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Nach einem, freilich nur ungefähr gemachten, Ueberschlage meiner Materialiensammlang zu dem Lexikon deutscher Dich. ter und Prosaisten, glaubte ich diejenigen Schriftsteller, wel. che ich vor der Hand zu bearbeiten dachte, in drei Bånden zu. sammenfaffen zu fónnen. Allein bei der wirklichen Ausarbeitung für den Druck wurde ich schon am Ende des zweiten Ban. des gewahr, daß ich kaum mit dieser vorläufig bestimmten Anzahl von Bånden ausreichen würde. Ich entschloß mich also schon damals, zumal bei dem sowohl offentlich als in Privatbriefen gegen mich geåußerten Wunsche, daß ich doch ro manchen andern, ebenfalls merkwürdigen Schriftsteller, wenn er auch nicht zu den Sternen erster Große zu rechnen seyn soll. te, nicht vermiffen lassen möchte, lieber noch einen vierten Band hinzuzufügen *). In diesen Band hoffe ich, wenig. ftens bis jeßt, die noch übrigen vorzüglichsten Schriftsteller zusammendrången zu können. Da ich übrigens den plan und die Absicht meines Werks in der Vorrede des ersten Bandes hinlänglich auseinander geregt zu haben glaubte, so ließ ich den zweiten Band des teritons ans Licht treten, ohne densel. ben mit einer neuen Vorrede auszustatten, und so wurde auch der jeßige dritte Band ohne solche erschienen reyn, wenn nicht andere Umstånde mich anders bewogen håtten.

Eine

*) Es kommt dazu, daß mdhrend der Ausarbeitung des ersten und zweis

ten Bandes (was ich nicht vorhersehen konnte) so manche Schriften erschienen, die nun ebenfalls noch aufgeführt, der Inhalt angegeben, Beurtheilungen nach ewiesen werden mußten u. s. w. Desgl. neue Ausgaben diterer Schriften. Man erinnere sich 3. B. nur an die neuen Ausgaben von Engels, Serders 4. 4. Werken.

Eine in der Halisden Augem. Lit. Seit. erschienene Be. urtheilung meines Werks ist von der Art gewesen, daß ich, da meine literarische Ehre mir nicht weniger am Herzen liegt, als meine bürgerliche, unmöglich dazu schweigen kann, indem ich mir es vollkommen bewußt bin, bei allen von mir relbst zuges ftandenen jeßigen Mängeln und unvollkommenheiten meines Buches, eine solche Herabwürdigung nicht verdient zu haben. Man hat mich auf den Kampfplat gezogen; denn ich habe meis nes Wissens niemand die geringste Ursach gegeben, mir einen so hohen Grad von duldendem Rammessinne zuzutrauen, daß ich bei so ungerechten Urtheilen, so håmischen Berlåumdungen, ro falschen Beschuldigungen, unter der Sand des Scherers den Mund nicht aufthun würde. Ich finde keinen Gefallen an gelehrten Kämpfen, sondern liebe den Frieden. Såtte man auf gerechte Weise mein Bud) getadelt, selbst wenn es mit ale ler Strenge geschehen wäre (obwohl ich aus Gründen, die ich in der Vorrede zum ersten Bande des Lexikons auseinander geregt habe, auf billige Schonung Anspruch machen zu dürfen glaube) ich würde diesen Tadel aufgenommen haben, wie ihn jeder Schriftsteller aufnehmen muß, dem es um Bervollkomms nung seiner selbst und seiner Arbeit zu thun ist; und dem Res censenten meinen Dank nicht nur im Herzen, sondern mit Vers gnügen auch offentlich bezeigt haben, so wie ich hiermit allen den würdigen Männern aufs wärmste und herzlichste danke, die mir bisher aus eigenem freien Antriebe ihre Erinnerungen, Jurage, Berichtigungen u. P. w. mitzutheilen die Güte gehabt haben, und sie angelegentlichst ersuche, mich ferner ihrer Bes lehrung und Leitung zu würdigen.

Wie gesagt, ich liebe die Ruhe und den goldenen Frieden. Auch weiß ich überhaupt meine Zeit besser anzuwenden, als mich, zu gewohnlich nur sehr geringer Erbauung, wo nicht gar offenbarem Verdrusse des Publikums, mit einem schadenfrohen Recensenten vor aller Welt berumzuduelliren. Bringt man mich ja einmal aus meiner gewohnten Gleichmi. thigkeit - ei nun, so mache ich denn wohl einmal, nur so zum Spaß, einen kleinen Streifzug mit falk, bloß um zu zeigen, daß ich allenfalls auch noch ein rolches Ding zu

machen

machen verstehe *) Das ist denn bald in wenigen Zeilen ab. gethan, und alle Fehd' hat ein Ende. Aber ernftlicher muß es nicht kommen. Das eigentliche Helm- und Panzeranlegen hat für mich zu wenig Behagliches und Reizendes, als daß ich mir nur selbst dabei gefallen fønnte. Indessen ist es mir dieß. mal zu nahe gelegt worden. Ich muß mich schon in die Nothwendigkeit fügen, und gegen das Bombardement des Hrn. Ger neral N. N. von Kellerwinkel mein Geschüß ro treffend, als möglich, zu richten suchen. Um aber meinen Gegner nicht, ganz wider dessen Bermuthen, und gleichsam in der Nebelfap. pe - denn das ziemt sich nimmer, würde der alte somer las gen - zu überfallen, ließ ich unter dem 14. November 1807 mit meines Nahmens fórmlicher Unterschrift folgende Briegserklärung offentlich bekannt machen. Ankündigung einer Apotheose der, in der allischen

Algem. Lit. Zeit. 8. J. Num. 232. S.609 -613. und Num. 233. S. 617 – 623. erschienenen, Reo cenfion meines Lepikons deutscher Dichter und Prosaisten. Bð 1. 2. Leipzig, in der Weidmann. Buchhandl. 1806. 1807. (eigentl. 1805. 1806.)

med. 8.

Das Publikum hat mein Werk einer freundlichen Aufnahme gewürs digt. Auch sind alle bisherige öffentliche Anzeigen und Beurtheilungen dess selben für mich sehr ermunternd gewesen – bis auf zwei. Ich hatte nem: lich Bd 1. S. 505. des Leritons in einer Anmerkung, und B8 2. S. 652 ff. beildufig in dem Artikel Chr. Ew. von Kleist, den verstorbenen Xamler gegen die muthwiligen Berunglimpfungen Hrn. Fall's und Srn. Körte's vertheidigt, dem legtern auch seine undankbarkeit gegen Frn. Bibliothekar Biester in Berlin, und seine Grobbeit gegen Hrn. v. 68 Einge verwiesen. Ich muß es doch recht gut damit getroffen haben, da man sich deshalb so viel Mühe giebt. Zuérst trat Hr. Falk wider mich auf. In seinem Elysium und Tartarus wolte er die iinzuverläßigkeit meines Buchs überhaupt zeigen, und machte zu dem Ende in groteskem Styl einige Streifzüge mit Jordens. Ein mir Unbekannter antwortete Arn. falf, vertheidigte die Zuverlaßigkeit meiner Urtbeile, und zeigte, daß Sr. Falk (!!) der einst als Dichter einige Hoffnung erweckt habe, jest nicht einmal mehr im Stande sei, zusammenhdngend in Brosa fich auszudrüden. Auch ich selbst fand mich bewogen, zur Wiedervergeltung,

*) Wozu, unter uns gesagt, verdammt wenig gehört.

C

in einem öffentlichen Blatte einen Streifzug mit falt zu machen: zwar nur einen einzigen, der aber frn. Falk, wie es scheint, nicht nach mehs seren begierig gemacht hat, womit ich sonst zu dienen nicht erinangelt bas ben würde. Jeßt ift Hr. Körte im Intelligenzbl. der Gallischen aug. Lit. Zeit. num. 70. mit tiotizen und Berichtigungen gegen mich aufs getreten, und bat da, wie ihm zu sagen beliebt, etwas beseitigen und berichtigen wollen, was aber leider ! felbft wieder beseitigt und berichs tige werden muß. D hatte er doch statt dessen für seine eigene Haut ges sorgt, und vor allen Dingen erst das beseitigt und berichtigt, was Fr. Hofr. Voß in der neulich erschienenen kleinen Schrift: Ueber Gleims Brieffammlung und legten Willen. Ein Wort von Joh. Heinr. Vol. Angehångt ein Brief von friedr. Seinr. Jacobi. Seidels berg 1807. 8. gegen ibn in scharfer Rüge bekannt gemacht hat. „Da keht er, der Hr. Wilhelm Körte!“ sagt Hr. Voß am Ende seiner Ers zdhlung. Und alle Leser seçen hinzu: Ja, da steht er, der herrliche Hr. Korte in seiner ganzen Schande und Bloße. Um dieselbe Zeit erschien in den schon angezeigten Nummern der 2. L. 3. cine Recension meines Buchs, in welcher dasselbe auf die ungerechteste Weise beurtheilt, und sein Werth auf den Werth etwa eines Buchhandlerkatalogen berabgeseßt wird. Lasie sich indessen niemand dieß Urtheil anfechten. Ich werde in der Vorrede zu dem, nunmehr bald vollendeten, dritten Bande meines Lexikons den Werth jener Recension und ihres Verfassers sehr deutlich vor Augen legen. Der Recensent nennt mich unter andern einen geistlos sen Kompilator. Nun, wir werden ja sehen, wie geistreich er selbst, mit rammt seiner Recension, ift. Ich werde zur vollkommensten Ueberzeus gung eines jeden darthun, daß fie ganz und gar nichts, als ein Gewebe der boshaftesten Verläumdung, unverschämtesten Lügen, und abs geschmackresten Behauptungen enthalt. Anspruchslos und mit aller Bes scheidenheit habe ich mein Buch dem Publikum übergeben. Das Publikum sei Richter zwischen mir und dem Recensenten. Auch werden diejenigen öffentlichen Beurtheiler des ferifons, welche mir thren Beifal geschenkt haben, ohne deshalb bloße Lobpreiser zu reon, und sich durch diese Recens fion fompromittirt fühlen müssen, das mir ertheilte lob alß nicht unges gründet zu rechtfertigen wissen, und ich bitte, gelegentlich dieses zu thun; so wie ich jeden kompetenten Literator hiermit ersuche, wo es schicklicher Meise geschehen kann, zu erklären, ob er die Recension meines Bucheb in der Sallischen 4. L. 3. ich will nicht sagen für billig (wiewohl ich wegen der Schwierigkeiten und des Umfangs meines Werks allerdings auf bilige Schonung Anspruch machen zu dürfen glaube) sondern nur für ges recht halten könne. Wahrbaftig! solche Recensionen müssen ja wohl die deutsche Stritit im Inn- und Auslande veráchtlich machen, und Institute entehren, die sonst ihren guten Nugen baben und alle Achtung verdienen.

Dieß die Kriegserklärung ; nun zur Feldschlacht.

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