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RÖMISCHE ELEGIKER.

EINE AUSWAHL AUS

CATULL, TIBULL, PROPERZ UND OVID.

FÜR DEN SCHULGEBRAUCH

BEARBEITET

VON

DR. K. P. SCHULZE,

PROFESSOR AM FRIEDRICHS-WERDERSCHEN GYMNASIUM ZU BERLIN.

VIERTF AUFLAGE.

BERLIN,
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG.

1900.

JUL 13 1907 VIERARY Constantius Fund.

Aus der Vorrede zur ersten Auflage.

Der Verfasser dieser Auswahl ist der Ansicht, dass man den römischen Elegikern ein bescheidenes Plätzchen bei der Lektüre in den oberen Klassen eines Gymnasiums einräumen sollte. Liest man in Tertia Ovid, in Untersekunda Virgil, so darf man wohl in der Obersekunda neben letzterem ein Semester den Elegikern widmen. Einmal wird dadurch die zuletzt eintönige Lektüre der Epiker angenehm unterbrochen, und dann ist kein Grund vorhanden, weshalb man dem Schüler gerade die besten Werke römischer Poesie vorenthalten sollte. Jedenfalls wird derjenige, welcher die Elegiker nicht kennen gelernt hat, nur ein unvollständiges und nicht gerade sehr vorteilhaftes Bild von der römischen Dichtkunst erhalten. Denn das Epos und die Lyrik der Römer stehen weit hinter den griechischen Vorbildern zurück, in der Elegie hingegen haben jene Eigenartiges und Vorzügliches geleistet. Ich meine also, dass man in der Obersekunda die Elegiker in einem Semester lesen sollte.

Die Sammlung ist etwas reichlich ausgefallen, da der Lehrer aus ihr wiederum eine Auswahl wird treffen müssen. Einige Gedichte, wie ein Teil der Cynthialieder, mögen dem Schüler mehr zur Privatlektüre empfohlen werden; vielleicht kehrt er gerade zu ihnen auch später noch gern zurück. Dass ich von Catull einige lyrische Gedichte und zwei epische in diese Sammlung der Elegiker mit aufgenommen habe, wird man mir wohl verzeihen. Andere hätten vielleicht den Properz als zu schwer für die Schule ganz weggelassen. Doch glaube ich, dass mit den gerade für diesen Schriftsteller reichlich bemessenen Anmerkungen der Schüler die ihm entgentretenden Schwierigkeiten überwinden wird; und nach meiner Ansicht darf man diesem, will man überhaupt Elegiker auf der Schule lesen, das Gedicht auf den Tod der Cornelia, die Elegieen auf die Schlacht bei Actium und auf Cleopatra, und ähnliche nicht vorenthalten.

Berlin, den 30. September 1878.

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