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Zur näheren Begründung des leßten Punktes mag eine Kostenberechnung dienen, welche im ,,Glücauf“ (1866, Nr. 12) enthalten ist.

Auf der Rohleneisensteinzeche Neu - Hiddinghausen ist im September v. J. ein Querschlag von 1 Lachter (2") Höhe und Weite in feftem, quarzigem Sandsteine bei Anwendung von Puls ver in 327 sechestündigen Schichten 34 Lachter (7*,5) lang aufgefahren, und dabei ca. 200 Pro. Sprengpulver incl. des zum Anzünden der Schüsse erforderlichen Halmpulver8 berbraucht. Im November ist derselbe Querschlag im gleichen Gesteine bei Anwendung von Nitroglycerin in 280 sechsstündigen Schichten 6 Lachter (12",56) weit aufgefahren, wobei 935 Loth Nitroglycerin nebit 212 Fuß (66",65) Guttaperchazündschnur aufgegangen find.

Der Roftenaufwand hat im ersten Falle für Pulver 28 Thlr. 5 Sgr. im Ganzen, also 7 Thlr. 15 Sgr. 4 Pf. pro Lachter (pro Meter 3 Thlr. 17 Sgr. 7 Pf.) betragen; während für Sprengöl und Zündschnuren in den obigert 6 Lachtern (12”,5) 42 Thlr. 11 Sgr. 7Pf. und außerdem noch 5 Thir. für Pulver, in Summa also 47 Thlr. 11 Sgr. 7 Pf., oder pro Lachter 7 Thlr. 26 Sgr. 11 Pf. (pro Meter 3 Thlr. 23 Sgr. 2 Pf.) berausgabt find. Die Kosten für

Sprengmaterial betragen demnach bei Unwendung von Sprengöl 11 Sgr. 7 Pf. pro Lachter (pro Meter 5 Sgr. 7 Pf.) mehr, als beim Schießen mit Pulver.

Die Koften für Arbeitslohn find nicht genau angegeben. Nehmen wir an, daß der Aufwand für Bohrgezähe und Hauerlohn pro Arbeitsschicht nur 25 Sgr. betragen habe, so würden

327.25 für diese Roften bei Anwendung von Pulver resultiren Sgr.

31 gleich 72 Thlr. 20 Sgr. pro Lachter (pro Meter 34 Thlr. 21 Sgr.), während bei Anwendung von Sprengöl das Lachter nur 280 . 25

Sgr. = 38 Thlr. 26; Sgr. (pro Meter 18 Thlr. 17 Sgr. 6 1Pf.) an Arbeitslohn gekostet hatte, wenn die Gedinge gleicha máßig gestanden hätten. Nach Abzug obiger 11 Sgr. 7 Pf. betrüge Demnach die reine Ersparniß auf 1 Lachter 72 Thlr. 20 Ggr. - [38 Thlr. 26 Sgr. 8 Pf. + 11 Sgr. 7 Pf.]

= 33 Thlr. 11 Ggr. 9 Pf. (pro Meter 15 Chlr. 28 Sgr. 4 Pf.) bei obiger Annahme; und um so mehr, je höher die in beiden Fällen berbienten lohne find. Abgesehen dabon refultirte aber noch eine sehr bedeutende Zeitersparung, die oft mit Oeld nicht aufzuwiegen ist."

(Fortseßung folgt.)

Die Steinkohlenreviere in der Gegend von Aachen

von Herrn Oberberghauptmann Dr. von Dechen in Bonn.

Mit Plänen der Herren Director 8. Baur in Eschweiler, Director L. Bonigmann in Höngen und Generaldirector Striebed in Aachen.

(Hierzu Blatt 9, 10 und 11.)

(Fortseßung statt Schluß von Seite 551.)

B. Das Worm-Bassin oder die Koblideider Mulde.

Die Kohlengebirgsmuide auf der Nordwestseite des von Burtscheid und Aachen nad Berlautenheid und Saaren zies benden Sattelrückens der Devonschichten ist hierdurch in der Querlinie gänzlich von der Eschweiler Mulde getrennt. Es ist bereits oben erwähnt, daß diese nördliche Kohlenmulde von einer großen Verwerfung, dem Feldbiß, quer durchschnitten wird, auf deren Westseite das eigentliche Worm-Bassin liegt, während die Fortseßung derselben auf der Ostseite des Feldbiffes unter den bedeckenden Tertiärschidhten feit noch nicht 20 Sabren aufgefunden worden ist. Der Feldbiß, welcher die Worm oberhalb Herzogenrath durchschneidet (Blatt 11 zu Seite 557), erstreckt fich gegen Südoft über Bardenberg, Morsbach, Wür: selen und trifft ziemlich genau mit der Münstergewand überein, welche die westliche Begrenzung der Gschweiler Mulde bildet. Das eigentliche Wormrevier (früher auch „, Ländchen von der Heiden“ genannt) liegt also in demjenigen Gebirgstheile, welcher die südwestliche Fortsegung der Eschweiler Mulde enthält, in welcher der höheren Lage wegen selbst die Flöpgruppe der Außenwerfe nicht vorhanden ist. Der östlich vom Feld: biß in Angriff genommene Abschnitt der Wormmulde entspricht dagegen dem Abschnitte zwischen der Münstergewand und der Sandgewand, worin die Eschweiler Gruben liegen.

Auf der Westseite der Grubenpartie an der Worm ist das Vorkommen von Kohlenflößen unter der Bededung durch die Kreideformation durch Bohrlöcher nicht allein bis zur niederländischen Grenze, sondern sogar darüber hinaus nad

gewiesen worden. Auch dieser Gebirgstheil ist durch eine bei Ursfeld und Bant durchseßende Verwerfung getrennt, deren Verhalten bis jeßt aber wenig bekannt ist.

Die Kohlenflöße des Wormrevieres bilden eine große, gegen Nordost bin einsinfende Mulde, welche aber durch enge, fpipe Sättel vielfach in besondere Mulden getheilt ist (Blatt 10 und 11 zu Seite 557) und sich dadurch ganz ungemein von der einfachen und abgerundeten Eschweiler Mulde unterscheidet. Auf der Südseite dieser Mulde tritt das Kohlengebirge am meisten 311 Tage; da aber die liegendsten Flöße an diesem Muldenrande in neuerer Zeit nicht bearbeitet werden, auch nicht regels mäßig ausgebildet zu sein scheinen, so ist das Verhalten nicht genau bekannt. Der nördliche Muldenrand ist von mächtigen Tertiärschichten überlagert, und es ist daher das Verhalten zu den weiterhin bei Magerau in großer Teufe erbohrten Flößen nidyt befannt.

Die Flöße dieser Ablagerung find durch einen schon sehr aften Bergbau befannt. Die oberen Floße sind daher schon seit langer Zeit größtentheils abgebaut und die Nachrichten darüber theilweise unvollständig. Die nachfolgende Zusammens stellung der Kohlenflöße des Wormrevieres auf Seite 623 und 624 ist nach den älteren Nachrichten und den Ergebnissen des neueren Betriebes entworfen. Die Flöße sind von oben nach unten aufgeführt.

Die oberen 11, weniger genau gekannten Flöße, haben eine Mächtigkeit von 18 Fuß (5",66) und die nur unvollständig angegebene Gebirgsmächtigkeit beträgt 90,8 Lacyter (188",7). Nach einer genauen Ermittelung liegt das 12. Flop

сhtigkeit

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Mätigkeit

ber Zwischenmittel

in Pachtern

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13,2 (27",6) *) 39,2 (81",9)

1. Kleine Kranz
2. Große Aranz (Steintreuz)
3. Sandberg (Goulet)
4. Bitte (381fden).
5. Steintnipper Madenweg
6. Kempgen (AI. Anapper)
7. Sr. Knapper

: 8. Burgweg (Schlamm) 9. Trumpf (Pambour) 10. MI. Langenberg (Bruch) 11. Nothort. 12. Gr. Langenberg (Ath. Gr. Pumpe) + ***) 13. Langenbergtleine. 14. NI. Bruch 15. Brüchelchen 16. Meifter (Laurweg) + 17. RI. Meister 18. Geelard

11,0 (23") **) 7,6 (15",9)

16,6 (34",9) 0,3 (0",63)

11,7 (24",4) 11,3 (23",6)

19. Croat

12,5 (26", 1) 4,8 (101) 8,3 (17",3) 4,5 (9",4)

20. Furth † 21. Stintert i

22.

.

2.

23. Schmales Floß † 24. Schmalet Flös 25. Grabwert 26. Sinoden 1

2

3,8 (7",9)
4,5 (99,4)
4,7 (9“,8)
8,3 (17",3)
5,6 (11",7)

der Floße in Zollen

20 (525mm) 21 (550mm) 30 (785"") 15 (390mm) 11 (290**) 22 (575mm) 14 (365mm) 17 (445mm) 36 (94007) 19 (500mm) 11 (290) 54 (1",41) 21 (550mm)

8 (210mm)
18 (470mm)
27 (7050m)

9 bis 20 (235mm bis 525mm)
21 bis 30 (550mm bis 78506)
28 bis 48 (730mm bis 1", 255)
39 bis 48 (1",020 bis 1",256)
15 bis 12 (390mm bis 315mm)
16 (420mm)
14 (365**)
12 (315"m)
30 bis 36 (785mm bis 940mm)
15 (390mm)
15 (390mm)
36 (940mm)
48 (1",258)
5 (130mm)
4 (10507)
15 bis 20 (390mm bis 5250m)
22 (575m)
10 (260mm)
27 bis 34 (705 mm bis 890mm)
54 bis 42 (1",41 bis 1", 10)
21 bis 24 (550mm bis 630mm)
21 (550mm)
12 (315mm)
54 bis 50 (1",41 bis 1",31)

8 (2100)
18 (470)
22 (575mm)
42 (1",10)
40 (1",05)

27.

28. Sentewed +
29. Grauwed t
30. RI. Srauweď

Il

31. Brem

8,3 (17",3)

8,5 (17",8) 10,8 (22”,6) 5,7 (11",9)

1

32. Schmalemau
33. ley
34. Schmales FI86
35. Rauschenwert +
36. Gr. Athwerk †
37. RI. Athwert t
38. Arober
39. Bart
40. Merl + .
41. Schnales FIB
42. 1. Mühlenbach 1
43. ML. Mühlenbad 2
44. Or. Mühlenbach +
45. Steinknipp +

7,6 (15",9) 14,4 (30%)

.

18,0 (39",6)
4,7 (9",)
3,6 (17",)
16,2 (33",9)

*) 3wischenmittel zwischen dem zweiten und britten Flöge.
**) Zwischenmittel vom vierten bis neunten FIBBe.
***) Die Namen ber bauwürdigen Fläge find mit + bezeichnet.

lage" führt. Er ist licht gelblich grau bis dunkel-afchgrau und eignet sich wegen seiner Härte und Festigkeit zu Pflastersteinen. In demselben kommen viele Klüfte vor, in denen

Groß Langenberg in der tiefsten Specialmulde 230 Lachter (480",7). Die 34 tieferen Flöße von Groß Langenberg bis Steinknipp einschließlich haben nach den niedrigsten Angaben

Fuß 20, von 188"). Unter befinden nur 12 Flöße, welche überall bauwürdig sind, und 14, welche überhaupt als bauwürdig angesehen werden können. Diese lepteren enthalten 39 Fuß (12",25) Steinfoble, die 20 unbauwürdigen Flöge 261 Fuß (8",21). Im Durdyschnitt fommt auf jedes bauwürdige Flöt eine Mädytigkeit von 33} Zoll (875mm). Die Mächtigkeit dieser Flöße verhält sid) zu der: jenigen der Gebirgsschichten, worin ste eingeschlossen sind, wie 1 zu 30. Die Tiefe, welche das liegendste Floß Steinknipp in der tiefsten Specialmulde erreicht, beträgt 470 Ladyter oder 3133 Fuß (982",3). Die Mächtigkeit der Gebirgsschichten, welche sich zwischen diesem Flöße und dem Kohlenfalfsteine finden, ist nicht bekannt, und es kann daher audy nicht anges geben werden, wie tief der Kohlenfalfstein in der tiefsten Mulde unter der Oberfläche liegt. Aus diesem Grunde ist auch eine Vergleichung der Gliederung der Flöge in der Esd)weiler Mulde mit dem Verhalten der Flöße in der Worms mulde nicht möglich. Nur ganz im Allgemeinen fällt der Unterschied sehr auf, welcher in dieser Beziehung zwischen den beiden Koblenablagerungen stattfindet, indem ein großes flößleeres Mittel, wie zwischen den Innen- und den Außenwerfen der Eschweiler Mulde, in der Wormmulde nicht vorkommt.

Ebenso groß ist der Unterschied in der Beschaffenheit der Steinfohle. Die ganze Wornmulde, soweit sie hier betrachtet wird, liefert nur Steinkohle (Karsten) oder magere Stohle; die felbe nähert sich dem Anthracit und wird daher aud) wohl als anthracitische Kohle bezeichnet. Die Rolle des Wormrevieres zeichnet sich durd, große Festigkeit und Reinheit aus, liefert daher viele Stücke und Brocken, wenig Grus oder Kleinkoble. Der Stüdfohlenfall wird durch die, die Kohlenlagen in regelmäßigen Abständen durchseßenden, parallelen Klüfte sehr be: fördert, und da diese Klüfte die Flöße eben unter einem spißen Winfel schneiden, so erhalten die abgesonderten Stücke eine ichiefe parallelepipedische Gestalt. Diese Koblen fönnen daber nicht zur Darstellung von Cofs verwendet werden, sind das gegen sehr geeignet für den Hausgebraud), ganz besonders zur Stubenfeuerung, weil sie langsam verbrennen und das Feuer sehr lange erhalten und werden auch passend für die Heizung von Dampffeffeln theils allein, theils mit Fettfohlen gemischt, benußt. Die Kleinfohlen sind ein ausgezeichnetes Brenniaterial für die Feldziegelbrände. Nur die oberen Flöße, wie Sandberg, Güls und Trumpf, welche aber im Ganzen als ab: gebaut zu betrachten sind, weidien etwas von dieser Besdaffenheit ab und nähern sich den Sinterkohlen. 8)

Die Flöße werden unmittelbar im Sangenden und Lies genden von Schieferthon begleitet. Die größeren Zwischen mittel enthalten aber Lagen von Sandstein, welcher zum Theil sehr feinförnig und quarzig ist, sich dem Quarzit der devo: nischen Schichten nähert und im Reviere den Namen ,, Mauer

mit eingewachsenen Quarzkrystallen, Schwefelfies, Blende, audi wohl etwas Kupferfies finden.

Kohleneisenstein findet sich besonders zwischen den Flößen Groß-Langenberg und Meister in der Nähe des Flöges Bruch und unter dem Flöße Furth in Verbindung mit den Flöken Stinkert. Das erste Vorkommen besteht aus abwechselnden Lagen von Steinfohle, Robleneisenstein und thonigem Sphärofiderit. Der Kohleneisenstein felbst ist reich an Steinfohle und besteht aus dünnen Lagen; er ist auf den Gruben Boheneich und Gouley aufgeschlossen. Der Sphärosiderit findet sich das gegen auf den Gruben Vocfert, Furth und Ath. Die Mäditigkeit des unmittelbar über dem Flöße Stinkert 2 lagernden Kohleneisensteines wechselt zivisden 14 und 54 Zoll (365“ und 1",41 ); dod) sind die brauchbaren Lagen uidit über 15 Zoll (390mm) starf. Der Gehalt an Eisen ist ungemein schwanfend. Phosphorsäure und Schwefelfies fommen in demselben überall vor; eine Gewinnung desselben hat bisher ebenso wenig stattgefunden, wie der vielen vorkommenden, aber wenig aushaltenden Lagen und Nieren von thonigem Sphärofiderit.

Der Gebirgsabsdynitt, in welchem das Wormrevier zwifden der westlichen Verwerfung bei Ursfeld und Banf und dem Feldbiß liegt, hat eine Länge von 1700 Lachter (3553"), nabe eine halbe Meile. Am Feldbiß, also da, wo die Ablagerung ihre größte Breite erreicht, beträgt die Entfernung des südlichsten und nördlichsten Flügels des Flößes Merl von Eldenrath bis Kirdyrath und Klosterrath 3000 Lacter (6270") ( Meile). Das nödlichste Platte des untersten Floßes Steinknipp liegt nod) 250 Lachter (522") weiter entfernt.

Die Sattel- und Muldenlinien, welche das ganze Becken in Specialmulden theilen, haben iin Allgemeinen eine starke Neigung von 9 bis 14° gegen Often; doc fommen mehrere Ausnahmen in der Weise vor, daß diese Linien auch nad der entgegengesepten Weise sich senken, und dadurch Sattelfuppen gebildet werden, welche ein allseitiges Abfallen zeigen, oder Mulden, welde völlig geschlossen sind. Bei weitem nicht alle diese Sattel gehen in ihrer Längenerstredung von dem westlichen Ausheben bis zum Feldbisse durch die ganze Partic hindurch; vielmehr verschwinden von (dein westlichen Ausheben bis zum Felde) den 20 befannten Satteln 6 gegen Dít hin fo, daß die beiden durch fle getrennten Mulden sich zu einer einzigen vereinigen. Ein Sattel verschwindet in westlicher Ridytung und gehen daber nur 13 Sattel durch die ganze Partie bindura). Die Lagerung ist daher gegen Ost in der Tiefe der Hauptmulde einfadjer, als an dem westlichen Rande.

Die Südflügel der Specialmuiden sind im Allgemeinen sehr steil und fallen an einzelnen Stellen selbst widersinnig gegen Süd ein; je weiter gegen Nord, um so weniger tritt dieses steile Fallen bei denselben hervor; dod wechselt das. felbe. Auf der Südseite der Hauptmulde haben sie eine bes trädyttiche, geradlinige Längenerstredung, welche bis 1250 Lachter (2612m) geht, und der eine bedeutende Göhe entspricht; gegen Nord hin nimmt dieselbe ab. Diese Südflügel werden mit dem Localnamen , Rechte“ bezeichnet. Die Nordflügel der Specialmulden haben eine mittlere und flache Neigung

11

3) Der Anmert. ?) zu S. 559 entsprediend, gehören die Kohlen des Wormrevieres meistens der Classe f, den Anthracitfohlen, an, und ganz im Einklang mit dem bort am Schluß angeführten Geset folgen barauf in den hangendsten Flögen Sandberg, Hüls und Trumpf die finternden kurzflammigen oder Eftohlen.

R. P.

gegen Süd, welche ftellenweise bis 20° und selbst bis 12° herabsinkt. Auf der Südseite sind dieselben furz, und ihre Länge, sowie die derselben entsprechende Breite, nimmt gegen Nord zu. Der nördlichste Nordflügel hat eine Länge von 1500 Lachter (3130"); auf dem liegendsten Flöße in der Stollensohle, auf den hangenderen Flößen und in größerer Tiefe nimmt diese Länge sehr ab; auf dem Flöße Merlin der 104 Lachtersohle (217") beträgt dieselbe nicht über 600 Lachter (1250m). Die Nordflügel werden in dem Res viere ,, Platte" genannt.

Die Mulden - und Sattellinien sind ungeinein scharf. Die Flügel halten bis in ihre unmittelbare Nähe mit gleichem Streichen und Einfallen aus, bilden scharfe, häufig von Störungen begleitete Kanten, oder sind durch enge und kurze Bo gen verbunden; nur wenige sind ausnahmsweise flach abgerundet. Je steiler die Rechten sind, um so mehr nähert sich die Lage der Mulden- und Sattellinie ihrem Streichen; bei ganz senkrechter Lage fallen dieselben zusammen. Die Sattels und Muldenlinien der verschiedenen untereinander liegenden Flöße liegen daher nicht in derselben senkrechten Ebene, sondern ste verschieben sich um so mehr seitwärts von einander, je verschiedener das Einfallen der beiden Flügel ist. Bei diesem Verhalten der Flöße weiden die Sattellinien auch ziemlich von der Parallelen Lage ab. Im südlichen Feldestheile ist ihre Nichtung ziemlich nahe von West-Südwest gegen Ost-Nordost; je weiter nach Nord, um so mehr nähert sich dieselbe der Richtung von Südwest gegen Nordost.

Von Süd gegen Nord gezählt, hat die 5. Sattellinie, welche durch Spidell und Gouley geht, die Richtung Nord 61° 28% gegen Ost (des wahren Meridians), und die 19. Sattellinie, welche durch Neu-Vocfert geht, Nord 50° 56' gegen Oft. Sie bilden mithin einen gegen Nordost offenen Winkel von 10° 12'. Die mittlere Richtung der Sattellinien im Worinreviere ist Nord 56° 44' gegen Ost und weicht um 12° 36' von der mittleren Richtung der Eidyweiler Muldenlinie ab. Die Streichungslinien der Rechten im südlichen Felde liegen zwiIchen St. 4 und 6, der Platten im nördlichen Felde zwischen St. 13 bis 41. Der größte Winkel, den die Steigungslinien der Flügel bilden, beträgt daher 671°.

Außer den beiden Verwerfungen, welche das Worinrevier auf der Ost- und Westseite begrenzen, sind nur vier größere Verwerfungen in demselben befannt, die also beträdytlich weit von einander entfernt liegen und ebenso, wie der Feldbiß, ge

gen Dft und Nordoft einfallen. Außerdem fommen viele kleine, nicht weit fortfeßende Verwerfungen vor und neun größere Wechsel oder Ueberschiebungen, welche in einer nahen Beziehung zu den Sätteln und Mulden stehen. Das Streichen derselben. hält sich innerhalb der Streichungslinie der Flökflügel, zwischen St. 23 und 52. Das Einfallen ist mit we: nigen Ausnahmen gegen Südost gerichtet.

Der Feldbiß streicht mit vielen beträchtlichen Biegungen zwischen den bekannten Endpunkten in St. 10 und fällt mit 70° gegen Nordost ein; derselbe ist an mehreren Stellen aufgeschlossen.

An der Südseite des Revieres ist er auf Königsgrube in der 82. Lachtersohle (172") durchfahren und besteht hier aus einer 6 Lachter (12”,6) mächtigen, mit Letten und Bruchstücken von Schieferthon und Sandstein erfüllten Kluft. Im Liegenden derselben halten die Flöße und Gebirgsschichten regelmäßig bis an den Abschnitt aus, während im Şangenden ein unregelmäßiges, gestörtes Gebirge in wechselnder Beschaffenheit bis zu einer Entfernung von 100 Lachter (210") fortsegt und fich dann erst nach mehreren kleineren Verwerfungen regelmäßig gestaltet.

Auf der Grube Gouley ist diese Verwertung in der 104 Lachtersohle (217") durch fahren. Das Floß Güls hält bis zuin westlichen Abschnitte der Kluft, welche in St. 92 streicht und mit 70° gegen Nordost bis zur seigeren Stellung einfällt, regelmäßig aus. Die Kluftausfüllung init großen Steilen vom Kohlengebirge erreicht hier eine Mächtigkeit von 45 Lachtern (94"). Die östliche Kluft streicht in St. 10 und fällt ebenfalls gegen Ost ein. An dieselbe schließt fich gestörtes Gebirge an, welches bis zu einer Entfernung von 110 Lachtern (230") fortsegt und dann erst regelmäßig wird. Dann ist ein regelmäßiges Flöt von 42 Zoll (1",1) Kohle und 18 Zoll (470mm) Bergmittel getroffen worden, welches durch die backende (fette) Beschaffenheit von allen mageren Flößen des Wormrevieres sich unterscheidet. In den Zwischenräumen zwischen den Punkten, wo der Feldbiß und die Münstergewand bekannt sind, zeigt sich die Verbindung beider an der Oberfläche in dem plöglichen Abfall des Hügelzuges, welcher fich aus dem Atsder Walde über Verlautenheid erstreckt, und in dem Abs brechen der Devonschichten und des Kohlenfalfes in ihrem Fortstreichen gegen Nordost. Das Erzvorkommen vom Aachener Herrenberg liegt nahe an dieser Linie.

(Schluß foigt.)

Notizen ú ber Papierfabrication.

Von Dtto Krieg.

Die Literatur der legten Jahre hat nicht viel Neues über Papierfabrication gebracht. Die Frage nach geigneten Surrogaten für die bei dem steigenden Consum von Pas pier immer mehr fehlenden Lumpen beschäftigt noch immer alle Interessenten*). Die Sache hat sich aber bereits sehr ge

flärt, und man ist bei uns in Deutschland allgemein zu dem Resultate gekommen, daß (abgesehen von Stroh) die Holzfaser vorläufig das einzige praktische Surrogat sei. Die meisten übrigen Vorschläge, andere Pflanzenstoffe zu Papier zu verwenden, so viel Patente auch darauf genommen wurden, haben fid in der Praxis als unausführbar erwiesen, theils weil die betreffenden Faserstoffe nicht in den gehör rigen Quantitäten zu haben waren, theils aber auch, weil

*) Ueber Surrogate zur Papierfabrication f. Bd. IV, S. 266 und BD. VIII, S. 384 d. 3.

D. Red. (2)

das Surrogat höher im Preise zu stehen fam, als Lumpen selbst.

Für feines der vorgeschlagenen Surrogate ist wohl so viel Reclame gemacht worden, als von Desterreich aus für die Mais faser *). Wir erinnern nur an den auf Maisfaserpapier gedructen Katalog der österreichischen Abtheilung auf der Londoner Industrieausstellung vom Jahre 1862. Die Österreichische Regierung hatte die große Papierfabrication zu Schlögelmühl speciell für Maispapier eingerichtet, hat aber so schlechte Geschäfte damit gemacht, daß vor einigen Jahren die ganze Fabrif aufgelöst, und die Maschinen einzeln verkauft wurden. Ein anderer Faserstoff, welcher zu einer ungleich größeren Bedeutung gelangt ist, wenn auch nicht bei uns, so doch in England, ist das Espartogras. Diese Pflanze wächst wild in Spanien und an der Nordküste von Afrika, hauptsächlich in Algier. Die billige Seefracht, die billigen Chemikalien für die Verarbeitung und die Steuerverhältnisse ermöglichen gerade für England die Einfuhr dieses Surrogates; für Deutschland und selbst für Frankreich wird dieser Stoff zu theuer.

In Deutsdland ist der Verbrauch von Holzstoff in der Papierfabrication gegenwärtig so allgemein geworden, daß wohl nur noch wenige Papierfabrifen eristiren möchten, die noch gar keine Bekanntschaft mit diesen Surrogaten gemacht hätten. In den seltensten Fällen bereitet fich der Papierfabricant den Folzstoff selbst, weil es ihm zumeist an der großen dazu erforderlichen Betriebskraft fehlt; er fauft denselben vielmehr fertig von den Holzschleifereien, welche jeßt schon in großer Zahl in der Nähe der Papierfabrifen, besonders wo es billige Wasserfräfte giebt, sich etablirt haben.

Im Augemeinen ist freilich der Holzstoff nur zu gerins geren Papiersorten zu verwenden. Zu ganz weißen feinen Papieren erlaubt schon die gelbliche Farbe des Holzes (meist Fichtenholz) feinen Zufas, und Holzstoff läßt fich leider nicht bleichen, wenigstens nur auf so außerordentlich schwierigem Wege, daß man es vorläufig aufgegeben hat. Um besten ist der Holzstoff für Zeitungspapiere (und welche ungeheuren Quantitäten werden nicht gerade davon gegenwärtig verbraucht!) zu verwenden; dieselben fönnen ganz gut zur Hälfte oder zu Zweidrittheilen aus Holzstoff bestehen. Auch mittelfeine Drucpapiere erlauben einen Holzzusaß bis zu 25 pCt.; doc) muß der Faserstoff ein wenig weißer gebleicht fein als sonst, um damit die gelbliche Nüance des Holzstoffes zu compenfiren. Der Holzstoff für Drudpapier hat noch den Vortheil, daß es sich besser darauf druden soll, als auf dieselbe Qualität Papier ohne Holz; Holzpapier saugt die Buchdruckerschwärze sehr gut an und verhält sich entfernt ähnlich dem chinesischen Papiere (welches aus jungem Bambusrohre ohne alle Lunipen gefertigt wird **)).

Zu guten Schreibpapieren ist der Holzstoff mit wes niger Vortheil zu verwenden, da das Papier dann für die Stahlfeder immer ein wenig rauher ersdyeint; auch wird ein Conceptpapier ohne Holzzusaß beim Satiniren wesentlich glatter, als ein gleiches Papier mit Holz. Troß alledem werden große Quantitäten Holzstoff zu Conceptpapieren verwendet.

Ob ein Papier $olzstoff enthalte oder nicht, vermag ein geübtes Auge bald mit ziemlicher Sicherheit zu unterscheiden; ein leichtes Fülfsmittel dabei ist ein Betupfen des fraglichen Papieres mit verdünnter Salpetersäure; ift Holz vorhanden, so entsteht sofort ein brauner Fleck, während im entgegengesepten Falle keinerlei Einwirkung zu sehen ist.

Was nun die Maschinen zur Zerfaserung des Holzes betrifft, so sind die besten unstreitig die von þein: rich Völter in Heidenheim in Württemberg. Der Genannte hat überhaupt die größten Verdienste um Einführung des Holzstoffes in die Papierfabrication. Seine ersten Anfänge, Holzzerfaserungsapparate zu construiren, datiren schon aus dem Jahre 1846. Der Apparat besteht bekanntlich im Wesentlichen aus einem großen, um eine horizontale Achse schnell sidy drehenden Mühlstein, auf welchen unter beständigem Wafferzuflusse Folzflöße, die Fasern parallel der Are des Steines, mittelst selbstthätiger Schraubenvorrichtungen aufgepreßt und nach und nach ganz zu Brei geschliffen werden 26. 2. Eine redyt ausführliche Beschreibung des Volter'schen Apparates mit besonderer Berücksichtigung seiner Entstehungsgeschichte befindet fich in dem Auffage von Professor Rühl: mann „über Papierzeug aus Holz" in den „Mittheil. des Gem. - Ver. F. d. Königr. Hannover“ (1865, S. 17 bis 32). Sin Völter'scher Apparat, welcher in 24 Stunden circa 10 Otr, fertigen polzstoff (trođen gerechnet) liefert, foftet 2500 Thlr. und erfordert 40 bis 50 Pfrdft.

Ein anderer, aber sehr ähnlicher, Holzgerfaserungsapparat ist von Siebrecht in Cassel construirt worden, welcher sid) eigentlich nur durch die Art der Anpreffung des zu schleifenden Holzes unterscheidet; hier werden die Holzflöße erst vorher cylindrisdy abgedreht und beim Zerfasern selbst in einer rotis renden Bewegung erhalten, was nach unserer Ansicht die Mas fdyine unnöthiger Weise complicirt macht.

Endlich wird in neuester Zeit noch nach einem ganz anderen Principe mit dem Zerfasern des Holzes verfahren. Die Holzflöße werden durch eine Art Raspelmaschine in ziemlich grobe Späne verwandelt, welche in rotirenden eisernen Kod). fesseln mit starker Lauge und unter möglichst hohem Dampfs druck gefocht werden. Nach dieser Behandlung werden die polzspäne so weid), daß sie sich wie lumpen im Holländer flein mahlen lassen. Doch giebt dies Verfahren einen ziemlich ordinären Holzstoff; wir sahen dasselbe in einer Fabriť in Anwendung, wo nur ordinäre Tapeten- und Pacpapiere gefertigt wurden.

Eine sehr großartige Fabrik von Holzstoff. nach diesem Principe foll aber in Manayunt in Amerika existiren. Das „Practical Mechanic's Journal“ (Juli, 1865, S. 125) und daraus das „Polytechn. Centralblatt" (dyreiben darüber: „Die Manayunfer Holzzeugfabriť liegt am Schuylfilflusse und hat einen Canal und eine Eisenbahn zur Verfügung. Sie wurde im August 1864 begonnen und ist jetzt vollendet. Die Ges bäude find massiv aug Stein gebaut, umfassen einen Raum von 1000 Fuß engl. (305") Länge und 350 Fuß (107") Breite, und kosten über 1 Million Dollars (685,000 Thlr.). Die tägliche Production ist zu 240 bis 300 Ctr. engl. (12,120 bis 15,150 Kilogrm.) Papierstoff angenommen. Der wichtigste Theil der Fabrif ist das Verdampfungs- oder sogenannte Rundhaus, in weldiem das Holz durch Soda erweicht wird. Daran

*) Vergl. BD. VIII, S. 336 0. 3. **) Vergl. BG. VIII, S. 289 0. 3.

D. Red. (L.)

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