Die Kunst des Liebens

Cover
Dt. Verlag-Anst., 2006 - 189 Seiten
Der Klassiker zum ewigen Thema Liebe”Ist Lieben eine Kunst? Wenn es das ist, dann wird von dem, der diese Kunst beherrschen will, verlangt, dass er etwas weiß und dass er keine Mühe scheut. Oder ist die Liebe nur eine angenehme Empfindung, die man rein zufällig erfährt, etwas, was einem sozusagen : n den Schoß fällt9 wenn man Glück hat? Dieses kleine Buch geht davon aus, dass Lieben eine Kunst ist, obwohl die meisten Menschen heute zweifellos das letztere annehmen.“Erich Fromm, Die Kunst des Liebens Die Kunst des Liebens ist Erich Fromms meistgelesenes Buch. Für Fromm ist die Liebe - neben der Vernunft - die wichtigste seelische Triebfeder des Menschen. Sie wächst und entwickelt eine verändernde Kraft nur in dem Maße, wie sie praktiziert wird. Erich Fromm (1900-1980) ist als Psychoanalytiker und Sozialpsychologe ebenso bekannt wie als Autor und bedeutender Humanist des 20. Jahrhunderts.

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Warum ist das Buch noch keine Pflichtlektüre in den Schulen?
Man kennt Erich Fromm als deutsch-US-amerikanischen Psychoanalytiker, Philosophen und Sozialpsychologen. Bücher wie "Die Kunst des
Liebens" und "Haben oder sein" haben Weltruhm erlangt, aber die wenigsten wissen, dass der Autor aus einer streng jüdischen Familie kam und ursprünglich Rabbiner werden wollte. Dieses In-die-Liebe-hineingewachsen-sein spiegelt sich überall im Buch "Die Kunst des Liebens" wieder, auch wenn Fromm seine orthodoxe Lebensweise aufgab, als er Psychoanalytiker wurde.
Deshalb haben mich seine biblischen Interpretationen besonders beeindruckt.
Schon immer hatte ich gedacht, dass Gott das Verbot, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen, nur ausgesprochen hatte, weil er Adam und Eva als kleine Kinder betrachtete, die gern mal ein Verbot übertreten, um zu sehen, was dann passiert. Fromm sieht darin Freiheit, die Freiheit zum Ungehorsam. Die Menschen haben die Wahl, etwas zu tun oder zu lassen. Ja, genau, rufe ich herzlich dankend.
"Liebe ist die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was wir lieben", schreibt Fromm. Dann verdeutlicht er das am Beispiel des Propheten Jona, der ein starkes Gefühl für Recht und Ordnung hat, aber kein Verständnis für Gnade. Als Gott die Menschen in Ninive verschont und Jonas schattenspendenden Rizinusstrauch verdorren lässt, beschwert sich der Prophet bei Gott. "Was Gott Jona antwortet, ist symbolisch zu verstehen. Er erklärt ihm, dass das Wesen der Liebe darin besteht, für etwas 'zu arbeiten' und 'etwas aufzuziehen', dass Liebe und Arbeit nicht voneinander zu trennen sind."
An sieben Tagen erschuf Gott die Welt. Das sei Fürsorge, so der Autor. "Aber Gott geht über dieses notwendige Minimum hinaus: An jedem Tag der Schöpfung sagt Gott eigens zu dem, was er geschaffen hat: 'Es ist gut!'" In dieser besonderen Bestätigung komme die bedingungslose, mütterliche Liebe zum Ausdruck, die Fromm als das Endziel jeglicher Liebe ansieht. Mütterliche Liebe ist Nächstenliebe. Der Säugling braucht sie, die Mutter gibt sie. Weiter hinten im Buch schreibt Fromm: "Es gibt keine 'Arbeitsteilung' zwischen der Liebe zu den eigenen Angehörigen und der Liebe zu Fremden."
Über die Feindesliebe schreibt der Autor nichts. Deshalb möchte ich das hier ergänzen. Stellen Sie sich ein Vergewaltigungsopfer vor, dass dem Täter so sehr vergibt, dass es ihm hilft, sich seinem Narzissmus zu stellen, um zu seinem wahren Selbst, zur Kunst des Liebens zu finden. Wenn der Täter das schaffen sollte, wird er zur Dankbarkeit und Liebe fähig werden und kann dann auch sich selbst vergeben. Die Rollen von Täter und Opfer würden aufgehoben sein. Die Gewalt wäre zur Liebe transzendiert. Damit meine ich nicht, dass Täter und Opfer jetzt ein Paar werden, sondern dass sie für alles, was existiert, Liebe empfinden könnten.
Besonders spannend fand ich auch das Kapitel über die Selbstliebe, in welchem Fromm deutlich zwischen wahrer Selbstliebe und Selbstsucht sowie Selbstlosigkeit unterscheidet.
Selbstliebe schafft Frieden, während Selbstsucht, dem Selbsthass entspringt, alles um sich herum gierig verschlingt, um am Ende nur noch gieriger zu sein, es herrscht Krieg. "Die Bedürfnisse anderer interessieren ihn nicht, und er hat keine Achtung vor ihrer Würde und Integrität. Er kann nur sich selbst sehen; einen jeden und alles beurteilt er nur nach dem Nutzen, den er davon hat."
Der Selbstlose tue nichts für sich selbst und sei deshalb ebenso unfähig zu lieben wie der Selbstsüchtige. Super erkannt, liebe Seele! Dankeschön!
Trotz aller Spannung stellte sich ungefähr in der Mitte des Buches ein leichtes Unwohlsein bei mir ein, das etwas mit Langeweile zu tun hatte. Das lag nicht an der Lektüre, sondern an mir. Ich konsumierte Fromms Meisterwerk nur. Ich verleibte mir ein Objekt ein, ohne mich mit ihm zu verbinden. Es fehlte die "Kunst des Liebens".
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