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länge des Viaducts 228“,8. Die Brücke liegt außer in der starken Steigung von 1 : 9,73 noch in einer Curve von 621“ Radius. Der eiserne Oberbau enthält 4 schmiedeeiserne Gitterträger von sehr leichter Construction, 1“,37 hoch. Die Gurtungen der beiden mittleren Träger sind 381“ breit, in den Mittelfeldern 16“, an den Enden 6“ stark, die Winkeleisen 152“ breit, 127" hoch und 16“ dick, in den beiden äußeren Trägern haben die Gurtungen 330“ Breite und 19“ Dicke; die Laschen auf den Stößen derselben sind 1“,22 bis 1“,37 lang und 64“ stark. Die Gitterstäbe, welche in je 1“,29 Entfernung von einander angebracht sind, haben je nach ihrer Inanspruchnahme verschiedene Querschnitte; die auf Druck in Anspruch genommenen sind Winkeleisen, deren Breite zwischen 178“ und 152“, und deren Höhe zwischen 89" und 76“ bei einer constanten Schenkeldicke von 13“ variirt; die auf Zug in Anspruch genommenen Stäbe dagegen sind Flacheisen, und liegen deren Dimensionen zwischen 102“ Breite bei 13“ Dicke und 178" Breite bei 22" Dicke. Die Mittelpfeiler bestehen aus Gruppen von je 8 hohlen gußeisernen Säulen, in mehreren Etagen von 3“ Höhe über einander angeordnet, durch schmiedeeiserne Diagonalstangen von 102“ Breite, 13“ Dicke, und durch Flanschen mit 1zölligen (26“) Schrauben an den Stößen unter einander verbunden. Die unteren Säulen ruhen auf gußeisernen Schuhen von 0“,9 Durchmesser, welche mit Steinschrauben von 51“ Stärke auf den als Unterlage dienenden großen Steinblöcken von 0“,6 Dicke befestigt sind. Das übrige Fundamentmauerwerk besteht aus regelrecht bearbeiteten Bruchsteinen in Schichten von 406“ Höhe. Die gußeisernen Schuhe sind am Fuße jedes Mittelpfeilers durch einen 381“ hohen gußeisernen Rahmen unter einander verbunden, und ein ähnlicher Rahmen befindet sich auf dem Kopfe jedes Pfeilers, wobei die Oberfläche des letzteren Rahmens geneigt ist, entsprechend der Neigung der ganzen Brücke. Die Schienen liegen auf hölzernen Langschwellen. Die 4 inneren Säulen eines jeden Mittelpfeilers stehen senkrecht; die 4 äußeren convergiren etwas nach oben, und zwar ist die Neigung je nach der Höhe der Pfeiler verschieden. R. Z.

Tunnel unter dem Michigan-See. – Ueber den schon Bd. DK, S. 80 kurz erwähnten Tunnel unter dem Michigan-See, welcher den Zweck hat, der Stadt Chicago gutes, trinkbares Wasser aus der Mitte des Seees zuzuführen, geben wir nachfolgend noch einige genauere Notizen, die wir mit Benutzung der „Zeitung des Vereines deutscher Eisenbahnverwaltungen“ (1867, Nr. 2, S. 22) und unter Zugrundelegung von Metermaß dem „American Railroad-Journal“ entnehmen.

Zur Erreichung des oben erwähnten Zweckes ist im See, 3,22 Kilomtr. vom Ufer entfernt, ein Schacht abgeteuft, in welchen das Wasser eingelassen und sodann durch den unter dem Seeboden nach dem Ufer geführten Tunnel nach einem dort befindlichen Schachte geleitet wird. Letzterer bildet das Reservoir, aus welchem das Wasser durch Pumpwerke entnommen und in die Stadt geleitet wird, und besteht, auf 9“,14 Höhe von oben gerechnet, aus einem 2“,74 im Durchmesser haltenden Cylinder aus 57“ starken Eisenplatten, welcher in 3 Schichten à 3“ hoch durch den oberen wasserhaltigen Boden bis auf den festen Unterboden, bestehend in hartem und vollständig trockenem blauem Thone, hinabgesenkt ist. In diesem ist der Schacht mit Ziegelsteinen 305“ dick ausgemauert bis zu einer Tiefe von 26“,67 unter dem oberen Schachtrande oder 23“,16 unter dem Seespiegel. Für den Seeschacht ist ein fünfeckiger Senkkasten von 25“,3 äußerem und 10“ innerem Durchmesser zum Schutze des Schachtes gegen Seestürme versenkt. Derselbe hat eine Höhe von 12“,5 bei 10“,67 Wassertiefe, ist inwendig und auswendig sorgsam kalfatert und mit Steinen ausgefüllt; er enthält ca. 17,000 laufende Meter Verbandholz, 4000 Ctr. eiserne Bolzen und 140,000 Ctr. Steinmaterial. Oben auf dem Schachte befindet sich ein Häuschen zur Beherbergung von 45 Arbeitern nebst Vorräthen und Materialien für die Eiszeit. In diesem Senkkasten ist der Schacht selbst, ein Eisencylinder wie der Landschacht, versenkt und dieser sodann durch einen Brunnen aus Ziegelstein untermauert, welcher bis 9“,5 unter dem, auch hier aus festem blauen Thone bestehenden, Seeboden hinabreicht.

Beide Schächte werden durch einen Tunnel verbunden, welcher bei einem Durchmesser von 1“,52 im Lichten aus zwei Ziegelsteinringen von zusammen 228“ Stärke kreisförmig gewölbt wird und einen Fall von 3“ vom Seeschachte bis zum Landschachte hat.

Dieser Tunnel erhält auf je 300“ Länge zu jeder Seite eine kleine Kammer, hauptsächlich als Depots für Arbeits- und Lebensbedürfnisse für die bei der Ä thätige Mannschaft dienend. Die Aushöhlung für den Tunnel, welcher von beiden Enden vorgetrieben wird, beträgt 1“,98 im Durchmesser; die gewonnene Erdmasse wird auf kleinen, von Maulthieren auf einer Schienenbahn gezogenen Transportwagen durch die fertigen Tunnelstrecken nach den Schächten gezogen und hier gehoben und beseitigt, und zwar werden täglich vom Landschachte aus 4“,6, vom Seeschachte aus 3“ Tunnelstrecke ausgehoben und ausgemauert, wobei in drei Schichten zu 8 Stunden gearbeitet wird. Die Ventilation konnte auf die ersten 600“ an jedem Ende durch Wärmeentwickelung hinreichend hergestellt werden; dann aber wurden Ventilatoren von 1“,22 Durchmesser erforderlich, welche die Luft, auch die zuweilen massenhaft sich entwickelnden Gase vermittelst Röhren aus dem hinteren Tunnelende aufsaugen. Zum Einlassen des Wassers in den Seeschacht dienen demnächst 3 Oeffnungen, welche in dem eisernen Cylinder in einer Höhe von resp. 3“, 6“ und 7“,6 über dem Seeboden angebracht und verschließbar sind. Der Tunnel wird bei 0“,6 Wasserdruck eine Wassermenge von 854 Millionen Liter, bei 2“,5 Druck 161 Millionen und bei 5“,5 Druck 2564 Millionen Liter liefern. Die Kosten des ganzen Werkes sind zu 200,000 Dollars (275,000 Thlr.) veranschlagt, und wird diese Summe voraussichtlich nicht überschritten werden. Mit dem Senken des Landschachtes ist am 17. März 1864, des Seeschachtes am 24. Juli 1865 begonnen, und waren im Juni 1866 vom Uferschachte aus 1970“, vom Seeschachte aus 369“ Tunnelstrecke vollendet. R. Z.

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Le matériel roulant des chemins de fer au point de vue du comfort et de la sécurité des voyageurs. Moyens d'intercommunication proposés pour permettre aux voyageurs de tous les compartiments et aux conducteurs des trains de communiquer entre' eux pendant la marche, par Ern. Dapples Ingénieur. 8. 31 S. Lausanne. Société vaudoise de typographie. 1866. – Wiederholte Unglücksfälle auf Eisenbahnen haben in neuerer Zeit stattgefunden, weil die Reisenden, in den Wagen eingesperrt, nicht im Stande waren, sich Hülfe zu verschaffen. Dieser Umstand hat zu der vorliegenden Schrift Anlaß gegeben. Hr. Dapples bespricht darin die verschiedenen in Vorschlag gebrachten Mittel zur Herstellung der Communication zwischen den Reisenden unter sich und dem Zugpersonal. Bei den Wagen nach amerikanischem Systeme besteht diese Verbindung, da bekanntlich ein Gang durch die Mitte des ganzen Zuges geht, der ohne Gefahr von den Reisenden betreten wird, und welchen die Conducteure, zur Besorgung ihres Dienstes, regelmäßig benutzen. Nicht so verhält es sich bei dem englischen Wagensysteme. Bei verschiedenen Bahnen sind wohl durchlaufende Tritte angebracht; darauf verkehren die Beamten, wenn auch mit Lebensgefahr; für das Publicum dagegen sind sie unzugänglich. In der Regel findet sich nicht einmal diese Einrichtung, und die Personen in einer Wagenabtheilung bleiben, von einer Station zur anderen eingesperrt, sich selbst überlassen, ohne Hülfe bei Raubanfällen oder Feuersgefahr. Man fragt sich dabei: ja warum wird denn das amerikanische System nicht überall eingeführt? Dagegen sprechen vor Allem aus die großen Kosten für Umänderung der vorhandenen Wagen oder, wenn man sie sparen wollte, die Schwierigkeiten für den Betrieb bei Vermischung beider Arten. Dazu kommt, daß die englischen Wagen gegenüber den amerikanischen auch ihre Vorzüge aben. Dem Reisenden gewähren sie die Annehmlichkeit ungeÄ Aufenthaltes, wenn er einmal seinen Platz im Coupé eingenommen hat, was insbesondere bei Nachtfahrten von Werth ist; kleinere Gesellschaften finden sich leichter zusammen, und, was die Eisenbahnunternehmungen besonders berücksichtigen: die Wagen sind kleiner und auch in ihrer Construction für die Composition der Züge besser geeignet. Von Hrn. Krauß, Besitzer einer Maschinenwerkstätte in München, früher Maschinenmeister der schweizerischen Nordostbahn, ist ein Wagensystem vorgeschlagen worden, welches die Vorzüge des englischen und amerikanischen, soweit möglich, verbindet. Dasselbe hat auf der Linie Zürich-Luzern Anwendung gefunden und bewährt sich vollkommen. In der „schweizerischen polytechnischen Zeitschrift“ (1865) finden sich hierüber nähere Angaben. Um die Gefahren, welche den Reisenden in den Wagen englischen Systemes drohen, zu beseitigen, sind verschiedene Vorschläge gemacht worden. In England und Frankreich hat man, zur Beurtheilung dieser Projecte, besondere Commissionen aufgestellt. In beiden Ländern ist man zur Ueberzeugung gekommen, daß die Herstellung directer Verbindung unmöglich sei, und daß man sich, zur Sicherheit der Reisenden, auf Signale beschränken müsse; denn der Verkehr an der Außenseite der Wagen sollte nicht stattfinden, weil er gefährlich ist, und Spiegelvorrichtungen, so gestellt, daß die Conducteure von ihren Sitzen aus alle Coupés beobachten

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Schwierigkeit, dieselben auch bei Nacht und bei schlechtem Wetter brauchbar zu machen und von der Unannehmlichkeit, welche den Reisenden damit bereitet würde, wenn man sie von einer Stelle aus beobachten wollte, welche sie selbst nicht sehen können. Signale sehr verschiedener Art sind denkbar, und die betreffenden Einrichtungen lassen sich ohne Schwierigkeit mit den Wagen in Verbindung bringen. Z. B. einfache optische Signale auf dem Verdeck, pneumatische oder elektromagnetische Vorrichtungen, Röhrenleitungen für akustische Signale. Alle miteinander sind gefährlich, weil Mißbrauch derselben durch das Publicum nicht zu verhindern ist, und dazu kommt die Unmöglichkeit, diesen Zeichen beständig genügende Aufmerksamkeit zu schenken. Die Conducteure müßten ihre wichtigeren Dienstobliegenheiten versäumen, wenn sie Sicherheit dafür geben wollten, daß die Zeichen vorkommenden Falles bemerkt werden. Hr. Dapples kommt, in Erwägung der beidseitigen Vorund Nachtheile, zu dem Schlusse: daß es wünschbar wäre, allmälig das modificirte amerikanische System allgemein einzuführen, und die in seiner Schrift enthaltene Begründung ist aller Berücksichtigung werth. K. P.

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Zeichnungen von ausgeführten, in verschiedenen Zweigen der Industrie angewandten Maschinen, Werkzeugen und Apparaten neuerer Construction. Für Techniker, sowie zur Benutzung in technischen Schulen bearbeitet von J. H. Kronauer, Professor der mechanischen Technologie am schweizerischen Polytechnicum in Zürich. IV. Band. 6. Lieferung. (Preis 14 Thlr.) Zürich, 1866. Verlag von Meyer und Zeller.

Die vorliegende Lieferung dieses bereits Bd. VIII, S. 348 d. Z. besprochenen, periodisch erscheinenden Werkes enthält auf Blatt 26 bis 28 Maschinen zum Zetteln und Aufbäumen seidener Ketten.

Taf. 28 giebt die vollständige Zeichnung einer kleinen Pumpenanlage mit schwebendem Wasserrade. Da hier einer Niveaudifferenz des höchsten und tiefsten Wasserstandes von 3“ Rechnung zu tragen war, und es durchaus nicht darauf ankam, die vorhandene Wasserkraft rationell auszunutzen, so wurde (für die Hauptwerkstätte der schweizerischen Centralbahn in Olten) ein kleines unterschlächtiges hölzernes Wasserrad gewählt, welches, am Ende eines doppelarmigen Hebels gelagert, dem verschiedenen Niveau ensprechend eingestellt werden kann. Das andere Hebelende trägt Gewichte zum Abbalaneiren.

Von der Wasserradwelle aus auf die in der Hebelare angebrachte Zwischenwelle und von hier aus auf die Vorgelegswelle der Pumpe geschieht die Bewegungsübertragung mittelst Gelenkketten. Das Wasserrad und seine Befestigung sind specieller detaillirt, und ist die ganze Anlage in ihrer Eigenthümlichkeit interessant.

Taf. 30 giebt endlich die Disposition einer Ehmann'schen Gattersäge, aus welcher verschiedene Eigenthümlichkeiten dieser Construction ersichtlich werden. Genauere Detailzeichnungen waren dem Herausgeber nicht zu liefern gestattet. –

Die Ausführung der sämmtlichen Zeichnungen im Stich ist die bekannte vorzügliche, und der zugehörige Tert in der Beschreibung der Figuren recht vollständig.

L.

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Sobald beim Anheizen des Kessels die Wärme die Wandungen des äußeren Rohres durchdringt, erhitzt sich das in dem ringförmigen Raume enthaltene Wasser, dehnt sich aus und wird leichter als vorher, während die in der inneren Röhre enthaltene Wassersäule ihre ursprüngliche Temperatur noch beibehält. Dieselbe drückt demnach das in dem ringförmigen Raume enthaltene wärmere Wasser nach oben, nimmt dessen Stelle ein, um sich ebenfalls zu erwärmen und anderen kälteren Wassertheilchen, welche in dem mittleren Rohre niedergehen, Platz zu machen.

Diese Bewegung nimmt stetig an Geschwindigkeit zu, bis alsbald das ganze Wasser des Kessels den Siedepunkt erreicht hat, und Dampf sich zu bilden anfängt. Dann beginnt in Folge des sehr verschiedenen specifischen Gewichtes der beiden Flüssigkeitssäulen die Circulation eine noch viel beschleunigtere zu werden. In Röhren von 1“,20 Länge, wie sie gewöhnlich angewendet werden, beträgt die Geschwindigkeit des Wassers ungefähr 4“ pro Secunde, und der Strom ist stark genug, um feines Bleischrot mit in die Höhe zu reißen. Die ganze Wassermasse (5000 Pfd.) eines 80pferdigen Kessels soll nach angestellten Beobachtungen die Röhren des Kessels in wenigen Seeunden durchlaufen.

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Cornwallkessel: Röhrenkessel: Verbrannte Kohle 22,400 Pfd. 22,400 Pfd. Dazu nöthige Zeit 73 Stunden. 76 Stunden. Verdampftes Wasser 187,680 Pfd. 207,600 Pfd.; woraus sich eine Brennmaterialersparniß von 13 pCt. berechnet. Durch Versuche ist ferner nachgewiesen, daß sich an einem Kessel während 2jährigen Betriebes, welcher Tag und Nacht ohne Unterbrechung fortging, keine Kesselsteinablagerungen gezeigt haben, auch keine Reparatur der Röhren nothwendig geworden ist. Diese Frage ist von hoher Wichtigkeit, denn der schwache Punkt aller Kessel ist die Bildung dieser Niederschläge, welche die Wärmeleitungsfähigkeit und in Folge dessen die Leistung des Kessels verringern und ihn allen den schädlichen Folgen der Verletzungen bei häufigen Reinigungen u. s. w. aussetzen. In der Marine ist man gezwungen, eine Spannung von 2 Atmosphären nicht zu überschreiten in Folge der starken Ausscheidung von schwefelsaurem Kalk, welche beim Ueberschreiten dieser Grenze eintritt. Nach amtlichen Angaben der französischen Regierung vermindert der Kesselsteinabsatz die Wärmeleitung auf den 16. Theil von der des Eisens; der Verlust an Leistung des Kessels beträgt dann nach einem Gange von wenigen Tagen 8 bis 10 pCt., welcher sich nach längerem Gebrauche auf 40 pCt. erhöht. In Hinsicht auf Behandlung, Sicherheit und Unterhaltung bietet der Field'sche Kessel bedeutende Vorzüge vor den anderen Röhrenkesseln, bei welchen die an beiden Enden eingespannten Rohre in Folge ihrer Ausdehnung leicht zum Undichtwerden Veranlassung geben. Beim Field'schen Kessel sind die Röhren an einem Ende frei und haben außerdem nur inneren Druck auszuhalten, so daß eine Befestigung durch Brandringe nicht erforderlich ist. Die Röhren lassen sich in Folge ihrer bequemen und einfachen Befestigung auch durch einen gewöhnlichen Arbeiter leicht erneuern, wenn sie einmal durchgebrannt sein sollten. Wie schon erwähnt, findet ein Kesselsteinabsatz bei denselben nicht Statt; nach einigen Monaten findet sich nur in dem untersten Theile des Kessels eine Art dünnen Schlammes. Endlich ist die Sicherheit des Kessels eine sehr bedeutende, denn wenn einmal ein Rohr schadhaft wird, so dient dasselbe als

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Die hier mitgetheilte Construction kann nach § 6 des preußischen Dampfkesselregulativs vom 31. August 1861 beanstandet werden. Um dem zu begegnen, braucht man aber nur die beiden Decken durch einen Stutzen zu verbinden und durch diesen den etwas engeren Schornstein concentrisch hindurchgehen zu lassen. Auch wurde bei einem solchen vom Schreiber Dieses construirten Kessel der Körper, welcher das Feuer nach den Röhren hinlenkt, aus Chamotte hergestellt. Dieser Kessel hatte 85 Odrtfß. (8",5) feuerberührte Fläche, wovon 64 (6“*,4) auf die Röhren und 21 (2“,1) auf die Wandungen der Feuerbuchse kamen. Der Wasserinhalt war beim tiefsten Stande 400 Pfd., so daß also jedem Quadratfuß feuerberührter Fläche 4,7 Pfd. (jedem Quadratmeter 47 Pfd.) Wasser entsprachen. «

Jener 50pferdige Kessel hat aber bei 457 Odrtfß. (45",7) feuerberührter Fläche 5000 Pfd. Wasser, also für jeden Quadratfuß nahezu 11 Pfd. (für jeden Quadratmeter 110 Pfd.). Dieses Verhältniß ist beziehlich der Vorhaltigkeit des Kessels bei Ungleichmäßigkeit der Dampferzeugung oder des Dampfverbrauches günstiger als jenes, wogegen man mit jenem Kessel in viel kürzerer Zeit, vom Anheizen angerechnet, die nöthige Dampfspannung erhalten wird. Eine diesen wichtigen Gegenstand erläuternde Theorie ist der „Neuen Tabelle für gesättigte Wasserdämpfe von Prof. Dr. Gustav Zeuner“ hinzugefügt.

R. W.

Selbstthätige Knochenkohlendarre für Zuckerfabriken von L. Walkhoff. (Hierzu Figur 7 und 8, Tafel XII.) – Bekanntlich wird die in den Zuckerfabriken gebrauchte Knochenkohle behufs ihrer Wiederbelebung der Gährung unterworfen, durch Waschen, Kochen und Ausdämpfen von den aus den Rübensäften aufgenommenen Bestandtheilen möglichst befreit und danach, ehe sie in die Glühöfen gebracht wird, getrocknet, da Letztere um so vortheilhafter wirken, je trockener die Kohle darin aufgegeben wird. Die bisherigen Einrichtungen zum Trocknen der nassen Knochenkohle bestehen in einer Fläche von Eisenplatten, unter denen die Feuerluft des Knochenofens durchzieht, während über denselben die feuchte Knochenkohle in einer der Feuerluft entgegengesetzten Richtung von Arbeitern beständig umgeschaufelt und dabei dem Glühapparate allmälig näher gerückt wird. Diese Operation ist für die Arbeiter sehr lästig, theils wegen der Hitze der Darrplatten unter ihren Füßen, theils wegen der aus der Knochenkohle aufsteigenden Dünste. Auch findet dabei viel Abgang an Knochenkohle. Statt. Ueberdies ist gar keine Bürgschaft geboten, ob die Arbeiter diese Operation sorgfältig genug ausführen. Um diesen Uebelständen abzuhelfen, hat Hr. Walkhoff die Handarbeit durch eine Maschine ersetzt und diese im „Polytechn. Journal“ (1866, 2. Novemberheft S. 329) näher beschrieben. Fig: 7 giebt nach der angeführten Ouelle den Apparat im Durchschnitte und Fig. 8 in der oberen Ansicht. Die von den Knochenglühöfen oder einem Dampfkessel abziehende Feuerluft tritt seitwärts bei a in die Züge der Darre, welche in Schneckenform durch a, b, b, c und c' bei d ausmünden und in den Schornstein geführt werden. Die Knochenkohle hingegen fällt aus der Schüttelrinne e gerade in die Mitte der Kohlendarre, welche durch die schon am meisten abgekühlten Gase in gelindester Weise erwärmt wird. Von hier wird die Kohle mittelst eines mechanischen Rührers mit verstellbaren Schaufeln l, l . . (dem unteren Strome der Feuerluft entgegen) langsam der Peripherie der Darre zugeführt und bei f von selbst entleert, um in die Glühapparate zu gelangen. Da am Umfange die heißeste Feuerluft unter die Darre tritt, so ist hiermit die größte Sicherheit einer zweckentsprechenden Trocknung eboten. 9 Das mechanische Rührwerk besteht aus der mittleren Welle g mit Triebwerk h und einem Querbalken i, i; Letzterer läuft an den Enden auf Rädern k, k und trägt die verstellbaren Schaufeln l, l . . , welche je nach ihrer Stellung und Neigung die Kohle rascher oder langsamer zur Peripherie hindrängen. L

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Ueber das preußische Patentgesetz. – Der „Scientific American“, ein in New-W)ork erscheinendes Journal für Kunst, Wissenschaft, Mechanik, Chemie und Industrie, enthält in der Nummer vom 26. Januar d. J. einen Artikel über das preußische Patentgesetz, welchen wir bei der besonderen Wichtigkeit einer vielseitigen Beleuchtung der jetzt dem norddeutschen Reichstage vorliegenden Patentgesetzgebungsfrage nachstehend auszüglich wiedereben. o. g Die außerordentlichen Erfolge der preußischen Waffen im verflossenen Jahre und die in Folge dessen stattgehabten Erweiterungen des preußischen Gebietes und Einflusses in Deutschland haben die Aufmerksamkeit namentlich der Industriellen und Techniker Amerika's auf das preußische Patentwesen gerichtet und zu dem Wunsche einer Aenderung desselben Veranlassung gegeben, da dieses Gesetz selbst, wie seine Anwendung, nicht mit dem liberalen und erleuchteten Charakter der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Preußens in Einklang zu bringen ist. Das preußische Patentgesetz datirt vom 15. October 1815*), paßt also für die jetzige Zeit in keiner Weise mehr. Die wesentlichsten Mängel dieses Gesetzes sind*): 1. Nur ein Inländer kann ein Patent erhalten; Ausländer müssen demnach sich mit einem Preußen associiren und durch diesen das Patent lösen lassen. 2. Der patentirte Gegenstand muß innerhalb der ersten 6 Monate nach Lösung des Patentes ausgeführt werden; andernfalls erlischt das Patent. Für die größte Zahl der Erfindungen, namentlich die wichtigsten, ist diese Ausführungszeit entschieden zu kurz bemessen, und die Lösung desfallsiger Patente dadurch geradezu unmöglich gemacht. egen des Mangels eines ausreichenden, sicheren und directen Schutzes, ohne welchen Keiner sich in große und neue Unternehmungen einlassen kann, ist es unmöglich, viele wichtige

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und werthvolle Erfindungen und Industriezweige, welche den Wohlstand Einzelner und des ganzen Volkes heben könnten, in Preußen einzuführen. Es ist unmöglich zu denken, daß eine so klarsehende und mit dem Strome der Zeit gehende Regierung, wie die preußische, die jetzige Patentgesetzgebung ferner beibehalten sollte. so Das amerikanische Patentgesetz bietet in liberalster Weise Jedem die Gelegenheit, seine Erfindungen durch ein Patent auszunutzen, mit alleinigem Ausschlusse der Einwohner derjenigen Staaten, deren Gesetzgebung den amerikanischen Staatsangehörigen die Lösung von Patenten nicht gestattet. Der Einfluß, den das liberale amerikanische Patentgesetz vom Jahre 1861 auf die Erfindungen und somit auf die Hebung der Industrie und des Nationalwohlstandes gehabt hat, ist wahrhaft wunderbar*). Während in den Jahren von 1856- bis incl. 1860 nur 18,000 Patente gelöst waren, stieg ihre Zahl in der Zeit von 1861 bis incl. 1865, also gerade während der Dauer des unglücklichen Krieges, welcher die Hälfte des Landes in industrieller 1c. Beziehung ganz ausschloß, auf 22,000 Stück. g Es ist sichere Aussicht vorhanden, daß die Frage nach dem Erlasse eines allgemeinen Patentgesetzes dem Parlamente des norddeutschen Bundes, dessen Haupt Preußen ist, zur Entscheidung vorgelegt wird. Nach den dem „Scientific American“ gewordenen Andeutungen werden die wesentlichsten Punkte der desfallsigen Vorlagen folgende sein: 1. Die Dauer eines Patentes, welches den Erfinder, seine Erben oder Denjenigen schützt, welchem die Ausführung der Erfindung vertragsmäßig übertragen ist, beträgt 15 Jahre. 2. Eine Prüfung des Werthes einer Erfindung findet ebenso wenig Statt, wie eine Untersuchung darüber, ob die Erfindung neu ist. Es bleibt lediglich dem Patentträger überlassen, den Reclamationem Dritter in dem gleichen Patente entgegenzutreten. 3. Nur für Erfindungen, welche dem allgemeinen Wohle und der Moral schädlich sind, werden Patente nicht ertheilt. 4. Ein Zeitpunkt für die Ausführung der patentirten Erfindung wird nicht festgestellt. 5. Für das Patent wird eine Patentgebühr erst nach einer bestimmten Zeit erhoben; diese Patentgebühr steigert sich mit der Dauer des Patentes. 6. Der Regierung steht das Recht zu, im allgemeinen Interesse Patente auf dem Wege der Erpropriation anzukaufen. . Ein Jeder, welcher Nationalität er auch angehören möge, hat das Recht, ein Patent zu lösen, und steht unter dem Schutze des deutschen Patentgesetzes, gegen welches die Localgesetze zurücktreten.**) An die vorstehende Mittheilung schließt der „Scientific American“ in der Nummer vom 2. Februar 1867 Folgendes an: Es ist uns ein Brief des amerikanischen Gesandten in Berlin, Hrn. Jos. A. Wright ***), welchen wir im November v. J. um Mittheilung der Lage der Patentgesetzgebungsfrage ersucht hatten, eingegangen, worin eröffnet wird, daß die preußische Regierung ein Patentgesetz für den neuen norddeutschen Bund bearbeiten lasse, welches allen Ansprüchen, die man an ein gutes, für die Jetztzeit passendes Patentgesetz zu stellen berechtigt ist, genügen wird. Hr. Wright verdient wegen seiner Bemühungen in dieser Hinsicht den besonderen Dank seiner Landsleute. - - - T

*) Vergl. die Mittheilungen S. 173 d. Bd. d. Z. D. Red. (L.) **) Offenbar sind die vorstehenden Bestimmungen dem Berichte der General-Patentcommission des Vereines deutscher Ingenieure d. d. Magdeburg den 14. Juli 1863 (Bd. VII, S. 518 d. Z.) entnommen.

. . . T. ***) Am 11. Mai d. J. in Berlin verstorben. D. Red. (L.)

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-- M it th e il u n gen
aus den Sitzungsp rot o ko ( [en der Bezirk S - und 3 weig 0 e r ein e.

Bezirksverein an der Lenne. (Fortsetzung von Seite 368.)

V. Versammlung am 13. Januar 1867. – Vorsitzender: Hr. H. Thomée. Protokollführer: Hr. H. Heinemann. Anwesend 19 Mitglieder. Auf der Tagesordnung standen zunächst die Rechnungslage für das verflossene Geschäftsjahr und die Wahl eines neuen Vorstandes. Die Jahresrechnung wies einen Cassenbestand von 68 Thlr. 5 Sgr. 1 Pf, aus. Hr. Oskar Schrader aus Altenhundem a. d. Lenne hielt mit Genehmigung des Hrn. Ed. Daelen in Lendersdorf einen Vortrag über das von demselben construirte und für den Umfang des preußischen Staates patentirte Walzwerk mit Selbstumsteuerung. Dasselbe ist hauptsächlich für die Fabrication von Blechen und Platten geeignet und wird durch eine mit Schwungrad versehene Maschine, welche constant nach derselben Richtung läuft, getrieben. Das Umsteuern geschieht hier vollständig ohne Stoß, und die Schnelligkeit, mit welcher die Platten fertig werden, ist überraschend. Die vielen Vorzüge dieses Systemes vor den bisher bekannten fanden allgemeine Anerkennung; eine Veröffentlichung des Vortrages darf jedoch aus besonderen Gründen nicht erfolgen. – Hierauf nahm Hr. Schrader das Interesse der Versammlung in Anspruch durch nachstehenden Vortrag über den Nutzeffect der Giffard'schen Dampfstrahlpumpe. Die Giffard'sche Dampfstrahlpumpe*) erfreut sich einer ausgedehnten Anwendung, da sie eine einfache und in der Anlage billige Speisevorrichtung ist. Andererseits ist man aber ziemlich einstimmig der Ansicht, daß ihr Betrieb durch großen Dampfverbrauch ein kostspieliger wird. Um einen Beitrag zur Aufklärung hierüber zu liefern, wurden folgende Versuche angestellt. Ein Injector neuerer Construction von Schäffer & Buden

*) Vergl. hierüber Bd. III, S. 214; Bd. IV, S. 28 und 227; Bd. VI, S. 333; Bd. VIII, S. 112; Bd. IX, S. 116, 236, 343 und 501 und Bd. X, S. 229 d. Z. D. Red. (L.)

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das Durchgangsventil v der Dampfspannung im Kessel entsprechend belastet. Der Apparat hatte also, abgesehen von einer vielleicht etwas geringeren Druckhöhe, dieselben Widerstände zu überwinden, wie wenn er das Speisewasser in den Kessel einführte. Es ist f das Dampfrohr, g das Saugerohr und n das Schlabberrohr. Das bei n etwa verloren gehende Wasser floß in das Gefäß A zurück. Da der zur Verwendung gekommene Dampf condensirt wurde, so mußte die nach B geförderte Wassermenge um ac größer sein, als die gesogene. Im Gewichte von ac hat man also das Gewicht desjenigen Dampfes, welcher zum Fördern der Wassermenge ab nöthig war. Zieht man die Wärmemenge, welche die Wassermasse ab enthält, von derjenigen Wärmemenge ab, welche be enthält, so erhält man diejenige Wärme, welche der Dampf auf Vorwärmung des Speisewassers verwendet hat. Subtrahirt man wieder diese von der Gesammtwärme des angewendeten Dampfes, so erhält man die in Arbeit umgesetzte Wärmemenge. Die durch

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