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Herrn Carl Heinichen,

Rittmeister im königl. preuss. 7. Husaren - Regiment,

widmet

den zweiten Band seines Shakspere

in treuer Freundschaft

Nicolaus Delius.

Einleitung

Die erste Ausgabe von Romeo and Juliet ist mit folgendem Titel erschienen: An excellent conceited Tragedie of Romeo and Juliet. As it hath been often (with great applause) plaid publiquely, by the Right Ilonourable the L. of Hunsdon his Seruants. London. Printed by John Danter, 1597. Wir bezeichnen diese Quartausgabe, von der sich ein Abdruck in Steevens Twenty of the Plays of Shakespeare findet, im Folgenden mit Q. A.

Den gangbaren Text des Dramas enthält erst eine zwei Jahre später erschienene Ausgabe: The most excellent and lamentable Tragedie, of Romeo and Juliet. Newly corrected, augmented, and amended: As it hath bene sundry times publiquely acted, by the Right Honourable the Lord Chamberlaine his Seruants. London. Printed by Thomas Creede, for Cuthbert Burby, and are to be sold at his shop neare the Exchange. 1599. Die folgende Quartausgabe vom Jahre 1609 ist nach dieser vom Jahre 1599 gedruckt und weicht auf dem Titelblatte nur dadurch ab, dass sie der Shakspere'schen Schauspielergesellschaft nicht mehr ihren frühern Namen the Lord Chamberlain's Seruants, sondern den von König Jacob I. ihr ertheilten Titel giebt: publiquely acted, By the Kings Maiesties Seruants at the Globe. Als Verleger ist John Smethwick bezeichnet, dem Cuthbert Burby sein Eigenthumsrecht im Jahre 1607 cedirt hatte. Diese Ausgabe, welche in Steevens' Twenty Plays ebenfalls abgedruckt ist, weicht von der vorhergehenden Quartausgabe 1599, so wie von den folgenden, einer undatirten Quarto und einer von 1637 so unbedeutend ab, dass die verschiedenen sich füglich unter dem Gesammtnamen der Quartos (Qs.) zum Unterschiede von Q. A., begreifen lassen und eine specielle Anführung der einzelnen nur in wenigen Fällen nothwendig erscheint. In der Gesammtausgabe der Shakspere’schen Dramen in Folio vom Jahre 1623 (Fol.) ist der Text von Romeo and Juliet nach der Quarto 1609 abgedruckt. Eine Eintheilung in Acte und Scenen fehlt in allen diesen Ausgaben.

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Der Text der Q. A. unterscheidet sich von dem der Qs. und der Fol. auf eine Art, die nicht in der nachlässigen Form der Redaction für den Druck ihre Erklärung finden kann, sondern nur in der Annahme, dass der Dichter selbst zwei verschiedene Bearbeitungen von Romeo and Juliet geliefert habe: eine frühere, die freilich mangelhaft und entstellt in der unrechtmässigen Ausgabe von 1597 uns vorliegt, und eine spätere, die newly corrected, augmented and amended, wie der Titel sagt, in die folgenden Quartausgaben wie in die Fol. übergegangen ist. Wie weitgreifend der Unterschied ist, der zwischen Q. A. und den Qs. obwaltet, lässt sich besser als aus einem fortlaufenden Variantenverzeichniss unter dem Texte, welches die Noten ungebührlich anschwellen und doch kein richtiges Bild von dem Sachverhältniss geben würde, aus Auszügen der ersten Recension nachweisen. Es mögen einige derselben hier folgen mit Verweisung auf die entsprechenden Acte und Scenen des vollständigen Dramas.

Zu A. 1. Sc. 1.

The Prologue. Two houshold frends alike in dignitie,

Whose misaduentures, piteous ouerthroues, (In faire Verona, where we lay our Scene) (Through the continuing of their fathers strife, From ciuill broyles broke into eninitie ,

And death-markt passage of their parents rage) Whose ciuill warre makes ciuill hands uncleane. Is now the two houres traffique of our stage. From forth the fatall loynes of these two foes, The which if you with patient eares attend , A paire of starre-crost louers tooke their life: What here we want wee'l studie to amend.

Zu A. 1. Sc. 4.

Mer. Ah then I see queen Mab hath bin

with you.

Ben. Queen Mah whats she?
She is the fairies midwife and doth come
In shape no bigger than an aggat stone
On the forefinger of a burgomaster ,
Drawne with a teeme of little atomi,
A thwart mens noses when they lie asleepe.
Her waggon spokes are made of spinners webs,
The couer, of the winges of grashoppers,
The traces are the moone-shine watrie beames,
The collers crickets bones, the lash of filmes,
Her waggoner is a small gray coated flie
Not halfe so big as is a little worme,
Pickt from the lasie finger of a maide,
And in this sort she gallops up and doune
Through louers braines, and then they dreame

of loue.
O're courtiers knees : who strait on cursies

dreame O're ladies lips, who dreame on kisses strait: Which oft the angrie Mab with blisters plagues,

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