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die Wärme eine Undichtheit des geschlossenen Ventils absolut nicht herbeiführen kann. Wiederholte und ausgedehnte Versuche an ausgeführten, mit dieser Steuerung versehenen Maschinen, insbesondere an der neuen Betriebsmaschine der Herren Löblich & Sohn in Berlin, welchen in den Tagen vom 10. bis 13. März d. J. mehrere Autoritäten und Sachverständige beiwohnten, haben die nachfolgenden Resultate festgestellt und die bedeutenden Vortheile dieses Systems gegen die Corliss- und Sulzer-Steuerung oder ähnliche Klinkenmechanismen erwiesen. 1) Sowol das Einlass- als auch das Auslassventil wird bei dieser Steuerung rasch gehoben und, was von grösster Bedeutung ist, ohne es fallen zu lassen, rasch geschlossen. Es wird hierdurch eine vollkommen zuverlässige, äusserst exacte Wirkung erzielt, während bei der Corliss-, Sulzer- oder ähnlichen Steuerungen das Einlassventil im Punkte seiner höchsten Erhebung fallen gelassen wird, was gerade jenen Theil der Wirkung, welcher den Werth der Maschine bestimmt, veränderlich und stets unzuverlässig macht. 2) Giebt diese Maschine alle Expansionsgrade zwischen 0,01 und 0,8 Cylinderfüllung, und zwar wird jede augenblicklich erforderliche und genügende Cylinderfüllung jederzeit vom Regulator bestimmt, wodurch selbst bei bedeutenden Widerstandsschwankungen eine stets constante Umdrehungszahl innegehalten wird und die Maschine unter allen Belastungen in der ökonomischsten Weise arbeitet. 3) Zeigt das Indicatordiagramm in Fig. 5, Taf. XVIII, welches bei 50 Umgängen pro Minute, als der Normalgeschwindigkeit der Maschine, aufgenommen wurde, dass jede Drosselung des Dampfes fast vollständig vermieden ist. M 4) Hat sich gezeigt, dass man Maschinen mit dieser Steuerung mit bedeutend höherer Kolbengeschwindigkeit, die in Rede stehende selbst mit 80 bis 90 Umdrehungen pro Minute laufen lassen kann, ohne irgend welche, einen schädlichen Einfluss fürchten lassende Stösse wahrnehmen zu können. Die genannte Maschine lief mit 80 bis 90 Umdrehungen so geräuschlos, dass man selbst bei dieser Geschwindigkeit auf eine unerreicht lange Dauer des Dampfdichtbleibens der Ventile schliessen

kann, da sich die Geschwindigkeitsverhältnisse beim

Ventilschlusse nie, auch nur um ein Geringes, ändern können. Dieser Umstand insbesondere bildet den hervorragendsten Vortheil der Collmann-Steuerung gegenüber der Corliss-, Sulzer- oder ähnlichen Steuerungen, da bei diesen letzteren die Geschwindigkeit des Ventilschlusses von der Grösse des schliessenden Gewichtes oder Federdruckes von dem leicht veränderlichen Luftbuffer widerstand, und von den stets veränderlichen Reibungswiderständen, besonders in den Stopfbuchsen abhängt und daher selbst bei grosser Aufmerksamkeit niemals constant erhalten werden kann. Dieser Umstand bedingt, dass man bei der Sulzer-Steuerung und den Klinkensteuerungen im Allgemeinen, um sicher zu gehen, mit der Endgeschwindigkeit beim Ventilschluss im normalen Gange um ein nicht Unbedeutendes unter dem zulässigen Maximum bleiben muss, um nicht durch zufällige Ueberschreitung dieses Maximums sich dem Ruin der DampfabschlussOrgane auszusetzen. 5) Sind bei dieser Steuerung alle Luftbuffer, Klinken und Spiralfedern gänzlich in Wegfall gekommen, und ist der Mechanismus keinerlei Abnutzungen, welche ein häufiges Auswechseln von einzelnen Theilen bedingen würden, unterworfen. Selbst minder geübte Maschinisten sind daher zur Wartung einer derartigen Maschine geeignet, ohne den Besitzer der Gefahr auszusetzen, dass sich die Wirkungsweise der Steuerung

durch Unkenntniss oder Unachtsamkeit verschlechtere;

der Besitzer ist aus diesen Gründen bei Weitem nicht so abhängig vom Maschinisten, wie es bei den anderen angeführten Steuerungen der Fall ist, wo die heikliche Luftbufferwartung, verbunden mit der Nothwendigkeit, von Zeit zu Zeit einzelne Theile auswechseln zu müssen, die correcte und ökonomische Arbeit der Maschine vollständig von der Befähigung und Aufmerksamkeit des Maschinenwärters abhängig macht. 6) Erweist sich der Zustand der Ventile, insbesondere der Schlussflächen derselben, selbst nach jahrelanger Arbeit, als ein durchaus tadelloser, und durch die eingehendsten Experimente ist erwiesen, dass die Construction, namentlich dieser Schlussflächen, selbst unter den verschiedensten Temperaturen, stets einen absolut dichten Abschluss der Doppelsitzventile unbedingt herbeiführt.

Theoretische Untersuchung der Dampfarbeit in der Compound-Receiver-Maschine. Von M. Westphal, Ingenieur in Berlin.

Die Bedeutung, welche die Compound-ReceiverMaschine in der Neuzeit gewonnen, führt zu der Nothwendigkeit, nach den besten Verhältnissen zu deren Construction zu suchen, um sich in allen Fällen die Vortheile dieses vorzüglichen Maschinensystems voll zu sichern und Missgriffe zu vermeiden. Wenn auch auf theoretischem Wege entwickelte Formeln ohne sorgfältig angestellte Versuche an ausgeführten Maschinen nicht den Anspruch machen können, endgiltige Re

sultate zu liefern, so ist es doch ohne eine theoretische Untersuchung weder möglich, zu einer Klarheit in der Wirkungsweise zu gelangen und das Erreichbare kennen zu lernen, noch auch aus Versuchsresultaten den vollen Nutzen zu ziehen. Die Streitfrage, welches Gesetz zwischen der Spannung des Dampfes und seinem Volumen bei der Expansion anzunehmen sei, ausser Acht lassend, soll hier angenommen werden, dass dieses Gesetz das

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so erhält man:

cos (a + 61) = cos 61 (1+ 2é1) tg 3 – 1 – 2« (17). Fig. 2 Da ce nur positiv sein kann, so muss wieder die Klammer auf der rechten Seite der Gleichung (17) ein ächter Bruch sein. Es ergiebt sich hieraus wieder eine Beschränkung für die Grösse von x. So folgt z. B. für r = 1 und 81 = s2 = 0, dass x < 2 sein muss; für r = 1 und 2 s = 52 = 0,05 folgt, entsprechend u=0,5, u = 1 und u = 2 bezw. x < 1,875, x < 1,877, x < 1,98. Ein so kleines Cylinderverhältniss ist mindestens mit sehr kleinen Füllungen im kleinen Cylinder verknüpft. Andererseits bietet der erste Fall e2 < 0,5 alle wünschenswerthen Vortheile, so dass auf die weitere Verfolgung des zweiten Falles e2 >0,5 verzichtet werden soll. Die beiden zur Berechnung von e2 dienenden Gleichungen (10) und (17) zeigen, dass e2 vollständig unabhängig ist von e und e1, dass also die Gesammtexpansion sowie die Füklung im kleinen Cy linder keinen Einfluss hat auf die Erfüllung

der Bedingung II.

Um eine Relation für die Bedingung I zu gewinnen,

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1 + 2a 1 x + In Ä x) Statt

comprimirt, schreibt ln 2x (e+ en) 1 + 2 e1 x

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im zweiten Quadranten (21).

Der Ausdruck für die Arbeit im ersten Quadranten bedeutet eine Compressionsarbeit, da in dieser Periode der grosse Cylinder vom Receiver abgesperrt ist, und das Volumen um den halben kleinen Cylinder verkleinert wird. Der Ausdruck für die Arbeit im zweiten Quadranten besteht aus zwei Theilen, der erste ist die Expansionsarbeit bis zum Ende der Füllung im grossen Cylinder, der zweite die Compressionsarbeit des jetzt abgeschlossenen Dampfes bis zum Hubende des kleinen Kolbens. Zur Umformung dieser Ausdrücke sind die Gleichungen (5), (6) und (7) benutzt.

Die Expansionsarbeit im grossen Cylinder ist:

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im ersten Quadranten (22), V + e2 V

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2 (e2 + e2) im zweiten Quadranten (23).

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. Bei diesen Gleichungen (27), (28) und (29) ist bemerkenswerth, dass sie die Grössen a und e2 nicht enthalten, die Bedingung I. ist daher unabhängig von der Füllung im grossen Cylinder.

Ist der Gesammtfüllungsgrad e gegeben, so lässt sich für beliebige Werthe von u die Grösse e2 aus den Gleichungen (10) und (11) und 2 aus der Gleichung (27) bezw. (28) oder (29) berechnen und es sind somit, weil noch e = ex ist, alle Grössen bestimmt. Durch die richtige Wahl von x wird der Bedingung I., durch die von e2 der Bedingung II. Genüge geleistet.

Die nachfolgenden zwei Tabellen geben die Resultate der Rechnung für r = 1 und zwar die erste mit 81 = 82 = 0, die zweite für die Annahme, dass 82 = 81 x = 0,05 ist.

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