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. Richter 1) hält dafür, dass durch das Durch. stopfen des Os unguis mit einem glühenden Eisen der gute Erfolg der Operation gesichert werde; im Falle die Anborung mit dem Pott'schen Troikart gemacht würde, sollte ein glühendes Eisen oder ein anderes Aetzmittel eingebracht werden, dawit die Membrana pituitaria durch einen wahren Substanzverlust geöffnet werde. Scarpa 2) ist derselben Ansicht, und empfiehlt das folgende Verfahren : Der Thränensack wird in seinem grössten Durchmesser gespalten, und dann mit Charpie angefüllt. Am folgenden Tage wird diese wieder entfernt; auf das entblösste Thränenbein eine Röhre schief von oben nach unten gerichtet aufgesetzt. Durch die Röhre wird nun das Glüheisen auf das Thränenbein gebracht, und damit ein gelinder Druck, so, dass nicht nur das Thränenbein, sondern auch die Membrana pituitaria geöffnet wird, angewandt. Sollte man glauben, das Glüheisen habe nicht tief genug eingewirkt, so wird ein zweites, das in Bereitschaft gehalten wird, in die Canäle eingebracht. Der Thränensack wird mit Charpie, welcher eine milde Salbe aufgestrichen wurde, ausgefüllt, und, wenn eine starke Anschwellung der Theile sich zeigt, ein Cataplasma aufgelegt. Nach Verlauf einiger Tage löfst sich der Schorf ab, die einzelnen Splitter des Thränenknochens werden mit dem Eiter ausgestossen, worauf dann in die gebildete Oeffnung eine Bougie eingelegt wird. Da durch das Ablösen des Schorfes die Oeffnung immer mehr und mehr sich erweitert, so muss der Umfang der

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lacr. Lips., 1724) bedient sich zur Durchborung des
Thränenbeins der schneidenden Hohlsonde, Lamorier
(Heisters Chirurgie S. 533, Taf. 16) einer zugespitzten

krummen Zange.
,) Medicinische u, chirurgische Bemerkungen, 1.B. S. 155.

2) Im a. W, 1. B. S. 45.

Bougie im Verhältnisse grösser werden. Der Rand der Veffnung wird zuweilen mit Höllenstein berührt, und die äussere Wunde vereinigt, sobald der callöse Zustand des künstlichen Weges herbeigeführt ist *).

Sind Verwachsungen der Thränenkanälchen mit der Thränengeschwulst oder Thränenfistel verknüpft, so müssen die Wandungen des Sackes durch erregte Entzündung, indem man die ganze innere Fläclie desselben mit Höllenstein berührt, oder rothen Präcipitat einstreut, unter sich in Verbindung gebracht werden. .

Von dem Xerophthalmo s.

Man beobachtet in verschiedenen Entzündungskrankheiten des Auges eine lästige Trockenheit des Augapfels, welche jedoch schnell vorübergeht, und bei der Abnahme des zu Gruude liegenden Uebels verschwindet. Anhaliender besteht aber das Uebel durch theilweise oder gänzliche Verschliessung der Thränengänge bedingt. Das lästige Symptom, über welches der Kranke: klagt, ist eine ungewöhnliche Trockenkeit des Auges mit dem Gefühle von Staub zwischen den Augenliedern, und Beschwerde beim Bewegen desselben. Der Arzt findet das Auge geschmeidig und glänzend; niemals geht der Glanz der Hornhaut verloren, obgleich bei heisser Witterung leicht Entzündung entsteht. Gewöhnlich entdeckt man eine Narbe, welche am äussern Augenwinkel sich befindet, die in die Conjunctiva reicht, und sich

selben. Iedern, und Besch von Staub zwisch. und glänzeer. Arzt finder erde beim Bew

*) Das Einlegen der Röhrclien wird von Schmidt (im a.

W. S. 346 ) widerrathen, da das Röhrchen durch den neuen Fleischansatz verdrängt in den Rachen fällt, und ausgespieen wird. Da der Reproductionsprocess in diesem Zeitpunkte nicht beendigt ist, so wird sich die gebildete Oeffnung wieder schliessen.

zur Augenhöhle fortsetzt !). An der Seite der Nase, an welcher die Atresie besteht, bemerkt man zuweilen Trockenheit. .

Diese Krankheit tritt nicht als Fehler der ersten Bildung auf, Wo Verwachsungen der Thränengänge beobachtet werden, sind gewöhnlich Verwundungen vorausgegangen, wobei durch die nachfolgende Eiterung das unter dem obern Augenliede gegen den Schläfewinkel hin befindliche Zellgewebe zerstört, oder wo die Bindehaut des obern Augenliedes an der Gegend, wo die Ausführungsgänge ausmünden, betråchtlich vulnerirt wurde. Durch Substanzverlust oder durch adhäsive Entzündung wurden dann die Mündungen verschlossen 2). Der Gebrauch von Aetzmitteln bei Sarcomen, welche oberhalb des Ligamentum palpebrale externum sitzen, kann dieses Vebel verursachen, indem die Ausführungsgänge leiden, sobald das Aetzmittel bis auf die Bindehaut selbst eingreift. Wenn durch die Anwendung der Aetzmittel ein callöser Zustand dieser Gegend ohne Verwachsung der Mündungen der Ausführungsgänge besteht, so kann durch diesen, da die Ausführungsgänge zusammengedrückt werden, die

; Das Uebel verliert sich allmählig von selbst, indem die noch gangbaren Thränenausführungsgänge nach und nach sich erweitern. Dass immer einige Ausführungsgänge ihre Durchgängigkeit behalten, ergiebt sich daraus, dass das Auge feucht und die Thränendrüse nicht angeschwollen ist. Letzteres würde bei gänzlicher Zurückhaltung der Thränen immer Statt finden 3).

Le

1) Gemeiniglich ist die Peripherie der Narbe mit einer

leichten ödematösen Aufblähung der Haut vergesellschaf

tet (Schmidt, im a. W. S. 58). 2) Schmidt, im a.- W. S. 55. 3) Schmidt (im a. W. S. 59 ) glaubt, dass einige Thrä

nengänge in die Bindehaut des Auges sich verästeln,

- Bei der Behandlung dieses Zustandes trachtet man die etwa vorhandene Callosität zu erweichen, und das lästige Gefühl von Trockenheit im Auge zu entfernen. Man leitet Dämpfe mittelst eines Trichters auf die Narbe; man macht auf dieser täglich ein bis zwei Mal Einreibungen von Althäasalbe oder Cacaobutter. Um das lästige Gefühl der Trockenheit des Auges zu heben, einpfiehlt man schleimige Augenwasser, z. B. ein Decoct. Salep., Alth. oder Malv., ein Inlus. Verbasc., Mucilag. gy. mimos).

Die Desorganisation der Thränendrüse verursacht den Xerophthalmus, wo dann die Trockenheit in beträchtlicherem Grade besteht, und noch andere Symptome, die diesen Zustand charakterisiren, vorhanden sind.

Von den durch Trennung bewirkten

Störungen.

Die Trennungen des Zusammenhanges zeigen sich als Wunden, Geschwüre, oder als Spalten und Oeffnungen mit vernarbten Rändern. Die Wunden werden durch eine äussere Einwirkung gesetzt; sie mögen in frischem oder eiterndem Zustande bestehen, so wird keine auffallende Organisationsveränderung an den ihnen als Boden dienenden Theilen wahrnehmbar seyn. Die Geschwüre, sie mögen primär als solche sich gestalten, oder aus der Wunde sich herausbilden, sind durch eine örtliche oder allgemeine Ursache unterhalten, und mit auffallender Acn

derung der Organisation verknüpft. Bei den al: ten Trennungen ohne Eiterung besteht ein iso

*) Schmidt (im a. W. S. 62 ) widerräth den Quitten-- schleim, da derselbe adstringirend wirkt; ebenso Beer

(im a. W. 1. B. S. 48).

lirtes Vernarben der Ränder der Spalte oder Oeffnung

Von den Wunden.

Die Wunden der Augengegend überhaupt, und der Augenbraunen und Augenlieder insbesondere erfordern, da Nachkrankheiten, welche die Verrichtungen und die Form der Theile stören, zurückbleiben könnten; vorzügliche Aufmerksamkeit. Die Wunden der Stirn- und Augenbraunengegend können, wenn sie eine verticale Richtung haben, durch Heftpflaster vereinigt werden; Transversalwunden erfordern gewöhnlich die blu. tige Nath, indem sonst durch Bildung einer breiten Narbe Verunstaltung, Blepharoptosis durch Verlängerung der Bedeckungen, selbst Entropium hervorgebracht werden könnte. Findet der Lauf der Wunde nach mehreren Richtungen Statt, so ist die Anwendung der blutigen Hefte vorzüglich indicirt. Heilen solche Wunden durch Eiterung, so werden sie mit einem Charpiebäuschchen bedeckt, die Wundränder aber durch Heftpflaster in Annäherung erhalten. Bei allen Verwundungen dieser Art suche man einen hohen Grad der Entzündung durch kalte Umschläge und antiphlogistisches Verfahren zu verhüten, und bei etwa sich einstellender Eiterung erhalte man die productive Tendenz derselben *).

Merkwürdig ist, dass zuweilen den Wunden der Stirn- und Augenbraunengegend Blindheit oder Gesichtsschwäche folgt. Diese entsteht vorzüglich durch die Erschütterung oder Zerreissung, welche die Retina erleidet. Gewöhnlich erscheint die Amaurose sogleich nach der Verletzung, und

*) Durch einen Aftereiterungsprocess könnte Substanzver

lust, vermöge dessen Ectropium oder gar Lagophthalınos herbeigeführt werden (Beer, im a. W. 1. B: S. 167).

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