Abbildungen der Seite
PDF
[merged small][graphic][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][ocr errors][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small]
[merged small][ocr errors][ocr errors][merged small][ocr errors][merged small][ocr errors][merged small][ocr errors][merged small]

M it th e il u n gen aus den Sitzu N g Spr 0 t ok 0 ( ( e n der Bezirks- und 3 weig 0 e r ein e.

Berliner Bezirksverein. (Fortsetzung von Seite 289.)

Generalversammlung vom 7. Mai 1 866. – Vorsitzender: Hr. Werner. Protokollführer: Hr. Becker. Anwesend 19 Mitglieder und 2 Gäste.

Die Versammlung beschäftigte sich mit einer Besprechung der Verhältnisse in der

Medaction der Vereinszeitschrift,

und wurde namentlich auf das Unzweckmäßige der Einrichtung hingewiesen, daß das mit der technischen Ausführung der Zeitschrift betraute Mitglied der Redaction seinen Wohnsitz im Auslande und so weit entfernt von dem Druckorte der Zeitschrift habe. Diese Ansichten fanden ihren Ausdruck in einer einstimmigen Annahme der folgenden von Hrn. Dr. Hertzer vorgeschlagenen Resolution*):

„Der Berliner Bezirksverein erklärt, es sei wünschenswerth, daß die Redaction in den Händen einer Commission verbleibe, deren Mitglieder in der Mehrzahl in Berlin weilen, deren technisches Mitglied aber jedenfalls seinen Wohnsitz in Berlin hat.“

Sitzung vom 19. November 1866. – Vorsitzender: Hr. Werner. Protokollführer: Hr. Becker. Anwesend 17 Mitglieder und 3 Gäste.

Der Vorsitzende erwähnte der

Anwendung von schmiedeeisernen Röhren an Stelle der

kupfernen**)

zu Wasser- und Dampfleitungen und fragte an, wie weit sich dieselben bisher als vortheilhaft bewährt hätten. Die allgemeine Ansicht ging dahin, daß bis zu einer Weite von 3 Zoll (79“) schmiedeeiserne Rohre zu Dampfleitungen sich mit Vortheil benutzen lassen, und wurde erwähnt, daß man genietete Blechrohre zu Wasserleitungen auch in größeren Dimensionen angewendet habe.

Generalversammlung vom 3. December 1866. – Vorsitzender: Hr. Werner. Protokollführer: Hr. Becker. Anwesend 17 Mitglieder und 1 Gast.

Vereinsangelegenheiten. R. Z.

[ocr errors][merged small]

Breslauer Bezirksverein. (Fortsetzung von Band X, Seite 355.)

Auszug aus den Sitzungsprotokollen des Jahres 1 866.

In der Januar-Sitzung wurde beschlossen, einen Ueberschuß von 20 Thlr. 29 Sgr. 8 Pf, aus den Beiträgen der Theilnehmer an der vorjährigen Ercursion nach Oberschlesien dem Fond für die anzustellenden Dampfkesselversuche zu überweisen.

In der Sitzung am 9. Februar wurde eingehend über die Frage der polytechnischen und s

Vorbereitungsschulen

zu denselben verhandelt. In betreffenden, von einer besonderen Commission bearbeiteten Resolutionen wurde ausgesprochen, daß polytechnische Hochschulen, wie solche in Zürich oder Carlsruhe existiren, zur Ausbildung von Ingenieuren geeignet seien. Als Vorbildungsschule wurde für preußische Verhältnisse eine Realschule erster Classe als allein geeignet bezeichnet, oder zum Ersatz derselben eine Provinzial-Gewerbeschule, aber nur in Verbindung mit einem Gymnasium, welches vorher absolvirt sein müsse. –

Hr. Bartsch sprach in einer späteren Sitzung

über eine Construction schmiedeeiserner Schwungräder, wie sie der Fabrikencommissarius Hr. Hofmann bei schnell gehenden Walzwerkmaschinen vielfach ausgeführt hat*). Auf der gußeisernen Nabe sitzen, von Schrauben, Keilen und Ringen gehalten, flache schmiedeeiserne Arme, oben mit angeschweißten, langen Flanschen versehen, an welche der Kranz angeschraubt wird. Dieser besteht aus circa 25“ starken, übereinander gebogenen Schienen, welche vorher durch eine Vorrichtung nach der Peripherie kalt gebogen und dann untereinander und mit den Armflanschen verbolzt werden, der Art, daß die Stoßfugen der Schienen niemals übereinander treffen. Durch einen äußeren Holzbelag wird das Schwungrad mitunter als Riemenscheibe zum Betriebe einer zweiten Walzenstrecke verwendet. –

Hierauf folgte die Beschreibung einer

Warmwasserheizungs-Anlage,

welche Hr. Commissarius Hofmann für das katholische Seminar in Breslau gebaut hat. Eine ähnliche Anlage wurde bereits Bd. VII, S. 285 und S. 405 d. Z. ausführlich beschrieben.

*) Vergl. hierüber Bd. III, S. 76 und 196 d. Z. A D. Red. (L).

Unter den Fußböden der Räume befindet sich, vom obersten Punkte des Kessels ausgehend, ein Leitungsrohr von circa 7 Zoll (183“) Durchmesser, welches am zweckmäßigsten denselben Weg zurückgeht, aber an dem untersten Punkte des Kessels mündet. In entsprechenden Nischen oder Kästen der Räume, welche geheizt werden sollen, trägt das Leitungsrohr senkrechte, gußeiserne Heizröhren von circa 5 Zoll (131“) Durchmesser, welche im Innern engere Röhren bergen, meist alte Siederöhren von Locomotiven. In den engen Röhren steigt das warme Wasser aus dem Leitungsrohre in die Höhe und fällt außerhalb, also im weiten gußeisernen Rohre wieder nieder. Die höchsten Punkte der Heizrohrsysteme sind mit einem engen Kupferrohre verbunden, zum Auslassen der Lufttheilchen, welche sich dort festsetzen. Bei derartigen Anlagen waren gewöhnlich folgende Daten maßgebend, um selbst bei der strengsten Winterkälte eine angenehme Stubentemperatur zu erhalten: Auf 100 Odrtfß. (9",8) Raum rechnet man 1 Fuß (314“) Rohr von 5 Zoll (131“) Durchmesser. Für 6 Fuß (1“,88) Heizrohr gebraucht man 1 Odrtfß. (0",098) Heizfläche. Für 18 Odrtfß. (1“*,8) Heizfläche gebraucht man 1 O.drtfß. (0“*,098) Rostfläche. – Hr. Minssen berichtete über eine in England gebildete Luftschifffahrtsgesellschaft, welche zur Bewegung des Luftschiffes verdichtetes Ammoniakgas verwenden will, das bei seiner Entwicklung aus der Flüssigkeit die nöthige Spannung giebt, um entsprechende Bewegungsvorrichtungen zu treiben. Derselbe Redner sprach über eine Methode, Schießpulver beim Transporte ungefährlich zu machen. Nach Gale's Patent wird das Schießpulver mit einer fein pulverisirten Substanz, z. B. Glaspulver vermischt. Durch Sieben ist letztere Substanz wieder zu entfernen, ohne das Pulver unbrauchbar zu machen.*) – Ueber einige andere Vorträge des Hrn. Minssen enthält diese Zeitschrift an anderer Stelle ausführliche Mittheilungen. Bei einer Ercursion zur neuen Gasanstalt in Breslau besichtigte der Verein die dem Hrn. Ingenieur Lehmann patentirten Retortenöfen. Bei diesen Oefen werden, um die Qualität des Gases möglichst constant zu erhalten, die ersten und letzten aus den Retorten abziehenden Gase, verschiedene Verschraubungen passirend, bevor sie die Oefen verlassen, qualitativ gemischt, eine Operation, welche besonders gebildete Arbeiter verlangt. Der Schriftführer: H. Bartsch.

Cölner Bezirksverein. (Fortsetzung von Seite 299.)

Versammlung vom 8. März 1866. – Vorsitzender: Hr. Dr. Grüneberg. Protokollführer: Hr. Carl Kurtz.

Hr. Moll gab ein Referat

über die Frage der Vorbildungsanstalten für polytechnische Schulen.**)

Während die wenigen polytechnischen Schulen sich überhaupt leicht übersehen lassen, sei es anders mit den Mittelschulen, welche in den verschiedenen Ländern die verschiedensten Einrichtungen haben, oft genug sogar in einem und demselben Lande ganz verschieden organisirt seien. Auf die speciell preußischen Verhältnisse

*) Ausführliches hierüber s. S. 273 und 279 d. Bd. d. Z.
**) Vergl. hierüber Bd. X, S. 298 und 535; Bd. XI, S. 127,

187, 233, 359 und 419 d. Z.
D. Red. (L.)

übergehend, finde der Uebertritt in die polytechnischen Schulen entweder aus den Gewerbeschulen oder den Realschulen oder den Gymnasien Statt, und es frage sich hier, inwiefern jede dieser einzelnen Schulen jenen Zweck erfülle, oder aber wie dieselben umgeändert resp. in Verbindung gebracht werden sollen, um die Erlangung der nöthigen Bildung in kürzester Zeit zu ermöglichen. Gymnasien in ihrer heutigen Organisation seien als Vorbereitungsschulen nicht für zweckmäßig zu erachten; es erscheine aber auch nicht angemessen, sie hierzu umzumodeln. Das Hauptgewicht, welches auf die alten Sprachen gelegt wird, während Naturwissenschaften und Mathematik nur in engen Grenzen betrieben werden, machen sie hauptsächlich zu einer allgemein humanistischen Bildung geeignet; eine Ausdehnung der technischen Fächer sei nicht wohl thunlich. Der Bezirksverein sprach sich in der hierüber stattfindenden Discussion in demselben Sinne aus und erhob die Resolution zum Beschlusse: "„daß die Gymnasien, obgleich von großem Werthe für die allgemeine Bildung, doch zu Vorbereitungsschulen für polytechnische Schulen nicht geeignet seien und zu diesem speciellen Zwecke auch nicht modificirt werden könnten.“ Dagegen, fuhr der Referent fort, stehen die Realschulen den Gewerbeschulen günstig gegenüber, indem sie nicht gleich diesen die humanistischen Fächer vernachlässigen. Es sei oft der Wunsch ausgesprochen, den Realschulen eine Classe hinzuzufügen, in welcher die Specialfächer für technische Bildung besonders gepflegt werden sollen. Es ist der Versuch noch nicht gemacht, und erscheine es fraglich, ob die Gewerbeschule diese Ergänzung machen solle oder eine besondere Vorbereitungsclasse der polytechnischen Schulen. Der Verein trat auf die Ansicht des Referenten, daß eine Ergänzungsclasse zur Realschule wohl am geeignetsten erscheine, in die Discussion ein. Allgemein war die Ansicht, daß die Gewerbeschulen, wie sie jetzt im preußischen Staate bestehen, für die humanistische Bildung des Ingenieurs zu wenig leisten, und deshalb es sich frage, ob es nicht angemessen erscheine, die Gewerbeschule als eine Schule aufzufassen, welche selbstständig für sich dastehe und eine abgeschlossene technische Bildung für gewisse Stellungen im technischen Leben gebe. Die Ansichten differirten hier einigermaßen; indessen war der Verein im Allgemeinen für den Vorschlag des Hrn. Moll, daß eine Ergänzungsclasse zu den Realschulen am besten sei, ohne daß indessen die Gewerbeschule als Vorbereitungsschule ausfalle. Gegen letztere Ansicht sprach indessen noch besonders der Referent, welcher erwähnte, daß es auf der Gewerbe-Akademie in Berlin sich schon als nachtheilig herausgestellt habe, wie junge Schüler von der verschiedensten Vorbildung einem und demselben Lehrplane folgen müssen. Man habe den Nachtheil durch höhere Anforderungen an die Gewerbeschule zu paralysiren gesucht, ohne daß es vollständig gelungen sei. Es fehle zwischen den Schülern das wissenschaftliche und gesellige Band. Sitzung vom 15. Juni 1866 in Kalk. – Vorsitzender: Hr. Dr. H. Grüneberg. Protokollführer: Hr. H. Stoeß. Anwesend 11 Mitglieder und 4 Gäste. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit einigen geschäftlichen Mittheilungen und legte den Mitgliedern die Beachtung des von der Redaction der Zeitschrift erlassenen Circulares, in Betreff der Uebernahme der Bearbeitung einzelner Zweige der technischen Literatur für die Zeitschrift, auf's Wärmste ans Herz. Derselbe brachte sodann ein zweites Circular zur Sprache, welches die Einführung des Metermaßes in die Maschinenwerkstätten betrifft und die Anfrage stellt, wie weit die Einführung desselben in dem Gebiete des Bezirksvereines geschehen sei.

Nachdem vorerst constatirt wurde, daß, soviel bekannt, noch in keinem einzigen Etablissement das Metermaß als Regel eingeführt sei*), wurde dies allseitig unter den jetzigen Verhältnissen als undurchführbar, oder doch nur mit großen Umständlichkeiten durchführbar erklärt, indem es nicht genüge, daß eine Maschinenfabrik c. nach dem Metermaße arbeite, sondern daß alsdann auch alle mit derselben bei einer und derselben Anlage zusammenwirkenden Handwerker, Architekten c. nach demselben Maße arbeiten müßten; anderenfalls müßten für diese umständliche Umrechnungen vorgenommen werden, welche die Vortheile, welche das Metermaß unzweifelhaft biete, wieder vollständig illusorisch machen würden. Abgesehen davon, daß es immerhin thunlich sei, in den Fällen, wo die obengenannten Hindernisse nicht entgegenstehen, das Metermaß bei Constructionen anzuwenden, geschehe dies factisch häufig, namentlich in Fällen, wo nach dem Metermaße construirte Maschinen und Zeichnungen zum Vorbilde genommen werden, oder wo Bestellungen nach Ländern ausgeführt werden, in denen das Metermaß üblich sei.

Es wurde ferner constatirt, daß die Ausführung solcher Arbeiten nach Metermaß in den Etablissements, welche sonst nach Fußmaß zu arbeiten gewohnt sind, keine Schwierigkeiten veranlaßt habe. Von den Constructeuren sei von vornherein zu erwarten, daß sie sich sehr leicht in dasselbe finden würden; aber auch bei den Arbeitern habe sich gezeigt, daß sie sich sehr rasch mit dem ihnen ganz neuen Maße befreundeten, so daß dessen allgemeiner Einführung keine nennenswerthen Hindernisse im Wege ständen, und die mit jeder solchen Neuerung, und wenn sie die zweckmäßigste wäre, verbundenen kleinen anfänglichen Unzuträglichkeiten rasch verschwinden würden.

Einstimmig war man der Ansicht, daß diese Unzuträglichkeiten am kleinsten sein würden, wenn die Uebergangsperiode möglichst kurz gewählt würde, und dann das Metermaß ganz und vollständig mit allen seinen Consequenzen eingeführt werde. Seine Vortheile werde das Metermaß erst dann recht gewähren, wenn dasselbe einst, als allein gültiges Maß, soweit in alle betreffenden Kreise eingedrungen sei, daß man nicht allein nach diesem Maße arbeite, sondern auch in diesem Maße denke, und nicht mehr in Fußen c. denke und diese dann, wenn auch mit Abrundung, behufs der Ausführung in Metermaß redueire.

Es wurde als wünschenswerth bezeichnet, daß gerade die Vereinszeitschrift mit gutem Beispiele vorangehen und ihre Zeichnungen möglichst in Metermaß bringen möge, obgleich auf der anderen Seite nicht die Schwierigkeiten verkannt wurden, welche namentlich bei Reproduction von solchen Zeichnungen entstehen, die in Fußmaß construirt sind.**) –

Nach dieser Discussion wurde zum eigentlichen Gegenstande der Tagesordnung übergegangen, nämlich: „die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit der Bildung von

Vereinen zur Ueberwachung und Controle der Dampfkessel*)

und des Betriebes derselben.“

[blocks in formation]

Hr. Moll hatte das Referat über diesen Gegenstand überMOMMLN.

Nachdem Referent die betreffenden Verhältnisse in England auseinandergesetzt, wo eine Ueberwachung der Dampfkessel von Seiten des Staates nicht stattfinde, und daher die Dampfkesselbesitzer recht eigentlich auf die durch solche Vereine am besten zu bewirkende Selbstcontrole hingewiesen seien, constatirte er vorerst die Verschiedenheit der hiesigen Verhältnisse gegen die dortigen. Obgleich demnach hier solche Vereine durch die Ueberwachung des Staates eigentlich mehr oder minder zwecklos sein müßten, glaubte er doch (und fand darin allseitige Zustimmung), daß die derzeitige Ueberwachung, ohne den betreffenden Beamten damit einen Vorwurf machen zu wollen, eine ganz ungenügende sei, daß also ein Verein, wie der vorgeschlagene, sehr wohl einen Zweck habe, ja sogar ein, wenn auch noch nicht allseitig anerkanntes, Bedürfniß sei. Dieses Bedürfniß trete allerdings weniger in den größeren Etablissements hervor, welche vielfach ihre eigenen Ingenieure haben, als namentlich bei den kleineren Dampfkesselbesitzern, welche sehr häufig gar keinen Begriff von der Construction und dem Betriebe der Dampfkessel haben und sich durch die staatliche Ueberwachung genugsam gesichert hielten oder doch Niemanden für eine specielle Ueberwachung zur Hand hätten, auch die Kosten einer solchen scheuten, da sie über die daraus hervorgehenden Vortheile in Unkenntniß seien.

Referent glaubte in dieser Weise constatirt zu haben, daß ein

solcher Verein wohl einen Zweck habe und sehr nützlich sein könne, da er durch möglichste Verhütung von Erplosionen einerseits nicht nur materielles Gut schütze (wogegen man sich, abgesehen von den unvermeidlichen Betriebsstörungen, bei einzelnen Versicherungsgesellschaften versichern könne), sondern namentlich auch die unersetzbaren Verluste an Menschenleben soweit möglich verringere.

Es wurde nun die Frage aufgeworfen, in wieweit ein solcher Verein seinen Zweck erfüllen könne, und allseitig anerkannt, daß die Revisionen durch Ingenieure, welche ganz speciell mit diesem Gegenstande sich beschäftigen und demselben ihre ganze Zeit und Kraft widmen könnten, jedenfalls eher den beabsichtigten Zweck, soweit dies möglich, erfüllen könnten, als solches durch die, mit anderweitigen Arbeiten überhäuften, jetzt dazu bestimmten Beamten geschehen könnte, welche durch ihre Stellung genöthigt seien, ihre Kraft mehr oder minder zu zersplittern; daß solche Revisionen mit einem Worte eine Specialität der betreffenden Ingenieure sein müßten. Es wurde dabei hervorgehoben, daß man neben der Befähigung auch namentlich auf die Gewissenhaftigkeit der betreffenden Ingenieure bei der Wahl derselben achten müsse, und erzählte namentlich einer der anwesenden Gäste (ein englischer Fabricant) drastische Fälle der Art, wo der betreffende Ingenieur, statt selbst den Kessel zu befahren, einen Arbeiter hineingesendet habe, welcher den Kessel für vollkommen in Ordnung erklärte und dies dem den Kopf kaum in das Mannloch steckenden Ingenieur wiederholte, bis dieser ihn auf anhängende Krusten von Kesselstein 2c. aufmerksam machte.

Es sollte nun zur Berathung der Statuten für einen solchen Verein geschritten werden. Referent legte zu diesem Zwecke die Statuten einiger bestehenden Vereine, namentlich der älteren Manchestergesellschaft vor, sowie die eines in Mannheim zu gründenden Vereines, welcher damals noch nicht ins Leben getreten war. Er hob hervor, wie die Zwecke der englischen Gesellschaften in der Art auseinandergingen, daß eine (die ältere) hauptsächlich die Ueberwachung und Controle der Dampfkessel im Auge habe und nur nebenbei ihren Mitgliedern gegen eine besondere Prämie Schadloshaltung des gehabten Verlustes gewähre im Falle einer doch stattfindenden Erplosion (Versicherung). Eine andere Gesellschaft stelle die Versicherung der Kessel in den Vordergrund und

[merged small][ocr errors][merged small][ocr errors][ocr errors]

Sitzung vom 6. Januar 1867 in Königshütte. – Vorsitzender: Hr. E. Nack. Protokollführer: Hr. Hammer. Anwesend 14 Mitglieder und 4 Gäste. Auf Antrag des Vorsitzenden wurde beschlossen, die Vereinszeitschrift den Mitgliedern portofrei auf Kosten der Bezirksvereinscasse zu übersenden und die dafür veranschlagte Summe von 20 Thlr. vorläufig auf 1 Jahr zu bewilligen. Ein Antrag des Hrn. Reichel: „Der Verein wolle Materialien und Data über den oberschlesischen Hohofen- und Walzwerkbetrieb, analog denen im Ingenieurkalender für Rheinland und Westphalen enthaltenen, sammeln und dem Herausgeber des Kalenders, Hrn. Ingenieur Stühlen, zur Benutzung pro 1868 überweisen, um den oberschlesischen Hüttenbetrieb auch in weiteren Kreisen zur gebührenden Geltung zu bringen.“ wurde angenommen und als Referenten zur Sammlung der betreffenden Daten Hr. Fitzner für den Hohofenbetrieb, und Hr. Jüttner für den Walzwerksbetrieb gewählt. – Als nächster Gegenstand der Tagesordnung wurde die Nothwendigkeit, Versuche über Festigkeit von oberschlesischem Roh- und Walzeisen, Draht und Blechen anzustellen, event. wie solche durch den Verein zur Ausführung zu bringen sind, behandelt. Wenn schon allseitig es als höchst wünschenswerth und nothwendig anerkannt wurde, Versuche über die Festigkeit des oberschlesischen Eisens auszuführen*), so wurde doch von mehreren Seiten auf den Kostenpunkt, welcher für genaue Untersuchungen von wissenschaftlichem und praktischem Werthe ein sehr hoher sein würde, hingewiesen. Es sei bei Stellung des Antrages mit darauf gerechnet, es zu versuchen, die interessirenden Gewerkschaften zu einem Kostenbeitrage mit heranzuziehen; doch auch mit diesen Hülfsmitteln wurde die Sache für kaum ausführbar gehalten. Hr. Ulrich schlug als besten Weg zur Ausführung und Verwirklichung des Antrages vor – nachdem die betreffenden Gewerkschaften, zu einer Betheiligung, an der wohl nicht zu zweifeln (für Königshütte stellt Hr. Ulrich sofort einen Beitrag in Aussicht), aufgefordert, sich hierzu bereit erklärt haben – mit der Sache beim Hrn. Handelsminister vorstellig zu werden, um die angeregten Versuche in Berlin durch geeignete Personen und mit guten In

*) Vergl. die bezüglichen Bezirksvereinsverhandlungen Bd. VII, S. 524 d. Z. D. Red. (L.)

strumenten ausführen zu lassen, und stellte den Antrag: der Verein wolle beschließen, die Gewerkschaften aufzufordern, an umfassenden Untersuchungen über Eisenfabricate sich zu betheiligen, und demnach beim Handelsministerium geeignete Schritte thun. Hr. Reichel beantragte noch zu diesem Zwecke die Ausarbeitung eines Promemoria. Beide Anträge wurden vollstimmig angenommen und Hr. Reichel mit der Ausarbeitung des Promemoria betraut. – Endlich wurde der Eintritt des Bezirksvereines als Mitglied beim berg- und hüttenmännischen Vereine für Oberschlesien beschlossen. Sitzung vom 2. Februar in Laurahütte. – Vorsitzender: Hr. E. Nack. Protokollführer: Hr. Hammer. Anwesend 13 Mitglieder und 5 Gäste. " Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden mit der Mittheilung eröffnet, daß das jüngst eingetretene Mitglied Hr. Hüttenmeister Fitzner mit Tode abgegangen sei; die Versammlung ehrte das Andenken desselben durch Erheben von den Sitzen. Da dem Verstorbenen in der vorigen Sitzung das Referat über Hohofenbetrieb c., zur Benutzung für den Ingenieurkalender, übertragen war, so wurde an seiner Stelle Hr. Lucke gewählt. – Hr. Keil legte Zeichnung seines ihm patentirten neuen Winderhitzungsapparates vor und erläuterte denselben. Der neue Apparat bezweckt, die, in der vom Hohofen abgehenden Schlacke enthaltene, Wärme, zur Erwärmung der Gebläseluft zu benutzen. Der aus einem fächerartigen Kammersysteme bestehende, um seine Are rotirende Apparat wird vor der Schlackentrift des Ofens so aufgestellt, daß die Schlacke direct in die Kammern hineinfließt; die oberhalb in den Apparat eingeführte kalte Gebläseluft ist genöthigt, zwischen den mit glühender Schlacke angefüllten Kammern hindurchzustreichen, und verläßt vorgewärmt den Apparat unterhalb. Der Apparat muß von dem Vorherde so weit entfernt stehen, daß er den für die Hohofenarbeiter zu ihren Arbeiten am Ofen unumgänglich nothwendigen Raum nicht zu sehr beschränkt, daß er aber wiederum nicht zu weit ab liegt, weil sonst die Schlacke bei zäher Beschaffenheit nicht hineinfließen würde. In dem Falle, daß der Schlackenfluß für mehrere Stunden oder gar Tage ganz aufhört, oder ein so zäher ist, daß die Schlacke den Apparat in flüssigem Zustande nicht erreicht, läßt sich der Wind in dem gedachten Apparate vermittelst einer einfachen Vorrichtung durch Hohofengase oder, falls diese nicht zu Gebote stehen, durch Cynder erhitzen. Auch in dem Falle, wenn man dem Winde eine höhere Temperatur als gewöhnlich geben will, werden diejenigen Kammern, welche die am meisten erkaltete Schlacke enthalten, entleert und die zwischen diesen befindlichen Windcanäle durch Gase erhitzt. Die Vortheile des Apparates bestehen nicht allein in der Ersparniß an Brennmaterial, sondern auch darin, daß er ein geringes Anlagecapital beansprucht, und daß sich Reparaturen, falls dieselben nicht zu umfangreich sind, ausführen lassen, ohne den Apparat außer Betrieb setzen zu müssen. – Einen ferneren Gegenstand der Tagesordnung bildeten Mittheilungen über Anwendung von Chlor baryum als Mittel gegen Kesselstein. *) Die Versammlung beschloß, die Mitglieder zu weiteren Mittheilungen aufzufordern und sämmtliche Mittheilungen dann zusammengestellt der Veröffentlichung zu übergeben.

*) Hierüber finden sich Angaben Bd. VIII, S. 283; Bd. IX, S. 315

und 428; Bd. X, S. 351 d. Z. D. Red. (L.)

« ZurückWeiter »