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unterscheidet, daß die Rahmen, anstatt innerhalb der Räder, außerhalb derselben zu liegen kommen. Die Vortheile des Systemes sind, daß die Feuerbuchse etwas breiter wird, der Kessel etwas tiefer gelegt werden kann, vor Allem aber, daß die Last der Maschine auf einer breiteren Basis ruht, was auf den ruhigen Gang von bedeutendem Einflusse ist. Als Nachtheile können bezeichnet werden, daß die Achsen und besonders die Achsbuchsen schwerer werden als bisher, also die ohne Vermittelung der Federn auf den Schienen ruhende Last vermehrt ist, ferner, daß die zur Anwendung gekommenen Außenkurbeln, welche zugleich den Achsschenkel röhrenförmig umgeben, schwierig herzustellen sind und kein recht Vertrauen erweckendes Ansehen bieten. Nicht unerwähnt bleiben sollten wohl die neueren Erfindungen, um ungewöhnliche Steigungen zu überwinden. Man verwendete für derartige Fälle früher stationäre Maschinen und zog die Züge durch Seile über die Höhe; doch war dabei ein Reißen des Seiles mit großer Gefahr verknüpft; auch wurden die Einrichtungen für längere Strecken sehr groß, da die Seile auf Trommeln aufgewunden wurden. Man wendet neuerdings für diesen Fall ein über die ganze Strecke liegendes flaches und sehr starkes Arbeitsseil an, in Verbindung mit einer Locomotive, um deren Arbeitswelle das Seil in der Art umgeschlungen wird, wie dies bei der sogenannten Kettenschifffahrt auf dem Rheine und der Seine mit der Kette geschieht. Ferner hat sich in neuerer Zeit das System von Fell durch die Ueberschienung des Mont-Cenis berühmt gemacht, bei welchem 4 horizontale Laufräder gegen eine Mittelschiene durch Federn angedrückt werden und so die Adhäsion vermehren helfen*). Die Construction mit einem beweglichen Vordergestelle oder einer drehbaren Vorderachse, obgleich deren Vorzüglichkeit für kleine Curven gewiß nicht unterschätzt wird, hat sich doch in Deutschland nicht den Eingang verschaffen können, welchen dieselbe z. B. in Amerika hatte, weil man von deren Solidität nicht vollkommen überzeugt ist. H Alle vorstehenden Bemerkungen gelten für Locomotiven, bei denen die Cylinder außen und in horizontaler Lage angebracht sind, da Insidecylindermaschinen, obgleich dieselben einen ruhigeren Gang haben, doch der erfahrungsmäßigen Unsicherheit der Kurbelachsen wegen nicht empfohlen werden können. Wenn man eine Locomotive sich vorstellt, welche mit einer hinreichenden Kesselcapacität, mit hinreichend großen Cylindern und mit der verlangten Leistung angemessenen Rädern versehen ist, so kann die Zweckmäßigkeit ihrer Construction beurtheilt werden nach dem Verhältnisse des Adhäsionsgewichtes zum Gesammtgewichte, was besonders bei Güterzuglocomotiven zu berücksichtigen ist, da dieselben die Aufgabe haben, große Lasten zu befördern, und weil der Ueberschuß des Gesammtgewichtes über das Adhäsionsgewicht lediglich als mitzuschleppende Last angesehen werden muß. Für schwerere Güterzuglocomotiven kann daher empfohlen werden 1) eine Construction, bei welcher alle 3 Achsen gekuppelt sind, Cylinder 17 Zoll (445“) Durchmesser bei 24 Zoll (628“) Hub, 120 Pfd. Druckpro Quadratzoll (8,8 Kilogr. pro Quadratcentimeter), Kessel 1200 Qdrtfß. (118 Odrtmtr.) Heizfläche, Räder 4 Fuß (1“,25) Durchmesser für 3 Meilen (22,5 Kilomtr.) Geschwindigkeit pro Stunde mit einem Adhäsionsgewichte von ca. 750 Zollctr. 2) Für eine leichere Sorte die beiden Vorderachsen gekuppelt, Cylinder 15 Zoll (405"), Hub 24 Zoll (628“), 120 Pfd. Druck (8,8 Kilogr.), 900 Odrtfß. (88,7 Odrtmtr.) Heizfläche, Räder 4 Fuß 6 Zoll (1“,41) mit 4 Meilen (30 Kilomtr.) Geschwindigkeit pro Stunde mit einem Adhäsionsgewichte von 488 Zollctr. bei einem Gesammtgewichte von 624 Zollctr. 3) Für gemischte Züge (auch Personenzüge) die beiden Hinterachsen verkuppelt, Kuppelachse hinter der Feuerkiste, Cylinder 15 Zoll (405") Durchmesser, Hub 22 Zoll (575“), 120 Pfd. (8,8 Kilogr.) Druck, Kessel 800 Odrtfß. (78",8) Heizfläche, Räder 5 Fuß 6 Zoll (1“,73) für 6 Meilen (45 Kilomtr.) Geschwindigkeit pro Stunde (auch bis 8 Meilen (60 Kilomtr.) Geschwindigkeit verwendbar) mit einem Adhäsionsgewichte von 370 Ctr. bei einem Gesammtgewichte von 590 Ctr. Wenn 4) noch größere Geschwindigkeiten, z. B. 10 bis 12 Meilen (75 bis 90 Kilomtr.) pro Stunde erreicht werden sollen, würde sich für eine Bahn von geringer Steigung und nicht zu scharfen Curven eine Maschine empfehlen von 15 Zoll (392“) Cylinder, 20 Zoll (523") Hub, 120 Pfd. (8,8 Kilogr.) Druck, 900 Odrtfs. (88",7)

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Heizfläche, Räder von 6 Fuß 6 Zoll (2“,04) Durchmesser ungekuppelt, Adhäsionsgewicht 260 Ctr., Gesammtgewicht 590 Ctr. Die Maschine unter 1) ist im Stande, eine Last von 20,000 Ctr. mit 3 Meilen (22,5 Kilomtr.) Geschwindigkeit pro Stunde auf horizontaler Bahn zu befördern, und wenn dieselbe Gußstahlachsen und Tyres, schmiedeeiserne Räder, kupferne Feuerkiste, Pleuel- und Kuppelstangen von Schmiedeeisen, Siederohre von Schmiedeeisen erhält, wird sich der Preis am Orte auf ca. 18,500 Thlr. stellen. Die Maschine unter 2) befördert eine Last von 13,000 Ctr. mit 4 Meilen (30 Kilomtr.) Geschwindigkeit pro Stunde auf horizontaler Bahn, und wenn dieselbe Gußstahlachsen und Bandagen, schmiedeeiserne Räder c. wie vorhin erhält, würde sich der Preis am Orte auf ca. 17,000 Thlr. stellen. Die Maschine unter 3) befördert 7000 Ctr. mit 6 Meilen (45 Kilomtr.) Geschwindigkeit pro Stunde auf horizontaler Bahn, und würde der Preis derselben unter Voraussetzung derselben Materialien mit Ausnahme, daß hier die Kuppelstangen der großen Länge wegen von Gußstahl herzustellen sind, loco Stettin ebenfalls circa 17,000 Thlr. betragen. Die Maschine unter 4) kann eine Last von 3000 Ctr. mit 10 Meilen (75 Kilomtr.) Geschwindigkeit pro Stunde auf horizontaler Bahn befördern, und würde der Preis unter Voraussetzung der obigen Materialien loco Stettin ca. 16,500 Thlr. betragen.

Technische Liter a tur.

Chemie.

Magnesialicht. – Die beim Verbrennen des Magnesiums hervorgebrachte Lichtentwickelung beruht, wie Carle varis in „Comptes rendus“ (T. 60, S. 1252) bemerkt, darauf, daß das entstandene Magnesiumoryd einer großen Hitze ausgesetzt wird. Man kann dieses Licht daher auch erhalten, indem man lockeres Magnesiumoryd in irgend eine Flamme bringt, welche die nöthige Hitze hervorbringt, z. B. indem man ein Stück Chlormagnesium, welches auf einem Prisma von Gasretortengraphit befestigt ist, in eine Knallgasflamme bringt, wobei es sich leicht zersetzt und das schwammige Oryd hinterläßt, welches nun das fragliche Licht giebt. Man kann hierzu auch die käufliche kohlensaure Magnesia benutzen und aus derselben Prismen formen.

e - Ls.

Ueber die Formel der Kieselsäure. – In dem bergmännischen Vereine zu Freiberg hat Th. Scheerer sich darüber ausgesprochen, daß der Streit über die Formel der Kieselsäure jetzt endgültig zu Gunsten der Formel SiO, entschieden sei. Vor Kurzem habe er in einem Aufsatze über diese Frage in Erdmann's Journal, Bd. 91, S. 415 bis 444 bewiesen, daß die Formel SiO2, welche unter den Chemikern zahlreiche Anhänger gefunden hatte, auf irrthümlichen Wahrscheinlichkeitsgründen beruhe.

Daß die Formel SiO, die allein statthafte # habe er bewiesen, indem er zeigte, daß das von Wöhler entdeckte Leucon als SiO. HO betrachtet werden müsse (Si = 21). Jetzt habe Geuther einen neuen Beweis hinzugefügt durch die Entdeckung eines neuen Siliciumorydes, dessen Sauerstoffgehalt zwei Drittel von dem der Kieselsäure beträgt, so daß also die Orydationsstufen des Siliciums die Reihe SiO2 , SiO, , Si O bilden, wozu wahrscheinlich noch das Silicon Wöhler's als Si2 O hinzukäme, wodurch die triatome Constitution der Kieselsäure (gewiß zur Genugthuung der Metallurgen) bewiesen sei. Ls.

Z.

Feuer ungen.

Die kettenlinienförmige Feuerung von Pasquay. – Unter diesem Namen ist von Dr. H. Grothe in der „Deutschen illustrirten Gewerbezeitung“ (1867, Nr. 1, S. 1) eine Rosteinrichtung beschrieben und durch Holzschnitte erläutert, welche in einigen Fabriken des Elsaß ziemlich befriedigende Resultate gegeben haben soll. Sie wird aus sogenannten Knüppelrosten gebildet, d. h. Roststäben, welche in geneigter Lage mittelst einer Nase an dem oberen, vorderen Rostbalken aufgehängt werden und auf dem unteren Balken frei aufliegen, so daß sie sich bequem ausdehnen können. Das Beschicken des Rostes geschieht, wie bei Treppenrosten, durch einen Fülltrichter mit Klappe, während die Kohlen bei der Verbrennung allmälig den Rost hinabrutschen, und die Schlacken durch einen Spalt von 25“ Weite zwischen dem unteren Rostende und der Feuerbrückenwand in den Aschenfall gelangen, von wo aus sie nach Bedürfniß entfernt werden. Das Eigenthümliche der Rosteinrichtung besteht darin, daß die Oberfläche der Roststäbe eine Curve bildet, deren concave Seite nach der Feuerbrücke zugekehrt ist, so daß also der Rost an der Feuerthür eine sehr starke Neigung hat, an seinem unteren Ende dagegen fast horizontal ausläuft. Da nun erfahrungsmäßig magere Kohlen eine geringere Neigung der Treppenroste verlangen, als fette, so wird die gekrümmte Form der Roststäbe unter der Voraussetzung, daß die Kohlen am Aufgebetrichter erst abdestilliren und weiter nach unten immer mehr ausbrennen, ein sehr gleichmäßiges Niedergehen der Kohlen und eine möglichst gleichmäßige Schichthöhe derselben bewirken. Die Benennung „kettenlinienförmig“ ist jedoch wohl nur eine poetische Zugabe zu den resp. Patentbeschreibungen, da sich wohl schwerlich ein Zusammenhang zwischen dem Abrutschen brennender Steinkohlen und den statischen Gesetzen, auf welchen die Kettenlinie beruht, auffinden lassen möchte. R. Z. Grüne vorher war, diese gelbe Farbe aber durch Erhitzen des Glases bis zur Rothgluth wieder in eine grüne umgewandelt werden kann – dadurch erklärt, daß in einem solchen Glase Eisenorydul und schwefelsaures Natron vorhanden sind, welche sich in Folge einer durch das Licht hervorgerufenen Reaction in Eisenoxyd und Schwefelnatrium umsetzen, während beim Erhitzen die umgekehrte Zersetzung wieder zu Eisenorydul und schwefelsaurem Natron eintritt. Bestätigt wird dies dadurch, daß sich in einem an der Sonne gelb gewordenen Glase ganz geringe Spuren einer Schwefelverbindung nachweisen lassen, welche sich in demselben Glase, ehe es an die Sonne gebracht wurde, nicht finden. Auf ähnliche Weise wird auch die Roth- resp. Violetfärbung manganhaltiger Gläser, bei welchen Braunstein als Entfärbungsmittel angewendet wurde, erklärt. Das im Glase enthaltene Eisenoxyd giebt einen Theil seines Sauerstoffes an das Manganoxydul ab, um daraus Manganoxyd oder Mangansuperoryd zu bilden. Beim Erhitzen bis zur Rothgluth tritt die entgegengesetzte Reaction ein, und das Glas entfärbt sich wieder. R. Z.

Chemische Technologie.

Versuche über die Zusammensetzung des Glases. – Die „Comptes rendus“ (1867, Nr. 2, S. 53) enthalten einen ausführlichen Bericht über Versuche, welche von J. Pelouze über die Zusammensetzung des Glases*) angestellt worden sind und sich namentlich auf die Einwirkungen erstreckten, welche ein größerer Zusatz von Quarzsand oder Thon, oder ein Zusatz von Magnesia zu dem Gemenge ausüben. Im Folgenden geben wir auszüglich einige der Resultate dieser Versuche wieder. Die gewöhnliche Zusammensetzung des Sodagemenges für Spiegelglas in der Spiegelmanufactur zu St. Gobain ist: 290 Th. weißen Sandes, 100 - kohlensauren Natrons, 50 - kohlensauren Kalkes, und ergiebt sich daraus ein Glas, welches bei der Analyse folgende Zusammensetzung zeigt: Kieselsäure 77,04, Natron . 15,51, Kalk . . . 7,41. Ein Glaubersalzgemenge, welches aus 270 Th. weißen Sandes, 100 schwefelsauren Natrons, 100 kohlensauren Kalkes, 6 bis 8 - Holzkohle gestellt ist, ergiebt eine Zusammensetzung von Kieselsäure 73,05 pCt. Natron . 11,79 Kalk . . 15,16 Es wurde nun in beiden Gemengen unter Beibehaltung der übrigen Mischungsverhältnisse der Sandzusatz allmälig gesteigert und zwar bis zu 400 Gewichtstheilen, wobei sich in dem fertigen Glase auch ein entsprechend höherer Gehalt an Kieselsäure zeigte. Ein Glaubersalzgemenge mit 350 Th. Sand wurde in einen Hafen des Spiegelglasofens eingelegt, welcher an einer der heißen Stellen des Ofens stand. Das erste Gemenge lag ungefähr 14 Stunde länger, als in den benachbarten Häfen, das zweite 1 Stunde, und wurde in Folge dessen akein drittes Gemenge eingelegt. Bei dem Ausgießen der Häfen war das Glas noch nicht blank und enthielt viele Sandkörner; deshalb wurde der Probehafen noch während der nächsten Schmelze im Ofen gelassen, worauf bei Anfang der dritten Schmelze das Glas blank war. Eine auf gewöhnliche Weise hergestellte Tafel von 12“* Oberfläche, ca. 11 bis 12“ Dicke, war merklich härter, als die aus anderen Häfen erhaltenen, gut durchsichtig und enthielt noch einige Sandkörner. Das Kühlen fand auf gleiche Weise, wie bei den gewöhnlichen Fabricaten Statt, und wurde die Tafel nach 4 Tagen aus dem Kühlofen genommen. Dabei zeigte sich, daß die Stellen, welche die heißesten Theile des Kühlofens eingenommen hatten, bereits zu entglasen angefangen hatten, wie eine opalartige Färbung

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*) Vergl. Bd. IX, S. 675 und Bd. XI, S. 280 d. Z. D. Red. (L.)

des Glases verrieth, während die kälteren Theile vollkommen durchsichtig geblieben waren; erhitzte man das Glas bis zur Erweichungstemperatur, so entglaste es schnell und vollständig. Ebenso zeigte sich das Glas, welches an dem kalt gewordenen Hafen hängen geblieben war, vollkommen milchig gefärbt. Das aus einem Sodagemenge mit 400 Th. Sand erhaltene Glas wurde in einem Vorofen mit etwas höherer Temperatur, als der Kühlofen gewöhnlich hat, gekühlt und entglaste dabei vollständig, so daß es das Ansehen von Biscuitporzellan erhielt. Nach Untersuchung von Baille hat das Glas mit 350 Sandgehalt im Gemenge ein schwächeres Brechungsvermögen, als das gewöhnliche Kronglas von St. Gobain bei annähernd gleichem Zerstreuungscoefficienten. Die Versuche haben also ergeben, daß es für die Praxis nicht gerathen ist, über den jetzt üblichen Sandgehalt des Gemenges hinauszugehen, da mit der Erhöhung des Sandzusatzes die Gefahr des Entglasens in raschem Maße zunimmt. Da die Häfen aus Thon angefertigt werden, so hat jede Glassorte einen gewissen Thongehalt, und zwar das gewöhnliche grüne Flaschenglas den höchsten, bis zu 14 pCt. Diesem Umstande hat man es zugeschrieben, daß das Grünglas leichter zum Rauhen geneigt ist, als Spiegel- und Tafelglas; doch geben die Versuche von Pelouze dieser Annahme keine Bestätigung. Ein Thonerdeglas ohne Kalk im Gemenge, welches auf 250 Sand 25 trockene reine Thonerde enthielt, wurde nicht blank, trotzdem man es während 120 Stunden in höchster Ofenhitze hielt. Dagegen gelang es, ein arbeitbares Glas dadurch zu gewinnen, daß man dem gewöhnlichen Sodagemenge nach einander 30 bis 100 Theile Thonerde zusetzte, wobei ein Zusatz von 90 Th. Spuren von ungeschmolzener Thonerde zeigte, die Glassorten mit geringerem Thonerdegehalte sich vollkommen blank schmelzen ließen, ohne ein Auskrystallisiren der Thonerde zu zeigen, und selbst bei andauernder hoher Erhitzung viel weniger zum Entglasen geneigt sich zeigten, als gewöhnliches Spiegelglas. In Bezug auf die physikalischen Eigenschaften ergaben die Thonerdegläser einen geringen Zerstreuungscoefficienten, ähnlich dem Kronglase. Das Brechungsvermögen nimmt mit wachsendem Thonerdegehalte zu, während das Ä abnimmt, entgegengesetzt dem Verhalten des Bleikrystallglases, bei welchem Brechung und Zerstreuung mit wachsendem Bleigehalte gleichzeitig zunehmen. S Versuche mit Magnesia zusatz zum Gemenge ergaben aus demselben ein dem gewöhnlichen Weißglase ähnliches Glas. Aus einem Gemenge von 250 Th. Sand, u 100 - kohlensauren Natrons, 50 - Magnesia erhielt man ein schwerer schmelzbares und mehr zum Entglasen geneigtes Product, als das gewöhnliche Spiegelglas. Ein anderes

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Tabellen zur schnellen Berechnung doppelt wirkender Dampfmaschinen, ihrer Kessel und Heizungen. Von Joseph Hrabak, k. k. Kunst- und Bauwesenadjunct in Pribram. (Zeitschrift des österr. Ing.- und Archit.-Vereins, 1866, Heft X bis XII.) – Diese Tabellen können für den gewöhnlichen Gebrauch recht gute Dienste leisten, und es mögen die Grundlagen, auf denen sie beruhen, sowie die Folgerungen, welche sich daraus für den ökonomischen günstigsten Füllungsgrad unter verschiedenen Umständen ergeben, hier kurz dargelegt werden, um so mehr, als, wenn man auch über einige jener Grundlagen abweichender Meinung sein kann, doch die Art und Weise, wie sie für diese Tabellen verwerthet wurden, sehr beachtenswerth ist und zur Befolgung sich empfiehlt, wenn man auch übrigens auf Grund theilweise modiÄro entsprechende Tabellen zu berechnen vorziehen sollte. Der Verf. stützt sich auf die Dampfmaschinentheorie von Professor G. Schmidt, wie sie derselbe mit Rücksicht auf die in dem Völckers'schen Werke „Der Indicator“ niedergelegten Erfahrungen modificirte; er hatte auf dieser Grundlage schon in einem früheren Aufsatze in der „Zeitschr. des österr. Ing.- und Archit.-Vereins“, (1864, Heft V und VI) die ökonomisch günstigsten Füllungsgrade abgeleitet, welche Rechnungen zugleich durch die vorliegenden Tabellen nebst zugehörigen Erläuterungen weitere Ausführung und theilweise Modification erfahren. Es bezeichnet: N die Nutzarbeitstärke der Maschine in Pferdestärken à 75 Kilogrammmetern pro Secunde, n die Umgangszahl (Doppelhubzahl) pro Minute, s den Kolbenhub in Metern, s, den Kolbenweg bis zur Absperrung in Metern, also

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gesetzt ist. Die Größe M ist hiernach nur von N und vom Systeme der Maschine abhängig, und es ist eine Tabelle entworfen, woraus für jedes der obigen 3 in Beziehung auf unterschiedenen Maschinensysteme zu dem gegebenen Werthe von N der entsprechende von M direct oder durch Interpolation entnommen werden kann.

Die Größe P ist von p, und # abhängig, außerdem aber wegen « verschieden für Maschinen ohne und mit Condensation, für letztere endlich noch abhängig von h. Indem nun der Verf. entsprechend h = 10 Meter für Condensationsmaschinen im Allgemeinen a = 0,354 setzte, hat er 2 Tabellen mit doppeltem Eingange berechnet, woraus für diese beiden Maschinengattungen der Werth von P zu angenommenen oder gegebenen Werthen von p,

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p. verschieden für Maschinen ohne und mit Condensation, und es konnten 2 weitere Tabellen mit doppeltem Eingange entworfen werden, woraus für die genannten beiden Fälle die Werthe von F und G für gegebene Werthe von p, und entnommen werden können, wonach dann die Berechnung von S, und S, nur noch je eine Multiplication erfordert, nachdem die Werthe von Ons und D durch die vorhergegangene Rechnung bereits gefunden sind. – So einfach nun auch schon hiernach die erforderlichen Rechnungen geworden sind, hat der Verf. sich doch die Mühe gegeben, noch weitere Tabellen zu entwerfen, woraus unmittelbar für ge

gebene Werthe von N, p, und die Werthe von D, S, und S,

für Maschinen ohne oder mit Condensation entnommen werden können, wobei der betreffende normale Werth von ns = 30c und eine beiderseits durchgehende Kolbenstange vorausgesetzt, die obige Formel für S, aber durch die folgenden ersetzt ist: S, = 0,0134 VN + 0,0041 für N < 5, S, = 0,0107 VN + 0,oo - N = 5 bis 20, S, = 0,0085 VN + 0,02 - N > 20. Die Begründung dieser letzteren Formeln findet sich in der oben erwähnten Abhandlung des Verf. von 1864. – Von größerem Interesse sind die Rechnungen des Verf. in Betreff des ökonomisch günstigsten Füllungsgrades doppelt wirkender eincylindriger Dampfmaschinen. Dazu war es zunächst nöthig, gewisse empirische Formeln für den Preis W einer Dampfmaschine und den Preis w des zugehörigen Kessels oder Kesselsystemes zu Grunde zu legen. Zu dem Ende wird ersterer, d. h. der Preis der Maschine, zum Theil ihrer Stärke N, zum Theil aber jenem Drucke proportional gesetzt, den der Kolben während der Admission erfährt, und welcher bei Maschinen ohne Condensation der Größe O(p, – 1), bei Condensationsmaschinen der Größe Op, hinlänglich nahe proportional ist, um hiernach für eine Maschine ohne Condensation: W = a + ß N + yO (p, – 1) und für eine Condensationsmaschine: W = a + ß'N + y'Op, setzen zu können, und wenn dabei die Constanten nach den dem Verf. vorliegenden Daten vom Jahre 1866 gewählt wurden, gestalteten sich diese Formeln, wie folgt. Maschinen ohne Condensation: W = 300 + 46N + 5000O(p, – 1) für N < 45 W = 1000 + 21 N + 4000 O(p, – 1) - N > 45; Maschinen mit Condensation: W = 400 + 52 N + 6000 Op, für N < 45 W = 1300 + 23N + 5000 Op, - N > 45. Die Dampfkesselkosten setzt der Verf. w = 200 + 1500S(p, + 1), welcher Formel die Voraussetzung zu Grunde liegt, daß die Spannung im Kessel etwa = #p ist. Alle diese Preise sind ausgedrückt in Gulden österr. Währung (F Thlr.) als Einheit. Der Verf, verkennt nicht, daß sie nach Zeit und Ort und sonstigen

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Wenn man nun auch über die Grundlagen dieser Rechnung theilweise abweichender Meinung sein kann, oder wenn dieselben den Umständen gemäß nur mehr oder weniger einem vorliegenden speciellen Falle entsprechend sein werden, so läßt sich doch nicht läugnen, daß diese Tabelle einen sehr nützlichen Anhalt zur Wahl des Füllungsgrades bietet, wenn nur den speciellen Umständen dabei schätzungsweise Rechnung getragen wird. Abweichende Annahmen in Betreff der Berechnung von O und S werden keinen wesentlichen Einfluß ausüben; im Uebrigen ist nur zu erwägen, daß der günstigste Füllungsgrad unter sonst gleichen Umständen um so kleiner ist, je billiger Maschine und Kessel zu haben sind, je höher der Preis der Kohle, und je größer die jährliche Betriebszeit ist,

Indem endlich noch der Verf. mit Hülfe seiner tabellarischen Zusammenstellungen die Maschinen ohne und mit Condensation für gleiche Werthe von N und p, und für ihre vortheilhaftesten Füllungsgrade mit einander vergleicht, bezüglich auf die entsprechenden Werthe von K und W + w, von denen erstere für die Maschinen ohne Condensation, letztere für die Condensationsmaschinen größer sind, gelangt er zu dem Schluß, daß die Rentabilität der Condensationsvorrichtung zwar um so kleiner wird, je kleiner N und je größer p, ist, daß sie aber doch selbst bei absoluten Kesselspannungen von 4 bis 6 Atmosphären noch bis zu Maschinenstärken N = 5 hinabreicht, wenigstens bei der vorausgesetzten großen jährlichen Betriebszeit von 300. 12 Stunden und vorausgesetzt natürlich, daß das nöthige Injectionswasser leicht zu

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Herr Friedrich Klein,

Ingenieur in Dahlbruch und Mitglied des Bezirksvereines an der Lenne – nachdem es ihm beschieden gewesen, aus dem ruhmwürdigen Feldzuge des vorigen Jahres wohlbehalten zu den Seinigen zurückzukehren – wurde dem Vereine am 17. April d. J. nach kaum fünftägigem Krankenlager durch den Tod entrissen.

Herr Fridolin Schnürer, Director der Dampfmahlmühle in Jätzdorf bei Ohlau und Mitglied des Breslauer Bezirksvereines, ist dem Vereine durch den Tod entrissen worden.

Dem Vereine sind ferner beigetreten die Herren:

Carsten Waltjen, Ingenieur in Bremen (1338).
H. Gährich, Maschinenfabricant in Berlin (1356).
Ziegenhein, Bauinspector in Zweibrücken (1366).
Jasch, Gasinspector auf Grube Heinitz (1367).
L. von Gienanth, Eisenhüttenwerk Trippstadt (1368).
Alpeter, Ingenieur in Ars sur Moselle (1399).
Wilh. Ferbeck, Fabricant feuerfester Steine in Aachen
(1369).
Heinr. Horn, Wiesenbaumeister in Aachen (1370). A.
Phil. Jacobs, Ingenieur der Rheinischen Eisenbahn in
Aachen (1371). ---
R. Sauerbrey, Ingenieur in Cairo in Aegypten (1372).
H. Bruno, Bauunternehmer in Bielefeld (1374).
Aug. Schmaltz, Fabricant, Firma: Gebr. Schmaltz in Offen-
bach a. M. (1375).
Ed. Gotzel, Dirigent einer Zuckerfabrik in Hoym bei
Aschersleben (1377).
Ludw. Keßler, Zuckerfabrik in Klein-Paschleben (1378).) S. A.
Kureck, akademischer Künstler und Hof-Kunstmodelleur
in Mägdesprung (1387).
Carl Grütter, Civil-Ingenieur in Hannover (1379).
Rziha, Ober-Bergmeister in Helmstädt (1380).
J. F. Müller, Maschinenfabricant in Fulda (1381).

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Kaselowsky, Commissionsrath und Director der mechanischen
Flachsspinnerei in Bielefeld (1382).
Prüsmann, Ober-Maschinenmeister der Magdeburg-
Leipziger Eisenbahn in Magdeburg (1383).
Krancke, Betriebsdirector der Magdeburg-Leipziger Eisen-
bahn in Magdeburg (1384).
Feodor Siegel, Ingenieur in Hochdahl (1385). E.
Ernst Lange, Ingenieur in Berlin (1386).
Carlier, Ingenieur, Casseler Feld bei Duisburg (1388).
Grohmann, Dirigent der Gasanstalt in Hagen (1265).
Baedecker, Hüttenfactor in Pielahütte bei Rudzinitz
(1389).
Fischer, Hütteninspector in Kattowitz (1390).
Häusler, Maurermeister in Kattowitz (1391).
Mar Schroedter, Ingenieur im von Tiele-Wink-
ler'schen Bau-Bureau in Kattowitz (1392).
Paul Schroeter, Ingenieur der Maschinenfabrik von
Pringsheim in Kattowitz (1393).
Steinhoff, Königl. Maschinenwerkmeister der Königs-
grube in Königshütte (1394).
Strondzynski, Ingenieur der Kaiserl. russischen Staats-
werke in Dombrowa in Polen (1395).
Eichenauer, Maschinenmeister der schlesischen Actien-
gesellschaft in Lipine (1376).
Bibrach, Hüttendirector in Alexandrahütte bei Borissow, Gou-
vernement Minsk in Rußland (1396).
A. Friebe, Brauereibesitzer in Breslau (1397).
Körner, Ober-Ingenieur und Director der Ida- und
Marienhütte in Saarau (1401). Br.
J. Hoz, Dirigent der von Löbbecke’schen Flachsspin-
nerei in Ullersdorf, Grafschaft Glatz (1402).
R. Michel, Ingenieur in Frankenthal in Rheinbayern (1398).
Ernst von Paschwitz, Betriebsassistent am Königl. Berg- und
&M. Hüttenwerke in Bodenwöhr bei Regensburg (1400).
W. Hammacher, Director der Gewerkschaft der Sanct-Wilhelms-
hütte in Warstein bei Lippstadt (1403).
Berlin, den 12. September 1867.

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