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Vorwort.

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Von diesem Buche kann ich nicht sagen, dass ich dem Spruche: nonum prematur in annum“ gefolgt bin. Als im Oktober 1902 durch Verhandlungen mit der Verlagsbuchhandlung und der badischen historischen Kommission festgestellt worden war, dass von dem darstellenden Teile meiner „Geschichte des mittelalterlichen Handels und Verkehrs zwischen Westdeutschland und Italien mit Ausschluss von Venedig“ eine zweite Auflage bearbeitet werden solle, ergab sich für mich die Pflicht, die Tätigkeit der Fugger in Rom, über die wir bisher so gut wie nichts wussten, nunmehr aus den Quellen festzustellen. Ich dachte zunächst im Rahmen jenes Buches meine Funde zu verwerten und begann frohen Mutes Mitte November 1902 die Arbeit im Vatikanischen Archive.

Selbstverständlich hub ich mit den Serien an, die das reichste Ergebnis versprachen; aber ich fand bald so viele Angaben und Quellen, dass sie, ausführlich behandelt, den Rahmen jenes Werkes gesprengt haben würden. Einen Aufenthalt Ende Dezember bis Anfang Januar in Breslau habe ich dazu benutzt, mich in die deutsche Literatur einzuarbeiten; denn meine Quellen hatten mich bald über das Gebiet der reinen Wirtschaftsgeschichte auf Felder geführt, die ich bis dahin noch nicht bestellt hatte. Auch habe ich damals zuerst deutsche Archivalien herangezogen. Die nächsten Monate habe ich in Rom in allen nicht durch meine dienstliche Stellung in Anspruch genommenen Stunden sehr scharf daran arbeiten müssen, wenigstens die Registerserien zu erledigen, die mir unentbehrlich zu sein schienen; wie viel Mühe das war, ist leicht aus dem ersten Exkurse (Band 1 S. 253–257) zu ersehen, den ich zu vergleichen bitte. Mit dieser Arbeit wurde ich am 5. Mai knapp fertig, am 7. Mai habe ich Rom verlassen. Die Donnerstage und manche Nachmittagstunde habe ich auf dem römischen Staatsarchive gearbeitet.

Da ich inzwischen an die Universität Bonn berufen, mich dort einarbeiten musste, auch die Leitung des römischen Institutes weiterzuführen hatte, blieben mir nur wenige Stunden übrig, die ich auf die Fertigstellung einer Studie über „die römischen Verhandlungen über Luther 1520“, die ich in dem Organ des Institutes als meinen ersten grösseren Beitrag veröffentlichte, verwenden musste. So konnte ich erst Anfang Juli mich wieder mit mehr Kraft den Fuggern zuwenden und habe von diesem Tage an bis heute, nur von einem Ferientage abgesehen, jede freie Minute diesem Buche gewidmet.

Es galt zunächst in Deutschland diejenigen Akten zu finden, welche den römischen Funden entsprachen. Ich habe so Archivalien der königl. preussischen Staatsarchive in Königsberg, Magdeburg und Koblenz und des geh. Staatsarchivs in Berlin benutzt. Von süddeutschen Archiven und Bibliotheken nenne ich das Haus- und Staatsarchiv in Darmstadt, das Stadtarchiv in Strassburg, das Generallandesarchiv in Karlsruhe, die öffentliche Bibliothek in Stuttgart, das Stadtarchiv in Augsburg, das fürstlich und gräflich Fuggersche Familien- und Stiftungsarchiv daselbst, das königl. bayrische Reichsarchiv in München, die Kreisarchive in Würzburg und Nürnberg, das Stadtarchiv in Nürnberg und das Landesarchiv in Klagenfurt. Wenn ich überall das liebenswürdigste Entgegenkommen fand, so muss ich doch besonders der hohen Häupter des Hauses Fugger gedenken, die mir ihre für mich in Betracht kommenden allerdings nicht sehr reichhaltigen Archivalien ausnahmsweise nach Bonn sandten. Herr Privatdozent Dr. Jansen, der im Auftrage des Fuggerschen Hauses an dessen Geschichte arbeitet, hat auch die Genehmigung erhalten, während seines römischen Aufenthaltes im Oktober für mich zu arbeiten. Manches, was ich mir notiert, aber nicht genau genug bearbeitet hatte oder nicht hatte finden können, verdanke ich ihm, wie andere kleinere Arbeiten das königl. preuss. historische Institut, dessen Leitung ich zum 1. Oktober niedergelegt hatte, erledigte.

Den Hinweis auf den einen sehr wertvollen Faszikel des Magdeburger Staatsarchivs verdanke ich Herrn Prälat Dr. Friedrich Schneider in Mainz, an den ich mich wandte, weil ich, sehr mit Recht, mich mit der bisherigen Darstellung der Postulation Albrechts auf den Mainzer Stuhl nicht zufrieden geben konnte. Prälat Schneider erfuhr die Bezeichnung des Artikels hinwiederum von Herrn Kaplan Kissling, der sich, ohne den Inhalt benutzt zu haben, glücklicherweise die Bezeichnung gemerkt hatte. Die Herren vom Magdeburger Archive haben mir dann noch manche Ergänzung bieten können.

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