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6. Der besonders in der Dichtersprache übliche Genetivus epexegeticus oder explicativus (bestimmender oder erklärender Genitiv) bezeichnet das, worin das regierende Nomen besteht, giebt seinen Inhalt

So causa amoris, eine Ursache, welche in Liebe besteht; lactis alimenta, solacia iunctae mortis, iussorum poena laborum, compago cerae, umbra repercussae imaginis, honor templorum, vincula digitorum, lex magnorum laborum; vgl. Caes. B. g. VI, 10 auxilia peditatus equitatusque,

7. Sehr häufig wird in der Dichtersprache das Neutrum des Adjektivs zum Substantiv gemacht, und zwar vorherrschend das Neutrum Pluralis. Zu solchen Substantiven kann auch der Genitiv treten. So ultima, „Rand, Endpunkte“; penetralia, innere Räume; vicina, die Nachbarschaft; ardua montis, caerula caeli, avia oder secreta nemorum, entlegene, verborgene Wälder; gurgitis ima; diversa (contraria) petere, die entgegengesetzte Richtung einschlagen; terrena, die Erdenwelt; iusta, die dem Toten gebührenden Ehren; inania od. inane, der leere Luftraum (ebenso inmensum), declive, Abhang, Absturz; album, ein weisser Fleck, Blässe; dulce, ein süsses Getränk; profundum, Tiefe = Meer (sogar summum profundum); Ionium, das ionische Meer; summa, Decke eines Zimmers; fictilia, irdenes Geschirr.

8. Bestimmungen der Zeit, des Ortes, der Zahl, der Ordnung und Reihenfolge, der Art und Weise (besonders wenn Seelenzustände bezeichnet werden), beziehen die Dichter sehr häufig als Adjektive auf ein Substantivum, während wir im D. Adverbien oder adverbielle Ausdrücke oder einen Relativsatz gebrauchen. Ein solches Adj. gehört seinem Substantiv nur äusserlich, der Form nach, an, seiner Bedeutung nach vielmehr dem Prädikate, es steht prädikativ. So Ceres prima dedit leges, Astraea ultima terras reliquit, carmen perpetuum deducere, als ein ununterbrochenes; redit itque frequens, „häufig“ (ite frequentes, „kommet in Scharen, zu Hauf"); ora vana movet, „vergeblich“; tellure sub alta esse, protervas manus intentare, „frech“; tempora absumpsit inania, als nutzlose = nutzlos; lasciva corpora iactant, als mutwillige = mutwillig; celer delabor; ite citi; maestissimus aethera conscendit; furit audacissimus; callida Thisbe egreditur; ille velox desilit; adsiduae petunt undas; cautus ambibat fundamina terrae; violenta irascitur; reditum crudelis ademit; sublimis se attollit, als ein durch das Erheben in der Höhe befindlicher = hoch, „in die Höhe“,

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Anhang.
(Ovids Leben, Allgemeine Bemerkungen über den Sprachgebrauch der

römischen Dichter, Mythologisch-Geographisches Register.)

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GOTHA.

FRIEDRICH ANDREAS PERTHES.

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EINLEITUNG.

I. Leben des Dichters.

P. Ovidius Naso stammte aus einer seit langer Zeit dem Ritterstande angehörigen Familie. Er ward geboren zu Sulmo im Lande der Päligner (südlich von Corfinium) am 20. März i. J. 43 v. Chr. (= 711 a. u. c.) als zweiter Sohn eines wohlhabenden Vaters. Sein Bruder, der ein Jahr vorher an demselben Tage geboren war, starb, erst 20 Jahre alt. Früh wurden beide Brüder nach Rom geschickt und hier von den berühmtesten Lehrern unterrichtet. So nahm Publius in den Schulen der Rhetoren Arellius Fuscus und Porcius Latro an den damals üblichen Redeübungen (declamationes) teil. Als Jüngling von etwa 17 J. unternahm er eine Studienreise nach Athen und besuchte von hier aus Kleinasien. Auf dem Rückwege blieb er längere Zeit in Sizilien. Im öffentlichen Leben hat Ovid nur einige untergeordnete Ämter bekleidet (so gehörte er dem Kollegium der III viri capitales an, welche die Aufsicht über die Gefängnisse und die Hinrichtungen zu führen hatten), da er einer hohen Stellung im Staatsdienste ein behagliches, der Dichtkunst und gelehrten Studien gewidmetes Leben in der Hauptstadt vorzog. Verheiratet war er dreimal und hatte eine Tochter – wir wissen nicht aus welcher Ehe.

Als Ovid im einundfünfzigsten Jahre stand, fiel er aus unbekannten Gründen bei Augustus in Ungnade und ward aus Rom verwiesen. (Die Verweisung, relegatio, unterschied sich dadurch von einem förmlichen exsilium, dass der Betroffene sein Vermögen behalten durfte.) Sein Verbannungsort war Tomi, ein kleines Städtchen im unwirtlichen Mösien am Schwarzen Meere (heute Anadol-köi bei Köstendje). Hier kam der unglückOviD, METAMM. (B.)

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