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dem schon im dreißigjährigen Kriege sich einer »uf der Seite der Protestircndcn als wackre Kriegsgurgel hnvorthat: in dem nach der Schlacht! aus dem weißen Verge erbeuteten Tagebuch des jungen Prinzen Anhalt heißt es kurz uor der Schlacht: „I.e donte 6e UgnZfelä a envoze ici (ü Hl>clje«3n) <ie sil»en le Colone! I r 6 n c ll." Franz Trenck ward 1711 zu Reggio in Calabrien, wo sein Vater als östreichischer Oberstlieutenant stand, gebore«'. Als er auf» wuchs, ward er gar bald ein Wunder von Schönheit «nl Riesenstärke, von unglaublicher Kühnheit und Geistesgegenwart, von Zornwuth, Habsucht und Wollust Er redete fertig sieben Sprachen. Von Iden Jesuit« in Oldenburg erzogen, trat er, noch nicht siebzehn Jahre alt, in Ungarn in ostreichische Dienste, HM Händel über Handel und Liebesabentheuer über LiebeLabentheuer, auch nachdem er zweiundzwanzigjährig sich mit einer Fräulein von Tellier verheirathet hatte, Er verlor sie und vier mit ihr erzeugte lKinder im Jahre 1737 und verheirathete sich nicht wieder. Wegen Beschimpfung einer der ersten Damen Wiens unl ihres Champions, eines Gesandten, mußte er Oeftmch verlassen. Er trat nun 1737, als der Krieg w Pforte mit Rußland und OeFreich ausgebrochen w»i in russische Kriegsdienste unter dem Marschall Münnich, den er gleichfalls zu bezaubern wußten wegen seiner Händel und Dienst-Ercesse ward er abn auch in Rußland wieder cassirt und des Landes «erwiesen. Als der Krieg mit den Feinden der pragmatischen Sanction 1740 ausbrach, erbot sich Trenck »Varia Theresia ein Regiment Pandurcn zu «Mm, er befehligte es als Obrist bis 1746. Er bÜbck mit diesen wilden Panduren mit ihren Barten >"b Zlpfsllchtcn, blutrothen Mänteln und rochen wei» <«>ß»sen, ihren CzakoS und Topanken jederzeit die Aüanigarde, warf Alles vor sich nieder und beging, in in Gngraphie ganzlich unbewandert, in der Gegend des befreundeten Prag und Linz eben solche Unmenschlichkeiten, wie in dem feindlichen Vaiern. „Die Frei« «Ys," berichtete Khevenhüller, „übten vielfältig MMrennerci aus bloßer Lust. Sie haben Unschuldige «ch Belieben an die Etadthore oder an die nächsten Alm gehangen, Kirchen beraubt und heilige Gefäße »Mnreinigt, zertrümmert und Gold und Silber und ^lsteine der Kirchen an Juden verschachert — sie ftben die Bauern der bairischcn Landfahnen mit abzlschnittenen Nasen und Ohren nach Hause geschickt, Garen Frauen und Mädchen auf dem Rücken der z<lmdenm Hausväter Gewalt angcthan und alsdann »°<h in die Flammen geschleudert, Säuglinge aufge!W und den Hunden vorgeworfen." Diese in Wien «»glbiachten Klagen wirkten hier aber nicht, weil man "mck für einen zu nothwcndigen Mann hielt. Noch im M! I7<4, als er sich bei einem Empfang belMa° '''Thersill erbot, mit 2U,N0N Mann den Rhein °° ztfa'hllichsten Punkte zu überschreiten und sich so "««zu behaupten, bis die andern Truppen den Ue^«z bewerkstelligt haben würden, sprach sich Ma"'^heresia's Erkenntlichkeit gegen so viel Wid""« >n den ehrendsten Ausdrücken gegen ihn aus. Aber seine Raubsucht und sein Getdgeiz kannten kein Grenzen, obgleich er ein Vermögen von fast zwei M lionen besaß. Endlich mußte Maria Theresia de endlosen Klagen gegen den wilden Parteigänger G, hör geben und so ward ihm 1746, obgleich die K» serin lange Nichts davon wissen wollte, ein peinlich Prozeß gemacht. Die Kaiserin ließ ihn zweimal ni derschlagen. Nur Trenck's unsinniger Trotz erzwai die Reassumirung und das Urthcil auf Tod durch Schwert und Consiscation 'des Vermögens. Mai Theresia verwandelte aber 1748 den Spruch in leben längliche Haft auf dem Spielbeige bei Brunn. Hier l wohnte Trenck dieselben Zimmer, die der unbändige Gen« GrafVonneval früher bewohnte, der, einst Lieblir, bann Verläumder Eugen's, als Ach med-Pasc von Caromanien gestorben war. Trenck erhielt tägl einen Duralen, den Gebrauch eines Bedienten u Dinte und Feder zum Schreiben. Er starb als K puziner in der Kutte, umgeben von den Brüd« dieses Ordens, die er reich beschenkte. In! Gruft der Kapuziner ließ er sich begraben, damit, > sein Testament sagt, „der Teufel um seine arme S< betrogen sei, auf die er sich schon so sehr gefr habe."

Ein zweiter furchtbarer Parteigänger des oft! chischen Erbfolgekriegs war der Obrist Johann D niel Menzel. Auch er soll durch Raub ein 3.' mögen von mehr als drei Millionen Gulden zusa »engebracht haben; er starb zwar im Jahre 1744 Soldatentod im Felde — aber einen ganz muthwilli und nutzlosen Tod. Nach einem Banquet, das Graf Bärenklau dem Landgrafen von Darmstadt im lsger zu Etockstadt bei Darmftadt gab, begab sich Menzel auf die s. g. Maulbeer-Insel im Rhein, an dessen gegenüberliegendem Ufer die Franzosen standen, ßellte sich auf die Brustwehr der Schanze, brusquirte die Franzosen und erhielt von ihnen einen Kanonenschuß m den Unterleib, an dem er am folgenden Morgm ftlsb. Er war der Sohn eines Leipziger Puderhänd« Ins, geboren 1698 und von unten auf bis zum Obri» ßen gestiegen. Er hatte erst unter August dem Ellikcn von Polen-Sachsen, dann in Rußland unter Nünnich gedient und war zweimal an den berühmten Schah Nadir nach Persien verschickt worden. Menzel bedauerte noch »uf dem Todtenbettc, daß n seinen vor länger als zwei Jahren gefaßten Plan «cht Hab« zur Ausführung bringen können, mit l 500 Hus»len einen Streifzug bis Paris zu unternehmen, um von der Hauptstadt Frankreichs eine erkleckliche Lenttibution zu erpressen.

Die Überschwemmung Vaierns durch die unter diesen Parteigängern stehenden wilden dftreichischen llriegsvöller hatte den Erfolg, daß Friedrich, erschreckt über den hohen Ton, den Oestreich sogleich »«»« anstimmte, den Vertrag von Oberschnellendorf buch, um dem unterdeß zu« Kaiser erwählten Kindchen von Vaiern zu Hülfe zu kommen. Er eröff»«! dm Krieg von Neuem. Sein Gesandter in Wien, Ht'i Dohna, erhielt Vefchl, Wien zu verlassen, er M» «n« Reift nach Stuttgard vor. Auf ausdrückliche Anordnung des Königs gab Gras Dohno den kaiserlichen Ministem nur mündlich die Gründe des Bruch« an, unter denen der vornehmste war, „daß der König als einer der vornehmsten Kurfürsten des Reichs nich« zugeben könne, daß das Reichsoberhauvt mißachte, werde, der Wiener Hos verrechne sich, wenn er glaube, daß sein Herr, der König, gleichgültig zusehe, daß das Reichsoberhaupt seiner Erbftaaten beraubt werde." Friedrich nahm nun in Oberschlesien das wichtige Glatz, machte seinen Verbündeten, den Franzosen, ir Böhmen Luft und ließ noch einmal seine Husaren im Angesicht Wiens streifen, er siegte zum zweiten Mal« bei Czaslau am zerstörten Grabe des blinden Hussitenfeldherrn Ziska, dessen mit seiner Haut überzogene Trommel, die alle Feinde schlagen, deren Wirbel sie wahnsinnig machen sollte, die Preußen damals nach Berlin schickten. In dieser Schlacht bei Czaslau am 17. Mai 1742 nahm Friedrich den schwer verwundeten östreichischen General Poll and gefangen. Als Friedrich diesen besuchte, machte derselbe ihm die Entdeckung, daß er schändlich von Frankreich betrogen werde. Polland lieferte ihm davon die Beweise in ei« nem vorgelegten Originalbrief Fleury's an Maria Theresia, worin er der Königin Frieden und Inte» grität aller ihrer Vesitzthümer, auch die Garantie für Mähren und Schlesien anbot, wenn sie das verlorene Böhmen und das Land ob der Enns an Carl VIl von Vaiern abtreten wolle; Sachsen solle für die Hoffnung auf einen Theil Mährens durch Magdeburg entschädigt werden. Hierfür sollten sich alle Streit»

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