Conrad Gessner: ein Beytrag zur Geschichte des wissenschaftlichen Strebens und der Glaubensverbesserung im 16ten Jahrhundert

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in der Steinerischen Buchhandlung, 1824 - 355 Seiten
 

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Seite 105 - Nicht zwar, als ob man leugnen wollen, daß 35 etwas ästhetisch schön sein könne, wenn es nicht auch moralisch gut ist. Aber es ist doch auch so gar unbillig nicht, daß man jenes Schöne verachtet, wo man dieses Gute nicht sogleich erkennet.
Seite 92 - Geistes de» reichgeschmückten Schauplatz dieser Welt zu betrachten ; er besteige hohe Berge, er wende seine Blicke auf jene unermeßliche Alpenkette, er wandle durch schattige Wälder , er stelle sich hin auf erhabene Bergeshöhen und umfasse da die unendliche Mannigfaltigkeit von Gegenständen, die vor seine
Seite 93 - ein von allen Sorgen der Berufsgeschäfte freier Geist, ist ein großer Gewinn. Dazu kommt die reine Bergluft, die uns überall umströmt und deren Einathmen eben so erfrischend als belebend ist. Der Sinn des Gesichts wird durch die mannigfaltigste Abwechslung erheitert und genährt. In der Nähe Pflanzen , die durch den lebhaften Farbenschmuck und die zartesten Bildungen sich auszeichnen , in der Ferne die wunderbaren Gestalten der Berge, die spiegelnde Fläche der Seen, der schlängelnde Lauf der...
Seite 94 - Vögel, und bald erfüllt uns gerade die tiefe, durch leinen noch so leisen Laut unterbrochene Stille mit heiligem Schauer. Überall umduften uns Wohlgerüche; denn selbst die Pflanzen, welche im tieferen Tale leinen Geruch haben, hauchen auf Alpenhöhen zarte, gewürzhafte Düfte aus, und in dieser reineren Luft ist auch jeder Sinnengenuß reiner, feiner, edler. Das...
Seite 94 - Hirlenwohnungen übersätten, mit weidenden Herden belebten, grasreichen Alpen. Das Ohr vernimmt bald den anmuthigen Gesang der Vögel und bald erfüllt uns gerade die tiefe, durch keinen noch so leisen Laut unterbrochene Stille mit heiligem Schauer. Ueberall umduften uns Wohlgerüche, denn selbst die Pflanzen, welche im tieferen Thale keinen Geruch haben, hauchen auf Alpenhöhen zarte, gewürzhafte Düste aus und in dieser reinen Luft ist auch jeder Sinnen» genuß reiner, feiner und edler.
Seite 5 - Schulmeister von ßinsiedeln kommen , ein gar gelehrter und treuer Schulmeister , aber grausam wunderlich. Da machte ich mir einen Sitz in einem Winkel nicht weit von des Schulmeisters Stuhl, und dachte, in dem Winkel willst du studiren oder sterben. Als er nun eintrat, mein Vater Myeonius, sprach er : „ Das ist eine hübsche Schule...
Seite 91 - Freund, solange mir die göttliche Vorsehung mein Leben erhält, jährlich einige, oder doch wenigstens einen Berg zu ersteigen, und zwar in der Jahreszeit, wo die Pflanzenwelt in ihrer vollen Kraft ist, teils, um meine Kenntnis zu erweitern, teils, um meinen Körper zu stärken und meinem Geiste die edelste Erholung zu verschaffen. Denn welch...
Seite 91 - Vogel, , solange mir die göttliche Vorsehung mein Leben erhält, jährlich einige oder doch wenigstens einen Berg zu ersteigen, und zwar in der Jahreszeit, wo die Pflanzenwelt in ihrer vollen Kraft ist, teils um meine Kenntnis derselben zu erweitern, teils um meinen Körper zu stärken und meinem Geiste die edelste Erholung zu verschaffen. Denn welch...
Seite 93 - Füssen liegen jene schönen Seen unseres Vaterlandes ; ja, oft finden wir dergleichen sogar auf den obersten Gipfeln der Alpen. In ihrem Innern sind neue Schätze verborgen, und ihre Heilquellen werden ein Born der Gesundheit und des Lebens für die, welche den oft beschwerlichen Zugang zu ihnen nicht scheuen. Aber auch der geistige und sinnliche Genuss, den eine solche Bergreise gewährt, ist ebenso mannigfaltig als wohltätig.
Seite 130 - Hätte ich das Glück gehabt, einen Gönner zu finden, oder wären meine Vermögensumstände nicht so beschränkt gewesen, so hätte ich die entferntesten Länder und Meeresküsten mit brennender Wissbegierde durchwandert.

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