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schwulst im Umfange der Augengrube wahrnehmen, nachdem der Augapfel auf die entgegengesetzte Seite gewichen ist.

Je tiefer in der Orbita die Geschwulst ihre Wurzeln hat, desto bedeutender sind die Zufälle. Immer ist die Difformität beträchtlich, die Thränen fliessen anhaltend über die Wange herab; die Augenlieder sind bei starkem Hervorragen des Bulbus ausgestülpt; durch den Druck, durch die Reibung, welche das Auge bei jedem Versuche der Bewegung erleidet, durch den unbedeckten Zustand desselben, da der Patient die Augenlieder nicht zu schliessen vermag, bilden sich öfters wiederkehrende Entzündungen.

Die Exstirpation dieser Geschwülste ist das vorzüglichste Mittel zur Hebung des Uebels. Dasselbe lässt sich jedoch nur in jenen Fällen ausführen, in welchen die Geschwulst auf einer oder der andern Seite der Orbita haftet, und nicht . in der Tiefe derselben sich entwickelt hat. Die Geschwulst zeigt sich gewöhnlich dem untern Rande der Augenhöhle gegenüber stehend. Nachdem der Kopf des Patienten durch einen Gehülfen gehörig festgehalten ist, spannt der Wundarzt die Haut, und schneidet dieselbe dem Laufe der Fasern des Orbicularis folgend so ein, dass der Schnitt beiderseits über die Ränder der Geschwulst hinausreicht; der Sack wird nun vorsichtig von dem locker daran befestigten Zellgewebe gelöst, mittelst eines feinen Häkchens

gefasst und angezogen, wodurch die Ausrottung erleichtert wird. Sollte der Sack durch unvorsichtiges Einschneiden geöffnet und entleert, oder durch das eingeführte Häkchen zerrissen werden, so muss die Ausschälung dennoch versucht werden, obgleich dieselbe in diesem Falle beträchtliche Hindernisse setzt. Die nachfolgende Blutung ist sehr gering. Wenn der Sack rein

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ausgeschnitten wurde, so kann die Wunde vereinigt, und die Heilung durch die erste Intention versucht werden. Bleibt aber ein Theil desselben zurück, so wird die Wunde locker mit Charpie ausgefüllt, und der Rest des Sackes durch die nachfolgende Eiterung zerstört. Der zurückgelassene Theil desselben granulirt, er schreitet zur Fleischwärzchenbilduug, zum Zellgewebe wieder zurück, aus welchem er sich bildete.

Hat die Geschwulst ihren Sitz und Ursprung in der Tiefe der Orbita hinter dem Bulbus, dann kann, so lange nicht die Geschwulst sich nach aussen zeigt, der Heftigkeit der Zufälle geachtet, kein direct auf das Uebel gerichtetes Verfahren eingeschlagen werden. Die Ausrottung selbst ist unausführbar. Die Entleerung des Sackes entfernt den Druck, der auf dem Auge und dem Nervus opticus lastet. In die gebildete Oeffnung wird eine Darmseite, ein Bougie etc. eingelegt, um das Verschrumpfen des Sackes zu bewirken, und die absondernde Fähigkeit desselben zu vernichten. Zu diesem Zwecke können reitzende Einspritzungen, selbst mit gehöriger Vorsicht Aetzmittel, sowohl in fester als flüssiger Form, angewendet werden. Schliesst sich die gebildete Oeffnung, und füllt sich der Sack wieder, so wird die Punction wiederholt. Hat die Geschwulst eine solche Beschaffenheit, dass sie wegen dem consistenten Inhalt nicht entleert, und wegen tiefem Sitze nicht exstirpirt werden kann, und stellen sich gefährliche Zufälle ein, so müsste die Ausrottung des Augapfels und der Geschwulst vorgenommen werden.

Nach geschehener Entleerung des Sackes oder nach gänzlicher Ausrottung desselben tritt der 1. Augapfel von selbst, oder, wenn die Muskeln

desselben durch langes Andauern des Uebels unthätig sind, durch einen leichten Druck, den

man einige Zeit fortsetzt, in die Augengrube zurück).

Die Entstehung des Exophthalmos wird zuweilen durch jene Geschwülste bedingt, welche aus vielfach verschlungenen und durch laxes Zellgewebe verbundenen Blutgefässen bestehend, in Hinsicht ihrer innern Structur am besten mit dem Penis, der Milz oder der Placenta verglichen werden können, und Angiectasien ?), Anevrysma per anastomosin ), Fungus haematodes 4), Tumeur erectile 5) benannt werden. Eine abnorme Ausdehnung und zahlreichere Entwicklung der Capillargefässe liegt diesem Uebel zu Grunde (), daher

1) Das Vordrängen des Augapfels aus der Augengrube ge

schicht nicht nur allein durch Geschwülste, welche in der Augengrube sich entwickeln , sondern auch durch Knochengeschwülste, durch Dislocationen, welche die Knochen durch Ausdehnung der benachbarten Höhlen er-, leiden. Das Zellgewebe in der Tiefe der Augengrube kann sich entzünden, kann seinen Umfang vergrössern, es kann in der Augengrube Eiterung sich bilden Das solchen Structurveränderungen zu Grunde liegende Uebel, nicht selten syphilitischer Art muss dann bekämpft werden. Wenn der Augapfel durch eine dieser Ursachen aus seinem normalen Raumc verdrängt wird, ohne dass er durch eigene Umfangsvergrösserung und Desorganisation das Hervortreten setzt, so nennt man die Krankheitsform Exophthalmos, zum Unterschiede von Exophthalmie, wo die Ursache des Hervortretens durch Desorganisation des Bulbus bedingt, oder wenigstens dieselbe

damit verknüpft ist. 2) Gräfe, de notione et cura angiectaseos labiorum. 3) J. Bell, Principles of Surgery. V. 2. pag 456. 4) Diese Benennung wird von den meisten Franzosen dieser Krankheitsform gegeben, wo hingegen viele Engländer unter Fungus haematodes das Marksarcom verstehen, mit welchem diese Krankheitsform nicht verwechselt wer

den darf. 5) Nach Dupuytren (Scarpa, maladies des yeux.' Edit.

, par Fournier Pessay, in den Zusätzen 2 V. pag. 94. 6) Chelius, Handbuch der Chirurgie. 1. B. pag 801.

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zeigt das Innere einer solchen Geschwulst ein Convolut von unzähligen Gefässen, welche von cinem lockern Zellgewebe umgeben sind und mehrere kleine Höhlen bilden, in welche Blut abgesetzt wird, welches die Venenzweigchen wieder resorbiren. Eine äussere Ursache kann zur Entstehung dieser Geschwülste Anlass geben , gewöhnlich aber entwickeln sie sich aus den angebornen rothen Flecken.

Wenn sich eine solche Geschwulst in der Augengrube bildet, so entstehen Schmerzen in dem Auge und dem Kopfe. Nach und nach entsteht eine immer fühlbarer werdende Pulsation; man hat beim Befühlen der Augengegend das Gefühl von Brausen; der Kranke selbst fühlt ein eigenthümliches Kriebeln und Klopfen in der Augengrube. Das Auge tritt nun hervor, in dem die Geschwulst immer mehr und mehr Raum gewinnend jenes verdrängt. Die Geschwulst drängt sich an einer oder mehreren Stellen aus der Augengrube hervor, sie pulsirt und lässt sich leicht zusammendrücken. Die benachbarten Venenstämme sind angeschwollen, die Augenlieder aus ihrer normalen Stellung verdrängt. Durch einen auf die Geschwulst angebrachten Druck wird dieselbe in die Orbita zurückgetrieben, dadurch aber heftige Schmerzen erregt. Bei starken Bewegungen, auf den Genuss excitirender Stoffe wird das Klopfen heftiger und der Umfang grösser. Die Compression der benachbarten Arterie bewirkt keine Verminderung der Geschwulst, wohl aber der Druck auf die Carotis, welcher die vibrirende Bewegung in derselben aufhebt, und eine Verkleinerung derselben verursacht.

Kalte Umschläge können blos palliativ einigen Nutzen gewähren; die Exstirpation ist hier unanwendbar. Travers hat gezeigt, dass dic Verminderung der dahin zu führenden Blutmenge durch Unterbindung der Art. Carotis nicht allein das fernere Wachs

wulst á

thum hindert, sondern auch eine gründliche Heielche a lung bewirke. Durch dieses Mittel gelangten Traund

vers, Dalrymple und Wardrop" zur gründliBlut ala chen Beseitigung des Uebels. Hodgson 2) bemerkt,

dass die Heilung nach dieser Operation durch ein zur & rigoröses antiphlogistisches Verfahren kräftig un

terstützt werden könnte.

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Von dem Krebse des Augenliedes und des Ist io i

Augapfels. Alle Theile des Organismus, vorzüglich das - Pulsabe

Auge und die demselben anhängenden Parthien, nd dast

sind der carcinomatösen Metamorphose unterwort fühlt i

fen. Das Zellgewebe scheint den Stoff zur Bildung eines neuen Organes zu geben, welches

dann, wenn es eine individuelle Gestaltung erKam reicht hat, nicht nur das Organ, das ihm als ulst die Boden dient, sich aneignet, und 'in seine Natur

umwandelt, sondern allmählig der reproductiven

Sphäre des Organismus sich bemächtigend, einc enensis

krankhafte Stimmung in dieser setzt, vermöge welcher die bildende Thätigkeit nur Gewebe und Stoffe erzeugt, die der Natur des neuen Organes entsprechen, wodurch dann allmählig verschiedene Organe umgewandelt werden. Im Anfange

scheint das Uebel örtlich zu seyn, bald aber überas klipe trägt sich dasselbe auf den ganzen Organismus, Compli und gestaltet sich zum Leiden der ganzen Con

stitution. Jener Krebs, welcher sich zuerst in

Form der Induration, als Scirrhus zeigt, ist in Beruht seiner Entwicklung träge, und trägt sich weniger rung schnell auf die ganze Constitution über; als das

Marksarcom, welches immer mit der Nervensub

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der Drei

Danwar Crung Unterbus

1) Medico-chirurgical Transactions. V. 2. pag. i. V. VI.

pag. 111. V. IX, pag. 203.
2) Traité des maladies des arteres et des venes.

Brechet, T, 2 pag: 29

T. 1,

c Michael

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