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sich anreihenden Mittel sind es, welche specifisch das Auge und auch nur einzelne Theile desselben in Reaction versetzen; das Licht wirkt specifisch auf es ein. Wahrscheinlich erfolgt diese spea cifike Wirkung durch einen animalisch - chemischen Process, indem mittelst derselben eine veränderte Mischung, also auch veränderte Lebensstimmung, entweder durch Zusatz eines neuen, oder durch Entziehung eines der Mischung integrirenden Stoffes erfolgt.

S. 12. Es ist von grosser Wichtigkeit, die Form, welche man den Mitteln zu geben pflegt, um dieselben zweckmässig auf dem Auge anzuwenden, zu kennen. Durch die Form, welche das Mittel erhält, wird der Eindruck und die stattfindende Reaction mehr oder weniger modificirt.

Die Salbenform wird sehr häufig angewendet, und nicht mit Unrecht. Man kann in dieser Form die Mittel concentrirt, und in einem animalisch homogenen, das Auge schon befreundet ansprechenden Vehikel eingehüllt anwenden. Die Substanzen, welche sich nicht verdunsten, auch nicht in eine wässrichte oder geistige Auflösung bringen lassen, werden vorzugsweise in dieser Form angewendet. Man nimmt gewöhnlich als formgebende Substanzen die Butter oder das Schweineschmalz. Beide haben den Nachtheil, dass sie, besonders im Sommer, leicht ihren Zusammenhang verlieren, und desshalb leicht schwere Substanzen niedersinken lassen, so dass der obere Theil zu schwach, der untere zu stark wird.

Himly* ) giebt den Rath, um diesen Nachtheil zu vermeiden, den Salben eine festere Consistenz zu geben, dadurch, dass man weisses Wachs

*) Ophthalmologische Bibliothek. 3. B. 2. St. S. 79.

mit Mandelöl mischt, in dem Verhältniss, dass man einen Theil des erstern, und zwei Theile des lezteru hiczu nimmt. Die Cacaobutter, da sie so lange in unverdorbenem Zustande sich erhält, verdient unter allen Vehikelo den Vorzug; da sie für sich zu hart ist, so muss etwa die Hälfte Mandelöl beigemischt werden. Eine solche Salbe bleibt viele Monate hindurch in unverdorbenem Zustande. Wendet man fette Oele an, z. B. das Ol. Hyosc. so müssen diese eine festere Consistenz durch einen Zusatz von Wachs oder Cacaobutter erhalten. Das Weisse und Gelbe des Eyes wird bisweilen zum Verfertigen der Salben gebraucht, allein diese Excipientia, da sie an den Augenwimpern verhärten, sind nicht zweckmässig. Der Honig ist für einzelne Fälle geeignet, als Vehikel zu dienen, jedoch ist er nicht indifferent, und daher auch nicht allgemein anzuwenden.

S. 13. Nicht alle Fälle gestatten die Anwendung der Arzneistoffe in dieser Form. Im atonischen, varikösen Zustande der Gebilde wirkt das Fett erschlaftend und nachtheilig, wenn es auch Mittel, welche die Thätigkeit steigern, in seiner Verbindung trüge.

Bei vielen Individuen findet eine Idiosynkrasie gegen fette Arzneisubstanzen Statt, welche die Anwendung derselben untersagt. Will man die Salbenform anwenden, so untersuche man, ob die Bereitung sorgfältig geschehen, ob die Ingredienzien gehörig vertheilt und vermischt, ob ein reines nicht ranziges Fett zur Bereitung verwendet wurde. Die Salbe wird an einem kühlen Orte verwahrt, und darf, sobald sie ranzig ist, nicht mehr gebraucht werden. Man bedient sich zur Anwendung derselben eines Miniaturpinsels, auf welchen man ein linsengrosses Stückchen aufnimmt, dieses wird über die Ränder

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der Augenlieder hingestrichen. Die sich beimischenden Feuchtigkeiten befreunden dann den einwirkenden Stoff mit der schleimhäutigen Fläche des Augapfels.

S. 14. Wenn man Salben, in die Nähe des Auges einreiben lässt, so vergesse man nicht, dass die mechanische Wirkung des Reibens einen bedeutenden Entzündungsreiz erhöhen könnte, wenn auch die angewandten Mittel dynamisch herabstimmend wären.

S. 15. Die Mittel in Pulvergestalt auf das Auge angebracht, siņd, wenn sie auch an und für sich unter die herabstimmenden Mittel gehören, immer stark reizend, wegen der Form, in welcher sie angewendet werden. Ihr erster Eindruck ist rein mechanisch, dadurch werden die secernirenden Gebilde zu erhöhter Thätigkeit bestimmt; es erfolgt Auflösung und Assimilirung und vermittelst dieses animalisch - chemischen Processes Veränderung

in den animalisch-chemischen Verhältnissen der Theile, oder die Mittel werden als unauflöslich durch die vermehrten Secretionen ausgestossen. Immer müssen solche Mittel, welche mittelst einer Papierdute in das Auge geblasen, oder besser mittelst des befeuchteten Pinsels eingestrichen werden, auf das feinste gepulvert seyn.

S. 16.

Die Pflaster, wendet man an, um physische Missverhältnisse zu beseitigen. In diesem Falle, und in der Absicht, um andere Verbandstücke zu befestigen, angewendet, wähle man reizlose Massen; will man auf das Kräfteverhältniss und die Mischung der Theile des Auges einwirken, so

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werden die dieplichen Pflaster in Form einer Viertelsmaske mit freien Augenliedern aufgelegt. Die Erweiterung der Pupille bei Anwendung des Hyosciamuspflasters auf diese Weise zeigt, dass auch in dieser Hinsicht von den Pflastern Wirkung zu erwarten ist. Manche Haut zeigt eine grosse Neigung, unter jedem Pflaster 'sich frieselartig zu entzünden. Hier ist der Gebrauch derselben zu meiden.

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Die Kräuterkissen erhalten das Auge in einer gleichmässigen Luftumgebung und Temperatur, schützen dasselbe vor den Einwirkungen des Lichtes. Sie wirken zertheilend durch die Flüchtigkeit und Reizkraft der in denselben enthaltenen Ingredienzien und durch den Absatz des Wärmestoffes. Zur Verfertigung derselben nehme man reine Leinwand, und nähe die Ingredienzien matrazenförmig ein. Man hüte sich, sie zu schwer zu machen, indem sie sonst drücken und mechanisch schädlich wirken würden; man vermeide das Beschmutzen derselben beim Erwärmen mit Ofenruss, durch scharfe Thränen, Schleim u. s. w. indem sie sonst chemisch schädlich wirken würden.

Zweckmässig werden sie in den meisten Fällen durch erwärmte Compressen, die dem Dunste flüchtiger Stoffe ausgesetzt waren, oder damit bestrichen wurden, ersetzt. Himly empfiehlt in vielen Fällen das Bedecken der Augengegend mit Wachsleinwand.

S. 18. Die Breiumschläge wirken den physischen Zusammenhang der Theile vermindernd, desshalb schmerzstillend. Die Anwendung derselben erfordert, dass sie der Temperatur des Auges gemäss

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erwärmt sind, dass sie auf dem Auge nicht erkalten, dass bei Beimischung der Ingredienzien diese nicht verletzen, indem in zu kleinen Stückchen sie durch die Leinwand durchdringen, in grössern aber das Auge mechanisch verletzen können. Man kann auch die Ingredienzien zwischen zwei Leinwandlagen einnähen, dieselben dann in warmem Wasser infundiren, und hernach ausgepresst auflegen.

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Eine der beliebtesten Formen ist die der Augenwasser. Man muss ein schickliches Vehikel nach der zu behandelnden Krankheit wählen. Am besten verfährt man bei Anwendung derselben so, dass man sie vor dem Gebrauche der Temperatur des Auges gemäss erwärmt, ein feines Schwämmchen damit benezt und das Auge damit auswascht; das Auge wird dann mit erwärmten Compressen abgetrocknet

. Andere tröpfeln das Augenwasser täglich einigemal in dasselbe, wobei der Patient auf den Rücken liegt. Das Eintröpfeln geschieht mittelst der Finger oder eines Federkiels. Vor der Anwendung untersuche man genau, ob die Mittel gehörig aufgelöst sind; man verordne nichts unauflösliches. Der Beisatz des Schleimes geschieht in vielen Fällen, um den Abgang des Schleimes, z. B. bei heftigen Entzündungen der Conjunctiva, zu ersetzen, und um das Mittel mit der Schleimfläche des Auges mehr zu befreunden.

S. 20. Die Umschläge, welche man bald kalt, bald warm auf die Augen anwendet, sind in mehreren Fällen passend. Allein man bedenke, dass in vielen Augenentzündungen kalte Nässe schädlich wirkt. Oft auch wird das Verdunsten einer Flüssigkeit auf dem Auge durch Entziehung des Wär

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