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als nützlich bezeichneten Mittel sind: Emetica, Millepedes, Palsatilla nigricans, Cicuta, Mercurius, Aconitum, Belladonna, Arnica. Himly 1) und Weinhold 2) haben die Elektricität empfohlen. Niesemittel sind von einigen mit Erfolg angewandt worden. Ware 3) empfiehlt die Verdunstungen des Aethers gegen das Auge, und das Eintröpfeln desselben, und Lentin 4) wandte erfolgereich den Mercur, nitrat. mit Rosen- und Kirschlorbeerwasser verbunden tropfenweise in das Auge gelassen, an. Wird der Staar durch Verletzung der Kapsel hervorgebracht, so erfolgt nicht selten das Verschwinden desselben während der schicklichen antiphlogistischen Behandlung. Es sind mehrere Fälle bekannt, in welchen der Staar von freien Stücken sich verlor 5).

Bei ausgebildetem Staare wird, um dem Kranken das Gesicht wieder zu verschaffen, in den meisten Fällen die Operation nothwendig seyn. Je mehr der Staar rein ohné örtliche und allgemeine Complication besteht, je weniger die Organisation des Auges dem Einwirken des Wundarztes Scliwierigkeit setzt, desto günstiger ist die Prognose. Weniger sicher ist der Frfolg der Operation, wenn das Individuum cachektisch ©),

1) Loder, Journ. für Ch. 1. B. S. 402.

2) Med. chir. Zeitung. 1811. 1. B. S. 262, 1.3) Inquiry into the causes, wich have mort comoun pre

vented success in the Operation of the Cataract. Adams (im a. W. S. 16 ) bemerkt, dass Ware nur bei traumatischem Staare die Naphtha mit Erfolg angewandt habe, in welchem die Natur durch Resorption der Linse die

Heilung zu bewirken vcrmögend gewesen wäre. 4) Hufeland, Journal der practischen Heilkunde. 1. B.

2. H. S. 177. . :5) A Dissertation on the Theory and Cure of the Ca

taract etc. by J. Wathen. London, 1785. . 6) Der Kupferausschlag im Gesichte ist oft ein Symptom

einer bestehenden Cachexie und daher bei Stellung der . Pia

Prognose zu berücksichtigen.

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oder sehr reizbar, zu Entzündungen, vorzüglich zu Augenentzündungen geneigt ist, wenn das eine von geschickter Hand schon operirte Auge durch cine nachfolgende Entzündung zerstört wird. Ist Entzündung der Augenlieder oder des Auges vorhanden, besteht ein Ectropium oder ein Entro pium, sind. Verdunklungen der Hornhaut, Pannus etc. vorhanden, dann darf erst nach Hebung dieser Erscheinungen zur Operation geschritten werden. Sind bedeutende Verwachsungen der Kapsel und Uvea bestehend, so ist die Operation schwieriger. . Misslingen wird die Operation, wenn Amaurosis, Synchisis im hohen Grade, Atrophie, Hydrops des Bulbus, Glaucom, und Cirsophthalmie vorhanden ist.

Die Cataracte eignet sich zur Operation, wenn sie ihre Reife erreicht hat, d. h. wenn sie ausgebildet, und die producirende Kraft erschöpft ist. So lange der Staar noch in seiner Entwicklung steht, und die krankhafte Reaction in dem Linsensystem vorhanden ist, würde der operative Eingriff die krankhafte , Thätigkeit auf andere Theile des Auges hinüberspielen.

Nach dem Ausspruche der vorzüglichsten Augenärzte ist es gleichgültig, in welcher Jahreszeit die Operation vorgenommen wird, wenn der Staar ein reines Lokalübel ist. Den trockenen Sommer wählt man bei arthritischen, den Winter bei fetten Individuen. Catarrhalische und rheumatische Zufälle zeigen sich vorzüglich im Anfange des Frühlings; dieser möchte der ungünstigste Zeitpunkt zur Operation seyn. Ist eine ausgezeichnet entzündliche Constitution vorhanden, so möchte in Fällen, in welchen die Operation verschoben werden kann, die Verlegung derselben auf einen geeigneteren Zeitpunkt nicht unpassend seyn.

Die Vorbereitungen des Patienten zur Operation bestehen darin, dass man die Constitution :

und das Auge in eine solche Stimmung versetzt, in welcher die geringste Reaction dem verletzenden Eingriffe folgt. Bei dem Normzustande der Constitution und des Auges ist dieses Verhältniss gegeben. Bei einem Staar, welcher Localkrankheit ist, und bei einem gesunden Individuum vorkömmt, sind die Vorbereitungen entbehrlich, sie können selbst schädlich werden durch die Umstimmung des Organismus und der Organe, auf welche sie wirken *). Besteht aber Lichtscheue, Neigung zur Entzündung, Plethora, dann sind Aderlässe angezeigt, und Abführmittel, wenn die ersten Wege nicht rein sind. Hat man arthritische Anfälle zu befürchten, so müssen Ableitungen, ehe die Operation vorgenommen wird, getroffen werden. Ist die Constitution geschwächt und zerrüttet, dann muss, um jeder deleteren Ent· zündung vorzubeugen, durch das geeignete stärkende Verfahren das Kräfteverhältniss gebessert werden. Sind Verstopfungen vorhanden, so werden diese durch Clystiere gehoben. Ist die Operation beschlossen, so darf sie nicht verschoben werden, indem dadurch die Unruhe des Patienten vermehrt wird. '

Es entsteht die Frage, ob es passender ist auf beiden Augen gleichzeitig zu operiren, oder aber die Operation des einen bis zur Heilung des ersten operirten Auges zu verschieben. Die gegen das gleichzeitige Operiren beider Augen vorgebrachten Gründe sind durchaus nicht genügend, um zu bestimmen, die Vortheile aufzugeben, welche nach dem gleichzeitigen Operiren beider Augen für den Patienten folgen. Der Grad der traumatischen Reaction ist nicht grösser, der Pa

*) In den Zusätzen zu Scarpa's Werk werden (2. B.

S. 94) die Vorbereitungen allgemein anempfohlen. Diese bestehen in einigen Aderlassen, einigen Bädern, dem Gebrauche abführender Getränke, ciner magern Kost etc.

tient wird daber schneller, und nicht weniger sicher geheilt, wenn beide Augen gleichzeitig operirt werden. Wenn nur eines der Augen cataractös ist, so ist, sobald die Verdunklung auf dem andern beginnt, die Operation indicirt, indem dadurch völlige Erblindung des Patienten verhütet wird 2).

Es kommt bei der Staaroperation auf eine zweckmässige Stellung des Slaarblinden, des Gehülfen und des Operateurs vieles an 3). Der Staarblinde muss auf einen Stuhl ohne Ricklehne und schief gegen ein Fenster sitzen, damit das Licht our von der Seite auf beide Augen fällt und kein dem Operateur hinderlicher Lichtreflex auf der Hornhaut erzeugt wird, und der Gehülfe nicht gehindert ist, sich mit dem Kopfe des Blinden dem Operateur hinlänglich nähern zu können 4). lier Assistent stelle sich hinter den Kranken, bringe die linke Hand unter das Kinn desselben, und versichere sich hiedurch des Feststehens des Kopfes. Die rechte Hand lege er auf die Stirne des Blinden, drücke mit dieser den Kopf fest an die Brust, mit dem Zeige- und Mittelfinger derselben Hand hebe er das obere Augenlied in die

1) Boyer (im a. W. 5. B. S. 518) hat die Gründe für

und dagegen verglichen, und für die gleichzeitige Vor

nahme der Operation an beiden Augen sich entschieden. 2) In einem solchen Falle ist die Wirkung der Operation

nie so auffallend, und die entzückende Freude des Operirten nie grösser, als wenn erst bei völligcr Erblindung operirt wird. Dieses möchte manchen bestimmen mit der

Operation bis zur völligen Erblindung zu warten. 3 Beer (im a. W. 2. B. S. 347). 4) Petit von Lyon und Dupuytren lassen den zu operi

renden Patienten in dem Bette 'licgen. Ist der Staarblinde ein Kind , so werde er auf den Schoos einer Wärterin gesetzt, dann dessen Arme und Stamm mittelst einer breiten Binde an die Wärterin angebunden, und dessen Kopf an ihre Brust durch den hinter ihr stehenden Gchüllen angedrückt, und daran festgehalten

kanpcehen, ufzubeh

Höhe, so dass die Spitzen dieser Finger noch etwas über das Augenlied hinausreichen, die Hornhaut jedoch nicht berühren, noch den Bulbus drücken, sondern dass nur das Auge mit seiner Hornbaut, als dem höchsten Punkte, leise an die Fingerspitzen streift, wenn es sich etwa nach oben und innen vor dem eindringenden Instrumente flüchten sollte. Der Operateur, er mag sitzen oder stehen, muss höher seyn als der Blinde, so dass der Kopf des zu Operirenden der Brust des Operateurs gerade gegenüber steht; dadurch kann er während der Operation besser die Theile übersehen, und ist nicht genöthiget, die Arme bedeutend aufzuheben. Er fasst mit dem Zeigeund Mittelfinger der linken Hand das untere Augenlied; die Spitzen dieser Finger müssen über den Augenliedrand gehen, um die Verstellung des Augapfels nach innen und unten dadurch zu verhüten; zugleich zieht er das Augenlied etwas nach abwärts. Durch diese Befestigungsart der Augenlieder werden alle Augen- und Augenliedhalter überflüssig gemacht, deren Gebrauch zu unterlassen ist, da sie sämmtlich mehr oder weniger Druck und Reiz auf dem Bulbus hervorbringen.*)

Die Operations – Methoden haben alle zum Zwecke die verdunkelte Linse und Kapsel aus der Sehachse zu entfernen, und dieses geschieht, 1. indem die Linse aus dem Auge entfernt wird, entweder durch Ausziehung derselben durch die geöffnete Hornhaut (Keratotomia), oder

*) Barth (Etwas über die Ausziehung des grauen Staares

für den geübten Operateur. Wien, 1797.) operirte ohne Gehülfe. Die Befestigungen des Augapfels durch Augenhalter werden selten gebraucht. Die gewöhnlichen Augenhalter sind: Der Spiess von Parmaart, welchem Casamata die Gestalt eines römischen S gab, und Rumpelt auf einen Fingerhut setzte, der Ring von Ollenroth, der Augenhalter von Demours, die Krücke von De Granges, der Augenhalier von Adams etc.

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