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vicarirende Leiden secernirte Schleim ebenso an- steckend, als jener in der Harnröhre abgeson

derte seyn. - Die Besudlung des Auges mit Tripperschleim soll nach einigen Schriftstellern ebenfalls die Augenentzündung zu bedingen vermögen, wogegen aber die Erfahrung der bewährtesten Beobachter spricht; obgleich diese zugeben, dass durch die dem Tripperschleime inwohnende Schärfe eine blennorrhoische Entzündung, die jedoch in Hinsicht der Heftigkeit weit der beschriebenen nachsteht, wie durch jedes Acre gesetzt werden kann). Benedict bemerkte zuweilen ein consensuelles, durchaus nicht specifisches Leiden der Conjunctiva und Entzündung derselben ohne die geringste Störung der Secretion der Harnröhre, wo aber dann die Entzündung ebenfalls den heftigen Character, den sie bei Unterdrückung des Ausflusses zu haben pflegt, nicht hatte.

Die erste Indication besteht in der Zurückführung der durch metastatische Reitzung erzeugten Secretion auf ihren ursprünglichen Sitz. Um dieses zu erreichen, berücksichtige man den

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1) Frank (Epitome de curandis hominum morbis) sagt:

eine blennorrhvische Entzündung vermöge durch den in's Auge gebrachten Tripperschleim, so wie durch jeden scharfen Stoff hervorgebracht zu werden. Beer (i. a. W. 1. B. S. 548), 'beobachtete öfters Besudlungen der Augen mit Trippermaterie, worauf gewöhnlich nur eine einfache Conjunctivitis folgte. Walther (i. a. W. 1. B. S. 454) sagt: die durch Verunreinigung entstandene gonorrhoische Ophthalmie ist viel gelinder, als jene durch Ünterdrückung des Trippers hervorgebracht, ist auch weniger zerstörend, wenigstens nicht so schnell zerstörend, als jene, und äussert sich durch eine blepharoblennorrhoische, nicht ophthalmoblennorrhoische Schleimabsonderung. Benedict (i. a. W. p. 6.) beobachtete in solchen Fällen einen langsamern weniger heftigen Verlauf der Entzündung und nicht die ausgesprochene Neigung zur Zerstörung der Hornhaut.

Zustand der Schleimhaut der Harnröhre. Ist als Folge des heftigsten Entzündungsgrades die Schleimabsonderung der Harnröhre aufgehoben, was durch das Harnbrennen, die schmerzhaften Erectionen etc. sich ausspricht, so wende man ein diese Entzündung milderndes, die Secretion vermittelndes Verfahren an. Es sind dann Blutigel an den Damm gesetzt, warme Breie aus Cicuta und Hyoscyamus bereitet, öhlichte warme Einspritzungen und Fomente angezeigt. Ist aber das Auge der' vorzüglich gereitzte Theil, beschwichtiget sich die Entzündung der Harnröhre, und hört durch den sich regulirenden Zustand der Schleimhaut die krankhafte Secretion derselben auf, dann suche man die specifische Reitzung durch reitzende in und um die Harnröhre angewandte Mittel und dadurch den Tripperfluss zurückzuführen. Das wirksamste Mittel ist die Inoculation des Trippers mittelst einer, mit Tripperschleim befeuchteten, in die Harnröhre des Patienten, etwa einen Zoll tief eingelegten Bougie. Wird diese mit rothem Präcipitat oder andern reitzenden Dingen, die in Salbenform gebracht sind, überzogen, so vermag sie ebenfalls, jedoch weniger sicher den Tripper fluss hervorzurufen. Scharfe Einspritzungen vermögen dasselbe. Mit dem Gebrauche dieser Mittel muss bis zur Erreichung des Zwecks, der nach: wenigen Stunden gewöhnlich erfüllt ist, fortgefahren werden,

Die zweite Indication verlangt Beschwichtigung der im Auge vorhandenen Irritation und Entfernung des daselbst abgesonderten und angehäuften Schleimes. Das Ansetzen der Blutigel in die Umgegend des Auges, selbst allgemeine Blutentziehungen bei heftiger Synocha dürfen, um gleich die Gewalt der Entzündung zu brechen, nicht vernachlässigt werden. Die Vernachlässigung des antiphlogistischen Verfahrens ist der

Grund des gewöhulich ungünstigen Verlaufes die-,
ser Entzündung. Der specifiken syphilitischen
Reitzung im Auge wirke man besonders durch
Anwendung der granen Quecksilbersalbe, welche
mit Belladonnaextract oder Opium verbunden, in
die Stirn- und Schläfegegend täglich zu wieder-
holten Malen eingerieben wird, entgegen. Solange
der Schleimfluss beträchtlich ist, sind die flüssi-
gen Mittel, auf das Auge angewendet, dem Ein:
streichen der Salben vorzuziehen, da letztere den
Ausfluss des Schleimes nicht zu befördern ver-
mögen, was hier besonders bezweckt werden muss.
Die narkotischen mit Schleim versetzten Mittel
sind als directe Antiphlogistica angezeigt, ein De-
coct. capit. papav. Infus. digital. mit Mucilag. sem.
cydon. und Opium sind so lange nützlich, als
die Entzündung in der Zunahme ist; schreitet
diese zurück, so dienen dann, um die krankhafte
Mischung der Theile zu entfernen, Auflössungen
des Hydrarg. muriatic. corros., als Augenwasser,
auch Merkurialsalbe täglich einigemal in das Auge
gepinselt!). Das Erregen secernirender Flächen
und Ableitungen, die jedoch dem Auge nicht zu
nahe gesetzt werden dürfen, ist ebenfalls zu em-
pfehlen. Das Calomel mit Digital. verbunden, von
ersterem alle zwei oder drei Stunden einige Grane
innerlich dargereicht, leistet vorzügliche Wirkung.
1) Der Rath, von Spangenberg (Horns Archiv 1812 S. 272),

und von Wendt (die Lustseuche etc. 2. Aufl. S. 86.) ist,
das absondernde Organ zur Secretion nptüchtig zu ma-
chen und zu zerstören, daher die angeschwollene, die
Sclerotica bedeckende Conjunctiva auszuschneiden. Ob-
gleich das Ausschneiden eines Theiles der wulstförmig
vorgetriebenen Conjunctiva von Nutzen ist, so würde die
Verletzung nach Spangenbergs Verfahren zu gross, da
man, wie Benedict bemerkt, um das aussondernde Or- ,
gan gänzlich zu zerstören, auch die Hornhaut ausschnei-
den müsste. Ebenso können wir das Conradische Au-
'genwasser für diese Entzünduugsform nicht unbedingt
empfehlen.

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Die ägyptische Augenentzündung bildet die Conjunctivitis contagiosa. Der Patient hat bei dem Entstehen der Entzündung das Gefühl von Schmerz und Spannung, welches ein im Auge yorhandener fremder Körper zu verursachen pflegt. Die Augenlieder sind aufgedunsen, die Conjunctiva derselben ist angeschwollen, hochgeröthet, die Thränenkarunkel erscheint entzündet, ebenso die Conjunctiva des Augapfels. Nach 24 Stunden wird ein klebrichter Schleim an der innern Fläche der Augenlieder abgesondert, die Gefässe der Conjunctiva sind von Blut strotzend, die Conjunctiva der Sclerotica wirft sich auf und umgiebt gleich einem Walle die Hornhaut. Die Haut der Augenlieder und der Nachbarschaft zeigt - bisweilen eine weit ausgebreitete Röthe, welche in Gestalt und Farbe Aehnlichkeit mit dem, am 12 ten Tage nach der Inoculation der Kuhpocke sich zeigenden Entzündungskreise hat '); das einfallende Licht und die Bewegungen des Auges verursachen Schmerzen. Die Anschwellung der Augenlieder wird so beträchtlich, dass das Oeffnen derselben dadurch gehindert wird. Der abgesonderte Schleim kommt nicht nur aus der Conjunctiva der Augenlieder, sondern auch aus jener der Sclerotica hervor. Der ausfliessende Schleim, der in grosser Menge, dick und eitericht abgesondert wird, excorirt die benachbarten Theile. Nach 14 Tagen bemerkt man gewöhnlich das Zurücktreten der Entzündung mit Hinterlassung einer gesteigerten Empfindlichkeit des Auges. '

Steigert sich aber nun die Entzündung, so bildet sich Eiterung in der Hornhaut, bildet dadurch mehr oder weniger tiefgreifende, das Sehvermögen und die Form des Auges mehr oder

1) M. Gregor in Trans. of a Society for the Improvement

of med. and. chirurg. Kuowledge. V. 3. p. 38.

weniger störende Ulceration. Die innere Fläche der Augenlieder wird sarcomatös, und dieser granulirende Zustand derselben unterhält, wenn auch die Entzündung schon verlaufen ist, nach Adams eine entzündliche Reitzung auf der Fläche des Augapfels, welche die häufigen Rückfälle und die denselben folgenden Verdunklungen der Horuhaut erklärt. Der ausfliessende jauchichte Schleim ist verzüglich im Zeitpunkte der heftigen Blennorrhöe ansteckend. . Es ist klar dargethan, dass diese Entzündung durch die französischen und englischen Heere aus Aegypten ) wo sie endemisch herrscht, mitgebracht und besonders in England verbreitet wurde. Der Entstehung derselben liegt ein Contagium zu Grunde, dessen Träger der aus dem Auge fliessende Schleim ist. Diesem hängt sich das Contagium, das fixer Natur und in der Atmosphäre unauflöslich ist, an. Für das letztere spricht, dass nur in gewissen Bataillons und Compagnien, oder in Anstalten das Uebel, welches, wenn es allgemeinen Ursachen seine Entstehung zu verdanken haben würde, als allgemeine Krankheit sich zeigen müsste, sich verbreitet. Nicht alle Individuen haben eine gleiche Empfänglichkeit für das Con-' tagium, dann viele bleiben von dieser Augenentzündung gänzlich frei, obschon sie beständig der Einwirkung desselben ausgesetzt sind, ein Umstand, den man bei allen ansteckenden Krankheiten bemerkt. Kindern ist die Entzündung we niger unheilbringend, als Erwachsenen; Indivi

h ist, m Natur un hängt er

1) Kluyskens (Dissertation sur l'ophthalmie contagieuse )

glaubt, dass Aegypten erst nach seinem gänzlichen Verfalle ungesund geworden sey, und dass sich der Zeitpunkt der Entstehung der endemischen Augenentzündung daselbst nicht genau bestimmen lasse. In den ältesten Schriftstellern ist keine Rede davon, selbst in der Zeit der Kreuzzüge wurde sie nicht beobachtet.

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