Friedrichs des Grossen Schrift über die Deutsche Litterature

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W. Hertz, 1888 - 111 Seiten
 

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Seite 7 - Der erste wahre und höhere eigentliche Lebensgehalt kam durch Friedrich den Großen und die Taten des Siebenjährigen Krieges in die deutsche Poesie.
Seite 82 - Dies geschah nicht und konnte nicht geschehen : denn wie kann man von einem König, der geistig leben und genießen will, verlangen, daß er seine Jahre verliere, um das, was er für barbarisch hält, nur allzuspät entwickelt und genießbar zu sehen?
Seite 49 - Das von dem Könige so sehr heruntergesetzte Stück: Götz von Berlichingen, ist immer ein edles und schönes Produkt unsers Bodens, es hat recht vielen geschmeckt, und ich sehe nicht ab, warum wir dergleichen nicht ferner ziehen sollen ; die höchste Vollkommenheit wird vielleicht durch längere Kultur kommen. Alles, was der König daran auszusetzen hat, besteht darin, daß es eine Frucht sei, die ihm den Gaumen zusammen gezogen habe und welche er auf seiner Tafel nicht verlange.
Seite 29 - Mir hätte nicht leicht etwas fatalers begegnen können als daß Lessing gestorben ist. Keine Viertelstunde vorher eh die Nachricht kam macht ich einen Plan ihn zu besuchen. Wir verliehren viel viel an ihm, mehr als wir glauben.
Seite 7 - Gott weiß, ob die guten Schwäbischen Kaiser um die damalige deutsche Poesie im geringsten mehr Verdienst haben, als der itzige König von Preußen um die gegenwärtige. Gleichwohl will ich nicht darauf schwören, daß nicht einmal ein Schmeichler kommen sollte, welcher die gegenwärtige Epoche der deutschen Literatur, die Epoche Friedrichs des Großen, zu nennen für gut findet!
Seite 50 - Es ist gar löblich von dem alten Patriarchen, daß er sein Volk auch vor der Welt und ihren Großen bekennet, denn er hat uns doch eigentlich in dieses Land gelockt, und uns weitere Gegenden mit dem Finger gezeigt, als zu durchstreichen erlaubt werden wollte. Wie oft hab ich bei meinen Versuchen gedacht, was möchte wohl dabei Möser denken oder sagen.
Seite 76 - Verlusts nur zu fühlen fähig sind. Und doch, da er nun den Neid nicht mehr reizen, die Dummheit nicht mehr in Verlegenheit setzen, die Tartüffen nicht mehr beunruhigen, und keinem der wohlmeinenden Leute, die wider ihn geschrieben haben oder noch schreiben werden, mehr Antwort geben kann - nun werden Sie sehen wie sich alle Stimmen vereinigen werden, die Größe des Mannes - den so wenige zu würdigen im Stande sind - anzuerkennen.
Seite 51 - Überdies möchte ein billiger und toleranter Geschmack wohl keine auszeichnende Eigenschaft eines Königs sein, so wenig sie ihm, wenn er sie auch hätte, einen großen Namen erwerben würde; vielmehr dünkt mich, das Ausschließende zieme sich für das Große und Vornehme. Lassen Sie uns darüber ruhig sein, miteinander dem mannigfaltigen Wahren treu bleiben und allein das Schöne und Erhabene verehren, das auf dessen Gipfel steht.
Seite 96 - Gesetzen über die Sprache wird sie sich mit größester Sorgfalt hüten, dagegen sich desto mehr befleißigen, durch Beobachtungen, Vorschläge und kritische Regeln unsrer Sprache die schöne Sicherheit allmählich zu verschaffen, an der es ihr in Vergleich andrer Sprachen noch so sehr fehlet. Alles, was zur Geschichte der Sprache, zu ihrer Bildung in einzelnen Provinzen, zu ihrer Grammatik, ihrem Stil, ihren Wörterbüchern gehört...
Seite 49 - Bodens; es hat recht vielen geschmeckt, und ich sehe nicht ab, warum wir dergleichen nicht ferner ziehen sollen; die höchste Vollkommenheit wird vielleicht durch längere Kultur kommen. Alles, was der König daran auszusetzen hat, besteht darin, daß es eine Frucht sei, die ihm den Gaumen zusammengezogen habe und welche er auf seiner Tafel nicht verlange. Aber das entscheidet ihren Wert noch nicht.

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