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können; hieran reihen sich mehrere, dahin gehörens de, Urkunden über die Herrschaft Abaus, welche mit den, in der II. Abtheilung des Münsterschen Urkundenbuchs schon abgedruckten, Urkunden über diese Herrschaft zu vergleichen sind.

Auch über die Geschichte von Dttenstein hatte man bisher sehr wenige Quellen aufzuweisen; dilte einzige merkwürdige Urkunde, welche einige Aufklås rung hierüber gab., ist bei Kindlinger III. N. 117. abgedrudt, in deffen Münst. Beitrågen man übris gens wenige Nachrichten über Ottensteint findet. Da eimal die Urkunden über Ottenstein mit jenen ůber Steinford, wegen ihres historischen Verbandes, zusammengestellet werden müßen, so schien mir hier der schicklichste Ort dafür zu sein. Sie zeigen unter andermden Gang, wie die Solmifchen Gůter, die man nun genauer kennen lernt, unter Everwin, Grafen von Bentheim, an das Haus Steinford gekommen sind.

Der Burgfleden Ottenstein muß fchon fehr frůb, wie fich aus den Urkunden entnehmen låßt, Stadtrechte erhalten haben; die Urkunde hierůber håtte hier eine Stelle verdient, allein alle meine Mühe, dieselbe aufzufinden, war vergeblich. Es i&ßt sich aber wohl vermuthen, daß die Herrn von Solmisse, als Besiker (Lehntråger) der Burg, den allmåhlig dabei entstandenen Fleđen zum Studtchen werden erhoben haben, so wie die Besiger. Der Burg Steinford den Burgfleden Stein

ford, *) und die Herrn von Lüdinghausen **) dem Burgfleden biefes Namens Stadtrechte ertheilten

Es kann unangenehm auffallen, und vielleicht Tabel veranlaßen, daß bei der Urkunde N. CXIV. und den folgenden die Beitfolge nicht beobachtet ist. Dieser Verstoß gegen die Ordnung dürfte in Folgendem feinen Entschuldigungsgrund finden: Der 26. Bogen dieses Bandes war schon abgezogen, als ich das lange gesuchte Charter - Boek van P. Bondam etc, erhielt; in diesem für die Geschichte des Gelderlandes so wichtigen, manchem vaterländschen Geschichtsforscher aber vielleicht noch zu wenig bes kannten, Werke fand ich die bemerkten Urkunden, welche sich über die Berrschaften Lon und Abaus aussprachen, und als Nachtråge den vorhergehen den noch beigefügt zu werden verdienten.

Der VI. Band wird die zweite Abtheilung der Urkunden über die Herrschaft Steinford bis zu dem Bertrage mit dem Stifte Münster v. I. 1716 ents halten. Der Geschichte dieser Herrschaft schließt sich wohl zunächst jene der Herrschoft Gemen an. Beide Dynastien waren noch die einzigen im Biss thum Münster, welche nach langem Kampfe mit dem Stifte die Landeshoheit endlich durch Vertråge feft begründeten, da alle übrigen långst schon vers

*) Die Urkunde darüber wird im VI. Bde. folgen. **).S. die Urk. N. CLXXXII. in der II. Abth. des.

Munst. Urk. Buchs. Die Urkunden über die Dye nastie lů dinghausen habe ich für einen der folgenden Bånde bestimmt.

schwunden, und dem Stifte einverletbt waren. De sto merkwürdiger wird auch darum die Geschichte dieser beiden Såuser, die früber schon ein Familiens band enger vereint hatte. In dem VII. Bande sollen daher die vorzüglichsten Quellen zur Geschichte Gemens, welche ich in dem Archivé dieses Hauz. fes gesammelt habe, aufgestellt werden, und beide Bånde noch im Laufe dieses Jahrs erscheinen, wenn fich die Arbeiten in der Wittnevenschen Offizin nicht zu sehr anhåufen werden.

So wåren denn über die ehmaligen Dynastien der Münsterschen Dioecese: Lon, Forstmar, Ahaus, Ottenstein, Steinford und Ges I men, theils von Kindlinger und Andern, theils von mir in dem Münst. Urkundenbuche und den darauf folgenden Bånden der Münst. Urkunden: fammlung die vorzüglichsten Quellen mitgetheilt, und damit ein nicht unbedeutender Theil der Vors arbeit zu einer künftigen Geschichte des Münstera landes selbst geliefert.

Aber, wie groß ist noch der Umfang der Vors arbeit, die erst vollendet sein muß, ehe eine Geschicha te unseres Vaterlandes gelingen kann, wenn anders Geschichte, in der wahren Bedeutung des Wors tes, etwas mehr sein soll, als eine Erzåhlung von Shatsachen der Zeitfolge nach, aus unsichern Chroniken geschöpft, und in einem gefälligen Styl vorgetragen. - Wie åußerst wenige Quellen sind 3. B. noch offentlich vorgelegt úber andere Dynastien und Herrlichkeiten, wie Stromberg, Lüdinch baufen, Davensberg, Meinbåvel u. a., deren

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Geschichte in die bes Münsterlandes so tief eingreift? Wie wenige Urkunden sind im Ganzen noch bekannt geworden über die Aemter Meppen, Vechta, und die zu der åltern Geschichte der Grafschaft Ledlenburg, die ebenfalls noch im Dunkeln liegt, gehörenden Aemter Bevergern und Gloppenbu

urg, und namentlich über das so merkwürdige Saderland? - Wie viele Quellen vermisset man noch über das Stådtewesen, über die frühere Verfassung des Stifts, über die Gründung ansehnlicher Abteien und Kløfter u. a. --- Wie duns kel liegt uns das frühere Archidiakonalwesen noch vor, und wo sind die Quellen, woraus man die anfängliche Eintheilung der Archidiakonate nach ben ehmaligen Gauen, und die bald darauf eine getretenen Veränderungen und Veranlaßungen dazu, mit Gewißheit bestimmen kann? --- Wie wenig urs kundliche Nachrichten haben wir aufzuweisen über bie frühern Verhåltnisse der Gauen Frieslands, die sonst zur Münsterschen Dioecese gehörten, und über die spåtere Verstůdlung des Archidiakonats Vreden u. . w.! - Hierüber můßen die wichtige sten Nachrichten in unsern vaterlåndischen Archiven noch verborgen liegen, und der Geschichtsforscher muß fich noch mit den wenigen Daten behelfen, welche er in den historischen Werken, besonders der Niederlånder, darüber vorsindet.

Noch immer ist in unserm Münsterlande, fo wie in allen Provinzen Westfalens, für das Duels len:Studium der Geschichte zu wenig gethan; wie weit sind dagegen in diesem Zweige der Litea

ratur unsere Nachbarn, diefe thátigen Beförderer wissenschaftlicher Kultur, uns vorgeeilt, die hierin mit größern, weitüberlegenen Staaten stets wetteis ferten! --- Welche reiche diplomatische Schåbe, in prachtvoller Ausstattung, wurden nicht auf dies sem wissenschaftlichen Boden gewonnen, wo anges borne Liebe zum Vaterlande das Talent ins Leben rief, und mit unermüdetem Fleiße vereinte! Ich weise nur hin auf die Quellen-Sammlungen eines Mieris, Schwarßenberg, Bondam, Racer, Kluit; auf die historischen Leistungen des Legteren, so wie auf die des M. Hettema, van Spaan, Visser, Amersfoordt, l. und der ålteren: Lindebo r'n, van Rhyn, Dumbar, Siccama, Papendrecht, Heda u. a. Und noch immer, selbst bei den mißlichen Verhältniffen, welche die Brennung dieser Provinzen von BraÞant herbeiführte, erhålt fich der eimal angeregte Geist für historische Forschungen. -- Und sollte es uns nicht fast erråthen machen, wenn ein niederlåndischer Geschichts und Sprachforscher im Auftras ge, wie ich glaube, des Groninger Vereins pro excolendo jure patrio, der gelchrte Montanus Hettema zu Leeuwarden, ehmalige Münstersche Landestheile, namentlich das in mancher Hinsicht fo merkwürdige Saderland, bereiset, um über die Sitten, Gebråuche, Gewohnheiten, Sprache, ältere Berfassung u. l. w. Kunde einzuziehen; die Reste der frieseschen Sprache hier zu sammeln, und in den Archiven der Umgegend nach Quellen zu forschen, um über die Geschichte dieses friefelchen

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