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Aenderung des Vorstandes

des weftphälischen Bezirksvereine8. Ehrenpräsident: Hr. Fr. Harkort (756). Vorftßender: Kr. Baeumler (1011). Rendant: Hr. Holg (388). Schriftführer: Hr. L. Leißmann (638). Beifiker: Hørn. Dr. K. Lift (768), Schrader (537) und

Schnelle (486).

Berichtigungen und Aenderungen zum Verzeichniß der

Mitglieder. Jacques Billeter, Maschinenfabricant in Aschersleben (625).

S. A. Franz Horn, Director der Prinz - Carlshütte in Rothenburg

a. D. S. (512). Bernau, Director der Eisenhüttengewerkschaft zu Sundwig bei

Iserlohn (1129). W. W. Ralthof, Betriebechef der Röhrenfabrik von 416. Poeng

gen in Düsseldorf (598). W. und E. Carl Lemmel, Director der Zuckerfabrik in Lyszkowice bei Sfier

niewice in Polen (1037).

Dr. Ernft, Chemiker der Fabrik von Dr. Ad. Frank in Staßfurt (1351).

S. A. Kloß, Dirigent und Chemiker der Fabrik von Andrå

& Grüneberg in Leopoldshal (1352). Busch, Orubenbirector und Zece-Präftdent bei Bochum

Zeche
(1353).
Gothke, Hohofen - Ingenieur in Haßlinghausen bei
Sdwelm (1357).

W. 5. Rußkow &fy, Ingenieur in Steinhauser fütte bei

Witten (1354). C. A. Schmiß, Maschinenmeister in Minden (1355). Carl Pieper, Ingenieur der neuen norddeutschen Flußbampf

schifffahrts-Gesellschaft in Hamburg (1359). D. Swiderski, f. 3. Ingenieur im Büreau des Vereines deut

scher Ingenieure für die allgemeine Induftrieausstellung

in Paris (1360). Hildebrandt, Ingenieur der Maschinenfabrik von Claparède

in St. Denie (1361). 4. Offermann, Ingenieur in Louvier8, Departement Eure in

Frankreich (1362). Rich. Pintsch, Fabrifbefißer in Berlin (1363). Dr. Rüfter, Fabrifbefißer in Huttropp bei Steele a. d. Ruhr

(1364). Liegmann, Lederfabricant in Prüm (Rheinprovinz) (1365).

Berlin, den 31. Mai 1867.

Dem Vereine find ferner beigetreten die Herren: Ludwig Stühlen, Ingenieur der Cölnischen Actien-Maschinenbaus

Gesellschaft in Babenthal bei Göln (1315). C.

Einführung des Metermaß e s.

(Fortsegung von Seite 99.)

An weiteren Beitrittserklärungen sind folgende eingegangen: 115) A. Münnich & Co. in Chemniß (seit 1860). 116) 8. W. Strobel, Maschinenfabrik in Chemnis. 117) Rich. Hardtmann in Chemnit (theilweise). 118) Spranger & Schimmel in Chemniß (seit 1862). 119) Beutel & Baranius, Maschinenfabrik in Chemniß (seit

1863).

120) Kersicher & Benndorf, Maschinenfabrik in Chemniß

(seit 1865). 121) F. Kerroth, Director der De Wendel'schen Cokeofens

anlage in Sulzbach bei Saarbrücken (seit 1855). 122) Ş. Buß, Director der Maschinenfabrik Augsburg (seit 1866). 123) F. C. Klein in Carlshütte bei Biesendorf (seit 1851 theilweise, von 1867 ab volftändig).

124) Merkel & Wolf in Eßlingen.
125) A. Brozler, Maschinenbaugesellschaft in Carlsruhe (feit

1860).
126) Somieder & Mager, Wagenfabrik in Carlsruhe (seit

1860). 127) Odwindt & Zimmermann in Carlsruhe (seit 1861). 128) C. Herm. Findeisen in Chemniß (seit 1865). 129) Herm. ulbridt, Maschinenfabrik in Chemnig (seit 1865). 130) Thierfelder & Pröhl, Maschinenfabrik in Chemniß (seit

1865). 131) Gebr. Donath, Maschinenfabrik in Chemniş (seit 1865). 182) Heber & Co., 133) Jahn & Waechtler, 134) 6. 8. Ihümer, 135) D. O. Diehl, Werkzeug - Maschinenfabricant in Chemnit

(seit 1852).

136) Ludwig Kornmann, Maschinenfabrik in Chemniß (seit

1866). 137) Kudolph Boigt, Fabrik mechanischer Webereimaschinen in

Chemniß (seit 1861). 138) Conftantin Pfaff, Spinnereimaschinenfabrik und Eisen

gießerei in Chemniß (seit 1852). 139) M. Herroth, Spinnerei in Erbach i. D. (seit 1848). 140) Breslauer Baumwollenspinnerei in Breslau (Director $.

Minofen) (seit 1867, resp. 1865).

Indem wir dieses Verzeichniß hiermit zum vorläufigen Abs schlufse bringen, glauben wir burch baffelbe conftatirt zu haben, daß die obligatorische Einführung del Metermaßen als Landesmaß in Deutschland ein wirkliches Bedürfniß ist, beffen Befriedigung hoffentlich nicht mehr lange ausbleiben wird.

D. Red. (L.)

M i t the il un g e n
aus den Sißungsprotokollen der Bezirks- und 3 w eigoereine.
Berliner Bezirksverein.

Breslauer Bezirksverein.
(Fortsepung von Seite 289.)

(Fortsegung von Band x, Seite 355.) Generalversammlung vom 7. Mai 1866. Vor

Auszug aus den Sißungsprotokollen des Jahres fißender: Ør. Werner. Protokollführer: ør. Beder. Anwesend 1866. 19 Mitglieder und 2 Gäfte.

In der Januar-Sizung wurde beschlossen, einen Ueberschuß Die Versammlung beschäftigte fidh mit einer Besprechung der von 20 Shlr. 29 Ggr. 8 Pf. aus den Beiträgen der Theilnehmer Verhältnisse in der

an der borjährigen Ercurfton nach Oberschleften dem Fond für die Redaction der Vereinszeitschrift,

anzuftellenden Dampfteffelversuche zu überweisen. und wurde namentlich auf das Unzweckmäßige der Einrichtung

In der Sißung am 9. Februar wurde eingehend über die hingewiesen, daß das mit der technischen Ausführung der Zeit- Frage der polytechnischen und schrift betraute Mitglied der Redaction seinen Wohnfte im Aus

Borbereitungsschulen lande und so weit entfernt von dem Druckorte der Zeitschrift habe.

zu denselben verhandelt. In betreffenden, von einer besonderen Diese Ansichten fanden ihren Ausbruck in einer einstimmigen Ans

Commiffion bearbeiteten Mefolutionen wurde ausgesprochen, daß nahme der folgenden von ørn. Dr. Berger vorgeschlagenen Reso polytechnische Hochschulen, wie folche in Zürich oder Carlsruhe lution *):

eristiren, zur Ausbildung von Ingenieuren geeignet feien. Ale Der Berliner Bezirksverein erklärt, es sei wünschenswerth,

Vorbildungsschule wurde für preußische Verhältnisse eine Realschule daß die Redaction in den Händen einer Commission verbleibe,

erster Claffe als allein geeignet bezeichnet, oder zum Ersaß ders deren Mitglieder in der Mehrzahl in Berlin weilen, deren techni

felben eine Provinzial-Gewerbeschule, aber nur in Verbindung mit sches Mitglied aber jedenfalls seinen Wohnfis in Berlin hat." einem Gymnasium, welches vorher absolvirt sein müsse. Sigung vom 19. November 1866. Vorftsender:

Hr. Bartschsprach in einer späteren Sigung Hr. Werner. Protokollführer: Sr. Beder. Anwesend 17 Mits

über eine Conftruction schmiedeeiserner Schwungräder, glieder und 3 Gäfte.

wie fte der Fabrifencommiffarius ør. şofmann bei schnell geDer Vorfigende erwähnte der

henden Walzwerkmaschinen vielfach ausgeführt hat *). Auf der Anwendung von fchmiedeeisernen Röhren an telle der

gußeifernen Rabe figen, von Schrauben, Keilen und Ringen geKupfernen **)

halten, flache schmiedeeiserne Arme, oben mit angeschweißten, lanzu Wasser- und Dampfleitungen und fragte an, wie weit fich dies

gen Flanschen versehen, an welche der Kranz angeschraubt wird. felben bisher als vortheilhaft bewährt hätten. Die algemeine

Dieser teht au& circa 25 ftarken, übereinander gebogenen Anficht ging dahin, daß bis zu einer Weite von 3 Zou (7926)

Schienen, welche borber durch eine Vorrichtung nach der Peris schmiedeeiserne Rohre zu Dampfleitungen fich mit Vortheil benußen

pherie kalt gebogen und dann untereinander und mit den Armlassen, und wurde erwähnt, daß man genietete Blechrohre zu

flanschen berbolzt werden, der Art, daß die Stoßfugen der Schienen Wasserleitungen auch in größeren Dimensionen angewendet habe.

niemals übereinander treffen. Durch einen äußeren Holzbelag wird Generalversammlung vom 3. December 1866.

Das Schwungrab mitunter als Riemenscheibe zum Betriebe einer Vorftkender: Hr. Werner. Protokollführer: Hr. Beder. Un

zweiten Walzenstrecke verwendet. wesend 17 Mitglieder und 1 Gaft.

R. 3. Vereingangelegenheiten.

Hierauf folgte die Beschreibung einer

Warmwafferbeizungsanlage,

welche Hr. Commissarius şofmann für das katholische Seminar *) Die Redactionsfrage ist ein Bauptgegenstand der Besprechungen

in Breslau gebaut hat. Eine ähnliche Anlage wurde bereits der Vorstandes bei seiner Zusammenkunft in Berlin am 28. bis 30. De

Bd. VII, S. 285 und S. 405 d. 3. ausführlich beschrieben. cember v. I. gewesen, worüber sämmtlichen Mitgliedern ausführlich Bericht erstattet worden ift.

D. Red. (6.) **) Vergl. hierüber S. 346 D. Bd. 8. 3.

*) Vergl. hierüber Bd. III, S. 76 und 196 8. 3. D. Red. (2.)

D. Red. (E).

1

Unter den Fußböden der Räume befindet fich, vom obersten Punkte des Ressels ausgehend, ein Leitungsrohr von circa 7 Zoll (1834-) Durchmesser, welches am zweckmäßigften denselben Weg zurückgeht, aber an dem untersten Punkte des Refsels mündet. In entsprechenden Nischen oder Käften der Näume, welche geheizt wers ten sollen, trägt das Leitungsrohr senkrechte, gußeiserne Heizröhren von circa 5 Zoll (131mm) Durchmesser, welche iin Innern engere Röhren bergen, meist alte Sieberöhren von Locomotiven. In den engen Röhren fteigt das warme Wasser aus dem Leitungsrohre in die Höhe und fällt außerhalb, also im weiten gußeisernen Robre rrieder nieder. Die höchsten Punkte der Heizrohrsysteme find mit einem engen Rupferrohre verbunden, zum Auslafsen der Lufttheilchen, welche fich dort festseßen.

Bei derartigen Anlagen waren gewöhnlich folgende Daten maßgebend, um felbft bei der strengsten Winterkälte eine angenehme Stubentemperatur zu erhalten:

Auf 100 Obrtfß. (9-3,8) Raum rechnet man 1 Fuß (314") Rohr von 5 Zoll (131"*) Durchmesser.

Für 6 Fuß (1”,88) Beizrohr gebraucht man 1 Obriff. (0*2,098) Heizfläche.

Für 18 Obrtff. (1"2,8) Heizfläche gebraucht man 1 Qürtff. (03,098) Rostfläche.

Hr. Minden berichtete über eine in England gebildete Luftschifffahrt@gesellschaft, welche zur Bewegung des Luftschiffes bers dichtetes Ammoniafga8 verwenden will, das bei seiner Entwicklung aus der Flüssigkeit die nöthige Spannung giebt, um entsprechende Bewegungsvorrichtungen zu treiben. Derselbe Redner sprach über eine Methode,

Schießpulver beim Transporte ungefährlich zu machen.

Nach Gale's Patent wird das Schießpulver mit einer fein pulverifirten Gubftanz, 3. B. Glaspulver vermischt. Durch Sie ben ift leßtere Substanz wieder zu entfernen, ohne das Pulver unbrauchbar zu machen. *)

Ueber einige andere Vorträge des Hrn. Minssen enthält diese Zeitschrift an anderer Stelle ausführliche Mittheilungen.

Bei einer Ercursion zur neuen Gasanstalt in Bredlau befich: tigte der Verein die dem þrn. Ingenieur Lehmann patentirten Retortenöfen. Bei diesen Defen werden, um die Qualität des Gases möglichst constant zu erhalten, die ersten und legten aus den Retorten abziehenden Gase, verschiedene Verschraubungen pasfirend, bevor fte die Defen verlaffen, qualitativ gemischt, eine Ope= ration, welche besonders gebildete Arbeiter berlangt.

Der Schriftführer:

B. Bartid.

übergehend, finde der Uebertritt in die polytechnischen Schulen entweder aus den Gewerbeschulen oder den Realschulen oder den Gymnaften Statt, und es frage fich hier, inwiefern jebe dieser einzelnen Schulen jenen Zweck erfülle, oder aber wie dieselben um= geändert resp. in Verbindung gebracht werden sollen, um die Erlangung der nöthigen Bildung in fürzester Zeit zu ermöglichen.

Gymnasien in ihrer heutigen Drganisation feien als Vorbereitungsschulen nicht für zweckmäßig zu erachten; eg erscheine aber auch nicht angemessen, fie hierzu umzumodeln. Das Hauptgewicht, welches auf die alten Sprachen gelegt wird, während Naturwissenschaften und Mathematit nur in engen Grenzen be trieben werden, machen fte hauptsächlich zu einer allgemein bunanistischen Bildung geeignet; eine Ausdehnung der technischen Fächer sei nicht wohl thunlich.

Der Bezirkéverein sprach fich in der hierüber ftattfindenden Discussion in demselben Sinne aus und erhob die Resolution zum Beschlusse: ,, daß die Gymnasten, obgleich von großem Werthe für die allgemeine Bildung, doch zu Vorbereitungsschulen für polytedynische Schulen nicht geeignet feien und zu diesem speciellen Zwecke auch nicht mobificirt werden fönnten."

Dagegen, fuhr der Referent fort, stehen die Realschulen den Gewerbeschulen günstig gegenüber, indem fte nicht gleich diesen die humanistischen Fächer vernachläffigen. 68 lei oft der Wunsch ausgesprochen, den Realschulen eine Clafle hinzuzufügen, in welcher die Specialfächer für technische Bildung besonders gepflegt werden follen. Es ist der Versuch noch nicht gemacht, und erscheine es fraglich, ob die Gewerbeschule diese Ergänzung machen solle oder eine besondere Vorbereitung&classe der polytechnischen Schulen.

Der Verein trat auf die Anfidit bee Referenten, daß eine Ergänzungsclaffe zur Realschule wohl am geeignetften erscheine, in die Discussion ein. Allgemein war die Anficht, daß die Gewerbefculen, wie sie jegt im preußischen Staate beftehen, für die humas niftische Bildung des Ingenieurs zu wenig leisten, und deshalb es fich frage, ob es nicht angemessen erscheine, die Gewerbeschule als eine Schule aufzufaffen, welche felbftftändig für fich daftehe und eine abgeschloffene technische Bildung für gewisse Stellungen im tedynischen Leben gebe.

Die Unfichten differirten hier einigermaßen; indessen war der Verein im Allgemeinen für den Vorschlag des Hrn. Moll, daß eine Ergänzungsclaffe zu den Realschulen am besten sei, ohne daß indessen die Gewerbeschule als Vorbereitungsschule ausfalle.

Gegen legtere Anficht sprach indessen noch besondere der Referent, welcher erwähnte, daß es auf der Gewerbe- Akademie in Berlin fich schon als nachtheilig herausgestellt habe, wie junge Schüler von der verschiedensten Vorbildung einem und demselben Lehrplane folgen müssen. Man habe den Nachtheil durch höhere Anforderungen an die Gewerbeschule zu paralyftren gesucht, ohne daß es volftändig gelungen sei. Es fehle zwischen den Schülern das wissenschaftliche und gesellige Band.

Sißung vom 15. Juni 1866 in Ralf. Vorstßender: Hr. Dr. H. Grüneberg. Protokollführer: Ør. $. Stoeß. Anwesend 11 Mitglieder und 4 Gäfte.

Der Vorsigende eröffnete die Sigung mit einigen geschäftlichen Mittheilungen und legte den Mitgliedern die Beachtung des von der Redaction der Zeitschrift erlassenen Circulares, in Betreff der Uebernabuie der Bearbeitung einzelner Zweige, der technischen Literatur für die Zeitschrift, auf's Warmste an's Herz.

Derselbe brachte fobann ein zweites Circular zur Sprache, welches die

Einführung des Meterinafes in die Maschinenwerkstätten betrifft und die Anfrage ftellt, wie weit die Einführung desselben in dem Gebiete des Bezirksvereines geschehen sei.

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Hr. Moll hatte das Referat über diesen Gegenstand über

nommen.

Nachdem vorerst conftatirt wurde, daß, soviel bekannt, noch in feinem einzigen Etablissement das Metermaß als Regel einges führt sei*), wurde dies allseitig unter den jepigen Verhältniffen ale undurchführbar, oder doch nur mit großen Umständlichkeiten durchführbar erklärt, indem es nicht genüge, daß eine Maschinenfabrik u. nach dem Metermaße arbeite, sondern das alabann auch alle mit derselben bei einer und derfelben Anlage zusammenwirkens Den Handwerker, Architekten u. nach demselben Maße arbeiten müßten; anderenfalls müßten für diese umständliche Umrechnungen vorgenommen werden, welche die Vortheile, welche das Metermaß unzweifelhaft biete, wieder vollftändig illusorisch machen würden. Abgesehen davon, daß es immerhin thunlich sei, in den Fällen, wo die obengenannten Hindernisse nicht entgegenstehen, das Metermaß bei Constructionen anzuwenden, geschehe dies factisch häufig, namentlich in Fällen, wo nach dem Metermaße construirte Maschinen und Zeichnungen zum Vorbilde genommen werden, ober wo Bestellungen nach Ländern außgeführt werden, in denen das Metermaß üblich sei.

Es wurde ferner conftatirt, daß die Ausführung solcher Arbeiten nach Metermaß in den Etablissements, welche sonst nad) Fußmaß zu arbeiten gewohnt sind, feine Sowierigkeiten veranlaßt habe. Von den Constructeuren fei von vornherein zu erwarten, daß ste fich sehr leicht in dasselbe finden würden; aber auch bei den Arbeitern habe fich gezeigt, daß ste sich sehr rasch mit dem ihnen ganz neuen Maße befreundeten, so daß dessen allgemeiner Einführung keine nennenswerthen Hinderniffe im Wege ftänden, und die mit jeder solchen Neuerung, und wenn fte die zweckmäßigfte wäre, verbundenen kleinen anfänglichen Unzuträglichfeiten rasch verschwinden würden.

Einstimmig war man der Anficht, daß diese Unzuträglichkeiten am kleinsten sein würden, wenn die liebergangåperiode möglichst furz gewählt würde, und dann das Metermaß ganz und vollständig mit allen seinen Consequenzen eingeführt werde. Seine Vortheile werde das Metermaß erst dann recht gewähren, wenn dasselbe einst, als allein gültiges Maß, soweit in alle betreffenden Kreise eingedrungen sei, daß man nicht allein nach diesem Maße arbeite, sondern auch in diesem Maße denke, und nicht mehr in Fußen x. denke und diese dann, wenn auch mit Abrundung, bez hufe der Ausführung in Metermaß reducire.

Es wurde als wünschenswerth bezeichnet, daß gerade die Vereinszeitschrift mit gutem Beispiele vorangehen und ihre Zeich nungen möglichft in Metermaß bringen möge, obgleich auf der anderen Seite nicht die Schwierigkeiten verkannt wurden, welche namentlich bei Reproduction von solchen Zeichnungen entstehen, die in Fußmaß construirt find. **)

Nach dieser Discussion wurde zum eigentlichen Gegenstande der Tagesordnung übergegangen, nämlich: „ die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit der Bildung von

Vereinen zur Uleberwachung und Controle der Dampftefiel ***) und des Betriebes derselben."

Kachbein Referent die betreffenden Verhältnisse in England auseinandergeseßt, wo eine Ueberwachung der Dampffeffel von Seiten des Staates nicht ftattfinde, und daher die Dampfkesselbeftßer recht eigentlich auf die durch solche Vereine am beften zu bewirkende Selbftcontrole hingewiefen feien, conftatirte er borerft die Verschiedenheit der hieftgen Verhältnisse gegen die dortigen. Obgleich demnach hier folche Vereine durch die Ueberwachung des Staates eigentlich mehr oder minder zwedlos sein müßten, glaubte er doch (und fand darin allseitige Zustimmung), daß die berzeitige Ueberwachung, ohne den betreffenden Beamten damit einen Vorwurf machen zu wollen, eine ganz ungenügende rei, daß also ein Verein, wie der vorgeschlagene, sehr wohl einen Zweck habe, ja fogar ein, wenn auch noch nicht allseitig anerkanntes, Bedürfniß sei. Dieses Bedürfniß trete allerdinge weniger in den größeren Etablissements hervor, welche vielfach ihre eigenen Ingenieure haben, alé namentlich bei den kleineren Dampfkesselbestgern, welche sehr häufig gar keinen Begriff von der Construction und dem Betriebe der Dampfkessel haben und fich durch die staatliche Ueberwachung genugsam geftchert hielten oder doch Niemanden für eine specielle Ueberwachung zur Hand hatten, auch die Kosten einer solchen scheuten, da fte über die daraus hervorgehenden Vortheile in Unfenntniß feien.

• Referent glaubte in dieser Weise conftatirt zu haben, daß ein folcher Verein wohl einen Zweck habe und sehr nüßlich sein könne, da er burch inöglichste Verhütung von Erploftonen einerseits nicht nur materielles Gut schüße (wogegen man fich, abgesehen von den unvermeidlichen Betriebsftörungen, bei einzelnen Versicherungsges Fellschaften bersichern könne), sondern namentlich auch die unersegs baren Verlufte an Menschenleben soweit möglich verringere.

Es wurde nun die Frage aufgeworfen, in wieweit ein solcher Verein feinen Zweck erfüllen könne, und allseitig anerkannt, daß die Reviftonen durch Ingenieure, welche ganz speciell mit diesem Gegenftande fich beschäftigen und demselben ihre ganze Zeit und Rraft widmen fönnten, jedenfalls eher den beabftchtigten Zweck, soweit dies möglich, erfüllen könnten, als solches durch die, mit anderweitigen Arbeiten überhäuften, legt dazu bestimmten Beamten geschehen könnte, welche durch ihre Stellung genöthigt feien, ihre Kraft mehr oder minder zu zersplittern; daß solche Revistonen mit einem Worte eine Specialität der betreffenden Ingenieure sein müßten. Es wurde dabei hervorgehoben, daß man neben der Bes fähigung auch namentlich auf die Gewissenhaftigkeit der betreffens den Ingenieure bei der Wahl derselben achten müsse, und erzählte namentlich einer der anwesenden Gäfte (ein englischer Fabricant) drastische Falle der Art, wo der betreffende Ingeffieur, ftatt felbft den Reffel zu befahren, einen Arbeiter hineingesendet habe, welcher den Reifel für vollkommen in Drbnung erklärte und dies dem den Kopf faum in das Mannloch steckenden Ingenieur wiederholte, bie diefer ibn auf anhängende Krusten von Refselstein 2. aufmerksam machte.

Es sollte nun zur Berathung der Statuten für einen solchen Verein geschritten werden. Referent legte zu diesem Zwecke die Statuten einiger bestehenden Vereine, namentlich der älteren Manchestergesellschaft vor, sowie die eines in Mannheim zu gründenden Vereince, welcher damals noch nicht ins Leben getreten war. bob bervor, wie die Zwecke der englischen Gesellschaften in der Art auseinandergingen, daß eine (die ältere) hauptsächlich die Heberwachung und Controle der Dampfkessel im Auge habe und nur nebenbei ihren Mitgliedern gegen eine besondere Prämie Schabloshaltung des gehabten Verluftes gewähre im Falle einer body stattfindenden Erploston (Versicherung). Eine andere Gesellschaft stelle die Versicherung der Reifel in den Vordergrund und

+

Gr

*) Die lifte der das Metermaß im Gebrauche babenden Etablisses ments (S. 37, 99 und 417 6. Bd. 8. 3.) zeigt auch unter diesen eine große Zahl von Masdinenfabriken.

**) Seit den betreffenden Besd litffen der Vereine deutscher Inge. nieure auf der Hauptversammlung zu Breslau bringt diese Zeitschrift alle in den Manuscripten vorkommenden Maßangaben in Meter und Zoll. pfunb (ober Kilogramm) umgerechnet. Eine Umzeichnung der nach anderen Maßsystemen entworfenen, bei der Hedaction eingehenden Zeichnungen in Metermaß ift selbftverftändlicy Häufig ganz unausführbar. Dagegen wirb ftets folchen Zeichnungen ein entsprechender Maßstab im Metermaße beigegeben.

***) Vergl. über dieses Thema Bd. IV, S. 198 und 199; BD. VII, S. 80, 86, 169 und 170; Bd. VIII, S. 88 und 190; Bd. IX, S. 28 und 366 d. 3.

D. Red. (2.)

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lasie eine Ueberwachung der Reffel nur in ihrem Intereffe aus führen. Die erst erwähnte verfolge aber außerdem ben Zweck, ihre Mitglieder auf alle Vortheile, welche in der Dampferzeugung durch Brennmaterialersparniß u. erzielt werden, burch Mittheilungen aufmerksam zu machen und benfelben in ihren Ingenieuren zugleich Rathgeber in allen zum Dampfteffelbetriebe gehörigen Fragen zur Verfügung zu ftellen.

Auseitig wurde dieser leßtere Zweck als besonders wichtig anerkannt und daher beschlossen, dem neuzubildenden Vereine ale Aufgabe die von der erstgenannten englischen Gesellschaft verfolgten Zwecke zu stellen, mit Ausnahme (vorläufig) der Verficherung. Noch wurde beschlossen, ftatistische Angaben über Zahl, Größe sc. der einem hier zu bildenden Vereine eventuell beitreten könnenden Dampfkessel fich zu verschaffen und solche der nächsten Bersammlung vorzulegen, um dann die Berathung des Statutes fortzufeßen.

Oberschlesischer Bezirksverein.

(Fortseßung von Band x, Seite 417.) Sigung vom 6. Januar 1867 in Königshütte. – Vorftßender: Hr. E. Nad. Protokollführer: Hr. Hammer. Anwesend 14 Mitglieder und 4 Gäfte.

Auf Antrag des Vorsißenden wurde beschlossen, die Vereines zeitschrift den Mitgliedern portofrei auf Kosten der Bezirkévereings caffe zu übersenden und die dafür veranschlagte Summe bon 20 Thlr. oorläufig auf 1 Jahr zu bewiligen.

Ein Antrag des Hrn. Reichel: Der Verein wolle Materialien und Data über den oberfohleftịchen Hohofen- und Walzwerkbetrieb, analog denen im Ingenieurfalender für Rheinland und Westphalen enthaltenen, sammeln und dem Herau geber des Kalenders, Hrn. Ingenieur Stühlen, zur Benußung pro 1868 überweisen, um den oberschleftchen Hüttenbetrieb auch in weiteren Rreisen zur gebührenden Geltung

zu bringen." wurde angenommen und als Referenten zur Sammlung der bes treffenden Daten ør. Fißner für den Hohofenbetrieb, und Hr. Süttner für den Walzwerksbetrieb gewählt.

Als nächster Gegenstand der Tagesordnung wurde die Nothwendigkeit, Bersuche über Feftigkeit von oberschleffschem Roh- und Walzelfen, Draht und Blechen anzustellen, ebent. wie folche durch den Verein zur Ausführung zu bringen sind, behandelt.

Wenn schon allseitig es als höchift wünschenswerth und nothwendig anerkannt wurde, Versuche über die Festigkeit des oberschleftschen Eisens auszuführen *), so wurde doch von mehreren Seiten auf den Kostenpunkt, welcher für genaue Untersuchungen von wissenschaftlichem und praktischem Werthe ein sehr hoher fein würde, hingewiesen. Es sei bei Stellung des Antrages mit darauf gerechnet, e8 zu bersuchen, die intereffirenden Gewerkschaften zu einem Roften beitrage mit heranzuziehen; doch auch mit diesen Külfsmitteln wurde die Sache für kaum ausführbar gehalten.

Br. Ulrich schlug als besten Weg zur Ausführung und Verwirklichung des Antrages vor — nachdem die betreffenden Gemertschaften, zu einer Betheiligung, an der wohl nicht zu zweifeln (für Rönigshütte ftellt Hr. Ulrich sofort einen Beitrag in Aussicht), aufgefordert, fich hierzu bereit erklärt haben mit der Sache beim Hrn. Handeléminister vorstellig zu werden, um die angeregten Versuche in Berlin durch geeignete Personen und mit guten In

ftrumenten ausführen zu lassen, und stellte den Antrag: Der Verein wolle beschließen, die Gewerkschaften aufzufordern, an umfaffenden Untersuchungen über Eisenfabricate fich zu betheiligen, und demnach beim Handelsministerium geeignete Schritte thun.

Hr. Reichel beantragte noch zu diesem Zwecke die Außarbeitung eines Promemoria.

Beibe Anträge wurden vollftimmig angenommen und Fr. Heidel mit der Ausarbeitung des Promemoria betraut.

Endlich wurde der Eintritt des Bezirksvereines als Mitglied beim berg- und Hüttenmännischen Vereine für Dberschleften bes fohloffen.

Sigung vom 2. Februar in Laurahütte. - Vorftpender: Hr. E. Nad. Protokollführer: Kr. Qammer. Anwesend 13 Mits glieder unb 5 Gäfte.

Die Sigung wurde vom Vorsigenden mit der Mittheilung eröffnet, daß das jüngst eingetretene Mitglied Kr. Şüttenmeister Figner mit Tode abgegangen fei; die Versainmlung ehrte das Andenken desselben durch Erheben von den Sißen. Da dem Vers storbenen in der vorigen Sißung das Referat über Hohofenbetrieb 26., zur Benußung für den Ingenieurkalender, übertragen war, so wurde an seiner Stelle ør. Rude gewählt. — Hr. Keil legte Zeichnung seines ihm patentirten neuen

Winderhitungsapparates vor und erläuterte denselben. Der neue Apparat bezwedt, die, in der boin Hobofen abgebenden Schlace enthaltene, Wärme, zur Erwärmung der Gebläfeluft zu benußen. Der aus einem fächerartigen Rammersysteme bestehende, um seine Are rotirende Apparat wird vor der Schlacentrift des Dfens so aufgeftellt, daß die Schlace direct in die Rammern hineinfließt; die oberhalb in den Apparat eingeführte falte Gebläseluft ist genöthigt, zwischen den mit glühender Schlacke angefülten Kammern hindurchzuftreichen, und verläßt vorgewärmt den Apparat unterhalb.

Der Apparat muß von dem Vorherbe fo weit entfernt ftehen, daß er den für die Hohofenarbeiter zu ihren Arbeiten am Ofen unumgänglich nothwendigen Raum nicht zu sehr beschränkt, daß er aber wiederum nicht zu weit ab liegt, weil sonst die Schlace bei zäher Beschaffenheit nicht hineinfließen würde.

3n dem Falle, daß der Schlackenfluß für mehrere Stunden oder gar Tage ganz aufhört, oder ein so zäher ist, daß die Schlacke den Apparat in flüssigem Zustande nicht erreicht, läßt sich der Wind in dem gedachten Apparate vermittelft einer einfachen Vorrichtung durch Hohofengase oder, falls diese nicht zu Gebote ftehen, durdy Cynder erhißen. Auch in dem Falle, wenn man dem Winde eine höhere Temperatur als gewöhnlich geben will, werden diejenigen Rammern, welche die am meisten erkaltete Schlace ents halten, entleert und die zwischen diesen befindlichen Windcanåle durch Gase erhißt.

Die Vortheile des Apparates bestehen nicht allein in der Ersparniß an Brennmaterial, sondern auch darin, daß er ein geringes Anlagecapital beansprucht, und daß fic Reparaturen, falls dies felben nicht zu umfangreich sind, ausführen lafsen, ohne den Apparat außer Betrieb feßen zu müssen.

Einen ferneren Gegenstand der Tagesordnung bildeten Mittheilungen über Anwendung von Chlorbaryum als Mittel gegen Resselstein. *)

Die Versammlung beschloß, die Mitglieder zu weiteren Mittheilungen aufzufordern und sämmtliche Mittheilungen dann zusammengestellt der Veröffentlichung zu übergeben.

*) Bergl. die bezüglichen Bezirksvereinsverhandlungen BD. VII, S. 524 8. 3.

D. Red. (L.)

*) Hierüber finden sich Angaben Bd. VIII, S. 283; Bd. IX, S. 315 und 428; Bd. X, S. 351 8. 3.

D. Red. (L.)

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