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Tabelle XI. Project i rte Norm allehre. Gewicht für Eisenblech o Stärken der engl. Lehre Differenz der Stärken Stärken der h der Ver- Normallehre gegen Nr. aja. aja. pro Foto aj a. Normallehre dünnungs-, nach Original - - Meter Meter fuß in factoren *Äs Ä Col. i Col. k in in englisch in Millimtr. fic Ä Ä

Kilogrm. Zollpfd. genaU abgerundet | engl. Pfd. - gaug pCt. pCt.

FR. b C d S f g h i k l M.

100 142,0 284 27,97 28,0 29,08 18,257 0,930 18,334 - –+ 0,4 s- M-,

90 132,0 264 26,00 26,0 27,03 16,971 0,924 17,065 - + 0,6 «

80 122,0 244 24,03 24,0 24,99 15,686 0,934 15,853 - + 1,6 --

70 114,0 228 22,46 22,5 23,35 14,657 0,930 14,697 -» + 0,3 a

60 106,0 212 20,88 20,9 21,71 13,629 0,924 13,598 - – 0,2 e-d

50 98,0 196 19,31 19,3 20,07 12,600 0,918 12,556 -» – 0,3 on-o 4/0 90,0 180 17,73 17,7 18,43 11,57 1 0,91 1 11,530 11,532 – 0,4 – 0,4 30 82,0 164 16, 15 16,1 16,79 10,543 0,9 14 10,604 10,795 + 0,6 + 2,4 20 75,0 150 14,78 14,8 15,36 9,643 0,920 9,733 9,652 + 0,9 + 0,1 0 69,0 138 13,59 13,6 14,13 8,871 0,913 8,9 16 8,636 + 0,5 – 2,7 1 63,0 126 12,41 12,4 12,90 8, 100 0,905 8, 151 7,620 + 0,6 – 5,9 2 57,0 114 11,23 11,2 11,67 7,329 0,912 7,437 7,214 + 1,5 – 1,6 3 52,0 104 10,24 10,2 10,65 6,686 0,904 6,77 1 6,579 + 1,3 – 1,6 4 47,0 94 9,26 9,3 9,63 6,043 0,915 6, 153 6,045 –+ 1,8 == 0,0 5 43,0 86 8,47 8,5 8,81 5,529 0,907 5,580 5,588 + 0,9 + 1,1 6 39,0 78 7,68 7,7 7,99 5,014 0,91 1 5,050 5,156 + 0,7 + 1,0 7 35,5 71 6,99 7,0 7,27 4,564 0,901 4,562 4,572 == 0,0 + 0,2 8 32,0 64 6,30 6,3 6,55 4,1 14 0,906 4,1 13 4, 191 == 0,0 + 1,9 9 29,0 58 5,71 5,7 5,94 3,729 0,897 3,700 3,759 – 0,8 + 0,8 10 26,0 52 5,12 5,1 5,32 3,343 0,904 3,323 3,404 – 0,6 – 1,2 11 23,5 47 4,63 4,6 4,81 3,02 + 0,89 2,978 3,048 | – 1,4 | +- 0,9 12 21,0 42 4,14 4,1 4,30 2,7 00 0,881 2,663 2,769 – 1,4 + 2,6 13 18,5 37 3,64 3,6 3,79 2,379 0,892 2,377 2,4 13 – 0,1 + 1,4 14 16,5 33 3,25 3,2 3,38 2, 121 0,879 2, 117 2, 108 – 0,2 – 0,6 15 14,5 29 2,86 2,9 2,97 1,864 0,895 1,882 1,829 + 1,0 – 1,9 16 13,0 26 2,56 2,6 2,66 1,67 1 0,885 1,669 1,651 – 0,1 – 1,2 17 11,5 23 2,27 2,3 2,36 1,479 0,870 1,478 1,473 – 0,1 – 0,4 18 10,0 20 1,97 2,0 2,05 1,286 0,900 1,306 1,245 + 1,6 – 3,2 19 9,0 18 1,77 1,8 « 1,84 1,157 0,889 1,152 1,067 – 0,4 – 7,8 20 8,0 16 1,58 1,6 1,64 1,029 0,875 1,014 0,889 – 1,5 –13,6 21 7,0 14 1,38 1,4 1,43 0,900 0,857 0,891 0,8 13 – 1,0 – 9,7 22 6,0 12 1,18 1,2 1,22 0,771 0,867 0,781 0,71 1 + 1,3 – 7,8 23 5,2 10,4 1,02 1,0 1,06 0,669 0,865 0,683 0,635 + 2,1 – 5,6 24 4,5 9,0 0,89 0,9 0,92 0,579 0,889 0,596 0,559 + 2,9 – 3,4 25 4,0 8,0 0,79 0,8 0,82 0,5 14 0,875 0,5 19 0,508 + 1,0 – 1,2 26 3,5 7,0 0,69 0,7 0,72 0,450 0,857 0,451 0,457 + 0,2 – 1,6 27 3,0 6,0 0,59 0,6 0,61 0,386 0,867 0,391 0,406 + 1,3 + 5,2 28 2,6 5,2 0,51 0,5 0,53 0,334 0,885 0,339 0,356 + 1,5 + 6,6 29 2,3 4,6 0,45 0,45 0,47 0,296 0,870 0,293 0,330 – 1,0 +11,5 30 2,0 4,0 0,39 0,40 0,41 0,257 0,850 0,253 0,305 – 1,6 +14,8 Z1 1,7 3,4 0,34 0,35 0,35 0,219 0,882 0,218 0,254 – 0,5 +16,0 32 1,5 3,0 0,30 0,30 0,31 0,193 0,867 0,187 0,22s – 3,1 +18,7 33 1,3 2,6 0,26 0,26 0,27 0,1 67 0,846 0, 160 0,203 – 4,2 +21,4 34 1,1 2,2 0,22 0,22 0,23 0,14 1 0,8 18 0,137 0,178 – 2,4 +26,2 35 0,9 1,8 0,18 0,18 0,18 0,1 16 0,889 0, 1 17 0, 127 + 0,9 +11,2 36 0,8 1,6 0,16 0,16 0,16 0, 103 0,875 0, 100 0, 102 – 2,9 – 1,0

Z7 0,7 1,4 0,14 0,14 0,14 0,090 0,857 0,085 --- – 5,6 «-d

38 0,6 1,2 0,12 0,12 0,12 0,077 0,833 0,072 «- – 6,5 z

Z9 0,5 1,0 0,10 0,10 0,10 0,064 0,800 0,061 t- 4,7 «

40 0,4 0,8 0,08 0,08 0,08 0,051 --- 0,051 --- == 0,0 e-mam»

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Diese Normallehre würde allgemein für alle Messungen dünner Metalle einzuführen sein, also für sämmtliche Eisenblech-, Draht- und Bandeisensorten, ferner für die gleichen Fabricate aus Stahl, Kupfer, Messing, Zink, Silber 2c., ebenso für die daran anschließenden Artikel (Drahtstifte, Holzschrauben, Nieten, Ketten, Nadeln, Klavierstifte und dergl.), deren Dicke stets nach den Nummern der Normallehre, die Länge nach Millimetern auszudrücken sein würde. So wäre dann z. B. Bandeisen, dessen Breite meistens in französischen Linien, und dessen Dicke in Nr. der Birmingham gauge angegeben wird, später nach Millimtr. und nach Nr. der Normallehre zu bezeichnen, z. B.: die jetzige Sorte 12 Linien Nr. 20 würde dann 27 Nr. 21 sein; ferner Drahtstifte, welche nach der jetzt in Deutschland und Frankreich üblichen Methode in der Dicke nach Nr. der französischen Drahtlehre und in der Länge nach altfranzösischen Linien bezeichnet worden sind, wären ebenfalls später nach Nr. der Normallehre und in der Länge nach Millimtr. zu classificiren; z. B. die jetzige Sorte Nr. 15 18 Linien oder kurz 15/18 wäre später zu benennen LNr. 13 41“ oder abgekürzt 1341. Um die Angaben nach Nummern der Normallehre stets von denen nach anderen Lehren einfach zu unterscheiden, könnte man denselben das Zeichen L als Hindeutung auf „normal“ hinzufügen, z. B. Nr. 18T oder LNr. 20. Es dürfte festzustellen sein, daß die im Handel zulässige Abweichung von den gesetzlich oder conventionell zu ergebenden Stärken der Nummern der Normallehre nicht mehr als # Nr. auf- und abwärts betragen solle. Da die Verdünnungsfactoren bei den dickeren Sorten 0,900, bei den mittleren 0,860 und bei den dünneren 0,820 kaum überschreiten, einer Abnahme von 10 resp. 14 und 18 pCt. entsprechend, so können als zulässige Differenzen festgestellt werden: 5 pCt. für stärkere Sorten bis Nr. 10 der Normallehre, 7 - - mittlere - von - 11 bis 30 2. 9 - - schwächere - feiner als 30 Z was als Usance zur Schlichtung von Differenzen im Handel zu beachten sein würde. z Was oben von der Karmarsch'schen Reihe behauptet wurde, kann ebenso von dieser projectirten Normallehre gelten: Sie entspricht allen oben besprochenen Anforderungen, welche Theorie und Praxis zu machen haben, und fügt zu den Vorzügen der Karmarsch'schen Reihe noch den hinzu, daß sie zum Metermaß in einfacher und bequemer Beziehung steht. – Es bleibt mir schließlich noch übrig zu zeigen, daß diese Normallehre auch wirklich, wenn auch nicht für alle, so doch für die bei weitem überwiegende Mehrzahl von Fällen genügt, wo in der Praxis das Bedürfniß einer Messung durch Lehren auftritt, und habe ich hierbei namentlich gegen die so schwer

wiegende Autorität von Karmarsch anzukämpfen, welcher bei

Besprechung des Quirin’schen Vorschlages zur Einführung einer rationellen allgemeinen Drahtlehre sagt:

„Es geht schon darum nicht an, eine allgemeine Lehre aufzustellen, weil verschiedene Gebrauchszwecke bald feinere, bald gröbere Abstufungen verlangen.“

Ich fchließe mich dieser Ansicht durchaus nicht an, sondern pflichte ganz den Worten bei, welche Thomée Bd. X, S. 624 d, Z. im Hinblicke auf diese Meinung von Karmarsch ausspricht:

„Man muß sich um so mehr zur möglichen Beseitigung der dabei entgegenstehenden Schwierigkeiten aufgefordert fühlen, als nach meinen früheren Auslassungen in der That nicht wohl einzusehen, welchen wirklichen Nutzen unsere beiderseitigen Untersuchungen sonst noch gewähren könnten, wenn sie anders nicht die Herbeiführung einer allgemeinen Normallehre oder Landesklinke zum Endzwecke haben sollten.“ Es fragt sich also: Verlangen verschiedene Gebrauchszwecke wirklich bald feinere, bald gröbere Abstufungen, und zwar in dem Maße, daß dieselben nicht durch die Nummern der projectirten Normallehre auszudrücken sind? Die einfachste und zugleich präciseste Antwort darauf giebt uns ein Blick auf die Construction der oben besprochenen Lehren: Wir sehen, daß bei den 4 Lehren, welche bei weitem die gangbarsten von allen sind (westphälische und französische Drahtlehre, englische Lehre, Dillinger Blechlehre), die Verdünnungsfactoren so nahe übereinstimmen, daß keine irgend erhebliche Differenz im Principe zwischen ihnen besteht; ebenso olaen folg die westphälische Walz- und Kettendrahtlehre, die Aalener und die altbayerische Drahtlehre, die belgische Zinkblechlehre, die Harzer Lehre für Eisen- und Bleidraht, die Lehren für Messing-, Kupfer- und leonischen Draht, mit Ausnahme der gröberen Sorten der sogenannten Messingmusterdrähte, die Lehren für Gold- und Silberdraht, sämmtlich den für die Normallehre aufgestellten Principien und zeigen keine feineren Abstufungen, als diese. Die Fälle, wo eine feinere Scala als in der Normallehre verlangt wird, reduciren sich auf folgende wenige: Lehren für Stahldraht, Z - Klaviersaitendraht, Z - Kratzendraht, -- - groben Messing- (Muster-) Draht. Wie bereits im Abschnitt II bemerkt wurde, entsprechen bei der Lancashire steel wire gauge 73 Nr. der gröberen Sorten 20 Nr. der Birmingham gauge, ebenso 16 Nr. für die feineren Sorten 5 gewöhnlichen Nummern, so daß, um dort überall äquivalente Zahlen und eine hinreichend feine Scala herzustellen, halbe und viertel Nummern zwischen die der englischen oder der Normallehre einzuschalten sein würden. Bei den anderen 3 Lehren genügt eine Einschiebung halber Nummern zwischen die der Normallehre vollkommen, um die nöthige Feinheit der Abstufung für die betreffenden Artikel zu erhalten. Vergleichen wir die Bedeutung dieser 4 Sorten mit der der übrigen, für welche die Normallehre in obiger Weise anwendbar ist, so glaube ich nicht zu viel zu behaupten, wenn ich sage, daß jene Artikel, welche eine feinere Scala, als die Normallehre, verlangen, noch nicht ein hundertstel Procent von der Gesammtproduction an Draht, Blech und verwandten Fabricaten ausmachen. Ist es nun wirklich gerechtfertigt, die Herbeiführung einer allgemeinen Normallehre nur darum als unthunlich zu bezeichnen, weil ein so verschwindend kleiner Bruchtheil des Gesammtgebietes, für welches die Lehre überhaupt bestimmt ist, eine feinere Abstufung verlangt?

Ich glaube es nicht, bin vielmehr überzeugt, daß der kleine Nachtheil, welcher aus der Nothwendigkeit einer nur selten vorkommenden Einschiebung von halben oder viertel Nummern für einzelne Fälle entspringt, bei weitem durch den unendlichen Gewinn aufgewogen wird, welchen die Herstellung und Einführung einer allgemeinen Lehre für das gesammte Gebiet der Arbeiten in dünnen Metallen bewirken müssen.

Daß auch gröbere Abstufungen, als in der Normallehre, zuweilen in der Praxis vorkommen, kann ebenfalls kein Motiv gegen ihre Einführung abgeben, da es unbenommen sein wird, in diesem Falle einzelne Nummern zu überspringen. Die Normallehre stellt in der Aufeinanderfolge ihrer Nummern die Regel dar, nach welcher ein Material ohne zu große Anstrengung und andererseits ohne zu bedeutenden Zeitaufwand von einem Loche zum anderen gezogen werden kann. Nun bietet aber schon die Variation der Qualität der verschiedenen zu verarbeitenden Materialien häufig genug Veranlassung, um von dieser Regel abzugehen: es wird sich z. B., wie bereits bei Besprechung der französischen Drahtlehre bemerkt wurde, noch ein mittelmäßiges Eisen zu grobem Draht verarbeiten lassen, wenn man die für die stärkeren Nummern sehr allmäligen Abstufungen der französischen oder der Normallehre befolgt, also z. B. von LNr. 6 = 5“,01 bis L Nr. 11 = 3“,02

den Draht durch die nach der Reihenfolge der Nummern vorge

zeichneten 5 Löcher passiren läßt; ein besseres Eisen wird dieselbe Verdünnung schon in 4 oder 3 Durchgängen gestatten. Wollte man aber für alle diese Fälle besondere Lehren aufstellen, so würde eine noch heillosere Complication, als schon jetzt, entstehen, und dürfte also auch hieraus kein Grund gegen die Einführung einer Normallehre abzuleiten sein. Es fragt sich, ob die oben als zuweilen nothwendig erkannten Einschaltungen von Zwischennummern in der bisher meist üblichen Weise mit halben oder viertel Nummern erfolgen soll, oder nach Thomée's Vorschlag (Bd. X, S. 624 dieser Zeitschrift) durch Einschiebung von zehntel Nummern. Ein praktisches Bedürfniß liegt, wie oben bemerkt wurde, nur für ersteren Modus vor, da hierdurch für alle Fälle genügend feine Abstufungen zu erzielen sind. Dagegen kann die dem immer allgemeiner zur Geltung kommenden und einzig rationellen Decimalsystem entsprechende Einschaltung von fünftel oder zehntel Nummern namentlich dann sehr zweckmäßig sein, wenn es gilt, für eine bestimmte Nummer irgend einer der jetzigen Lehren ein ganz exactes Aequivalent in Nummern der Normallehre zu finden,

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Einige Worte über den „Constructeur“ des Professor Reuleaux.

Von J. Lüders.
(Fortsetzung von Seite 451.)

Bei den Kuppelungen §. 75 bis 76 müssen wir vorerst anerkennen, daß Hr. Reuleaux die einfache Muffenkuppelung wieder aufgenommen hat, welche wir, obwohl sie ohne Frage am meisten angewendet wird, in der ersten Auflage des „Constructeur“ nicht fanden.

Als Bezugseinheit wird bei der Construction der Kuppelungen die Wandstärke derselben benutzt, für welche Hr. Reu

leaux die Regel ö = 10“ + giebt. Gewöhnlich legt man

nun der Bezugseinheit den wirklichen Durchmesser der Welle zu Grunde; dagegen empfiehlt der „Constructeur“ für gußeiserne Wellen die Kuppelung der gleichwerthigen schmiedeeisernen Welle zu erweitern, also die Länge und die Wandstärke derselben für den größeren Durchmesser der gußeisernen Welle beizubehalten. Es wäre nun nur consequent gewesen, wenn Hr. Reuleaux hierbei nicht stehen geblieben wäre; er hätte vielmehr auch bei den schmiedeeisernen Wellen normale und erweiterte Kuppelungen unterscheiden müssen, von denen jene für den Durchmesser

3 E-Boom-as d=VPr construirt würden, und dann, da doch nicht der geringste Grund vorliegt, die Länge und die Torsion der Wellen auch bei den

4 s-Kuppelungen zu berücksichtigen, solche für die nach d=4,13 VPr

4 Assmamassound d = 4,18 VPr. / construirten Wellen erweitert würden.

So weit geht aber Hr. Reuleaux nicht und läßt, wie gesagt, nur die Kuppelungen für gußeiserne Wellen erweitern; wir verwerfen aber bei der geringen Wandstärke, welche er

vorschreibt, auch dieses und werden im Allgemeinen die Kuppelungen dem wirklichen Durchmesser entsprechend construiren. Es ist hier am Platze, vorerst zwei Punkte der Detailconstruction der Wellenleitungen zur Sprache zu bringen, welche unserer Meinung nach im „Constructeur“ hätten ausdrücklich besprochen werden müssen, während wir jetzt auf Hrn. Reuleaux' Ansicht über dieselben nur aus den Figuren zu diesen Paragraphen schließen können. Es handelt sich nämlich darum, ob die Wellen verstärkte Kuppelköpfe haben sollen, und dann, ob den Lagerhälsen Anläufe zu geben sind, woran sich noch die Frage schließt, wie die Längen verbindungen der Wellen herzustellen sind. Hr. Reuleaux giebt nun in keinem Falle den Wellen Kuppelköpfe; dagegen macht er durchgehends Anläufe und scheint sehr dafür zu sein, die Wellen durch eigene Constructionstheile der Länge nach miteinander zu verbinden, so in Fig. 122 durch ein Hakenblatt und in Fig. 125 durch Nasenkeile. In Bezug auf die Kuppelköpfe theilen wir die Ansichten Hrn. Reuleaux', indem auch wir dieselben für überflüssig halten; wir würden sogar kein Bedenken tragen, beim Anschlusse einer schwächeren Welle an eine stärkere, diese auf den Durchmesser der ersteren herunter drehen zu lassen und die Kuppelung danach zu bemessen, während es sonst üblich ist, die schwächere Welle mit einem Kuppelkopfe zu versehen und die Kuppelung der stärkeren Welle vorzuschreiben. Wir sind übrigens nur aus ökonomischen Rücksichten gegen Kuppelköpfe und legen auf den Punkt kein Gewicht, daß ihrethalben die Naben der Riemenscheiben 2c. erweitert werden müßten, da wir die Riemenscheiben immer mit Ringkeilen befestigen, und ihre Naben also ohnehin schon weit genug werden, um über die Kuppelköpfe zu gehen. In der Praxis pflegt man bei Scheibenkuppelungen niemals Kuppelköpfe anzuwenden; dagegen findet man sie noch immer häufig bei Muffenkuppelungen. Einerseits ist nämlich bei diesen die durch den verstärkten Durchmesser des Kopfes bedingte Gewichtszunahme der Kuppelung nicht so beträchtlich, wie bei jenen; andererseits läßt sich das Ein- und Austreiben der Keile bei Anwendung von Köpfen viel leichter bewerkstelligen. Sind solche nicht vorhanden, so muß die Keilbahn die doppelte Länge des Keiles haben, was ihre Herstellung natürlich entsprechend vertheuert, und der Keil mit einer Nase versehen sein, wenn nicht anders die Kuppelung so weit von dem Lagerhalse abliegt, daß die Keilbahn vor der Kuppelung so weit verlängert werden kann, daß ein Treibdorn sich bequem an das hintere Ende des Keiles anlegen läßt. Wir sind ganz entschieden hierfür und gegen die Verwendung von Nasenkeilen, welche Hr. Reuleaux aber unbedingt anwenden muß, weil

er die Kuppelung so nahe an den Lagerhals legt, daß sie sich

gegen den Anlauf desselben stützt, und dieser bis in die Lauffläche des Halses aufgeschnitten werden müßte, um das Ende des Keiles frei zu legen. Wie aber sind in Fig. 123 und 124 die Keile aus den rechts am Anlaufe liegenden Hälften der Kuppelungen herauszutreiben? Man setzt allerdings wohl Muffenkuppelungen hart an einen Anlauf, aber auf einen Kopf, dessen Durchmesser nur wenig fleiner ist, als der des Anlaufes. Die so entstehende niedrige Schulter genügt zur Stütze der Kuppelung, während es nun möglich ist, die Keilnuthe durch den Anlauf fortzusetzen, welcher davon nur wenig ausgeschnitten wird. Gründe, welche dafür sprächen, die Kuppelungen gegen einen Anlauf zu stützen, sind uns nicht bekannt, und würden wir mit Rücksicht darauf die Anläufe unbesorgt fortlassen, wenn wir sie nicht schon ohnehin für überflüssig hielten. «. Wir sind also in Betreff der Anläufe ganz entgegengesetzter Ansicht, wie Hr. Reuleaux, welcher sie überall anwendet und sogar so weit geht, bei den späteren Beispielen von Lagerstühlen die stehenden Wellen damit auszurüsten. Der eigentliche Zweck der Anläufe ist, gegen Längen verschiebungen zu schützen; dazu reicht es aber aus, wenn ein Hals an jedem Wellenstrange mit Anläufen versehen ist, vorausgesetzt, daß die Längenverbindung der einzelnen Stücke der Welle eine sichere ist, und daß nicht etwa größere Kräfte in der Längsrichtung der Wellen wirken. Ist dieses nicht der Fall, so ist es nicht nur überflüssig, sondern sogar verwerflich, Anläufe zu verwenden, vor allen wenn die Verbindung der einzelnen Wellenstücke eine starre ist, wie bei der Kuppelung mit Hakenblatt (Fig. 122) und der Schalenkuppelung (Fig. 125), weil dann die Lage aller Lager gegeneinander eine durchaus bestimmte ist, und die Montirung so geschehen muß, daß jedes Lager die der Länge der Welle entsprechende Entfernung von dem nächsten, in welchem ein Lagerhals mit Anläufen zu liegen kommt, erhält. Der ältere Maschinenbau wandte fast immer Anläufe an; man verband aber nicht, wie jetzt Hr. Reuleaux will, die Enden der Wellen unwandelbar mit einander, sondern wandte im Gegentheile Kuppelungen an, welche Differenzen zwischen der Länge der Wellen und der Lagerdistanz

gestatteten. Die Wellen wurden erst nach Vollendung der Bauten mit Benutzung von an Ort und Stelle möglichst genau genommenen Längenstichmaßen angefertigt; die kleinen Differenzen, welche dann noch blieben, glichen sich bei Anwendung von Klauen- oder Blattkuppelungen von selbst aus. Aber auch die gewöhnliche Muffenkuppelung ohne Ueberblattung der Wellenenden wurde verwendet, da diese bei guter Ausführung und bei Uebertragung von ruhigen Kräften auch nicht unbedingt erfordert, daß die Enden der beiden Wellen sich berühren. Heutigen Tages werden wir keine Anläufe mehr machen, welche nur dadurch entstanden sind, daß man sich nicht zutraute, eine billige und einfache Längenverbindung durch die Kuppelung selbst herzustellen. Mit den Mitteln, über welche wir heute gebieten, ist das leicht, und fragt sich nur, ob dazu eigene Vorkehrungen nothwendig sind, oder ob die Reibung der Muffen auf ihren Sitzen dazu hinreicht. Die Praxis hat nun längst bewiesen, daß künstliche Verbindungen, wie Hakenblätter u. dgl. überflüssig sind, und daß nicht zu befürchten ist, daß die Erschüt

terungen des Betriebes von Zahnrädern, geschweige denn von

Riemenscheiben eine Kuppelung losrütteln, welche nur mit Hülfe eines entsprechend schweren Hammers hat aufgetrieben werden können. » Freilich haben angesehene Fabriken, z. B. noch vor Kurzem Escher, Wyß & Co. in Zürich, wenn wir recht berichtet sind, feste Längenverbindungen bei Muffenkuppelungen angewendet, aber nicht so complicirte, wie Hr. Reuleaux, sondern eine mit zwei cylindrischen Nasen versehene Feder, die sich in eine Nuthe der Welle einlegt, welche an jedem Ende ein dem Zapfen der Feder entsprechend eingebohrtes Loch hat, Bei andern, als den Muffenkuppelungen haben wir starre Längenverbindungen bis jetzt nicht gesehen; auch Hr. Reuleaux giebt den Scheibenkuppelungen nichts derartiges, obgleich sich ohne große Kosten dafür Sorge tragen ließe. Wellen, welche conische Räder tragen, sind in ihrer Achsenrichtung wirkenden Kräften ausgesetzt und erhalten deshalb Anläufe; nöthig sind sie bei guter Ausführung der Kuppelungen streng genommen nicht und kommen überdies selten zur Wirkung, da die von der Temperatur hervorgerufenen Verlängerungen der Wellen bald solche Abnutzungen der Lagerschalen bewirken, daß die Anläufe nur bei einer bestimmten Temperatur sämmtlich tragen. Dennoch giebt man Anläufe, da die Möglichkeit des Auseinandergehens bei Anwendung gewöhnlicher Kuppelungen nicht absolut ausgeschlossen ist, und die Räder gegen jede Eventualität sicher gestellt werden müssen. Wenn die Wellen durch Hakenblätter oder sonst starr verbunden werden, so könnte die Anzahl der Anläufe so weit verringert werden, als die Rücksicht auf die zu erwartende Abnutzung gestattete. In keinem Falle ist es zur Sicherung gegen Verschiebungen nöthig, daß jede Welle ein Paar Anläufe erhält; vielmehr sichert ein Paar Anläufe vorn und hinten den ganzen Wellenstrang, und würden der Abnutzung halber Anläufe auf der Druckseite der Lagerhälse ausreichen. Zu den Details der Kuppelungen ist wenig zu bemerken: Daß in Fig. 123 und 124 die Keile rechts sich nicht heraustreiben lassen, ist schon erwähnt; zu tadeln ist ferner, daß der Anlauf an der Seite, wo die Kuppelung sitzt, scharf herausgedreht ist. Bei der Kuppelung mit Hakenblatt ist

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fiele, um, ihrem eigentlichen Zwecke gemäß, zur Uebertragung der Kraft benutzt werden zu können, welche Aufgabe dann dem Keile zufiele, der ursprünglich nur zum Zusammenhalten des Ganzen dienen soll. Die Klauenkuppelung von Sharp ist heutzutage veraltet; sie macht natürlich nothwendig, daß jedes Wellenstück Anläufe erhält. Wir würden sie jetzt nur noch da verwenden, wo die Befestigung der Lager eine unsolide ist, und dann zur Ausgleichung der Einflüsse der Temperatur auf sehr lange Wellenleitungen, indem wir etwa in der Mitte derselben eine derartige Kuppelung statt einer gewöhnlichen einschalteten. Der Einfluß der Wärme auf die Länge der Wellen pflegt selten beachtet zu werden, obgleich er unter Umständen nicht unwesentlich ist. Es fragt sich zuerst, bei welcher Temperatur montirt worden ist; in sehr vielen Fällen wird nach Vollendung der Baulichkeiten im Laufe des Winters bei einer Temperatur in der Nähe des Gefrierpunktes montirt, so daß gegen den Hochsommer eine Differenz von mindestens 30° C. entsteht. Da das Schmiedeeisen sich für jeden Grad um ziös seiner Länge ausdehnt, so würde für 30° Temperaturzunahme die Länge der Welle um zÄo wachsen, mithin für 100 Fuß Länge um nahezu # Zoll (für 100“ um 37"). Man sieht sogleich, zu welchen Unzuträglichkeiten es führen würde, wenn man Anläufe und starre Längenverbindungen zugleich verwenden wollte. Wenn die Wellen nur Riemenscheiben tragen, so können ihre Verlängerungen schlimmsten Falles nur das Auflaufen der Riemen beeinträchtigen; sitzen aber Zahnräder auf den Wellen, so ist es sehr gut möglich, daß diese tief in die von ihnen getriebenen Räder geschoben werden, so daß ein Bruch entsteht. Hätten sich in einem Königsthurme die Mauern nur um Zoll (3“) nach der Montage gesetzt, und die Lager sich um ein anderes Achtel ausgelaufen, so würde, wenn sich der König, dessen Länge 50 Fuß (16“) betragen mag, im Sommer noch um Zoll (6“) ausdehnte, das oberste Rad bald zerbrochen sein. Das neu angefertigte Rad, welches dann montirt würde, während die Welle noch ausgedehnt ist, würde der Gefahr eines Bruches nicht mehr ausgesetzt sein. Die Muffenkuppelungen haben den Nachtheil, daß sie aufgebracht werden müssen, während die Wellen in ihren Lagern liegen, was bei größeren Kuppelungen, wenn sie anders ordnungsmäßig aufgepaßt sind, mit großer Arbeit verbunden ist; noch mühsamer ist es gewöhnlich, die Kuppelung wieder zu entfernen. Wo es nun nothwendig werden kann, ein Wellenstück herauszunehmen, also vor allem, wenn Zahnräder auf den Wellen sitzen, verdienen Scheibenkuppelungen den Vorzug; freilich sind sie erheblich kostspieliger als Muffen, indem sich ihr Gewicht zu dem der letzteren nach den Reuleaux'schen Verhältnißzahlen reichlich wie 3: 1 stellt. s Hr. Reuleaux stößt die beiden Scheiben der Kuppelung stumpf voreinander; sehr häufig läßt man aber das eine Wellenende in die Bohrung der andern Kuppelung etwas eintreten oder verschränkt auch die beiden Scheiben um # bis # Zoll (3 bis 6") mit einander, so daß das Gewicht der frei lie

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Anordnung, welche an sich gewiß sehr zu empfehlen ist, hat aber den Nachtheil, daß ein einzelnes Stück der Welle sich nicht mehr herausheben läßt, ohne die Fortsetzung der Welle etwas der Länge nach verschieben zu müssen, was gerade in dem Falle, wo eine Lösung der Welle am häufigsten nothwendig wird, also bei Hauptwellen, in der Regel durch Anläufe oder andere Räder verhindert wird. Unbedingt nothwendig ist es keineswegs, daß die Scheiben ineinander greifen, denn bei den Schraubenwelken, welche bekanntlich durch aufgeschweißte Scheiben verkuppelt werden, findet es auch nicht Statt; dafür geht bei diesen ein kräftiger Querkeil durch beide Scheiben, welcher zur Uebertragung der Kraft dient, indem nun die Schrauben dann nur das Gewicht der Welle zu tragen haben. Man könnte diese Anordnung auch bei schweren Triebwerken anwenden, wenn man nicht den einfacheren Weg, die Kuppelschrauben recht kräftig zu machen, vorziehen wird. Die im „Constructeur“ für Scheibenkuppelungen gegebenen Verhältnißzahlen können wir nicht unbedingt billigen. Nehmen wir d = 200“, so wird der Durchmesser der Schrauben 42“,5, der Durchmesser ihrer Muttern 85" und der des Loches für den Rohrschlüssel höchstens 110" betragen. Die Entfernung des Mittelpunktes der Schraube von dem Umfange der Nabe der Kuppelung braucht also nur Ä" =55" zu betragen, wofür wir 70“ nehmen würden. Hr. Reuleaux aber macht ihn = 1,2ö, also, da ö= 76" sein würde, = 91",2 und erhält den äußeren Durchmesser der Kuppelung zu 732", während nach dem oben Gesagten 632“ ausreichen würden. Die Kuppelung könnte also ganz erheblich leichter gemacht

werden. Die Anzahl der Schrauben soll n = 2 + # = 9 be

tragen; wir ziehen wenige stärkere Bolzen vor, für welche reichlich Platz vorhanden wäre. Die hohe Meinung, welche Hr. Reuleaux von der Schalenkuppelung hat, theilen wir nicht; ihre Anfertigung ist kostspielig, ohne daß sie solide wäre, denn die Federn, welche die Kraftübertragung bewirken, können nie so scharf eingepaßt werden, um Stößen und rüttelnden Bewegungen auf die Dauer zu widerstehen; für gewöhnliche Zwecke aber wird man so complicirte Constructionen nicht adoptiren. Zweitheilige Kuppelungen dieser Art sind übrigens alt; im Armengaud z. B. finden sich ähnliche Sachen, natürlich aber mit mehr Schrauben und mit einem Keile statt der Federn. Wir erinnern uns auch, am Triebwerke der Borsig'schen Werkstätten in Berlin solche Kuppelungen gesehen zu haben, können aber nicht angeben, in welcher Ausdehnung sie sonst von dieser Fabrik verwendet worden sind. Zum Schlusse dieses Capitels wollen wir noch aufs Neue auf die Bd. IX, S. 299 d. Z. beschriebene Dehesselle’sche Kuppelung aufmerksam machen, welche gar keine Keile und Schrauben hat, indem die außen nach der Mitte zu conisch gedrehten Kuppelungshälften durch aufgetriebene schmiedeeiserne Ringe zusammen gehalten werden, so daß sowohl die Uebertragung der Kraft, wie die Längenverbindung der Wellen nur durch die Reibung geschehen. Diese Kuppelung, welche wir selbst für dünnere Wellen mit Erfolg verwendet gesehen haben, soll sich auch bei stärkeren Wellen bewähren und verdient jedenfalls einen Platz in den technischen Lehrbüchern. Wir haben deshalb mit Bedauern die neueste Auflage des

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