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Catull's Gedichte

in ihrem

geschichtlichen Zusammenhange

übersetzt und erläutert

von

Rudolf Westphal.

Zweite Ausgabe.

Breslau:

Verlag von F. E. C. Leuckart

(Constantin Sander).

1870.

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Vorwort.

Die erste Anlage der vorliegenden Arbeit datirt noch aus dem Jahre 1855. Es hatte einen eigenthümlichen Reiz, die in der auf uns gekommenen Sammlung so bunt durcheinander geworfenen Gedichte in einen historischen Zusammenhang zu bringen, eine für den ersten Beginn nicht leichte Arbeit, die aber, je weiter sie gedieh, mit immer erfreulicheren Resultaten eines besseren Verständnisses der einzelnen Gedichte lohnte. Ich war anfänglich fast gänzlich auf meine eigenen Kräfte angewiesen, denn die Versuche, welche von Zell, Helbig und Gott-Fröhlich für die Ermittelung des chronologischen Verhältnisses der Catullischen Gedichte gemacht waren, musste ich als völlig verfehlt zur Seite lassen. Die einzige Arbeit, in der einzelne der wesentlichsten Fragen Catullischer Chronologie ihre richtige Beantwortung erhalten hatten, waren Haupts Quaestiones Catullianae; doch war hier eben nur Einzelnes und nicht der ganze Zusammenhang der Gedichte zur Sprache gekommen. Die erste in ihrer Weise umfassende Arbeit zur Feststellung der Chronologie der Catullischen Gedichte ist die von Wilh. Theod. Jung claussen aus dem Jahre 1857. Ich konnte zwar mit seinen Ansichten nicht in allen Stücken übereinstimmen, jedoch sind meine Studien, wie ich hier dankbar anerkennen muss, in der wesentlichsten Weise durch ihn gefördert worden, und insbesondere ist es seine Scheidung einer doppelten Reise des Verannius und Fabullus, einer früheren nach Spanien, und einer später unter dem Consul Calpurnius Piso

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