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'In den Fasten hat Ovid ein Werk hinterlassen,

dem Griechenland nichts zur Seite zu stellen hatte, gleich wichtig für die religiöse und politische Überlieferung und für das Volksleben, das dieselben festhielt.'

L. v. Ranke, Weltgeschichte II 2, S. 413.

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Blackwell
19-41
41951

Vorrede zur ersten Auflage.

Eine neue Ausgabe von Ovids Fasten mit erklärenden Anmerkungen wird kaum irgend welcher Rechtfertigung bedürfen. Der letzte sachliche Kommentar, der den Wert einer selbständigen Leistung beanspruchen kann, ist der von Gierig aus dem Jahr 1812, aus welchem Conrad in seiner Schulausgabe vom J. 1839 einen höchst flüchtigen, fehlerhaften Auszug gegeben hat. Seitdem haben zwar einzelne Partieen der Fasten in Anthologieen, z. B. in die Lesestücke aus griechischen und lateinischen Schriftstellern von M. Seyffert, Aufnahme und auch Erklärung gefunden, allein an einer für den Gebrauch in der Schule bestimmten Ausgabe des ganzen Werkes fehlt es noch immer. Nur darauf kann ich es schieben, wenn in der letzten Zeit die Fasten auf unseren Gelehrtenschulen immer mehr aus dem Kreis der lateinischen Lektüre verschwinden und jetzt nur noch auf etwa vierzig ihren Platz behauptet haben, während sie nach meiner Erfahrung, die mir von mehreren Seiten bestätigt worden ist, von den Schülern gern, ja mit Vorliebe gelesen werden.") Und auch im Interesse der Schule liegt es, sie festzuhalten, beziehentlich wieder einzubürgern; denn einerseits geben sie ein treffliches Bild von dem sakralen Leben der Römer, das den Schülern jedenfalls vorgeführt werden muss, wenn sie das Römertum überhaupt verstehen wollen, andrerseits leiten sie in der zweckmässigsten Weise von den Metamorphosen zu Virgil und Horaz über und bereiten auf diese Dichter vor.

Was nun meine hiermit den Fachgenossen vorgelegte Erklärung anbetrifft, so habe ich die früheren erklärenden Ausgaben, besonders die von Neapolis, Heinsius, Burmann, W. Gesenius), Gierig gewissenhaft benutzt; noch weit mehr und weit wertvolleres Material für meine Arbeit verdanke ich aber anderen

1) Vgl. das Urteil des englischen Geschichtsforschers Ch. Merivale: "Gesch. der Römer unter dem Kaisertume' III S. 86 d. deutsch. Übers. Die Fasten sind selbst unter Ovids Werken merkwürdig wegen ihrer Verbindung von Leichtigkeit mit Würde. Nirgend sonstwo werden seine Geschichten mit solcher Lebhaftigkeit und Klarheit erzählt. Vielleicht giebt es kein besseres Muster einer versificierten Erzählung als die Geschichte von Anna Perenna III 557 ff.'

2) Symbolae observationum in Ovidii fastos, quas in novae fastorum editionis specimen exhibet Fr. Henr. Guil. Gesenius, Altonae 1806. Das vom Grossvater gegebene Versprechen löst hiermit der Enkel ein.

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