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c? Mt = Ayht

Ahy (1).

2g. Die Abhängigkeit des Svefficienten à von c, weld)e nad) Weisbachy

0,016921 à = 0,01439 + VT

(1 a) 0,0094711 a = 0,01439 +

Vc ist, soll der Einfachheit wegen zunächst außer Acht gelassen und erst bei einer sich als nothwendig ergebenden Correctur in Betracht gezogen werden. Weiterhin ist:

ad 2

c.t=A

[t=

(=

:)]

Die obigen Zahlenwerthe eingeführt, ergiebt eine versuchsweise Berechnung c nahe = 8 (2”,57) und daraus 2

0,02; 40.1600.62

1600 X 0,02 X 200 t 4800

1600 X 0,000029748 X 0,083.. X 62,5.t?, 1,2366 . 502,166. 2000

(1+0,05+ 1506,5

502,166 . 0,02 . 62,771 +

502,166 . 0,0000002886415.0,026 . 19,616 t? t=826,66(1,05 + 25927

) 894,8 Sec. (rund 895 Sec.) und c= 8,196 Fuß (= 24,572).

Ohne die Reibungs- und Bewegungswiderstände, d. i. für $ und a= 0, fönnte der Speisekolben so viel größer genommen werden, daß die Füllung schon in

Ahy

826,66 Secunden erfolgen würde.

Der Wirkungsgrad mit n bezeichnet, ist daher

4

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M

4

In der Summe 1+1 kann für die vorliegenden Fälle 1 vernachläffigt werden, und so findet man nach gehöriger Substitution:

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4

h.

d. 2g.t2

*) Für d Fuß (= 0o,013) würde c = 23,08 = 71,244", a = 0,019, t = 1271 Secunden und

n 7 0,651 werden.

Instrument zur Messung des Ungleichförmigkeitsgrades von Dampfmaschinen und

Transmissionen

von Professor Dr. Hartig in Dresden.
(Vorgetragen in der Versammlung des Magdeburger Bezirksvereines vom 4. December 1865.)

Bon P. H. Rosenkranz.

(Hierzu Figur 7 bis 13, Tafel II.)

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Der Zweck dieses Instrumentes ist, wie oben angegeben, die Ungleichförmigkeit der Bewegung einer Maschine zu er: mitteln und daraus rückwärts auf die Umstände zu schließen, weldie folche Unregelmäßigkeiten hervorriefen, oder audy felbst die Kraftleistungen zu constatiren. Der Apparat besorgt diese Messung felbstthätig, indem er die Ungleichförmigkeit graphisch darstellt.

Die allgemeine Einrichtung ist folgende: Auf zwei Lagerböcken C, C ist eine Welle W gelagert; auf derselben fißt ein Sdwungrad s lose, ferner ein conisches Rädchen R fest und ein zweites R' lose. Diese beiden conischen Mädchen greifen in zwei gleich große conische Räder R" und R", welche im Schwungrade S gelagert sind, und bilden die vier Räder fomit ein Differentialgetriebe.

Eine Spiralfeder X ist bei dem Lager C so aufgefeßt, daß sie sich mit dem Stüde pp in der Längenrichtung vers schieben, aber nicht mit der Welle W herumdrehen fann. Andererseits fißt die Spiralfeder an dem lose auf der Welle befindlichen Rädchen R' fest. Auf dem Ende der Welle ist ferner eine Schnurscheibe Q aufgeseßt, weldie durch eine gleiche Scheibe Q' in Umdrehung versekt wird. Die Schnurrolle Q empfängt ihre Bewegung durch die Frictionsscheibe H. Diese Sdreibe H wird nämlich mittelst des Handhebels Y (Fig. 9)

an die Welle, deren Gleichförmigkeit der Bewegung man unter: fuchen will, angedrückt. Auf diese Weise empfängt Welle W ihre rotirende Bewegung.

Das Rädchen R' trägt einen Cylinder A, welcher für den Gebrauch mit Papier zu umspannen ist.

Bei der Uebertragung der Bewegung der Frictions: scheibe H auf die Welle W wird das. conische Rad R fich bestreben, das Schwungrad S mitzunehmen; jedoch feßt diesem Bestreben die Spiralfeder X einen Widerstand entgegen, und es erfolgt nur eine pendelartige Bewegung derselben, mithin ein Fin- und Verdrehen des Papiercylinders. Dieses Pendeln ist von um so größerem Ausschlage, je größer die Ungleich förmigkeit der Bewegung der zu untersuchenden Maschine ist.

Um nun die graphische Darstellung auf dem Papier-. cylinder zu Wege zu bringen, ist auf besonderem Lager eine Walze P mit ineinander laufendem Rechts- und Links-Gewinde aufgestellt, in dessen Gewindegängen ein Zeichenstift T hin: und hergeführt wird, wenn durch die Räderüberseßung a, b,c (Fig. 10) die Drehung der Gewindewalze P erfolgt.

Die auf dem Papiercylinder entstehende Curve ist ähnlid) der Sinuscurve (Fig. 12) und werden die Ordinaten um fo größer fein (Fig. 13), je ungleichförmiger die Bewegung ist. Die Curve wird sich hingegen mehr und mehr der geraden

Linie nähern, je gleich förmiger die Bewegung wird. Genaue Beobachtungen mit Hülfe der Uhr werden einen sicheren Anhalt für die Untersuchung der Bewegung der Maschinen geben.

Die Anwendung dieses Instrumentes dürfte sich empfehlen, und Referent glaubt, daß es noch an dergleichen Instrumenten fehlt.

Der Apparat ist Hrn. Professor Dr. Hartig in Dresden für Preußen und Sachsen patentirt, und die Hrn. Schäffer & Budenberg haben die ersten Apparate bereits in drei verschiedenen Formen ausgeführt. Wie verlautet, soll auf der Industrieausstellung in Chemniß der kleine Apparat in Function vorgeführt werden.

Zusaß der Redaction. Das vorliegende Instrument, bestimmt, die Geschwindigfeitsveränderungen einer rotirenden Welle graphisch darzustellen, ist sicher der mannigfaltigsten Anwendung fähig. Namentlich läßt es sich mit hohem Nugen anwenden zur Prüfung der Wirfungsweise von Regulatoren für Dampfmaschinen, Wasserräder u. 1. w. Beobachtungen mit einem solchen Instrumente müssen mit Gewißheit dazu beitragen, die immer noch dunkle „Regulatorfrage“ (vergl. Bd. IX, S. 401 d. 3.) ihrer Lösung näher zu führen, indem e$ mittelst derartiger Beob: achtungen gelingen muß, die über die Wirkungsweise der Regulatoren, über den Einfluß der Schwungmassen der bewegten Maschine 26. aufgestellten Theorieen zu prüfen. Besonders läßt sich ein derartiges Instrument anwenden, um verschiedene Regulatorsysteme, deren Mannigfaltigkeit ja schon so bedeutend ist und noch täglich zunimmt, bezüglich ihrer Wirkungsweise an derselben Maschine zu prüfen. Ein dem Zwede nach ähnliches, im Principe aber von dem artig'schen durchaus verschiedenes Instrument, hoffen wir in den nächsten Heften d. 3. ebenfalls genauer beschreiben und über seine Anwendung zur Regulatorenprüfung nähere Angaben machen

Ueber die Wirkungsweise des Apparates seien hier schließlich noch ein paar Worte gestattet. Derselbe ist kein Dynamometer, faun also nicht etwa benugt werden, um die Ars beitsstärke einer Maschine zu messen, soll vielmehr nur die auftretenden Geschwindigkeitsänderungen graphisch darstellen. Zur absoluten Messung der Geschwindigkeit, resp. Umdrehungszahl, in jedem Augenblide, kann er ebenfalls ohne Weiteres nicht benußt werden. Jedoch ließen sich aus dem durch Verfuche zu ermittelnden Widerstande der Spiralfeder und den ebenfalls auszumittelnden Reibungswiderständen des Apparates selbst unter Berücksichtigung der Schwungmasse des Radeo S mittelft Berechnung die Beziehungen zwischen den Ordinatengrößen der Curven (Fig. 12 und 13) und den stattfindenden Geschwindigkeiten herstellen.

Bei gleichförmiger Umdrehungsgeschwindigkeit der zu untersuchenden Welle wird beim Anlassen des Apparates die Feder X starf zusammengedrückt und in schwingende Bewegung gerathen, bis bei eingetretenem Beharrungszustande des Schwungrades die Feder in etwas gespanntem Zustande verbleibt, entsprechend den Reibungswiderständen des Apparates, d. h. nur des Sdiwungrades und Differentialgetriebes. Das Schwungrad wird dann die halbe Umdrehungszahl der Welle W erhalten.

Rüdt man nun den Schreibapparat mittelst des Hebels F ein, so wird der Zeichenstift auf dem Papiercylinder hin- und bergehend eine gerade Linie beschreiben. Die nun neu hinzukommenden Reibungswiderstände des Räderwerkes a,b,c und der Welle V haben auf den Beharrungszustand des Schwungrades S feinen Einfluß.

Aendert nun plöblid, die zu untersuchende Welle ihre Geschwindigkeit, so muß das dadurch afficirte Schwungrad die Feder X entweder mehr zusammendrüden oder ausdehnen. Diese Bewegung wird aber pendelartige Schwankungen der Feder zunächst verursachen, welche auf dem Papiercylinder eine Curve darstellen müssen, deren oberhalb und unterhalb XX liegende Ordinaten (Fig. 12) nicht gleich groß wären. Denn der neu eingetretenen Umdrehungsgeschwindigkeit würde eben im Beharrungszustande wiederum eine gerade Linie entsprechen, welche aber mit der zuerst gezeichneten nicht zusammenfällt.

Die auf dem Papiercylinder gezeichneten Curven werden, da der Zeichenstift immer hins und zurückgeht, fich überdeden müssen, so daß inan bei sehr ungleichartiger Geschwindigkeit und entsprechenden sehr verschiedenen Diagrammen, wenn dies selben noch gut unterscheidbar sein sollen, ähnlich, wie beim Indicator, bald neues Papier auflegen muß. Eine Aenderung des Apparates würde aber leidyt diesem Uebelstande dadurch begegnen, daß ein sich continuirlich vor dem Stifte vorbei bes wegender Papierstreifen die Diagramme fortlaufend aufnimmt. Auch war bei einer ersten Ausführung des Apparates eine solche Einrichtung getroffen. Der Papierstreifen widelte sich von einer Rolle ab, ging über die Schreibrolle (A) und widelte sich auf eine dritte Rolle continuirlich auf. Dabei war die Rolle A nidit mit der Spiralfeder X in Verbindung, nahm also auch nicht an den Schwankungen der Lepteren Theil, welche vielmehr auf den Zeichenstift selbst übertragen wurden. Auch war früher statt des conischen ein Stirnraddifferentialgetriebe verwendet. Es muß allerdings bemerkt werden, daß die Einfachheit des Apparates in der in unserer Zeichnung mitgetheilten Anordnung gegen die ursprüngliche

fil fönnen.

In Bezug auf das in Fig. 7 bis 11 dargestellte par: tig'sche Instrument seien hier noch einige erläuternde Bez merkungen hinzugefügt.

Um den Apparat für die verschiedensten Umdrehungszullen brauchbar zu machen, ist die ganz aus Holz hergestellte Frictionsscheibe H ziyn Auswechseln eingerichtet, indem ste mittelst der die Nabe vertretenden Messingsdyeiben auf der Welle festgeklemmt wird. Solcher Frictionsscheiben sind vier für den Apparat vorhanden von je 200, 250, 300 und 350mm Durchmesser. Wie schon oben angegeben, dient der Arm Y zum Andrücken der Scheibe H gegen die zu untersuchende Welle, resp. Darauf befestigtes Rad, Schwungrad 2c.; er bildet näinlich mit der Schiene 2 einen Winfelhebel, welcher um die Are der Schnurscheibe Q gedreht wird.

Fig. 11 giebt die Ansicht des auf der Stange dd gerade geführten Schiebers (seine Seitenansicht f. in Fig. 8) für den Zeidienstifthalter, welcher im Uebrigen, wie bei India catoren, eingerichtet ist. Durch Anordnung des Vorgelegrades b, weldjes in dem um V drehbaren . Handhebel F gelagert ist, fann der Stift (von Silber oder Meffing, nidt Blei) leicht ausgerückt werden, indem die Zähne der Räder a und b auseinander verausgezogen werden.

außerordentlich gewonnen hat, was seine Anwendung auch sehr empfehlen möchte.

Auch die Abstände der einzelnen Curvenzweige (die Abs fciffen) werden bei veränderlicher Umdrehungsgeschwindigkeit der zu prüfenden Maschine nicht gleich sein fönnen, da auch die Welle V ebenso ungleichförmig bewegt wird. Auf Kosten der Einfachheit allerdings ließe sich dem dadurch abhelfen,

daß die Stiftwelle V besonders, etwa durch ein Uhrwerf, gleich mäßig rotirend bewegt wird.

Der hübsche Apparat sei den ausführenden Technikern, namentlich zu den oben angegebenen Prüfungen, recht ange: legentlich empfohlen.

L.

Das Drei kurbelsy ste m.

(Hierzu Figur 14 bis 17, Tafel II.)

Die Praxis bietet zahlreiche Fälle, wo es darauf an: fommt, zwei parallel gelagerte Wellen mit gleicher Umdrehungsgeschwindigkeit dergestalt zu bewegen, daß zwischen den einzelnen Umdrehungen eine genaue Coincidenz stattfindet. Diese Bedingung gestattet eine Uebertragung durch Riemen nicht. Man muß also eine Uebertragung der Bewegung durch Räder bewirfen, was, wenn die Wellen nicht zu weit von einander liegen, durch Stirnräder, welche direct in einander oder in Zwischenräder eingreifen, anderenfalls aber durch Zwischenwellen und conische Räder geschehen kann.

In manchen Fällen bedient man sich zu solcher Bewegungsübertragung auch der gekuppelten Krummzapfen, welche jedoch, wie bekannt, nur da, anwendbar sind, wo man beide Mellenenden in dieser Weise verbinden fann, mit der Maßgabe, daß die Kurbeln des einen Endes einen rechten Winkel gegen die des anderen Endes bilden. Hierin liegt aber gewöhnlich das Hinderniß, eine solche Bewegungsübertragung mittelst gekuppelter Kurbeln anzuwenden, und man kann behaupten, daß, wenn man von der in gleicher Weise ausgeführten Kuppelung der Räder bei schweren Lastzuglocomotiven abfieht, eine derartige mechanische Einrichtung überhaupt selten zur Anwendung fommt.

Die Herstellung einer solchen Einrichtung bietet aber auch gewisse Schwierigkeiten, welche nicht sowohl darin zu finden sind, Kurbeln von ganz gleicher Länge herzustellen, sondern ste genau rechtwinklig oder überhaupt nur genau unter gleichen Winkeln gegen einander zu versezen, weil die geringste Ungenauigkeit in dieser Hinsicht eine von der Kraftübertragung ganz unabhängige Inanspruchnahine der Wellen auf Torfton und einen nachtheiligen Seitendruck auf die Lager der Wellen hervorbringt.

Durch eine einfache Einrichtung ist es mir gelungen, diese Schwierigkeiten zu beseitigen, und die Kurbelfuppelung auch da anwendbar zu machen, wo man nur je ein Ende der betreffenden Wellen durch Kurbel und Lenkstange verbinden kann, wobei also die Schwierigkeiten, welche die genaue Verfeßung der Kurbeln auf beiden Enden darbietet, von selbst wegfallen.

Denkt man sich nämlich in Fig. 14 a und b als die Achsen der parallel gelagerten Wellen, welche nad derselben oder nach entgegengesepten Richtungen auslaufen können, auf jedem Mellenende eine Kurbel von genau gleicher Excentricität befestigt, und die Kurbelwarzen durch eine Lenkstange verbunden, deren Länge genau der Entfernung der beiden Wellenmittel gleich ist, so wird die eine Welle genau der

Bewegung folgen müssen bis zu dem Augenblice, wo die Kurbeln sich in der auf der Zeichnung dargestellten Lage bes finden. In diesem dem sogenannten todten Punkte hört für die Kurbel b die Nothwendigkeit auf, der Bewegung der Kurbel a zu folgen, und wenn Leştere fich weiter fortbewegt, fo ist wohl die Möglichkeit vorhanden, daß die Kurbel b in Folge des Bewegungsmomentes auch über den todten Punkt fortgleitet, und dadurch der Lenkstange wieder einen Hebelarm bietet, um die Kurbel b zur Fortsegung ihrer Bewegung in derselben Richtung zu nöthigen; ebenso gut fann aber der Fall eintreten, daß die Kurbel b vom todten Punkte an in eine rüdfehrende Bewegung fällt, so daß die Kurbeln zu einander in die Stellung fommen, wie die puntirten Linien am und bn anzeigen. Diesem Zufalle hilft aber ganz ficher ab, wenn man eine dritte Welle c mit einer Gülfskurbel hins zufügt. Die Mittel der Wellen mögen fo liegen, daß fie womöglich die Spißen eines gleichseitigen Dreieckes bezeichnen.

Man sieht nun leicht ein, wenn man a als die treibende Welle annimmt und voraus feßt, daß die Rurbeln unterein: ander durch Lenkstangen verbunden sind, welche den resp. Ent: fernungen zwischen den Wellenmitteln genau gleich sind, daß in der gezeichneten Stellung die Kurbel b zur Kurbel a zwar in der ungünstigsten Stellung sich befindet, daß dies aber feinesweges mit der Kurbel c der Fall ist. Zwischen a und c ist die Lage der Lenkstange noch so, daß die Kurbel c nothwendig der Bewegung der Kurbel a folgen muß. Dasselbe Verhältniß findet aber zwischen c und b statt, so daß b der Bewegung von c folgen muß. Da nun c der Bewegung von a, und b der Drehung von c folgt, so geht daraus hervor, daß die Bewegung der Kurbel b auch nothwendig mit der von a übereinstimmen muß. Dies ist aber für jede dents bare Lage der Kurbeln der Fall, denn mag immerhin eine Kurbel zu einer der anderen in der Stellung des todten Punktes sich befinden, so steht sie dagegen zur dritten Kurbel in einer günstigen Lage und bewirkt durch deren Vermittelung die Uebertragung der Bewegung auf die zweite.

Ich habe diesen Bewegungsmechanismus, allerdings nur in kleinen Verhältnissen, aber für sehr rasche Bewegungen mehrfach in Ausführung gebracht und denselben vollfommen bewährt befunden *). Die Einrichtung der Lenkstangen habe

*) Der hier beschriebene Bewegungsmechanismus findet sich u. A. angeführt als Dreis, Vier- und Mehrfachkurbelsystem in Rebtenbacher's „Der Maschinenbau" (BD. I, S. 356) und wird bort namentlich für Turbinenschügenzige empfohlen.

D. Red. (2).

ich dabei fo angeordnet, wie es die Skizze Fig. 15 zeigt, wo: bei sich eine Adjustirung am leichtesten bewirken ließ. 68 wird nicht wenig Fälle geben, wo dieser fleine einfache Me chanismus mit Vortheil fic anwenden läßt, und will ich hier ein Beispiel anführen, welches die damit erzielte Vereinfachung recht in die Augen springen läßt.

Es existiren Flachsbrechmaschinen*), welche aus mehreren hinter einander gelagerten gleich großen und gleich raschlaufenden geriffelten Walzenpaaren bestehen. Der einzige Unterschied zwischen den verschiedenen Walzensystemen besteht nur darin, daß die Riffeln der vorderen Walzen immer gröber, als die des nächst dahinterliegenden Paares, find. Zur Bes wegungsübertragung dienen in der Regel Stirnräder mit Zwischenrädern, welche in Fig. 16, welche eine Sfizze einer solchen Flachsbreche darstellen soll, durch punktirte Kreise an

gedeutet sind. Eine der Walzen wird durch irgend eine Betriebskraft in Bewegung gesegt und überträgt ihre Drehung mittelst der Räder an sämmtliche übrigen Walzenpaare.

Man wird nicht leugnen fönnen, daß dieser Bewegungsapparat ziemlich schwerfällig ist, ohne besonders zu bemängeln, daß Zahnräder an Maschinen, bei deren Arbeit viel Staub und Spreu abfällt, wie dies beim Flachsbrechen der Fall ist, in vielfacher Hinsicht unbequem werden. Fig. 17 zeigt nun eine Slizge, wie die Bewegung der Walzen mittelst des Dreikurbelsystemes in einfachster Weise bewirkt werden kann. Der unten liegenden einzelnen Welle w kann vom Motor aus in jeder schicklichen Weise die Bewegung mitgetheilt werden, welche fie in der sfizzirten Weise auf sämmtliche Walzen überträgt. Die Einrichtung ist so einfach und aus der Sfizze verständlich zu entnehmen, daß eine Erklärung derselben nicht weiter noth: wendig scheint; daß sie aber vor der in Fig. 18 sfizzirten Einrichtung wesentlid)e Vortheile voraus hat, wird Jeder leicht einräumen.

6. Kayser.

*) Im „Polytechn. Centralblatt" (1866, Heft 1, S. 1) ist eine Hanfbrechmaschine ähnlichen Systemes mit 22 Paar Walzen beschrieben, bei welcher jedoch die Bewegung der Walzen durch conise Räder vers mittelt wird.

Beschreibung einer Frictionspresse mit Riemenbetrieb.

(Hierzu Figur 1 bis 7, Tafel I.)

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Im vergangenen Jahre wurde für die Hörn. Brod & Otterstedde in Ahlen eine Presse zur Fabrication von Weißblechwaren in der Maschinenfabrik von W. Breitenbad in Unna angefertigt. Die Schraube dieser Presse war mit 5 Fuß (1",57) langen Armen versehen, an deren äußeren Enden Kugeln von etwa 600 pfd. angebracht waren. Mittelst dieser Arme wurde die vierfache Soraube durch 4 bis 5 Mann in Bewegung gesegt. Die Arbeit war sehr anstrengend, und die Leistung dabei eine geringe, weshalb die Hrn. Brod & Otterstedde fich veranlaßt faben, die Presse für MaschinenVetrieb einzurichten. Nad verschiedenen Projecten wurde schließlich in obiger Maschinenfabrik die Ausführung in folgender Art bewerkstelligt:

Die Bewegung der Schraube A erfolgt durch zwei Frics tionssceiben B und C, welche den Umfang des Schwungrades D berühren. Zur Vermehrung der Reibung ist ein polzfranz a a, Fig. 7, mit der Hirnseite nach Außen um das Schwungrad gelegt, welcher durch einen eisernen King bb festgehalten wird. Damit die Frictionsscheiben stets den Umfang des Sdwungrades berühren und mit einer gewissen Kraft gegen dasselbe gepreßt werden, sind die schmiedeeisernen Federn E und F angebracht, vermöge welcher man die Sdjeiben beliebig fest andrücken kann. Auf der Welle jeder Frictionsfcheibe figen drei Riemscheiben, eine feste und zwei lose, welche ihre Bewegung von der Transmissionswelle erhalten.

Obgleich die Bewegung der Schraube A auch durch eine Frictionsscheibe hervorgebracht werden konnte, so ist doch die Construction mit zwei Scheiben deshalb vorzuziehen, weil durch dieselben die Schraube stets senkrecht geführt wird, was bei nur einer Frictionsscheibe nicht der Fall ist, weil vielmehr hierdurch die Schraube mit Schwungrad stets nach einer Seite gedrüdt würde, und ein fdynelles Verschleißen der Schraube

und Mutter nicht ausbleiben fönnte. Auch würde die Bewes gung nicht mit solcher Leichtigkeit erfolgen, wie bei vorliegender Construction.

Gift der Ausrüdhebel für die beiden Riemen; der Mechanismus H dient zum Feststellen der zu presfenden Bleche.

Zur Bedienung der Presse ist nur ein Arbeiter erforderlich, und wird gegen früher das Doppelte geleistet.

Die Presse ist jegt seit mehreren Monaten ohne Unterbrechung im Betriebe, und die ganze Ausführung als vollständig gelungen zu bezeichnen. Eine gleiche oder ähnliche Anordnung wird sich bei vielen anderen Pressen mit Vortheil anwenden lassen und namentlich da, wo mit großem und variablem Şube gearbeitet werden soll. Dann haben Frictionspressen gegen die gewöhnlichen Excentrifpressen noch den Vorzug, daß viel weniger Bruch entsteht. Hamm, den 28. Januar 1866.

Jof. Ernst.

Zusaß der Redaction.

Eine kurze Beschreibung der vorliegenden Presse findet sich bereits Bd. X, S. 482 d. 3. Die Erfindung ihrer Construction, d. h. die Anwendung der Frictionswellen zur Bes wegung des durch mechanische Kraft getriebenen Stanz- oder Prägwerkes muß wohl Chéret in Paris zugeschrieben werden, da im „Bulletin de la société d'encouragement pour l'industrie nationale“ (1861, T. VIII, S. 257), daraus übergegangen in Polytechn. Centralblatt“ (1861, S. 188) und ,, Schweiz. polytechn. Zeitschrift" (BD. VI, S. 139), die Beschreibung einer in dieser Art eingerichteten Münzpresse und ein Bericht über Versuche mit derselben von Laboulaye ents halten sind.

In der That ist die Anwendung der Frictionsübertragung für eine Arbeitsmaschine, welche plögliche Stoßbewegungen erhält und schnell ausgerügt werden soll, eine sehr zwecmäßige. Die hierbei außerdem gewählte Winkelübertragung bietet noch einen sehr gut benußten Vortheil, welcher darin zu sudjen ist, daß beim Niedergange der Preßschraube das Schwungrad auf der Frictionsscheibe ft fenft und der Hebelarm der Lesteren bei dieser Senkung vergrößert wird. Bei constanter Umdrehungszahl der Betriebswelle muß sich demnach beim Niedergange der Spindel die Geschwindigkeit der Lepteren vermehren und so eine gegen Ende des Stoßes besonders fräftige Wirkung desselben veranlassen.

Kurz vor Beendigung des Niederganges werden durch den Ausrüder die Riemen auf beide Losscheiben geschoben. Die starke Steigung der Preßschraube läßt nun selbstthätig den Rüdgang erfolgen, welcher nach weiterem Verschieben der Riemen durch die entgegengesepte Bewegung vollendet wird.

Rronauer'8 , Zeichnungen 2c.“ (BD. IV, Taf. 12 u. 13) enthalten genaue Abbildungen eines Olyéret'den Drucwerkes für Silberblech, welche von der hier von Hrn. Ernst mitgetheilten Construction in der Durchführung des Principes felbft versăieden ist, wozu noch eine gewisse selbstthätige Ausrückung der Presse hinzu kommt. Diese Verschiedenheiten, welche für specielle Anwendungen wohl Berechtigung finden möchten, sind folgende.

Zunächst ist die horizontale Betriebsriemenscheibenwelle durchgehend für beide Frictionsscheiben aus einem Stücke conftruirt und mit nur einer loren und einer festen Riemencheibe versehen; außerdem nicht am Gestelle selbst, sondern außerhalb desselben an besonderen Ständern gelagert. Während nun bei der auf Taf. I dargestellten Presse die Bewegungsumfehrung der Preßidraube durch Versdieben des Riemens gesdhieht (indem nämlich die links liegende feste Scheibe in demselben Sinne von der Transinissionswelle aus gedreht wird, als die redits liegende feste Scheibe), wird bei der Chéret': schen Presse durch den Ausrückhebel die ganze horizontale Welle mit den Frictionsscheiben verschoben, fo daß die eine

oder die andere der Legteren zur Wirkung kommt. Ift der Hub vollendet, so stellt der Arbeiter den Ausrüchebel so, daß beide Scheiben den Schwungradumfang nicht berühren und rüdt dann den Aufgang ein durch Anpressen der gegenübers liegenden Frictionsscheibe.

Damit nun aber der Aufgang der Preßschraube und fos mit des Schwungrades nicht zu hoch geschieht, da sonst ein Anstoßen des Legteren an die durchgehende horizontale Frictionsscheibenwelle erfolgen müßte, ist auf dem Umfange des Schwungrades (welches hier übrigens nur mit zwei schmiedeeisernen eingegossenen Armen versehen ist), eine Erhöhung angebracht, welche, beim Steigen gegen das Ende eines Hebels anstoßend, durch diesen die Ausrückung felbstthätig bewirft. Eine Verstellbarkeit des Subes ist ebenfalls vorgesehen.

Die Frictionsscheibe für den Niedergang, also während des Stoßens, wird mittelst des Ausrüdhebels durch den Druck des Arbeiters selbst gegen das Schwungrad gepreßt, während die beim Aufgange wirkende Frictionsscheibe durch ein Gewicht gegengedrüdt wird. Die statt dieser Anordnung auf Taf. I angebrachten Druckfedern möchten jedenfalls vorzuziehen sein, da hier von den Arbeiter fein besonderer Drud auszuüben, sondern hödyftens beim Wechsel der Bewegung der Ausrückbebel zu versdieben ist. Eine besondere Selbstarretirung beim Aufgange der Schraube ist hier nicht nothwendig, indem diese Arretirung sich von selbst dadurch bietet, daß, wenn das Schwungrad bis in die Mitte der Scheiben, also in die Are der Riemenscheibenwellen, gelangt ist, überhaupt keine Bewegung mehr an die Schraube übertragen wird. Der Hebelarm der Frictions deiße wird eben Null.

Wie a. a. D. mitgetheilt wird, find in Paris derartige Chéret dhe Pressen hauptsächlich zum Ausstanzen von Löffeln und Gabeln, zum Drücken von aus Blech fabricirten Gegenständen (hauptsächlich Silberarbeiten), sowie endlich zum Prägen kleinerer Medaillen z. in ziemlich großer Zahl im Gebrauche und bewähren sich vorzüglich.

L.

ver mis ch tes.

Tarif für technisch-chemische Analysen.

nach welchem die beeidigten Handelschemiker" die Gebühren für

technisch-chemische Analysen berechnen sollen. Wir entnehmen den Vielen unserer Leser wird es von Werth sein, den von der selben B. Rerl's Probirkunft, 1866, in welcher er nach der öfters R. R. österreichischen Regierung festgestellten Tarif kennen zu lernen, reichischen Zeitschrift aufgenommen ift.

1. In gewöhnlichen Fällen: 1) Qualitative Analyse von Legirungen, Kalksteinen, Mergeln und anderen einfachen Mineralien und Salzen

Sgr.

3 Fl. 2) Quantitative Analyse derselben

10

15 3) Qualitative Analyse von zusammengeseßten Mineralien; Schmelzfarben; Porzellan; Olas- und Thonwaren; Hobofenschlacken u. dgl.

5
20

8 4) Quantitative Analyse derselben

13

10
5) Qualitative Analyse von Brunnenwässern für technische Zwecke und
bei oberflächlich gestellten Fragen

3
10

5 = 6) Quantitative Bestimmung eines einzelnen Bestandtheiles

3
10

5 7) Qualitative Analyse von Mineralwassern als Handelsware

10

15 8) Quantitative Analyse von Mineralwassern:

a) lintersuchung bezüglich einer etwaigen Unterschiebung anderer
Wässer unter imitirten Marken

33
10

50 b) Quantitative Quellenanalyse auf sämmtliche Bestandtheile mittelft wiederholter controlirender Analyse

100

150

2 Thlr.

.

20 =

ол олол

1

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