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Stahldrahtglühofen.

(Vorgetragen in der Versammlung des Bezirksvereines an der Lenne vom 5. August 1866.)

(Hierzu Figur 1 und 2, Tafel XVIII.)

Der in den Figuren im Quer- und Längsschnitte dargestellte Ofen dient zum Ausglühen von Stahldraht. A, A sind zwei Retorten von feuerfestem Thon, vorn durch die gußeisernen Thüren B, B luftdicht verschlossen. a, a . . bezeichnen schmiedeeiserne Schienen zum Tragen der Stahldrahtringe.

Nachdem der Ofen langsam angewärmt worden, steigert man die Hitze allmälig, bis die Retorten starke Rothglühhitze haben. Dann bringt man den auszuglühenden Stahldrahtring in die Retorte, läßt ihn so lange in derselben, bis er kirschroth geworden, worauf er herausgenommen und in eine neben dem Ofen befindliche Grube mit Holzkohlenlösche zur Abkühlung gelegt wird.

Ist der Ofen regelmäßig im Betriebe, so ist man im Stande, so viel auszuglühen, daß 4 Scheiben im Grobzuge durchweg in Arbeit bleiben.

Um das Zerspringen der Retorten zu verhüten, muß man beim Anfeuern die Hitze allmälig steigern und beim Außerbetriebsetzen dieselbe allmälig verringern.

Wilh. Peipers.

Neue Rostanordnung nach Fairbairn's Principe. (Hierzu Figur 1 bis 4, Tafel XIX.)

Der bis jetzt angewendete Fairbairnrost litt bei großen Kesseln daran, daß man, ohne den Roststäben eine oft schlecht zu bedienende große Länge zu geben, einen Rost anordnen mußte, welcher wegen zu großer Breite das Nebeneinanderlegen von mehreren großen Kesseln ohne Zwischenräume oder sehr starke Mauerung unmöglich machte. Außerdem vereinigte dieser Rost bei wechselweiser Bedienung die vom glühenden Roste kommenden vollkommen verbrannten Producte mit denen vom frisch aufgegebenen Roste kommenden, zur endlichen Verbrennung der letzteren, nicht genügend, indem beide Gase eine Durchdringung nicht nöthig hatten und neben einander unter dem Kessel hinzogen. Den letzteren Uebelstand beseitigte man durch Lenkzungen und auf noch bessere Art durch Anordnung des Fairbairnrostes als Schachtrost. Diese letzte Anordnung bedingte aber eine so hohe Lage des Kessels oder entsprechend tiefe Lage der Feuerung, daß sie auf viele praktische Schwierigkeiten stieß. Der in den Zeichnungen gegebene Rost beseitigt diese Mängel und empfiehlt sich in anderer Hinsicht der Anwendung. In Fig. 1 und 3 bedeutet A ein Entlastungsgewölbe, B Asche. Der Rost vereinigt die von den beiden Rosten kommenden in verschiedenen Verbrennungsstadien stehenden Producte auf eben so innige Art, wie beim Schachtroste, vermeidet den namentlich bei diesem Principe schädlichen Einfluß einer direeten Heizfläche, da sich die Gase im noch glühenden Gemäuer vereinen, ohne vom Kessel eine Wärmeentziehung zu erleiden. Das Uebereinanderlegen der Roste giebt ein schmales Ofengemäuer, so daß man denselben bei den größten neben einander liegenden Kesseln anwenden kann. Die Reinigung geschieht ebenso leicht, wie bei jedem Planroste. Die den Roststäben parallelen Chamottegewölbe zwingen die Gase, aus dem frisch aufgeschütteten Materiale über die weiter unten liegenden glühenderen Schichten zu streichen. Der Rost wird nicht viel kostspieliger, als ein Planrost, da jeder Rost die halbe theoretische Heizfläche erhält. Der obere Rost wird im Ganzen nicht so gut verbrennen, als der darunter liegende, da seine Gase weniger lange mit den von unten kommenden im Gemäuer vereinigt sind. Einigermaßen wird dies jedoch aufgehoben durch Erwärmung der dem oberen Roste zuströmenden Luft auf dem die Roste trennenden glühenden Gewölbe. Der Rost läßt sich leicht auch als Schüttrost construiren; namentlich ist aber auf eine gute Regulirung der zuströmenden Luft durch Schieber c. zu sehen. Schließlich ist noch zu bemerken, daß an die Intelligenz des Feuermannes kein größerer Anspruch gestellt ist, als bei allen Fairbairnrosten. Carlsruhe, den 20. Februar 1867.

Heinr. Alexander Rotter.

Technische Literatur. Mechanik.

Théorie et pratique de l'art de l'ingénieur, du constructeur de machines et de l'entrepreneur de travaux publics. Ouvrage comprenant sous le titre d'introductions, les connaissances théoriques qui constituent la science de l'ingénieur, et sous le titre de projets, dépendant de ces introductions, leurs applications directes à toutes les branches de l'industrie et de travaux publics, par L. Vigreux, ingénieur civil, répétiteur du cours de construction des machines à l'école impériale centrale des arts et manufactures, ancien élève de cette école et de l'école impériale des arts et métiers de Chalons-surMarne, et A. Raux, ing. civil. Précéde d'une lettre aux auteurs, par M. Ch. Callon, ing. civil, professeur à l'école impériale centrale des arts et manufactures. Partie didactique. 1“ introduction de la série A. Resistance des matériaux. XVI und 72 S. 8. Paris, 1867, Eugène Lacroix. – „Der Unterricht an unserer Ecole centrale“ – sagt Hr. Callon, Professor an derselben, in einem diesem Buche vorgedruckten Empfehlungsschreiben – „ist seit mehr als dreißig Jahren ein Muster, welches mehr oder minder sclavisch nachgeahmt, aber niemals erreicht, und noch viel weniger übertroffen worden ist“. Getragen von dieser Ueberzeugung, die für Hrn. Vigreur, Repetitor an der Anstalt, gewiß sehr wohlthuend ist, wünschen die Verf, den Personen, welche die Ecole centrale nicht besucht haben, einen Ersatz zu bieten durch ihr Buch, zugleich aber den Eleven der Anstalt selbst ein Mittel, um ihnen den Uebergang von der Theorie zur praktischen Verwerthung derselben zu erleichtern. Es ist aus diesem doppelten Zwecke ein eigenthümlicher Plan für das weitschichtig angelegte Werk entstanden, welchen die Verf. in einem „detaillirten Programm“ mittheilen. Hiernach wird dasselbe in einen didactischen Theil und einen Theil Anwendungen zerfallen. Beide erstrecken sich über alle in das Ingenieurfach fallende Gebiete. Aber der didactische ist nicht ein eigentliches Lehrbuch, sondern besteht aus sieben Reihen „Etudes“, betreffend einzelne Fragen aus der Festigkeitslehre (Dachconstructionen, Futtermauern c.), Kinematik (Zahnräder, Expansionsschieber), industriellen Physik (Dampfkessel, Herd und Schornstein c.), angewandten Hydraulik (Wasserräder, Turbinen c.), angewandten Mechanik (Schwungräder, Regulatoren c.), über die Construction der Dampfmaschinen, der Gebläse und der Hebevorrichtungen. Die Anwendungen sollen Brückenconstructionen, Schleusen, Windmühlen, Spinnereien, Papierfabriken, Zuckerfabriken, Gasanstalten, landwirthschaftliche Maschinen, Fördermaschinen, Ventilationen, Walzwerke, Dampfschiffe, Locomotiven u. A. m. behandeln und gewissermaßen eine Aufgabensammlung in großem Maßstabe für die Ingenieurwissenschaft bilden. , Damit schließlich jene Etudes auch dem weniger Vorgebildeten zugänglich seien, wird eine jede Reihe noch mit einer Einleitung versehen, welche also wohl das eigentliche Lehrbuch für den betreffenden Zweig bilden soll. Eine solche Einleitung ist das vorliegende, die Festigkeitslehre behandelnde, Heft. Da hiernach von dem eigentlichen Werke – welches möglicherweise eine technische Bibliothek für sich bilden kann – eine genauere Vorstellung noch nicht zu gewinnen ist, beschränken wir uns auf einige Bemerkungen über das erste Heft. „Es haben sich mehrere gelehrte Mathematiker mit der Festigkeitslehre beschäftigt“, sagen die Verf., „an deren Spitze wir Hrn. Belanger stellen“. Bei allem Respect vor den Verdiensten des Hrn. Belanger in der Hydrodynamik, wie der Festigkeitslehre, scheint uns dies doch eine eigenthümliche Vorstellung von der Entwickelung dieser ausgedehnten Wissenschaft zu sein, welche z. B. ein Blick in die historische Einleitung, welche Saint- Venant in seiner Ausgabe von Na vier's Leçons*) gegeben hat, leicht corrigiren könnte. Warum ferner eine Theorie, welche in der gedruckten Literatur mannigfaltig bearbeitet ist, wie die von Jurawski angeregte, den Widerstand gegen das Zerreißen der Balken längs der neutralen Faser betreffende, einer Belanger'schen Vorlesung entnehmen? Das Buch enthält, mit einzelnen Erweiterungen, ungefähr die Capitel, welche in Belanger’s Théorie de la résistance et de la flexion plane des solides behandelt sind; als Ersatz eines Collegienheftes könnten wir es im Allgemeinen empfehlen; wie aber Leser mit mangelhafter mathematischer Vorbildung aus dieser rapiden Entwickelung der nothwendigsten Formeln, welche nur zuweilen durch einige Erläuterungen der in der Integralrechnung vorkommenden Bezeichnungen unterbrochen wird, ohne Zahlenbeispiel, ohne Rücksicht auf Versuche u. s. w., die Festigkeitslehre verstehen, und weshalb ein solcher dieses Heft den Morin’schen Leçons oder anderen heutzutage nicht seltenen guten Lehrbüchern vorziehen sollte, ist uns nicht verständlich geworden. Ein Bedenken würden wir noch gegen die Formeln zu äußern haben, welche die sogenannte zusammengesetzte Festigkeit betreffen, wie z. B. den Fall gleichzeitiger Biegung und Torsion. Es sind hier die Maximalspannungen, welche jeder der beiden Inanspruchnahmen entsprechen, rechtwinklig gegen einander angenommen, was bekanntlich nicht der Fall ist. Da indessen diese Formeln wieder einer Belanger'schen Vorlesung entnommen sind, so ist anzunehmen, daß dieselben dort statt der bekannten richtigeren (vergl. Saint - Venant a. a. O. Anm. zu Nr. 156) wegen des Mangels an Vorkenntnissen bei den Zuhörern gesetzt sind. B t.

*) Paris, 1864.

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Handbuch der angewandten Elektricitätslehre, mit besonderer Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen, bearbeitet von Carl Kuhn, Königl. Lyceal-Professor und Akademiker in München. Band XX der allgemeinen Encyklopädie der Physik, herausgegeben von Gustav Karsten. 1393 S. 8. Mit 2 Tabellenbogen und 682 in den Tert eingedruckten Holzschnitten. Leipzig, 1866. Leopold Voß. – Ein umfangreiches Sammelwerk, eine Probe deutschen Fleißes, deutscher Gründlichkeit, aber auch Umständlichkeit liegt in diesem Werke vor uns. Dasselbe umfaßt in 2 Abtheilungen von ungleichem Caliber 5 Abschnitten, 19 Capiteln, 137 Paragraphen, zahllosen Anmerkungen und Citaten. Alles, was dem Verfasser bis zum Jahre 1859, wo die ersten Abschnitte des Buches veröffentlicht wurden, sodann bis zum October 1865, dem Datum der Vorrede, über die angewandte Elektricität, mit Ausnahme der Elektrochemie und Elektrophysiologie bekannt und zugänglich gewesen, und damit eigentlich Das, was einem strebsamen, fleißigen, mit den hier reichlich, dort spärlich fließenden Quellen gut vertrauten Fachmann überhaupt bekannt werden kann. «* Der erste Abschnitt trägt die Bezeichnung: „Ueber Blitzableiter“, und in ihm bringt der Verfasser als Einleitung die übliche Besprechung über die elektrischen Grundbegriffe an, als da sind: Unterschied zwischen Leitern und Nichtleitern, Erscheinungen der Influenz, Vertheilung der Elektricität auf Oberflächen, Spitzenwirkungen, Einrichtung der gewöhnlichen Ladungsapparate, mechanische und thermische Wirkungen des Entladungsstromes u. s. w. Der Grund dafür ist kaum abzusehen, das Verfahren noch weniger zu rechtfertigen. Es läßt sich nicht annehmen, daß irgend Jemand sich unterfangen wird, ohne die Kenntniß dieser Elementarbegriffe an die Lectüre des bezüglichen Werkes heranzutreten – er wäre dann von vornherein ein verlorener Mann. Vielmehr kann unbedingt unterstellt werden, daß Derjenige, welcher es benutzen will, ziemlich vertraut mit dem Stoffe sein muß, wenn er nur irgend welchen Nutzen daraus ziehen will. Immer und immer wieder vergessen unsere Autoren, daß man, dem jetzigen Zustande der Wissenschaft nach, nicht Alles in ein einziges Buch drängen kann, daß die Elemente niemals dahin gehören, wo der angehende Fachmann sich Belehrung über Specialitäten sucht. Die folgenden Capitel, die Erscheinungen des Blitzes und seine Einwirkungen auf irdische Objecte, Construction und Anordnung der Blitzableiter, das Gewitter und die Entladungen gegen irdische Objeete behandelnd, sind durchgängig klar zusammengestellt und außerordentlich reich mit Thatsachen und Citaten der Quellen, aus denen der Verfasser schöpfte, durchflochten. Die Zeichnungen entsprechen im Allgemeinen den zu stellenden Anforderungen, mit Ausnahme von Fig. 61, in welcher sich ein allzustarker Verstoß gegen die Perspective findet. Das Studium des ganzen, in sich abgeschlossenen Theiles kann unbedingt allen Denjenigen empfohlen werden, welche sich über die Blitzableiter unterrichten wollen, insbesondere den Bautechnikern. Der zweite Abschnitt bespricht das Zünden von Sprengladungen und Minenöfen mittelst elektrischer Wirkungen. Wie im ersten Abschnitte, so findet sich auch hier eine Einleitung, zunächst über Reibungselektricität, weiterhin über die Erregung durch Be

rührung, endlich über die Wärmeerzeugung durch den Strom, welche sich im Ganzen in mäßigen Grenzen hält. Das eigentlich Technische ist mit großer Sachkenntniß und Liebe zusammengestellt, mit guten Abbildungen versehen und gewährt einen gründlichen Einblick in die üblichen Methoden, sowie schätzbares Material für die Praxis. Der dritte Abschnitt, der Anwendung der elektrischen Fernwirkungen auf die Telegraphie gewidmet, ist der ausgedehnteste und umfaßt nicht weniger als 651 Seiten. Von den beiden Hauptwerken, welche neuerdings in Deutschland über Telegraphie erschienen, den Handbüchern von Schellen und von Rother, ist das hier besprochene in der Anlage schon dadurch verschieden, als Schellen in das Gebiet auf eine elementare Weise einzuführen beabsichtigt, Rother hingegen speciell den Praktiker, die Anlage von Telegraphenleitungen u. s. w. im Auge hat. Als Einleitung finden sich die Untersuchungen von Wheatstone, Jacobi, Walker, Gould, Mitschel, Fizeau und Gounelle über Bestimmung der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Elektricität in vorzüglicher Weise zusammengestellt, und damit ist eine Lücke ausgefüllt, welche allen Denen, die nicht in der Lage sind, die betreffenden Quellen benutzen zu können, bisher recht fühlbar war. Ebenso willkommen wird der Mehrzahl der Leser die in Capitel III enthaltene Darstellung des Entwickelungsganges der Telegraphie sein, welche Gründlichkeit und Bündigkeit vereint und in unanfechtbarer Unparteilichkeit die Ansprüche der verschiedenen Nationen auf die Ehre der ersten Erfindung regelt. Die beiden letzten Abschnitte sind bezeichnet: Anwendung elektrischer Wirkungen zur Mittheilung der Zeit, sowie zum Beobachten und Einregistriren von Zeitintervallen und meteorologischen Vorgängen. Anwendung elektrischer Wirkungen in verschiedenen Gebieten der Technik und anderen naheliegenden Zweigen. Wir finden hier eine Zusammenstellung der verschiedenen Methoden, durch welche man bisher das Problem zu lösen versuchte, Uhren an verschiedenen Punkten in einem absolut synchronischen Gange zu erhalten, kleinste Zeittheilchen fixirend zu messen, vorübergehende Erscheinungen graphisch festzuhalten u. s. w. Anderseits giebt uns der Verfasser eine Uebersicht der Hülfsmittel, deren man sich bedient, die Elektricität zur Beleuchtung, zum Betriebe von Kraft- und Arbeitsmaschinen, zur Hemmung der Bewegun und Vermehrung der Reibung zu benutzen. Die Beschreibung i durchgängig musterhaft, legt Zeugniß für die vollkommene Sachkenntniß des Führers ab und läßt nirgends zu wünschen übrig, so daß der Leser über alle besprochenen Apparate genügende Aufklärung erhält. Den Leistungen des Autors gegenüber, wie wir sie in vorstehenden Zeilen schilderten, wird Niemand, der das Buch zum Gegenstande des Studiums macht, dasselbe ohne Befriedigung aus der Hand legen. Blieben dennoch Wünsche, so betreffen sie nur die Holzschnitte, welche nicht immer auf der Höhe der Zeit stehen, oder auch die, einem solchen umfangreichen Werke übel passende, Sparsamkeit des Verlegers, welche es unmöglich macht, die einzelnen Abschnitte der zweiten Abtheilung für sich getrennt binden zu lassen, und den Leser nöthigt, auch physische Kraftanstrengungen zu machen, um einen Band von 932 Seiten groß Octav zu bewältigen. F. B.

Allgemeine Technologie.

Etudes sur l'Exposition de 1867. Aperçu général, encyclopédique, méthodique et raisonné de l'état actuel des arts, des sciences, de l'industrie et de l'agriculture, dans tous les pays du globe. Recueil de travaux techniques, théoriques, pratiques et historiques par M. M. le rédacteurs des „Annales du Génie civil“ avec la collaboration de savants, d'ingénieurs et de professeurs français et étrangers. Supplément aux Annales du Génie civil pour 1867. Paris, Eugène Lacroix. –

Unter diesem Titel wird von der Redaction der „Annales du Génie civil“ und als Beigabe zu der genannten Zeitschrift ein fortlaufender Bericht über die Erscheinungen der diesjährigen Pariser Ausstellung angekündigt. Der Bericht soll nur wissenschaftlichen und technischen Interessen gewidmet sein, und wird in dem Prospecte ausdrücklich hervorgehoben, daß weder Annoncen, noch Reclamen, noch Lobartikel Aufnahme finden sollen.

Die Liste der Mitarbeiter ist ziemlich bedeutend, und geben mehrere der angeführten Namen, wie Léon Drour, Kaeppelin,

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Kochgeschirre aus Bessemermetall. – „Der Berggeist“ (1867, Nr. 24) giebt einen Bericht des Prof. Winter im „Steyr. Ind.und Gewerbeblatt“ wieder, welcher über die Verwendung des Bessemermetalles zu Kochgeschirren, Tassen, Schalen, Waschbecken, Lampen und anderen bisher aus Messing oder Kupfer hergestellten Blechwaren Mittheilung macht. Nachstehende Angaben sind diesem Berichte auszüglich entnommen.

Die besondere Eigenschaft des Bessemermetalles, seine Zähigkeit, macht dasselbe zur Fabrication der genannten Gegenstände vorzüglich geeignet. Es läßt sich im kalten Zustande leicht biegen und auf der Drehbank in jede Form drücken. Die daraus hergestellten Gegenstände sind gegen Kupfer und Messing um 50 bis 60 pCt. billiger und der Gesundheit nicht gefährlich. Im Vergleiche mit gußeisernen Kochgeschirren sind solche aus Bessemermetall ökonomischer, weil ihre geringere Wanddicke den Durchgang der Wärme erleichtert.

Die aus Bessemermetall in der Metallwarenfabrik von Fr. Ruß in Graz für das österreichische Militair hergestellten Kochgeschirre sind zum Schutze gegen Rost innen und außen verzinnt, aus Bessemerblech vollkommen glatt gedrückt und ohne Nietverbindungen oder Löthungen. Wie bei den üblichen Blechgeschirren wird der äußere Rand durch einen eingelegten Eisendraht verstärkt.

Ueber Drahtlehren; von Karl Karmarsch. (Fortsetzung von Seite 467.) –

V. Gold- und Silber drähte.

Unter dieser Benennung werden hier nur diejenigen Drahtgattungen verstanden, welche zur Anfertigung des Lahns, der Goldund Silbergespinnste, der Kantillen und verwandter Arbeiten gebraucht werden. Was man hier ächten Golddraht nennt, ist bekanntlich vergoldeter Silberdraht; der ächte Silberdraht wird aus feinem oder fast feinem Silber gezogen. Unter diesen beiden finden sich die kunstvollsten Erzeugnisse der Drahtzieherkunst, denn in keinem anderen Falle wird die Feinheit des Drahtes für gewöhnlichen Gebrauch so hoch getrieben. Unächte Gold- und Silberdrähte zu gleicher Anwendung (aus vergoldetem und versilbertem Kupfer bestehend) werden, wenn dieselben Fabriken sie erzeugen, mit den ächten übereinstimmend numerirt, aber nicht zu ganz so hoher Feinheit gezogen.

In den deutschen Fabriken ist es gebräuchlich, die Nummerreihe mit 1 zu beginnen (womit ein Draht von 0,01 bis 0,02 Zoll Dicke benannt wird) und bei steigender Feinheit bis 10 oder 11 fortzusetzen. Zwischen den ganzen Nummern werden hierbei oft auch halbe eingeschaltet, oder kleinere Dickenabstufungen durch besondere Beisätze bezeichnet. Ein solches vollständiges Sortiment besteht z. B. aus Nr. 1, 2, 3, 3, 4, 4, 5, 54, 6, 6, 7, 74, 8, 9, grob 10, stark 10, gewöhnlich 10, fein 10, 11, fein 11.

1) Von den Drähten einer Wiener Fabrik habe ich vor längerer Zeit die Nr. 1 = 0,26 Millimtr. und Nr. 10 = 0,05 Millimeter gefunden. Unter Voraussetzung nur ganzer Nummern und

eines durchgehends gleichen Verdünnungsfactors ergiebt sich dieser zu 0,8326, womit durch Rechnung folgende Werthe gefunden werden. **) 2) Von der Firma J. M. Hausmann in Hannover liegt mir ein Probensortiment vor, dessen Messung die folgenden Resultate gegeben hat. **) Der durchschnittliche Factor für alle 13 Sorten ist 0,839. 3) In Paris ist die Numerirungsweise der zur Frage stehenden Drähte eine wesentlich abweichende dadurch, daß die Nr. 1 der dünnsten Sorte gegeben, und mit steigenden Zahlen bis 20 nach den größeren Dicken fortgeschritten wird. Ich habe aus einer im Jahre 1855 mitgebrachten Sammlung Silberdrahtproben mehrere der genauesten Messung unterzogen und dabei Folgendes gefunden. **) Hiernach findet man den Verdünnungsfactor zwischen Nr. 1 und 6 = 0,8435, S - 6 - 12 = 0,9156, < - 12 - 20 = 0,9270. 4) Der Gold- und Silberdrahtzieher findet in der Feinheit der von ihm herzustellenden Drähte eine bedeutende Schwierigkeit, vorgeschriebene Dicken richtig einzuhalten. Einerseits ist schon das Messen so dünner Metallfäden (mittelst der Meßringe, deren man sich hier statt der sonst üblichen Lehre bedient) verhältnißmäßig ziemlich großen Ungenauigkeiten unterworfen. Andererseits wird das Geschäft durch die Unzuverlässigkeit der Ziehlochdurchmesser erschwert, da man nicht im Stande ist, die Löcher von scharf bestimmter Größe herzustellen, und dieselben während des Ziehens sich schnell erweitern*). Deshalb muß der Drahtzieher ein Mittel haben, die Verdünnung, welche in einem bestimmten Ziehloche erfolgt, auf andere Weise als durch Vergleichung der Drahtdicken zu erforschen. Er gebraucht hierzu das sogenannte Zängelmaß, ein mit stufenartigen rechtwinkeligen Ausschnitten (Zängel) versehenes Messingblech, woran er ein gewisses Stückchen des Drahtes vor und nach dem Durchgange durch das Ziehloch abmißt: aus der eingetretenen Verlängerung kann sodann auf die Verdünnung geschlossen werden. Ich habe zwei verschiedene Zängelmaße auf ihre Maßverhältnisse untersucht. An dem ersten ist die zu Grunde gelegte Länge 1 Zoll, jedes einzelne der vier Zängel ein Zwölftel hiervon, also 1 Linie. Verlängerung des Drahtes um 1 Zängel ist also eine Streckung um 1 Zwölftel; man berücksichtigt nöthigen Falles auch halbe Zängel, von denen jedes einem Vierundzwanzigstel der ursprünglichen Länge entspricht. Um aus der durch das Ziehen bewirkten Verlängerung die Verdünnung abzuleiten, muß man sich erinnern, daß die Drahtdicken bei gleichem Gewichte im umgekehrten Verhältnisse der Quadratwurzeln aus den Drahtlängen stehen. Somit erklärt sich das Folgende leicht.

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**) S. Bd. X, S. 661 bis 664 unter IX.

*) Wenn einige (z. B. 4) Loth des feinen Silberdrahtes durch ein Loch gezogen sind, muß dasselbe aufgegeben werden, weil bereits zufolge des Ausschleifens der Draht eine merklich zu große Dicke erhält. Die Ä in edlen Steinen (Saphir oder Rubin) halten sich allerdings weit länger. s

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Löslicher Copal. – Zu dem Seite 536 d. Bd. d. Z. mitgetheilten Artikel über Violette's ätherische Firnisse bemerkt Dr. Wiederhold (Polytechn. Journal, Bd. 182, S. 64), daß ihm das Bedürfniß eines ätherischen Lösungsmittels für Dammar nicht vorhanden zu sein schiene, da die Auflösung in Terpentinöl alle wünschenswerthen Eigenschaften eines schnell trocknenden Lackes besitzt und von den Uebelständen der Anwendung von sehr flüchtigen Lösungsmitteln, wie in Aether, frei ist. Dagegen wäre es sehr wünschenswerth, für Copal ein billiges, sich verhältnißmäßig rasch verflüchtigendes Lösungsmittel zu besitzen. Bei der Violette'schen Methode rügt Wiederhold, daß beim Erhitzen von einigermaßen beträchtlicher Menge von Copal ein Braunwerden nicht zu vermeiden sei, und daß der auf solche Weise erhaltene Lack einen sehr matten Glanz besitze. Der Glanz läßt sich jedoch, wie bei allen Firnissen, durch einen Zusatz von Leinölfirniß vermehren. – In Beziehung auf die Dauerhaftigkeit des Lackes wird in den Kreisen von Praktikern der Violette'schen Methode kein günstiges Prognostikon gestellt.

Ls.

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Zur Darstellung von schwefliger Säure empfiehlt Fr. Stolba in Prag (Journal für praktische Chemie, Bd. 99, S. 54) Eisenvitriol, Kupfervitriol, Bleivitriol c. mit Schwefelpulver gemengt zu erhitzen, wobei sich ein ruhiger Gasstrom von schwefliger Säure entwickelt, während der Rückstand neben dem gebildeten Schwefelmetall etwas unzerlegt gebliebenes Sulfat enthalten kann, wenn nicht genug Schwefel einwirken konnte. Am besten verwendet man Eisenvitriol, da das entstehende fein zertheilte Schwefeleisen vortheilhaft zu Schwefelwasserstoff verwendet werden kann. Der käufliche Eisenvitriol wird in einer Eisenpfanne oder Eisenschale entwässert, dann zu feinem Pulver gerieben und mit Schwefelpulver in dem Verhältnisse gemengt, daß auf 1 Theil Schwefel 2 Theile entwässerter Eisenvitriol kommen. Dieses Gemenge läßt sich in wohlverschlossenen und am besten verbundenen Gläsern beliebig lange aufbewahren. Um daraus schweflige Säure zu entwickeln, bringt man eine ca. 1 Zoll (26“) hohe Schicht in eine Retorte oder einen Glaskolben und erhitzt mit der Lampe oder mit Kohlenfeuer. Es ist wesentlich, weite Gasleitungsröhren anzuwenden, da sich stets etwas Schwefeldampf mit entwickelt, welcher enge Röhren verstopfen könnte; derselbe ist leicht dadurch von der schwefligen Säure zu entfernen, daß man das Gas durch eine weite Röhre leitet, worin sich lockere Baumwollbäuschchen befinden. Nach Beendigung der Gasentwickelung läßt man den Rückstand in der Retorte erkalten. Verwendet man ein Gemenge von 1 Theil Schwefel und 3 Th. entwässertem Kupfervitriol, so geht die Entwickelung noch leichter von Statten, als bei Eisenvitriol; doch läßt das rückständige Schwefelkupfer keine so vortheilhafte Verwendung zu, wie das Schwefeleisen.

Ls.

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Professor der Bergbaukunst an der K. S. Bergakademie, Bergrath und Bergamtsassessor in Freiberg. Zweite vollständig durchgesehene und verbesserte Auflage. 522 S. 8. Mit 146 in den Tert gedruckten Holzschnitten. Leipzig, 1866. Arthur Felix. – Das vorliegende Werk hat schon in anderen Zeitschriften, besonders in der „Zeitschr. für Berg-, Hütten- und Salinenwesen im preuß. Staate“ eine sehr anerkennende Besprechung gefunden. Wir bedauern mit dieser 2. Auflage nicht auch gleichzeitig seine erste zur Hand zu haben; denn wenn es in der genannten Zeitschrift (Bd. XIV) heißt: „In der That hat auch das Buch durch die neue Bearbeitung sehr an Werth gewonnen, obgleich es sich wenig verändert hat“, so wird man dieses Wenige kennen zu lernen ganz besonders begierig. Die Summe alles Lobes, welches diesem Werke gespendet wurde, besteht in der Anerkennung der außerordentlichen Mühe und des Fleißes, mit dem das Quellenmaterial studirt und benutzt ist. Wir sind gern bereit, in dieses Lob mit einzustimmen; aber mit dem Wesen des Buches und der Behandlung des Stoffes können wir uns nicht einverstanden erklären. In vieler Beziehung entzieht sich der vorliegende erste Theil einer Bergbaukunst im engsten Sinne, wie das Werk der Hr. Verfasser selbst bezeichnet, dadurch der Beurtheilung, daß von dem Gesammtwerke bis jetzt eben nur einzelne, und zwar die am wenigsten zusammengehörigen Theile erschienen sind, man also über die vollständige Erschöpfung des zu behandelnden Stoffes in Unsicherheit bleibt. Und gerade bei dem Studium der vorliegenden Auf- und Untersuchung der Lagerstätten ist uns dies recht fühlbar geworden; da wir im Vorliegenden das wirkliche praktische Aufsuchen durch Schürfen, durch Bohren vermissen und kein Urtheil haben, in welchem Zusammenhange diese technische Seite der Aufsuchung mit dem vorliegenden Werke behandelt wird. Die geflissentliche Breite und Weitschweifigkeit, mit welcher der Hr. Verfasser alles berücksichtigt, was, seitdem das Menschengeschlecht Bergbau treibt, hierin einschlagend gethan wurde, und von dem das Meiste als längst abgethan füglich wegbleiben konnte, nimmt dem Buche seinen praktischen Werth. Vieles, was so endlos ausgeführt ist, könnte mit dem beseitigt worden sein, was S. 3 von G. Agricola: „de re metallica“ gesagt wird; es sind eben naive Erwägungen. Leider müssen wir auch von dem einen Haupttheile des Werkes, von den vielen Quellen, Angaben und erläuterten Beispieleu sagen, daß dieselben, obgleich sie jenen obengedachten, außerordentlichen Fleiß bekunden und eine ungemeine Belesenheit zur Schau tragen, oft der nöthigen Kritik entbehren. Dem Werke ist eine Einleitung in die allgemeine Bergbaukunde, als deren erster Theil es gelten soll, vorangestellt, und darin vor allem die Vortheile und Nachtheile des Bergbaues erwogen. Auch über das Studium der Bergbaukunst läßt sich der Hr. Verfasser vernehmen; aber wir meinen, daß die Erläuterung des Praktischen, Theoretischen und Theoretisch-praktischen kaum diesen Aufwand von Mühe werth sei. Bei der Eintheilung der Bergbaukunst sind wir dem Hrn. Verfasser dankbar dafür, daß er zu den sonst üblichen Abschnitten einen besonderen, über die bei dem Bergbaue angewendeten Umtriebs- (Kraft-) Maschinen und Zwischengeschirre hinzugefügt hat. Von den technischen Benennungen, deren Erklärung der Hr. Verfasser giebt, wollen wir einige hervorheben: „ Streichen – die Richtung einer Horizontallinie gegen die Mittagslinie des Ortes (?!); das Streichen einer Lagerstätte, demnach die Richtung einer in einem Horizontaldurchschnitte liegende Längenausdehnung derselben gegen diese Mittagslinie.“ „ Ein „„Schacht““ – ist ein Bau von viereckigem, rundem oder vieleckigem Querschnitte, der sich seiner Hauptausdehnung nach saiger oder stark geneigt in diese senkt.“ Wir würden hinzufügen: und der vorzugsweise zur Aufnahme der maschinellen Betriebseinrichtungen dient. „ Eine „„ Strecke – Strase, Schlag, Lauf““ – ist ein ebenfalls mit regelmäßigem, gleichbleibendem Querschnitte getriebener Grubenbau, der mit seiner Länge mehr einer söhligen Richtung folgt, meistens in einem Schachte angesetzt, d. i. begonnen ist.“ Ein wichtiger Umstand scheint hier außer Acht gelassen: die Strecke bleibt in der Lagerstätte, und dies ist charakteristischer, als die mehr söhlige Richtung; denn bei dem Flötzbergbau kann eine Strecke selbst die Neigung der Flötzebene annehmen; auch unterscheidet sich hierdurch wesentlich die Strecke von dem Stollen. „ Ein Haspel – ist eine einfache Fördermaschine aus einer durch Menschenhand bewegten liegenden Welle – dem RundÄT bestehend.“ (? Vorgelegehaspel, Differentialhaspel, Dampfaspel. Wenden wir uns nun zu den „Arten des Vorkommens nutzbarer Mineralien in den Gebirgen“, als demjenigen Theile, welchem der Hr. Verfasser mit Recht den größten Raum in seinem Werke zugestanden hat. Wohl in keinem anderen Zweige ist die Bergtechnik reicher an eigenthümlichen Benennungen, als bei dem Gangbergbaue, wenngleich sich die Mehrzahl derselben, je nach den Bergrevieren, in denen sie üblich sind, widersprechen, oder wenngleich sie mindestens die Begriffe, welche man damit bestimmen wollte, verwirren. Bei der Besprechung der Gänge und ihres Verhaltens hat nun der Hr. Verfasser mit Aengstlichkeit alle nur irgend angewendete Bezeichnungen erörtert und die sprachliche Entwickelung der Benennung erläutert, wir glauben nicht zum Vortheil seines Werkes. Auf der anderen Seite finden wir wieder die dem Verfasser eigenthümliche, reichhaltige Zusammenstellung der Gangvorkommnisse, welche, verbunden mit den mannigfachen Quellenangaben, wohl fesselnd und belehrend sind; aber doch ein Gefühl des Unbefriedigtseins zurücklassen, weil das Hauptsächliche so wenig vor dem Nebensächlichen hervorgehoben ist. » Den Unterschied in den Begriffen von Lager und Flötz festzustellen, bemüht sich der Hr. Verfasser in § 21 unserer Meinung nach vergeblich. Es wird ihm diese Aufgabe allerdings durch den sehr oft schwankenden Sprachgebrauch schwer gemacht. Wir verweisen auf Naumann’s Geognosie (Bd. I, S. 879): „weitfortsetzende Lager, welche aus einem technisch nutzbaren Minerale bestehen und einem ganz entschieden sedimentären Schichtensysteme angehören, pflegt der deutsche Bergmann auch Flötz zu nennen“. Ueber die Lager heißt es S. 149: „Je nach der Größe ihres Fallens (?) bezeichnet man die beiden Gebirgstheile, zwischen denen sie eingelagert sind, als Hangendes und Liegendes.“ Ferner S. 161: „Manche Lager werden an einer oder an beiden Begrenzungsflächen von besonderen Schichten oder Lagern begleitet, welche zuweilen sogar als parallele, besondere Lager, öfter als eigentliche Begrenzungen des ersteren zu betrachten sind“. Hierzu wird S. 162 bemerkt: „Jüngere Braunkohlenlager werden fast von Thon als Sohle oder Dach oder beides begleitet; auch von Sand. – Eine von Asphalt imprägnirte Schicht folgt dem Braunkohlenlager bei Helbra im Mansfeldschen in der Sohle.“ Man fragt sich unwillkürlich, ob es so auffällig ist, daß die tertiären Braunkohlen von Thon und Sand im Hangenden und Liegenden begleitet sind. In Bezug auf das Braunkohlenlager von Helbra verweisen wir auf die „Zeitschrift für Berg-, Hütten- nnd Salinenwesen im preuß. Staate“ Bd. VII, S. 210. Das Original ganz entstellend, heißt es auf S. 158: „Auf dem mehr erwähnten Lager bei Tarnowitz in Oberschlesien bildet der Bleiglanz öfters eine untere feste und darüber eine obere milde Erzlage; das Erz ist nesterweis bis in lang fortlaufende Streifen vereinigt, welche weder dem Hauptstreichen noch Fallen folgen, oft nur kurz und zerstreut in großen tauben Mitteln inne liegend.“ („Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen“ Bd. I, Abh. S. 6 u. ff.) Dagegen finden wir in jener Abhandlung auseinander gesetzt, daß der erzführende Dolomit durch das Erzvorkommen in einen Sohlen- und einen Dachdolomit getrennt wird (S. 5), daß man zwischen beiden Dolomiten eine feste und eine milde Erzlage unterscheidet (S. 6), daß die milde und die feste Erzlage genau dieselbe Stelle einnehmen, also ihr Unterschicd nur ein örtlicher sei und daß sie zusammen eine Lagerstätte bilden. Die milden Erzlager bilden vorzugsweise die höheren Felder, also das Ausgehende, während die festen Erzlagen gegen das Einfallen hin vorwaltend auftreten (S. 7). Wo hat man da die obere milde und die untere feste Erzlage? Von den Flötzen heißt es S. 170: „Es kommt selbst vor, daß höher gelegene Flötze abweichend über tiefere gelagert sind, in welchem Falle sie freilich, wenn nicht einem ganz anderen Gebirgsgliede, doch wenigstens einer, der Bildungszeit nach sehr verschiedenen Abtheilung des ersteren zugehören müssen.“ Wenn die Flötze der Erklärung nach den sedimentären Schichtensystemen angehören, dann ist ja dieses ganz selbstverständlich. In der darauf folgenden Anmerkung heißt es unter andern (S. 171): „In der Eschweiler Mulde des Dürener Revieres in Preußen fällt der nördliche Flügel 45 bis 50°, der südliche 60 bis 65° – etwas unter der Oberfläche überhängend“ (Ponson, traité, t. I, S. 155).

Im Originale steht aber: „Mais, un peu avant d'atteindre la surface du sol, les couches, s'infléchissent de nouveau, se ploient vers l'intérieur du bassin en formant avec la verticale un angle d'environ 20 degrés; cette flexion place le mur des stratifications à la place de leur toit, et vice-versä; elle a lieu à une distance de 100 à 120 mètres au-dessous de la surface.“ „ Eingelagert“ heißt es S. 172: „ nennt man bekanntlich ein Flötz, wenn es seine vorhandene Vertiefung des Grundgebirges einnimmt.“ Sehen wir von dem Druckfehler „seine vorhandene“ ab und setzen wir „eine“, so müssen wir nach Naumann's Geognosie, Bd. I, S. 876 vorstehende Erklärung dahin berichtigen, daß Flötze eingelagert sind, wenn sie zwischen die Schichten der sie begleitenden Gesteine regelmäßig eingeschaltet sind. „ Eine Mulde ist eine ringsum geschlossene kesselartige Vertiefung“ (S. 172?!). „ Ein Sattel ist der Gegensatz der Mulde, d. i. eine Biegung des Flötzes nach oben“ (S. 173). Man erstaunt über solche Erklärungen, da doch der Hr. Verfasser sich, besonders auf Naumann’s Geognose beruft, wo es Bd. I, S. 887 heißt: Eine Schichtmulde ist nämlich ein sehr lang gestrecktes umlaufendes Schichtengebäude von esokliner (nach innen geneigter) Schichtenlage. Kahnförmige und umgekehrt kahnförmige Schichtensysteme sind Benennungen, welche in der That vollkommen geeignet sind, eine richtige Vorstellung von Mulden und Sätteln zu verschaffen. „Flötzberge nennt man bei dem Mansfeldischen Kupferschieferbergbau langgestreckte Sattel“ heißt es S. 175. Gewiß, denn jeden Sattel nennt man dort einen Flötzberg. Auf S. 185 wird von einer Anorduung der Ausfüllung der Flötze gesprochen, und auf der folgenden Seite citirt: ein breceienartiges (?) Vorkommen ist zuweilen das von Thoneisenstein, der in Knoten, Adern und Butzen von sehr verschiedener Größe in Schichten von Schieferthon eingelagert ist; so z. B. im Pfalz-Saarbrücker Kohlen- und jüngern Sandgebirge (Nöggerath, Rheinland-Westphalen, Bd. IV, S. 100, 219). In dem angezogenen Originale wird aber dieses bekannte Vorkommen nirgends breceienartig genannt, was auch eine ganz falsche Auffassung bekunden würde. Mit dem Originale hat auch das Citat S. 188 Nichts gemein, wenn es heißt: „Sehr unreine Kohlen finden sich in großer Tiefe auf den Flötzen des Bassin von Charleroi, an dessen mittäglicher Grenze (Ponson traité, I, S. 130). Ebenso ungenau ist das Origninal auf derselben Seite angezogen, wenn es heißt: „ Stücke des Dach- oder gar des Sohlengesteines sollten eigentlich in der Masse des Flötzes nicht enthalten sein, doch finden sich auch davon Fälle.“ Hierzu: „ Geschiebe sind nach Freiesleben (a. a. O. Th. III, S. 79) im Mansfeldischen und Ilmenauer Kupferschieferflötze vorgekommen.“ Diese Geschiebe waren aber Hornsteinporphyr und kleine Kiesel von weißer Farbe, also weder aus Dach, noch Sohle des Kupferschieferflötzes. Ein auffälliges Citat findet man ebenfalls auf S. 187. Es heißt hier: „ Eisenstein als Zwischenmittel im Walzflötze auf Friedrichsthal in Saarbrücken“ (Zeitschr. für Berg-, Hütten- und Salinenwesen im preuß. Staate, Bd. III, Hft. 2, S. 151). Das Flötz mit dem fraglichen Zwischenmittel wird aber auf S. 152 Motzflötz genannt. Es würde uns zu weit führen, wollten wir dem Hrn. Verfasser überall so speciell folgen; auch glauben wir durch das Vorstehende unsere Eingangs gemachten Vorwürfe genügend belegt zu haben. Auf den nächsten 150 Seiten werden die Erkennungszeichen und Hülfsmittel zur Aufsuchung nützlicher Mineralien und die Untersuchung einer Gegend mit altem, auflässigem Bergbau besprochen. Von diesen Hülfsmitteln heißt es bald: es bedarf keiner weit ausgeführten Nachweise, daß sie irgend eine Schlußfolge über das Vorhandensein nutzbarer Mineralien zulassen; freilich hat auch dieses nur sehr allgemeinen Werth; auch dieses kann nur zu einer ganz vorläufigen Beurtheilung dienen; sie sind für die Gegenden, deren Verhältnissen sie entnommen wurden, richtig, passen hingegen auf andere wenig; an alle diese bis jetzt genannten Entblösungen c. knüpft sich, wie natürlich, am öftersten der Zufall; auch die Lichterscheinungen dürfen nicht unerwähnt bleiben, obschon von noch zweifelhafterer Natur. Dennoch werden diese Hülfsmittel mit der dem Hrn. Verfasser eingenthümlichen Breite, welche Wesentliches und Unwesentliches gleich behandelt, besprochen, so daß kein Bergmann nach diesen Anleitungen seine Untersuchungen anstellen könnte. Der dritte Theil ist der Beurtheilung des untersuchten Ge

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