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findet sie sich doch auch in der beschriebenen Gestalt bei Erwachsenen vor. Die Behauptung von Schmidt ?), dass immer ein vierwöchiger Verlauf dieser Entzündung eigen sey, ist gegen die Erfahrung.

Die Ursache des häufigen Vorkommens dieser Entzündung bei Kindern in den ersten Tagen nach der Geburt ist in der vorschreitenden Evolution des kindlichen Organismus so begründet, dass schädliche Potenzen diese zu setzen 'vermögen. Während des Fötuslebens ist die Haut gefässreich, dem Charakter der Schleimhäute entsprechend und stark absondernd. Nach der Geburt steigert sich die Thätigkeit der mukösen Häute und der ihnen entsprechenden Secretionsorgane; gegen diese, also auch gegen die Conjunctiva findet ein vermehrter Zufluss der Säfte Statt. Die Erfabrung zeigt, dass auch die kräftigsten Kinder von dieser Entzündung befallen werden, dass schwächliche, cachektische, von phtisischen, scrophulösen etc. Eltern gezeugte Kinder nicht mehr disponirt sind, (was gegen die bestehende Meinung spricht) als robuste saftvolle Individuen. Die Erkältung, besonders jene der Augengegend , scheint uns vorzüglich schädlich und diese Entzündung setzend zu wirken; das derbe Waschen des Auges mit einem rauhen verunreinigten Badschwamm, die langsam vorschréitende Geburt, vermöge welcher starke Stockulgen der Säfte in der Orbita entstehen, Störungen in den Verdauungsorganen und Ueberladung des Körpers mit Auswurfsstoffen, gesetzt durch eine verdorbene Muttermilch oder durch zurückgehaltenes Meconium ?), dieses scheinen inir die vorzüglich bedingenden Potenzen zu seyn.

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s! Oph. Bibliothek. 3. B. 2. St. S. 126. 2) J. P. Franck, Epitome. p. 2. p. 69.

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Die Einwirkung des unvorsichtig auf das kindliche, zart gebaute Auge zugelassenen Lichtes, dessen es bis jetzt entbehrte, wurde von berühmten Männern als vorzügliche Ursache mit Unrecht, wie Jüngken), hinlänglich dargethan, aufgestellt. Das Auge, zu kuglicht gestaltet, bricht die Lichtstrahlen. zu sehr, als dass sie die Retina mit der Spitze des Lichtkegels zu berühren vermögend wären, zudem schläft noch das Sinnenleben, das erst allmählig durch die äussern Eindrücke geweckt wird. Auch würde, wenn diese Ursache bestünde nicht die Blepharoconjunctiva, . sondern der Augapfel selbst aflicirt werden 2). Doch sind wir nicht geneigt, einem zu grellen Lichte alle Schädlichkeit hier absprechen zu wollen. Wenn die Mütter an einem syphilischen oder auch gutartigen weissen Flusse leiden, so kann beim Durchgange des Kopfes durch die Vagina der scharfe dort abgesonderte Schleim auf das Auge einwirkend diese Entzündung hervorrufen. Besonders ist der Luftkreis, der oft in seinen eigenen Bestandtheilen sündiget oder mit fremden Stoffen geschwängert ist, in welchem das Individuum lebt, zu berücksichtigen.' In Gebär und Findelhäusern scheint die Decomposition der Atmosphäre durch das Zusammenleben vieler Menschen, durch die Zumischung der se - und excernirten Stoffe der Wöchnerinnen und Kinder hervorgebracht, die Entzündung endemisch zu setzen ). · 1) Nunquam lux clara ophthalmiae neonatorum causa est i occasionalis. Berolini.

2) Metsch de blepharophthalmia bleonorrhoica recens na· torum. p. 52. Berolini. 3) Ich halte dieses Uebel nicht für contagiös, obgleich der

in diesen Fällen ausfliessende Schleim eine solche Schärfe gewinnt, dass, wie Jäger's Versuche, den. Pannus zu heilen, beweisen, Icichte blennorrhoische Entzündungen durch das Einbringca desselben in das Auge hervorgea. bracht werden.

Bei Erwachsenen entsteht sie vorzüglich durch die Einwirkung eines Zersetzten Luftkreises gewöhnlich aus einer einfachen Blepharoconjunctivitis, wenn sich die Kranken in Ställen, Kloaken, engen dumpfigen Wohnungen etc. aufhalten. Man irrt sehr, wenn man glaubt, dass diese Entzündungsform nur, wenn sie durch syphilitisches Contagium gesetzt ist, den ophthalmoblennorrhoischen Charakter annehme. ii - Die Behandlungsweise dieser Krankheit wird so verschieden angegeben, dass gewisse Mittel von guten Aerzten empfohlen, von andern als schädlich verworfen werden. · Gerade sich entgegenstehende Methoden werden aufgestellt. Es scheint dieses daher zu rühren, dass die Behandlung nach den verschiedenen Zeiträumen der verlaufenden Entzündung und nach der individuellen Stimmung des Patienten und des Auges insbesonders differirt; auch vermag jede der aufgestellten Methoden gelungene Heilung für sich anzuführen, da öfters diese Entzündung leicht verlauft und die Naturthätigkeit , stark genug ist. nicht nur die Krankheit, sondern auch die Eingriffe einer unpassenden Behandlung zu besiegen.

Eine Behandlungsart, die häufig noch Statt findet, besteht in Anwendung erweichender Mittel zum Auswaschen und Fomentiren des Auges, nach einigen in Form der Cataplasmen ). Dieses Verfahren findet nicht ungestraft Statt; durch den erhöhten Wärmegrad wird die Sensibilität

1) Dic Milch empfehlen Frank (Epitome de curandis ho

minum morbis, p. 2. p. 69), Carus. ( Lehrbuch drar Gynäkologie, 2. B. S. 624 ), Bernstein (praktisches Handbuch der Geburtshülfe, S. 153). Kortuin (Handbuch der Augenkrankheiten) empfichlt die Cataplasmen,

Demours (1. a. W. S. 198), das Auswascheu mit dem .: Infus. Sambuc.; andere rathen, hier ein Dccoct. Alth.,

Malv, Verbasc., Chamomill. etc. . , .im

mehr und mehr gesteigert, mithin die Differenzirung des Capillarsystems vermehrt, die Stockungen im Lymph- und Venensystem nehmen mehr überhand, der Zusammenhang der Theile unter sich wird vermindert, und die Auflockerung derselben gesteigert. Die Erfahrung zeigt, dass auf die Anwendung erweichender Mittel die Röthe und Geschwulst sich vermehren, der Schleimfluss häufiger wird, die Erschlaffung des obern Augenliedes so zunimmt, dass dasselbe einen halben Zoll über das untere herabhängt, dass durch diesen verkehrten Heilplan die Krankheit in die Länge gezogen wird.

Eine dieser Behandlungsweise gerade entgegengesetzte beruht auf Anwendung adstringirender Mittel, welche von einigen 1) durch alle Stadien des Uebels, von andern blos nach verlaufener Irritation und gegen das Ende der Kranko heit angewendet werden.

Es wird dem unbefangenen Beobachter nicht entgehen, dass dieses Verfahren einseitig und nicht den wechselnden Zuständen der Entzündung entsprechend ist. Wenn es auch zweckinässig ist,

4) Ware rühmt das Bate’sche camphorirte Vitriolwasser

unter allen Umständen in jedem Stadium und in jedem · Grade der Krankheit als das zuverlässigste Mittel. Die

Vorschrist ist: Rec.: Vitriol. roman., Bol. armen, àä unc. iv. Camphor. unc.j. Eine Unze dieses Gemisches wird mit einem Pfunde siedenden Wassers übergossen, colirt, und beim Gebrauche ein Quintchen des Liquors mit zwei Unzen Wasser vermischt. Es wird auch auf folgende Weise verschrieben : Rec: Cupr. sulphuric. Bol. armen. āă gr.viij. Camphor. gr.ij. m. et infund, ay bullient, unc.viij. Dieser Liquor soll bei Zunahine des Uebels verstärkt werden. Er wird zum Ausspritzen des Auges benutzt, auch werden Compressen, hiermit befeuchtet; auf das Auge gelegt. Richter (Anfangsgründe der Wundarz. S.562.) Schmidt (ophthalmologische Bibliothek

3.B. 2. St. p. 130.) theilen diese Ansicht. Schmidt glaubt, . weniger adstringireude Metallsalze, nemlich das Blciex

Wenigen

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die überwiegende Arteriellität, das differenzirte Capillargefäss durch solche Mittel zu depotenziren, welche die Expansion hindern, so darf dieses doch nicht mehr geschehen bei gebildeter Exsudation, indem dadurch die Tendenz der Entzündung zur sarkomatösen Verbildung gesteigert würde, und Stockungen und Trübungen in der Hornhaut gesetzt würden.

Was die allgemeine Behandlung betrifft, so waltet hier verschiedene Ansicht ob. Beer 1) scheint das Uebel als symptomatisch zu beachten, und verlangt die Behandlung mit flüchtigen und anhaltend stärkenden Mitteln. Schäffer 2) und andere würdige Männer bestehen besonders auf der Reinigung der Digestionsorgane und suchen die zweckentsprechenden Ableitungen zu bewirken durch Brech- und Abführungsmittel, Klystiere, Vesicantien etc. Man verliere bei der Behandlung niemals aus dem Gesichte, dass örtliche und allgemeine Behandlung sich die Hände bieten müssen. Man erforsche das ursächliche Verhalten der Entzündung. Ist die Entzündung Folge. eines constitutionellen Leidens oder eines Giftes,

tract und der Zinkvitriol in den ersten zwci Stadien dem Baté'schen Liquor vorziehen zu müssen, Seine Vorschrift ist: Rec.: Aq. destill. unc.x. Vitr. Zinc scr.Extract. Saturn. dr.8. Spirit. vin. camph. dr.ij. Damit wird das Auge ausgewaschen und dann getrocknet. Vermindert sich der Schleimfluss und die Röthe der. Conjunctiva, dann wird der Bate’sche Liquor angewendet. Spricht sich in der Bindehaut die Neigung zur luxurirenden Afterorganisation aus, dann wird eine Merkurialsalbe angewendet. Bcer lässt in allen Stadien des Ucbels Compressen mit kaltem Wasser benetzt, auf das Auge legen, In den meisten Fällen, die ich zu beobachten Gelegen

heit hatte, war der Erfolg günstig. .) J. a. W. 1. B. S. 321. 2) Von der Eiterung der Augendeckeldrüse, in der Samm

lung auserl. Abhand., B. 14. St. 1. S. 78.

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