Schabbat: Sabbathalacha und -praxis im antiken Judentum und Urchristentum

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Mohr Siebeck, 1999 - 678 Seiten
English summary: The sabbath is important as a Jewish 'identity marker'. Lutz Doering investigates sabbath law and practice in Second Temple Judaism and Early Christianity from the Elephantine ostraca until the second Jewish revolt. All available sources and traditions for that period pertinent to the issue are analyzed and compared with one another. What emerges is a multiform picture of sabbath law and practice. Not only common traditions and lines of development but also divergent halakhic viewpoints can be recognized. Though the sabbath was shared by virtually all Jews in antiquity, its details were sometimes shaped in different manners. German description: Der Sabbat ist eines der wichtigsten Merkmale judischer Identitat. Lutz Doering richtet seinen Blick auf die Antike und sucht nach Regelungen ('Halacha') und konkretem Verhalten ('Praxis'), die mit dem Sabbat in Zusammenhang stehen. Dabei spannt er den Bogen von den Elephantine-Ostraka (ca. 475 v. Chr.) bis zur folgenreichen Zasur des zweiten judischen Aufstands (132-135 n. Chr.). Er analysiert und vergleicht unter anderem die einschlagigen Abschnitte aus dem Jubilaenbuch und Qumrantexten, Philon und Josephus sowie Belege auf Papyri und Ostraka. Ausserdem zeigt er Grundlinien fruhrabbinischer Sabbathalacha auf. Wie ist im Neuen Testament der Umgang Jesu und der urchristlichen Uberlieferer mit dem Sabbat dargestellt? Welche Auskunfte gibt das Neue Testament uber judische Sabbathalacha?Lutz Doering zeigt, dass Sabbathalacha und -praxis bis zum Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. vielgestaltig sind. Die verschiedenen Segmente des Judentums haben Sabbatvorschriften entwickelt, die uber die sparlichen biblischen Vorgaben weit hinausgehen. Neben Gemeinsamkeiten und Entwicklungslinien kann man auch gegensatzliche halachische Positionen feststellen. Es wird deutlich, dass der Sabbat zwar eine von der Mehrzahl der Juden geteilte Institution ist, aber im einzelnen unterschiedlich realisiert wird. Eine mogliche Realisierung findet sich bei Jesus von Nazaret, der im Horizont eines eschatologischen Sabbatverstandnisses auch an diesem Tag heilt; sein Verzicht auf halachische Absicherung bleibt grundlegend fur den christlichen Umgang mit dem Sabbat.
 

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Inhalt

Forschungslage und These
7
Methode und Gliederung
13
Der Sabbat in der jüdischen Militärkolonie
23
Zusammenfassung
42
Sabbat und Sabbathalacha nach Jub 2 und
51
Stellung und Stellenwert des Sabbats im 364TageKalender
108
Zusammenfassung
116
Zum 2000EllenSabbatweg vor 70 n Chr
151
Zur Freizeitgestaltung einiger Juden am Sabbat
353
Zusammenhang von Sabbatthematik bei Philon
374
Zusammenfassung
383
Zusammenfassung und Einordnung des Befunds der Ostraka
396
Das Ährenraufen der Jünger am Sabbat
408
Das Apophthegma vom Sabbatarbeiter Lk 65D
438
Zusammenfassung
476
Sprachgebrauch literarische Zusammenhänge
485

nach draußen und umgekehrt
178
Wohnhaus
186
Fragmente aus Höhle 4Q mit expliziter Sabbathalacha
215
zum Sabbatkodex der Damaskusschrift
223
Stellung und Stellenwert des Sabbats im 364TageKalender
255
Verarbeitung biblischer Texte in den Quellen zur Sabbathalacha
267
Zusammenfassung
278
Der Sabbat im Spiegel paganer Quellen aus hellenistisch
285
Literarisch überlieferte Aktenstücke und Nachrichten
294
Der Sabbat im Werk des Aristobulos
306
Tradent und Interpret von Sabbathalacha
315
Zu Sabbatverständnis und praxis der extremen Allegoristen
347
Zusammenfassung
506
Zu Sabbathalacha und praxis der Pharisäer und Sadduzäer Boethusäer
516
Grundlinien der Entwicklung frühtannaitischer Sabbathalacha
527
Zusammenfassung
535
Der makkabäische Beschluß am Sabbat aktive Gegenwehr zu leisten
547
Die Schammai zugeschriebene bedingte Erlaubnis einen Angriffskrieg
554
Tendenz zur Strenge und Relikte einer konservativem Verweigerung
560
Verhältnisbestimmungen Folgerungen Ausblick
566
Tabellen
581
Stellenregister Auswahl
641
Autorenregister
663
Urheberrecht

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Über den Autor (1999)

Lutz Doering, Born 1966; studied Theology and Jewish Studies at Erlangen, Jerusalem and Heidelberg; 1998 Dr. theol., Gottingen; 1999-2003 Wissenschaftlicher Assistent, Jena; 2004-09 Lecturer in New Testament, King's College London; since 2009 Reader in New Testament and Ancient Judaism, Durham University.

Bibliografische Informationen