Deutsche vierteljahrs Schrift, Ausgaben 13-14

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J.G. Cotta, 1841
 

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Seite 185 - Und so war ich denn auch preußisch, oder um richtiger zu reden. Fritzisch gesinnt; denn was ging uns Preußen an! Es war die Persönlichkeit des großen Königs, die auf alle Gemüter wirkte.
Seite 186 - Friedrich hatte die Ehre eines Teils der Deutschen gegen eine verbundene Welt gerettet, und es war jedem Gliede der Nation erlaubt, durch Beifall und Verehrung dieses großen Fürsten teil an seinem Siege zu nehmen; aber wo denn nun hin mit jenem erregten kriegerischen Trotzgefühl?
Seite 67 - Wir müssen uns, selbst mitten im Frieden, immer wie ein großes Heer im Feldlager und im Angesicht eines mächtigen Feindes betrachten. In solcher Lage ziemt es uns nicht, aus welchem scheinbar sehr natürlichen und gerechten Anlaß es auch geschehe, uns einander selbst feindlich gegenüberzustellen. Wir müssen immer nur Front machen gegen den Feind von außen.
Seite 108 - Die Künste der Hellenen kannten Nicht den Erlöser und sein Licht, Drum scherzten sie so gern und nannten Des Schmerzes tiefsten Abgrund nicht. Daß sie am Schmerz, den sie zu trösten Nicht wußte, mild vorüberführt, Erkenn ich als der Zauber größten, Womit uns die Antike rührt.
Seite 215 - Die seit langer Zeit bestehenden Gesetze gegen geheime oder nicht autorisirte Verbindungen auf den Universitäten sollen in ihrer ganzen Kraft und Strenge aufrechterhalten, und insbesondere auf den seit einigen Jahren gestifteten, unter dem Namen der allgemeinen Burschenschaft bekannten Verein um so bestimmter ausgedehnt werden, als diesem Verein die schlechterdings unzulässige Voraussetzung einer fortdauernden Gemeinschaft und Correspondenz zwischen den verschiedenen Universitäten zum Grunde liegt.
Seite 197 - Ich hatte mich in meinen mitgebrachten Begriffen von dieser großen Stadt sehr geirrt. Ich fand das Äußerliche viel schöner, das Innerliche viel schwärzer, als ich's mir gedacht hatte. Berlin ist gewiß eine der schönsten Städte in Europa. Aber die Einwohner! — Gastfreiheit und geschmackvoller Genuß des Lebens - ausgeartet in Üppigkeit, Prasserei, ich möchte fast sagen Gefräßigkeit. Freie aufgeklärte Denkungsart — in freche Ausgelassenheit und zügellose Freigeisterei.
Seite 215 - Grunde liegt. Den Regierungs-Bevollmächtigten soll in Ansehung dieses Punktes eine vorzügliche Wachsamkeit zur Pflicht gemacht werden. Die Regierungen vereinigen sich darüber, daß Individuen, die nach Bekanntmachung des gegenwärtigen Beschlusses erweislich in geheimen oder nicht autorisierten Verbindungen geblieben oder in solche getreten sind, bei keinem öffentlichen Amte zugelassen werden sollen.
Seite 66 - Der Rhein ist, wie Arndt kurz und gut gesagt hat, Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze. Geht man vom historischen Recht aus, so ist Alles, was Frankreich seit dem dreizehnten Jahrhundert an seinen östlichen Grenzen gewonnen hat, ein Raub an Deutschland gewesen; so sind alle burgunbischen und lothringi...
Seite 235 - Schriftsteller es dahin, daß unsre zur Vollkommenheit gebrachte und verfeinerte Sprache noch einst von einem Ende von Europa bis zum andern wird geredet werden. Noch sind diese schönen Tage unsrer Literatur nicht gekommen; aber sie nähern sich, und erscheinen gewiß.
Seite 67 - Jst es aber zu viel verlangt von einer so großen, alten, erfahrenen und durch und durch gebildeten Nation, wie die .deutsche, wenn man ihr zumuthet, sich nicht in sich selbst zu verfeinden, so lange ihr noch so viele Feinde von außen drohen? Der Gegenstand, über den man sich verfeindet, sei, welcher er wolle, der Erfolg wird immer sein, daß jeder unseren inneren Zwiste vom Auslande zu unserem Verderben benutzt werden wird. Wir müssen uns, selbst mitten im Frieden, immer wie ein großes Heer...

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