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Auf der Zeche „Verein Karlsglück“ bei Dortmund hat nach dem amtlichen Berichte eine fortgesetzte Anwendung des Sprengöles stattgefunden . . . . . der Effect hat sich als der 4- bis 5fache des Pulvers herausgestellt. Auf den Zechen „Eintracht Tiefbau“ und „Centrum“ wurden Versuche namentlich im Schachtabteufen angestellt . . . Die Bohrlöcher wurden 1 Zoll (26“) weit und 24 bis 34 Zoll (628“ bis 890“) tief genommen und auf 3 bis 4 Zoll (78“ bis 104“) Höhe gefüllt; der Besatz war Wasser. Der Erfolg kann günstig genannt werden; jedoch hat sich herausgestellt, daß die Ladung eine stärkere sein muß, um die Wirkung hervorzubringen, welche von Nobel angegeben wird. Auf der Zeche „Amsterdam“ wurde das Sprengöl beim Schachtabteufen im festen Mergel unter Wasser in Papierpatronen von 1 Zoll (26“) Durchmesser in 2 bis 3 Fuß (0“,62 bis 0“,94) tiefen Löchern und bei 2 bis 3 Zoll (52 bis 78“) Ladung angewendet, und war die Wirkung jedesmal eine ungewöhnlich bedeutende. In Folge hiervon kommt Sprengpulver dort gar nicht mehr zur Anwendung. In der auf Kohleneisenstein bauenden Grube „NeuHiddinghausen“ bei Sprockhövel haben sich die Arbeiten mit Sprengöl als sehr vortheilhaft bewährt (vergl. unten). Es wird dasselbe in dem dortigen Tiefbauschachte allein benutzt. 13. Bemerkenswerth sind im amtlichen Berichte die Mittheilungen über von „Verein Carlsglück“ gemachten Sprengungen in der Kohle selbst: „Es scheint hierfür das Pulver zweckmäßiger zu sein, weil die Wirkung des Sprengöles zu gewaltig ist, und dadurch der Procentsatz an Stückkohlen zu sehr herabgedrückt wird.“ – Von der Zeche „Wilhelmina Victoria“ wird von Versuchen beim Pfeilerabbau berichtet: „ Es waren Pfeiler in den Flötzen Nr. 5 und 17 mit 55 und 50 Zoll (1“,43 und 1“,3) reiner und so fester Kohle, daß bei der Pfeilerhöhe von 5 Lachtern (10“,5) Gedinge von 60 und 50 Sgr. gegeben werden mußten. Die Versuche im Flötze Nr. 17 bei 5füßigen (1“,57), zölligen (20“) Löchern, welche mit Blechpatronen bei 2 Loth Füllung vorgenommen wurden, hatten kein erwünschtes Resultat. «Die Kohle wurde zwar gelockert; aber es bedurfte zur Gewinnung noch mehr als einstündiger Arbeit mit Fimmel und Hacke. s Den Schüssen waren 5 Fuß (1“,57) vorgegeben. Andere Versuche bei 24 bis 3 Fuß (0“,785 bis 0“,94) Vorgeben in 3 Fuß (0",94) tiefen Löchern und bei derselben Füllung hatten keinen besseren Erfolg. Die Hauer geben sonst in diesem Flötze bei 3 bis 4 Fuß (1“,1 bis 1“,25) tiefen Löchern 24 bis 3 Fuß (0“,785 bis 0",94) vor und nehmen 20 bis 25 Loth Sprengpulver. – Im Flötze Nr. 8 wurden bei 5 Fuß (1“,57) tiefen Löchern und 5 Fuß (1",57) Vorgeben Versuche mit 5 bis 6 Loth Ladung gemacht, von denen nur einer einen so guten Erfolg hatte, daß die Kohle mit Leichtigkeit gewonnen werden konnte.“ Auch auf Zeche „Pluto“ hat man Löcher in der Kohle mit Sprengöl nicht vollständig wegbekommen. Wir werden hierauf bei Besprechung der Erfolge im Knottensandsteine der Eifel (16) zurückkommen und verlassen das Steinkohlengebirge, indem wir eine Bemerkung des Bergmeisters v. Renesse hervorheben, welcher bei allen seinen Versuchen die Wirkung des Nitroglycerin's als eine „außerordentliche“ bewährt gefunden hat: „Es kommt nur darauf an, daß erfahrungsmäßig die

Quantität des zu verbrauchenden Oeles für die Bohrlochtiefe, für die Masse des Vorgegebenen und die Natur des Gesteines näher festgestellt wird.“ 14. Der Sandstein des Roth liegenden war das erste Gestein, welches in Deutschland zu Sprengversuchen mit Nitroglycerin verwendet wurde. A. Nobel theilt über diesen Versuch den Bericht des Besitzers des betreffenden Steinbruches, Hrn. A. Meißner in Eisleben, mit. „Ich hatte ein 8 Fuß (2“,5) tiefes Loch von 1 Zoll (33“) Durchmesser mit 18 Fuß (5“,6) Vorgelege bohren lassen; das Bohrloch befand sich auf drei Seiten im festen Gebirge eingeschlossen und hatte dasselbe auf der einen Seite, vom Schnitte aus, eine Entfernung von 9 Fuß 6 Zoll (3“) und auf der anderen Seite 19 Fuß 6 Zoll (6“,12) von dem festen Gebirge. Nachdem 24. Pfd. Sprengöl mit Besatz von nur losem Sande in oben genanntes Sprengloch gefüllt waren, wurde der Schuß angezündet und entlud sich derselbe mit schwachem Getöse. Die Sprengung ergab, da der Schuß auch noch 12 Fuß (3“,75) hinter dem Bohrloche den Flötz zerkleinert hatte, 6960 Cbkfß. (215 Cbkmtr.) vollständig gelöstes Gestein. – Nachdem ich die entschieden praktische und ökonomische Verwendung aus diesem und

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stellt worden sind, und über welche Hr. F. Haber im „Berggeist“ (1866, Nr. 46 und 47) ausführlich berichtet. Nur der erste Versuch hat das erwartete günstige Resultat geliefert. „Ein Pfeiler in dem 2 bis 3 Lachter (5“,2 bis 6“,28) mächtigen zweiten Flötze sollte umgeschossen werden; derselbe hatte ungefähr 1 Lachter (2“) Breite und 1 Lachter (3“,14) Länge und war mit 6 Bohrlöchern versehen, wovon 4 mit Pulver und 2 mit Nitroglycerin geladen wurden, nachdem Letztere zuvor sorgfältig verlettet waren. Das eine Bohrloch hatte eine Tiefe von 4# Fuß (1",5) und erhielt 20 Loth Nitroglycerin; das andere hatte 3 Fuß (1",2) und erhielt 15 Loth davon. Beide Schüsse wirkten gut; das Gestein war geborsten und gespalten, aber nicht weggeschleudert. Beide Schüsse hatten wenig vor, standen aber in sehr festem Gesteine. Um mit Pulver dieselbe Wirkung zu erzielen, wären resp. 1 und # Pfd. nöthig gewesen.“ Wenn aus den 10 übrigen Versuchen die Schlußfolgerung gezogen wird: „weit entfernt davon, eine außerordentliche Wirkung jemals erzielt zu sehen, blieb der Erfolg der Sprengölladung mit einer einzigen Ausnahme jedesmal hinter einem Pulverschusse zurück; in Bezug auf das gelieferte Haufwerk, in Bezug also auf das ökonomische Resultat stellt sich die Anwendung des Nitroglycerins als Sprengmittel für unser GeZZ *

stein 3- bis 5mal so theuer, als die des gewöhnlichen Sprengpulvers“, – so finden wir hierin für uns die Aufforderung, diesen Versuchen eine größere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Richtung, welche bei ihnen verfolgt wurde, ist deutlich bei Gelegenheit des dritten Versuches ausgesprochen: „In einem 14. Lachter (3“) breiten Orte, das in sehr festem Sandsteine steht, wurde ein circa 30 Zoll (0“,785) tiefes Loch mit 40° Neigung abgebohrt, verlettet, mit 5 bis 6 Loth Sprengöl geladen und fest mit Letten und Bohrmehl besetzt. Der Schuß ging gut ab, der Besatz blieb im Loche, eine Wirkung auf das Gestein wurde jedoch nicht wahrgenommen, auch nicht auf der Sohle des Bohrloches. Der Schuß stand allerdings sehr gespannt, so daß man mit gewöhnlichem Sprengpulver einen Erfolg ebenso wenig erzielt haben würde. Man verlangt und erwartet vom Nitroglycerin aber auch eine außerordentliche Leistung.“ – Man würde vielleicht ein günstigeres Resultat erhalten haben, wenn man nicht, durch die Berichte über die Erfolge in anderen Gesteinen mit einem günstigen Vorurtheile erfüllt, auch dort dem neuen Sprengmittel „Außerordentliches“ (d. h. dasjenige, was man am meisten wünschte) zugemuthet hätte, anstatt die Wirkung auszubeuten, welche das Nitroglycerin unter den gegebenen Umständen haben konnte. Von den ersten mit geringen Mengen angestellten Versuchen theilen wir noch den 1ten und 6ten mit: „In einer Strecke des ersten Flötzes, an einem Punkte, welcher sich durch Härte auszeichnet, bohrte man ein 3 Fuß (0“,94) tiefes

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patronen à 4 und 5 Loth Sprengöl geladen und mit Bohrmehl fest besetzt. Das Nitroglycerin hatte aber auch hier die gehoffte Wirkung nicht, indem nur eine ungenügende Erschütterung des Gesteines stattfand, das weder mit Keilhaue noch mit Schlägel und Eisen hereingewonnen werden konnte.“ Die letzten Versuche sollten die Wirkung von größeren Mengen des Sprengöles erproben. Bei dem 10. Versuche wurde „ein Bohrloch von 34 Fuß (1“,1) Tiefe mit einer Neigung von circa 159 flach in die Sohle der Strosse geschlagen. Die Höhe des Gesteines über der Brüstung des Loches betrug 24 Fuß (0“,785), über der Sohle desselben 3 Fuß 8 Zoll (1“,15); die Breite der Strosse war 8 Fuß (2“,5). Eine Blechpatrone wurde mit 20 Loth Sprengöl gefüllt, das Loch mit Letten besetzt. Die Explosion erfolgte unter kräftigem Schlage und lieferte etwa 70 Cubikfuß (2,1 Cbkmtr.) lockeren Haufwerks . . . Nach den bisherigen Erfolgen konnte man mit der Wirkung des Schusses wohl zufrieden sein, welche jedoch ökonomisch immer bedeutend hinter der eines Pulverschusses zurückblieb. Das Loch hätte nämlich nur 1 Pfd. Pulver erfordert und wenigstens 50 Cbkfß. (1,5 Cbkmtr.) Haufwerk gegeben.“ Endlich wurde „ein Bohrloch in einer anderen Strosse von milderem Gesteine und mehreren Klüften senkrecht auf der Richtung des Bohrloches mit einer Blechpatrone à 15 Loth Nitroglycerin geladen. Die Neigung des Loches gegen die Sohle betrug höchstens 15°. Die Brüstung hatte 24 Fuß (0“,785), die Sohle

34 Fuß (1“,1) Gestein über sich . . . Der Schuß warf Nichts, hatte die Masse jedoch auf 4 Fuß (1“,25) Länge und theilweise in der ganzen Breite der Strosse von 14 Fuß (4“,4) in einer Weise gelockert, daß allerdings bei vieler Arbeit mit Keilhaue und Brechstange ca. 120 Cbkfß. (3,7 Cbkmtr.) lockeren Haufwerks gewonnen wurden . . . . Dasselbe Bohrloch mit Pulver geladen würde 14 Pfd. davon erfordert, ca. 140 Cbkfß. (4,3 Cbkmtr.) Haufwerk geliefert, aber nur wenig Mühe des Beräumens erfordert haben.“ - 4 16. Wir dürfen über die Versuche in Commern die Ansicht eines Fachmannes mittheilen, welcher einen Theil der in dem westphälischen Steinkohlenreviere mit dem Nobel'schen Sprengöle gemachten Versuche geleitet hat und uns darüber Folgendes schreibt. „Gewiß waren, jene Versuche, wenn sie gelangen, geeignet, die größere Wirkung zu zeigen und namentlich seine Vorzüge durch erhebliche Ersparniß an Arbeitslöhnen in's Licht zu stellen. Doch würde man wahrscheinlich in dem dortigen losen Sandsteine mehr erreicht haben, wenn man, anstatt Löcher mit starker Vorgabe und solche, die eingekeilt waren, mit größeren Mengen zu behandeln, lieber schwächere Löcher mit kleineren Mengen versehen hätte. Es sprechen hierfür die ersten in den mäßig festen Gesteinen der Steinkohlenformation gemachten Erfahrungen. Man war dabei von dem Grundsatze ausgegangen, den Schüssen nur wenig mehr vorzugeben, als Pulverschüssen, sie aber so zu stellen, daß eine größere Wirkung seitlich erfolgen konnte, machte also mehrere Schüsse mit breiter Flucht (also gerade das Gegentheil von eingekeilten Schüssen) und erreichte dabei eine Wirkung, welche mit Einrechnung der ersparten Arbeitslöhne ein weit günstigeres Resultat ergab, als Pulver.“ Hiermit stimmen die auf dem Harze gemachten Erfahrungen überein, wo, wie oben 6 und 7 mitgetheilt ist, die günstigsten Erfolge erzielt wurden, als man von der Anwendung starker und tiefer Bohrlöcher dazu überging, den Bohrlöchern keine größere Masse vorzugeben, als sonst durch zweimännische Bohrlöcher weggethan werden konnte, aber diese Bohrlöcher mit kleinem einmännischem Gezähe abbohren ließ und mit Sprengöl wegschoß. 17. Zur Erklärung dieses Verhaltens schließen wir uns der Ansicht an, daß sie in der Plötzlichkeit der Explosion des Nitroglycerin's zu suchen sei. „Ein langsamer wirkendes Sprengmittel wird, wie ein langsam eingetriebener, breiter Keil, Zeit haben, in dem Knottensandsteine der Eifel eine Querkluft weiter zu spalten, in der Kohle die Schichtungsflächen zu lösen, ehe die vor dem Schusse befindliche Masse von den Seiten abgerissen und herausgeworfen wird. Beim Sprengöle hat die plötzliche Explosion keine Zeit, nach der Seite weiter zu arbeiten; sie reißt ein kleines Stück quer heraus und hat also nicht die gehoffte Wirkung.“ 18. Diesen ungünstigen Resultaten reihen sich die Erfahrungen an, welche man in dem Steinsalze von Staßfurt gemacht hat („Berggeist“; 1866, Nr. 57): „Es waren im Steinsalze 4 bis 5 Fuß (1“,25 bis 1“,6) tiefe Löcher in der Firste eines 11 Lachter (23“) breiten Ortes und zwar in der Nähe der Streckenstöße und später ein 2 Fuß (628“) tiefes Bohrloch in einen Steinsalzpfeiler gebohrt. Jene beiden Löcher hatten einen nur mäßigen Fall, während das letzterwähnte Einbruchsloch stark einfiel. Das erste Firstenbohrloch wurde etwa auf - seiner Teufe mit Oel gefüllt und dann die mit ihrem untersten Ende in eine mit Pulver gefüllte Holzhülse von etwa 3 Zoll (78“) Länge befestigte Zündschnur bis zur Bohrlochsohle eingeschoben. Ohne weiteren Besatz wurde das Loch abgebrannt, und die Wirkung beschränkte sich, wie schon der Schlag vermuthen ließ, auf das Abwerfen einer, einige Centner schweren, Steinsalzwand, während der größte Theil des Loches, ohne noch Oel einzuschließen, als Pfeife anstehen blieb. Ablösungen waren vorher nicht zu sehen und nach Lage des Bohrloches und der Gesteinsbeschaffenheit als vorhanden nicht anzunehmen. Dasselbe Loch, mit gewöhnlichem schwarzem Pulver besetzt, würde voraussichtlich 20 bis 30 Ctr. Salz hereingeworfen haben. Das zweite Firstenbohrloch wurde stärker mit Sprengöl und auf die übrige Teufe mit klarem Salze in der Weise, wie es hier gewöhnlich geschieht, besetzt, und brachte das vorgegebene Salz bis zur Bohrlochssohle eine Wirkung, wie sie vom schwarzen Pulver zu erwarten gewesen wäre. Das vorerwähnte Einbruchsloch konnte nicht genügend mit Oel besetzt werden, hob aber trotzdem zur Zufriedenheit. Sehr zu loben war dabei, daß die Salzwände mit keinerlei Rückstand bedeckt waren. Nach dem Urtheile des Agenten selbst war die Wirkung des Oeles hier mit der andernorts in verschiedenen Gesteinsarten, in Ofensauen, in schmiedeeisernen Blöcken, beobachteten nicht übereinstimmend; nach unserem Urtheile war dieselbe derjenigen des gewöhnlichen schwarzen Pulvers kaum gleich zu erachten. Einen Mangel sah der Agent darin, daß die Bohrlöcher nicht steil genug einfielen, obwohl, wie bereits bemerkt, auch die beiden Firstenbohrlöcher einen merklichen Fall hatten, so daß das Oel mittelst Blechhülsen ziemlich bequem eingebracht werden konnte. Es wurde die Behauptung ausgesprochen, daß das Oel hier nur in blechernen Hülsen, welche mit der Oelfüllung in die Bohrlöcher einzuschieben sind, anwendbar sei. Dem ausgesprochenen Wunsche, die Versuche bald in verbesserter Art wiederholt zu sehen, versprach man nachzukommen, ohne daß indessen seitdem etwas geschehen wäre.“

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3 Lachtern (6“,28) durchörtert; oben war bereits der 7 Fuß (2“,2) hohe Einbruch durchgeschlagen, und die 20 Fuß (6“,28) hohe Strosse war durch 3 verticale parallele Wasserschlitze in Theile von 3 Lachtern (6“,28) Länge und 1 Lachter (3“,14) Breite getheilt. Auf solchen geschlitzten Strossen hatte das Sprengöl bei den Probeschüssen verhältnißmäßig die beste Wirkung gezeigt, namentlich deshalb, weil es das Salz mehr zerkleinert, als Pulver, welches häufig nur wenige sehr große Blöcke lostrennt, die erst nochmals mit Pulver zerkleinert werden müssen. Die Schüsse wurden meist annähernd senkrecht 4 bis 5 Fuß (1“,25 bis 1“,6) tief gebohrt; sie erhielten 4 bis 5 Fuß (1“,25 bis 1“,7) vorgegeben und wurden mit 10 bis 15 Loth (32 = 1 Zollpfd.) Sprengöl geladen. Auf die papierne Oelpatrone kam eine kleine Pulvervorladung, welche durch eine Zündschnur entzündet wurde. Einige Arbeitsersparniß ergab sich dadurch, daß die Bohrlöcher nicht so tief gebohrt werden mußten, als bei Pulver nöthig gewesen wäre, indem die Wirkung des Sprengöles sich tiefer erstreckte. Schätzungsweise läßt sich annehmen, daß 3 Fuß (0“,94) Bohrloch, mit Sprengöl geladen, ebenso viel wirkten, als 3 Fuß (1“,1) Bohrloch mit Pulver geschossen.“

Aus der Leistung und den Kosten wird sodann berechnet, daß dieselbe Sprengkraft mit Oel dreimal so theuer kommt,

als mit Pulver, von welcher Differenz nur ein kleiner Theil durch Arbeitsersparniß ausgeglichen wird. „Der Grund, warum das Sprengöl so wenig günstig wirkte, dürfte in der geringen Härte des Steinsalzes zu suchen sein. Betrachtet man nämlich eine von einem Schusse mit Sprengöl herrührende Bohrspur, so fällt sogleich auf, daß das Salz in der Nähe derselben ein undurchsichtiges, porzellanartig weißes Ansehen angenommen hat, während es sonst grau und durchscheinend ist. Das Salz ist hier so geschreckt, daß es sich leicht mit der Keilhaue gewinnen läßt. Das porzellanartige Ansehen rührt sicher von unzähligen unsichtbar feinen Sprüngen her, welche bei der Explosion des Oeles durch den heftigen Stoß auf die Bohrlochwände entstehen. Das Oel nimmt im Bohrloche einen sehr kleinen Raum ein und explodirt sehr rasch; im Moment der Explosion ist daher der Gasdruck nur auf eine sehr kleine Fläche wirksam und muß also, wenn er brechen soll, von ungemeiner Intensität sein. Das Salz in der nächsten Nähe des Bohrloches wird durch denselben zermalmt, ehe noch ein ausgedehnterer Riß entstehen kann. Der Vorgang ist gewiß ähnlich, wie wenn auf einen weicheren Stein mit einem Hammer von kleiner Bahn ein rascher Schlag geführt wird: der unmittelbar getroffene Theil wird bis zu einer gewissen Tiefe in Mehl verwandelt, ohne daß der Stein zu zersprengen wäre. Daß sich zur Hervorbringung der vielen feinen Sprünge im Steinsalze ein großer Theil der Kraft des Sprengöles nutzlos verschlägt, wird keinem Zweifel unterliegen. Das Pulver hat zwar auch die Eigenschaft, zu schrecken, aber weitaus nicht in dem Maße, und da in Folge des größeren Raumes, dessen es bedarf, den Pulvergasen im Moment der Explosion eine viel größere Druckfläche geboten ist, so braucht deren Spannung nie den hohen Grad zu erreichen, welcher beim Schießen mit Oel nothwendig ist, und erreicht denselben auch sicher nicht.“

20. Es liegt nahe, aus dem Mißlingen dieser Versuche den Schluß zu ziehen, daß das Nitroglycerin auch für andere weiche Gesteine wenig brauchbar sein würde. Diesem widersprechen aber die in Gyps und in Thon gemachten Erfahrungen. Ueber Ersteren finden wir zwar nur ein kurzes, doch entschieden günstiges Urtheil. Die HHrn. Büchting & Schimmler zu Schwarzhütte bei Osterode am Harze melden Hrn. A. Nobel, daß die in ihren Gypsbrüchen mit dessen Sprengöle angestellten Versuche so glänzend ausgefallen sind, daß sie sich entschlossen haben, in Zukunft nur dieses zum Sprengen der Steine zu verwenden („Prospect“; März 1866, S. 17). In einem Thonbergwerke hat Dr. Ziureck („Berggeist“; 1866, Nr. 1) nach Mittheilungen über eine Sitzung des Vereines zur Beförderung des Gewerbefleißes, gelungene Versuche mit dem Sprengöle gemacht; frühere Versuche, durch Sprengen mit Pulver den Betrieb zu erleichtern, waren erfolglos geblieben. Ausführlicher ist in einem Prospecte von A. Nobel & Co. über Versuche berichtet, welche in einem Lettenvorkommen zu Moresnet bei Aachen ausgeführt sind,

„In sogenanntem rothem Bolus, welcher sehr fett und zähe ist, wurde mit einem Lettenbohrer ein Bohrloch von 2 Zoll (52“) Durchmesser 12 Fuß (3“,76) tief gebohrt. Dasselbe hatte nach der Wurfseite 12 Fuß (3“,76), oben und unten ca. 18 Fuß (5“,6) vor. Mit 1 Liter (= 4,8 Pfd.) Sprengöl geladen, wurden in dieses kleine Steine geworfen, damit es ungefähr 3 Fuß (0“,94)

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Nordwales nicht nur die zehnfache Sprengkraft des Pulvers gezeigt, sondern es hat sich auch ergeben,

„daß die Steinplatten durch Nitroglycerin weit weniger Schaden als durch Pulver erleiden, und zwar aus dem einfachen Grunde, daß eine Ladung von Nitroglycerin einen ebenso großen Felsen, wie vier oder fünf Pulverladungen hebt; und obwohl bei jeder Erplosion eine gewisse Zerstörung geschieht, so hebt doch die Kraft des Nitroglycerin's, weil sie auf eine größere Felsenmasse einwirkt, nur die Schichten und natürlichen Spalten, ohne die Platten in dem Maße zu beschädigen, wie es die zahlreicheren Pulverschüsse gethan hätten.“

Beispielsweise wird erwähnt, daß 5 Pfd. Nitroglycerin 12,000 Ctr. Schiefer lostrennten, „ihn hebend und in allen Spalten öffnend“.

Auch die „Deutsche Industriezeitung“ (1866, Nr. 40) meldet, daß das Nitroglycerin in den Schiefergruben von Wales in ausgedehntem Maße verwendet wird.

v (Fortsetzung folgt.)

Die Gewinnung der Coks aus Steinkohlenaschen.

(Hierzu Tafel XIV.)

Die Verbesserungen, welche seit Jahren bei den Feuerungen angestrebt wurden, zielten zumeist auf Erreichung einer vollkommneren Verbrennung der Brennmaterialien durch veränderte Rosteinrichtung, entsprechende Luftzuführung 2c., indem man die sogenannte Rauchverbrennung herbeizuführen suchte, und hatten in ökonomischer Beziehung nur verhältnißmäßig geringe Resultate*); dagegen ist ihr Werth, wenn die Verbrennung des gebildeten Rauches erreicht wird, in gesundheitspolizeilicher Beziehung bedeutend genug.

Der größere Verlust an Nutzeffect bei den Feuerungen mit festem Brennmaterial liegt aber wohl darin, daß in den Aschenrückständen die nicht vollständig verbrannten Brennmaterialstücke, also bei Steinkohlenfeuerung Coksstücke, und die beim Schüren durch den Rost gefallenen Cinders enthalten sind und somit werthlos werden. Denn selten wohl ist es bei technischen Processen bisher ohne Weiteres möglich, solche Aschen, wenigstens auf den in ihnen noch enthaltenen Brennwerth, auszunutzen, und zumeist bildet die Forträumung der Löschen, welche bei ihrer Ansammlung einen großen Raum

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da überall von großem Nutzen sein, wo, wie zumeist, die Kosten der Steinkohlenfeuerung bedeutend sind. Außer dem Vortheile, die Brennmaterialreste auf solche Weise wieder nützlich verwenden zu können, hätte man hierbei den auch wohl in Anschlag zu bringenden der wesentlichen Verminderung der fortzuräumenden Aschenmengen, welche dann nur eben aus den Schlackenbeständen gebildet würden. Vorrichtungen, welche diese angegebenen Vortheile erreichbar machen, sind seit mehreren Jahren von der namentlich im Bergwerksmaschinenbaufach renommirten Maschinenfabrik von Sievers & Co. . in Kalk bei Deutz am Rhein mit großem Erfolge gebaut und vielfach in Gebrauch gekommen. Wir

werden nachstehend nach den uns zu diesem Zwecke von ge

nannter Maschinenfabrik überlassenen Zeichnungen diese Vorrichtungen in ihrer Construction und Wirkung ausführlich zu beschreiben versuchen, wobei wir einige von Hrn. Professor Vicaire in St. Etienne über denselben Gegenstand veröffentlichte Mittheilungen*) benutzen. Auch wurde dieser Zeitschrift (Bd. X, Heft 12) bereits ein auf die vorliegenden Apparate bezüglicher Prospect genannter Fabrik als fliegendes Blatt beigegeben. Die Verarbeitung der Aschen geschieht in ganz ähnlicher Weise, wie die bekannte mechanische Aufbereitung der Erze und namentlich der Steinkohlen: Die Aschen werden nach verschiedener Korngröße gesiebt, und hierauf in einer Setzmaschine die Coksstücke herausgewaschen. Fig. 1 bis 4, Taf. XIV zeigen die Anordnung einer solchen für gewöhnliche Verhältnisse berechneten Aufbereitungsanstalt. Die herbei gefahrene Asche wird durch die Schüttöffnung A in das Cylindersieb B eingebracht und hier in 5 verschiedene

*) Note sur le lavage des cendres de houille im Bulletin de la société de l'industrie minérale (1864, tome X, livr. 1, S. 5)

Kerngrößen getrennt, welche in die Abtheilungen an, a2, aa, a4, as fallen. Die Trommel ist in Fig. 8 und 9 noch in größerem Maßstabe gezeichnet, und sind dort die den Abtheilungen an bis as entsprechenden Trommeltheile b1b1 bis b4b, bezeichnet. Statt des hier angenommenen Einfülltrichters A ist bei größeren Ausführungen die Einrichtung auch so getroffen, daß durch eine auf der Verlängerung der Trommelwelle befestigte Schnecke aus einem vor der Trommel angebrachten Kasten die hier aufgegebene Asche gleichmäßig in das Innere der Trommel geführt wird. Die Trommelwand besteht zumeist aus dem von der in Rede stehenden Fabrik in bekannter Vorzüglichkeit gelieferten gelochten Eisenbleche. Der Theil b2b, enthält Löcher von 15" Größe und der ihn umgebende b1b solche von 4“ Durchmesser, so daß durch letztere Wandung die ganz feinen Staubtheile der Asche hindurch in die Abtheilung a, fallen und, meist aus Schlacke bestehend, dem Verwaschen nicht unterworfen, sondern abgefahren werden. Dadurch daß die Wandung b1 b, die b2b2 umgiebt, ist die Trommel in ihrer Länge zweckmäßig verkürzt und zugleich ein besseres Aussieben ermöglicht. Zwischen babs und b2b2 bei bo besteht die Trommel aus ungelochtem Bleche. Die Wandung babs ist mit 25“, die b, b, mit 45“ Löchern*) versehen, so daß die ganz großen Aschenstücke am Ende der Trommel in die Abtheilung a, stürzen und ebenfalls abgefahren werden können. Sollen auch diese größten Stücke der Verarbeitung unterzogen werden, was wohl nur für ganz großen Betrieb sich lohnen möchte, so wird noch ein Lesetisch hinter die Trommel eingeschaltet, auf welchen die Stücke vom Ende der Trommel aus herabfallen. Auf diesem Tische kann dann durch Klaubarbeit ein directes Auslesen der verwendbaren Coksstücke bewirkt werden, während die Schlacken durch einen Abstreicher vom Tische entfernt werden. s Das in den Abtheilungen a2, as und a, angesammelte Material bildet waschfähiges Gut und wird nacheinander auf

der Setzmaschine C verarbeitet, wodurch man 3 verschiedene

Sorten gewaschenen Coks erhält. «Die in Fig. 5 und 6 genauer gezeichnete Aschensetzmaschine ist ebenso construirt, wie diese Maschinen bei den Aufbereitungsarbeiten gebräuchlich sind; sie besteht aus einem U-förmig gekrümmten Blechgefäße von quadratischem Querschnitte, in welchem sich Wasser befindet. In dem einen Schenkel des Gefäßes bewegt sich ein Kolben c auf und nieder und stößt dadurch das Wasser durch das den anderen Schenkel abschließende Blechsieb d. Dieser Schenkel trägt einen gußeisernen Aufsatz e, in welchen das Waschgut durch den Trichter f aufgegeben wird. In Folge der durch das Wasser fortgepflanzten Stoßbewegung sondern sich die Bestandtheile der Asche nach ihrem specifischen Gewichte; die schweren Schlackentheile lagern sich unten auf d ab, während die Cokstheile sich oben befinden und mit dem über den Rand von e überfließenden Wasser mit in die Rinne g und von da in das Gefäß h abgehen, so daß, nachdem das Wasser abgelaufen ist, die zurückbleiben

*) Hr. Vicaire, welcher eine etwas einfacher eingerichtete Trommel beschreibt, giebt deren Lochweiten zu successive 6, 12, 25 und 50" an.

den gewaschenen Coks das wieder verwendbare Brennmaterial bilden. 1

Die auf dem Siebe d nach und nach angesammelten Schlackenbestände werden nach Abstellen der Maschine ab und zu herausgeschaufelt; dazu wird durch den Hebel i das Ventil k gehoben und das über d befindliche Wasser durch das gußeiserne Rohr l in die Cysterne D zurückgelassen. Das nöthige Waschwasser liefert dieselbe Cysterne, in welcher das gebrauchte Wasser zugleich sich wieder klärt, durch die mit der Maschine verbundene continuirlich arbeitende Pumpe E. Durch das mittelst Stange zu öffnende Ventil m kann auch das Wasser aus dem Setzkasten in die Cysterne entfernt und Ersterer gereinigt werden.

Die Bewegung der drei Mechanismen, Siebtrommel, Setzkasten und Pumpe geschieht von der Transmissionswelle F aus durch Riemenscheiben. Die Trommel B wird von ihrer Riemenscheibe G aus noch durch ein Zahnrädervorgelege (2:7) getrieben. Die Riemenscheibe G, mit Losscheibe bewegt die Treibwelle n der Setzmaschine; am Ende dieser Wellen ist eine Kurbel o zum Betriebe der Pumpe E angebracht.

Der eigenthümliche Bewegungsmechanismus des Kolbensc der Setzmaschine, zuerst von Bérard bei seinen Kohlensetzkästen angewendet, ist in den Fig. 5 bis 7, soviel es die uns vorgelegenen Skizzen ermöglichten, verdeutlicht. Auf der Betriebswelle n befindet sich am Ende derselben die Kurbel p, welche mit ihrem Warzenzapfen in einer geschlitzten aus 2 Winkeleisen gebildeten Kurbel qq der zweiten parallel gelagerten Welle r gleitet. Dadurch wird die Letztere in eine oscillirende Bewegung versetzt, und so mittelst der in ihrer Mitte befestigten Kurbel s die Kolbenstange t auf- und niederbewegt. Durch diese eigenthümliche Kurbelbewegung ist es ermöglicht, daß bei gleichförmiger, durch den Pfeil in den Figuren bezeichneter Rotation der Welle n der Aufgang des Kolbens c mit geringerer Geschwindigkeit stattfindet, als der Niedergang, so daß das Wasser durch das Sieb d kräftig hindurchgestoßen wird und langsamer zurückfließen kann.

Bezeichnet nämlich 9 den Radius der Kurbel p und . die Entfernung der beiden Wellen n und r, so ist das Verhältniß der Geschwindigkeiten des Kolbens c bei seinem mitt

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