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fahrung die beste Lehrmeisterinn; ich werde daher auch in den Anmerkungen zu den Tabellen öfters Gelegenheit haben, über Erkennung des Werthes der Steine nach den verschiedenen Lagen des Spieles deutlichen Unterricht zu geben. Laufer und Springer sind zwar, wie schon oben bemerkt, von gleicher Stärke, und ihre Umtauschung gegen einander kann im Allgemeinen für keinen Nachtheil erklärt werden, doch wird folgende Aufzählung der einem jeden eigenthümlichen Vorzüge sehr viel dazu beytragen, ihren, nach der Lage des Spieles relativen Werth richtiger bestimmen zu können.

51 a) Vorzüge des Springers vor dem Laufer. 1) Durch Unterstützung eines Springers geht ein Bauer, welcher zu Ende des Spieles auf einer Thurmlinie steht, sicher zur Dame; der Laufer bewirkt dieß nicht, wenn er nicht von der Farbe des Eckfeldes ist. . " . 2) Das vom Springer gegebene Schach kann nicht gedeckt werden. . . . . . . 3) Der Springer deckt das Schach in mehreren Richtungen. * . . 4) Ein Springer kann abwechselnd, weiße und schwarze Felder betreten und angreifen, welches besonders bey Verfolgung der Bauern von großem Vortheil ist. 5) Die Springer vertheidigen sich einander gegenseitig; die Laufer nicht. 6) Des Springers Gang bringt ihn über andere Steine hinweg, der Laufer wird dadurch aufgehalten. 7) Bey verwickelten Stellungen dringt deßhalb der Springer leichter ein. 8) Den Gang des Springers hat kein anderer Stein. 9) Er allein kann ersticktes Schachmatt geben. 1o) Der Verlust eines Springers, kann in den mehresten Fällen durch den an der n ersetzt werden; der Verlust eines Laufers bringt den Nachtheil, entweder die weißen oder die schwarzen Felder nicht mehr angreifen zu können, wodurch oft der angelegte Plan auf einmahlgänzlich zerstört wird. b) Vorzüge des Laufers vor dem Springer. 1) Die Laufer bedrohen den Gegner von weitem. 2) Ein Laufer und ein Bauer können sich wechselsweise unterstützen.

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3) Der feindliche König kann den Laufer nicht ver-
folgen.
4) Der Laufer kann den Springer eingeschlossen hal-
ten, und ihm den Ausgang verwehren, bis ihn
der König oder ein anderer Stein befreyt.
5) Ein Laufer, zur Deckung des Schaches vor den
König gestellt, greift zugleich an.
6) Zwey Laufer erzwingen das Matt, zwey Sprin-
ger nicht. - -
7) Zwey Laufer gegen die Königinn machen remis,
zwey Springer verlieren gegen sie.
8) Ein Laufer und ein Thurm können gegen einen
Thurm matt machen; Thurm und Springer gegen
Thurm bleibt remis. -
Entwerfung eines Planes, und dessen
Ausführung.
Bevor man daran denken darf, einen Plan zu
entwerfen, müssen die Steine alle frey und so gelagert
seyn, daß man sich ihrer nach Willkühr bedienen kann.
Die ersten Züge geschehen daher eigentlich nicht um an-
zugreifen, sondern bloß um die Steine in eine solche
Stellung zu bringen, daß man nachher mit allen Fi-
guren bequem, zum Vorhaben dienlich, desto nachdrück-
licher agiren kann.
Eine solche Stellung wird erreicht:
1) Wenn man verbundene Bauern in die Mitte des
Schachbretes zu bekommen sucht, welche der Geg-
ner ohne Schaden nicht trennen kann. Solche Mit-
telbauern sind von Wichtigkeit, sowohl beym An-
griff als bey der Vertheidigung, weil sie die Fi-
guren des Gegners am meisten hindern, in unser
Spiel einzufallen. Kann man aber diese Mittel-

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