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birge8 gewidmet. Es heißt da: „Untersuchungswürdig ist eine Lagerstätte, wenn fie die Aussicht gewährt, durch fortges fepten Betrieb bauwürdig ausgerichtet zu werden, und bauwürdig wird ste genannt, sobald und so lange als fte berspricht, die gesammten Kosten des Betriebes mit Einschluß der Interessen des Anlagecapitales zu deden." Gar manchem heißblütigen Unternehmer dürften diese beiden Sage zu ruhigerer Ueberlegung bers helfen. Wir müssen gestehen, auch dieser Theil hat unser Gesammturtheil nicht zu ändern vermocht.

Btsch.

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Maschinentbeile. Pumpenkolben mit Birkenrindeliderung. (Hierzu Figur 5 bis 10, Safel XVII.

Bergingenieur Heberle zu Falun beschreibt in Berg- und hüttenmänn. Zeitung" (1866, Nr. 36, S. 307) einen Kolben mit Liderung aus Birkenrinde für Bergwerkspumpen zum Keben eisens vitriolhaltiger Grubenwasser.

Die Liderung ist eine sogenannte , hydraulische", selbstthätige, indem die über dem Kolben ftehende Wassersäule bie Liderung gegen die Pumpenstiefelwandung anpreßt, und somit kein Nachspannen des Liderungsmateriales nothwendig ist. Der Rolben selbft ist ein durchbrochener (Ventilkolben), bei welchein aber, entgegen der sonst gewöhnlichen Anordnung, nicht das Ventil, fondern der Kolben felbft beweglich ist, und also jenes (eine Rugel) an der Stange feftitßt. Der Kolben verschiebt sich mithin auf der Stange.

Der Kolben, mit Kolbenstange und ohne Liderung in Fig. 5 Halb in Ansicht, halb im Durchschnitte gezeichnet, ist aus BirkenHolz angefertigt; in den 14 Zoll schwedisch (52mm) hohen und 11 Zoll (45) tiefen Einschnitt am Umfange wird die Liderung eingelegt. Diese besteht aus 8 in einander gesteckten Theilen, Fig. 8 und 9, welche somit einen Ring bilden, der nach außen hin verschiebbar ist, fich also burch inneren Wafferbrud ausdehnen kann. Jeder der 8 heile befteht wieder aus 2 Cheilen, Fig. 10, und jeder der Leßteren aus 12 bis 16 Stüdchen Birkenrinde, welche mit gepechtem Banffiirn (Schuhdraht) zusammengenäht stnb.

Der Kolben ist durchbohrt, und die 3 Zoll (89mm) weite Deffnung ist oben auf 2 Zoll (60mm) Höhe bis auf 48 Zoll (141mm) erweitert, so daß sich derselbe an den kleinen Hölzern k, k, welche mit hölzernen Nägeln an der Rolbenstange befestigt find, um 14 Zou (376m) auf- und abbewegen fann. Fig. 6 giebt die Seitenanficht der Rolbenftange ohne Kolben und Fig. 7 einen Querschnitt derselben.

Beim Niebergange ber Kolbenstange tritt das Wasser über die an derselben befestigte Kugel aus Birkenholz zwischen Kolben und Stange hindurch; Ersterer hebt fich bis unter die Bölzer k, k, reßt fich dann beim Aufwärtsgehen der Rolbenstange auf die Kugel auf und sperrt dem Wasser den Rüdweg.

Da wo der Einschnitt für bie Liderung angebracht ist, ist

Arbeitsmaschinen. Die Steinschleudermaschine von Þ. 6. Rittinger. (Hierzu Figur 3 und 4, Tafel XVIII.)

In der XIV. Versammlung deutscher Architekten und Inges nieure gab P. v. Rittinger eine Notiz über eine neue, von ihm construirte Maschine zum Zerkleinern von Steinen und Érzen, über welche wir nach dem Berichte über jene Versamm= lung auszüglich das Folgende wiedergeben.

Das Princip der Steinschleudermaschine beruht darauf, daß man einen mehr oder weniger spröden Körper eine folche Ger schwindigkeit mittheilt, daß er beim Stoße gegen eine feste Fläche zersplittern muß. Am paffendsten hierzu ift die rotirenbe Bewegung, indem bei derselben dem Rörper auch innerhalb eines kleinen Raumes eine bedeutende Geschwindigkeit in tangentialer Richtung gegeben werden kann.

Es werden nun bei der in Rede stehenden sogenannten Steinschleudermühle die zu zerkleinernden efteinstücke durch eine Einschüttöffnung auf eine, in schnelle Umdrehung verseßte, mit radialen Schaufeln befekte horizontale, Scheibe gebracht und durch die Gentrifugalkraft von derselben gegen einen mit Zähnen versehenen starfen Ring geschleudert. Das zerkleinerte Gut fällt zwischen Scheibe und Ring hindurch in zwei Abfalltrichter und von diesen nöthigenfalls auf eine Kornsortirvorrichtung.

Fig. 3 und 4, Taf. XVIII, geben die Skizze einer solchen 3erkleinerungsmaschine im Querschnitt und horizontalen Durchschnitt nad AB, Fig. 3 in to der natürlichen Größe. In denselben bedeutet aa das Gestell der Maschine, welches oben den gezahnten Ring bb trägt; Leşterer ist in dem Gestelle festgefeilt. Das e ftell geht unten in die Abfalltrichter cc über und ist oben durch einen Deckel d geschlossen, in welchem fich die Einschüttöffnung e befindet.

Die rotirende Scheibe ff mit den radialen Blechschaufeln g,g.. ift auf der stehenden Welle h befestigt, welche Leştere ihre Bewes gung mittelft conischer Räder von einer liegenden Welle erhält,

Bei einigen vorläufigen Versuchen über die Leistungsfähigkeit dieser Maschinen hat man bei einer disponiblen Kraft von 4 Pfrüft. und bei 1000 Umgängen der Scheibe in der Minute ftündlich 10 Ctr. quarzige Bleiglanzgraupen bon 6 Rorngröße vollftändig in Mehl verwandelt.

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Berichtigungen zu Heft 7, 9 und 10. In Fig. 1, Blatt 8 (zu Seite 434) lies: 12; Yx; 12; v

flatt: 1; Yo ; 1; V. Seite 434, Zeile 12 von oben lies: 10334

statt: 10,334
436,
10
lies: 2.10334

ftatt: • 2,10334
11
lies: 5, 10334

ftatt: 5,10334
12
lies: 8. 10334

ftatt: 8,10334
13
lies: 14.10334

ftatt: 14,10334

3 국
461,
9

lies: V Pr
557 in der Tabelle bei 11. lies: Rheinfisch statt: Steinkohl ferner lies: 11 (290m)
12. lies: Steinkohl statt: Rheinfisch

lies: 16 (420**) 39. lies: Jüldjer statt: Fülcher

lies: 20 unter der Tabelle bei **) lies: 2,092

ftatt: 3,092
559, Zeile 8 von oben lies: Fülcher

ftatt: Fülcher
11
lies: James - Grube

statt: Fannes - Grube
13
lies: Ichenberg

statt: Sdenberg
590,
8 unten lies: Fortseßung

ftatt: Schluß
629,
2
lies: 386

statt: 336.

statt: VPr

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R. 3.

statt: 16 (420mm)
statt: 11 (290mm)
statt: 10

1. W. Schate's Buchbruderei (L. S dabe) in Berlin, Stallschreiberftr. 47.

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M i t t he i I ung e n
aus den Sißungsprotokollen der Bezirks- und 3 w eigoereine.
Bezirksverein an der Lenne.

seines eigenen Wirkungskreises gerabeweges Propaganda (Fortseßung von Seite 481.)

Dafür zu machen sucht.

3) Der Bezirksverein A. 0. Lenne erkennt dafür, daß die VI. Versammlung vom 28. April 1867 in Siegen. –

von Thomée vorgeschlagene Vereinslehre" allen AnVorsigender: Br. Hardt. Protokollführer: Hr. H. Thomée sen.

sprüchen vollständig genüge, und steht daher nicht an, Anwesend: 21 Mitglieder unb 15 Gäste.

deren Adoption hiermit auf's Angelegentlichfte zu empfehGemäß der unterm 18. Februar. a. c. durch den Vorstand

len. des Hauptvereined an sämmtliche Bezirksvereine ergangenen Auf

Der zweite Gegenstand der Tagesordnung betraf ein Referat forderung unterzog fich Hr. Kugel einer nochmaligen eingehenden

Des Hrn. Þeinemann über Erörterung der schon mehrfach behandelten *)

die Stellung der Civil Ingenieure ber Privatindustrie Drahtlehrenfrage,

gegenüber *), an derem Schlusse zu nachstehender, von der Versammlung ein

wozu gleicherweise vom Vorstande des Hauptsvereines durch oben stimmig gebilligten Resolution gelangend:

angezogenes Schreiben die besondere Veranlassung geboten worden 1) Die Einführung einer allgemein gültigen Normallehre

war. Das Referat hatte eine recht lebhafte Discusston zur Folge für Draht, Bledy und verwandte Artikel ist ein schon

und führte schließlich zu einer vom Referenten concipirten Resolängst gefühltes und nachgerade fo bringend gewordenes

lution in nachstehender Fassung: Bedürfniß, daß dessen endliche Befriedigung mit allen

1) Der Bezirksverein a. 6. Lenne schließt fich mit seinen Kräften anzustreben bleibt.

Ansichten zur Sache den in der Generalversammlung 2) Die Lösung dieser für die ganze Geschäftowelt in com

des Berliner Bezirksvereines vom 19. März 1866 bon mercieller nicht minder, als auch in technischer Beziehung

A. Pütsch entwickelten **) durchaus an und erklärt seine so hochwichtigen Aufgabe gehört recht eigentlich zur Com=

völlige Uebereinstimmung damit. petenz des Vereines deutscher Ingenieure und wird zwei

2) Insbesondere hält er dafür, daß zunächst eine zweckmäßige felbohne dadurdy herbeizuführen sein, daß derselbe es

Vereinigung das wirksamste Mittel zur Gebung der unternimmt, auf Grund der von sämmtliden Bezirks

bisherigen Stellung der Civil- Ingenieure gegenüber dem vereinen eingebenden gutachtlichen Aeußerungen demnächst

Publicum sein würde. durch eine besondere Fachcommission eine rationell ent

3) Nicht nur das eigene Interesse der Civil - Ingenieure, worfene Lehre festzustellen und deren obligatorische Ein

sondern auch das Interesse des industriellen Publicum: führung bei den deutschen Regierungen zu beantragen

und des Deutschen Ingenieurvereines machen es jedoch ebentuell auch gleich wie es hinsichtlich des Metermaßes

äußerst wünschenswerth, baß eine solche Vereinigung nicht in so erfolgreicher Weise bereits geschehen) innerhalb

*) Vergl. hierüber Bd. IX, S. 41 u. 726; Bd. X, S. 257 und *) Vergl. Bd. X, S. 33, 545 u. 611 und BD. XI, S. 135, 241, BD. XI, S. 691. 369, 409, 428, 565 u. 681 6. 3.

**) Siehe Bb. X, S. 257 8. 3. D. Red. (L.)

D. Red. (L.)

Ein Dritter von Hrn. 6. Rugel angesagter Vortrag

über die Mittel zur Gebung der arbeitenden Clafsen mußte mangels Zeit zurückgezogen werden. Das Thema gab indeß zu einer vorläufigen Erörterung darüber, ob denn übers haupt die Verfolgung solcher dem socialen Gebiete entlehnten Materien mit der Tendenz eines Ingenieurvereine nicht im Widerspruche stehe. *)

Gs mufite indeß anerkannt werden, daß das Webeihen von Induftrie und Gewerbe einerseits und das Wohlergeben der arbets tenden Classen andererseits in zu enger Wechselwirkung miteinander ftehen, als daß nicht Jedermann und vorzugsweise also auch der so recht mitten in praktischen Leben stehende Techniker fich berufen fühlen sollte, zur Lösung der hier fich bietenden schönen Aufgaben nach Kräften beizutragen. Es wurde daher unter besonderem Hinweis auch auf andere durch den Verein deutscher Ingenieure schon behandelten Präcebenzfragen (Arbeiterwohnungen, Patents gefeßgebung, Organisation technischer Lehranstalten, Stellung der Civil- Ingenieure uc.) ber fragliche Vortrag des Hrn. Rugel in beffen Einverständnisse für eine der nächsten Sigungen in Aussicht genommen.

Um neben den Vorträgen und sonstigen geschäftlichen Oblies genheiten bei den Zusammenfünften auch noch einige Zeit zur uns gezwungenen Unterhaltung und für den freien geselligen Verkehr zu erübrigen, wurde beschlossen, die Sißungen fünftig hin schon am Vormittage beginnen zu laffen.

Der kurze Rest des Sigungøtages wurde sodann unter Füha rung des Hrn. Vehling zur Befichtigung der Thomée' Tchen neuen Walzwerkdanlage benußt.

H. I homée sen.,

Schriftführer.

aus fich selbst, sondern aus dem deutschen nges nieurbereine herauß fich conftituire. Die erften Mitglieder dieser Vereinigung, welche etwa die Benennung „Deputation der Civil-Ingenieure“ führen könnte, würden von vornherein eine Vertrauen erweckende Stellung erlangen, wenn dieselben aus der freien Wahl der Bezirfe - und Zweigvereine, in welchen zugleich eins flußreiche Factoren des industriellen Publicums vertreten find, hervorgehen. Die späteren Mitglieder des Vereinet werden zweckmäßig keinesfalls ohne vorgängigen Vorschlag eines Bezirke- oder Zweigvereines und ohne den Nachweis praktischer Bewährung durch die Vereinigung

selbft ernannt werden. 4) Die Frage über die geschaftlichen Normen der Civil

Ingenieure möchte am zweckmäßigsten in den Statuten der neuen Vereinigung, welche von derselben, nach ihrer Conftituirung durch die Wahl der Bezirks- und Zweige vereine, zu vereinbaren und der Genehmigung des Haupts

vereines zu unterbreiten sind, ihre Erledigung finden. Hr. Gregor feffelte sobann längere Zeit hindurch die Aufmerksamkeit der Versammlung durch einen Vortrag über Sie mend'sche Ga&generatoren. Einige gegen die Haltbarkeit gedachter Apparate aufgeworfene Bedenken glaubte Redner am besten mit dem Hinweis auf die in neuester Zeit an vielen Orten und zu den verschiedensten Zwecken bewirkten, höchft gelungenen Ausführungen heben zu dürfen. –

Redner referirte hierauf über eine im Engineering“ (1867, Nr. 68) beschriebene und abgebildete, in den India - Docks in Ges brauch stehende

eigenthümliche Aufziehvorrichtung und empfahl biefelbe für geeignete Fälle zur Nadjahmung. Zum allgemeinen Verständniß des fehr einfachen Mechani&mus genügt es, fich eine horizontal gelagerte Schraubenspindel mit sehr steilem Gewinde zu denken, welche vermittelft einer alternirend auf derselben durch Waffer- oder Dampfdruck hin- und hergeschobenen Mutter (ähnlich wie bei einem bekannten kleinen Bohrwerkzeuge) in die entsprechend drehende Vor- und Rückwärtsbewegung gefekt und somit unter Zuhülfenahme einer auf dem einen freien Spindelende befestigten Seil- oder Rettenscheibe angemeffener Größe ohne Weiteres zum Aufziehen resp. Berablaffen von Laften gefchtet ges macht ist.

Zwei dieser Aufzugmaschinen arbeiten mit einem Wasserdrud von 700 Bfb. engl. pro Quadratzoll (49,5 Kilogrm. pro Quadratcentimeter); die eine hebt 5 Ctr. 24 Fuß (7",3) hoch, die andere 1 ton (20,3 Ctr.) 40 Fuß (12") hoch. Bei der legteren beträgt der Hub des Kolbens 4 Fuß (1“,37), die Steigung der Schraube 15 Zoll (380mm) und der Durchmesser der Windetrommel 2 Fuß 7 Zoll (787""). Die Maschinen arbeiten mit größter Rube und Regelmäßigkeit.

Hiermit war die heutige Sagesordnung erschöpft, welchem, Dank der gütigen Vorsorglichkeit der Siegener Freunde, ein recht Heiteres Mahl folgte.

VII. Versammlung vom 28. Juli 1867 in Werdohl. -Vorstbender: Hr. Hardt. Protokollführer: H. Thomée sen. Anwesend: 15 Mitglieder und 1 Gaft.

Hr. Carl Kugel erstattete Bericht über die diesjährige Hauptversammlung in Alerisbad, welchem ein Vortrag des Hrn. Decar Schrader über Dekonomie des Wasserdampfe8 im Walzwerksbetriebe folgte.

Redner erklärte sich zur ausführlicheren Veröffentlichung seiner Anschauungen durch das Vereinsorgan gern bereit. *)

Oberschlesischer Bezirksverein.

(Fortsegung von Seite 425.) Sißung vom 16. März 1867 in Olelwit. - Vorftgens der: Ør. E. Nad. Protokollführer: Hr. Hammer. Anwesend 21 Mitglieder und 4 Ofte.

Zum Zwecke einer Ercursion begab sich nach gemeinschaftlich eingenommenem Mittagsmahle die Gesellschaft nach der bet Gleis wiß gelegenen, erst seit Kurzem im Betriebe befindlichen neuen

Draht- und Kettenfabrik der HHrn. Kern & Co.

Unter Führung des Hrn. Kern wurde das Etablissement dem Gange der Fabrication entsprechend in allen seinen Einrichtungen beftchtigt.

Der Bau des ganzen Werkes wurde im Jahre 1865 begonnen, und im November 1866 baffelbe in Betrieb gefegt.

Zum Betriebe fämmtlicher Arbeit8maschinen u. dient eine im Mittelbau des Hauptgebäudeg befindliche 70 pferdige Hochdruckmaschine aus der Fabrik des Hrn. Fabriken-Commiffarius şofmann in Breslau. Bon der Hauptwelle aus werden mittelft Räderbetrieb 4 Wellenleitungen in Bewegung gesegt. Die beiden ersten Wellen treiben im linken Flügel des Gebäudes 8 Grob drahtzüge, bie dritte Welle die im rechten Flügel befindlichen 21 Drahtnågelmaschinen in den verschiebenften Größen. Außers dem befinden sich in diesem Locale eine Drehbank, eine Bohrmaschine, 6 Schraubstöcke und ein kleines Schmiedefeuer zuin Glühen und Härten der Werkzeuge. Die vierte Iraněmiffiongwelle überträgt die Bewegung in den ersten Stock auf 2 Linien zum Betriebe von 18 Feinzügen im Mittelbau und auf 3 linien im

*) Der Vortrag wird in einein nächsten Hefte ausführlich mitgetheilt werden.

D. Red. (2.)

*) Vergl. BD. IX, S. 379 u. 567 und BD. X, S. 228 u. 239 dieser Zeitschrift.

D. Red. (L.)

linken Flügel von 12 Mittelzügen; 12 weite Mittelzüge in dem selben Locale sind noch im Bau begriffen.

3m erften Stock des rechten Flügele befindet sich der Pada und Magazinraum. Hinter dem Hauptgebäude und parallel mit diesem ist das Wasch-, Glüh- und Resselhaus und dahinter die 100 Fuß (32") hohe Effe.

Der Waschraum enthalt 12 Drahtwäschen, welche ihre Bes wegung von einer der Grobzuglinien erhalten. Ueber den Wäsche plaßen befindet sich auf der ganzen Länge ein Wasserreservoir mit Hafnen und Brausen zum Spülen des Drahtes. Zum Beizen find 4 große mit Dampfzuleitung bersehene und 4 kleinere deegl. nebit 2 Ralfbottichen vorhanden. Gegenüber der Wäsde find 4. Glühöfen freisförmig um einen 60 Ctr. tragfähigen Krahn angelegt; die Heizung derselben geschieht vom gewölbten Souterrain aus.

Iin Resselhause sind 2 Stůd Dampfkessel aus je einem Obers kefsel und 2 Siederohren bestehend nebst den nöthigen Dampf= pumpen aufgestellt.

Noch ist in einem abseite belegenen Webäude die Orobschmiede mit 2 Feuern und 2 Scheeren zum Schneiden der Rettenglieder vorhanden; dahinter liegt die Kettenschmiede mit 6 Reihen à 5 Feuer und in der oberen Etage die Tischlerwerkstatt.

Nachdem Hrn. Rern seitens des Vorstandes für die so freunds liche Aufnahme und Bereitwilligkeit der Dank der Versammlung ausgesprochen war, begaben sich die Anwesenden hierauf nach dem in der Nähe gelegenen Etablissement Der Draht- und Rettenfabrik des Hrn. 23. Segenfeldt in

Petersborf bei Gleiwik. Das Etablissement, welches das älteste seiner Art in Obershlesten ist, umfaßt:

Ein Drahtfahnellwalzwerk mit Riemenbetrieb, durch eine Dampfmaschine (sogen. Schnelläufer von 120 Pferdestärken bes trieben. Den Dampf liefern 6 Dampfkessel; zum Wärmen der Paquete find 2 Schweißöfen vorhanden.

Die Verfeinerung und Bearbeitung des erzeugten GrobDrahtes erfolgen vermittelst:

34 Grobzügen, 32 Feinzügen, 5 Glühöfen, 12 Drahtwäschen, 40 Nagelmasdinen, 63 Rettenschmiedefeuern (mit Ventilator) mit 2 Scheeren, 12 Polirfassern, 1 Drahtseilmaschine (nach schottischer Bauart), welche zusammen mit 3 Dampfmaschinen von in Summa 80 Þfrcft. betrieben werden.

Hanfseilerei.

Zum Probiren der Retten auf ihre Iragfähigkeit dient eine Kettenprobirmaschine.

Außerdem ist eine Reparaturwerkstatt mit 4 Somiedefeuern, 1 Hobelmaschine und 2 Drehbänken vorhanden.

Die beiden getrennt liegenden Werke, das ältere mit den Drahtzügen und den Schmieden 16. und das ncuere mit dem Walzwerke, find, sowie die einzelnen Fabricationszweige, durch Schienengeleise untereinander verbunden.

In den verschiedenen Branchen werden zusammen ca. 350 Arbeiter beschäftigt, und beträgt die Production des Etablissement ca. 124 pot. der Gesammtproduction in Preußen.

Der unter Leitung des Hrn. Þegenscheibt und der Werksbeamten ftattgefundenen Besichtigung folgte auf freundliche Eins ladung des Hrn. Befigers die Einnahme eines Imbisses und hier: auf die Vereinsitßung.

Nach geschäftlichen Mittheilungen des Vorsigenden fand die Bestellung mehrerer Commissionen Statt zur Begutachtung der vom Vorftande des Hauptvereines zur Behandlung vorgelegten Fragen.

Sißung vom 14. April 1867 in Rattowig. – Vors fißender: Hr. Nad. Protokollführer: Hr. Reichel. Anwesend 16 Mitglieder und 6 Gäfte.

Nach geschäftlichen Mittheilungen verlaß der Vorfişenbe ein Schreiben des ørn. Gier, worin derselbe die interessante Mittheis lung macht, daß bei einem Gesuche, um Ertheilung einer Conceffion zur Erbauung einer neuen Dampf

Refselanlage, der betreffende Königliche revidirende Baubeamte zwischen dem Mauerwerke der einzelnen Refiel ebenso, wie zwischen dem Kesselmauerwerk und den Gebäudewänden einen Spielraum von mindestens 3 Zoll (79**) berlangt habe. Alle Anwesenden waren barüber einig, daß eine derartige Interpretation den geseglichen Vorschriften, welche in ihrem Wortlaute eine solche Forberung nicht begründen *), nur zu sehr den Wunsch rechtfertige, die Reviston von Resselanlagen durch wirkliche Fachtechnifer ausgeführt zu feben. **)

Auf das Rundschreiben des Bezirksvereines, betreffend die Versuche über die Festigkeit des oberschlesischen Gisens, waren von mehreren Werken zustimmende Antworten eingegangen, welche berlesen wurden. Hierauf sprach Hr. Schmahel

über Gebläsemaschinen. Medner berwarf unter Anerkennung vieler Vorzüge die Anwendung liegender Gebläsemaschinen und hielt die ftehenden Maschinen mit Balanciere und Schwungrab für die beften. Bei einer Anlage von 2 und mehr ohöfen sei e& ferner beffer, meha rere ftatt einer großen gleich starken Maschine anzuwenden, da bei einer bei Reparaturen jedesmal die ganze Anlage außer Betrieb gefeßt werden muß. Es feien auch die Unterhaltungskosten mehe rerer Maschinen geringer, als die Nachtheile betragen, welche durch plögliche Betriebseinstellung fämmtlicher Hohöfen entstehen, wenn durch Heparatur ein längerer Stilftand der einen großen Mas fchine geboten ist. Ueber

Anwendung von Chlorbarium ***) zur Verhütung von Reffelsteinansats theilte Hr. Reichel mit, daß er fence Material mit gutem Erfolge bei dem Dampfteffel der Drehwerkftatt zu Laurahütte anwende.

Der Kessel hat 139 Obrtff. (13,7 Obrtmtr.) Heizfläche, ist von Cornwaller Construction mit einem Feuerrohre und wird mit gypshaltigem Wasser gespeift. Ein Quantum von 2 Pfd. Chlorbarium pro Woche, in das Speisewasser in aufgelöftem Zuftande geschüttet, genügt, um die Reffelwandungen von Reffelftein frei zu halten. Dabei wird jede Woche zweimal etwas Wasser abgeblasen, wodurch ein Theil des am Boden befindlichen, fehr feinen weißen Schlanne mit fortgeriffen wird. Aue 2 bis 3 Mo nate wird der Reffel gereinigt; D. h. der auf dem Boden befinds liche durch das Abblafen nicht vollständig entfernte Schlamm wird ausgefehrt.

Sißung vom 1. Juni 1867 zu Zabrze. - Vorfißender : Hr. Hammer. Protokollführer: Þr. $. Siinpf. Anwesend 10 Mitglieder und 4 Gäfte.

Der Vorsißende theilte der Versammlung mit, daß fich in Warschau und Umgegend ein Bezirksverein des Vereines deutscher Ingenieure gebildet habe.

In Betreff der über schlesische Eisensorten vorzuneh

1

*) Vergl. Bd. V, S. 275 0. 3.

**) Vergl. über die Revision der Reffelanlagen BD. IV, S. 198 u. 199; Bd. V, S. 223 u. 275; BD. VI, S. 92; BD. VII, S. 80, 86, 169, 170 11. 249; BD. VIII, S. 35, 88, 160 11. 185; Bd. IX, S. 28, 73, 366, 568, 592 u. 593 und Bd. X, S. 230 8. 3.

***) Vergl. Bd. VIII, S. 283; Bd. IX, S. 315 u. 428 und Bd. X, S. 351 D. 3.

(D. Neb. 2.)

menben Festigkeitsversuche *) wurde der Antrag des Hrn. Schimpf angenommen:

Eine Commission aus mindestens 5 Mitgliedern zu wählen, zur Feststellung eines Kostenanschlages und Vertheilung der resultirenden Summe auf die einzelnen Werke, deren Eisensorten probirt werben, nach Maßgabe der Höhe ihrer Production, sowie zur Leitung der Ver

suche im Augemeinen und Speciellen." Zur Vertretung des Bezirksvereine auf der diesjährigen Hauptversammlung zu Alerisbab bewilligte die Versammlung die Summe von 40 Thlr. und wählte einen Vertreter.

Darauf wurde das nachstehende Protokol der Commissions: sigung zur Begutachtung der Dr. Grothe'schen Abhandlung (Bb. X, S. 535 D. 3.) über die Lehranftalten zur Vorbildung für polytechnische

Schulen **), welches von der Verfammlung genehmigt wurde, verlesen.

Bezitglich Zweď und Charakter besagter Schulen erkannte die Commission die von ørn. Dr. Grothe aufgestellte Forberung an; diese Schulen sollen die Erlangung vollständig umfassender Vors bildung für den Beruf des höheren Gewerbslebens, ber neueren ießigen Fabrikthätigteit, sowie für das erfolgreiche weitere Studium der Ingenieurwissenschaften ermöglichen, Dagegen trat die Commission der Ansicht des Verfaffers entgegen, daß dieser Zwed durch die auf Grund bejagter Abhandlung imgeänderten Gewerbjdulen erreicht werden könne. Vielmehr wäre, um obigem Zwede zu entsprechen, eine weit umfassendere Umgestaltung sämmtlicher, bis jeßt vorhandenen Vorbildungsschulen zu technischen Zweden nöthig.

Ad Abschnitt B: Aufnahmebedingungen für quästi onirte Sculen, beansprucht Berfaffer für diese Sculen den Standpunkt von Schulen h8heren Grabes und motivirt denselben durch das Vorhandens fein einer algemeinen Ausbildung, welche er specieller in 9 Punkten er: klärt. Die in diesen 9 Bunkten aufgezählten Kenntniffe entsprechen jedoch dem Ausbildungsgrabe eines Quintaners und nicht, wie Verfaffer behauptet, dem eines Obertertianers eines Gymnasiums, geschweige eines Secundaners einer Realschule. Die Commission ist daher der Ansicht, diese Kenntnisse als Aufnahmebedingungen zu denen eines Secundaners zu erweitern; zugleich aber auch die vom Verfasser aufgestellten Bedingungen über das Alter und polizeilichen Nachweis sittlider Führung der aufzunehmenden Schüler fallen zu lassen, die Aufnahme vielmehr lediga lich von den erlangten Kenntnissen und Fähigkeiten abhängig zu machen, welche in jo jungen Jahren wohl chwerlich von der Polizei überwadit werden dürften.

Ad Abschnitt C: Verfahren zur Ergritndung dieser Aufnahmeerfordernisse, stellt Verfasser, als zur fofortigen Aufnahme genügend, das Abgangszeugniß von der Obertertia eines Gymna: fium8, resp. von der Secunda einer Realschule hin, segt also leka tere Schule dem Gymnasium nach, obwohl er im Abschnitt A die Reals schulen dem Gymnasium vorzieht. Die fernere Forderung der GewissenHaftigkeit des Urtheiles über ein Aufnahmeeramen in zweiter Linie dürfte wegfallen, da man von jedem Examinator Gewissenhaftigkeit des Urtheiles vorausseßen muß.

Ad Abschnitt D, E, G und H: Pehrgegenstände und ihre Bebeutung. Ausbehnung der Lehrgegenstände. Bertheilung des Lehrstoffes auf Curse und Stunden. Diese drei Abschnitte mußten wegen der Uebersichtlichkeit und Abhängigkeit untereinander zusammen betrachtet werden. Verfaffer geht aus von einem obligatorischen Gesammtcursus von 2 Jahren, welchem er einen nicht obligatorischen Cursus von einem Jahre hinzufügt. Hiergegen sprachy fich die Coms mission ganz entschieben aus. Bei der großen Anzahl von verschiedenen Pehrfächern und der Bedeutung des zu absolvirenden Pensums find nach Anficit der Commission 3 Jahre burchaus erforderlich.

Xuch nahm die Commission aus Abschnitt D Veranlassung zu dieser Ansicht, in welchem Abschnitte Berfaffer die Lehrfächer in þauptgebiete und solche zweiter Linie trennt, was wohl nur so zu verstehen ist, daß die Lehrfächer in folche von allgemeiner Bedeutung und folche von nur fachlicher Bedeutung zu trennen seien. Commission erachtet daher dafür, daß die in D genannten Hauptgebiete in 3 Semestern für sämmtliche Schüler obligatorisch sein sollen, während in den nächften 3 Semestern eine Trennung der Lehrfächer in fachlicher Hinsicht eintreten müßte. Nur auf diese Weise ist es möglich, bei zahlreichem Besuche ber Anstalt ben Sdilern in der gewählten speciellen Fachrichtung die n8thigen und auch vom Verfasser gewünschten Vorkenntnisse beizubringen.

Mit der in Abonitt E ausführlich dargestellten Ausdehnung ber fehrgegenstände fonnte fic die Commission im Allgemeinen einverstanden erklären, namentlich über die Handhabung des Unterrichtes in der deuts fchen Sprache, fowie in ben Naturwissenschaften. Nad Anficit ber Com. miffion ist jedoch der Unterricht in der Bauconstructionslehre, sowie der in der Maschinenlehre bei Vertheilung des Lehrstoffes auf Stunden zu bürftig bedacht, und müßten mehr Stunden dafür angesegt werden. Verfaffer motivirt zwar die Beschränkung des Unterrichtes in der Baus constructionslehre baburch, daß besagte Sdulen feine Schüler als Abi. turienten für die Hochbausculen entlassen dürften; jedoch fold bies ja nicht der einzige Zweck der Schulen sein, sondern vielmehr sollen diese Sculen auch die sogenannten Baubandwerkerschulen in fich vereinigen. Eine Ausschließung des Bauhandwerkes hieße ja wieder etwas Halbes schaffen, während doch sämmtliche technischen Gewerbe ihre Pflanzstätten in besagten Schulen haben foứen.

Ferner konnte sich die Commission der Ansicht und Hoffnung nicht erwehren, baß falls diese Schulen die in der Einleitung ausgeführte Organisation erhalten, dieselben auc zu Entlassungsprüfungen für die Bauhochschulen Preußens berechtigt sein werden, was bann um so eber der Fall sein muß, wenn, wie in den, dem Vereine vorliegenden, Promemoria des Hrn. C. Gaertner über die technischen Hochschulen BreuBens, die. Vereinigung dieser Bauhochschulen mit den Gewerbe - Afabemieen als nothwendiges Bedürfniß angestrebt wird. Nur in diesem Sinne find besagte Schulen wirkliche und zu Recht bestehende Vorbildungsschulen der für das höhere Gewerbsleben fämmtlicher technischen 3weige nöthigen Renntnisse.

Mit dem in den übrigen Abschnitten aufgestellten Forderungen konnte sich die Commission zwar im Allgemeinen einverstanden erklären; doch hielt sie dafür, daß, da dieselben nur eigentlich Schulregulative find, diese dem jeweiligen Votftande der Schulen im Speciellen überlassen werden müffen.

Dreßler. R. Bedfe. $ammer. $. Sdimpf. -

Hierauf wurde die Sigung unterbrochen, und eine Grcursion zur Concordiagrube und Donnerêmarckhütte unternommen.

Nach Einnahme eines gemeinsamen Mittagsnahles kehrte man zur Lagesordnung zurück, und verlas Hr. Troschel das Protokol der Commissionsstßung zur näheren Beleuchtung des Standes der Civil - Ingenieure, welches genehmigt wurde.

Hierauf machte Hr. Rott Mittheilung über eine auf Olciwigerhütte borgenommene

Sprengung einer Sohofensau mittelft Nitroglycerin. *) Dieselbe, von etwa 350 Otr. Gewicht, wurde durch 12 Schüsse mit glänzendem Erfolge in Stücke von 15 bis 20 Ctr. zerrissen, und zwar so günstig, daß die einzelnen Stücke am Sprengungô= orte unmittelbar liegen blieben. Zu jedein Sdusse wurden 2 bis 4 Loth Nitroglycerin, je nach Größe des Bohrloches, in einer Papierpatrone in das Loch gesenkt, in Leştere ein Stück mit Guttapercha umsponnener Zündschnur, an derem Ende ein Kupferhut mit Pech befestigt war, eingehängt, das Bohrloch mit Sand ges füllt, und nun die Zündschnur mittelst Schwefelfaden entzündet.

*) Vergl. BD. VII, S. 524 6. 3.

**) Vergl. hierüber Bd. X, S. 298 und Bd. XI, S. 127, 187, 233, 359, 420, 421 u. 868 0. 3.

D. Red. (L.)

*) Ueber Nitroglycerinsprengungen f. BD. VII, S. 580; BD. IX, S. 549; Bd. X, S. 355 und Bd. XI, S. 501, 615 u. ff.

D. Heb. (2.)

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