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Adhäsionen mittelst eines kleinen convexen Scalpells durch "). Sind einzelne Balken vorhanden, so müssen sie von der Bindehaut des Augenliedes sorgsam mit dem Scalpell losgeschnitten werden; dann muss jeder einzeln gefasst, und behutsam von dem Augapfel entfernt werden *).

Das Wiederverwachsen erfolgt nach der Trennung sehr leicht, besonders nach der Operation des Symblepharon. Man hat angerathen, fremde Körper zwischen den Augapfel und die Augenlieder; z. B. Leinwand, Charpie, Goldschlägerhäutchen etc. einzulegen, um das isolirte Vernarben zu bewirken. -

Alle diese Mittel vermehren die Entzündung, steigern daher den Trieb zur Verwachsung, und werden durch die der Entzündung folgende Geschwulst aus der Augenliedspalte seÄ Zweckmässiger ist es, nach verrichteter Operation den Kranken, wo möglich, in der nächsten Nacht wach zu erhalten, die wunden Ränder mit reinem Fett öfters zu bestreichen, Umschläge von Bleiwasser über das Auge zu machen. Nach der Operation des Symblepharon bringt man zuweilen eine feine glatte Sonde zwischen die verwundeten Theile, und bewegt sie nach verschiedener Richtung, um absichtswidrige neu erzeugte Verbindungen zu tI'ennen. .. »

1) Beer (im a. W. 2. B. S. 13o) empfiehlt das Leber'sche vorn abgerundete und stumpfe, an den Rändern sehr scharfe Messer, mittelst dessen mehr drückend als schneidend, die Adhäsionen getrennt werden sollen. Zang

(im a. W. 2. B. S. 74 ) empfiehlt die Lancette.

2) Fabricius Hildanus räth, um die Balken, durch welche die Verbindung des Augapfels mit dem obern Augenliede besteht, zu durchschneiden, einen seidenen Faden um die Balken herumzuführen, dessen Enden auf der Wange zu vereinigen, und mit einem Gewichte zu beschweren, ein Verfahren, welches kein Anrühmen verdient.

Von der Verengerung und Verschliessung

der Pupille ).

Wenn die Sehlochshaut, welche gegen die Mitte des achten Monats beim Fötus zu verschwin– den pflegt, zurückbleibt, so, dass das Kind ohne Sehloch geboren wird, so besteht dadurch Blindheit *). Die Pupille kann in Folge innerer Ent– zündungen, durch Iritis, Capsulitis, Chorioideitis, wenn Exsudation plastischer, sich organisirender Lymphe entsteht, geschlossen werden. Diese Entzündungen können durch innere oder äussere Ursachen gesetzt werden. Es kann durch voraus– gegangene Operation die Linse aus dem Auge entfernt seyn. Die Linse und Kapsel, wenn sie vorhanden sind, können durch dieselbe Ursache, welche die Pupillensperre bedingt, getrübt werden; nur selten findet man sie ungetrübt. Die vorausgegangene Entzündung kann die Retina, Chorioidea und Hyaloidea in ihrer Bildung geändert haben; oder aber diese Theile sind in unestörtem Zustand. Durch Verwundungen und Vorfälle der Iris, ebenso durch einen beträcht– lichen Verlust der Glasfeuchtigkeit kann Verschliessung der Pupille gebildet werden *).

4) Syn. , Synicesis, Obturatio, Imperforatio, Phthisis pupillae, Atresia iridis. Die Benennung Phthisis pupillae ist verwerflich, da das Sehloch etwas negatives ist. (Lindner, Diss. inaug. de pupillae art. conform. method. Vratislaviae, 482 4. § 4.).

2) Die Membrana pupillaris scheint durch die Fortsetzung der descemetischen Membran gebildet zu werden, welche im Fötusauge einen geschlossenen Sack bildet. Es ist wahrscheinlich, dass in der hintern Augenkammer ein ähnlicher seröser Sack besteht, da nach den Untersuchungen von Cloquet die Membrana pupillaris aus zwei Blättern gebildet wird. Zuweilen verschwindet das Pupillarhäutchen in wenigen Wochen nach der Geburt von selbst, ohne ärztliches Einwirken.

3) Die Synicesis wird in die ächte und unächte abgetheilt. Das einzige Mittel; welches hier angewandt werden kann, ist die Bildung eines Sehloches, durch welches die Lichtsrahlen zur Retina gelan– Ä können *). Die Prognose ist günstig, wenn er Grund der Blindheit nur in der Verschlies– sung der Pupille liegt, wenn die durch den inflammatorischen Zustand erzeugte Metamorphose weder das Corpus ciliare, noch die Corona ciliaris, weder die Glashaut noch die Retina in einem beträchtlichen Grade alienirt hat. Wenn diese Theile gelitten haben, was sich daraus ergiebt, dass nicht nur der kleinere, sondern auch der grössere Ring der Iris in Hinsicht der Farbe und Structur permanent alienirt ist, indem zwischen die frisfasern wulstige Bündel eingedrängt erscheinen, dass der Augapfel weder in Hinsicht des Umfanges noch der Resistenz normal ist, derselbe varicös, und die Lichtempfindung undeutlich oder gänzlich vernichtet ist; dann kann die Operation keinen günstigen Erfolg gewähren *). Wenn Hy–

Unter ersterer versteht man die durch das Pupillarhäutchen gebildete Pupillarverschliessung; unter letzterer begreift man die durch Lymphe, Eiter, coagulirtes Blut, verdunkelte Kapsel und Linse gesetzten Sperrungen der Pupille (Lindner, im a. W. S. 8). Diese verschiedenen Zustände werden als Cataractae spuriae purulentae, grumosae, lymphaticae aufgeführt.

4) Nicht nur in den angegebenen Fällen, sondern auch dann, wenn die normale Pupille noch offen ist, allein die Lichtstrahlen, wegen einer unheilbaren Verdunklung der Hornhaut nicht durchdringen können, ist die Pupillenbildung angezeigt.

2) Pönitz ( Untersuchungen über die künstl. Pup. von P. Assalini. Dresden, 1813. S. 23.) Jüngken (de pupillae artif. per Coreoncion Graesianum conformatione pag. 17), Weller (über künstliche Pupillen) fertigten beim Mangel aller Lichtempfindung und unter ungünstigen Verhältnissen mit Erfolg künstliche Pupillen. Schmidt (Oph. Bibl. 2. B. 1. St.) und Beer (Ansicht der staphylomatösen Metamorphosen und der künstlichen Pupil

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drophthalmus, Cirsophthalmie, Totalstaphylom, Cornea phthisica, Glaucoma, Synchisis und Amau– rose vorhanden sind, wenn die Lichtempfindung gänzlich erloschen ist, dann ist die Operation zu meiden. Besteht ein Leiden der Constitution, in dessen Gefolge die Pupillensperre sich bildete, so ist bis zur gänzlichen Entfernung desselben die Operation zu unterlassen. Wenn unter solchen Umständen operirt wird, so folgt heftige Entzündung, welche die gebildete Pupille verschliesst, Eiterung, Atrophie und Phthisis des Auges. Der gesunde Zustand des andern Auges untersagt, da die künstliche Pupille zum Schielen Anlass geben würde ), diese Operation. Bei Kindern kann dieselbe wegen der zu grossen Unruhe des Auges nicht mit Sicherheit vollführt werden. Die Mitte der Iris ist immer die zweckmäs– sigste Stelle zur Anlegung der künstlichen Pupille. Bei der Centralpupille braucht der Operirte, um die Gegenstände zu sehen, das Auge nicht auf die Seite zu stellen, und da die Retina im Centrum am meisten receptibel ist, die Empfind– lichkeit derselben allmählig gegen die Peripherie hin abnimmt, so kann man sich erklären, warum der Patient mit der Centralpupille vollkommener, als mit der Lateralpupille sehen wird *). Lässt

lenbildung S. 96) sehen diese Umstände als die Operation gänzlich untersagend an. 1) Schultze , de Pupillae artif conformatione D. inaug. Berolini, 182o, pag. 13. Dieser Umstand wird nicht allgemein als contraindicirend angegeben; es muss dem Wundarzt die Prüfung der Verhältnisse, ob durch die Operation für das Gesicht gewonnen wird oder nicht, überlassen bleiben. Wenn eine Centralpupille gebildet werden kann, dann haben wir das Schielen, welches der Lateralpupille in diesem Falle folgen würde, nicht zu fürchten. - 2) Jüngken, das Coreoncion, ein Beitrag zur künstlichen Pupillenbildung. Berlin und Leipzig, 1817. S. 1oo. Scarpa (im a. W. 2. B. S. 177) räth im Centrum der

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sich die Pupille am Centrum der Iris nicht anlegen, so wählt man den innern Rand derselben. Weniger dienlich ist der äussere, der obere, der untere Rand, welche zuweilen gewählt werden müssen, wenn unheilbare Verdunklungen der Hornhaut der zur Pupillenbildung geeigneteren Stelle gegenüber liegen *). Immer muss man trachten die Pupille an einer gesunden Stelle der Iris anzulegen, dann wird dieselbe an einer durch vor– ausgegangene Entzündung in krankhaften Process gezogene Stelle gebildet, so wird der Operation Entzündung und Exsudation plastischer Lymphe folgen, welche das gebildete Sehloch schliesst *). Vorbereitungen zur Operation, wenn das Indivi– duum gesund ist, sind unnöthig. Man zerstreue die Angst des Patienten, dieser hüte sich vor Diätfehlern, der Arzt erforsche, ob die Ausleerun– gen in Ordnung sind. Zeigt sich noch krankhafte Stimmung im Auge oder im ganzen Organismus, so muss die Operation bis zur Entfernung dieser Uebel verschoben werden. Die Lagerung des Kranken ist wie bei der Staaroperation, ebenso die Stellung des Operateurs und Gehülfen *). Das Auge, welches nicht operirt wird, sollte, selbst dann, wenn es erblindet wäre, verbunden werden, da– mit es weniger sich bewege, und das zu operirende Auge ruhiger stehe.

Iris die Pupille zu bilden, damit der Ciliarkörper dem Einfallen der Lichtstrahlen kein Hinderniss entgegen zu setzen vermöge. Adams (Practical Observations etc. pag. 52 ) bemerkt, dass die Convexität der Hornhaut die Lichtstrahlen so breche, dass sie auf das Centrum der Iris fallen. 1) Beer (Lehre v. d. Augenk. 2 B. S. 199) bemerkt, dass der Arzt oft zufrieden seyn müsse, irgendwo einen zur Anlegung der Pupille zureichenden Raum zu finden.

2) Weller, die Krankh. d. m. Auges, S. 22o.

3) Scarpa (im a, W. 2. B. S. 18o) empfiehlt die horizontale Lage.

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