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anmerkung. 11 Diese Gefeße sind in Deutsdland allgemein von den ersten Spielern angenommen; jedoch kommt es auf:

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natürlich und geidungen ist, als viele von Staminas Ends
spielen.
&, F 8. D.D8. E, A 8. H 8. £, E 7.5, E6. G 8

· B, A 7. B 6. C 5. D 6. E 5. H 7.

Weis hat durch Zufall und Fehler des Gegners alle Figuren erhalten ; dů unserm Behufe ist abe: nur die Stel, lung von folgenden ju bestimmen, als

D, E 3. £, B 5. 6, E4. F5 In dieser Lage ist ein weißer Bauer bis auf G 7 vorgedrung gen, wo er ießt Schad, König und Thurm gibt. Der schwarze König kann nicht anders ausweichen als F-7. Weiß nimmt nunmehr den schwarzen Thurm, mit dem Bauer, welcher aber; obigem Gesetz zufolge, so lange als ein unbes nahmter ftehen bleiben muß, bis eine Figur verloren gegans gen ist, in deren Wirkung er in dem Hugenblick zu treten hat, als dieselbe vom Schachbreie verschwindet. Daß der --König nicht selbst ins Sdach gestellet werden, oder über einen Zug darin stehen bleiben darf, ist ein aus der Natur dieses Spieles hervorgehendes, durch keine Bedingung einzuschräna kendes Gesek. In unserm Penspiele befindet sich aber ießt der schwarze König in der Richtung des Angriffes des viels leicht in einem Springer fich verwandelnden Sauers. So lange er also auf diesem Felde sieht, können die benden weißen Springer ungestraft jeden Stein des Gegners nens men ; denn in dem Augenblid, als Schwarz einen weißen Springer zurüd nehmen würde; trete der Bauer in die Wirkung desselben, und der schwarze König stände im Schach. Da sich nun der König nicht selbft ins Schach reßen darf, so müß, te man entweder erlauben, daß dwarz gwen Züge hinter einander machte, oder daß der weiße Bauer erst nach dem nächfien Zuge des weisen in den Rang des verlornen Spring gers zu treten habe. Eins ist Yo lächerlich und den ersten Res geln des Spieles zuwider , wie das andere, und es bleibt kein anderer Uusweg, als daß Schwarz feinen Springer nehmen dürfe, so lange sich sein König auf F7 oder Go befindet. Um das Lächerliche dieses Geseges noch deutlicher ans Licht zu sehen, wollen wir unser Spiel weiter vers folgen. Gefeßt: Weiß gäbe nun mit dem Springer E 4 durch das Nehmen des Bauers auf Do Schadh, so darf Sdware

Verabredung der Spieler an, ob sie sich im Allgemei. nen darnac richten, oder ben einem oder dem andern Ausnahmen machen wollen. Besonders ist es anzurathen, sich mit fremden Spielern, mit denen man vielleicht um einen hohen Preis spielen will, über den bes treffenden Gegenstand des Gefeßes XIII. XIV. XV. XVI. und XVII. bestimmt zu verabreden.

aus obigem Grunde nicht nehmen, er muß daher den Kös nig siehen. Hehet er F 8 oder F 6, to ist es in benden Fäls len Matt durch das ödhach der Königinn auf H6, denn nähme der Springer auf G 8 die Königinn, so träte in dem Uugenblicke der Bauer in die Wirkung derselben, und der König stände im Schach. Wiche aber der König auf G 6 aus, so nähme der Springer auf F 5 den Laufer auf E 7, gäbe wieder Schade, und so gingen alle Figuren, und gewiß auch das Spiel verloren. Jeder dachspieler wird leicht im Stans, de feon, sich alle aus diesem Geseße entspringenden Lächerslichkeiten und Jnconsequenzen selbst zu entziffern. Es wäre daher sehr zu wünschen, daß man allgemein das uralte Gereß wieder in Wirksarnfeit treten lassen wollte, nach wels chem der Opieler, welcher einen Bauer zur Dame bringt, bee rechtigt ist, sich eine neue Königinn, oder jede andere Figur dafür geben zu lassen, unbeachtet, ob er diese schon verlos ren babe oder nicht. Die Ukademie der Schachliebhaber 318 Paris, und mehrere neuere berühmte Schachspieler haben sich ebenfalls dafür erklärt. Wollte man aber doch eine Einschränkung darin machen, aus dem Grunde, weil stoer Königinnen zu viel übergericht geben würden, so könnte inan dieses Gesetz auf folgende Urt abändern:

Wena einer von benden Spielern einen Bauer bis auf das erste Feld des Gegners bringt, so kann er sich eine jede Fis' gur dafür geben lassen, welche er nach der Lage des Spier les am vortheilhaftesten ju brauchen gedenkt, ohne Rüdlicht, ob er dieselbe schon verloren hatte oder nicht; nur allein die Möniginn darf er nicht verlangen , idenn die feinige noch im Spiele ist. Jedoch muß der Spieler gleich bey dem Hineins ziehen in die Dame die Figur bestimmen, welche er zu haben wünscht, damit sich der Gegner beu seinem folgenden Zuge darnach zu richten weiß, indem diese Figur augenblidlich in Wirksamkeit tritt, und mit derselben gleich ben dem Hinein sieben in die Dame Snach gebothen werden kann.

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Theoretische Grundfäße.

, Einleitung. Wie foon früber beri Erklärung der Bedeutung der Qusdrücke o da d und Matt erwähnt wurde, bestimmt in dem Schachspiele nicht die Erbeutung oder der Vers lust der einzelnen Figuren zugleich auch den Verlust oder Gewinn der Partie, sondern derjenige bleibt Sieger, welcher den König des Gegners durch den Ans griff feiner Steine in eine solche Stellung gebracht hat, daß er sich gegen denselben nicht mehr decken kann, und sich daher gefangen geben muß. Der König ist also der Hauptstein, durch welden alle andern erst Leben, Be: deutung und Wirksaméeit bekommen, und welche ohne Unterschied erforderlichen Falles zu seinem Sduge aufgeopfert werden müssen. Er selbst ist unverleßlich, und kann nie genommen werden, denn in dem Augenblicke, als er vom Sdad brete verfdwände, wäre aud die Partie beendigt. Daber darf er auch nie ein Feld be: treten, welches dem Angriff einer feindlichen Figur auss gereßt ist.

Selbst jeder Anfänger wird nun leicht einsehen, daß der eben angeführte Endzweck des Spieles, den feindlichen König gefangen oder matt zu regen, gegen einen aufmerksamen Gegner nicht durch wenige Züge

in der Mitte seiner Figuren zu erreichen ist, da dersele be eben diese Absicht gegen mich hat, und ihm auch ebenfalls dieselben Mittel zu Gebothe fteben; das Matt kann daber mebrentheils nur durch viele zweckmäßige, die Angriffe des Gegners vereiteinde, und auf oft febr entfernte Folge berechnete Züge bewirkt werden. Ben der unendlichen Menge der möglicher Weise zu ma. denden Büge und Gegenzüge, würde es eine die menschlieben Kräfte übersteigende und der ungeheuren Weits läufigkeit wegen doch unbenußbare Arbeit fenn, für jede nur immer denkbare Stellung den bestmöglichsten Zug zu bestimmen. Man muß fich daher begnügen, allgemeine Regeln anzugeben, und den Nußen der Befolgung derselben durch mehrere praktische Benspiele zu belegen,

Es ist gar nicht gleichgültig; mit welchen Zus gen man eine Partie anfangt, denn von ibnen hängt meistens der Gewinn und Verlust ab. Lagert man gleid Anfangs seine Steine so, daß inan alle nach Willkühr jur Kertheidigung und zum Angriff gebrauben kann, so wird man einen entschiedenen Vortheil über einen Gegner haben, welcher im Anfange nur mit einer, böch: itens zwer Figuren spielt, oder seinen Steinen durch sei: ne ersten Züge selbst den frenen Ausgang versperrt. Es gibt daber gute und schlechte Anfangøzüge. Gute sind jene, durch welche der Bortheil, seinen Figuren fregen Ausgang zu verschaffen erreicht wird, schlechte hingegen sind diejenigen, durch welche eine Figur die andere sperrt, oder durch welche der König unnöthiger Weise dem Angriffe des Gegners ausgelegt wird.

2lus diesem Gesichtspuncte betrachtet, ist die Anzahl der guten Änfangsgründe sehr gering, denn nur wenige verschaffen den eben erwähnten Vortheil. Mei

ster in der Schachspielkunst halten schon seit langen Zeis ten für das zweckmäßigste, auf den ersten Zug den Pion des Königs von benden Seiten zwen Schritte vorzurüs eken, weil durch keinen anderen Zug so vielen Figuren frener Ausgang verschafft wird.

Den besten zweytent Zug zu bestimmen, find fie fchon uneins. Beretrer und Schüler des berühmten Philidor ziehen auf den zwenten Zug den Königse laufer auf das vierte Feld des Laufers der Königinn, und verwerfen gang den Zug des nicht minder berühm: ten lolli und seiner Anhänger, das Königspferd auf das dritte Feld des Laufers des Königs zu spielen.

Diese Gründer zweyer bekannten Schachspielsecten waren beyde vortrefflide Künstler, und jeder hat in seis ner Urt zu spielen etwas besonders ausgezeichnetes und Schönes. DasPionspiel des Philidor und seine Stär: ke mit dem Laufer in Verbindung mit den Pions ist unvergleichlich, aber eben so zu bewundern ist es, mit wel: cher Gesdiglichkeit Polli feine Figuren, besonders die Pferde, zu gebrauden und mit ihnen Einfälle in das feindliche Spiel gll machen versteht.

Aber nicht allein in den Anfangszügen, sondern auch in der Fortsegung des Spieles sind diese benden Meis ffer sebr von einander verschieden, ja oft find sie gang entgegen gefegter Meinung. So behauptet 3: B. Phis lidor, der Gambitspieler müffe gewinnen oder wenigs ftens Remis machen; Polli läßt ihn verlieren.

Durch diese zwer Schriftsteller *) sind also nun

*) Analyse du jeu des échecs , par Philidor. 8. Londres 1777. oder 18 Paris. Koenig 1804.

Philidor, 1. D., praktische Anweisung zum Sdachspiel.

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