Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

3 Orm.,

2. Es kann durch Druck oder Stoß nicht zur Entzündung gebracht werden. -- Diese Eigenschaft, welche es mit dem gewöhns lichen Pulver gemein hat *), folgt schon aus der dein leşteren åbnlichen Zusammenfeßung und ist durch Versuche erwiesen, welche Hr. Professor Erdmann zu Leipzig anstellte; dabei wurde gleichzeitig die Entzündungstemperatur ermittelt, fte schwankte bei Schiefs pulver zwischen 260 und 300° C.; bei Sprengpulver war sie noch etwas größer, während gewöhnliches Schießpulver bei 3000 ftch entzündet. (Wagner, chemische Technologie).

3. 88 erplodirt im verschlossenen Raume mit derselben, la mit Höherer Wirkung, als das gewöhnliche Pulver. – In einent Steinbruche auf Svenit bei Taucha, einem bekanntlich sehr festen und zähen Gesteine, find mehrere Sprengversuche angestellt, wobei der am besten meßbare Schuß folgendes Resultat ergab: An einer Stelle war cine lange Bahn des Gesteines mit fast senkrechter Wand vorhanden. Ein Bohrlod), parallel der Wand laufend, wurde in 0",566 Entfernung hinter demselbett angesest (also eine Stärke von 0“,566 vorgegeben), so daß der abzusprengende, ale Parallelopiped zu betrachtende Gesteinskörper nur auf zwei Seiten frei war. Das Loch, 0“,595 tief und 0",029 weit, wurde mit 200 Grm. Pulver geladen und dann mit trockenen Lehmstücken besetzt. Die Zündung geschah mit etwas in das Pulver versenkter Bidford'scher Zündschnur. Es wurde damit ein Gesteinskörper von (im Minimum) 0,566 Breite, 2°,547 Länge und 1",273 Liefe theils absolut losgesprengt, theils so gelockert, daß der Rest mit leichter Mühe losgetrennt werden konnte. Der Sdjuß lieferte also eine Masse von 1,835 Chemtr. oder 7700 Kilogrm. Geftein. Lehnliche Resultate stellten fich bei anderen weniger genau meßbaren Schüssen heraus.

Im October 1865 probirte Hr. Berginspector Pinno auf dem Königl. Steinsalzbergwerke zu Staßfurt das Neumeyer'iche Sprengpulver und berichtete darüber im , Berggeift" Nr. 90 von 1865, daß das qu. Pulver in Bohrlödjer von 09,749 bis 1",132 Itefe im Steinsalze dem Volumen nach in gleicher Menge, wie das gewöhnliche Sprengpulver angewendet zu werden pflegt, eingebracht und nachdem die Bohrlöcher scharf beseft waren, mit Bidford'der Zündschnur abgebrannt wurbe. Bon überhaupt 58 Schüssen zeigten nur 5 eine ungenügende, die übrigen aber eine fo befriedigende Wirkung, daß das qu. Pulver dein gewöhnlichen Sprengpulver unbedingt gleichgestellt werden kann.

In mehreren Steinbrüchen auf Syenit bei Taucha und auf Porphyr bei Altenburg wird das neue Sprengpulver seit mehr als Jahresfrist ausschließlic) verwendet und zwar zur größten Zitfriedenheit der Befiber und Arbeiter.

Hödist beachtengwerth sind ferner die Resultate, welche init dem Neumeyer'schen Sdießpulver erlangt wurden.

Hr. Wohlfarth hat in Gemeinschaft mit Hrn. Hauptmann Heß am ballistisdien Pendel als Durdischnitt einer Reihe von Schüssen und unter Anwendung eines Zündnadelgewehres die Gechwindigkeit des Projectiles

beim gewöhnlichen Pulver auf 458",9 pro Sccunde,
bei Neumeyer's Pulver

463,7 ermittelt, wobei überdies vom alten Pulver 5,16 Grm., vom neuen nur 4,96 Grm. pro Schuß angewendet wurden, was entschieden sehr zu Gunsten des lepteren spricht.

Zu Bouchet bei Paris wurde am 3. April c. mit franzöftsden Musketen geschossen; die Geschwindigkeit des Projectiles war

bei neuem Pulver 445",

bei altem französischen nur 414". Die Ladung war in beiden Fällen 7 Grm.

4. Es hinterläßt weniger Nückstand, als das alte Pulver. Verbrennt man eine Probe des Pulvers bei freiem Zutritte der Luft, so bleibt ein auffallender Nückstand in Form difer, grünlichgrauer Perlen. Im Gewehre dagegen hinterläßt das Pulver cinent bemerkenswerth geringeren und wegen seiner Trockenheit leichter zu entfernenden Müdstand, als das gewöhnliche Pulver. Zu Bouchet betrug das Gewicht des Gewehres

dagegen bei franzöftschen Musketenpulver

vor dem Schießen 4430 Grm.,
nach dem Schießen 4433

alfo Rücfftand
d. h. breimal so viel, als bei Neumeyer'& Pulver. .

5. Es zieht aus der Luft nicht mehr Feuchtigkeit an, als das gewöhnliche Pulver. Man hat genaue Beobachtungen über diese Eigenschaft zu Bouchet angestellt und gefunden, daß nach 10 Lagen

300 Grm. französisches Pulver 2,7 Grm. zunahmen,
300 neues Pulver, polirt 3,1
300

3,2
300

unpolirt 2,5 300

2,0 wobei fich überdies die unerklärliche Thatsache herausstellt, daß Das Poliren eher cinen schädlichen, als nüßlichen Einfluß auf die Absorption auszuüben scheint.

. Hierbei darf nicht unerwähnt bleiben, daß das neue Pulver seine Erplostondeigenschaft nicht verliert, selbst wenn es sehr naß geworden und dann wieder getrocknet ist, während bekanntlich das alte Pulver seine Erplostonskraft verliert, wenn es mehr als 5 pct. Feuchtigkeit absorbirt hatte und dann wieder getrocknet wurde.

6. Es hinterlaßt weniger Pulverrauch; berselbe ist leicht, zieht schnell ab und äußert keine nachtheilige Wirkung auf dic Gesundheit der Arbeiter, wie Hr. Pinno bei dem großen Versudie zu Staßfurt gefunden hat; aud wird von den Mansfeld'schen Bergwerken dasselbe berichtet.

7. Es ist billiger als gewöhnliches Pulver. Aus dem ad 3 Gesagten geht hervor, daß beim Schießen 4,96 Orm. fo viel und noch etwas größere Wirkung hatten, ale 5,16 Grm. gewöhnliden Schießpulvers. Da nun die Preise dem Gewichte nach gleid) sein werden, wie der Erfinder versichert, so stellt fich das neue Sdyießpulver im Verhältnisse von 30 zu 31 billiger, als das alte.

Noch auffallender ist der Unterschied beim Sprengpulver. Nach den Untersuchungen des Hrn. Pinno hatten gleiche Volumina vom neuen und alten Pulver gleiche Wirkungen. Es ermittelte sich aber das Gewicht gleicher Volumina bes neuen und des gewöhnlichen Staßfurter Sprengpulvers wie 30 : 37, und in diesem Verhältnisse wäre also das neue Sprengpulver billiger.

Beispiele halber wird man daher in Staßfurt statt wie bisher 50,000 Kilogrm. altes, nur 41,900 Kilogrm. neues Pulver jährlich brauchen, was beim Preise von 12 Thlrn. pro 50 kilogrm. eine Ersparniß von gegen 2000 Thlrn. ergiebt.

Nach Zusammenstellen aller günstigen Urtheile, welche die Güte der Erfindung auf's Unzweifelhafteste documentiren, hat Hr. Wol: farth nicht unterlassen, die entgegen geseşten Beurtheilungen zu erwähnen, welche dem Erfinder von verschiedenen Seiten zugegangen find, denn gerade fie find im Stande, das klarste Licht über die Vortrefflidikeit deß Pulvers zu verbreiten.

Man hat gefunden, daß im stark zerklüfteten Gesteine das Sprengpulver eine unbefriedigende Wirkung äußert; ebenso hat man umgekehrt im festen Conglomerat des Rothliegenden bei gleichem Volumen einen geringeren Effect mit dem neuen Pulver erzielt; man hat ferner bei ben ersten Schießversuchen zu Bouchet die Kugel kaum aus dem Laufe getrieben und erst allmålig die oben erwähnte Geschwindigkeit erreicht, und endlich hat man und wird nody bei Gewehren mit langem engen Zündcanale viele Versager erhalten. Gegenüber solchen Ergebnissen muß an die zwei wichtigen Eigenschaften des Pulvers crinnert werden, daß es um po vollkommener erprodirt, je dichter der Luftverschluß ift und daß es schwer entzündlich ist. Es folgt daraus: 1) Im ftark zerklüfteten Gesteine wird 8 keine bessere, vielleicht noch geringere Wirkung, als gewöhnliches Pulver zeigen. 2) Man choß in feftem Conglomerat mit Raketen, nicht mit Zündschnur; nur Legtere ist anwendbar, wenn man nicht einen guten Theil der Wirkung verlieren will, denn die Schnur stellt einen vollkonimenen Verschluß des Bohrloches her, was bekanntlich bei der Rafete nicht stattfindet

. 3) $18 man bie ersten Versuche in Bouchet anstellte, lub man in der gewöhnlichen französischen Manier, D. h. ziemlich lose. Erst allmålig verstärkte man die Pfropfen und feste den Ladestock fraftiger auf; dann aber crreichte man audy bie hohe Geschwindigkeit des Geschosses. 4) Bein Laden der Flinten und Büchsen mit langem engem Zündcanale rollt das Pulver gewöhnis lich nicht bis in das Piston, weil es in unpolirtem Zustande und eckigkörnig angewendet wird. Dann aber ist das Feuer des Zünds hütchens nicht im Stande, bis in die Pulverkammer zu bringen und dort das Pulver zu entzünden; Daher erklären sich die vielen Versager. Es folgt aber hieraus nicht etwa, daß das Pulver schlecit, sondern nur, daß es für die gewöhnlichen Gewehre nicht geeignet ist. Bei Hinterladungsgewehren hat das Pulver noch niemals versagt und da diese sich immer größere Verbreitung verschaffen, so dürfte obiger deinbare Vorwurf des neuen Pulvers immer seltener gchört werden.

vor dem Schießen 4430 Grm.,
nach dem Schießen 4431
also Rückstand

1 Grin.;

*) Wenigstens faun das Pulver nur durch außerordentlidstarke Schläge und außergewöhnliche Umstände, so wenn Eisen auf Eisen, Eisen auf Meffing geschlagen wird, entziinbct werben.

Der Verf. glaubt daber die Erfindung Neumeyer's als einen Segen für die Menschheit bezeichnen zu müssen im Hinblicke auf die gräßlichen Unglücksfälle, welche durch Erplosionen jährlid) in allen Theilen der Erde fidy wiederholen. Es werde, zufällig entzündet, ruhig ausbrennen im massiven Thurme, im Munitionskaften und im Schiffsraume, aber nicht crplodiren, sondern höchstens die anzubringenden Klappen heben und wahrscheinlich nicht einmal den Brand auf andere brennbare Gegenstände fortpflanzen, da es vermuthlich eine ähnliche Wirkung wie Bucher'sdie Löschdosen äußern wird. So ficher wie bei dem Verbrennen von 15 Kilogri. Pulver die Zuschauer in fünf Sdyritt Entfernung von dem kleinen Häuschen standen, ebenso ficher werde man in geringer Entfernung sein, wenn Hunderte von Centnern brennen. Am Schlusse der Broschüre heißt es:

,3 ch halte es daher für die Pflicht jedes Menschen freundes, nach Rräften für die Ausbreitung dieser Grfindung Sorge zu tragen; ich wende mich hierdurdy öffentlich an sämmtliche technische Zeitschriften, sowie an die Tagespresse mit der Bitte, vorstehenden Aufias entweder vollständig oder im Auszuge in ihre Blätter aufzunehmen; ich ersude sämmtlide beteiligte Bez hörden, diesem Pulver größte Beachtung zu schenken und bitte schließlich im Speciellen meine Fachgenossen, als am meisten bei dem Pulverconsume betheiligt, das neue Pulver zu probiren und nach erlangten günstigen Resultaten (unter Beherzigung Dell oben Gesagten) in Gebrauch zu nehmen."

„Die Wichtigkeit und Neuheit der Erfindung find bereits burch Patente von England, Frankreich, Belgien, Sachsen, Altenburg, Desterreich anerkannt; die hiesigen Behörden haben mit größter Zuvorkonimenheit die Erlaubniß zur Anlage einer Pulverfabrik ertheilt *), wobei gegenüber den sonstigen Vorschriften für Errichtung und Betrieb folcher Fabriken wesentliche Erleichterungen eingetreten sind.“

Zusat der Redaction. Die, Deutsche Industriezeitung" (1866, Nr. 28) enthält die Bemerkung: „ Nach dem englischen unterm 17. Juni 1865 auf den Namen A. Klein ertheilten Patente besteht das Neumeyer'de Sprengfulver aus 75 Th. Salpeter, 18 Th. Koble ind 6: Th. Schwefelblumen. Das nächstliegende einfache Verhältniß: 2 Aeq. KO, NOS, 8 Peq. C und 1 Aeq. S erfordert 76 pt. KO, NOS, 6 p@t. S und 18 pCt. C, während bekanntlich das alterprobte Verhältniß im Schießpulver KO, NO: ++30 ift." - Wenn das angegebene Verhältniß wirklich das des Neumeyer'schen Pulvers ist, so unterscheidet fich der Vorgang bei seiner Zersegung von dent beim gewöhnlichen Schießpulver stattfindenden, wie die nachstehenden Gleichungen angeben:

Gewöhnliches Pulver :
2(KO, NOS + S +30)=2KS + 6CO2 + 2N;

Neumeyer's Pulver:
2 (KO, NO: ++80)=KS+ KO, CO2 + 2002

+500 +2N wonach also bei legterem die gasförmigen Producte 1 Aequivalent weniger betragen.

Auffallend ist, wie auch die ,, Deutsche Industriezeitung“ bemerkt, die Anwendung von Schwefel blumen.

૪૩. .

ausgegeben von F. D. Fischer, Verfaffer mehrerer Schriften über Baumwollspinnerei n. 71 S. 8. Mit 8 Tafeln Abbildungen und inehreren Tabellen. (Preis 1ị Thlr.) Chemnit, 1867. Eduard Focke.

Der bekannte Verfasser des „Praktischen Baumwolspinners" und der , Neuesten Fortschritte in der Technik der Baumwollenspinnerei“ hat sich mit diesem Buche auf ein neues Feld der Spinnerei begeben und dasselbe sehr klar und faßlich bearbeitet, so daß 18 dem gewöhnlichen Werkführer und Spinnmeister zu= gänglich ist, welcher der höheren technischen Bildung entbehrt, und aud dem Fabricanten, welcher nicht Fadzmann ift, ein anschaus lidhes Bild der ganzen Fabrication giebt. Dies neue Werk hat einen um so weiteren Leserkreis, als die darin besdiriebenen Madyinen sowohl, als auch die Spinnproceffe, welche abgehandelt werden:

1) die Schafwollspinnerei (aus reiner Wolle),
2) die Vigognepinnerei aus Wolle und Baumwolle),
3) bie Shod Dyspinnerei (aus reiner Wolle mit Kunst

oder Lumpenwolle vermischt) umfassen. Auch sind die darin dargestellten Feinspinnmaschinen zur Baumwollenspinnerei für grobe Nummern Barchentinules (sogenannte zweicylindrige Garne) verwendbar.

Nach einem einleitenden Capitel: Von den Wollen, beschreibt Verf. die Behandlung des Materiales durch das Wachen, das Irodnen und das Einfetten, welches Letztere sdon mit der Vorbereitung der Wolle zur Spinnerei auf dem Wolf zusainmenfällt.

Diefer Maschine folgen die Krempel und ihre Behandlung, sowie ihre verschiedenen Einrichtungen und stufenweise Folge bis zur Lieferung von Vorgarn, welches von dem legten, dem Vors spinnkrempel, auf die Feinspinnmaschinen gelangt.

Nach einer Beschreibung und Beredynung der gewöhnlichen Sorte dieser Legteren, der Handmules, folgt die Erklärung der Weife und der Numerirung von Streichgarn. Ein jest bas zwischen geschobener Spinnplan giebt vollständige Disposition der Streidigarnfabrication in allgemeinen Umrissen, neft Rocha nungsbeispielen und Formeln für die Coefficienten zur Bestimmung der dem Garne zu ertheilenden Drehung.

Hieran fchließt sich die Beschreibung eines für diese Fabricas tion erst seit einigen Jahren angewendeten Selfactors, Construction Sdellenberg, welche nebst Zeichnungen sehr ausführlich gegeben ist. Noch zwei Capitel, welche streng genommen eher in ein Buch für Weberei, als für Spinnerei gehören, beschreiben 3 wirnmaschinen und Spulmaschinen.

Im Anhange befinden sich außer den gewöhnlichen, vergleidenden Tabellen von Maßen und Gewichten noch die für den praktischen Spinner sehr nüßlichen Safeln, welche den Gewichts berluft beim Waschen und Preis pro Pfund gewaschener Wolle in jädyftschen Pfennigen bei gegebenem Preise pro Gentner rohe Wolle angeben.

Außerdem sind die so selten veröffentlichten Angaben über Kraftbedarf, Gewicht und Maß von Streichgarnmaschinen rühmend zu erwähnen.

Die begleitenden Zeichnungen und Skizzen find deutlich und gut dargestellt; am Drucke ist zu rügen, daß Fehler fast auf jeder Seite vorkommen, welche durch sorgfältige Correctur leicht hätten vermieden werden können.

[ocr errors]

*) Die Firma der Fabrik in Altenburg ist: Neumeyer & Co.

Chemische Technologie. Erkennung von Baumwolle in Geweben und Garnen, nach Dr. 6. liebermann. Nachdem der Verf. ohne Erfolg versucht hatte, dieses Ziel durch eine Fuchsinlösung zu erreichen, ist er auf folgende Weise dahin gelangt. Rocht man einige Gramme Fuchsin mit einer Unze Wasser und lebt tropfenweise Rali- oder Natronlauge zu, so erhält man eine farblose Lösung von Rosanilin. Diese wird von einem frockigen Niederschlage abfiltrirt (beim Erfalten scheiden fid Aristalflitter von Rosanilin aus). Taucht man nun ein Gewebe von Wolle und Baumwolle oder gemischtes Garn einige Secunden lang in diese Flüssigkeit ein, so bleibt es ganz farblos; beim Ausspülen mit kaltem Wasser aber tritt eine Roth färbung der Wolle ein, während die Baumwolle völlig farblos bleibt. Man kann nach dem Trocknen in einem geinischten Gewebe jeden cinzelnen Faden mit dem bloßen Auge bequem verfolgen und als Wolle oder Baumwolle erkennen. Es bedarf wohl kaum der

[ocr errors][merged small]

@rwähnung, daß fich Seide der Wolle und Leinen oder febe andere vegetabilische Faser ber Baumwolle gleich verhält. (Auszüglich aus „ Polytechn. Journal", Bd. 181, S. 133.)

18.

dung, die theilweise einfach als Schwindel bezeichnet wurde, ohne den geringsten Werth, und wenn fie auch Werth hätte, so wäre doch Gale's Patent, als auf eine långft bekannte Sache genommen, völlig werthloe.

Die zur Ausbeutung von Gale's Erfindung gebildete Gesells schaft hat sich im Juni borigen Jahres wieder aufgelöst.

Bleigehalt verzinnter Kochgeräthe. – Neuere Untersuchungen*) haben dargethan, daß faure Flüfftgfeiten aus Blei-Zinns Legirungen sehr leicht Blet aufnehmen. Eine franzöftsche Ministerialverordnung schreibt deshalb jeßt für die Militårspitäler bas Verzinnen mit reinem Zinn vor, um Bleivergiftungen zu bermeiden. Eine einfache Methode, Blei in Zinn nachzuweisen, bes steht nun nach Jeannel darin, daß man etwa 4 Decigramme des Metalles in Späne zerschneibet, diese mit einem Ueberschufle bon Salpetersäure, welche mit einem Drittel ihres Gewichtes Wasser verdünnt ist

, bis zur Auflösung **) focht und dann in die filtrirte Flüffigkeit einen Kryftall von Šodkalium wirft. Enthält die Lösung nur Toáno Blei, so entsteht ein sehr deutlicher gelber Niederschlag, welcher durch einen Ueberschuß von Ammoniat anzunehinen.

(„ Zeitschrift für die deutsch - österreichische Eisen- und Stahlindustrie“; 1866, Nr. 31.)

La.

[merged small][ocr errors]

Heber Gale's Verfahren, das Schiefpulver nicht erplodi rend zu machen. *) – In Jahre 1865 ist in englischen Blättern die Erfindung des Chemifers Gale vielfach besprochen, nach welcher dem Schießpulver durch Vermischen mit zermahlenein Glase seine Erplostonsfähigkeit genommen wird. Ein Bericht darüber findet fich iin , Polytechn. Journal“ (1865, Bd. 177, Š. 456). Besonbere mußte ein burch die englische Regierung beranlaßter Versuch die Aufmerksamkeit erregen, über welchen wir dein Glückauf" aus einer London den 27. Juli batirten Mittheilung Folgendes entnehmen.

Um die Erperimente in größter Ausbehnung anstellen zu können, wurde einer der Martellothürme auf der Rüfte unweit Hastinge dazu benußt, und nicht weniger als 5 Tonnen Schießpulber verwendet, die mit 20 Tonnen von Hrn. Gale'& Erfindung vermischt worden waren. Es wurden die verschiedenartigsten Versuche angestellt, um die Mischung zum Erplodiren zu bringen; alle ftelen gleich vergeblich aus. Nachdem man die Masse in 338 Fäßchen verpackt und deren 100 in dem Magazin des Thurmes und die übrigen in dem oberen hölzernen Stode untergebracht, versuchte man zuerst dieselbe vermitteift Elektricität zu entzünden und als dies fehlschlug, wurde das Holzwerk des Thurmes in Brand gesteckt. Bald drangen dichte Rauchmaffen aus Thür und Fenster hervor, und aus der Farbe des Rauches war erstchtlich, daß das Pulver langsam verzehrt wurde; Nichts say man, was im Entferntesten einer Erploston ähnlich gewesen wäre. Um das zuschauende Publicum in ficherer Entfernung von dem Thurme zu halten, war zuerst eine starke Mannschaft um denselben aufges ftellt, eine Vorsicht, die sich bald als überflüssig erwies, so daß ber die Erperimente leitende General Jedem nach Belieben fich dem brennenden Thurme zu nähern gestattete.

Schließlich wurden noch zwei Fäßchen auf einen Haufen Reiftg gelegt und dieser angesteckt. Bald stieg eine starke Flainme empor, die Fäßchen gingen auseinander und ergoffen ihren Inhalt in das Feuer; aber audy hier keine Spur bon Erplofion, vielmehr wurde die Flamme dadurch gedämpft kurz überall derselbe Erfolg, der die Behauptung des Erfinders glänzend rechtfertigt, es könne vermittelft seiner Mischung das stärkste Pulver nicht nur nicht erplodirend, fondern sogar fast unverbrennlich gemacht werden.

Die Entmischung geschieht in einigen Secunden in großen Kupfersteben, und hat sich bei den angestellten Versuchen ergeben, daß die den Pulverkörnern noch anhaftenden Glastheilden die erploftve Kraft des Pulverß nicht im Geringsten beeinträchtigen.

Ueber Gale's Erfindung entnehmen wir ferner der Deutschen Industriezeitung“ (Nr. 32) folgende Mittheilung:

Die Erfindung Gale's, für welche derselbe in aller Bescheidenheit eine Belohnung von 1 Mill. Pfd. St. (63 Millionen Thlr.) beanspruchte, ist nicht nur von Piobert und Fadejeff, sondern auch von wenigstens einem halben Dußend englischer Grfinder fchon früher gemacht, von dem englischen Kriegsministerium schon vor mehr als 10 Jahren im Großen versucht und von der fran= zöftschen Regierung für unbrauchbar erklärt worden; Gale's erstes und allein rechtsgültiges Patent lautet auch gar nicht auf Zusak von Glaspulver, welches er thatsächlich verwendet, sondern auf Zusaß von Beinschwarz. Die größten Schießpulverfabricanten Englands verlachten die Idee von Anfang an und erklärten fte für ganz unbrauchbar; die als höchst günstig ausgeschrieenen Versuche, welche die englische Regierung mit Gale's Pulver anstellen ließ, wurden nur ausgeführt, um dem ausdrücklichen Wunsche des Herzoge von Cambridge zu genügen, und es ist derselben nicht eingefallen, auch nur eine Tonne des Gale’schen Pulver8 zu bestellen, welches trop dieser Versuche weit davon entfernt ist, wirklich unerplodirbar zu sein. Das Absteben des Glaspulvers ist nur für ganz grobes Pulver möglich, für feines praktisch nicht genügend ausführbar, und in allen Fällen wird das Pulver dabei ganz wesentlich beschädigt, abgesehen davon, daß das Glaspulver ftete Feuchtigkeit anzieht, und die Gewehre und Kanonen, in denen Gale's Pulber berwendet wird, ftark angegriffen werden.

Kurz, nach der Ansicht aller Sachverständigen ist die Erfin

Ueber Gelbfärbung des Glases durch die Metalloide und die Gegenwart von Sulfaten im gewöhnlichen Olase ***) enthält das

Bulletin de la Soc. d'encouragement“ (1866, Heft 1) ausführliche Mittheilungen von 3. Pelouze. Die Hauptresultate seiner Untersuchung über diesen Gegenstand wiederholen wir in Kürze:

1) Durch Zusaß von Rohre, Schwefel, Silicium, Bor, Phosphor (Phosphorcalcium), Aluminium wird das gewöhnliche Glas in gleicher Weise gelb gefärbt, ebenso durch Glühen in Wasserstoffgas.

2) Alle vom Verfasser untersuchten Proben verschiedener Glassorten (Spiegelglas, Fensterglas, Hohlglas, böhmisches Glas, aittikes Glas aus Pompeji) enthielten i bie 3 pet. Tchwefelsauren Natrons. Aus dem fein zerriebenen Pulver wird dieses durch Wasser ausgelaugt.

3) Reines, D. h. mit schwefelsäurefreier Soda dargestelltes Glas wird durch Kohle, Bor, Silicium oder Wasserstoff nicht ges färbt; durch Schwefel oder die Schwefelverbindungen der Álfalimetalle, wie durch Schwefelcalcium, wird es gelb gefärbt. Um diese Färbung hervorzubringen, sind von diesen wenigstens 14 pCt. erforderlich.

4) Die gelbe Färbung, welche die Metalloide dem Olase ertheilen, hat ihren Grund in ihrer rebucirenden Wirkung.

Ueber die Fabrication des tohlensauren Ammoniaka. Von J. Carter Bell. Das kohlensäure Ammoniak wird gegen= wärtig in den (englischen) Fabriken durch Zerseßung eines Ocmenges von schwefelsaurem Ammoniak oder von Salmiak und gea wöhnlicher Kreide dargestellt, welches man in Retorten erhißt und der' Sublimation unterwirft.

Zur Darstellung des schwefeljauren Ammoniake wird das in den Flüssigkeiten der Leuchtgasfabriken (Gaswasser) enthaltene Ammoniat benußt. Das Gaswasser wirb nämlich erhißt, unb baburch fast das ganze flüchtige Ammoniak auộ ihm ausgetrieben, welches man in Schwefelsäure leitet. Der Rücftand wird aus den Reffeln herausgenommen und auf kohlensaures Ammoniaf verarbeitet. Man neutralisirt ihn hierzu mit der erforderlichen geringen Säuremenge und dampft in großen, Halbfugeligen, eingemauerten eisernen Pfannen zum Kryftallifiren ab. Kat bie Lauge den hinreichenden Concen trationsgrad erreicht, so laßt man fte erfalten, wobei sich Krystalle abfeßen, oder fte wird noch heiß in besondere Rryftallifirbottiche geleitet. Die Mutterlauge wird abgezogen, worauf die inneren Wandunger

*), Vergl. BD. VII, S. 107 $. 3.
**) E8 bildet sich hierbei unlösliches Zinnoryd.
***) Vergl. Bd. IX, S. 675 8. 3.

D. Red. (E.)

48.

*) Vergl. S. 273.

D. Red. (L.)

. Der Abdampfpfanne mit intenftv schwarzen Krystallen bedeckt erscheinen, welche, wenn Schwefelsäure zum Neutraliftren angewendet wurde, prismatische, bei Anwendung von Salzsäure hingegen cubische Form zeigen.

Die Krystalle werden aus der Pfanne herausgeschaufelt, mit Mutterlauge abgewaschen, mit Anwendung von Wärme wieder gelöst und in Kühlgefäßen umkrystallisirt. Aus dieser zweiten Lösung feßt fic ein reichlicher, hauptsächlich aus frembartigen, in den Krystallen mechanisch eingeschlossen gewesenen Substanzen bestehender Niedersihlag ab. Die Krystalle zeigen nach dem Irodnen eine schmußig weiße Farbe; fte find nun zu dem nächsten Processe, zur Umwandlung in kohlensaures Salz, fertig. Hierzu dienen guß= eiserne Retorten von der Form langer Muffeln, und von etwa 7 Fuß (2",13) Länge und 11 Fuß (0®,46) Liefe, deren Brust rund ist und mittelst einer eisernen, burd Schrauben zu befestigenden Thüre verschlossen werden kann. Je brei solcher Retorten werden in Dreieckform zusammen eingemauert und durch dieselbe Feuerung geheizt; fie communiciren mittelft eiserner Röhren mit einer Bleikamner, dem sogenannten Ballon (balloon), welcher etwa 6 Fuß (1”,83) Hohe, 8 Fuß (2“,44) Länge und 2 Fuß (0",76) Breite hat. Diese Ballons stehen mit den Retorten in einer Reihe und ruhen auf Gerüsten, an welche fte mit eisernen Bändern bez festigt sind. Am Boden jedes Ballons ist ein kleines Rohr angebracht, welches stets offen bleibt; aus demselben entweicht Dampf, und tropft während des Betriebes fortwährend eine concentrirte Lösung von kohlensaurem Ammoniak ab, welche gesammelt und umsublimirt wird. Dhne dieses Sicherheitdrohr würde der Druck im Ballon so bedeutend werden, daß Leşterer auffliegen könnte. Das Heizen der Retorten erfordert viel Aufmerksamkeit, denn in Folge zu starker Erhißung derselben würden schwere Unfälle nicht zu vermeiden sein.

Die Netorten werden in 24 Stunden einmal mit einem Gemenge von kohlensaurem Ralf (in Form von Kreide) und Ammoniaksalz beschickt. Die Kreide wird vorher auf einer durch die lleberhiße der Feuerungen erwärmten Eisenplatte scharf getrocknet. Die Retorten werden aber nicht auf einmal und zu gleicher Zeit beschickt, da in vielen Fabriken fünf bis sechs Saße derselben (jeder aus drei Retorten und einem Baïon bestehend) vorhanden sind; sonst würde die Arbeit zu bedeutend werden und eine zahlreiche Bedienungêmannschaft erforderlidh fein. Deshalb wird eine Retorte von jedem Saße zu derselben Stunde beschidt und zwar die erste um 7 Uhr Morgens, die zweite um 11 Uhr Mittage und die dritte um 3 ihr Nachmittage, so daß in dieser Zeit sämmtliche Retorten beschidt worden sind. Die Charge wird in den Retorten mit langen eisernen Gezähen, welche durch die in den Thüren derselben angebrachten Deffnungen eingeführt werden, fleißig umgerührt, um die Zerseßung des Gemenges zu befördern.

Bevor eine neue Beschidung eingetragen wird, müssen die zu den Ballons führenden Verbindungsröhren gut gereinigt werden, da ste fich sehr leicht verstopfen. Der hauptsächlich aus Chlors calcium bestehende Rückstand wird in eiserne Laufkarren gefrückt und auf einen unbebauten Plaß gestürzt; die neue, sorgfältig abs gewogene und möglichst innig durcheinander gemengte Beschidung (gewöhnlich aus 2 Th. Kreide unb 1 Ch. Ammoniaffalz zusammen gelegt) wird rasct in die Retorte eingetragen, die Thür geschlossen und verstrichen, und dann wird gefeuert.

Nachdem die Retorten ungefähr 14 Tage lang in Thätigkeit gewesen sind, werden die Ballons geöffnet; das noch mehr oder weniger unreine kohlensaure Ammoniak bekleidet als eine dicke Kruste, an welcher sich gewöhnlich mehrere, meist verschieden gefärbte Schichten unterscheiden lassen, die Seiten, den Boden und die Decke der Ballons. Die Verunreinigungen bestehen zum größe: ren Theile aus mechanisch mitgerissenem kohlensaurem Kalk und Chlorcalciun. Das Salz wird von den Wandungen des Balone abgefragt, und Legterer zu einer neuen 14 tägigen Campagne in Stand gesezt. Wenn diese Ballons nicht die genügenden Dimenstonen haben, so wird viel Salz mit den Wasserdämpfen fortgeriffen, und dadurch werden große Verluste herbeigeführt. An jeden Ballon ist ein kleines mit einem Solzpfropf zu verschließendes Schauloch angebracht, durch welches der Gang der Sublimation beobachtet werden kann.

Das unreine Salz wird in die Umsublimirungậpfannen ges bracht. Diese find eiserne, etwa 16 Fuß (4",88) lange und 21 Fuß (0",76) tiefe, am Boden 2 Fuß 7 Zoll (0",79), am oberen Rande dagegen nur 2 Fuß (0”,61) weite Behälter, welche mit zwei eifers nen Platten verschlossen werden. Jede dieser Platten ist mit vier, 1 Fuß (0",31) in Durdymesfer haltenden und 1 Fuß (0",31) bon einander entfernten Deffnungen versehen, über welche conisch ges formte Bleigefäße, die Helme oder Recipienten, mit flacher Decke gestellt werden. Ein solcher Helm besteht aus einem Bleibleche, dessen beide Enden durch Krampen und Keile zusammengehalten werden, und auf welches oben eine runde Scheibe von Bleiblech auflutirt ist *); ste sind ungefähr 2 Fuß (0",61) hoch. Die eisernen Sublimirgefäße sind in Mauerwerf eingelassen und an jedem Ende mit einer Feuerung versehen. Nach Mittheilungen, welche dem Ref. aus einer deutschen Fabrik zugegangen sind, werden die an Blei fublimirenden Krusten bleihaltig, was bei der Vers wendung des fohlensauren Ammoniaks zur Bäderei Beachtung vers dient. 18.)

Sie werden alle 14 Tage beschidt; erst wird eine bestimmte Menge Waffer in ste gegossen **), dann wird das umzusublimirende kohlensaure" Ammoniat eingetragen. Darauf werden die Helme oder Recipienten auf die entsprechenden Deffnungen der Deckel auflutirt, und dann wird schwach angefeuert.

Die Regulirung der Temperatur erfordert große Aufmerksamkeit; denn da das Salz zwischen 49° und 54° C. sublimirt, so darf die Wärme nicht zu hoch gesteigert werden. In dem am Ende stehenden Recipienten ist ein kleinen verschließbares Schauloch angebracht, durch welches man beobachten fann, ob die Lem= peratur zu hoch ist, in welchem Falle das Feuer gedämpft wird; zu diesem Zwecke wird gewöhnlich ein Thermometer angewendet.

Anstatt der vieredigen eisernen Pfannen werden auch wohl einzelne Sublimirtöpfe mit Hauben oder Helmen von Blei angewendet, welche entweder eingemauert und durch den Abzugscanal des Retortenofens erhißt oder in ein Wasserbad gestellt werden.

Nach Verlauf von 14 Tagen sind die bleiernen Recipienten mit einem dicen Sublimate von gereinigtem kohlensaurem Ammoniak mehr oder weniger vollständig angefüllt; fie werden abges hoben und durch Löfen der Krampen und Reile auseinander ges nommen. Da die Außenseite der erhaltenen Salzmaffe meistens ziemlich schmugig ist, so wird fle sauber abgeschabt; bann wird bas Sublimat zerschlagen, in Gefäße (meistens aus Steinzeug) berpackt und so in den Handel gebracht.

Die Bleirecipienten werden sorgfältig ausgewaschen und wieder zusammengesegt. Von der in den Umsublimirpfannen rückständigen Flüfftgkeit wird ein kleiner Theil ausgeschöpft; der größere Theil aber bleibt in denselben zurück. Nadidem die Pfannen mit einer neuen Charge von rohem Carbonat beschickt worden, werden die Recipienten auflutirt, und die Dperation beginnt von Neuem.

(Aus , Chemical News“. – Durch, Polytechn. Journal"; Bd. 180, Š. 384.)

La.

Untersuchungen, welche Bolley im schweizerischen Polytechnicum anstellen ließ, haben bestätigt, daß die sogenannte Chlormagnesia als Bleichmittel vor den anderen unterchlorigsauren Salzen zu empfehlen ist

. Zuerst wurde eine klare Chlorkalflösung dargestellt. Ein gewifies Volumen desselben wurde einerseits mit einem gleichen Volumen Wasser, andererseits mit einem gleichen Volumen Bittersalzlösung unter starkem Schütteln gemischt, so daß nad) Abfeßenlaffen des Gypses gleiche Volumina der beiden Flüfftga keiten gleiche Mengen bleichenden Chlors, was chlorometrisch bes ftimmbar war, enthielten.

Ga wurden nun

1) in gleiche Maße der stark verdünnten Flüffigkeiten indige blaugefärbte Stücke von Wollenstoff gebracht und beobachtet, daß die Entfärbung in der Chlormagnefta rascher vor fich ging, als im Chlorkalf.

2) Gleiche Volumina beider Bleichlösungen wurden in offenen Gläsern drei Tage lang neben einander stehen gelassen und dann chlorometrisch untersucht. Das wirksame Chlor der Chlormagnesia verhielt sich zu den des Chlorkalkes wie 48 : 65. Die erstere Flüffigkeit war also, sich felbft überlassen, die leichter zersekbare.

*) Die Fugen werden mit Papierstreifen verklebt. (Muspratts Stobmann, Chemie, 2. Aufl., BD. 1, S. 555.)

**) Die von den Consumenten geschägte, oft von den Fabricanten nicht erreichte Durchscheinheit des Sublimates fou durch einen Wasserges halt bedingt sein.

8. .

3) Da der Chlorkalk, als Nebenwirkung des Kalkes, beim Bleichen von Stroh eine vorgängige Bräunung hervorbringt, wurde auch Stroh in beiden Flüssigkeiten zu bleichen versucht. Bei Chlormagnesia trat die Bräunung nicht ein; das Stroh bleichte fich etwas schneller und schien auch etwas fester geblieben zu fein, als Das im Chlorkalk gebleichte.

Diese nach verschiedenen Richtungen besseren Resultate scheinen zurückführbar zu sein theils auf die leichtere Zersegbarkeit der unterchlorigsauren Magnesta als des Salzes mit schwächerer Basts, theils auf die Unlösbarkeit der Magnefta in Wasser und das Fehlen der Nebenwirkungen einer akenden alkalischen Erde.

Es wurde bei den Versuchen bemerkt, daß Bittersalz vorkommt, welches ziemlich viel Mangansalze enthält. In diesem Falle tritt Röthung der Lösung unter Schwachung der Bleichkraft ein. (,, Schweiz. polytechn. Zeitschrift"; 1866, Bd. 11, S. 12.)

La.

Der Kronstadter Bergbau- und Hüttenactienberein Siebenbürgens hatte ein großes Kohlenstück aus den 3ftlthaler Gruben ausgeftellt. Dieselben liegen im Bezirke Puj, Kreise Broos, an der äußersten, in die Walachei vorgeschobenen Südostgrenze von Siebenbürgen im Thale 3fily. Diese Rohle ist sehr merkwürdig; fte ist sehr dicht, von tiefschwarzer Farbe und befißt auf dem Bruce vollkommenen Pechglanz, gleicht daher einigen Abänderungen achter Steinkohle. Dennoch stammt fie aus einer jüngeren Tertiarfor mation, wie auch die große österreichische Karte beren Verbreitung in dem Grenzgebiete Siebenbürgens nachweist

. Es find darin 137 Kohlenflöße von 2 bis 24 Fuß (0",628 bis 7",5) Mächtigkeit in der Breite des Thales von 1 Meile (3,75 Kilomtr.) bei 44 Meile (33,75 Kilomtr.) Länge regelmäßig gelagert, bekannt. Es ist ein großer Schat, zu dessen Hebung freilich erst die Verbindungswege, namentlich die Piski-Zsilthaler Eisenbahn von der AradHermannstädter Bahn ausgehend, geschaffen werden müssen, der aber alsdann wesentlich beitragen wird, den Mineralreichthum des Kaiserstaates zu erhöhen und an der Grenze der Walachei eine neue Pflanzståtte der Cultur zu begründen.

48.

Neue Methode der Bleiweißfabrication *) von Peter Spence. Während alle älteren Methoden der Bleiweißfabrication metallisches Blei erfordern, und das für Pattinson 1841 patentirte Verfahren in der Ueberführung von reinem Bleiglanz in Chlorblei und Zerfeßung des Regteren burch doppelt fohlensaure Magnesta befteht, verwendet Þ. Spence arme und unreine Bleierze, indem er deren Bleigehalt durch Rösten in Dryb oder fohlensaures Salz verwandelt, durd, Rochen mit kaustischer Lauge auszieht und die erhaltene klare Lösung durch Kohlensäure faüt.

(„Journal of the society of arts.“ Auszüglich aus „Bulletin de la société d'encour.“; 1866, Dctober, S. 627.)

28.

,,

B a u weren. Festigkeit der Maschinenziegel. - Professor Dr. 6. M. Bauernfeind hat mit Maschinenziegeln Festigkeitsversuche anges stellt (, Bayer. Kunst- und Gewerbebi.", 1866, S. 193, barnad

Hamburg. Gewerbebl.", 1866, Nr. 40, S. 318). Es haben danad; die ungepreßten hellrothen Maschinenziegel aus der Fabrik von Hirschberger & Co. in München eine durchschnittlich 50 p&t. höhere rückwirkende Festigkeit, als die bessere Sorte der gewöhnlichen Münchener Badfteine, und zwar ist dieselbe gleich der, welche Gauthey, Rennie und Poncelet für starfges brannte Mauersteine fanden.

Die gepreßten dunkelrothen Maschinenziegel aus der Fabrik von Hiridberger & Co. und der von Sidenberger in Bos genhausen tragen mindestens doppelt so viel, als die bessere Sorte gewöhnlicher Münchener Bacffteine. Die hellrothen ungepreßten Maschinenziegel von Hirschberger & Co. können auf die Dauer mit 220 Ctr. bayer. pro Quadratfuß bayer. (resp. 37,990 und 51,400 Kilogr. pro Quadratmeter) belastet werden, wenn der Mörtel vorzüglich bereitet, richtig verwendet und nach der Erhärtung ebenso fest ist, wie der Badstein.

N. W.

Hüttenweren. Ueber die Darstellung von Gubftahl in einem Flammofen. (Hierzu Figur 4 und 5, Tafel VII).

Ďr. Liebermeister in Barmen schlägt (, Berg- und Hüttenmännische Zeitung, 1866, Nr. 29) eine Construction eines für die Gußstahlfabrication bestimmten Flammofens vor.

Als Bedingungen, welchen ein solcher Ofen entsprechen muß, stellt Verfasser auf:

1) bie Erzeugung des zum Schmelzen des Stahles erforder: lichen Hißegrades;

2) die Regelung der Entfohlung;

3) die Anwendung von solchen Schlacken, weldhe nicht als Ueberträger von Sauerstoff, falls solcher noch in ungebundenem Zustande in den Verbrennungsgasen enthalten sein sollte, an den Kohlenstoff des Eisens wirken fönnen;

4) die Anwendung von solchen Salacken, welche möglichst wenig zerstörend auf das Ofenmaterial einwirken.

Um bem Eisen die oben angegebene Temperatur zu ertheilen, ist es erforderlich, daß die zur Verbrennung dienende Luft stark erwärmt und möglichst innig gemengt mit den brennbaren Oasen (Generatorgasen) in den Ofen gelangt; ferner muß eine solche Einrichtung getroffen werden, daß die Flamme auf die zu schmelzende Masse gerichtet ist.

Wie bieser, sowie den übrigen Bedingungen entsprochen werden fou, ist am besten aus der Construction selbst ersichtlich, Fig. 4 und 5, Taf. VII.

G ist der innere Raum des Dfens, worin die zur Gubftahlbereitung bestimmte Beschickung eingebracht wird. To ist der Herd, welcher, sowie die Seitenwände des Dfene, aus feuerfestem Materiale besteht. Die erforderliche Hiße wird durch Verbrennung von Generatorgasen erzeugt, welche, von einem gewöhnlichen isolirt stehenden Gasgenerator entwickelt, durch das Zuleitungsrohr A in die Rammer H und von dort durch 12 Düsen C,C.., welche auf den Herd des Ofens gerichtet sind, in den Feuerungsraum gelangen. BB ist ein Zuleitungsrohr für die durch die abziehende Feuerluft erhißte Gebläseluft, welche vermittelst eines Ventilators zugeführt wird und in die Rammer J ftrömt. Von dort geht dies selbe durch die Formen D,D.. und verbrennt die von C, C.. kommenben Gase. EE, EE find Abzugscanäle für die verbrannten Gase, welche in den horizontalen Canal F münden und dort bei ihrem Abzuge die Luft erhißen. Die Rohre A und B, sowie die Arbeitscanäle E find mit Klappen zur Regulirung des Luft- und Gaszutrittes versehen, so daß inan je nach Bedürfniß mehr oder weniger Luft und brennbare Gase einströmen lassen und die Spannung im Ofen selbst reguliren kann. L,L sind Schieber, um die Canäle bequem reinigen zu können. Der Boden des Herdes besteht aus einer gußeisernen Platte M, dem feuerfesten Materiale O und der zweiten Platte N. Die Platten QQ, QQ dienen zur größeren Festigkeit des Ofens. R ist die Arbeitsöffnung. S ist die Abstichöffnung zum Ablassen des fertigen Stahres. Die Masse T ist fest auf die Platte M gestampft und besteht aus bafischem feuerfestem Thone. Bei dieser Art von Thon ist die Affinität der Thonerde zu Rieselsäure fo ftarf, daß eine Reduction der Ricfelfäure, wodurch Silicium in den Stahl eingehen könnte, nicht zu befürchten ist.

Berg wesen. Zwei bemerkenswerthe Vorkommen von Kohle werden in einem Berichte über die Cölner Ausstellung von 1865 von bon Dechen hervorgehoben („Glückauf", 1866, Nr. 27). Unter dem Namen Gaskohle hatte der westböhmische Bergbau- und Hüttenverein sehr große Stücke ausgestellt, welche in ihrem Neußeren eine große Aehnlichkeit mit dem schottischen Boghead zeigt und wie dieser eigentlich als ein bituminöfer Schiefer zu betrachten sein möchte. Nach der Angabe der Vertreter des obigen Vereines, Schäffer & Budenberg in Buckau bei Magdeburg, liefert 1 Ctr. dieses Materiales 550 Obtfp. (16,500 Liter) Gas, deffen Leucht= fraft fich zu derjenigen des Gases aus Steinkohlen der Grube Hannibal bei Bochum wie 8 zu 3 verhalten soll. Die Vortheile eincs stark leuchtenden Gases find sehr bedeutend; sie werden noch durch eine kürzere Destillationêzeit unterstüßt. Der Gegenstand ist der Aufinertsamkeit sehr werth.

*) Vergl. Bd. X, S. 212 8. 3.

D. Red. (L.)

« ZurückWeiter »