“ Länge und einem Blatte von 1“,20 Durchmesser für 3000 Frcs.; mit einem Blatte von 0“,90 Durchmesser für 2500 Fres., wobei jeder Meter Wagenlänge über 6“ den Preis um 150 Fres. erhöht. – Von denselben Constructeuren ist eine Kreissäge mit vertical verstellbarer Welle angegeben. Fig. 6 bis 9. Die Sägenwelle C ist in zwei Lagern b, b geführt, welche mit einem Schlitten NN verbunden sind, der in prismatischen Führungen mittelft Schraube m und Handgriff m' gehoben und gesenkt werden kann. Das Arbeitsstück wird mit der Hand geführt und lehnt sich gegen ein stellbares Lineal F. Man kann so durch Heben und Senken der Welle die Säge S veranlassen, verschieden tiefe und genau einzustellende Schnitte auszuführen. Fügt man der Maschine noch eine zweite Tischplatte bei, welche sich in Charnieren drehen läßt, während die Neigung mittelst einer Bogenstellung fixirt werden kann, so ergiebt sich die Möglichkeit für Schnitte jeder Art. Die Kreissäge hat 0“,45 Durchmesser; sie macht 900 bis 1000 Umgänge pro Minute und kostet 850 Fres. Bei kleineren Sägen von 0“,30 bis 0“,35 Durchmesser stellt sich der Preis auf 700 Frcs. – An derselben Stelle wird noch eine fernere Aufstellung von Kreissägen gebracht, welche gestattet, dem Sägenblatte eine verschiedene Neigung zu geben. Fig. 10, 11, 12. Es ist zu dem Ende die Welle C, wie bei der vorigen Construction, in einem durch eine Schraube m stellbaren Schlittenlager N geführt, dessen Grundplatte M nach einem Kreisbogen gekrümmt ist und in einer zu diesem concentrischen Führung r durch eine passend geformte Zahnstange t mit Triebt bewegt wird. Die Bewegung des Schlittens erfolgt durch ein Handrad v und die beabsichtigte Neigung der Sägenwelle C kann bei r' fest eingestellt werden. Eine Tischplatte, welche in der Figur fortblieb, gestattet das Auflegen der Arbeitsstücke. Ref. bedauert, daß die Quelle nicht angiebt, wie die Constructeure die durch die Verstellung der Sägenwelle bedingte Spannungsänderung des Treibriemens, sowie das vollständige Abschlagen desselben bei P compensiren, resp. vermeiden. – Wenn die Ebene einer Kreissäge nicht senkrecht zur Are der zugehörigen Welle steht, wirkt die Säge während der Umdrehung als Fräse und ist zur Herstellung von Nuthen oder dergl. verwendbar, deren Breite von dem Winkel, welchen die Kreissägenebene mit der Are bildet, abhängt. W. T. Hamilton in Dublin hat eine Anordnung angegeben („Mech. Mag.“, Mai 1866, S. 329;

danach „Polytechn. Centralblatt“, 1866, 14, S. 921 ), welche, während sie die feste Verbindung zwischen Sägeblatt und Achse herstellt, eine leichte Veränderung des Winkels innerhalb gewisser Grenzen gestattet, ohne den Mittelpunkt der Säge aus der geometrischen Are der Welle zu entfernen. Das Sägeblatt e ist zwischen zwei Flanschen f, f, Fig. 13 und 14, wie gewöhnlich eingespannt. Fest verbunden mit den Flanschen und senkrecht zu ihnen sind zwei kreisrunde Scheiben gg angebracht, die in in zwei Bundringen b, c genau eingedrehten Nuthen beweglich sind. Der eine b von diesen Bunden sitzt auf der Sägenwelle aa fest, der andere c wird nur durch eine Mutter d gehalten. Beim Einstellen der Säge für den Betrieb wird die Mutter so weit zurückgedreht, daß der bewegliche Bundring frei wird, worauf die Säge unter dem gewünschten Winkel eingestellt werden kann. Dabei bewegen sich die Scheiben gg um eine Achse, welche die geometrische Are der Welle stets in demselben Punkte schneidet. Nach der Einstellung wird durch Anziehen der Mutter die Säge zwischen den beiden Bundringen fest eingespannt. – Einen einfachen Vorschubmechanismus für kleinere Kreissägen hat der Amerikaner Childs angegeben und für England 1864 patentiren lassen („Polytechn. Centralbl.“, 1865, S. 1331). Childs läßt die Säge in unserem Sinne entgegengesetzt laufen, so daß die Zähne nach oben schneiden, legt das Arbeitsstück W zwischen zwei Walzen G und J, Fig. 15, von denen G geriffelt ist, während J auf Holzfedern k lagert. Die Riffelwalze G ist an einem Gestelle H verstellbar bei o befestigt, welches so angeordnet ist, daß es sich um die Are der Sägenwelle P drehen kann und gleichzeitig die Walze G concentrisch um dieselbe herumführt. Die Schraube Q dient zum Feststellen des Gestelles, welches in seinen beiden symmetrischen Theilen durch das Querstück R zusammenhängt. Die Walze G, gegen welche sich beim Schneiden das Holz preßt, wird von der Welle P aus mittelst gestufter Schnurscheiben bewegt; sie kann der Holzdicke entsprechend höher oder tiefer gestellt werden, ohne daß die Spannung der Schnur, welche den Vorschub vermittelt, geändert wird.

[ocr errors]

John Henry Johnson's Teigknetmaschine. (Hierzu Figur 13, Tafel XX) – (Newton's „London Journal of arts“, 1866, März, S. 141). –

Diese Maschine bewirkt, daß beim Kneten der Teig selbst ruhig liegen bleibt, und die Operation allmälig vor sich geht, während bei den bisherigen Constructionen die ganze Teigmasse auf einmal verarbeitet wurde.

In den Stirnseiten des Knettroges CC ist die Welle A gelagert, welche die Knetarme h, h, welche nach Schraubenflächen geformt sind, trägt. Nuth und Feder bewirken, daß die Arme von der Welle mitgenommen werden, sind jedoch so angeordnet, daß die Arme in der Längsare der Welle verschoben werden können. Diese Verschiebung vermittelt der Hebel L, welcher durch eine als Schraubenmutter gebildete Nabe, sowie durch die Leitspindel B in Bewegung gesetzt wird. Eine Verlängerung des Hebels L, in der Figur L, umfaßt die Stange G und stößt bei seiner wiederkehrenden Bewegung an die Knaggen g, g, wobei Spiralfedern, welche hinter den Knaggen angebracht sind, die vorkommenden Stöße ausgleichen. Die Stange G steht mit einem Ausrückehebel in Verbindung, welcher mittelst einer Klaue entweder einen offenen oder gekreuzten Riemen auf die Leitspindel wirken läßt und dieselbe zu entgegengesetzten Drehungen veranlaßt, dadurch aber auch die hin- und hergehende Bewegung der Kneter erzeugt.

In wie weit diese neue Maschine eine Verbesserung der durch die bekannten mechanischen Kneter bewirkten Operation zur Folge hat, vermag Ref nicht abzusehen. Derselbe Proceß wird auf gleiche Weise in größerer Zeitdauer vollzogen, nur durch complicirteren Mechanismus, welcher durch einen bedeutenden nothwendigen Aufwand von Schmiere und unausbleibliche Reparaturen nicht gerade angenehm für den Bäcker ist.

Alb. Lse.

[ocr errors]
[merged small][graphic][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small]

§. 1. Der Verein deutscher Ingenieure zu Chemnitz verfolgt als Bezirksverein des Vereines deutscher Ingenieure die Zwecke des Hauptvereines, dessen Statuten für ihn bindend sind. §. 2. Jedes Mitglied des Vereines deutscher Ingenieure kann dem Vereine beitreten, und ist dazu nur die schriftliche Anmeldung beim Vorsitzenden erforderlich. Die Mitgliedschaft datirt vom Tage der Einzahlung des ersten Beitrages. §. 3. Die Mitgliedschaft erlischt: a) durch schriftliche Erklärung des Austrittes beim Vorsitzenden des Vereines, b) wenn ein Mitglied seine Pflichten nicht erfüllt, worüber auf Antrag des Vorstandes die Versammlung durch Stimmenmehrheit entscheidet. §. 4. Zur Vertretung und Verwaltung des Vereines wird ein Vorstand gewählt, bestehend aus einem Vorsitzenden und vier Vorstandsmitgliedern. Der Vorstand vertritt den Verein nach Innen und Außen. » §. 5. Der Vorstand wird in einer Hauptversammlung am Jahresschlusse neu gewählt und tritt seine Functionen am 1. Januar an. Der bisherige Vorsitzende, sowie zwei durch das Loos zu bestimmende Vorstandsmitglieder, sind für das nächste Vereinsjahr nicht wieder wählbar. §. 6. Wird bei der ersten Wahl keine absolute Stimmenmehrheit erzielt, so kommt die doppelte Zahl der noch zu wählenden Mitglieder zur engeren Wahl. Zu dieser werden nur diejenigen zugelassen, welche bei der ersten Abstimmung die meisten Stimmen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Loos. Sämmtliche Wahlen geschehen durch Stimmzettel. § 7. Der Vorstand ist dem Vereine für seine Geschäftsführung verantwortlich, und kann gegen jede Anordnung desselben Recurs an die Hauptversammlung ergriffen werden. §. 8. Der Vorsitzende übernimmt in allen Versammlungen die Leitung derselben, hat das Recht, das Wort zu geben und zu nehmen nach eigener Ueberzeugung, und wird in Verhinderungs

fällen durch ein von ihm dazu bestimmtes Vorstandsmitglied vertreten. Der Vorstand beräth unter seinem Vorsitze. § 9. Jedes Mitglied unterwirft sich den Vereinsstatuten und den Beschlüssen der Hauptversammlungen. § 10. Beiträge für die Vereinscasse werden nach Bedürfniß von der Hauptversammlung festgesetzt und vom Vorstande erhoben. § 11. Jedes Mitglied hat das Recht, schriftliche Anträge an den Verein zu stellen. §. 12. Jedem Mitgliede steht die Einführung von Gästen frei, welche jedoch vom Vorsitzenden der Versammlung vorzustellen sind. §. 13. Die Versammlungen finden monatlich zweimal Statt. "Außergewöhnliche Versammlungen können vom Vorsitzenden berufen werden. §. 14. Die Interessen des Vereines werden in Hauptversammlungen berathen, welche vom Vorsitzenden berufen werden. Auf Antrag von ein Viertel der Mitglieder muß jederzeit eine Hauptversammlung stattfinden. § 15. Sämmtliche Abstimmungen geschehen durch absolute Stimmenmehrheit der Mitstimmenden. Ausgeschlossen hiervon sind jedoch Anträge auf Auflösung des Vereines, welche nur durch eine Mehrheit von zwei Drittel der Mitglieder zum Beschlusse erhoben werden können. Das Stimm- und Wahlrecht können nur persönlich ausgeübt werden; bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. WH §. 16. Anträge auf Abänderung der Statuten müssen sämmtlichen Mitgliedern drei Tage vor der betreffenden Hauptversammlung mitgetheilt werden. § 17. Der Vorstand darf von einer Hauptversammlung bis zur nächsten nur über eine von der ersteren zu bestimmende Summe verfügen. s

«--------

*) Das uns erst kürzlich zugegangene Statut wird hiermit dem bestehenden Gebrauche gemäß veröffentlicht. D. Red. (L.)

M it the il u n gen -
aus den Sitzung Spr 0 t ok o [sen der Bezirks- und 3 weig 0 er ein e.

[ocr errors]

XXII. Versammlung vom 3. December 1865 in Bernburg. – Vorsitzender: Hr. Dr. Frank. Protokollführer: Hr. Michels. Anwesend 16 Mitglieder und 3 Gäste. Berathung über die Feier des zehnjährigen Stiftungsfestes des Hauptvereines. In lebhafter Debatte sprach sich die Versammlung dahin aus, daß seitens des sächsisch-anhaltinischen Bezirksvereines alle Kräfte aufgeboten werden müßten, um den Hauptverein im Mai würdig im Harze zu empfangen. Der hiesige Bezirksverein müsse sich die Aufgabe stellen, nicht nur dem Hauptvereine in schöner Gegend einige fröhliche Tage zu bieten, sondern er müsse bestrebt sein, den das Fest besuchenden Vereinsmitgliedern durch Druckschrift, Ausstellung und Ercursion ein Bild der gesammten Industrie des Vereinsbezirkes vorzuführen. Für das Festcomité wurden 15 Mitglieder gewählt mit der Befugniß der Erweiterung durch Cooptation. Auf Antrag mehrerer Herren wurde beschlossen, daß dem Festcomité vom hiesigen Bezirksvereine die Summe von 300 Thlr. zur Verfügung gestellt werden solle, zu deren Deckung im Jahre 1866 von jedem Mitgliede ein Specialbeitrag von 2 Thlr. zu erheben sei.– Hr. Ingenieur Vogel legte hierauf Braunkohlenpreßsteine*) vor, welche mit einer Maschine gefertigt und den mit der Hand gepreßten ähnlich sind. Von 4 Arbeitern können mit Hülfe eines Pferdes in einem Tage 15,000 bis 20,000 Stück fabricirt werden, und unterscheide sich die Maschine von der Hertel'schen dadurch, daß die Braunkohlenknorpel nicht zerdrückt würden, weshalb auch eine geringere Kraft erforderlich sei. Hr. Barsekow erwiderte unter Hinweis auf das Protokoll der Prüfungscommission über die Hertel'sche Maschine **), daß es wesentlich sei, die Kohlensteine so fest als möglich zu machen und dadurch für größere Transporte geeignet. Dies werde erreicht; ein fernerer Vortheil derselben sei, daß sie einen continuirlichen Betrieb gestatte, daher mit gleichen Kosten als bei der Handformerei bessere Kohlensteine liefere, während die Vogel'sche Maschine keinen Vortheil gegenüber der Handformerei involvire.

*) Vergl. hierüber Bd. v, S. 238 und Bd. IX, S. 398 d. Z. “* **) Siehe Bd. X, S. 102 d. Z. D. Red. (L.)

Hr. Vogel berichtigte den Vorredner dahin, daß er nicht von Vorzügen, sondern nur von Unterschieden seiner gegenüber der Hertel'schen Maschine gesprochen habe: Es werde von vielen Theerschwelern für vortheilhaft gehalten, frisch geförderte Braunkohlen zu verschwelen, weil dann die Ausbeute an Theer die beste sei. Dem Bedürfnisse der Theerschweler habe er durch seine Maschine abzuhelfen gesucht, welche frisch geförderte, also grubenfeuchte, unzerdrückte Kohle schnell zu Steinen formen solle. –

Hr. Dr. Drenkmann bestätigte, daß

frische Braunkohle beim Theerschwelprocesse*)

bessere Ausbeute gebe, als Kohle, welche schon längere Zeit an der Luft gelegen, weil gerade die Schwelkohle durch den Sauerstoff der Luft leicht zersetzt werde. Indeß halte er für richtig, die Kohle absolut fein zu machen und mit Wasser künstlich zu befeuchten. Der Vorsitzende knüpfte hieran die Frage, ob Hr. Dr. Drenkmann der Ansicht sei, daß mit Wasser befeuchtete Kohle bei der Destillation eine höhere Ausbeute an Theer gebe, als eine gleiche, trockene Kohle, ob also das Wasser der Bildung von schweren Kohlenwasserstoffen förderlich sei. Nachdem Hr. Dr. Drenkmann erklärt hatte, daß er mit Versuchen über diese Frage beschäftigt sei, schlug der Vorsitzende vor, dies Thema mit Hinzuziehung der Frage, „in wie weit nehmen Braunkohlen durch Lagerung an der Luft an ihrem Brenneffecte ab“, in der nächsten Versammlung zur Discussion zu bringen. –

Der Vorsitzende beschrieb hierauf die auch schon in der Vereinszeitschrift erwähnte*) Carr'sche Centrifugalmaschine, welche zum Mischen und zum Zerkleinern sehr harter Materialien außerordentliche Effecte gebe. Dieselbe werde zum Mischen und Zerkleinern von Guano, künstlichen Düngern, Thon, Kalkstein u. s. w. angewendet und dürfte zum Zerkleinern von Braunkohlen anwendbar sein.

[merged small][ocr errors]

A b h an dl u n ge n.

Die Steinkohlenreviere in der Gegend von Aachen von Herrn Oberberghauptmann Dr. von Dechen in Bonn. Mit Plänen der Herren Director F. Baur in Eschweiler, Director L. Honigmann in Höngen und Generaldirector Striebeck in Aachen. (Hierzu Blatt 9, 10 und 11.)

B. Das Worm-Bassin oder die Kohlscheider Mulde. (Schluß von Seite 621.)

In dem östlich von Feldbiß gelegenen Steinkohlengebirge beschränken sich die Aufschlüsse bis jetzt auf die beiden Felder Maria bei Höngen und Anna bei Alsdorf, deren Baue gegen Ost eine Entfernung von 3000 Lachter (6270“), resp. 2600 Lachter (5430") vom Feldbiß, erreichen. Die hier angetroffenen Flöze führen sämmtlich backende oder fette Steinkohlen, welche sich nur wenig von denjenigen von Centrum und Weißweiler unterscheiden. Bei den Schächten von Maria

liegt die Oberfläche des Steinkohlengebirges 137 Fuß (43“), von Anna weiter gegen Nord 236 Fuß (74“,1) tief. Unmittelbar östlich vom Feldbiß hat diese Oberfläche eine noch tiefere Lage, indem die Bohrlöcher im Felde Gemeinschaft bei Euchen dieselbe in 258 und 295 Fuß (81" und 92",7) angetroffen haben. Das Feld von Maria erstreckt sich bis an den südlichen Rand dieser Kohlenmulde, denn in demselben ist der Kohlenkalkstein in einem Bohrloche angetroffen worden. Die Baue dieser Grube, welche eine streichende Länge von 1150 Lachter

« ZurückWeiter »