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und da klarer und verständlicher zu machen. Nur in einem Punkte ist eine nennenswerte Änderung eingetreten. Nachdem ich, ausgesprochenen Wünschen folgend, der Ausgabe einen kritischen Anhang beizugeben mich entschlossen hatte, schien es mir angezeigt, die Anmerkungen, welche sich nicht auf die Erklärung bezogen, in diesen Anhang zu verweisen (nur wenige Notizen dieser Art rührten von Haupt selbst her; einige hatte Korn in der 6. Auflage hinzugefügt); wer daher im Kommentar etwas von den Worten Haupts vermisst, wird dasselbe sicherlich am Ende des Heftes verzeichnet finden.

Sehr viel schwieriger war es für mich, den Text mit den vorhandenen Ausgaben in Einklang zu bringen. Hier muss ich in der That die Kürze der Zeit als Entschuldigung für mich in Anspruch nehmen, wenn man, wie zu erwarten steht, finden wird, dass ich die jetzt vorhandenen handschriftlichen Hilfsmittel nicht genügend ausgenutzt habe und in der Auswahl aus den von Korn publizierten Varianten nicht konsequent gewesen bin. Zurückhaltung war hier notwendig, schon deshalb, weil ich fürchten muss, dass meine Beteiligung an der Ovidforschung eine vorübergehende sein wird, und weilja Versäumtes immer nachgeholt werden kann. Ich spreche es jedoch offen aus, dass ich von dem an sich bequemen Verfahren, die Lesarten, wie sie der Consensus codicum BMɛ darbietet, überall in den Text zu setzen, mit Überlegung Abstand genommen habe und nicht daran glaube, dass die von N. Heinsius benutzten Handschriften, deren Bedeutung anerkannt ist, den von Korn seiner Rezepsion zu Grunde gelegten Codices weichen müssen. Hierin irre ich vielleicht; um so mehr muss ich freundliche Nachsicht dafür erbitten, dass ich es wagte, sogar einige von Korn beseitigte Lesarten Haupts wiederherzustellen.

Bei der Korrektur der Druckbogen hat mich Herr Dr. Franz Harder in dankenswertester Weise unterstützt.

Berlin, im Januar 1885.

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H. J. Müller.

VORWORT

ZUR SECHSTEN AUFLAGE.

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Die Revision der sechsten Auflage der sieben ersten Bücher der Metamorphosen ist von mir mit aller derjenigen Rücksicht ausgeführt worden, welche der verewigte Verfasser des Büchleins beanspruchen durfte. Hinsichtlich der Anmerkungen habe ich mich, abgesehen von einigen kleinen Zusätzen, die dem Gebrauche des Werkes nützlich zu sein schienen, im wesentlichen darauf beschränkt, eine Anzahl unbedeutender Versehen, die entweder durch alle früheren Auflagen oder die Mehrzahl derselben hindurchgegangen waren, zu berichtigen und die Interpunktion nach den Normen zu gestalten, wie sie die Schule braucht und die Mehrzahl der Gebildeten übt. Der Text hat nur an sehr wenigen Stellen Änderungen erfahren, einmal, weil bei der Durchsicht desselben eine Kolation des Marcianus 225 mir noch nicht vorlag und die anderweitig gebotenen Materialien für die Textrevision zu verwenden aus guten Gründen nicht zweckdienlich schien, ganz besonders aber deshalb, weil wiederholte Erwägung der fraglichen Stellen nur immer mehr die Überzeugung befestigte, dass ein Abgehen von dem Texte, den M. Haupt auf Grund genauester Kenntnis des Dichters, seiner Art und seiner Sprache, besonnenen und klaren Urteils und ausserordentlich feinen Geschmackes festgestellt habe, zumal so lange die erwartete Kollation des Marcianus nicht vorliege, ausser aus den zwingendsten Gründen nicht geraten sei. So habe ich denn nur an folgenden Stellen, meist im Anschlusse an die handschriftliche Überlieferung, zu Änderungen mich veranlasst gesehen:

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DIE

METAMORPHOSEN

DES

P. OVIDIUS NASO.

ERSTER BAND

BUCH I-VII

ERKLÄRT

VON

MORIZ HAUPT.

SIEBENTE AUFLAGE

VON

H. J. MÜLLER,
DIREKTOR DES LUISENSTÄDTISCHEN GYMNASIUMS IN BERLIN.

BERLIN,

WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG.

1885,

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