Geschichte der Schulen im alten Herzogthum Geldern und in den benachbarten Landestheilen

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Bagel, 1881 - 790 Seiten
 

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Seite 177 - Ursache genugsam, die allerbesten Schulen, beide für Knaben und Maidlein, an allen Orten aufzurichten, daß die Welt, auch ihren weltlichen Stand äußerlich zu halten, doch bedarf feiner, geschickter Männer und Frauen, daß die Männer wohl regieren könnten Land und Leute, die Frauen wohl ziehen und halten könnten Haus, Kinder und Gesinde.
Seite 535 - Daß die Schulmeister auf dem Lande die Religion und die Moral den jungen Leuten lehren, ist recht gut, und müssen sie davon nicht abgehen, damit die Leute bei ihrer Religion hübsch bleiben und nicht zur katholischen übergehen; denn die evangelische ist die beste und weit besser, wie die katholische.
Seite 180 - die Schulmeister fleisz ankehren, dasz sie die kinder allein lateinisch lehren, nicht deutsch oder griechisch oder hebräisch, wie etliche bisher gethan, die armen kinder mit solcher mannigfaltigkeit beschweren, die nicht allein unfruchtbar, sondern auch schädlich ist.
Seite 176 - Friede und Gemach habe; warum sollte man nicht vielmehr doch auch so viel wenden an die dürftige arme Jugend , daß man einen geschickten Mann oder zween hielte zu Schulmeistern?
Seite 535 - Religion behalten, und sie so weit bringen, daß sie nicht stehlen und nicht morden . . . sonsten ist es auf dem platten Lande genug, wenn sie ein bisgen Lesen und Schreiben lernen; wissen sie aber zu viel, so laufen sie in die Städte und wollen Sekretärs und so was werden...
Seite 178 - Und laßt uns das gesagt sein, daß wir das Evangelium nicht wohl werden erhalten ohne die Sprachen. Die Sprachen sind die Scheide, darin dies Messer des Geistes steckt. Sie sind der Schrein, darin man dies Kleinod trägt. Sie sind das Gesäß, darin man diesen Trank saßt. Sie sind die Kemnat (Kammer), darin diese Speise liegt.
Seite 178 - Tags eine Stunde oder zwei lasse zu solcher Schule gehen , und nichtsdestoweniger die andere Zeit im Hause schaffen, Handwerk lernen, und wozu man sie haben will, daß beides miteinander gehe, weil das Volk jung ist und gewarten kann.
Seite 178 - Ballspielen, laufen und Rammeln. Also kann ein Mägdlein ja so viel Zeit haben, daß sie des TageS eine Stunde zur Schule gehe, und dennoch ihres Geschäfts im Hause wohl warte; verschläfts und vertanzt es, und velspielet es dock wohl mehl Zeit.
Seite 178 - Ist's doch auch nicht meine Meinung, daß man solche Schulen anrichte, wie sie bisher gewesen sind, da ein Knabe zwanzig oder dreißig Jahr hat über dem Donat und Alexander gelernt und dennoch nichts gelernt. Es ist itzt ein ander Welt und gehet anders zu.
Seite 177 - Nun hab' ich droben gesagt, der gemeine Mann tut hier nichts zu, kann's auch nicht, will's auch nicht, weiß es auch nicht. Fürsten und Herren sollten's tun, aber sie haben auf dem Schlitten zu fahren, zu trinken und in der Mummerei zu laufen, und sind beladen mit hohen merklichen Geschäften des Kellers, der Küche und der Kammer. Und ob's etliche gern täten, müssen sie die anderen scheuen, daß sie nicht für Narren oder Ketzer gehalten werden.

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