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Technifdhe Biteratur.

Stahldrahtglühofen. (Vorgetragen in der Versammlung des Bezirksvereines an der

Lenne vom 5. August 1866.)

(Hierzu Figur 1 und 2, Tafel XVIII.) Der in den Figuren im Quer- und Längeschnitte dargestellte Ofen dient zum Ausglühen von Stahldraht. A, A find zwei Retorten von feuerfestem Thon, vorn durch die' gußeisernen Thüren B, B luftdicht verschlossen. a, a.. bezeichnen schmiedceiserne Schienen zum Tragen der Stahldrahtringe.

Nachdem der Dfen langsam angewärmt worden, steigert man die Hiße almålig, bis die Retorten starke Rothglühhiße haben. Dann bringt man den auszuglühenden Stahldrahtring in die Retorte, läßt ihn so lange in derselben, bis er kirschroth geworden, worauf er herausgenommen und in eine neben dem Ofen befindliche Grube mit Bolzkohlenlösche zur Abkühlung gelegt wird.

3ft der Ofen regelmäßig im Betriebe, so ist man im Stande, so viel auszuglühen, daß 4 Scheiben im Grobzuge durchweg in Arbeit bleiben.

Um das Zerspringen der Retorten zu verhüten, muß man beim Anfeuern die Hipe allmålig steigern und beim Außerbetriebseßen dieselbe almälig verringern.

Wilh. Peipers.

Neue Nostanordnung nach Fairbairn's Principe.

(Hierzu Figur 1 bis 4, Tafel XIX.) Der bis jeft angewendete Fairbairnrost litt bei großen Keffeln daran, daß man, ohne den Roststaben eine oft schlecht zu bedienende große Länge zu geben, einen Rost anordnen mußte, welcher wegen zu großer Breite das Nebeneinanderlegen von mehreren großen Resseln ohne Zwischenräume oder sehr ftarke Mauerung unmöglich machte. Außerdem vereinigte dieser Rost bei wechselweiser Bedienung die vom glühenden Roste kommenden vollkommen verbrannten Producte mit denen vom frisch aufgegebenen Roste kommenden, zur endlichen Verbrennung der lekteren, nicht genügend, indem beide Gase eine Durchdringung nicht nöthig hatten und neben einander unter den Ressel hinzogen. Den leşteren Uebelstand beseitigte man durch Lenkzungen und auf noch bessere Art durch Anordnung des Fairbairnrostes als Schachtrost. Diese legte Anordnung bedingte aber eine so hohe Lage des Ressels oder entsprechend tiefe Lage der Feuerung, daß sie auf viele praktische Schwierigkeiten stieß.

Der in den Zeichnungen gegebene Rost beseitigt diese Mängel und empfiehlt sich in anderer Hinsicht der Anwendung. In Fig. 1 unt 3 bedeutet A ein Entlastungågewölbe, B Ache.

Der Rost vereinigt die von den beiden Rosten kommenden in berschiedenen Verbrennungsstadien stehenden Producte auf eben To innige Art, wie beim Schachtroste, vermeidet den namentlich bei diesem Principe schädlichen Einfluß einer directen Heizfläche, da sich die Gase im noch glühenden Gemäuer vereinen, ohne vom Steffel eine Wärmeentziehung zu erleiden.

Das Uebereinanderlegen der Roste giebt ein schmales Ofengemäuer, so daß man denselben bei den größten neben einander liegenden Reffeln anwenden kann. Die Reinigung geschieht ebenso leicht, wie bei jedem Planroste.

Die den Roststaben parallclen Chamottegewölbe zwingen die Gase, aus dem frisch aufgeschütteten Materiale über die weiter unten liegenden glühenderen Schichten zu streichen.

Der Rost wird nicht viel fostspieliger, als ein Planrost, da jeber Roft die halbe theoretisde Heizfläche erhält. Der obere Rost wird im Ganzen nicht so gut verbrennen, als der darunter liegende, da seine Oase weniger lange mit den von unten kommenden im Genräuer vereinigt find. Einigermaßen wird dies jedoch aufges boben durch Erwärmung der dem oberen Roste zuströmenden Luft auf dem die Rofte trennenden glühenden Gewölbe.

Der Rost läßt fich leicht auch als Schüttrost construiren; namentlich ist aber auf eine gute Regulirung der zuströmenden Luft durch Schieber 2c. zu sehen. Schließlicy ist noch zu bemerfen, daß an die Intelligenz des Feuermannes kein größerer Anspruch gestellt ist, als bei allen Fairbairnrosten. Carlsruhe, den 20. Februar 1867.

Beinr. Alerander Rotter.

Mechanit. Théorie et pratique de l'art de l'ingénieur, du constructeur de machines et de l'entrepreneur de travaux publics. Ouvrage comprenant sous le titre d'introductions, les connaissances théoriques qui constituent la science de l'ingénieur, et sous le titre de projets, dépendant de ces introductions, leurs applications directes à toutes les branches de l'industrie et de travaux publics, par L. Vigreux, ingénieur civil, répétiteur du cours de construction des machines à l'école impériale centrale des arts et manufactures, ancien élève de cette école et de l'école impériale des arts et métiers de Chalons-surMarne, et A. Raux, ing. civil. Précéde d'une lettre aux auteurs, par M. Ch. Callon, ing. civil, professeur à l'école impériale centrale des arts et manufactures. Partie didactique. 1re introduction de la série A. Résistance des matériaux. XVI und 72 S. 8. Paris, 1867, Eugène Lacroix.

„Der Unterricht an unserer École centrale“ fagt fr. Callon, Professor an derselben, in einem diesein Buche vorgedruckten Empfehlungsschreiben - ,ift seit mehr als dreißig Jahren ein Muster, welches mehr oder minder sclavisch nachgeahint, aber niemals erreicht, und noch viel weniger übertroffen worden ist“. Getragen von dieser Ueberzeugung, die für Hrn. Vigreur, Repetitor an der Anstalt, gewiß sehr wohltuend ist, wünschen die Verf. den Personen, welche die Ecole centrale nicht besucht haben, einen Ersaß zu bieten durch ihr Buch, zugleich aber ben Eleven der Anstalt selbst ein Mittel, um ihnen den Uebergang von der Theorie zur praktischen Verwerthung derselben zu erleid) tern. Es ist aus diesem doppelten Zwecke ein eigenthümlicher Plan für das weitschichtig angelegte Werk entstanden, welchen die Verf. in einem , detaillirten Programm" mittheilen. Hiernach wird dasselbe in einen didactischen Theil und einen Theil Anwendungen zerfallen. Beide erstrecken sich über alle in das Ingenieurfach fallende Gebiete. Aber der didactische ist nicht ein eigentliches Lehrbuch, sondern besteht aus steben Reihen Études", betreffend einzelne Fragen aus der Festigkeitslehre (Dachconstructionen, Futtermauern zc.), Kinematik (Bahnräder, Erpansionsschieber), industriellen Physik (Dampfkessel, Herb und Schornstein 2c.), angewandten Hydraulik (Wasserräder, Turbinen 2c.), angewandten Mechanik (Schwungräder, Regulatoren zc.), über die Construction der Dampfmaschinen, der Gebläse und der Hebevorrichtungen. Die Anwendungen sollen Brückenconstructionen, Schleusen, Windmühlen, Spinnereien, Papierfabriken, Zuckerfabriken, Gasanstalten, landwirthschaftliche Maschinen, Fördermaschinen, Ventilationen, Walzwerke, Dampfichiffe, Locomotiven u. 4. m. behandeln und gewissermaßen eine Aufgabensammlung in großen Maßstabe für die Ingenieurwissenschaft bilden.

Damit schließlich jene Études auch dem weniger Vorgebildeten zugänglich seien, wird eine jede Reihe noch mit einer Einleitung versehen, welche also wohl das eigentliche Lehrbuch für den betreffenden Zweig bilden soll. Eine solche Einleitung ist das vorliegende, die Festigkeitslehre behandelnde, Heft.

Da hiernach von dem eigentlichen Werke — welches möglicherweise eine tedynische Bibliothek für sich bilden kann nauere Vorstellung noch nicht zu gewinnen ist, beschränfen wir und auf einige Bemerkungen über das erste Heft. ,, E8 haben fido mehrere gelehrte Mathematiker mit der Festigkeitslehre beschäftigt", sagen die Verf., , an deren Spiße wir Hrn. Belanger stellen". Bei allem Respect vor den Verdiensten des Hrn. Belanger in der Hydrodynamik, wie der Festigkeitslehre, scheint uns dies dod eine eigenthümliche Vorstellung von der Entwickelung dieser augedehnten Wissenschaft zu sein, welche z. B. ein Blick in die hiftorische Einleitung, welde Saint-Venant in seiner Ausgabe von Navier's Leçons *) gegeben hat, leicht corrigiren könnte. Warum ferner eine Theorie, welche in der gedruckten Literatur mannigfaltig bearbeitet ist, wie die von Furawsfi angeregte, den Widerstand gegen das Zerreißen der Balken länge der neutralen Faser betreffende, einer Belanger'schen Vorlesung entnehmen?

Das Buch enthält, mit einzelnen Erweiterungen, ungefähr die Capitel, welche in Belanger's Théorie de la résistance et de la flexion plane des solides behandelt sind; als Ersaß eines Collegien heftes könnten wir es im Allgemeinen empfehlen; wie

eine ges

*) Baris, 1864.

aber Leser mit mangelhafter mathematischer Vorbildung aus dieser rapiden Entwicklung der nothwendigsten Formeln, welche nur zuweilen durch einige Erläuterungen der in der Integralrechnung vorkommenden Bezeichnungen unterbroden wird, ohne Zahlenbeispiel, ohne Rüdficht auf Versuche u. f. w., die Festigkeitslehre verstehen, und weshalb ein solcher dieses Heft den Morin'schen Leçons oder anderen heutzutage nicht seltenen guten Lehrbüchern vorziehen sollte, ist uns nicht verständlich geworden.

Gin Bedenken würden wir noch gegen die Formeln zu äußern haben, welche die sogenannte zusammengesegte Festigkeit betreffen, wie z. B. den Fall gleichzeitiger Biegung und Forston. Es sind hier bie Marimalspannungen, welche jeder der beiden Inanspruch nahmen entsprechen, rechtwinklig gegen einander angenommen, was bekanntlich nicht der Fall ist. Da indessen diese Formeln wieder einer Belanger'schen Vorlesung entnommen sind, so ift anzunehmen, daß dieselben dort statt der bekannten richtigeren (vergl. Saint-Venant a. a. D. Anm. zu Nr. 156) wegen des Mangelê an Vorkenntniffen bei den Zuhörern geseßt find.

Bt.

war.

Physik. Sandbuch der angewandten Elektricitätslehre, mit besonderer Berückfichtigung der theoretischen Grundlagen, bearbeitet von Carl Kuhn, Rönigl. Liceal-Professor und Akademiker in München. Banb XX der allgemeinen Encyklopädie der Phyfte, herausgegeben von Gustav Karsten. 1393 S. 8. Mit 2 Tabellenbogen und 682 in den Sert eingedruckten Holzschnitten. Leipzig, 1866. Leopold Voß.

Ein umfangreiches Gammelwerk, eine Probe deutschen Fleißes, deutscher Gründlichkeit, aber auch Umständlichkeit liegt in diesem Werke vor uns. Dasselbe umfaßt in 2 Abtheilungen von ungleichem Caliber 5 Abschnitten, 19 Capiteln, 137 Paragraphen, zahllosen Anmerkungen unb Citaten Alles, was dem Verfasser bis zum Jahre 1859, wo die ersten Abschnitte des Buches veröffents licht wurden, sodann bis zum October 1865, dem Datum der Vorrede, über die angewandte Elektricität, mit Ausnahme der Elektrochemie und Elektrophysiologie bekannt und zugänglich gewesen, und damit eigentlich Das, was einem strebsamen, fleißigen, mit den hier reichlich, dort spårlich fließenden Quellen gut vera trauten Fachmann überhaupt bekannt werden kann.

Der erste Abschnitt trägt die Bezeichnung: Ueber BitBableiter“, und in ihm bringt der Verfasser als Einleitung die übliche Besprechung über die elektrischen Grundbegriffe an, ale da fint: Unterschied zwischen Leitern und Richtleitern, Erscheinungen der Influenz, Vertheilung der Elektricität auf Oberflächen, Spigenwirkungen, Einrichtung der gewöhnlichen Ladungsapparate, mechanische und thermische Wirkungen des Entladungsstromes u. s. w. Der Grund dafür ist faum abzusehen, das Verfahren noch we niger zu rechtfertigen. Es läßt fich nicht annehmen, daß irgend Jemand fich unterfangen wird, ohne die Renntniß dieser Elementarbegriffe an die Lectüre des bezüglichen Werkes heranzutreten wäre dann von vornherein ein verlorener Mann. Vielmehr kann unbedingt unterstellt werden, daß Derjenige, welcher es benußen will, ziemlich vertraut mit dein Stoffe fein muß, wenn er nur irgend welchen Nußen daraus ztehen will. Immer und immer wieder vergessen unsere Autoren, daß man, dem jebigen Zustande der Wissenschaft nach, nicht alles in ein einziges Buch brängen kann, daß die Eleinente niemals dahin gehören, wo der angehende Fachmann sich Belehrung über Specialitäten sucht.

Die folgenden Capitel, die Erscheinungen des Blißes und seine Einwirkungen auf irdische Objecte, Construction und Anordnung der Blißableiter, das Gewitter und die Entladungen gegen irdische Objecte behandelnd, sind durchgängig klar zusammengestellt und außerordentlich reich mit Thatfaden und Citaten der Quellen, aus denen der Verfasser schöpfte, durchflochten. Die Zeichnungen entsprechen im Allgemeinen den zu ftellenben Anforderungen, mit Ausnahne von Fig. 61, in welcher sich ein alzustarker Verstoß gegen die Perspective findet

. Das Studium des ganzen, in fich abgeschlossenen Theiles kann unbedingt allen Denjenigen empfohlen werden, welche sich über die Blißableiter unterrichten wollen, insa besondere den Bautechnikern.

Der .zweite Abschnitt bespricht das Zünden von Sprengladungen und Minenöfen mittelst elektrischer Wirkungen. Wie im ersten Abschnitte, fo findet fich auch hier eine Einleitung, zunächft über Reibungselektricitát, weiterhin über die Erregung durch Be

rührung, endlich über die Wärmeerzeugung durch den Stron, welche fich im Ganzen in mäßigen Grenzen hält. Das eigentlich Technische ist mit großer Sachkenntniß und Liebe zusammengestellt, mit guten Abbildungen versehen und gewährt einen gründlichen Einblick in die üblichen Methoden, sowie schäßbares Material für die Praris.

Der dritte Abschnitt, der Anwendung der elektrischen Fernwirkungen auf die Belegraphie gewidmet, ist der ausgedehntefte und umfaßt nicht weniger als 651 Seiten. Von den beiden Hauptwerken, welche neuerdings in Deutschland über Telegraphie erschienen, den Handbüchern von Schellen und von Rother, ist das hier besprochene in der Anlage schon dadurch verschieben, als Schellen in das Gebiet auf eine elementare Weise einzu= führen beabfichtigt, Kother hingegen speciell den Praktiker, die Anlage von Telegraphenleitungen u. 1. w. im Auge hat. A18 Einleitung finden fich die Untersuchungen von Wheatstone, Jacobi, Walfer, Gould, Mitchel, Fizeau und Gounelle über Bestimmung der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Elektricität in vorzüglicher Weise zusammengestellt, und damit ist eine Lüde ausgefüllt, welche allen Denen, die nicht in der Lage find, die betreffenden Quellen benußen zu fönnen, bisher recht fühlbar

Ebenso willkommen wird der Mehrzahl der Leser die in Capitel III enthaltene Darstellung des Entwickelungeganges der Telegraphie sein, welche Gründlichkeit und Bündigkeit vereint und in unanfechtbarer Unparteilichkeit die Ansprüche der verschiedenen Nationen auf die Ehre der ersten Erfindung regelt.

Die beiden leßten Abschnitte find bezeichnet: Anwendung elektrischer Wirkungen zur Mittheilung der Zeit, sowie zum Beoba achten und Einregiftriren von Zeitintervallen und meteorologischen Vorgängen. Anwendung elektrischer Wirkungen in verschiedenen Gebieten der Technik und anderen naheliegenden Zweigen.

Wir finden hier eine Zusammenstellung der verschiedenen Me= thoden, durch welche man bisher das Problem zu lösen versuchte, ühren an verschiedenen Punkten in einem absolut synchronischen Gange zu erhalten, kleinste Zeittheilchen firirend zu messen, vors übergehende Erscheinungen graphisch festzuhalten u. f. w. AnderTeite giebt uns der Verfasser eine Uebersicht der Hülf&mittel, deren man fich bedient, die Elektricität zur Beleuchtung, zum Betriebe von Kraft- und Arbeitsmaschinen, zur Hemmung der Bewegung und Vermehrung der Reibung zu benußen. Die Beschreibung ift durchgängig musterhaft, legt Zeugniß für die vollkommene Sachkenntniß des Führers ab und läßt nirgends zu wünschen übrig, To das der Leser über alle besprochenen Apparate genügende Aufklärung erhält.

Den Leistungen del Autors gegenüber, wie wir fte in bors stehenden Zeilen schilderten, wird Nieinand, der das Buch zum Gcgenstande des Studiums macht, dasselbe ohne Befriedigung aus der Hand legen. Blieben dennoch Wünsche, so betreffen ste nur bie Holzschnitte, welche nicht immer auf der Höhe der Zeit stehen, oder auch die, einem solchen umfangreichen Werke übel passende, Sparsanıfeit des Verlegere, welche es unmöglich macht, die ein zelnen Abschnitte der zweiten Abtheilung für sich getrennt binden zu laffen, und den Leser nöthigt, auch physische Rraftanstrengungen zu machen, um einen Band von 932 Seiten groß Octav zu bewiltigen.

F. B.

er

Allgemeine Tecnologie. Études sur l'Exposition de 1867. Aperçu général, encyclopédique, méthodique et raisonné de l'état actuel des arts, des sciences, de l'industrie et de l'agriculture, dans tous les pays du globe. Recueil de travaux techniques, théoriques, pratiques et historiques par M. M. le rédacteurs des „Annales du Génie civil“ avec la collaboration de savants, d'ingénieurs et de professeurs français et étrangers. Supplément aux Annales du Génie civil pour 1867. Paris, Eugène Lacroix.

Unter diesem Titel wird von der Redaction der „Annales du Génie civil und als Beigabe zu der genannten Zeitschrift ein fortlaufender Bericht über die Erscheinungen der diesjährigen Pariser Ausstellung angekündigt. Der Bericht roll nur wissenschaft lichen und technischen Interessen gewidmet sein, und wird in dem Prospecte ausdrücklich hervorgehoben, daß weder Annoncen, nody Reclamen, noch Robartikel Aufnahme finden sollen.

Die Lifte der Mitarbeiter ist ziemlich bedeutend, und geben mehrere der angeführten Ramen, wie Réon Drour, Raeppelin,

Nidle8, Houget de Lisle u. A. m., bereits einige Garantieen für die Gebiegenheit der Berichte. Die 5 ersten Lieferungen find bereits erschienen.

R. 3.

Feftigkeit des Glafes. - Im Folgenden geben wir nach Wied's ŽUustrirter Deutscher Gewerbezeitung" (1866, Nr. 8, G. 63) und mit Umrechnung auf Metermaß einige dem Engineer" entnomnene Angaben über die Feftigkeit des Glases. Danach beträgt bei diesem Materiale das Verhältniß der absoluten zur rückwirkenden Festigkeit etwa 1: 10; es ist näinlich beim Flintglase der Widerstand gegen Zerreißen 161 Kilogrm. pro Quadratcentis meter, der gegen Zerdrücken Dagegen 1651 Kilogrm. Ferner ift die Zerreißungefestigkeit bei Kronglas 180 Kilogrm., für Grünglas 203 Kilogrm.

Uußerdem wird die Beobachtung mitgetheilt, daß der Bruchwiderstand horizontaler belasteter Ståbe etwa gleich des Wider: ftandes von Gußeisenstäben gleichen Querschnittes ist.

R. Z.

0,9156,

= 20

Medhanische Technologie. Kochgeschirre aus Beffemermetall. - Der Berggeift" (1867, Nr. 24) giebt einen Bericht des Prof. Winter im , Steyr. Ind.und Gewerbeblatt" wieder, welcher über die Verwendung des Bessemermetalles zu Rochgeschirren, Taffen, Schalen, Waschbecken, Lampen und anderen bisher aus Meffing oder Kupfer hergestellten Bled; waren Mittheilung macht. Nachstehende Angaben sind diefent Berichte auszüglich entnommen.

Die besondere Eigenschaft des Bessemermetalles, feine Zähiga feit, macht dasselbe zur Fabrication der genannten Gegenstände vorzüglich geeignet. Go läßt fich im kalten Zustande leicht biegen und auf der Drehbank in jede Form drücken. Die daraus hergestellten Gegenstände find gegen Kupfer und Messing um 50 bis 60 pGt. billiger und der Gesundheit nicht gefährlich. Im Vergleiche mit gußeisernen Kochgeschirren sind solche aus Beffemermetal öfonomischer, weil ihre geringere Wandbicke den Durchgang der Wärme erleichtert.

Die aus Bessemermetau in der Metallwarenfabrik von Fr. Rub in Oraz für das österreichische Militair hergestellten Kochgeschirre find zum Schuße gegen Rost innen und außen verzinnt, aus Bessemerblech vollkommen glatt gedrückt und ohne Nietverbindungen oder Löthungen. Wie bei den üblichen Blechgeschirren wird der äußere Rand durch einen eingelegten Eisendraht verstärkt.

2.

eines durchgehends gleichen Verdünnungsfactors ergiebt fich dieser zu 0,8326, womit durch Rechnung folgende Werthe gefunden werden. 28

2) Von der Firma I. M. Hausmann in Kannover liegt mir ein Probensortiment vor, dessen Messung die folgenden Resultate gegeben hat.")

Der durchschnittliche Factor für alle 13 Sorten ift 0,889.

3) In Paris ist die Numerirungsweise der zur Frage stehenden Drähte eine wesentlich abweichende dadurch, daß die Nr. 1 der dünnften Sorte gegeben, und mit steigenden Zahlen bis 20 nach den größeren Dicen fortgeschritten wird. Ich habe aus einer im Jahre 1855 mitgebrachten Sammlung Silberbrahtproben mehrere der genauesten Messung unterzogen und dabei Folgendes gefunden.a) Hiernach findet man den Verdünnungsfactor zwischen Nr. 1 und 6 = 0,8485,

6 12 12

0,9270. 4) Der Gold- und Silberdrahtzieher findet in der Feinheit der von ihm herzustellenden Dråbte eine bedeutende Schwierigkeit, vorgeschriebene Dicken richtig einzuhalten. Einerseite ist schon das Meffen so dünner Metallfäden (mittelft der Meßringe, deren man fich hier statt der fonft üblichen Lehre bedient) verhältnißmäßig ziemlich großen Ungenauigkeiten unterworfen. Andererseits wird das Geschäft durch die ünzuverlässigkeit der Ziehlochdurchmesser erschwert, da man nicht im Stande ift, die Löcher von scharf bes stimmter Größe herzustellen, und dieselben während des Ziehens fich schnell erweitern *). Deshalb muß der Drahtzieher ein Mittel haben, die Verdünnung, welche in einem bestimmten Ziebloche era folgt, auf andere Weise als durch Vergleichung der Drahtbiden zu erforschen. Er gebraucht hierzu das sogenannte 3ångelmaß, ein mit stufenartigen rechtwinkeligen Ausschnitten (3ångel) versehenes Messingblech, woran er ein gewisses Stückchen des Drahtes vor und nach dem Durchgange durch das Ziehloch abmißt: aus der eingetretenen Verlängerung kann sodann auf die Verdünnung geschlossen werden. Ich habe zwei verschiedene 3ångelmaße auf ihre Maßverhältniffe untersucht. An dem ersten ist die zu Grunde gelegte Länge 17 Zoll, jedes einzelne der vier Zangel ein Zwölftel hiervon, also 1; Linie. Verlängerung des Drahtes um 1 gångel ift also eine Streckung um 1 Zwölftel; man berücfichtigt nöthigen Falles auch halbe Zangel, von denen jedes einem Vierundzwanzigstel der ursprünglichen Länge entspricht. Uin aus der durch das Sieben bewirkten Verlängerung die Verdünnung abzuleiten, muß man fich erinnern, daß die Drahtdicken bei gleichem Gewichte im umge= kehrten Verhältnisse der Quadratwurzeln aus den Drahtlången fteben. Somit erklärt fich das Folgende leicht. Längenmaße

Diden
Grundmaß

24 . 1,
+ 1 Zångel = 26
+ 1}

27
+ 2

28 + 21

29 3

30 + 31

31 32

0,8660. Man hat es also in seiner Macht, den Verdünnungsfactor zwischen den Grenzen 0,961 und 0,866 zu verändern.

Das zweite Gremplar hat als Grundmaß 24 300 und brei Zangel von je ein Sechstel Zoll oder ein Fünfzehntel der ursprünglichen Länge, so daß ein halbes 3ångel dem breißigsten Theile des Grundmaßes entspricht. Hierau8 ergiebt fich nachstehende Ueberficht: Längenmaße

Diden
Grundmaß

30. 1,
+ 1 Zängel

32 + 11

33

0,9534, + 2

34

0,9393, + 21

35

0,9258, + 3

36

0,9129.

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0,9608, 0,9428, 0,9258, 0,9097, 0,8944, 0,8799,

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+4

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Ueber Drahtlehren; bon Karl Karmarsch. (Fortsegung von Seite 467.)

V. Gold- und Silberdrahte. Unter dieser Benennung werden hier nur diejenigen Drahtgastungen verstanden, welche zur Anfertigung des Lahns, der Golda und Silbergespinnste, der Kantillen und verwandter Arbeiten gebraucht werden. Was man hier ächten Golddraht nennt, ist bekanntlich vergoldeter Silberdraht; der ächte Silberdraht wird auß feinein oder fast feinem Silber gezogen. Unter diesen beiden finden ito die kunstvolften Erzeugnisse der Drahtzieherkunft, denn in keinem anderen Falle wird die Feinheit des Drahtes für gewöhnlichen Gebrauch so hoch getrieben. Unächte Gold- und Silberbrähte zu gleicher Anwendung (aus vergoldetem und versilbertem Rupfer bestehend) werden, wenn dieselben Fabriken fte erzeugen, mit den ächten übereinstimmend numerirt, aber nicht zu ganz so hoher Feinheit gezogen.

In den deutschen Fabriken ist es gebräuchlich, die Nummer: reihe mit 1 zu beginnen (womit ein Draht von 0,01 bis 0,02 Zoll Dicke benannt wird) und bei steigender Feinheit bis 10 oder 11 fortzuseßen. Zwischen den ganzen Nummern werden hierbei oft aud halbe eingeschaltet, oder kleinere Dickenabstufungen durch befondere Beisäße bezeichnet. Ein folches bollständiges Sortiment Eefteht z. B. aus Nr. 1, 2, 3, 3, 4, 4, 5, 51, 6, 6, 7, 71, 8, 9, grob 10, starf 10, gewöhnlich 10, fein 10, 11, fein 11.

1) Von den Drähten einer Wiener Fabrik habe ich vor längerer Zeit die Nr. 1 = 0,26 Millimtr. und Nr. 10 0,05 Millimeter gefunden. Unter Vorausseßung nur ganzer Nummern und

= 30

0,9682,

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23) S. Bd. X, S. 661 bis 664 unter IX.

*) Wenn einige (z. B. 4) Lott des feinen Silberdrahtes durch ein Loch gezogen sind, muß dasselbe aufgegeben werden, weil bereits zufolge des Ausschleifens der Draht eine mertlich zu große Dide erhält. Die Zieblöcher in edlen Steinen (Saphir oder Rubin) halten fich allerdings weit länger.

Diese zwei Beispiele zeigen genugsam ben Weg an, um für vorgeschriebene Abftufungen der Lochdurchmesser fich das Zangelmaß nöthigen Falles selbst zu construiren.“

(Soluß folgt.)

Chemische Technologie. Löslicher Copal. Zu dem Seite 536 0. Bd. 0. 3. mitgetheilten Artikel über Violette's ätherische Firniffe bemerkt Dr. Wiederhold (Polytechn. Journat, Bd. 182, S. 64), daß ihm das Bedürfniß eines atherischen Lösungsmittels für Dammar nicht vorhanden zu fein schiene, da die Auflösung in Serpentinöl alle wünschenswerthen Eigenschaften eines schnell trodnenben tacted be fißt und von den Üebelstanden der Anwendung von sehr flüchtigen Lösungsmitteln, wie in Aether, frei ist. Dagegen wäre es febr wünschenswerth, für Copal ein billiges, fich verhältnißmäßig raich verflüchtigendes Lösungsmittel zu besitzen. Bei der Bios lette'den Methode rügt Wiederhold, daß beim Erhigen von einigermaßen beträchtlicher Menge von Copal ein Braunwerden nicht zu vermeiden sei, und daß der auf solche Weise erhaltene Lack einen sehr matten Glanz beste. Der Glanz läßt sich jedoch, wie bei allen Firniffen, durch einen Zusaß von Leinölfirniß bers mehren. – In Beziehung auf die Dauerhaftigkeit des Lades wird in den Kreisen von Praktikern der Violette'schen Methode kein günstiges Prognoflikon gestellt.

28.

Zur Darstellung von schwefliger Säure empfiehlt Fr. Stolba in Prag (Journal für praktische Chemie, Bd. 99, S. 54) Eisenvitriol, Kupfervitriol, Bleivitriol sc. mit Schwefelpulver gemengt zu erhißen, wobei sich ein ruhiger Basstrom von schwefliger Säure entwickelt, während der Rückstand neben dem gebildeten Schwefelmetall etwas unzerlegt gebliebenes Sulfat enthalten kann, wenn nicht genug Schwefel einwirken konnte. Am besten verwendet man Eisenvitriol, da das entstehende fein zertheilte Scwefeleifen vor theilhaft zu Schwefelwasserstoff verwendet werden kann. Der kaufliche Gisenvitriol ivirb in einer Eisenpfanne oder Eisensdale ents wässert, dann zu feinem Pulver gerteben und mit Schwefelpulver in dem Verhältnisse gemengt, daß auf 1 Theil Schwefel 23 Theile entwässerter Eisenvitriol kommen. Dieses Gemenge läßt ftdj in wohlverschlossenen und am besten verbundenen Glafern beliebig lange aufbewahren. Um daraus schweflige Säure zu entwickeln, bringt man eine ca. 1 Zoll (26") hohe Schicht in eine Retorte oder einen Glaskolben und erhißt mit der Lampe oder mit Kohlenfeuer. GS ist wesentlid), weite Gasleitungsröhren anzuwenden, da fich stets etwas Schwefelbampf mit entwickelt, welcher enge Röhren verstopfen könnte; derfelbe ist leicht dadurch von der schwefligen Säure zu entfernen, daß man das Gas durch eine weite Röhre leitet, worin fich lockere Baumwollhäuschchen befinden. Nach Beendigung der Gasentwickelung läßt man den Rücftand in der Retorte erkalten. Verwendet man ein Gemenge von 1 Theil Schwefel und 3 Th. entwäffertem Kupfervitriol, fo geht die Entwidelung noch leichter von Statten, als bei Eisenvitriol; doch läßt das rückständige Schwefelfupfer keine so vortheilhafte Verwendung zu, wie das Schwefeleisen.

48.

Professor der Bergbaukunft an der R. G. Bergakademie, Bergrath und Bergaintsafsessor in Freiberg. Zweite vollständig durch- gesehene und verbesserte Auflage. 522 S. 8. Mit 146 in den Lert gedruckten Holzschnitten. Leipzig, 1866. Arthur Felip.

Das vorliegende Werf hat schon in anderen Zeitschriften, besonders in der Zeitschr. für Bergs, Hütten- und Salinenwesen im preuß. Staate" eine sehr anerkennende Besprechung gefunden. Wir bedauern mit dieser 2. Auflage nicht auch gleichzeitig seine erste zur Hand zu haben; denn wenn es in der genannten Zeits schrift (Bd. XIV) heißt: „In der That Hat auch das Buch durch die neue Bearbeitung sehr an Werth gewonnen, obgleich es fich wenig verändert hat“, so wird man dieses Wenige kennen zu lers nen ganz besonders begierig.

Die Summe alles Lobes, welches diesem Werke gespendet wurde, besteht in der Anerkennung der außerordentlichen Mühe und des Fleißes, mit dem das Quellenmaterial studirt und benußt ist. Wir sind gern bereit, in dieses Lob mit einzustimmen; aber niit dem Wesen des Buches und der Behandlung des Stoffes können wir uns nicht einverstanden erklären.

In vieler Beziehung entzieht sich der vorliegende erste Theil einer Bergbaukunft im engsten Sinne, wie das Werf der Gr. Ber: fasser selbst bezeichnet, dadurch der Beurtheilung, daß von dem Gesammtwerke bis jeßt eben nur einzelne, und zwar die am wenigsten zusammengehörigen Theile erschienen find, man also über die vollständige Erschöpfung des zu behandelnden Stoffes in Una ficherheit bleibt. Und gerade bei dem Studium der vorliegenden Auf- und Untersuchung der Lagerstatten ist uns dies recht fühlbar geworden; da wir im Vorliegenden das wirkliche praktische Aufsuchen durch Schürfen, durch Bohren vermiffen und kein Urtheil haben, in welchem Zusammenhange diere technische Seite der Aufsuchung mit dein vorliegenden Werke behandelt wird. Die gefliffentliche Breite und Weitsdyweifigkeit, mit welcher der Hr. Verfasser alles berückftohtigt, was, seitdem das Menschengeschlecht Bergbau treibt, hierin einschlagend gethan wurde, und von dem das Meifte als längst abgethan füglich wegbleiben konnte, nimmt dem Buche seinen praktischen Werth. Vieles, was so endlos auss geführt ist, könnte mit dem beseitigt worden sein, was S. 3 von 3. Agricola: de re metallica" gesagt wird; e8 find eben naibe Erwägungen. Leider müssen wir auch von dem einen Haupts theile des Werkes, von den vielen Quellen, Angaben und erläus terten Beispieleu sagen, daß dieselben, obgleich ste jenen obengedachten, außerordentlichen Fleiß bekunden und eine ungemeine Bes lesenheit zur Schau tragen, oft der nöthigen Kritik entbehren.

Dem Werke ist eine Einleitung in die allgemeine Bergbaufunde, als beren erster Theil es gelten foll, vorangestellt, und darin vor allem die Vortheile und Nachtheile des Bergbaueß ers wogen. Auch über das Studium der Bergbaukunst läßt fich der Hr. Verfasser vernehmen; aber wir meinen, daß die Erläuterung des Praktischen, Theoretischen und Theoretisch-praktischen kaum diesen Aufwand von Mühe werth sei. Bei der Eintheilung der Bergbaukunst find wir bem Hrn. Verfasser dankbar bafür, daß er zu den sonst üblichen Abdnitten einen besonderen, über die bei dem Bergbaue angewendeten Umtriebe - (Rrafts) Maschinen und Zwischengeschirre hinzugefügt hat.

Von den technischen Benennungen, deren Erklärung der Hr. Verfasser giebt, wollen wir einige hervorheben:

Streichen -- die Richtung einer Horizontallinie gegen die Mittagslinie des Ortes (?!); das Streichen einer Lagerstätte, demnach die Richtung einer in einem Horizontaldurchschnitte lies gende Längenausdehnung derselben gegen diese Mittagslinie." Gin

Schadit" ist ein Bau von viereckigem, rundem oder vieledigem Quersdynitte, der fich seiner Hauptausdehnung nach faiger oder stark geneigt in diese Tenkt." Wir würden hins zufügen: und der vorzugsweise zur Aufnahme der maschinellen Betriebseinrichtungen dient.

,,Eine Strecke – Strase, Schlag, Lauf"" – ist ein ebenfalls mit regelmäßigem, gleichbleibendem Querschnitte getriebener Grubenbau, der mit seiner Länge mehr einer föhligen Richtung folgt, meistens in einem Schachte angeseßt, d. I. begonnen ist. Gin wichtiger Umstand scheint hier außer Åcht gelassen: die Strece bleibt in der Lagerstätte, und dies ist charakteristischer, als die mehr föhlige Richtung; denn bei dem Flößbergbau fann eine Strecke selbst die Neigung der Flöşebene annehmen; auch unterscheidet fich hierdurch wesentlich die Strecke von dem Stollen.

Ein Haspel -- ist eine einfache Fördermaschine aus einer durch Menschenband bewegten liegenden Welle – dem Runds

Gewinnung von Eisenvitriol aus Frischfchladen, von Mène.

In den meisten deutschen technischen Zeitsdriften finden wir eine Notiz über eine von Mène borgeschlagene Gewinnung von Eisenvitriol aus Hohofenschladen". Die Schlacken sollen durch berdünnte Schwefelsäure zerseßt, die Rieselfäure durch Eindampfen bei 150° unlöslich gemacht, das schwefelsaure Eisenorydul mit heißem Wasser ausgelaugt und krystallisiren gelassen werden.

Wir halten es für unsere Schuldigkeit, darauf aufmerksam zu machen, daß Mene dieses Verfahren nicht für Hobofenchladen", sondern für Frischfchladen vorschlägt, für scories des forges, wie es im Originalartikel in den „Compt. rend.“, BD. 63, S. 931, 1866, 26. Nov., heift.

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Berg wesen. Die Aufsuchung und Untersuchung von Lagerstätten nuk: barer Mineralien. Von Morig Ferdinand Gaepfchmann,

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baune - bestehend." (? Vorgelegchaspel, Differentialhaspel, Dampfhaspel.)

Wenden wir uns nun zu den , Arten des Vorkommens nuga barer Mineralien in den Gebirgen", als demjenigen Theile, welchem der Hr. Verfasser mit Recht den größten Raum in seinem Werke zugeftanben hat.

Wohl in keinem anderen Zweige ist die Bergtechnik reicher an eigenthümlichen Benennungen, als bei dem Gangbergbaue, wenngleich fidy die Mehrzahl derselben, je nach den Bergrepieren, in denen ste üblich sind, widersprechen, oder wenngleich fie mindeftene die Begriffe, welche man damit bestimmen wollte, berwirren. Bei der Bespredjung der Gänge und ihres Verhaltens hat nun der Hr. Verfasser mit Lengstlichkeit alle nur irgend angewendete Bezeichnungen erörtert und die sprachliche Entwicelung der Benennung erläutert, wir glauben nicht zum Vortheil seines Werkes. Auf der anderen Seite finden wir wieder die dem Verfasser eigenthümliche, reichhaltige Zusammenstellung der Gangvor: komninisse, welche, verbunden mit den inannigfachen Quellenangaben, wohl feffelnd und belehrend find; aber doch ein Gefühl des Unbefriedigtseins zurüdklassen, weil das Hauptsächliche so wenig vor dem Nebensächlichen hervorgehoben ist.

Den Unterschied in den Begriffen von Lager und Flöp festzustellen, bemüht sich der Hr. Verfasser in $. 21 unserer Meinung nad) vergeblich. Es wird ihm diese Aufgabe allerdings durch den sehr oft fchwankenden Sprachgebrauch schwer gemacht. Wir verweisen auf Naumann'ø Geognosie (Bd. I, S. 879): , weitfortsegende Lager, welche aus einem technisch nugbaren Minerale bestehen und einem ganz entschieden sedimentären Schichtensysteme angefören, pflegt der deutsche Bergmann auch Flöß zu nennen".

Ueber die Lager heißt es S. 149: ,,Je nach der Größe ibres Fallen (?) bezeichnet man die beiden Gebirgstheile, zwischen denen fte eingelagert sind, als Şangendes und Liegendes.

Ferner S. 161: Manche Lager werden an einer oder an beiden Begrenzungsflächen von besonderen Schichten oder Lagern begleitet, welche zuiveilen sogar al8 parallele, besondere Lager, öfter als eigentliche Begrenzungen des ersteren zu betrachten sind". Hierzu wird S. 162 bemerkt: Jüngere Braunkohlenlager werden fast von Thon als Sohle oder Dady oder beides begleitet; auch von Sand. – Eine von Asphalt imprägnirte Schidit folgt dem Braunkohlenlager bei Helbra im Mansfeldichen in der Sohle." Man fragt fich unwillkürlich, ob es so auffällig ist, daß die tertiären Braunkoblen von Thon und Sand im Hangenden und Liegenden begleitet sind. In Bezug auf das Braunkoblenlager von Helbra verweisen wir auf die ,, Zeitschrift für Berg, Hütten: nnd Salinenwesen im preuß. Staate“ BO. VII, S. 210.

Das Original ganz entstellend, heißt es auf S. 158: , Auf dem mehr erwähnten Lager bei Tarnowiß in Oberschlesten bildet der Bleiglauz öfters eine untere feste und darüber eine obere milde Erzlage; das Erz ist nesterweis bis in lang fortlaufende Streifen vereinigt, irelche weber dem Hauptstreichen noch Fallen folgen, oft nur kurz und zerstreut in großen tauben Mitteln inne liegend." („Zeitsdrift für Bergs, Hütten- und Salinenwesen“ Bd. I, Abh. 6. 6 . f.)

Dagegen finden wir in jener Abhandlung auseinander gesegt, daß der erzführende Dolomit durch das Erzvorkommen in einen Sohlen- und einen Dacidolomit getrennt wird (S.5), daß man zwischen beiden Dolomiten eine feste und eine milde Erzlage unterscheidet (S. 6), daß die misde und die feste Erzlage genau dieselbe Stelle einnchmen, also ihr Unterschied nur ein örtlicher sei und daß sie zusammen eine Lagerstätte bilden. Die milden Erzlager bilden borzugsweise die höheren Felder, also das Ausgehenbe, wahrend die fèften Erzlagen gegen das Einfallen hin vorwaltend auftreten (S. 7). Wo hat man da die obere milde und die untere feste Erzlage?

Von den Flößen heißt 8 S. 170: ,,Gs fommt selbst vor, daß höher gelegene Flöße abweichend über tiefere gelagert sind, in welchenı Falle fte freilich, wenn nicht einem ganz anderen Gebirgegliede, doch wenigstens einer, der Bildungszeit nach sehr verschiedenen Abtheilung des ersteren zugehören müssen.“ Wenn die Flößc der Erklärung nach den fedimentären Schichtensystemen angehören, dann ist ja dieses ganz selbstverständlich. In der darauf folgenden Anmerkung heißt es unter andern (S. 171): ,,In der Erdhweiler Mulde des Dürener Revieres in Preußen fäút der nördliche Flügel 45 bis 50°, der südliche 60 bis 65° etwas unter Der Oberfläche überhängend" (Ponson, traité, t. I, S. 155).

Im Originale fteht aber: „Mais, un peu avant d'atteindre la surface du sol, les couches, s'infléchissent de nouveau, ploient vers l'intérieur du bassin en formant avec la verticale un angle d'environ 20 degrés; cette flexion place le mur des stratifications à la place de leur toit, et vice-versâ ; elle a lieu à une distance de 100 à 120 mètres au-dessous de la surface.“

,,Gingelagert" heißt es S. 172: „ nennt man befanntlich ein Flöp, wenn es seine vorhandene Vertiefung des Grundges birges einnimmt.“ Sehen wir von dem Druckfehler , feine vorhandene" ab und feßen wir ,,eine", so müssen wir nach Naus mann's Geognofte, Bd. I, S. 876 vorstehende Erklärung dahin berichtigen, daß Flöße eingelagert sind, wenn fte zwischen die Schichten der fte begleitenden Gesteine regelmäßig eingeschaltet sind.

Eine Mulde ist eine ringdum geschlossene fesselartige Bers tiefung“ (S. 172?!). Ein Sattel ist der Gegensaß der Mulde, d. i. eine Biegung des Flößeß nach oben" (S. 173). Man erstaunt über solche Erklärungen, da doch der Hr. Verfasser fich, bes sonders auf Naumann's Geognoste beruft, wo es BD.I, S. 887 heißt: Eine Schichtmulde ist nämlich ein sehr lang gestrecktes umlaufenden Schichtengebäude von efofliner (nach innen geneigter) Schichtenlage. Kahnförmige und umgekehrt fahnförmige Schichtensysteme find Benennungen, welche in der That bollkommen geeignet sind, eine richtige Vorstellung von Mulden und Sätteln zu verschaffen.

Flögberge nennt man bei dem Mansfeldischen Kupferschieferbergbau langgestreckte Sattel“ heißt es S. 175. Gewiß, denn jeden Sattel nennt man dort einen Flögberg. Auf S. 185 wird von einer Anorduung der Ausfüllung der Flöße gespros den, und auf der folgenden Seite citirt: ein breccienartige (?) Vorkommen ist zuweilen das von Thoneisenstein, der in Knoten, Adern und Bußen von sehr verschiedener Größe in Schichten von Schieferthon eingelagert ist; so z. B. im Pfalz-Saarbrücker Rohlen- und jüngern Sandgebirge (Nöggerath, Rheinland-Wests phalen, Bd. IV, S. 100, 219). In dem angezogenen Driginale wird aber dieses befannte Vorkommen nirgende breccienartig genannt, was auch eine ganz falsche Auffassung befunden würde.

Mit dem Driginale hat auch das Citat S. 188 Nichts gemein, wenn es heißt: „Sehr unreine Kohlen finden sich in großer Tiefe auf den Flößen des Bassin von Charleroi, an deffen mit: täglicher Grenze (Ponson traité, I, S. 130). Ebenso ungenau ist das Drigninal auf derselben Seite angezogen, wenn es heißt: „Stücke des Dach- oder gar des Sohlengesteines sollten eigentlich in der Masse des Flößes nicht enthalten sein, doch finden fich auch davon Fälle.“ Hierzu: ,Gefdiebe sind nach Freiesleben (a. a. D. TH. III, S. 79) im Mansfeldischen und Imenauer Kupferschiefers flöße vorgekommen." Diese Geschiebe waren aber Hornsteinporphyr und kleine Kiesel von weißer Farbe, also weder aus Dach, noch Sohle des Kupferschieferflößen. Ein auffälliges Citat findet man ebenfalls auf S. 187. Es heißt hier:

Es heißt hier: Eisenstein als Zwischens mittel im Walzflöße auf Friedrichsthal in Saarbrücken“ (Zeitschr. für Berg, Hütten- und Salinenwesen im preuß. Staate, BD. III, Hft

. 2, S. 151). Das Flöß mit dem fraglichen Zwischenmittel wird aber auf S. 152 Mos flög genannt.

Es würde uns zu weit führen, wollten wir dem Hrn. Vera fasser überall so speciell folgen; auch glauben wir durch das Vors stehende unsere Eingangs gemachten Vorwürfe genügend belegt zu haben.

Auf den nächsten 150 Seiten werden die Erkennungszeichen und Hülfemittel zur Aufsuchung nüßlicher Mineralien und die Untersuchung einer Gegend mit altem, auflässtgem Bergbau besprochen. Von diesen Hülf&mitteln heißt es bald: es bedarf feiner weit ausgeführten Nachweise, daß sie irgend eine Schlußfolge über das Vorhandensein nußbarer Mineralien zulassen; freilich hat auch dieses nur sehr allgemeinen Werth; auch dieses fann nur zu einer ganz vorläufigen Beurtheilung dienen; fte find für die Gegenden, deren Verhältnissen sie entnommen wurden, richtig, passen hingegen auf andere wenig; an alle diese bis jeßt genannten Ents blösungen 2c. knüpft fich, wie natürlich, am öftersten der Zufall; auch die Lichtersdeinungen dürfen nicht unerwähnt bleiben, ob schon von noch ziveifelhafterer Natur. Dennoch werden diese Hülf&inittel init der dem Hrn. Verfasser eingenthümlichen Breite, welche Wesentliches und Unwesentliches gleich behandelt, besprochen, so daß kein Bergmann nach diesen Anleitungen seine lintersuchungen ans stellen könnte.

Der dritte Theil ist der Beurtheilung des untersuchten Ges

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