Oesterreichische Volksschriften und Volkslieder im siebenjährigen Kriege: Beiträge zur Geschichte der politischen Literatur im achtzehnten Jahrhundert

Cover
C. Gerold, 1869 - 167 Seiten
 

Was andere dazu sagen - Rezension schreiben

Es wurden keine Rezensionen gefunden.

Ausgewählte Seiten

Andere Ausgaben - Alle anzeigen

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Beliebte Passagen

Seite 125 - Die gehässige Spannung, in welcher Preußen und Sachsen sich während dieses Kriegs gegen einander befanden, konnte durch die Beendigung desselben nicht aufgehoben werden. Der Sachse fühlte nun erst recht schmerzlich die Wunden, die ihm der überstolz gewordene Preuße geschlagen hatte. Durch den politischen Frieden konnte der Friede zwischen den Gemütern nicht sogleich hergestellt werden.
Seite 9 - Die Preußen und mit ihnen das protestantische Deutschland gewannen also für ihre Literatur einen Schatz, welcher der Gegenpartei fehlte und dessen Mangel sie durch keine nachherige Bemühung hat ersetzen können.
Seite 67 - Wollen Sie die Sache auf's äußerste treiben, so werde ich alles versuchen, was meine Kräfte gestatten. Wenn Ihre Bundesgenossen Ihnen so beistehen, wie es ihre Schuldigkeit ist, so sehe ich voraus, daß es um mich geschehen sein wird; allein dies wird mir nicht Schande machen.
Seite 1 - Gemütsruhe, ihrer Neigung zu einem innern, besonnenen Leben und ihrer Staatsverfassung, die die Verwaltung der Nationalangelegenheiten wenigen öffentlichen Beamten und nicht der Nation anvertraut. Sollte daher auch das Schlechte durch die Gewalt der Waffen einen momentanen Sieg davontragen, so kann es doch durch die Idee und die Meinung wieder gestürzt werden.
Seite 97 - Das Flugblatt erzählt uns, wie Fink ausging die Lerchen zu fangen und wollt auf „Rebentisch"*) mit diesem Braten prangen; doch „Wunsch" ging nicht nach Wunsch; die Lerchen schwingen sich hellsingend in die Lüfte. König Friedrich wollt' es schon wieder wagen und schickt den Fink aus mit Wunsch den Dllun zu schlagen.
Seite 18 - Generale zu verherrlichen , so wird die Mythologie gebrandschatzt und unter dem Aufgebote von Göttern und Helden werden Vergleichsobjecte unbarmherzig recrutirt. Schreitet der Gelehrte in cokett antikisirender Weise einher, so erblicken wir nicht weit von ihm irgend einen derben frischen Gesellen , der in wohlthuender Laune sein Publicum von den Geschehnissen des Krieges unterhält.
Seite 147 - Cäsar's halten soll. Ich gehe durch eine harte, lange, grausame, ja barbarische Schule der Geduld. Ich habe mich meinem Geschicke nicht entziehen können ; alles, was menschliche Voraussicht ergeben kann, habe ich angewendet; nichts ist gelungen. Wenn die Glücksgöttin fortfährt, mich so unerbittlich zu verfolgen, so werde ich ohne Zweifel erliegen ; sie allein kann mich noch aus meiner jetzigen Lage ziehen.
Seite 66 - Vergießung so vielen Blutes Ursache sind, und daß Sie denjenigen nicht überwinden können, der, wenn Sie ihn hätten zum Freunde haben wollen, so wie er Ihr naher Verwandter ist, mit Ihnen hätte Europa zittern machen können.
Seite 30 - Die kaiserlichen Grenadiere sind eine bewundernswerthe Truppe ; sie vertheidigten eine Höhe, welche zu nehmen meine beste Infanterie nicht im Stande war. Die Feinde hatten den Vortheil einer zahlreichen und gut bedienten Artillerie ; sie macht dem Liechtenstein Ehre, welcher ihr vorsteht Das Glück hat mir den Rücken gewendet. Der Erfolg, mein lieber Lord, flößt oft ein schädliches Vertrauen ein; wir müssen unsere Sache ein andermal besser machen" — schrieb der König an Lord Marischal.
Seite 88 - ... Nie habe ich die preußische Armee in einem solchen Zustande gesehen." Von tiefem Schmerz ergriffen, schrieb der König von seinem Strohlager in der Bauernhütte zu Oetscher : „In diesem Augenblicke, in welchem ich schreibe, flieht Alles, ich bin nicht Herr meiner Leute; man wird wohl daran thnn, in Berlin an seine Sicherheit zu denken.

Bibliografische Informationen