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den Augenkammern erzeugte Eitersammlung äch– tes Eiterauge nennt, die aus einem Abscesse der Hornhaut entstehende unächtes Hypopyon heisst; c. nach dem Sitze in Hypopyon der vordern, der hintern oder beider Augenkammern ); d. endlich in entzündliche, metastatische, periodische etc. Das Hypopyon ist das Product der Entzündung des serös– häutigen Apparats, hat dann seine Quelle in der descemetischen Haut und wird auf der freien, der vordern Augenkammer entsprechenden,

Fläche abgesondert, oder es entsteht nach Ab–

scessbildung in der Substanz der Hornhaut oder der Iris, und durch Entleerung der Abscesse in die vordere Augenkammer, oder die Absonderung des Eiters wird durch die Uvea, vielleicht durch die äussere Fläche der Linsenkapsel vermittelt. Dass auch ohne vorausgegangene Entzündung. Eiter in der vordern Augenkammer gebildet werde, wurde durch Walther, Richter und andere beobachtet ?). Nach der Art der Entstehung modificiren sich auch die Erscheinungen, welche uns die Diagnose des Hypopyon gewähren. Wird der Eiter an der ganzen freien Fläche der descemetischen Haut abgesondert, so geschieht dieses gewöhnlich bei hef

tigen Ophthalmien, in welche Iris, Chorioidea, Lin–

senkapsel und Hornhaut hineingezogen sind: Lichtscheue, heftige, stechende Schmerzen im Auge und in dem Kopfe, krampfhafte Schliessung der

Oberfläche sich bildenden und sich öffnenden Eiterpusteln entsteht. Der Eiter wird hier streng genommen, eben so wenig in der Augenkammer selbst erzeugt, da er hier, wie bei dem nach innen sich öffnenden Hornhautabscess dic descemetische Umkleidung durchbrechen muss.

4) Eine unwesentliche Unterscheidung, da die beiden Augenkammern unter sich communiciren, und mithin bei einer gewissen Höhe des Uebels der Eiter aus einer Augenkammer in die andere überzutreten vermag.

2) Möchte nicht in solchen Fällen das Stadium der Entzündung übersehen worden seyn?

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Augenlieder und andere Erscheinungen, die schon bei Beschreibung der einzelnen Ophthalmien an– gegeben wurden, deuten auf die Heftigkeit und auf die Verbreitung der Entzündung. Unter der Zunahme dieser Erscheinungen und unter Begleitung febrilischer Symptome lässt sich auf dem Boden der vordern Augenkammer ein halbmondförmiger, nach oben cóncaver, nach unten convexer schmutzig gelber Fleck, besonders wenn der Patient das Auge in die Höhe bewegt, wahrnehmcn. Die Hornhaut ist oberhalb dieser Verdunklung gewöhn– lich durchsichtig, und nur leicht getrübt. Bei Bewegungen des Auges geht der Eiter wellenförmige Bewegungen ein, und verändert seine Lage nach der Stellung des Kopfes. Indem nun die Quantität des Eiters sich vermehrt, tritt derselbe in die Höhle der Pupille, ergiesst sich durch diese in die hintere Augenkammer, wodurch dann ein Hypopyon beider Kaminern (Empyesis) entsteht. Der Eiter verdickt sich nun, und füllt allmählig die vordere Augenkammer; der Augapfel scheint her– vorzuragen; die Augenlieder sind angeschwollen, der Schmerz ist heftig, Hitze und Frost treten abwechselnd auf; es stellen sich bisweilen Delirien ein, und wenn die Eiterung nicht aufhört, und die zeitgemässe Eröffnung des Abscesses vernach– lässiget wird, so öffnet sich die Hornhaut, der Eiter und ein Theil des Glaskörpers entleeren sich, worauf die heftigsten Schmerzen weichen und Lin– derung der Zufälle sich einstellt. Bisweilen bleiben, wenn die Eiterung zeitig sistirt wird, ohne dass der Abscess sich öffnet, dickere Klümpchen in der vordern Augenkammer, auch wohl in der Pupille zurück, nachdem der flüssigere Theil resorbirt worden ist. Wenn der Eiter aus einem Abscesse der Hornhaut oder Regenbogenhaut in die vordere Augenkammer gelangend, das Hypopyon bildet, so lässt sich dieses aus den vorausgegangenen Zeichen der

Entzündung und Eiterung erkennen, welches an schicklichen Orten bereits angeführt wurde. Fol

ende Erscheinungen bezeichnen, dass der HornfÄ geborsten ist, und ein Hypopyon ge

bildet hat. Unter den Erscheinungen der Cor–

neitis bildete sich Eiter in der Hornhaut aus, welche

bei den verschiedenen Stellungen und Bewegungen

des Kopfes an seiner Stelle beharrlich blieb, der Theil der Hornhaut, welche der Sitz des Abscesses war, wird wieder durchsichtig, zeigt oft einen weissen Streifen, der von dieser Stelle aus gegen den Boden der Augenkammer sich zieht. Die Schmerzen und die Spannung im Auge mindern

sich. Wird das Auge von der Seite aus betrachtet,

so zeigt sich deutlich der Sitz des Eiters in der vordern Augenkammer. Bildet sich ein Abscess auf der Iris, und wird dadurch das Hypopyon gesetzt, so wird unter den Erscheinungen der Iritis an der vordern Fläche der Iris eine oder mehrere Pusteln sich bilden, welche sich öffnen und den Eiter in die vordere Augenkammer entleeren. Die Wandupgen des geöffneten Balges flottiren dann deutlich in der vordern Augenkammer. Nach dem Gesagten ergiebt sich, dass das Uebel, wenn es noch keinen hohen Grad erreicht hat, durch zweck– mässige Hülfe gehoben werden kann; dass aber nicht selten Verlust des Sehevermögens, selbst der Form des Organes folge. Man hat einen günsti– gen Ausgang zu erwarten, wenn nach zweckge– mässer Behandlung die Menge des abgesonderten Eiters nicht zunimmt, sondern vielmehr sich ver– mindert. Wir haben bei der Behandlung einer doppelten Indication zu entsprechen; es muss nämlich die weitere Absetzung des Eiters verhütet, und die Entfernung des abgesonderten bewirkt werden. Walther ") hat das Verdienst, die zweckmässige

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Behandlung aufgestellt, und auf die bestehenden Irrthümer aufmerksam gemacht zu haben. Die Ei– terung ist das Product der Entzündung, und mit dem Auftreten derselben ist die Entzündung noch nicht ausgeglichen. Das kräftige, antiphlogistische Heilverfahren ist daher bei Erscheinung der Ei– terung einzuschlagen. Aderlässe sind nach Walther der Anwendung der topischen Blutentziehungen vorzuziehen, oder wenigstens immer voranzuschicken. Die Menge des abzuziehenden Blutes, und die Anzahl der Venäsection richte sich nach der Heftigkeit der entzündlichen Zufälle. Der Merkur, das Nitrum, eine strenge Diät, werde um die Pla– sticität der Säfte zu mindern angewendet. Durch die Blutentziehung wird nicht allein die Entzündung entkräftet, sondern auch die Resorption durch die bewirkte Leerheit des Gefässsystems gesteigert. Beide Indicationen werden daher bisweilen hierdurch erreicht. Gewärmte Leinwandcompres– sen werden über das Auge gehängt; auch fand ich die Einreibung der grauen Quecksilber mit Opium in die Schläfegegend heilkräftig. Emol– lirende Mittel, da sie die Eiterung vermehren, und den Zusammenhang der Theile vermindernd das Durchbrechen des Abscesses befördern; eben so resolvirend reizende Mittel, da sie die Entzündung steigern, sind zu meiden. Der innerliche Gebrauch stärkender Mittel, als wenn sich ein grosser Säfteverlust vorfände, zeigt sich unpassend und schäd– lich. So lange die ergossene Flüssigkeit noch flüs– sig und dünn ist, so lange die Menge derselben nicht beträchtlich ist, erwarten wir die Aufsaugung des Ergossenen. Bemerkt man aber, dass die Menge des Eiters sich vermehrt, so muss, da sonst die Organisation des Auges zu viel leiden könnte, die Eröffnung der vordern Kammer gemacht, und der Eiter entleert werden ). Wird man erst dann

", Richter empfiehlt die Operation, Beer und Scarpa aber erlauben sie nur, wenn der Augapfel zu bersten droht

gerufen, wenn die Hornhaut schon gänzlich getrübt, die Augenkammer angefüllt und dem Zer– bersten nahe ist, so muss auch hier, um einigermassen die Form des Auges zu retten, die Paracenthese der vordern Augenkammer gemacht werden. Der untere Theil der Augenkammer wird durch einen kleinen halbmondförmigen Schnitt, dessen Form mit dem Schnitte, der bei der Ausziehung des Staars gemacht wird, übereinstimmt, geöffnet!). Der Eiter dringt nun mit Heftigkeit oder tropfenweise hervor, worauf das Auge geschlossen und mit einer Compresse bedeckt werden muss. Sollte sich der Eiter abermals nach geschlossener Hornhaut wieder anhäufen, so muss die Operation wiederholt werden. Man beobachtet zuweilen, dass nach erloschener entzündlicher Reaction, beim schmerzlosen, nicht empfindlichen Auge nach Resorption des flüssigeren Ergossenen ein verdickter, ausgetrockneter,

zäher Eiter in der vordern Augenkammer liegen

bleibt. In diesem Falle ist es zweckmässig, durch Anwendung topischer Mittel die Thätigkeit der re– sorbirenden Gefässe zu beleben, wozu Merkurialien nach Walther *), vorzüglich der weisse Präcipitat, sich eignen. Durch Wasserdämpfe könnte

Walther ist für die Paracenthese, empfiehlt aber kluge Zögerung, indem er erst bei stille stehender Absonderung zur Operation rathet. Ich halte dafür, dass ehe der Eiter die Hälfte der vordern Augenkammer füllt, die Operation vorgenommen werden soll, um so mehr, da der Eiter als fremder Körper wirkt, und die entzündliche Reaction in vielen Fällen zu unterhalten scheint.

4) Wardrop's Verfahren unterscheidet sich wesentlich, da er nur eine sehr kleine Oeffnung in die Hornhaut und diese gewöhnlich zur Seite, nicht am Boden der vordern Augenkammer anlegt. Auch handelt Wardrop ans einem andern Gesichtspunct, da er die Entleerung der wässerigen Feuchsigkeit für den wesentlichen Nutzen seiner Operation erklärt.

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