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Tabelle II.

Englische Lehre.

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ein ähnlicher Vorschlag war bereits früher- von den Drahtfabricanten Gebrüder Quirin in Kirchberg (Niederösterreich) in Betreff der französischen Drahtlehre gemacht worden, wie bei Besprechung der legteren erörtert werden wird.

Ein Vergleich der englischen Originallehre mit der durch Karmarsch rectificirten ergiebt, wie Col. 2 der Tab. Il sowie die betreffenden graphischen Darstellungen zeigen, daß in den oben angeführten Nummern die Anomalien bei den mittleren Sorten bis zu 12,3 pCt., in den dünneren sogar bis 311 30 pCt. steigen.

In Nordamerika haben I. B. Browne und Sharpe einen anderen Vorschlag zu einer rationellen Anordnung der englischen Lehre gemacht, welcher, wie Karmaríd a. a. D. schreibt, nunmehr von den amerikanischen Fabricanten und Ins genieuren allgemein angenommen zu sein scheint. Die Stärken für die einzelnen Nummern dieser „amerikanischen Drahts lehre" find - nad Karmarid - in Columine k der Tab. II enthalten und zeigen einen constanten Verdünnungsfactor 0,891; dieselbe ist also nach demselben Principe angeordnet, wie die Thomée'sche Vereinslehre, abweichend vom far: mars d'ichen Gesebe.

Trotz ihrer nicht unwesentlichen Fehler befißt die englische Lehre viele Vorzüge, denn sie hat

1) eine richtige Numerirung mit zweckmäßigem Anfangsund Endpunkte, während z. B. die westphälische Drahtlehre die Nummern mit wenig rationellen Namen belegt, die franjöfische dagegen nicht passend die diden Sorten mit den höchsten Nummern bezeichnet und für die Classificirung der feinen Drähte nicht ausreicht.

2) Die Abstufung ist, abgesehen von den oben berührten Anomalieen, im Augemeinen rationell, und die Dide der Nummern ist in festen Zahlen ausgedrüct.

3) Die englische Lehre ist die am weitesten verbreitete, da fie in England ganz allgemein für Blechy, Draht und Bandeisen, sogar auch für die entsprechenden Messingfabricate angewendet wird, während die französischen und deutschen Lehren stets nur für eine dieser 3 Eisensorten gangbar sind; ste gilt auch in Deutschland fast allgemein für Bandeisen, und vielfach z. B. in den Ostseeprovinzen für Draht.

Die Vereinigung dieser verschiedenen Vorzüge dürfte, wie unten weiter zu entwiceln ist, die englische Lebre mit einigen Modificationen mehr als eine andere als Ausgangspunkt für eine Normal- oder Universal: lebre empfehlen.

(Fortsetzung folgt.)

Ver m i f ch tes.

Metermaßstäbe. Auf die Anfrage (S. 405, BD. X d. 3.), betreffend die Anfertigung von Metermaßstäben, diene zur Nachricht, daß unser Bereinâmitglied Ør. van den Daelen (Firma van den Daelen & Keßler in Aachen, Adalbertstraße) ein reich assortirtes Lager von allen Sorten Metermaßstäben halt, und zwar sowohl zum Gebrauche in Werkstätten, wie auf technischen Bureaur. In lang= jähriger Verbindung mit den besten franzöftschen Fabriken ist er im Stande, alle Ansprüche zu befriedigen.

C. P.

Zur Frage der Dampfkesselerplosionen. Die verschiedenen Bemerkungen, welche zur Frage über die von mir aufgestellte Theorie der Dampfkesselerplosionen Bd. IX, S. 657 und Bb. X, S. 129 der Vereinezeitschrift laut geworden find *), geben den thatsächlichen Beweis, daß meine Hypothese noch von Vielen gar nicht verstanden worden ist, indent fte das Motiv für die den Ressel zerstörende Gewalt ganz anders auffassen, als id) mir dies zu denken im Stande bin.

So sagt 3. B. Hr. Schiele: er glaube an keinen zerstörend harten Schlag, welcher etwa durch Aufschäumen des Wassers an dem oberen Theile des Reffels erzeugt werden kann. Nun, ich glaube auch nicht daran, habe aber meines Wissens Aehnliches auch nie behauptet. Wenn Hr. Schiele aber es vielleicht für möglid, hält, durch eine im Wasserraume eines Kessels erplodirende Petarde den Reifel zu zersprengen (und man wird eine solche Wirkung wohl für möglich halten, wenn man jemals Gelegenheit hatte, die beim Eissprengen mittelft Kanonenschlägen durch den Wasserstoß hervorgebrachte Erschütterung der Ufer kennen zu lernen), so wird er inir zugeben, daß diese Wirkung nur eine Folge der plöglich entwickelten Oase ist, welche bei ihrem Uebertritte in den elastisch flüssigen Zustand mit gewaltiger Erpanstvfraft die ffe einhüllenden Wassertheile fortstoßen. Db diese elastisd flüfftgen Stoffe nun Pulvergase, oder die Producte einer Nitroglycerinzerseßung,

oder endlich gar nur plößlich gebildete Wasserdampfe find, ift Dabei ganz gleichgültig; wenn die bei dem Streben nad Raumnusdehnung entwickelte Kraft gleich groß ist, wird die Wirkung diefelbe fein.

In dieser Wirkung der plönlichen Dampfentwickelung glaube ich nun die nächste Ursache vieler Dampfkesselerploftonen zu erkennen, und auch Hr. Dufour geht mit seiner Theorie von der= selben nächsten Ursache aus, und nur in der Anfcht, durch welche Vorbedingungen diese ursächliche Erscheinung herbeigeführt wird, gehen wir auseinander. Während Hr. Dufour durch den von ihm beobachteten Siebeberzug die Möglichkeit nachweift, daß das Waffer einen höheren Hißegrad eventuell annehmen kann, als es bei dem auf seiner Oberfläche lastenden Drucke nach dem Dalton's schen Gesete haben dürfte, und dann im Stande ift, beim Eins tritte zufälliger Nebenursachen plößlich eine große Menge Dampf zu entwickeln, nehme ich an, daß durch eine plößliche Verminderung der Spannung ein ganz gleicher Zustand herbeigeführt wird. Das Wasser wird bei plöglicher Verminderung der darauf lastens den Dampfspannung aud fich momentan in einer höheren Dema peratur befinden, als ihm, diesem verminderten Drucke entsprechend, nach der Dalton'schen Regel zufämie, und darum zur plößlichen Entwicelung ciner großen Dampfmenge geeignet sein. Man erficht hicraus, daß die Dufour'sche Hypothese, während fte in Annahme der nächsten Ursache für eine Reiselerploston mit der ineinigen identisch ist, nur in der Annahme der Grundursache von derselben abweicht; ohne daß eine Hypothese die andere ausschließt, könnte eg nur in Frage kommen, welche Fälle in der Praris dic am häufigsten vorkommenden fein möchten, wo die eine oder die andere als zutreffend angenommen werden darf.

Es widerlegt fich hiernady foon der Einwand Derer, welche wohl einem Siedeverzuge nach der Dufour'schen Theorie die Macht zuerkennen wollen, beim darauf erfolgenden Aufwallen des Wassers cinc Zerstörung des Kessels zu veranlassen, dagegen in meiner Hypothese dafür feine genügende Erklärung glauben finden zu können.

Ebenso muß ich mich berwahren gegen die von anderer Seite geltend gemachte Anschauung, als erklärte ich die Zerstörung eines Resfeld bei der plöblichen Deffnung der Sicherheitsventile burd) den nothwendigen Rückschlag bei einer einseitigen Entlastung oder

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wörtlich: bei einer prößlichen Entlastung eines Theiles der Refleloberfläche.

Wer meine desfallsigen Erklärungen (stehe S. 131 und 132 des X. Bandes d. 3.) aufnierksam gelesen hat, fann uninöglich) glauben, daß ich mir die Zerstörung eines Dampfkessels als Wirkung des Rüdichlages gedacht habe.

zu bedauern bleibt nur, daß die ungünstigen Zeitverhältnisse dieses Sommers, wobei auch noch einige persönliche Behinderungen init in's Spiel kamen, ce bis jeßt noch nicht zugelassen haben, durch einen vollen Cyclus von Erperimenten der Frage im Wege der Erfahrung näher zu treten. Das erste eigentlich verunglückte Erperiment, inden durch die eingetretene Erploston jede Beobachtung unmöglich gemacht wurde, ist viel mehr ausgebeutet worden, als cs mit Rücksicht auf diesen Ilmstand verdient *). Daß die frappante Katastrophe übrigens immerhin der Mittheilung werth war, wird man nicht leugnen können; die verschiedenen Bemühungen aber, fte auf irgend einem anderen Wege, als dem in diesem Falle zunädhit liegenben, zu erklären, werden meinerseits feine Erwiderung finden, weil ict), wie dieg auch in der Mittheilung bemerkt worden ist, bei diesem ersten Experiment nicht zugegen war, und nur nadi dem Modus des Erperimentirens, den wir bisher befolgt haben, die Ueberzeugung gewonnen habe, daß von den Vorausseßungen, welche von den Erklärern dabei herangezogen wurden, die meisten nicht zutreffend find. Um nur die Unsicht zu widerlegen, daß unter den durch das Erperiment herbeigeführten Bedingungen gar kein Stoß gegen die Wandungen des Kessels ausgeübt werden kann, will id) hier einer wiederholten Beobachtung erwähnen, die wir bei späteren Versuchen mit dem früher beschriebenen Glaskesfel und unter Anwendung sorgfältiger Sicherheitsmaßregeln zu machen Gelegenheit hatten.

Wenn nämlich im Glasgefäße durdy Einleiten der Dämpfe aus dem Siedegefäße hinreichende Spannung erzeugt war, wurde Lepteres abgesperrt, und in dem Augenblicke, wo dic wallende Bewegung des ficdenden Wassers aufhörte, das Sidherheitsventil geöffnet. Sofort fiel der Zeiger des Manometers zurück, dessen Federplatte in die Stirnfläche des Rolls unterhalb der Wasserlinie eingefügt war, sprang aber im Augenblicke, wo das Wasser sich in stürmischer Wallung erhob, bis zu dem vorher erreichten Marimum **) wieder hinauf, um dann eben so schnell wieder und nun constent zurückzugehen, in dem Maße, als mit den ausströmenden Dämpfen sich die Spannung verminderte. Dieses blißschnelle Hinaufschlagen deô Zeigers deutet doch unverkennbar auf einen stoßweisen Drud hin, den in diesem Augenblicke das Wasser auf die Stoffelwände aufübt. Leider war ein zweites Manometer, welches nur mit dem Dampfraume correspondirt hätte, nicht vorhanden. Weitere Versuche werden hierauf bezügliche Beobachtungen vervollständigen; das gewonnene Resultat giebt aber sdhon einen Fingerzeig für Diejenigen, welche nicht recht einsehen wollen, daß ein plößliches Abblasen der Dämpfe, wenn der Kessel vorher in Ruhe war, eine Stofwirkung des Waffers auf die Refselwände zur Folge haben muß. Im Allgemeinen bieten die Versuche aber fast gar keine Momente für die Annahme eines sogenannten Siedeverzuges, denn es gelingt nie, das Wasser zu einer absoluten Ruhe kommen zu laffen, sondern es ist nach dem Absperren des Siebegefäßes in Folge der durch die Wandungen des Kessels bewirkten Condensation ein ununterbrochencß leichtes Blasenaufwerfen immer beob- . achtet worden. Jedenfalls müßte ein viel länger fortgeseptes vorhergebendes Abkochen stattfinden, bevor die Bedingungen für einen Dufour'schen Siedeverzug als eingetreten angenommen werden könnten.

Kayser.

Die Coksofenanlage am Bergluftschachte der Hänichener

Steinkohlenwerke bei Dresden. Von C. F. Cörner, Bergingenieur und Beftper obiger Anlage.

(Hierzu Figur 8 und 9, Tafel IV). Um die abziehenden Gase der Coksöfen ohne Störung zur Kesselfeuerung zu verwenden, wurde der Bau dieser Defen an das Sesselhaus des Bergluftschadites im Jahre 1854 in folgender Weise von mir ausgeführt.

Hinter der Kesselhauốwand befinden sich die backofenförmigen Defen von elliptischen Querschnitte (Fig. 9 *)) und dergleichen Herdform, auf die Abführung der Gase Berechnet und hierzu mit einem Fuchse B verschen, der durch eine Thonschieberplatte b mehr oder weniger geschlossen werden kann (Fig. 8). Die Schüttöffnung c zum Einseßen der Kohlen wird ebenfalls durdy Thonplatten geschlossen; die Zugcanäle a, a.. münden durch die Deffnungen a, a, über der Rohlenschicht in die Defen und dienen zur rascheren Berbrennung der Gase u. durch Zuführung atmosphärischer Luft. Die Arbeitsöffnung O wird mit Thonziegeln vermauert, sobald die eingesepten Rohlen geebnet sind.

Der von hier aus 4 Zoll (94mm) ansteigende Hert ist wie das Gewölbe aus feuerfeften 3 Zoll (71) starken, 5 Zoll (118) breiten und 10 Zoll (236") langen Chamottesteinen hergestellt, unter denen eine 3 zöllige (71") Rolschicht von rothen Ziegeln auf einer Sandunterlage ruht; der Grund selbst ist mit Sandsteinhorzeln ausgesdılagen, ebenso die Umfassungemauern aus Sandstein hergestellt und das Gewölbe mit einer Sandschicht bedeckt, über welche bis in das Niveau der Schüttöffnung eine Lehmbecke geschlagen ist.

Xus dem Fucse B gichen die Gase durch die Deffnung K in den Canal A und aus diesem entweder durch die Deffnung D unter den Keifel oder, wenn dort abgesperrt ist, nach dem Dampfkesfelschornsteine. Der Canal A, dient für die Zuleitung der Gase von den anderen, hier nicht gezeichneten 7 Defen und A, für die wechseløweise Benußung derselben unter den anderen Reffeln.

Für den gleichmäßigen Betrieb der Wasserhaltung war die Feuerung mit den Cofsofengaren recht brauchbar; aber zur Förs derung mußten öfters Kohlen auf den Rost geworfen werden, um die Hiße zu verstärfen, und das öftere Deffnen und Schließen der Thüren war störend für die Vercokung und die Feuerung.

Zur Vercolung verwendet man hier gewaschene Koblen som kleinsten Korne, aber keine staubförmigen Kohlen oder Schlamme; in 48 Stunden werden 30 bis 36 Scheffel (311 bis 374 Hcftoliter) Kohlen vercokt, welche pro Dresdener Scieffel à 7900 jächfische Cubifzoll = 1,038 Hektoliter: 167 Pfo. zollgewicht haben.

Diese Kohlen enthalten: 73,92 pot. Rohlenstoff, 4,28 pCt. Wasserstoff, 8,66 p@t. Stickund Sauerstoff, 13,14 pCt. Asche incl. 2,41 pot. Schwefel und 3 pt. Wasser.

Das Gewichtsausbringen von schönen Sintercoks beträgt 70,28 pCt. in der Retorte und 40 bis 45 pct. im Ofen; dic Coks wiegen 75 Zollpfd. pro Scheffel (72,25 Zollpfd. pro Hektoliter) und halten 84,09 pt. Rohlenstoff, 0,37 pt. Wasserstoff

, 2,11 pWt. Stick- und Sauerstoff, 13,43 +Ct. Asche mit 1,42 pCt. Schwefel.

Die Asche befteht aus 66,84 Rieselsäure, 7,37 Shonerbe, 16,82 Eisenoryd, 3,22 Kalk, 6,25 Schwefelsäure.

Die Bercofung erfolgt den Anforderungen der Eisenbahnen entsprechend, bei denen die Coks ihre Verwendung finden, und nur beste Qualität von filberweißen Ansehen, feinförnigem Bruch ohne schwarze Herdschicht gebraucht werden kann; ordinäre Sorten aus geringeren Kohlen von 192 Þfd. Gewicht pro Scheffel (185 Zollpfd. pro Hektoliter) finden felten Verwendung.

In August 1857 brannten in windstiller Nadt Schuppen und Brennerwohnung nieder, nadidem vorher der ganze Cokevors rath verladen, und nur ein Ofen gegen Abend ausgenommen, und auch von diesem ein Theil des Coks verladen worden war. Wenn man die Möglichkeit einer Vernachläfftgung beim Ablöschen nicht ausschließen kann, so dürfte doch aus verschiedenen Gründen eine Selbstentzündung nicht unmöglich gewesen sein, denn ausgeglühter Cokø ist zwar schwer entzündlich, aber vor Zug geschüßt, feucht und noch warm, burdy allmälige Drybation bon Schwefeleifen

*) Es würde mir doch außerordentlich interessant sein, wenn nebeil den vielen Bemühungen, das erwähnte Ereigniß aus irgend einem Grunde, nur nicht nach der von mir aufgestellten Hypothese zu erklären, duch auch irgend Jemand den Versuch gemacht hätte, das Bd. X, S. 129 beschriebene, von inir oft wiederholte Erperiment oder das S. 130 aufgeführte beklagenswerthe Ereigniß in anderer Weise, als in der von mir gegebenen, zu erklären. Bis jett erscheinen mir diese früheren Erfahrungen noch bei Weitem instructiver, wie die erste Explosion des Glastessels.

**) Es ist die Frage, ob nicht der Zeiger sogar noch über das frühere Maximum hinaufgegangen wäre, wenn er nicht durch den am Manometer angebrachten Marimunzeiger daran verhindert worden wäre. Die Ges schwindigkeit des Heraufschlagens ist so groß, daß man leidyt ein federndes Nachgeben der subtilen Manometertheile annehmen kann, bevor sich der Marimumzeiger trotz seiner geringen Maffe nur in Bewegung legt. Bei späteren Versuchen soll der Marimumzeiger fortgelassen werden.

*) Die dieser Figur eingeschriebenen Maße sind, wie ilerhaupt die im Texte enthaltenen Fußmaße, sächsische. 1 Fuß sächsisch 283wm.

D. Red. (E.)

Sie unterscheiden sich hierin von den aus Badfohlen gebrannten Coke, sowie auch dadurch, daß eine Volumenverminderung gegen den Kohleneinsak stattfindet, während bei jenen oft 25 pot. Uebermaß, in Folge der blähenden Eigenschaft der Kohlen während der Vercofung, entstehen.

Die Cofe geben nach der Verbrennung eine zähflüfftge Schlacke, und die Bestandtheile an kohlenjauren Erden gehen mit dem größten Sheile des Schwefels eine unschädliche Verbindung zu schwefelsauren Salzen ein; auch durch das Ablöschen der Coks mit Wasser wird noch ein Theil des wenigen freien Schwefels durch Bildung von Schwefelwasserstoff entzogen.

Auf den Coks in den Defen sowohl, als in den Kanälen nach den Resseln und Schornstein lagern fich solche Schlacken in Folge der Raudverbrennung ab, für welche die günstigsten Bes dingungen vorhanden sind, nämlich der Feine Zuzug erwärınter Luft und Entzündung der Verbrennungsproducte in glühenden Näumen. Unter solchen Verhältnissen war auch der Zutritt von etwas Wasserdampf in die Kanäle günstig, der sich mit dem Kohlenstoffe zu freicin Wasserstoffe und Kohlenorybgas zerlegt, welche bei hinreichendem Sauerstoffe unter Weißglühhiße zu Wasser und Rohlensäure verbrennen.

Die Gewinnung der Zerseßungsproducte als Photogen, Ammoniak 26. läßt fich ohne Beeinträchtigung der Vercokung nicht ausführen, denn alsbann darf der Rauch nicht verbrennen, und dies ist, wie im Vorstehenden anseinandergefegt worden, erforderlich, um feste Coks herzustellen, die son der Oberflädje des Rohleneinfaßes bis auf den Herd gleichmäßig niedergebrannt sind.

418 Gezähe beim Ausnehmen der Cote dienen die gewöhnlidien gegabelten Hafen, die auf einer eisernen Walze hin- und herbewegt werden; der Herb wird mit einer eisernen Kraße volle ftändig gereinigt, bevor wieder Rohlen eingesegt werden.

Technische Biteratur.

einer abermaligen Entzündung fähig. Es wäre also zur Verhütung dieser Art von Entzündung Luftwechsel von Vortheil, denn das Ersäufen des Cofs in überschüssigem Wasser ist für die Qualität Deffelben von Nachtheil.

Was den Betrieb der Defen betrifft, so muß ein neuer Dfen erst allmålig ausgetrocknet werden, wozu man fich eines gelinden Holzfeuers bedient, sodann seßt man nach 12 Stunden Steinkohlen in handgroßen Stücken zu und feuert noch weitere 12 Stunden, bie Gewölbe und Wände des Dfens rothglühend werden, worauf man ihn mit 10 Scheffeln (10,38 Hektoliter) gewaschener Coke kohle besegt und das Mundloch mit Ziegelstücken bermauert, bie Fuchsöffnung, welche bis jeßt geschloffen war, durch ziehen des Schiebers zur Abführung der flüchtigen Verbrennung&producte öffnet. Man steigert nun allmälig, etwa von 5 zu 5 Scheffeln (5,19 Heftoliter) den Einsaß, um namentlich bald die nöthige Herd hiße zu erreichen, die aber kaum nach 4 bis 6 Wochen eintritt, was man aus dem Abbrande von Kindern und der unvollkoinmen vercoften Herdsdicht ersteht.

Bei einem guten Betriebe darf die Herdschicht nur 1 bis höchstens 2 Zou (24 bis 47") stark sein; oft ift fte faum 2011 (12mm) zu bemerken; der Abfal an Cinders beträgt dann nur 3 pt., zum großen Sheile durch das unvermeidliche Zerkleinen bei der Arbeit selbst.

Hat der Ofen seine gehörige Hiße, so muß man fich aber anderntheils Hüten, dic Defen zu schnell nach dem Ausnehmen in zu großer Hiße zu befeßen, denn dies erzeugt ebenfalls Cinder, die fidy Festbrennen, Tobald die ersten dünnen Lagen frischer Koblen auf den heißen Dfenherd fallen oder deffen Wände berühren.

Die hohe Esse ain Ende der Canäle, mögen die Gase nun zur Dampfkesselheizung benußt werden oder nidt, erfordert ein geregeltes Stellen der Fuchsschieber, je nachdem der Ofen im Anbrennen oder Abbrennen fich befindet, damit er weder erstickt noch zu kalt wird. Um sich hiervon zu überzeugen, ist es am leichtesten, dies mit dem Sdjüttlodyschieber zu prüfen, der, wenn er verschlossen ist, ohne verschmiert zu sein, ein ganz gelindes Bestreben des Rauches zeigen muß, dort eben noch aus dem Ofen entweichen zu wollen, während aber der Zug nach dem Fuchse durch Lüftung des Schiebers b so stark sein muß, daß er vollständig dort entweicht.

Ebenso muß die Ziegelmauer im Mundloche bis zur Höhe des Rohleneinsaßes ganz und darüber hinaus soviel gegen den Zug verschmiert sein, daß keine falten Stellen vor derselben in Dfen entstehen, weil dann die Kohlen nicht zusammenbacken, sondern in den einzelnen Theilchen ihrer ursprünglichen Größe bercoken.

Das Zusegen der Defen mit Ziegelsteinen ist ein wesentlidies Erforderniß bei diesen Kohlen, um guten Cofe zu brennen; es erzeugt dies den zu einer guten Rauchverbrennung im Ofen nöthigen, warmen Luftzug, und dieser dürfte nur der durd) jalousieartige Eisentafeln zit erreichen sein.

Die Zuglöcher a, a.. vermitteln die Verbrennung der Gase an den von Mundloche entfernteren Stellen des Ofenraumes und miffen bei Beginn des Betriebes ganz offen sein, später zum Theile und endlich ganz geschlossen werden.

Die in der Einleitung beschriebene Ofenform hat eine gceiga nete Höhe zur Herstellung dichten Coks und hält die Wärme jufammen, erleichtert die Entzündung der Kohlen, welche allemal von Dben nach Unten stattfindet, und giebt wenig schwarze Herdschidyt. Wenn ein Ofen ausgenommen und auf's Neue besegt ist, macht man anfänglich den Fuchsschieber zu und läßt nur die Schüttöffnung ein wenig geöffnet, damit sich die Wärme nicht verliert, sondern die Rohle entzündet, was durch anfänglich bläulichen, dann dichten gelblichen Rauch zu bemerken ist; sodann öffnet man den Fuchsschieber, damit durch Zutritt frischer Luft aus den Zuglöchern ftdy die flüchtigen Zersegung&producte entzünden und nach den Canålen entweichen können. Es brennt natürlich zuerst die Oberflache der Rohlen, die glatt abgestrichen sein muß, damit der Coke gleichmäßig im ganzen Ofen niederbrennt. Die Hiße im Ofen ist dann eine ganz intenstve, und die Vercokung erfolgt ohne Raudy, welcher allemal ein Zeichen eines schlechten Ofenganges ift.

Die zur Cok&bereitung dienenden Rohlen müssen möglichst frischgefördert vercokt werden, denn durch längeres Liegen verlieren fte Wasser, Bitumen, Stickstoff und Kohlensäure und dadurch die Eigenschaft, beim Vercoken zusanımenzusintern und gute, feste, ftanglich abgesonderte, hellklingende Coke zu geben, die am Ropfende filberglänzende Perlen und zwischen den Spalten haarförmige Büschel als charakteristisches Merkmal zeigen.

Chemie. Ueber Schwefeleyanverbindungen. Otto Hermes beschreibt in Erdmann's, Journal für praktische Chemie" (Nr. 8, 1866) die Schwefelcyanwasserstoffsäure und ihre Salze.

Die vortheilhafteste Bereitung der wasserhaltigen Schwefelcyanwafserstoffsäure ist seinen Angaben nach die Zerseßung der Schwefelebaninetalle und besondere des Schwefelcyanqueciilber durch Sdywefelwasserstoff. Es gelang ihm auf diese Weise, eine reine Säure von 1,040 specifischem Gewichte bei 17°C. zu erhalten, die 12,7 pGt. wasserfreie Säure enthielt.

Die wasserfreie Schwefeleyanwasserstoffsäure ftellte Verfasser nach Wöhler's Methode dar durch Zerseßung von Schwefelcyanquecksilber init trockenem Schwefelwasserstoffgas.

Von den Schwefelcyanverbindungen sind es hauptsächlich dic Quecfftsbersalze, die er in oben bezeicynetem Artikel beschreibt.

Außerdem giebt Verfaffer cine verbesserte Darstellungsweise ter Ueberschwefelblausäure an. Wir verweisen unsere fich für dicsen Artikel intercsfirenden Leser auf den ausführlichen Bericht in dem „, Journal für praktische Chemie“.

. H.

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