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system auf die Thätigkeit des Nervensystemes bedingend einzuwirken.

Aus diesem Kreise ergiebt sich, wie schwierig es ist, ein nosologisches Gebäude aufzustellen.

S. 27.

Es giebt keine Function ohne Organ; Organisation und Verrichtung bedingen sich wechselseitig; also verhalten sich Kräfteverhältniss, Structur und Mischung belebter Theile gegen einander. Jede Kraftäusserung ist mit Veränderung der Mischung verbunden. Oft aber finden wir auffallende Veränderungen des Kräfteverhältnisses, ohne in Mischung und Structur bedeutende Veränderungen wahrnehmen zu können, und umgekehrt, so dass sich im Krankheitsprocess bisweilen das dynamische Leiden, bisweilen das organisch-chemische Leiden, bisweilen das physisch – mechamische Leiden gewaltsamer ausspricht. Auf dieses stützt sich die Eintheilung der Augenkrankheiten und der Gang, welchen der Verfasser zu verfol–

gen sich vorsteckt. W.

§ 28.

Es entstehen demnach drei Klassen der Krankheiten. Die erste Klasse begreift die dynamischen Krankheiten in sich, in welchen das Kräftever– hältniss vorzüglich gestört ist. Die zweite Klasse enthält die organischen Krankheiten, in welchen Structur und Mischung vorzüglich abnorm ver– ändert auftritt. Die dritte Klasse umfasst die mechanischen Krankheiten, die Störungen der mechanischen Verhältnisse der Theile unter sich. In keiner dyna– mischen Krankheit wird die Structur unverletzt bleiben. Nach der Beschaffenheit der Structur der Theile richtet sich auch die Art der Reaction der Organe; aber das, was als Leidendes vorherr

schend dabei auftritt, weisst dem Krankheitspro– cesse seine Klasse an. Keine physische Verletzung kann Statt finden ohne dynamisch-organisches Mitleiden, doch wird die Verletzung der Form das im Krankheitsprocesse vorherrschende seyn, und daher die Einreihung in die Klasse bestimmen. § 29. Die Ordnungen der dynamischen Krankhei– ten bilden sich, je nachdem der Krankheitspro– cess in einem oder dem andern Lebensfactor sich äussert, je nachdem die Irritabilität oder Sensi– bilität vorzüglich ergriffen ist; es zeigen sich so– nach die Entzündungen und Nevrosen. Function und Organisation entsprechen sich; die Erregbar– keit richtet sich nach der Structur und Mischung des Theiles, welchen sie bewohnt. Die entzündliche Action eines Theiles kommt mit der Struc– tur desselben überein. Die zweckmässigste Eintheilung der Entzündungen ist die nach dem Sitze derselben. Wir führen daher dieselben auf 1) jene der mucösen, 2) jene der fibrösen, 3) der serö– sen und 4) der parenchymatösen Gebilde. Varietäten erhalten wir, wenn die Entzündung als Aeus– serung einer Verstimmung des Organismus, einer krankhaften Mischung und Belebung der Säfte auftritt, als Folge der Dyscrasien erscheint, wo dann das Bild des Leidens sich darnach nüançirt.

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Die Nevrosen bestimmen sich ihre Gattungen nach den Verrichtungen des Nervensystems. Die Nerven nehmen einen äussern Eindruck auf, lei– en ihn zum Gehirn, wo er zur Empfindung ge– staltet wird; oder aber die Wirkung ist centrifugal, vom Gehirn mittelst der Nervenleitung auf die Muskeln und übrigen Organe. Die Nervenkrankheiten, da die Nerven Empfindung und Bewegung vermitteln, erlauben daher folgende Ab– theilung: 1) Nevrosen, bei welchen Störung der Sen– sation sich ausspricht, 2) jene, bei welchen die Locomotivität gestört ist,

§ 31.

In die Klasse der organischen Krankheiten fallen die Störungen der Structur und Mischung der Theile. Sie gestalten ihre Unterabtheilungen darnach, ob 1 ) eine übermässige Zunahme der organischen Masse sich ausspricht, ob Wucherungen derselben bestehen, Bildung neuer Organe vorhanden ist, oder ob 2) Abnahme der organischen Masse durch Schwinden und Vereiterung sich ausspricht, ob 3) ohne dass das quantitative der organischen Masse gestört ist, eine auffallende qualitative Störung der Mischung und des Baues sich zeigt. Meistentheils gesellen sich diesen Zuständen Störungen der Se – und Excretionen als Folge der abnormen Nutrition bei; da dieselben nur der Ausdruck dieses abnormen Processes sind, so können sie keine Unterabtheilungen abgeben.

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Die Störungen in der Form, in rein physischen Verhältnissen der Theile fassen wir in die dritte Klasse auf, welche die mechanischen Krank– heiten in sich begreift. Es sind vorzüglich jene Störungen, welche auch gewisse mechanische Hülssleistungen zu ihrer Entfernung verlangen. Wir fassen sie in folgende drei Unterabtheilungen auf: 1) fehlerhafter Zusammenhang der Theile, 2) fchlerhafte Trennung, endlich 3) fremde Körper mit oder ohne Verwundung.

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a) Ueberschuss der organischen Masse, Hy– pervegetationen.

b) Qualitative, nicht quantitative Störung der organischen Masse.

c) Abnahme der organischen Masse, Schwin

den und Vereiterung. 3) Mechanische Krankheiten.

a) fehlerhafte Cohäsion.

b) fehlerhafte Trennung. - -

c) fremde Körper mit oder ohne Verwundung. -

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1. Klasse, dynamische Krankheiten.

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Von der Entzündung.

Das häufige Vorkommen der Entzündung macht dieselbe für den Ophthalmologen vorzüg– lich wichtig. Sie ist das edelste Mittel, das zur Heilung der aufgehobenen Continuität unentbehrlich ist. Um den Entzündungsprocess dem Heil– zwecke aneignen zu können, fordert es die genaue Bekanntschaft mit derselben. Sie ist die am häufigsten sich zeigende Augenkrankheit, und aus ihr entfalten sich unzählige Metamorphosen, die dann wieder als selbstständige Leiden auftreten. In allen Zeiten erkannte man die Wichtigkeit dieser Krankheit, und keine wurde mit so vielem Fleisse beobachtet, als dieselbe. Wir ken– nen die Erscheinungen derselben, können uns, der rühmlichsten Bemühung der vorzüglichsten Physiologen ungeachtet, nicht schmeicheln, ihr Wesen ganz erforscht zu haben. Als allgemeine Erscheinungen der Entzündung des Auges führt man Schmerz, Röthe, Hitze, Geschwulst, Lichtscheue, Thränenträufeln, Lichtentwicklungen auf. Ehe wir jede dieser Erscheinun– gen würdigen, und zeigen, in wie weit dieselben zur Diagnose der Augenentzündungen brauchbar sind, müssen wir bemerken, dass die Erscheinun– gen der Entzündung sich modificiren nach der Beschaffenheit des befallenen Gebildes, nach der Intensität der Entzündung, nach dem Zeitraume, in welchem dieselbe sich befindet, und endlich nach der Individualität des Patienten. Die erste Erscheinung, welche sich bei der Entzündung darbietet, ist eine vermehrte Empfindlichkeit des Theiles, welche in Schmerz übergeht Bei der leisen Entzündung hat der Patient ge

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